
von einstein90
Danke für die Kommis;
So wieder ein neues, etwas längeres Chap von mir für euch. Bin auch schon drauf und dran das nächste zu schreiben.
Ich hoffe es gefällt euch. Und nicht die Kommis vergessen ;)
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Ihre Augen füllten sich mit Tränen. Sie konnte es nicht ertragen ihn dort liegen zu sehen. Dabei sah er doch so friedlich aus. Wie konnte das nur passieren? Sie schüttelte mit dem Kopf. Eine einzelne Träne viel von ihrer Wange zu Boden. Ron trat von hinten an seine Schwester heran und legte ihr eine Hand tröstend auf die Schulter. Hermine saß etwas entfernt, aber auch ihr kullerten ein paar Tränen über die Wange. Auch Mrs. Weasley stand etwas verunsichert neben ihrem Mann. Die anderen Ordensmitglieder sind schon gegangen, lediglich Lupin war noch anwesend.
„Ich konnte nichts machen. Sie griffen uns von hinten an und trieben uns auseinander. Es ging alles so verdammt schnell. Ich konnte nichts machen.“ fing Remus mit zitternder Stimme an.
„Nein, es war nicht deine Schuld.“ sagte Ginny mit schluchzender Stimme.
„Also ihr tut ja so als wäre unser lieber Harry tot. So ein kleiner Schlag auf den Hinterkopf kann unseren Harry nicht umbringen.“ unterbrach Molly die gedrückte Stimmung.
Ginny sah ihre Mutter bewundernd an und war ihr zugleich dankbar, dass sie sie wieder in die Realität zurück geholt hatte. Sie kniete sich neben das Sofa auf dem Harry lag und griff nach seiner Hand. Sie fühlte sich kalt an, was ihr eine Gänsehaut bereitete. Doch Ginny hielt sie fest. Auch wenn er noch nicht bei Bewusstsein war, so wollte sie ihn dennoch spüren lassen, das sie da war. An seiner Seite.
„Na kommt. Gehen wir in die Küche und lassen Harry sich noch ein bisschen ausruhen.“ fuhr Mrs. Weasley fort und deutete an ihr in die Küche zu folgen. Arthur und Ron folgten ihr sofort. Lupin lehnte ab, denn er wollte lieber zurück zu seiner schwangeren Frau. Hermine wartete noch um Ginny und Harry noch einen Moment lang zu beobachten, bevor sie sich aus dem Sessel löste und in die Küche ging. Nur Ginny blieb in der Stube zurück und hielt seine Hand noch immer fest umschlossen. Nach ein paar Minuten trat Mrs. Weasley wieder herein und ging langsam zu ihr.
„Ich weiß, dass es für dich schwer ist ihn so zusehen, aber er wird wieder. Komm in die Küche. Du musst was essen.“ flüsterte sie ihr ins Ohr.
„Gleich Ma.“ antwortete sie ihr und sah ihr dabei tief in die Augen.
Mrs. Weasley lächelte sie an und nickte leicht. Ginny wartete darauf das ihre Mutter wieder in der Küche verschwunden ist, drehte sich dann zu Harry um und sah ihn lächelnd an. Sie strich ihm eine störrische Locke von der Stirn, wobei ihr Blick an seiner Narbe hängen blieb.
„Werde schnell wieder gesund. Harry, ich brauche dich.“ hauchte sie ihm ins Ohr und küsste ihn zärtlich auf die Narbe. Nun stand sie auf und ging zur Küchentür und warf, bevor sie durch trat, noch einen hoffnungsvollen Blick auf ihn.
In der Küche war es ruhig. Nur stechende Gabeln und schneidende Messer waren zu hören.
Alle saßen sie an ihren Portionen und stocherten wahllos darin herum. Selbst Ron, der sonst vor Hunger sämtliche Manieren vergaß, saß da und schaute betrübt auf seinen Teller. Es war schließlich Hermine, die die unheimliche Stille durchbrach.
