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Fanfiction

Lessons & Obsessions - Stabilität

von Nitsrek

„Du hast davon gewusst“, sagte Lucius anschuldigend, als Narcissa ihr gemeinsames Schlafzimmer betrat. Obwohl es seine erste Nacht war, die er wieder in einem wirklichen Bett schlafen würde, war er sogar zu wütend, um sich hinzulegen.

Narcissas Gesichtsausdruck war sorgfältig ausdruckslos. Sie hätte nie gedacht, dass die Rückkehr ihres Ehemannes auf solche Art verdorben werden konnte. Sie hatte ihn aufrichtig vermisst, und nun wurde jede Chance auf eine herzliche Wiedervereinigung von den hormon-gesteuerten Launen ihres Sohnes überschattet.

„Er hat es mir erzählt, als er schrieb, um zu fragen, ob sie ihn besuchen könne.“

Lucius beobachtete seine Frau ungläubig, während sie in ihren Morgenmantel schlüpfte. „Und du hast es erlaubt?“

Narcissa zuckte die Schultern. „Ich muss zugeben, dass ich neugierig war.“

„Hast du auch nur eine Sekunde daran gedacht, was ich davon halten würde?“ Lucius schritt vor dem Bett auf und ab.

„Natürlich“, sagte Narcissa ernsthaft, als sie zu ihrem Ehemann lief und sein wirres Laufen mit einer Hand auf seiner Brust stoppte. „Aber du warst nicht hier und ich dachte, es wäre das Beste, lieber seine Laune auf die Natur dieser Beziehung hin zu überprüfen, anstatt es ihm zu verwehren und zu riskieren, dass er etwas Rebellisches tut.“

Obwohl Lucius die Durchtriebenheit seiner Frau schätzte, konnte er immer noch nicht akzeptieren, was geschehen war. „Du siehst den Umgang mit einem Schlammblut nicht als rebellisches Verhalten?“

„Du musst zugeben, dass sie sehr hübsch ist“, sagte Narcissa vernünftig, als sie sich auf Lucius zu bewegte und ihren Kopf an seine Schulter legte. Sein Duft erinnerte sie an ein Gefühl der Sicherheit, dass sie schon lange nicht mehr gefühlt hatte, auch wenn er sich noch mit dem Gestank in Azkaban vermischte.

„Viele von ihnen sind attraktiv“, höhnte Lucius, legte aber liebevoll eine Hand auf Narcissas Hinterkopf. Es fühlte sich wie Jahrzehnte an, seit er zum letzten Mal ihre weichen Haarsträhnen unter seinen Fingern gespürt hatte. Alle Gedanken an sie waren von den Dementoren genommen worden. Es war ihm nicht möglich, auszudrücken, wie es sich anfühlte, wieder Daheim zu sein. Und Draco hatte es ruiniert.

„Und intelligent“, fuhr Narcissa im Plauderton fort. „Ich verstehe, warum er sie mag.“

„Er kann sie so mögen wie ein Junge auch einen Welpen mag“, schnarrte Lucius, als er davon stürmte, um seinen Schlafanzug anzuziehen. „Er kann auf sie scharf sein, so wie es von Jungs in seinem Alter erwartet wird. Aber mehr kann es nicht sein.“

Narcissas nächste Frage kam zögernd. „Und was sollen wir tun, wenn es so ist?“

Lucius starrte seine Frau an. „Wir haben bestimmt niemanden erzogen, der so dumm wäre.“

„Verliebte Menschen sind oft dumm“, sagte Narcissa, während sie ins Bett schlüpfte, in dem sie zu viele Nächte alleine geschlafen hatte.

„Das kann nicht dein Ernst sein“, sagte Lucius und versuchte, die Aussage zu verdauen. Er schüttelte den Kopf und ging zu seiner Frau ins Bett. „Schlag sowas nicht einmal vor.“

Narcissas Stimme war ruhig, nachdenklich. „Ich habe ihn noch nie so betroffen gesehen.“

„Wir können es nicht unterstützen“, Lucius griff frustriert nach der teuren Decke. „Wenn er sie nur übergeben würde. Der Dunkle Lord würde uns verzeihen, wenn wir ihm solch eine Trophäe gäben. Ich habe Draco gesagt, er könne sie haben, wenn sie keinen weiteren Nutzen bot.“

„Was war seine Antwort?“

Lucius seufzte. „Er wird nicht zugeben, dass er Gefühle für das Mädchen hat, aber er will sie nicht aufgeben. Er würde seine Schlammblut-Hure vor seiner eigenen Familie wählen.“

Narcissa zögerte. „Ich gebe dir nicht die Schuld, Lucius, aber Draco musste als deine Strafe Leid ertragen. Es muss sehr schwer für ihn gewesen sein. Das Mal annehmen, obwohl er nicht einmal volljährig war. Eine so unschaffbare Aufgabe… Ich kann es mir nicht vorstellen.“

Sie starrte entschieden an den Baldachin ihres Bettes. Sie hatte schon zu viele Tränen deswegen vergossen.

