
von Isabell
Ginny´s Beerdigung
Es war Stille. Jedoch kann man nicht sagen, dass sie unangenehm war. Hermine bückte sich nach einer Weile, und stellte das reparierte Glas im Schrank. Dann sagte sie kaum hörbar:“ Es ist repariert würde ich sagen. Wir haben es zusammen repariert. “
„ Findest du? Sehe ich nicht so.“ sagte Harry, jedoch ohne böse oder dergleichen zu klingen. Er sagte es ganz normal in einer solchen Situation. Er sagte es traurig. Hermine bereute ihre Wörter inzwischen ein wenig. „Ich weiß Harry.“ Irgendwie wollte sie nicht mehr sagen in den Augenblick. Sie hatte das Gefühl es wäre nicht gut. Wieder war Stille im Raum. Draußen wehte der Wind heftig und es war sehr bewölkt. „Sicher würde es gleich anfangen zu regnen“ dachte sich Hermine. Und sie irrte sich nicht. Während Harry einen Tee aufsetzte und sich zum Fenster begab fing es sogar an zu gewittern. Hermine seufzte leise. Zu gern würde sie mit Harry reden. Ihm alles um die Ohren werfen. Sie wollte ihm endlich alles sagen, einfach alles. Was sie fühlt. Wie es ihr geht. Und natürlich auch von dem versprechen. Aber sie konnte nicht. Noch nicht . Gerade als sie beschloss aus der Küche zu gehen zuckte ein blauer Blitz am Himmel, und der Donner der darauf folgte schmerzte ein wenig in den Ohren. Sie erschrak. Trotzdem wollte sie lieber aus der Küche gehen. Alleine mit Harry? In einer Küche? Bei einem Gewitter? Nein das könnte sie nicht ertragen und aushalten. Harry stand immer noch am Fenster und es sah aus als ob er das Gewitter betrachtete. Gerade als Hermine sich umdrehen wollte sagte Harry auf einmal: „Du weißt was morgen für ein Tag ist?“ Diesmal sagte er es lauter und deutlicher wenn auch nicht viel. „ Wie könnte ich das den nicht wissen Harry? Aber ich werde bei dir sein, hörst du? Mir ist es egal wie du reagieren wirst und mir ist auch egal was du mir jetzt antworten wirst wenn du mir überhaupt antwortest aber so halte ich das einfach nicht mehr aus. Du sagst mir immer und gibst mir auch immer zu verstehen das Ginny nicht wichtig für mich war und dass ich sie hätte retten können aber... Harry das stim… Ach vergiss es.“ Wieder ein Donner und ein blauer Blitz. Der Wind heulte heftig. Äste stießen an die Fensterbänke.
Hermine wollte nun endgültig gehen, als sie aus dem Blickwinkel sah, dass Harry plötzlich schnell zu ihr kam. Er nahm langsam und vorsichtig ihre Hand und er guckte auf den Boden. Plötzlich trafen grüne und braune Farben zusammen und er sagte mit seiner normalen Stimme: “Okay “. Hermines Herz blieb stehen und als Harry sie genauso schnell wieder los lies, wie er sie genommen hat, ging Hermine schnell in ihr Zimmer. Harry blieb und ging später zu Bett. Alle Weasleys, Harry und Hermine schliefen in dieser Nacht schlecht. Man dachte an Ginny. Und an das was er oder sie mit Ginny schönes erlebt hat. Molly zum Beispiel dachte an den ersten Geburtstag von Ginny und Arthur an ihrer Einschulung. Ginny`s Augen platzten vor stolz damals. Harry dachte wieder an ihrer Hochzeit. An ihre Kinder und an alle die schönen, alltäglichen Dinge die er mit ihr gemacht hat. Gerade die alltäglichen Dinge waren so schön mit ihr. Alle wünschten sich das diese Nacht nie vorbei ging. Als der morgen anbrach war es Hermine die als erstes aufstand. Sie wusste nicht wie sie das heute überleben sollte aber sie wusste das alle fertig waren, und sie wollte für die anderen da sein. Sie dachte sich, dass es nichts nützt wenn sie auch noch depressiv war, das sind die anderen schon genug. Also machte sie das Frühstück, obwohl sie wusste das eh keiner was essen würde. Um zehn Uhr würde die Trauerfeier stattfinden und um elf Uhr dann die Beerdigung. Hermine musste sich ziemlich zusammen reißen um nicht auf der Stelle zu weinen. Gerade als sie die Butter auf den Tisch stellte, kam Arthur rein.