
von Elaine
Bin unter Tränen eingeschlafen,
bin unter Tränen wieder aufgewacht.
Hab über die selbe beschissene Frage,
2 Millionen mal nachgedacht.
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Die Vergangenheit holte mich so unerwartet ein, dass ich kurz vor Schmerz aufschrie. Wie ich ihn doch vermisste. Seine Berührungen. Seine Liebe. Seine zarten Worte. Wie sehr ich doch seine Wärme vermisste, seine Lippen auf den meinen. Als die erste Träne auf den Boden tropfte, konnte ich die darauf folgenden nicht aufhalten. Sie flossen einfach. Hatten mich nicht um Erlaubnis gefragt.
Sich nicht angekündigt. Es fühlte sich an, als würde eine Hand nach meinem Herz greifen. Eiskalt, fest und kraftvoll. Ich richtete meinen Blick abermals auf meinen Ehering, der nun auf meiner Handfläche lag. Der blaue Saphir funkelte. Blau. War das nicht einst die Farbe der Hoffnung? Die Farbe der Unendlichkeit? Ich schloss die Augen, öffnete zitternd den Mund und erzählte weiter …
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Ich stieg seufzend die Treppen hinunter und strich mir meinen warmen Pullover glatt, den ich mir noch kurz vorher angezogen hatte. Der Geruch von Keksen stieg mir in die Nase, ehe ich leicht seufzend in die Küche hechtete, mir nebenbei ein Geschirrtuch von der Ablage riss und den Backofen öffnete. Nur ganz leicht drang dichter Neben hinaus, während mir glühend heiße Hitze entgegen schlug. Das heiße Tablett vorsichtig auf Abstand haltend, balancierte ich es zum Tresen. Kurze Zeit später schmiss ich genüsslich schnurrend das Geschirrtuch zur Seite und lies mich für einen Moment auf einen Stuhl nieder. Mein Blick schweifte zum Fenster, während ich noch immer den wundervollen Duft – der Weihnachten ankündigte – einatmete. Lautlos wirbelten draußen die Schneeflocken.
Ich fuhr mir mit den Handrücken einmal kurz über die Stirn, als die Hintertür – die sich direkt gegenüber vom Tisch befand – aufsprang und lachend eine hohe und zwei kleine Gestalten in die hell, erleuchtete Küche trat. Harry fuhr sich leicht kichernd durch sein noch immer schwarzes, wirres Haar, während er mit Lily an der Hand und James im Schlepptau mir entgegen kam. Ich lächelte leicht. Harry ging es zwar momentan gut, aber die tiefen Schatten unter seinen Augen waren sehr gut erkennbar. „Das wiederholen wir aber morgen!“ grinste James überheblich, während er zur Theke ging und genüsslich in der Luft schnupperte. Hatte ich schon erwähnt, dass James Sirius ziemlich verfressen war? So hart es auch klingen mag? „Sind das Vanille und Schokoladen Kekse?“ Ich zog leicht lächelnd eine Augenbrauen in die Höhe. „Ja. So wie ihr es mögt ...“ Ich seufzte leise und fuhr mit der Hand abermals über meine Stirn.
So wie ihr es mögt … hallte es in meinem Kopf. Wusste ich überhaupt noch, was sie mochten und was nicht? Ich biss mir leicht auf die Unterlippe, nahm die weichen Lippen auf meiner Wange nur sehr sachte wahr. Die geraunten Worte von Harry nahm ich ebenfalls nicht mehr wahr. Ich versank gerade in einer Welt voller Schmerz und Enttäuschung. Sehnsüchtig glitt mein Blick zu Lily, die sie nun auf Harrys Schoß gesetzt hatte und lachend mit ihm Rum alberte.
„Nein! Daddy! Nicht kitzeln!“ jauchzte sie lachend und das erste mal fragte ich mich, ob sie noch immer so wundervoll lachen würde, wenn ihr Daddy nicht mehr da wäre. Mein Blick schweifte weiter zu James Sirius, der zwar leicht zu den Keksen schielte, jedoch Harry und Lily beobachtete. Er kam seinen Vater so ähnlich. Es täuschte fast. Die schlimmste Frage, die sich momentan eine Mutter stellen konnte war: Was würde ich tun, wenn mein Ehemann – geliebter Vater – sterben würde?
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Ich spürte schwer eine Hand auf meiner Schulter. Leicht zuckte ich zusammen und drehte mich zu meinem erwachsenen Sohn. Merlin, wie er seinem Vater doch glich. „Mutter … ich denke es ist genug für heute.“ Er hatte Angst um mich … so wie Harry damals Angst um mich hatte. Als wie die Abenteuer durchlebt hatten, dass Gefühlschaos.
Es trieb mir abermals die Tränen in die Augen und sie liefen noch immer. Leicht schüttelte ich meinen Kopf. „Wenn ich eine Geschichte anfange, dann möchte ich sie auch zu ende erzählen...“ Meine Stimme war nicht mehr weich, nicht mehr sachte und sanft. Sie klang unnatürlich rau, hart und krazig. War es so, weil ich alt war? Weil die Zeit weiter ging, obwohl ich laut Stopp gerufen habe? Ich drehte mich wieder zu der kleinen Gruppe Kindern, die vor mir saßen. Mein Blick schweifte zu jemand besonderes. Teddy Lupin. Harrys Patenkind und sein ein und alles. So wie unsere Kinder.
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„Hmm. Ich rieche Kekse ...“ Teddy kam mal wieder unangemeldet in die Küche marschiert und griff im vorbei gehen, nach einem Schokoladenkeks um sich kurz darauf seufzend neben Harry nieder zu lassen. „Hey!“ empörte sich James Sirius und ich wusste genau, was jetzt kommen würde. „Warum darf er einen Keks und ich nicht?!“ Spottend zog ich eine Augenbraue in die Höhe und sah zu meinem Sohn. „Du hast nichts gesagt oder gar gefragt. Du hast nur nach der Sorte gefragt und bist dann dort stehen geblieben um die ganze Zeit in der Luft zu schnuppern...“ Leicht beleidigend griff er nach einer handvoll warmen Keksen, die er sich sofort in den Mund stopfte.
„Hermine die sind wieder wundervoll ...“ lächelte Teddy, während er noch immer an seinem Keks nagte und glucksend James Sirius beim schmatzten zusah. „Benehme dich!“ tadelte ich den jungen Potter, während ich ihm einen leichten Klaps auf den Hinterkopf gab. Eindeutig. Seine Namensvettern hatten ihre Finger im Spiel. Zumindest … imaginär. „Die sind wirklich wundervoll, Schatz...“ holte mich Harrys Stimme in die Gegenwart.
Es zauberte mir wie sooft ein Lächeln auf das Gesicht, doch als ich ihm entgegen blickte wurde es zu einer Grimasse. Er schwitzte wieder leicht, aus seiner Nase tröpfelte leicht Blut und unter seinen Augen waren starke Ringe abgebildet und mir wurde wieder schmerzlich bewusst, dass er nicht mehr lange hatte ...
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Kann nicht schlafen, kann nicht essen,
ich kann es nicht verstehen,
du hast mich vergessen,
während Erinnerungen mich lähmen.
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