„Wir haben alle gelitten, Narcissa“, sagte Lucius sanft. Seine Hand drehte ihr Gesicht zu ihm. Sie war im Halblicht ihres Schlafzimmers so schön. Er wollte den Schmerz anhalten, den er in ihren Augen sah. Aber nur sein Sohn hatte die Kraft dazu. „Er kann es beenden, wenn er nur zuhören würde. Was ist schon ein Schlammblut im Vergleich zur Gunst des Dunklen Lords?“

Narcissa drückte ihre Wange in die raue Handfläche ihres Mannes. „Wenn er sie liebt…“

„Dann ist er ein umso größerer Narr.“

Narcissa fühlte sich äußerst schmerzhaft hin- und her gerissen. Es wäre so wundervoll, wenn alles in Ordnung wäre. Wenn sie drei eine Familie sein könnten und wieder respektiert würden. Aber sie wusste, dass sie die Handlungen ihres Sohnes nicht kontrollieren konnte. Und sie liebte ihn zu sehr, um es zu versuchen. „Er ist unser Sohn, Lucius. Und er ist inzwischen volljährig. Er muss seine Entscheidungen alleine treffen.“

„Allerdings“, sagte Lucius resignierend. „Und das hat er. Also muss ich tun, was das Beste für die Familie ist. Draco darf nicht nach Hause zurückkehren, bis er vernünftig wird.“

Narcissa blickte ihren Ehemann schockiert an. Als er sprach, war ihre Stimme kalt. „Der Dunkle Lord und Azkaban haben diese Familie bereits geteilt. Wirst du uns für immer trennen?“

Lucius erwiderte ihren Blick mit der Bitte um Verständnis. „Du bist nicht die Einzige, die ihn liebt, Narcissa.“

Narcissa war einen Moment still. Sie strich eine strähnige Locke blonden Haares, stumpf durch die Vernachlässigung, aus seinem Gesicht. „Dann dräng ihn nicht fort.“

Lucius zog seine Frau an sich, schlang ihre Arme um ihren schlanken Körper. Sie war so warm, so weich, und er wollte ihr alles sagen, was sie hören wollte. Er wollte die Zeit wieder gutmachen, die er sie alleine gelassen hatte. Aber er konnte nicht tun, was er wollte.

„Ich werde tun, was für uns alle das Beste ist und hoffen, dass er sich ebenso entscheiden wird.“

*****
Er konnte nicht gewinnen, dachte Draco bitter, als er die Portraits in der Bibliothek von den Zaubersprüchen befreite. Glücklicherweise hatte sie noch niemand bemerkt. Sein Vater brauchte derzeit keinen weiteren Grund, um auf ihn wütend zu sein.

Egal, was er entschied, er saß tief in der Scheiße.

Er konnte es seinen Eltern nicht antun. Er konnte ihnen nicht verweigern, was vielleicht ihre einzige Chance darauf war, den Respekt und den Status zurückzuerlangen, den sie verdienten. Er konnte nicht einfach vor ihnen weglaufen, weil sie ihre Prinzipien, mit denen sie groß geworden waren, nicht aufgeben wollten. Er hasste seinen Vater, der nicht den Mut hatte, den Dienst unter dem Dunklen Lord aufzugeben. Aber was konnte Lucius denn sonst tun? Draco war sich sicher, dass selbst alle Mitglieder des Phoenixordens sie nicht vor der Rache des Dunklen Lords schützen konnten, wenn seine Familie überlief.

Seine Eltern hatten nichts getan, um seinen Verrat zu verdienen. Alles, was sie je getan hatten, war ihn zu ernähren, einzukleiden, zu lieben und ihm ihre Werte zu vermitteln. Seine Mutter war immer besser darin gewesen, ihm ihre Liebe zu zeigen, aber Draco war jetzt alt genug um zu verstehen, dass die Distanz seines Vaters mehr von seiner Erziehung kam als vom Mangel an Zuneigung. Konnte er sie wirklich für ein Muggelmädchen aufgeben? Was für eine Rolle spielte das Leben von Hermine Granger im ganzen Rahmen betrachtet?

