
von RoseWeasly
15. Pure Blood
Sanft flüsterte mir diese Person ins Ohr: „Ganz ruhig. Der Artikel ist doch keine große Sache.“ Ich schloss für einen kurzen Augenblick meine Augen und genoss den Moment. An John gewandt, rief die Stimme: „Lauf um dein Leben, Kleiner!“
Ich erkannte die Stimme sofort.
Nein, bitte lass es nicht wahr sein. Es ist Sirius Black.
Ich wollte meinen Zauberstab zücken, John am verschwinden hindern und Sirius Black verhexen, doch er hatte seine Arme um meine und hielt meine Hände vor meinem Körper fest. Ich konnte mich kein Stück rühren.
„Hélène, ich könnte dich den ganzen Tag so halten.“, flüsterte Black verdammt nah an meinem Ohr. Ich konnte seinen Atem spüren, der auf meiner Haut eine Gänsehaut hervorrief.
„Nicht, wenn dir dein Leben lieb ist!“, knirschte ich. Ich wollte gerade meinen Fuß in sein Schienbein versenken als jemand Black unsanft von mir entfernte. Ich drehte mich um und sah wie sich Black und der verantwortliche Slytherin böse anstarrten.
„Sirius! Was machst du da? Sie ist ein Schlammblut! In deinen Adern fließt reines Blut! Wie kannst du die Ehre unserer Familie so beschmutzen?! Ich habe mir das lange genug angeschaut! Du bist eine Schande!“, schrie der Junge Black an.
Was redet er? Was ist ein „Schlammblut“? Dieses Wort habe ich noch nie von papa gehört.
„Regulus! Nenn meine Freundin nicht Schlammblut! Mir ist egal, was ich oder sie für ein Blut hat. Falls du es vergessen hast, ich habe mich der Familie abgeschworen. Es ist mir egal, was du denkst! Oder Vater und Mutter!“
Warum bezeichnet er mich als seine Freundin? Hat er einen Komplettschaden und was reden die von < Schande> und
Professor McGonagal unterband die weitere Steigerung dieses Streites, indem sie den anderen Jungen namens Regulus zurück zum Slytherintisch schickte. Erst jetzt fiel mir auf, dass viele Schüler bereits die Große Halle verlassen hatten und die anderen neugierig herüberlugten, was schon wieder peinliche Gefühle in mir hervorrief.
Black war total verärgert und zu fertig, als dass ich ihn auf unsere nicht vorhandene Liebesbeziehung aufmerksam machen konnte. Er nahm meine Hand und zog mich hinter ihn her zum Ausgang, wo Lily und die Rumtreiber bereits warteten. Ich ließ es zu. Warum, wusste ich selber nicht, aber mir schien es war das Beste, ihn nicht zu verärgern.
„Ähm, Sirius, wer war das?“, fragte ich vorsichtig und nannte ihn dabei mit voller Absicht beim Vornamen. - „Mein Bruder.“, antwortete er zähneknirschend.
Am Ausgang angekommen drehte er sich zu mir um ohne meine Hand loszulassen. „Hélène, kreuze niemals den Weg mit meinem Bruder, er ist gefährlich. Bitte tu mir den Gefallen.“
Was redet er denn da? Wie kann er so was von seinem Bruder behaupten - gefährlich? Und seit wann ist er so ernst?
Total verwirrt nickte ich nur leicht, weil ich überhaupt nicht wusste was ich sagen sollte. Er schenkte mir ein leichtes Lächeln und sprintete seinen Freunden hinterher, die bereits vorausgegangen waren. Ich ging mit Lily in den Gemeinschaftsraum, da wir statt Muggelkunde Freistunde hatten.
„Hélène, was ist passiert? Warum hast du uns das mit Andy nicht erzählt?“
Ich berichtete alles von vorne und versuchte gar nicht irgendetwas schön zu reden. Den Grund, warum ich das nicht vorher erzählt hatte, verschwieg ich wie immer.
Das ist so ein komisches Gefühl. Warum will mich Black so fieberhaft? Nur weil in der Zeitung stand, dass ich seine neue Herausforderung bin? Warum tut er so, als wäre ich seine Freundin? Ist das seine neue Taktik, einfach mal drei Schritte überspringen? Das ist alles so anders hier, oder habe ich mich verändert? Und Andy hat mich seit einer Woche nicht mal angeschaut. Was hat Jenny mit ihm gemacht? Die Sache mit Regulus Black, irgendetwas ist da zwischen den Gebrüder vorgefallen.
Ich fragte Lily, was ein „Schlammblut“ sei.
„Warum fragst du das? Hat es jemand zu dir gesagt?“ Ich nickte nur und sie fuhr fort: „Das ist ein schlimmes Schimpfwort für Muggelstämmige.“
Okay, Blacks Bruder Black hat mich aufs übelste beleidigt. Na und? Ich kenne ihn nicht mal und warum sollte mich es stören, wenn Regulus mich wegen so was beschimpft? Ich mein, ich kann doch nichts dafür, dass meine Eltern Muggel sind.
