
von waterloo
Severus Snape war ein überaus genauer Mann, gut strukturiert und ordnungsliebend.
Alles hatte seinen Platz. Reagenzgläser gehörten der Größe nach geordnet ins Regal, Trankzutaten gehörten in zugeschraubte Gefäße, Knöterich gehörte neben die Knarlkiele und Wermut gehörte neben die Wellhornschnecken.
Doch einmal im Jahr durchbrach Severus Snape die von ihm hochgeliebte Ordnung und schlich sich eines Abends im Dezember aus seinen persönlichen Räumen in Richtung Küche. Schwer wog das Gewicht der Feuerwhiskeyflasche in der Innentasche seiner Robe, doch er brauchte sie, um die Hauselfen zu bestechen. Stets war er darauf bedacht, keiner Menschenseele zu begegnen. Denn für das, was dann kam, wollte Snape keine Zeugen...
Am nächsten Morgen war es dann vorbei mit dem einwandfrei ausgestatteten und sortierten Zutatenschrank. Hässliche Lücken klafften neben den getrockneten Alraunen und neben dem Glas mit Kartoffelbauchpilzen. Und auch ganz links neben dem Wolfwurz schien ein Döschen zu fehlen.
Wenn es jemandem auffiel, so verlor er nie ein Wort darüber. Vielleicht, weil sie wie Potter nicht mal bemerkten, dass etwas fehlte, oder weil sie wie Granger klug genug waren, nicht nachzufragen.
Zufrieden lächelte der Meister der Zaubertränke, als er sich unbeobachtet fühlte. Denn in der Adventszeit gehörten Anis, Kardamom und Zimt ganz allein ihm.
Und als er am nächsten Morgen die Klasse betrat, meinten die Schüler, einen Hauch von Anis wahrnehmen zu können. Hätten sie genau hingesehen, so hätten sie den Mehlstaub auf der Robe ihres Professors entdecken können. Doch es sah niemand genau hin. Und wenn doch, so schwieg er darüber. Sehr zu Snapes Wohlgefallen.
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