„Mr. Weasley, wie sieht es eigentlich im Ministerium aus?“
„Nun ja wie soll ich sagen. Es ist hektisch und chaotisch. Seitdem Dumbl...“, er brach ab. „Naja ihr wisst schon. Es ist erstaunlich, dass Voldemort noch nicht aufgetaucht ist.“
„Was?“ fragte Hermine etwas erstaunt.
„Keine Ahnung was ihn noch davon abhält. Wahrscheinlich sieht er das Ministerium nicht als Gefahr an, was bei dem derzeitigen Zustand wohl auch zutreffend ist. Das Ministerium ist nicht mal in der Lage Askaban zu bewachen. Gestern gab es dort einen Massenausbruch. 25 Todesser sollen geflohen sein. Das Aurorenbüro ist vollkommen überlastet.“ fuhr Arthur fort. „Er wird das Ministerium früher oder später übernehmen. Es ist nur eine Frage der Zeit.“
Und wieder verfielen sie ins Schweigen. Ginny hatte sehr schnell gegessen und war gerade auf dem Sprung ins Wohnzimmer, als ihre Mutter sie zurück an den Tisch rief. Doch Mr. Weasley griff nach dem Arm seiner Frau und schüttelte den Kopf, was Molly daraufhin verstummen lies. Ginny verschwand durch die Tür. Auch Mr. Weasley erhob sich von seinem Platz und ging in sein Arbeitszimmer. Molly begann damit den Tisch abzuräumen, sodass nur noch Ron und Hermine am Tisch saßen. Er suchte ihren Blick, doch sie wich ihm aus. Auch sie stand auf und Ron hörte nur noch wie sie schnellen Schrittes die Treppe hinauf lief. Er seufzte nur.
Es vergingen weitere drei Tage ohne große Vorkommnisse. Harry lag noch immer bewusstlos auf dem breiten Sofa. Neben ihm hat Ginny sich ein provisorisches Bett gebaut. Inzwischen sind auch wieder diverse Briefe aus Hogwarts angekommen. Zum Erstaunen der Jugendlichen waren darunter auch die Bücherlisten für das siebte beziehungsweise Ginny's sechstes Jahr. Mrs. Weasley erklärte ihnen, das der sicherste Ort im Moment in Hogwarts sei, aber es war zu gefährlich sich jetzt in der Winkelgasse herum zu treiben. Stattdessen haben sich zwei Ordensmitglieder um die nötigen Einkäufe gekümmert.
„Na klasse. Hogwarts mag ja der sicherste Ort für uns sein, aber dann bleibt da immer noch der Weg bis dort hin.“ fing Ron das Gespräch an.
„Ron. Du glaubst doch nicht wirklich, dass der Orden das nicht berücksichtigt hat. Es werden sicherlich eine Menge Auroren und Ordensmitglieder in King's Cross und im Hogwarts Express sein. Und ich denke mal, sie werden sich auch in Hogwarts niederlassen.“ antwortete Hermine, während sie in einem dicken Buch über Alte Runen grübelte.
„Hermine...ich...äh“ fing Ron an zu stottern. Hermine blickte auf und sah ihn mit hochgezogener Augenbraue an.
„Ich habe mich gefragt, ob du und ich...ich meine ob wir...äh...wie wir...zueinander stehen?“
„Ron? Auf was willst du hinaus?“
Ron fing an zu nuscheln: „Ich liebe dich.“
„Was?“ fragte Hermine, weil sie es nicht genau verstanden hatte.
„Ach nichts. Schönes Wetter draußen oder?“ versuchte Ron das Thema zu wechseln, da ihm die Situation sichtlich peinlich war.
„Ja nicht wahr. Ich mache nachher noch einen Spaziergang. Willst du nicht mitkommen?“
„Äh nein lass mal.“
Und ohne das Hermine noch etwas sagen konnte, ging Ron zur Haustür hinaus und warf selbige mit einem lauten Knall zu. Sie versuchte zu verstehen warum, aber konnte über sein Verhalten nur den Kopf schütteln.