“Entschuldige ich wollte dich nicht erschrecken Hermine.” “ Ach hast du nicht, es liegt nicht an dir, ich war schon immer schreckhaft. Wie ... Also ... Ich weiß dass die Frage unnötig ist... Aber ... Arthur ... Wie geht es dir? Du weißt was ich meine. Und Arthur ? Ich mache mir echt sorgen um Molly. Und um Harry. Meinst du sie schaffen es? Ich habe da meine Zweifel. Ich habe Angst, dass mir beide umkippen.” “ Ach Hermine. Beruhige dich erst mal. Bitte. Ich weiß, dass es heute sehr schwer wird. Aber mir ist klar geworden das es nichts nützt wenn auch noch ich zusammen breche, deswegen geht es mir den Umständen entsprechend gut. Ja ich mache mir auch sorgen um Harry und Molly, aber mit all den anderen zusammen schaffen wir das. Wir sind doch eine Familie und die Weasleys haben schon immer zusammen gehalten. Außerdem werden Harry, Molly und die anderen auch wenn sie wollen, einen Beruhigungstrank kriegen und einen der den Herzschlag verlangsamt. Aber wie geht es dir den Hermine?” “ Danke Arthur. Ach mir geht es ganz gut “ sagte Hermine guckte ihm aber nicht in die Augen.” Hermine ich weiß das das nicht… “ Aber bevor er seinen Satz zu Ende bringen konnte kam Molly in die Küche. Sie sah einfach richtig mitgenommen aus. Richtig schlecht. Sie setzte sich und sah mit leerem Blick aus dem Fenster. Die anderen Weasley Kinder Luna und Harry mit den drei Kindern folgten nach Molly. Harry beachtete Hermine an diesen morgen gar nicht. Keiner aß was und deswegen räumten Hermine und Mr. Weasley alles wieder ein.
Es war zwanzig nach neun und allen waren angezogen. Um halb zehn mussten sie los. Deswegen ging Hermine noch schnell nach oben und holte ein Foto wo Ginny alleine drauf war und ein Foto wo alle vier drauf waren, also Ron, Harry, Ginny und Hermine. Noch bevor eine Träne runter rollen konnte, steckte sie es in ihrer Jackentasche, ging nach unten und alle machten sich auf den Weg. Sie haben beschlossen nach Hogwarts zu apparieren. Harry ging mit seinen Kindern, Ron den anderen Weasleys und Luna zusammen und Mr. Weasley stützt seine Frau und nahm ihre Hand. Als Molly mit gesenkten Kopf kurz zu Harry ging um ihn was zu fragen nahm Hermine Arthur bei Seite und fragte: “ Haben sie die Tränke genommen? “ Ja, mach dir keine Sorgen.” Hermine nickte ihn kurz zu um zu signalisieren dass sie verstand. Auf den Weg zu Kapelle ging sie ihre Gedanken nach: Sie hat durch Arthur erfahren das sie den Kindern erst nach der Beerdigung die Wahrheit sagen wollten also bzw. Harry. Ob das die richtige Entscheidung war? Ob sie überhaupt alles richtig gemacht hatten? Sie sah zu den anderen rüber. Alle gingen zusammen. Nur sie ging alleine. Aber warum? Warum nur? Sie ging einfach weiter aber sie merkte es nicht, dass sie ging. Ihren Körper spürte sie schon lange nicht mehr. Sie fühle sich unbeschreiblich leer und einsam. Sie konnte keine klaren Gedanken mehr fassen. Plötzlich hörte sie jemanden neben sich flüstern. Es war Luna:„Hey Hermine, warum so weit von uns weg? Hör zu, ich weiß was Harry für eine Meinung hat aber es ist nun mal alles sehr frisch, lass ihm Zeit. Ron und ich wissen was passiert ist oder sagen wir so, wir wissen dass du alles getan hast. Sie nahm sie in den Arm „Danke Luna.“ Aus dem Blickwinkel konnte sie schon die Kapelle sehen und sie sah wie die Kinder aufgeregt Harry was fragten. Luna nahm ganz fest ihre Hand. Als sie da waren blieben sie stehen. Es war Stille, keiner wollte in dem Moment was sagen. Einige Minuten später kam auch schon Mr. Sword, der die Zeremonie abhalten würde. Er begrüßte alle herzlich und sprach jedem persönlich sein Beileid aus. Nun gingen sie alle in die Kapelle rein und die weißen Lilien die auf Ginny`s Sarg lagen zogen sofort die Aufmerksamkeit auf sich.
Außerdem strahlte das große schöne Bild von Ginny was vor ihrem Sarg aufgestellt worden ist, eine besondere Atmosphäre aus, jedoch keine wirklich unangenehme. Plötzlich sah sie das schon welche in der Kapelle saßen: Da hinten, in der vorletzten Reihe saßen tatsächlich Hagrid, Neville, Cho Chang und ganz viele andere Ex-Mitschüler. Einige Lehrer sind auch gekommen. Aber es sind auch welche gekommen, die Hermine gar nicht kannte und noch nie gesehen hat. Sie nahm an das sie einfach gekommen sind weil sie wussten was Ginny alles gutes gemacht hat und weil sie ihr einfach die letzte Ehre erweisen wollten.
