
von QueenOfPain
In den nächsten Tagen hielt ich mich oft nach meinen Stunden in der Eingangshalle auf, anstatt in meinem Büro in den Kerkern. Ich hasste es, nicht in Hermines Nähe zu sein und verzweifelte beinahe an der bestehenden Distanz zu ihr.
Ich stand, mit dem Rücken an die Wand gelehnt und sah, wie sie lachend mit ihren ständigen Begleitern Potter und Weasley in die Große Halle zum Abendessen ging. Ich wusste, dass die Griffindors an diesem Abend das Quidditchfeld belegten und hoffte darauf, dass Hermine alleine die Große Halle verließ und ich mit ihr reden konnte. Worüber wusste ich noch nicht.
Kurze Zeit später kamen Potter und Weasley ohne Hermine aus der Großen Halle und gingen, ohne mich zu beachten, durch das Eichenportal hinaus. Mein Herz fing an zu rasen, weil mir nichts einfiel, worüber ich mit Hermine reden konnte. Als ich sie aus der Halle kommen sah, fasste ich mir ein Herz und ging aufrecht und selbstbewusst auf sie zu. >>Mrs Granger?<<, sagte ich laut.
Sie schaute sich um und als sie mich, mit verschränkten Armen, einige Meter von sich entfernt stehen sah, setzte sie einen unsicheren Gesichtsausdruck auf, kam aber, wenn auch sehr langsam, auf mich zu.
>>Ja, Professor?<<, fragte sie.
>>Guten Abend, Mrs Granger. Ich komme, um Ihnen mitzuteilen, dass Ihre Noten in Verteidigung gegen die dunklen Künste nicht meinen Anforderungen entsprechen<<, antwortete ich und war überrascht, eine solch schlagfertige Antwort gefunden zu haben, die jedoch erstunken und erlogen war.
>>Was – Wieso?<<, fragte sie hysterisch.
>>Ihre Aufsätze entsprechen nicht immer meinen Anforderungen. Sie sind ein wenig – dünn. Und Sie scheinen mir nicht immer konzentriert zu sein.<< Diese Antwort war ebenfalls gelogen und ich hoffte, sie würde mich nicht durchschauen. Denn im Gegenteil: Hermine war ein Genie, was meinen Unterricht anbetraf. Aber ich wusste nun, wie ich Zeit mit ihr alleine verbringen konnte.
>>Was kann ich dagegen machen?<<, fragte sie mit piepsiger Stimme.
Sie hatte angebissen!
>>Ich kann Ihnen, natürlich nur wenn Sie möchten, Nachhilfestunden nach dem Unterricht geben.<< Da ich wusste, dass Hermine sich sehr um ihre Noten sorgte, konnte ich mir denken, dass sie alles dafür tat, um auch in Verteidigung gegen die dunklen Künste Bestleistungen zu erbringen.
Sie schaute mich unsicher an. >>Wenn es denn wirklich nötig ist, werde ich das Angebot natürlich annehmen, Professor<<, sagte sie schließlich.
>>Oh ja<< Ich nickte mit dem Kopf >>Es ist nötig, Mrs Granger. Morgen Abend um 8 Uhr im Klassenzimmer für Verteidigung gegen die dunklen Künste.<<
>>Okay. Kann ich jetzt gehen?<<
>>Ja, Sie dürfen gehen<<, antwortete ich und als sie sich von mir entfernte stieß ich einen leisen Triumphlaut aus.
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