„Kann ich mitkommen?“ meldete sich Ginny zu Wort. Hermine war erstaunt darüber ihre Stimme zu vernehmen, denn Ginny hat seitdem Harry da ist kein Wort mehr geredet. „Ich muss jetzt einfach mal frische Luft schnappen und mich mal wieder bewegen.“
„Aber klar Ginny. Das wird dir sicherlich gut tun und ich bin dann nicht so einsam.“ lächelte Hermine ihre beste Freundin an, bevor sie sich wieder in ihr Buch vertiefte.
Der Nachmittag verlief nicht anders als die davor. Ginny saß stumm an Harry's Seite und kümmerte sich liebevoll um ihn. Hermine saß in einem Sessel und arbeitete schon die Bücher für die Schulzeit durch. Ron war draußen und trainierte mit dem Besen. Mrs. Weasley war in der Küche und zauberte aus allen möglichen Zutaten das Abendessen. Inzwischen waren auch Fred und George zu Besuch gekommen, hielten sich aber während ihrer Anwesenheit mit ihren Scherzen zurück und halfen sogar ihrer Mutter in der Küche. Mr. Weasley war im Ministerium.
Im Wohnzimmer gab es einem Knall. Ginny schreckte auf und drehte sich zur Quelle. Hermine hatte das dicke Buch über alte Runen zugeschlagen und beiseite gelegt. Ihr Nacken fühlte sich steif an. Es fiel ihr schwer den Kopf zu heben. Sie versuchte die Anspannung mit der Hand zu lösen indem sie ihren Nacken damit massierte, aber mit nur mäßigem Erfolg. Mühsam erhob sie sich aus dem Sessel und streckte sich.
„Ginny, ich gehe jetzt spazieren. Möchtest du noch mitkommen?“
Ihre beste Freundin nickte nur, erhob sich und gab Harry noch einen Kuss auf die Stirn. Sie ging zusammen mit Hermine hinaus ins Freie.
Die Dämmerung brach an. Die Sonne tauchte den Abend in ein angenehm rotes, romantisches Licht. Die Wiese rochen frisch und war noch feucht vom regnerischen Tag zuvor. Beide Mädchen haben sich ihre Schuhe ausgezogen und genossen es, wie das weiche Gras ihre Füße kitzelte und die Sinne anregte. Eine leichte Sommerbrise fing sich in ihren Haaren und spielte damit. Sie waren bereits eine gute viertel Stunde unterwegs, als es schließlich Hermine war, die die Stille durchbrach.
„Sag mal, weißt du was mit deinem Bruder los ist? Er verhält sich so merkwürdig in letzter Zeit.“
„Hermine, meinst du das jetzt ernst? Alle Leute sehen es doch. Du kannst mir nicht sagen, dass du das nicht merkst.“
Doch Hermine schaute sie nur fragend an.
„Hermine, aufwachen. Du und er.“ sprach Ginny in übertrieben freundlichen Ton.
„Ich und er.“ Hermine verzog das Gesicht nachdenklich. „Meinst du etwa, er und ich...Nein das glaube ich nicht.“
„Wieso? Ist es denn so abwegig?“
„Wir sind einfach zu verschieden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das funktionieren würde.“
„Wenn du meinst.“
Dabei beließ es Ginny auch. Sie wusste natürlich, dass Hermine noch nicht allzu viele Erfahrungen in Liebesangelegenheiten hatte, aber mehr als eine eindeutige Anspielung auf die Beziehung zwischen Ron und ihr kann Ginny nicht machen, ohne das sie das Versprechen, welches sie Ron gegeben hatte, zu brechen. Er wollte es ihr selber sagen. Er wollte einmal in seinem Leben etwas richtig machen. Hermine jedoch hätte man vermutlich ins Wasser tauchen müssen, um ihr zu zeigen das es Wasser war.
Die Sonne schickte ihre letzten Sonnenstrahlen aus, als die beiden Freundinnen sich kurz vor dem Fuchsbau befanden. Ginny lauschte den rascheln der Blätter und richtete ihren Blick zu dem farbenfrohen Sonnenuntergang. Hermine stupste sie kurz an und nickte in Richtung des Fuchsbaus.
Ginny's Herz blieb stehen. Sie konnte nicht glauben was sie da sah oder wohl eher wen sie dort sah.
