
von einstein90
Friedlich lag die Stadt in der Landschaft. Hell wie ein Stern strahlt sie hinaus in die schier endlos erscheinende Dunkelheit in dieser warmen Sommernacht. In unzĂ€hligen HĂ€usern und GebĂ€uden brannte noch die Lichter, andere Wohnungen waren so dunkel, wie die Nacht die diesen Ort umhĂŒllte. Die StraĂen waren zu so spĂ€ter Stunde wie leer gefegt. Nichts erinnerte an das geschĂ€ftige Treiben der Einwohner am Tage. Nur wenige Menschen tummelten sich auf den StraĂen und PlĂ€tzen, in den Kneipen und Pubs. Man wollte SpaĂ haben, den Alltag vergessen und einfach nur mit Freunden abhĂ€ngen. So auch im Jackson Pub, einer kleinen Kneipe nah dem Stadtzentrum. Der kleine Barraum war voll mit verschiedensten GerĂŒchen, vom Tabak ĂŒber SchweiĂ bis hin zum Alkohol. Der Schankraum wurde nur spĂ€rlich von den alten, gelb leuchtenden GlĂŒhlampen erhellt. Der Zigarettenqualm stand unter der Decke in einer dicken Wolke. Verschiedenste Stimmen waren im Raum zu hören, die es einem schwer machten, dem jeweiligen GesprĂ€chspartner zu folgen. Die Freunde Michael und Bryan saĂen an einem Tisch auf dem zwei halb volle Bierflaschen standen. Beide unterhielten sich, lachten und tranken miteinander. Es ging um die ĂŒblichen Themen: Frauen, Dozenten und wieder Frauen. Die Studenten haben gerade erst ihre PrĂŒfungen geschrieben, die Zeit des Lernens war vorbei und nun wurde auf das ĂŒberstandene Semester angestoĂen.
âKannst dich noch an das MĂ€dchen erinnern von dem ich dir erzĂ€hlt habe?â fragte Michael seinen Freund.
âWelche? Die Schwarzhaarige oder die mit den zwei groĂen Argumenten?â zwinkerte Bryan zurĂŒck.
âDie Schwarz haarige natĂŒrlich. Die andere war doch nur mal was fĂŒr Zwischendurch.â
Bryan grinste zurĂŒck: âAchso. Nur mal was fĂŒr Zwischendurch...â
âAch halt's Maul, ich glaube mir ist es diesmal ernst mit Amy. Also ich glaube ich bin in sie verknallt.â
âWie kommts. Sonst hattest du doch auch nur Weiber fĂŒr eine Nacht.â
Michael antwortete mit vertrĂ€umten Blick: âIch weiĂ es einfach. Wie sie mich heute in der PrĂŒfung angesehen hatte. Ich sag dir, da lag ein Knistern in der Luft.â Bryan rollte nur mit den Augen.
âHey, stell dir das mal vor. Nur noch ein Semester, dann haben wir endlich unseren Abschlussâ, stellte er grinsend fest.
Michael nahm einen krĂ€ftigen Schluck bevor er antwortete: âJa, ist schon unglaublich. Die letzten viereinhalb Jahre sind doch ganz schön schnell vergangen.â
Bryan nickte ausholend und hob seine Bierflasche. Michael nahm die Einladung an und stieĂ mit ihm an. Die beiden bemerkten nicht, dass die massive HolztĂŒr sich öffnete und drei Gestalten herein traten. Alle drei trugen schwarze UmhĂ€nge mit Kapuzen, die die Gesichter der Unbekannten in Schatten tauchten. Diese wurden sogleich vom Wirt in Empfang genommen.
âGuten Abend. Willkommen im Jackson Pub. Darf ich ihnen einen Tisch anbieten?â
Doch die Gestalten antworteten nicht, stattdessen sahen sie sich im Raum um.
âKann ich Ihnen vielleicht weiterhelfen?â, versuchte der Kneipenbesitzer erneut das GesprĂ€ch in einem freundlichen Ton aufzunehmen.
Die beiden ĂuĂeren sahen zu dem, der in ihrer Mitte stand. Der wiederum nickte beiden zu. Wie auf Kommando zogen die drei Fremden plötzlich hölzerne StĂ€be aus ihren MĂ€nteln und richteten sie auf die GĂ€ste, die ihnen am nĂ€chsten waren, sowie den Wirt. Alle drei murmelten ein paar Wörter und schon schossen Lichtblitze aus ihren StĂ€ben. Der Wirt flog trotz des mĂ€chtigen Bierbauches wie ein getretener Ball durch den Raum und knallte mit voller Wucht gegen die RĂŒckwand, man konnte ein deutliches Knacken hören und sehen wie der Wirt mit verdrehtem Kopf zu Boden ging. Auch Michael wurde mit als erstes getroffen.
Bryan schrie auf als er sah, dass sein Freund die Augen weit aufgerissen hatte, bevor er leblos in sich zusammen sackte. Auch andere GĂ€ste begannen zu schreien. Einer, der direkt neben der TĂŒr saĂ, fiel ebenfalls leblos in sich zusammen. Immer wieder zuckten Lichtblitze durch den kleinen Raum. Manche Menschen wurden sofort des Lebens beraubt. Ihnen wurden Körperteile abgerissen, wenn sie nicht gleich ganz zerfetzt wurden oder qualvoll aus den vielen offenen Wunden verbluten mussten, die wie aus dem nichts ihre Körper ĂŒberzogen. Ăberall spritzte Blut herum. Bis zur Decke und von einer Seite des Raumes bis zur anderen. Der stechende Geruch von verbranntem Fleisch mischte sich nun unter die anderen GerĂŒche. Andere GĂ€ste wurden durch den Raum geschleudert als wenn sie nur Spielzeuge wĂ€ren. Diejenigen, die diese Tortur ĂŒberlebten, unter ihnen Bryan, wurden mit Schmerzen zu Tode gequĂ€lt. Bryan hörte nur, wie der Fremde, der mit seinem Stab auf ihn zeigte und âCrucioâ murmelte. Er verspĂŒrte nun extremste Schmerzen in seinem ganzen Körper, sein Kopf schien zu explodieren. Wie unter Strom gesetzt, lag er auf dem Boden, krampfte und zuckte einige Sekunden. Doch dann wurde er von diesen Schmerzen erlöst. Er lag Tod in einer Ecke.
In nur einer knappen Minute verstummten alle Schreie. Die drei Gestalten verlieĂen das GebĂ€ude eben so schnell wie sie es betreten hatten, einer richtete seinen Stab gen Himmel, murmelte etwas und nur wenige Augenblicke spĂ€ter erschien in den Wolken ĂŒber London ein TotenschĂ€del aus dessen Mund eine Schlange kam.
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel