
von Isabell
Ein Tagebucheintrag von Hermine Granger
Liebes Tagebuch,
Harry hat heute mit mir gesprochen. Er hat nach Albus gesucht. Der kleine war in meinem Bett. Arthur wollte mit mir sprechen und da kam Albus in mein Bett und ist friedlich in meinen Arm eingeschlafen. Ich liebe die Kinder so sehr. Das besondere an all dem war: Ich habe keinen Hass mehr in seinen Augen gesehen. Er hat mich ganz normal angesehen. Aber ich habe ein Problem: Kann mir jemand sagen warum mein Herzschlag schneller schlug, als ich Harry gesehen habe? Kann mir jemand sagen warum ich ihn am liebsten umarmt hätte und ihn nie wieder los gelassen hätte? Ich verstehe mich nicht. Ich meine all die Jahre war ich glücklich so wie es ist. Ich hatte ein wunderbares, erfülltes Leben. Natürlich war mein Leben mit sehr vielen Gefahren verbunden aber es war ja für Harry. Es war nicht für den Auserwählten oder für den Jungen, der Überlebt hat, sondern einfach für den normalen, liebenswerten Jungen namens Harry Potter. Und das habe ich gerne gemacht. Ich helfe sehr gerne. Manchmal kann das natürlich auch von Nachteil sein, aber im meinen Falle habe ich es nie, niemals bereut. Warum auch? Ich würde für meine Freunde sterben. Immer. Zu jeder Zeit. Das ist für mich selbstverständlich. So wurde ich erzogen. Und dafür bin ich meinen Eltern dankbar. Ich hoffe ich finde bald eine Antwort darauf, warum ich so fühle. Das war doch früher nicht so? Oder doch?
Ginny und Harry waren immer DAS Paar überhaupt für mich. Und es ist auch so. Oder nicht ?
Wann finde ich endlich die Antworten? Wann weiß ich endlich wohin mein Weg mich führt? Wie lange muss ich noch warten? Wie gesagt mein Leben war eigentlich wunderbar, schon allein deswegen weil ich Harry kennen gelernt habe. Aber das muss ein Geheimnis bleiben. Es wird immer ein Traum bleiben, ganz sicher.
Im Moment steht mein Leben auf den Kopf. Meine Gefühle sind völlig durcheinander und das gerade jetzt wo Ginny tot ist. Ich will nicht durcheinander sein. Aber ich bin es. Warum? Das Gefühl verletzlich zu sein, gefällt mir ganz und gar nicht. Ich habe doch sonst immer eine Lösung gehabt. Naja wenn ich überlege: Eigentlich hatte ich immer eine Lösung für andere. Nie für mich. Ich glaube das hat mir nicht so gut getan. Vielleicht bin ich deswegen so geworden. Trotzdem habe ich es immer gerne getan. Alleine fühle ich mich auch. Ich weiß natürlich dass die Weasleys zu mir stehen aber ich habe nichts mehr wofür es sich lohnt zu leben. Zumindest fühle ich so. Natürlich Ginny ist tot, und das zerbrach mein Herz ich vermisse sie schrecklich und für die Kinder ist es noch schlimmer, aber ich glaube noch schlimmer war für mich das Harry nicht mit mir geredet hat. Dabei konnten wir immer über alles reden. Warum nicht mehr. ? Ich weiß es noch nicht. Ich hoffe das wird sich bald ändern. Was sind das nur für Gefühle die ich habe?