Es wäre so leicht, sie zu finden, sie zu überreden, zurück zu kommen, sie seinem Vater auszuhändigen. Dann wäre seiner Familie vergeben. Der Dunkle Lord würde sie wieder bevorzugen, und alles wäre in Ordnung.

Außer, dass sie zerstört wäre. Verstand, Seele und Körper. Und selbst, wenn er in Okklumentik besser wäre als Snape, wäre er nicht in der Lage, vor dem Dunklen Lord zu stehen und zu schwören, dass sie ihm nichts bedeutete, während die anderen Todesser mit ihr etwas taten, was man nur als Vergewaltigung bezeichnen konnte, obwohl es weit tiefer unter die Haut ging.

Und selbst dann wäre nicht Schluss. Der Dunkle Lord würde seine Familie das nächste Mal bestrafen, wenn Er dachte, dass sie Ihn irgendwie hintergangen hatte. Und Granger, die zugegebenermaßen weitaus mehr geworden war als nur ein guter Fick, wäre für immer fort. Und wenn die Information, die sie ihr entzogen hätten, Potter zu Fall bringen würde, wäre auch alles andere zerstört, was ihr wichtig war. Und was hätte er dann noch?

Seine Familie.

Nun, das war immerhin etwas. Aber nicht genug. Es gab für seine Eltern andere Methoden, zu fliehen. Wege, die nicht zum Inhalt hatten, die einzige Person zu zerstören, die ihm Halt gab.

Letztendlich gab es nur eine Wahl. Es hatte immer nur eine Wahl gegeben. So war es also. Offenbar – welch Wunder – war er in der nahen Zukunft auf sich gestellt.

Er hatte den Dunklen Lord verraten, seine eigenen Überzeugungen und wahrscheinlich seine Zukunft, damit er Granger behalten konnte. Nun würde er seine Mutter und seinen Vater verraten. Vielleicht sollte er eine Strichliste führen.

*****

G,

mir geht es gut. Ich glaube, unsere kurze Freundschaft mit dem Phoenixorden ist vorbei. Verlass deinen Aufenthaltsort nicht, bis du zum Zug gehst. Tu nichts Dummes. Du solltest sicher sein.

X

*****
X,

deine Eule mag mich nicht. Vielleicht ist es mein Blut. Ich bin mir sicher, dass sie es jetzt noch besser riechen kann, nachdem sie mir fast den Finger abgebissen hat. Ich bin mir sicher, dass es mir hier gut gehen wird. Ich sehe dich im Zug.

H

*****
Hermine betrat den Hogwarts Express vor Ron, der immer in der letzten Sekunde anzukommen schien. Sie zerrte ihren Koffer den Gang zum Vertrauensschüler-Abteil runter, fand es aber leer vor. Manchmal war Pünktlichkeit lästig.

Als sie das leere Abteil betrat, um ihre Sachen abzulegen, griff eine Hand quer über den Gang und zog sie samt Koffer in das gegenüberliegende Abteil und verschloss die Tür hinter ihnen.

„Hör auf damit!“, zischte Hermine verärgert, während sie sich von ihrer Überraschung erholte. Es war ein Wunder, dass ihr Arm nicht vom Koffer abgerissen worden war, der gegen die Rückwand des Abteils geworfen worden war. Malfoy fehlten viele Qualitäten und bemerkenswerter Weise gehörte Finesse dazu.

„Ich wollte nicht, dass es jemand sieht“, antwortete Draco und unterstrich seinen Standpunkt, indem er einen Versteck-Zauber auf das kleine Fenster der Abteiltür legte. Ohne weiteren Aufhebens zog er Hermine auf den Boden des Abteils, kniete sich über sie und küsste sie heftig. Er war nicht auf die Welle aus Erleichterung vorbereitet gewesen, die ihn durchlief, als er sie lebendig und unbeschadet gesehen hatte. Er hatte nicht bemerkt, wie sehr er sich tatsächlich darum gesorgt hatte, dass ihr etwas zustoßen könnte.