Als alle ihre Plätze eingenommen haben (Hermine saß neben Arthur, daneben saß Molly und darauf folgten die Weasley Kinder mit Luna und Harry und den Kindern vorne) sah sich Hermine noch einmal unauffällig um. Man konnte den Kindern ansehen, dass sie überhaupt nicht verstanden was los war aber Harry redete gerade leise mit ihnen. Hoffentlich würde Harry die richtigen Worte finden. Hermine sah alles unter einen Nebel, sie realisierte nicht das das alles wirklich passiert. Plötzlich begann eine Männerstimme an zu reden. Es war Mr. Sword.
“ Heute nehmen wir Abschied von Ginevra Molly Potter, geborene Weasley. Sie wurde von allen liebevoll Ginny genannt. Geboren wurde sie am 11. August 1981 und sie ist gestorben an 25.7. 2010. Ginny war ein besonderer, liebevoller und einzigartiger Mensch. Als sie in Hogwarts eingeschult worden ist, war sie sehr stolz. Sie hat sich schnell eingelebt und sie hat schnell Freunde gefunden. Sie liebte Quidditch und war sehr intelligent. Dieses Wissen gab sie gerne an ihre Mitschüler weiter. Sie hat jedoch auch sehr viel Schreckliches mitmachen müssen. Sie wurde von Tom Riddel, dem gefährlichsten Zauberer aller Zeiten in die Kammer des Schreckens verschleppt. Außerdem hat sie im Krieg geholfen, ihn zu besiegen, und das obwohl sie das nicht hätte machen müssen und sich somit vielen Risiken ausgesetzt hat. Das alles beweist ihre große Hilfsbereitschaft und ihre große Nächstenliebe. Ginny hätte sich ohne Zweifel für ihre Freunde geopfert. Ihre große und einzig wahre Liebe war Harry James Potter. Sie hat sich sehr früh in ihn verliebt und sie hat ihn schon in Kinderjahren mit Rat und Tat zu Seite gestanden. Sie heirateten am 02.02.2002. Mit Harry Potter bekam sie drei Kinder: 2 Jungen und ein Mädchen. Sie ist tragischer weise bei der Geburt ihres dritten Kindes ums Leben gekommen, da es Komplikationen bei der Geburt gab. Und dieser schmerzliche Verlust wird uns das ganze Leben lang begleiten.“ Er machte eine kurze Pause. Viele weinten leise für sich, ohne dass es jemand anders mitbekam. Viele rissen sich auch zusammen wegen, den Kindern die wohl immer noch nicht wirklich wussten was los war, was wohl an den Trank von Arthur lag der immer noch aktiv war. Dann fuhr er fort:“ Alles in allen kann man sagen das man sich Ginny Potter als Vorbild nehmen kann und sollte, weil sie eine übergroße Liebe für ihre Freunde, ihre Kinder und ihren Ehemann hatte. Und diese Liebe muss man anderen Menschen weitergeben, damit die Botschaft der Liebe auf der ganzen Welt verbreitet werden kann, und damit sie nie verloren geht. Man sollte auch nie vergessen dass Ginny Potter ein lebensfroher Mensch war. Vielleicht wollte sie diese Lebensfreude an uns weiter geben, auch in dieser schwierigen Zeit. Wir sollten Trauern und das so lange bis wir wieder neue Ziele anpeilen können. Aber man sollte auch Hilfe von anderen Menschen annehmen, immer an sich glauben, und über seine Gefühle reden und nicht alleine mit seiner Trauer sein. Sie ist zwar nicht mehr dort wo sie war, und wir können sie nicht mehr sehen. Jedoch ist sie überall wo wir sind und zwar deswegen weil sie in unsern Herz ist. Für immer. Das größte Denkmal das jemand bekommen kann ist nämlich das in unserem Herzen. Mein Beileid spreche ich ihrem Mann, ihren Kindern, der ganzen Familie Weasley, ihren Freunden und Bekannten und alle die sich mit ihr verbunden fühlten, aus. Möge Merlin sie beschützen und dafür sorgen das unser Denkmal in unserem Herzen uns immer an Ginny erinnert und das dieses Denkmal uns die Kraft geben kann neue Ziele anzupeilen.“ Als er seine Rede beendet hat schloss er einen golden Bogen um Ginny`s Sarg. Viele weinten jetzt deutlicher, darunter Molly aber Arthur gab ihr halt. Hermines Augen waren feucht aber sie weinte nicht. Sie wollte es nicht
Nun gingen alle nach draußen um Ginny zu beerdigen. Mr. Sword sprach noch mal ein paar Worte, schöne und liebevolle Worte: „ Merlin ist bei ihr und er wird sie beschützen. Wir sind nie ohne sie.“ Und noch mal umrahmte ein Goldenes Licht Ginny’s Sarg. Jetzt wurde der Sarg heruntergelassen. Mit dem herunterlassen des Sarges zog sich jede Körperzelle in Hermine zusammen. Molly weinte an Arthurs Schulter. Die Brüder und Harry standen zusammen. Luna jedoch ging unauffällig zu Hermine und nahm ihre Hand wofür sie sehr dankbar war. Es wurden noch Worte gesprochen, unzählige Tränen geweint. Das jedoch bekam Hermine nicht mit. Sie hatte nur den Sarg vor Augen, den sie nur verschwommen wahr nahm, weil ihre Augen feucht waren. Plötzlich stand Mr. Sword vor ihr und verabschiedete sich mit einem Händedruck. Aus dem Blickwinkel konnte sie sehen dass Harry sich auch verabschiedete. Er hatte Lily und Albus auf den Arm. James stand daneben. Man sah dass Harry sprach (man konnte jedoch nichts verstehen) und man sah dass er weinte. Danach folgten die Brüder und Luna. Die anderen sind vor gegangen. „Jetzt bin ich dran.“ dachte Hermine und trat zum Sarg:„ Ginny ich ... Warum hast…“ Aber sie konnte nicht sprechen. Sie hatte keine Kraft. Im selben Augenblick ärgerte sie sich wieder und unternahm einen neuen Anlauf „ Ginny ich... Warum hast du uns verlassen? Ich …. Wir … Wir können nicht ohne dich. Die Kinder vermiss… Ginny komm zurück… Komm zurück!“ Hermine schrie und fiel zu Boden. „Hermine komm, du musst ihr weg. Sofort .“ „ Nein, Luna lass mich sofort los, ich habe gesagt lass mich los! Du kannst mich nicht… nein ich bleibe hier“ “ Hermine beruhige dich doch bitte.“ Aber Hermine wehrte sich heftig, sie wollte ihre beste Freundin nicht gehen lassen. „ Hermine komm bitte mit, Hermine beruhige dich doch.“ Und sie spürte dass Arthur sie in den Arm nahm. Langsam stand sie wieder auf, lies die Fotos in Ginny`s Grab fallen, um sich mit Arthur und Luna zum Ausgang zu begeben.
Als sie wieder Zuhause waren ging jeder in sein Zimmer. Auch Hermine. Komischerweise schien die Sonne. Schon den ganzen Tag über schien die Sonne. Morgen würden sich noch mal alle zum Kaffe wieder sehen. Als sie aus dem Fenster sah, sah sie Harry, der mit den Kindern draußen war.
Er hatte James und Lily auf dem Arm, Albus stand daneben. Nach einigen Minuten ließ er die Kinder auf den Arm runter und kniete sich zu ihnen runter. Die Jungs und Harry saßen im Schneidersitz im Gras. Die Sonne strahlte und Harry begann zu sprechen „ Weiß jemand was das blaue da oben ist?“ „ Ja natürlich Dad, das ist Himmel.“ sagte James. „ Ja genau, der Himmel. Wie konnte ich das vergessen?“„ Keine Ahnung“, sagte Albus und alle kicherten. „Und sagt mal, habt ihr Angst vor den Himmel oder wie findet ihr den Himmel?“ „ Er ist schön blau und abends leuchten da solche winzigen Punkte“ sagte Albus. „ Genau so ist es. Ich finde ihn auch schön. Und wisst ihr was? Mama ist jetzt da. Sie sieht euch jetzt immer von da oben.“ „ Was“ sagte Albus unter Tränen „ Von oben? Aber .. aber warum oben? Dad, wo ist Mama ich will sie aber nicht da oben haben, da ist sie doch alleine, ich will sie hier haben, Dad wo ist Mama?“ fragte James der auch unter Tränen stand. „ Sie ist nicht alleine. Da sind ganz viele mit den sie befreundet ist. Und ihr seid auch nicht allein. Sie wird weiter bei euch sein und wisst ihr wo?“ Alle schüttelten den Kopf. Daraufhin nahm Harry die Hände seiner beiden Jungs und Harry führte jede Hand seiner Kinder an das Herz eines Kindes. „ In euren Herzen“ sagte Harry „ In unseren Herzen“„ Aber wie kann sie da bei uns sein?“ fragte Albus „ Weil wir sie nie vergessen werden.“ antwortete Harry.
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