„Was ist eigentlich mit Blacks Bruder Regulus? Black hat gemeint, er ist gefährlich.“
„Es ist eine schwierige Sache. Es gibt gewisse Gerüchte, die meiner Meinung nach durchaus stimmen könnten, dass Regulus Black und seine Cousine Bellatrix Black sowie ihr Freund Rodolphus Lestrange zu den Todessern gehören. Die ganze Black Familie scheint hinter Voldemort zu stehen, außer Sirius, der auch als einziger Black jemals in Gryffindor gelandet ist, deshalb wohnt er auch bei James.“
„Hä? Wer ist James?“, fragte ich. - „Potter natürlich!“
Seit wann nennt sie ihn James und warum natürlich?
Ich gab ihr einen schiefen fragenden Blick, worauf sie sofort rot anlief und den Blick senkte.
„Hélène, schau nicht so! Potter war die letzte Woche echt okay. Er hat mich kein einziges Mal nach einem Date gefragt. Sehr seltsam.“
Kann man sich in einer Woche verlieben? Oder was ist los mit ihr? Sonst würde sie doch auf jeden Fall froh darüber sein und erstmal sagen, wie dumm Potter doch ist.
„Lily, hör mir zu. Ich werde jetzt höfliches Desinteresse anwenden und dich nicht fragen, ob deine Hassgefühle für James Potter noch vorhanden sind.“
Sie kicherte und sagte: „Keine Sorge, ich bin noch die Alt…“ Ich unterbrach sie: „Ma chérie, ich will nichts davon hören. Wir werden erst wieder über James Potter reden, wenn du zugibst dass du auf ihn stehst.“ Lily stöhnte genervt auf.
„Hélène, ich steh nicht …“
-„Ma chérie, ich will kein Wort hören!“, betonte ich mit Nachdruck.
Wir schlenderten den Weg zu Verwandlung und trafen vor der Tür auf die Rumtreiber. Remus lächelte uns zu und betrat das Klassenzimmer. Lily schaute bei Potters Anblick verlegen runter. Black kam zu mir her und sagte zu mir in leisem Ton: „Schatz, mein Verhalten von vorher tut mir echt Leid.“
Ich konnte schon wieder nicht darauf hinweisen, dass wir nicht zusammen waren, denn Professor McGonagal scheuchte uns ins Klassenzimmer. Lily blickte mir erstaunt an.
Mist, sie weiß ja noch nicht, dass Black so einen Schaden hat und eine komische Masche abzieht. Was denkt sie jetzt bloß`?
Wir saßen gerade eine halbe Sekunde auf unseren Plätzen als vor uns eine lange Rolle von Pergament erschien.
Test mit Punktevergabe an die Häuser
Die meisten hatten bereits Feder gezückt und fingen an eifrig die einzelnen Arbeitschritte zu bearbeiten. Ich wollte noch Lily auf ihren verwirrten Blick antworten, bemerkte aber McGonagals scharfen Blick.
Verdammt. Warum habe ich mich die ganze letzte Woche so gehen lassen? So habe ich fast nichts mitbekommen.
Ich begann die erste Aufgabenstellung durchzulesen:
Notieren Sie den Zauberspruch für die Verwandlung eines Streichholzes in einen Tiger und beschreiben die dazugehörige Handbewegung.
Verdammt. Warum habe ich mich die ganze letzte Woche so gehen lassen? So habe ich fast nichts mitbekommen.
Schwierige Angelegenheit, denn ein Streichholz war klein und bestand aus Holz. Ein Igel war im relativ groß und bestand aus tausenden organischen Stoffen.
Der Test dauerte die ganze Stunde und nach 60 Minuten entließ uns McGonagall schließlich. „Ich habe die ganze erste Aufgabe nicht. Bei der dritten habe ich in der Formel zwei Buchstaben vergessen. Verdammt! Aber warum muss sie auch am Freitag einen Test schreiben?“
Ich beschwerte mich den ganzen Weg zur nächsten Freistunde im Gemeinschaftsraum und hatte die Sache mit Black voll vergessen. Lag vielleicht daran, dass er Unterricht hatte.
Den Rest des Tages hatten wir ein Zauberkunstprojekt, was angekündigt wurde, ich aber nicht mitbekommen hatte. Wir mussten uns in eine Reihe aufstellen und von eins bis fünf durchzählen. So wurden wir in Gruppen eingeteilt.
Was ist das denn für ein Kindergarten?
Natürlich hatte ich das große Pech von Lily und Alice getrennt zu werden. Außerdem war ich bei Andrew (so nenne ich jetzt immer, ganz unpersönlich), Black und Jenny.
Wie kann man nur SO viel Pech haben? Das geht doch gar nicht.
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