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Fanfiction

Was in der Besenkammer geschah - Was in der Besenkammer geschah

von waterloo

„Mister Zabini!“

Die schnarrende Stimme von Professor Snape klang kälter und schärfer als je zuvor. Zumindest bildete Blaise sich das ein.

Normalerweise musste er mit einer merkwürdigen Faszination auf die Hakennase starren, die das Gesicht seines Hauslehrers dominierte. Doch im Moment zog er es vor, seinen Blick fest auf den Boden vor seinen Füßen zu heften.

Eine langfingrige Hand schob sich in sein Blickfeld.

„Ihr Abzeichen!“

Mit leicht zittrigen Fingern löste Blaise das silberne Vertrauensschülerabzeichen von seiner Robe. Wie in Trance legte er es mit einem letzten zärtlichen Blick in die fordernd ausgestreckte Hand des Professors und drehte sich langsam um.

Während er einen Fuß vor den anderen setzte, war ihm, als müsse er seinen Körper daran erinnern, wie man ging. Blaise straffte seine Schultern. Und auch, wenn seine Sicht durch aufsteigende Tränen verklärt war, fixierte er eine unscheinbare Tür am Ende des Ganges.

Bis dorthin war es nicht mehr weit. Blaise achtete darauf, nicht schneller zu werden, während er die Schritte zählte, die ihn der rettenden Tür näher brachten.

Zehn Schritte: Blaise blinzelte mehrfach in dem Versuch, seine Sicht zu verbessern.

Zwanzig Schritte: Blaise schluckte hart; das Schlucken fiel ihm unheimlich schwer.

Und dann, endlich, fiel die Tür hinter ihm zu und Blaise war von tröstender Dunkelheit umgeben. Er lehnte seinen Hinterkopf an das Holz der Tür, als der erste Schluchzer ihn schüttelte. Heiße Tränen rannen ihm die Wangen hinunter und blieben an seinem Kinn hängen. Mit seinem Ärmel wischte Blaise sich übers Gesicht.

Seine Hand tastete in seiner Robe nach seinem Zauberstab.

„Lu -", flüsterte Blaise, wurde jedoch von einem neuerlichen Aufschluchzen unterbrochen.
„Lumos“, versuchte er es erneut und diesmal erleuchtete eine helle Lichtkugel den Raum. Obwohl Blaise die Bezeichnung Raum als zu hochgegriffen empfand. Besenkammer war wesentlich zutreffender.

Es war alles so, wie es in einer Besenkammer zu sein hatte. Eng, finster, und obwohl die Kammer mit Putzutensilien vollgestellt war, schien es schon lange her, dass sie das letzte Mal in den Genuss einer Reinigungsmaßnahme gekommen war.

Doch etwas störte das harmonische Bild der Besenkammer. In Mitten der Besen und Spinnenweben saß ein Mädchen mit langen Haaren, die ebenso aschblond wie zerzaust waren. An ihrem Ohr meinte Blaise ein Radieschen zu erkennen, doch das musste zweifelsohne an seiner verschwommenen Sicht liegen. Die großen Augen des Mädchens bohrten sich ohne den leisesten Hauch von Verwunderung in seine.

Blaise zog geräuschvoll die Nase hoch und starrte zurück. Doch das war gar nicht so einfach, da ihm die Tränen in seinen Augen die Sicht nahmen. Blaise blinzelte schnell, um das Mädchen besser sehen zu können.

„Du weinst“, stellte sie in einer merkwürdigen Singsangstimme und auf eine sehr direkte Art fest.

Blaise schenkte ihr den abwertensten Blick, zu dem er im Moment fähig war.

„Das ist nicht wahr“, entgegnete er dann. Die Antwort verlor ein wenig an Wirkung, da ihm die Tränen noch immer ohne Unterlass die Wangen überströmten.

Es kostete ihn ein großes Maß an Willensstärke, den Drang, seine Tränen energisch fortzuwischen, zu unterdrücken. Aber schließlich konnte er ja nichts wegwischen, von dem er behauptete, es wäre nicht da.

„Was tust du hier?“, fragte er stattdessen das blonde Mädchen, das ihn noch immer aus großen runden Augen anstarrte. Er versuchte, in seiner Stimme eine vorwurfsvolle Anklage mitschwingen zu lassen, aber der Erfolg blieb fragwürdig.

Zu seiner Beruhigung schien ihr der abrupte Themenwechsel nicht weiter aufzufallen.

„Ich warte hier auf die Krolligen Kellerkuscher.“

„Bitte was?“

Blaise glaubte, sich verhört zu haben.

„Die Krolligen Kellerkuscher“, antwortete das Mädchen.

Bitte was?

Diesmal gab Blaise sich redlich Mühe, so viel Ungläubigkeit wie nur möglich in seine Worte zu legen.

„Die Krolligen Kellerkuscher“, wiederholte das Mädchen in einem Tonfall, in dem der Sanftmut mitschwang, den man sonst nur kleinen naiven Kindern gegenüber anwandte.

Und wenn Blaise es durch seinen Tränenschleier richtig wahrnahm, schaute sie ihn dabei leicht mitleidig an.

Blaise überlegte sich, ob er diese Irre in dieser Besenkammer sich selbst überlassen sollte. Er war wirklich kurz davor, sich umzudrehen und die verstaubte Besenkammer zu verlassen, doch bevor er sich rühren konnte, erklang wieder die merkwürdige Stimme des Mädchens.