„Draco, nein!“ Hermine löste den Kuss, fühlte sich benebelt. Sie wand sich unter ihm, versuchte, seine Annäherungsversuche ebenso wie die Reaktionen ihres Körpers auf ihn abzuschütteln. Waren es wirklich nur drei Tage gewesen? „Ich muss ins Abteil der Vertrauensschüler!“

„Nein, nicht bevor ich mir sicher bin, dass dich keiner berührt hat.“ Er wusste, dass es ihr gut ging; dass weder sein Vater noch die anderen Todesser irgendeine Ahnung gehabt hatten, wo sie die letzten drei Tage gesteckt hatte und dass sie nun wieder sicher im Zug auf dem Weg nach Hogwarts war. Trotzdem brauchte er Gewissheit. Immerhin gab es eine sehr kleine Chance, dass sie hätte entführt werden und unter dem Imperius-Fluch sein könnte oder von einem Betrüger, der Vielsaft-Trank nutzte ersetzt worden war.

Hermine versuchte ungeduldig, ihn abzuwerfen, damit sie aufstehen konnte. „Du machst dich lächerlich. Du siehst, dass es mir gut geht. Ich bin sicher zum Tropfenden Kessel gekommen, habe einen falschen Namen benutzt und der Orden kam vorbei, um nachzuprüfen! Lässt du mich jetzt aufstehen?“

Draco starrte sie trotzig an und hielt sie weiter am Abteilboden fest. „Nein. Ich habe dir gesagt, dass ich sicher gehen werde, dass niemand… dass es dir gut geht.“

„Und was ist dein Vorschlag, wie du das tun willst?“ Hermine rollte mit den Augen.

„Lass mich Legilimentik benutzen.“ Es war keine Bitte, aber er wollte ihre Erlaubnis.

„Was? Nein!“, war Hermines heftige Reaktion.

Draco sah sie streng an, seine Stimme war leise, als er sprach. „Kannst du mir nicht vertrauen?“

Sie hielt seinen Blick in hochmütigem Trotz und sagte nichts. Konnte sie?

„Bitte“, sagte Draco durch zusammengebissene Zähne.

Da lag etwas in seinen Augen. Etwas Fremdes, eine unlogische Angst. Sonst war da fast nie Angst. Sie wollte, dass es verschwand. Sie wollte ihm versichern, dass alles in Ordnung war. Konnte es wirklich Angst um sie sein?

„Na gut“, zögerte sie. „Aber nur einen Moment. Du weißt, dass du dich albern benimmst.“

Draco erwiderte das kleine spöttische Lächeln nicht, das sie ihm schenkte.

„Aber du musst mich aufstehen lassen!“, beharrte Hermine, krümmte sich unter seinem Gewicht.

„Was?“ Draco sah einen Augenblick verwirrt aus, da er völlig vergessen hatte, dass er Granger am Boden hielt. „Richtig.“

Er entließ sie und stand auf, setzte sich auf eine der Abteilbänke beim Fenster. Er deutete Hermine, sich neben ihn zu setzen. Nach einem Augenblick nochmaliger Überlegungen setzte sie sich zu ihm, wartete geduldig darauf, dass er anfing, versuchte, sich vorzubereiten und ihn nicht zu bekämpfen.

Draco zog seinen Zauberstab aus seiner Tasche ihn auf so unbedrohliche Art er konnte. Er drehte sich zu Hermine und sah sie an.

„Legilimens.“

Hermine keuchte und bekämpfte den Drang, nach ihrem Zauberstab zu greifen, als sie fühlte, wie Malfoy ihren Verstand überfiel und nach bestimmten Bildern jagte, während sie ohne Reihenfolge durch ihr Bewusstsein huschten. Ihre Hände packten den Rand ihres Sitzes, als sie versuchte, sich an das Gefühl zu gewöhnen, wie sein Verstand mit ihrem kämpfte und versuchte, Geheimnisse aus ihren Erinnerungen zu finden. Sie hatte nichts zu verbergen, trotzdem fühlte es sich nach wie vor so an, als wäre er ein Eindringling.

Draco suchte und durchsiebte Grangers Erinnerungen, versuchte, ein belastendes Bild zu finden und hoffte zugleich, dass er keins finden würde. Es gab keine Erinnerungen an Entführung oder Folter, und keinen Hinweis auf die Änderung ihres Gedächtnisses, soweit er dies von seiner begrenzten Erfahrung aus feststellen konnte. Und es waren ihre Erinnerungen, also war es niemand anders, der Vielsaft-Trank benutzte. Draco sah durcheinander geratene Erinnerungen an Hermine als kleines Mädchen in der Muggelwelt, wie sie Dinge tat, die er nicht begriff. Es gab Bilder von Weasley und Potter, natürlich, aus glücklicheren Tagen. Aber das meiste, was er sah, waren Erinnerungen an ihre gemeinsame Zeit. Er sah die dutzend Male, die sie sich heimlich getroffen hatten. Er sah sich selbst mit ihren Augen…

… und hielt es fast nicht aus.