Mir gehen so viel Stimmen durch den Kopf. Und ich muss mich entscheiden: Werde ich den einfachen Weg nehmen oder werde ich den etwas schwierigeren Weg nehmen? Dieser Weg wird hart und steinig, aber er wird mich zum Ziel führen. Ich habe Angst aber ich werde es schaffen. Es bleibt mir nichts anderes übrig. Der Traum von letzter Nacht belastet mich auch noch sehr, weil ich einfach nicht weiß was er zu bedeuten hat. Habe ich Angst Harry zu verlieren? Die Antwort weiß ich schon: Ja. Eigentlich habe ich immer Angst um ihn gehabt. Und zwar weil er immer Gefahren ausgesetzt war, und ich bin schließlich auch nicht perfekt sondern nur Hermine. Ich war und bin so traurig dass er nie eine normale Kindheit haben durfte. Das macht mich manchmal heute noch ganz wütend. Und was hat das mit Ginny zu bedeuten? Warum habe ich sie “gesehen”? Vielleicht weil das die erste Nacht nach der Beerdigung war? Und weil ich sie unbeschreiblich vermisse? Sicherlich hat das damit was zu tun. Aber warum will sie dass ich Harry aufwecke? Wofür soll ich ihn aufwecken? Das sind Rätsel die ich schnell lösen möchte. Unbedingt. Zu jedem Preis. Ich möchte Harry helfen. Ich weiß dass er das alleine nicht schaffen kann. Das würde keiner schaffen. Aber er ist im Moment zu stolz und zu Stur um sich helfen zu lassen. Aber ich werde es machen egal was er mit mir daraufhin machen wird. Das bin ich ihn schuldig. Und mir auch. Für Molly ist das auch alles viel zu viel. Sie denkt dass sie schon den Alltag bewältigen kann, aber das kann sie nicht. Aber auch sie will es nicht einsehen. Ich muss ihr das irgendwie klar machen bevor noch was passiert. Im Moment kommt keiner an Molly ran. Am meisten bewundere ich Arthur. Er ist für alle da.
Den Rest des Tages ist nichts Außergewöhnliches passiert. Heute Nachmittag haben wir uns noch mal alle getroffen. Das heißt: Unsere ganzen Freunde, Bekannte und alle die sich mit Ginny verbunden fühlten. Die Atmosphäre war nicht mehr so bedrückend wie die Tage davor, aber es war immer noch sehe sehr traurig. Aber das meiste habe ich gar nicht mit bekommen weil ich wie in Trance war. Später, als alle gegangen sind kamen die zwei Kinder zu mir wollten mit mir spielen. Als ob sie wüssten das ich eine Ablenkung brauche, weil ich zu viel grübele. Harry hat es sogar gesehen aber nichts weiter dazu gesagt. Ich weiß, das Harry weiß, dass die Kinder noch ein paar Gespräche brauchen , aber ich glaube er weiß nicht das die Kinder stark sind und zwar weil Ginny auch sehr stark war .
Luna bin ich sehr, sehr dankbar. Sie war immer an meiner Seite. Bei der Beerdigung und auch heute. Ich hatte mit ihr sehr intensive Gespräche und die haben mir sehr viel Kraft und Mut zum Neuanfang gegeben. Genauso wie Ron. Er hat sich sogar entschuldigt dass er so egoistisch war, und mit mir nicht geredet hat. Aber ihn hat das verständlicherweise auch sehr mit genommen. Sie war seine kleine Schwester. Er hat mir ihr so viel erlebt und mitgemacht. Er hat schon einmal gedacht sie zu verlieren und zwar als sie entführt wurde in der Kammer des Schreckens. Natürlich verstehe ich Ron und all die anderen auch, ja ich verstehe sogar in einer gewissen weise Harry. Ich habe mich ja sogar eine Zeit lang selber gehasst. Wie kann ich dann auf andere sauer sein?
Ich glaube Ron und Luna sind wie für einander gemacht, vielleicht nicht von Anfang an aber dann wurden sie sich immer ähnlicher. Das freut mich für Ron. Und für Luna natürlich auch. Luna ist ein besonderer Mensch und ganz und gar einzigartig. Damit kamen viele nicht klar aber sie ist ein herzensguter Mensch. Ich liebe sie.
Naja ich hoffe das ich bald antworten bekomme, warum ich so fühle. Ich hoffe, dass ich bald weiß, wie ich Harry und Molly helfen kann. Möge Merlin mir die nötige Kraft dazu geben.
Hermine
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