
von QueenOfPain
>>Severus!<<, rief Lilly voller Angst und ging in Flammen auf und verwandelte sich in Hermine, die wild um sich schlug,von einem grünen Lichtblitz getroffen wurde und reglos zu Boden fiel. Voldemort erschien neben mir und lachte schallend. Er zog meinen linken Arm zu sich heran, zog meinen Ärmel bis zum Ellbogen hoch und hielt die Spitze seines Zauberstabes auf das dunkle Mal.
>>Das ist nun schon der zweite Mensch, den du mir auslieferst – Severus mein treuester Anhänger!<<, lachte Voldemort und in kürze erschienen etwa zwanzig Todesser aus dem Nichts. Sie schlossen einen Kreis um mich und riefen immerzu meinen Namen. Ich versuchte zu fliehen, doch ich stolperte und fiel zu Boden.
Ich wachte schweißgebadet auf. Mein eigener Schrei weckte mich auf, doch ich schrie ein weiteres mal, um den schrecklichen Traum aus meinen Gedanken zu scheuchen. Doch der Anblick von Hermine, die leblos am Boden lag wollte einfach nicht aus meinen Gedanken verschwinden. Sie durfte niemals von dem dunklen Mal erfahren, niemals. Ich strich mir leicht über den linken Unterarm und setzte mich aufrecht hin.
>>Severus?<<
Ich schnellte herum und lauschte.
>>Severus?<< Ich erkannte die ruhige, raue Stimme. Es war Albus Dumbledore.
>>Einen Moment!<<, rief ich zurück und versuchte das Zittern in meiner Stimme zu verbergen. Ich warf mir einen Umhang über, ging zur Tür und öffnete sie. Vor mir stand Albus Dumbledore und lächelte mich kurz an.
>>Guten Morgen, Severus. Darf ich reinkommen?<<, fragte er freundlich.
>>Morgen<<, sagte ich kurz, weil meine Stimme immer noch zittrig war. >>Kommen Sie rein.<<
Dumbledore trat ein. >>Ich habe Sie schreien gehört, Severus. Ist alles in Ordnung mit Ihnen?<<, fragte er besorgt und fixierte mich mit seinen durchdringenden blauen Augen.
>>Alles in bester Ordnung, Albus<<, antwortete ich.
>>Wollen Sie, dass ich Sie nach oben begleite?<<
>>Oh... nein, danke. Ich wollte mir noch ein wenig die Beine vertreten.<<
>>Ist wirklich alles in Ordnung, Severus?<<
>>Sicher, wie gesagt. Alles in bester Ordnung<<, antwortete ich und klopfte Dumbledore leicht auf die Schulter.
Ich schnaufte erleichtert, als Dumbledore mein Büro verließ. Konnte man nicht mal einmal unbemerkt seinen Gefühlen freien Lauf lassen?
Nach wenigen Minuten verließ ich mein Büro und ging gedankenverloren durch die Gänge. Erst jetzt fiel mir auf, wie dunkel und bedrängend diese Kerkergänge waren. Ich fühlte mich eingeängt und hätte am liebsten laut geschrien, aber die Angst, dass dies wieder Jemand bemerken konnte, hielt mich davon ab.
Plötzlich spürte ich einen stechenden Schmerz in meiner Brust. Ich hielt sie mir und lehnte mich gegen die Kerkerwand. Bildete ich mir diesen Schmerz nur ein? Nein. Die Kerkerwände schienen zu leben, engten mich ein, verschlangen mich mit der Kraft ihrer Kälte. Ich bekam keine Luft mehr und alles um mich herum wurde schwarz...
>>Professor?<<
>>Ist er tot?<<
>>Wenn man tot ist, dann atmet man nicht mehr, du Idiot!<<
>>Klingt logisch...<<
Mein Kopf brummte und ich spürte, dass ich auf kaltem Boden lag. Ich wusste nicht wo ich war, wollte aber auch nicht meine Augen öffnen. Kalter Schweiß rann mir von der Stirn hinunter.
>>Hey, Harry?<<
Beim Klang dieses Namens zögerte ich nicht lange und schlug meine Augen doch auf. Etwas zu schnell, weil sich wieder alles in meinem Kopf drehte. Das schwache Licht stach in meinen Augen. Ich blinzelte und sah viele Beine um mich herum stehen, deren Besitzer womöglich alle auf mich hinunterblickten, aber ich war zu schwach um nachzusehen.
>>Was ist denn?<<, antwortete Jemand neben mir.
>>Geh Madam Pomfrey holen, sofort!<<
>>Hermine! Der Unterricht fängt gleich an!<<, protestierte der Jemand neben mir.
Ich versuchte aufzustehen, doch meine Beine zitterten und ich suchte Halt an der Wand und sah wo ich war. Vor dem Klassenzimmer für Zaubertränke. Ich zog mich an der Wand hoch und schaute in die erstarrten Gesichter.
>>Was macht ihr alle hier?<<, fragte ich steif um mir nichts anmerken zu lassen. Alle schauten schnell in eine andere Richtung, außer Hermine, Potter und Weasley.
Potter war es der antwortete. >>Tut uns Leid, aber wir haben jetzt Zaubertränke, Professor.<<
Ich hörte kaum noch zu und verließ die Kerker, wenn auch etwas zittrig auf den Beinen.
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