Er zog sich zurück, beendete den Zauber.

Hermine atmete tief durch, als sie versuchte, sich zu erholen, und witzelte leise, „Siehst du? Ich habe doch gesagt, dass mir nichts passiert ist.“

„Ich hätte dir gerne geglaubt.“, sagte Draco fast entschuldigend. Aber sie wussten beide, dass Vertrauen für Zauberer und Hexen so nicht funktionierte.

Draco hatte sie aufgefordert, ihm zu vertrauen. Sie hatte gemerkt, dass sie es konnte, zumindest genug, um ihn an ihren Verstand zu lassen. Und sie hatte ihm genug vertraut, eine Woche ohne unmittelbaren Schutz bei ihm zu übernachten. Genug, um mit und neben ihm zu schlafen, sich ihm selbst völlig schutzlos ausgeliefert. Sie vertraute also darauf, dass er sie nicht verletzte, zumindest körperlich. Und sie vertraute darauf, dass er ihre Geheimnisse für sich behielt. Aber vertraute sie ihm vollständig?

Und vertraute er ihr? Würde er sie ebenso willig in seinen Verstand lassen, wenn es einen guten Grund gab? Es gab dort drin so vieles, was sie wissen wollte. Oder vielleicht auch nicht. Vielleicht wäre es leichter, weiter so zu tun, als gäbe es die Möglichkeit, dass er etwas für sie fühlte, was er in Wirklichkeit nicht fühlte. Dass das hier vielleicht mehr war als der unvermeidbare Zusammenprall zweier Leute, die sich nicht fernbleiben konnten. Dass es nicht fürchterlich und wahrscheinlich bald enden würde.

Die beiden wurden still, als der Zug den Bahnhof verließ. Hermine sollte in das Vertrauensschüler-Abteil gehen. Sie sollte ihren Schulumhang anziehen. Sie konnte mit Draco nicht länger so vertraut sein, wie sie es sich angewöhnt hatte, als sie bei ihm schlief.

Zum ersten Mal war die Rückkehr nach Hogwarts für sie eher eine Quelle von Ärger als Trost. Tatsächlich schien Draco derzeit die einzige Trostquelle auf der Welt zu sein. Die Idee, dass sie wieder einmal vorgeben müsste, dass er ihr nichts bedeutete, war sehr ärgerlich. Sie hätte nicht länger die Erlaubnis, nach einem Albtraum in sein Bett zu kommen, oder einen Nachmittag mit ihm lesend zu verbringen. Hermine überlegte, dass sie gerne die ablehnenden Blicke von zehn Narcissa Malfoys ertragen würde, damit sie diese Dinge nicht aufgeben müsste.

Aber es gab keinen Verhandlungsraum. Sie hatte sich selbst in dieses Chaos gebracht und mehrmals beschlossen, darin zu bleiben. Nun würde sie einfach mit den Auswirkungen leben müssen. Die Dinge würden wieder so werden müssen, wie sie vor Weihnachten gewesen waren.

Hermine gähnte so höflich es ging. Sie würde Draco gegenüber nie zugeben, dass sie jede Nacht schlecht schlafen konnte, seitdem sie das Manor verlassen hatte. Zwischen seiner Abwesenheit und den Sorgen darüber, was sein Vater tun würde, war es schwierig, sich zu entspannen. Immerhin ging es ihm gut. Und nun war sie so müde. Ein kurzes Nickerchen tat nicht weh, oder?

Sie streckte sich langsam versuchsweise auf der Bank aus und Draco bewegte seinen Arm, damit sie ihren Kopf in seinen Schoß legen konnte. Nach einem kurzen Zögern wegen dieser unerwarteten Geste, nahm Hermine das improvisierte Kissen in Besitz und brachte sich in eine bequeme Haltung, entschied, nichts zu sagen, als Draco seinen Arm auf ihrer Schulter ablegte und abwesend mit einer Locke ihrer Haare spielte, während er aus dem Fenster blickte.

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