„Setz dich doch!“

Blaises Ungläubigkeit wuchs und entgeistert blickte er das Mädchen an. Doch sie schaute ihn nur leicht verträumt an und deutete mit einem Lächeln auf einen Putzeimer. So ein Eimer, wie der, auf dem sie saß.

Und bevor Blaise dazu kam, darüber nachzudenken, was er hier verdammt noch mal tat, saß er auch schon auf dem umgedrehten Putzeimer.

„Ähem“

Blaise räusperte sich. Dieser vermaledeite Kloß in seinem Hals. Und wie, bei Merlins Unterhosen, führte man eine unverfängliche Konversation in einer verdreckten Besenkammer? Erschwerend kam hinzu, dass seine potentielle Gesprächspartnerin in anderen Sphären zu schweben schien.

„Wie heißt du?“

Innerlich gratulierte sich Blaise zu dieser überaus geschickten Frage.

„Luna“, antwortete das Mädchen, von dem Blaise nun wenigstens wusste, dass es Luna hieß. Dann schwieg Luna und machte nicht den Eindruck, ihre Unterhaltung fortführen zu wollen.

„Aha. Luna“, sagte Blaise. “Ich heiße Blaise.”

„Ich weiß.“

Irritiert sah Blaise sie an. Irgendwie schaffte es dieses Mädchen, ihn mit allem, was sie sagte, aus dem Konzept zu bringen. Beleidigt schwieg er.

„Willst du mir nicht doch erzählen, warum du weinst?“

Nun war es an Luna gewesen, unvermittelt einen rasanten Themenumschwung hinzulegen. Blaise starrte sie leicht verunsichert an.

„Hör mal“, sagte Luna, „du musst nicht traurig sein.“

„Ach nein?“, wollte Blaise aufgebracht wissen und vergaß dabei ganz, dass er doch eigentlich leugnete, traurig zu sein.

„Nein, vermutlich nicht“, sagte Luna ruhig.

„Du hast doch keine Ahnung“, brauste Blaise auf.

„Aber nur, weil du mir nicht erzählst, was los ist“, erklärte Luna und Blaise musste zugeben, dass eine gewisse Logik in ihren Worten lag.

Kurz überlegte er, doch verschlimmern konnte es die Situation auf keinen Fall mehr, wenn er es ihr erzählte.

„Mir wurde das Amt des Vertrauensschülers entzogen“, sagte er so schnell und leise, dass er hoffte, sie hätte es nicht verstanden. Doch dem schien nicht so zu sein.

„Warum?“, lautete ihre schlichte Frage.

„Weil ich meine Pflichten als Vertrauensschüler aufs Schändlichste vernachlässigt, das in mich gesetzte Vertrauen der Schulleitung bitter enttäuscht und zu alledem Schande über das Haus Slytherin gebracht habe“, sagte Blaise und versuchte so zu tun, als würden ihn diese Worte nicht mal im geringsten tangieren und als hätten sie nicht das mindeste mit seiner Person zu tun. Beides war eine Lüge.

„Ach so“, hauchte Luna, „und ich dachte schon, es wäre was schlimmes.“

Entgeistert starrte Blaise sie an. Wie kam sie dazu, sein Leid herabzustufen?

„Das ist schlimm“, stellte er nachdrücklich klar. Und um seinen Worten noch mehr Aussage zu verleihen, schniefte er ausgiebig.

„Nein, eigentlich nicht besonders“, sagte Luna und mustere ihn neugierig. „Ich glaube, du steigerst dich da in was rein.“

„Wie bitte?“, begehrte Blaise auf und schob noch ein herzerweichendes Schluchzen hinterher.

Luna sah ihm unberührt entgegen: „Ich sagte, dass es arg danach aussieht, dass du dich etwas anstellst.“

Blaise rang nach Luft. Konnte oder wollte sie ihn nicht verstehen? Und noch während er überlegte, wie er sein Leid am besten nach außen transportierte, so dass auch Luna es endlich sah, schob sich eine schmale Hand in die seine.

Verwirrt blickte Blaise herab auf ihre beiden Hände. Lunas war klein und eigentlich auch eher als kalt statt angenehm warm zu beschreiben und doch empfand Blaise sie als wunderbar trostspendend. Luna begann, mit ihrem Daumen sanft über seinen Handrücken zu streichen.

„Du musst wirklich nicht traurig sein“, flüsterte sie.

Blaise erhob sich von seinem Eimer - der, wie er schon vor einer Weile festgestellt hatte, nicht sonderlich bequem war - und zog Luna mit sich hoch und dann in seine Arme. Er hielt sich an ihrem zierlichen Körper fest und vergrub seinen Kopf an ihrer Schulter. Dafür musste er sich leicht bücken und er war sich sicher, dass sie beide ein komisches Bild abgaben.

Doch es war ihm egal, solange Luna seinen Rücken streichelte und er sich an ihr festhalten konnte.

„Oh, sieh nur, da sind die Krolligen Kellerkuscher.“

Blaise gluckste leise und richtete sich wieder ein Stück auf. Luna starrte mit glitzernden Augen verzückt ins Dunkel.

„Du bist verrückst, Luna“, stellte Blaise fest.

„Nicht mehr als die meisten anderen.“

Luna lächelte ihn an und Blaise lächelte zurück. Wieder nahm er sie in seine Arme. Seine Tränen waren versiegt und Blaise war wirklich dankbar, Luna in dieser Besenkammer getroffen zu haben.


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