„HARRY“ schrie sie vor lauter Freude. Sogleich rannte sie ihm entgegen. Er öffnete seine Arme und strahlte sie glücklich an. Sie kam mit solch einer Wucht an, das Harry sich unmöglich auf den Beinen halten konnte und nach hinten fiel. Beide umschlossen sich in einer festen, liebevollen Umarmung. Dabei entwickelte Ginny eine solche Kraft, die ihn fast zerquetschte. Beide lagen sie nun da, im feuchten Gras. Harry auf dem Rücken und Ginny auf ihm. Ihr offenes rotes Haar kitzelte in seinem Gesicht. Tief sog er ihren Duft ein und genoss ihn. In ihm weckte es ein Gefühl der Geborgenheit und des Vertrauens. Sie richtete ihren Kopf auf und sah ihm tief in die smaragdgrünen Augen. Er sah, wie glücklich sie in diesem Moment war. Sie vergaßen für einen Moment alles um sich herum. Da waren nur noch sie beide. Keine Todesser, keine Angst und keinen Schmerz mehr. Für diesen Augenblick war ihre Welt vollkommen. Hermine war auch glücklich Harry gesund zu sehen, aber sie wollte die beiden nicht weiter stören, sodass sie sich an ihnen vorbei ins Haus schlich.
„Harry, ich hatte solche Angst um dich.“
„Ich weiß, es tut mir auch Leid.“
„Das hoffe ich auch für dich, denn wenn du nicht mehr...dann würde ich...denn...ich liebe dich“
Beide sahen sich tief in die Augen. Ihre Gesichter kamen sich immer näher, bis sich ihre Lippen vereinigten. Ginny's Herz begann zu rasen. Es kribbelte im Bauch und sie fühlte sich wie auf Wolke sieben. Nachdem sie sich wieder voneinander gelöst hatten, sahen sie sich wieder in die Augen. Harry bemerkte, wie sich einzelne Freudentränen in ihren Augen bildeten.
„Ginny, ich werde immer für dich da sein. Aber allein der Gedanke daran, du würdest dir etwas antun, wenn ich...das würde ich mir nie verzeihen können. Darum versprich mir, dass du so etwas nie tun wirst.“
„Alles was du willst.“ Und kaum hatte sie es gesagt, schon drückte sie ihre sanften Lippen sinnlich auf die seinen. Er genoss ihre weichen Lippen, die nach Erdbeeren schmeckten. Dennoch war da etwas anderes. Tief im inneren hatte er das Gefühl, es wäre falsch. Aber er wollte sie nicht verletzen. Nicht jetzt, wo sie so glücklich war.
Es war schon dunkel, als das Paar sich zu den anderen an den Küchentisch gesellten. Ron beobachtete sie mit Unbehagen, aber er ließ es sich nicht anmerken. Dabei wurde er ausgiebig beobachtet. Hermine warf immer wieder verstohlene Blicke hinüber, als wenn sie versuchen würde ihn zu analysieren. Jedoch trafen sich ihre Augen nicht. Molly sah überglücklich aus, als sie die Beiden zu Tür hineinkommen sah. Sie wies sofort auf die zwei Plätze auf der Sitzbank. Eng aneinander gekuschelt ließen sie sich darauf nieder. Noch bevor Harry auch nur einen Bissen zu sich nehmen konnte fing Mrs. Weasley an zu sprechen.
„Harry, mein Lieber. Wie geht es dir?“
„Naja noch ein paar Kopfschmerzen, aber sonst geht’s mir ganz gut.“
„Aber du musst sicher Hunger haben. Du siehst ganz schön abgemagert aus.“
„Mum...“ meldete sich nun Ginny mit einem Zwinkern zu Wort, „...wenn du ihn die ganze Zeit fragst, kann er ja auch gar nichts essen.“
Sie grinste ihre Mutter breit an, um nicht von ihr an gemeckert zu werden. Harry lächelte sie dankbar an und biss herzhaft in ein großes Stück Fleisch. Es schmeckte ihm, so wie alles, was von Mrs. Weasley zubereitet wurde. Hier fühlte er sich wie zu Hause. Wie in einer Familie. In seiner Familie. Es klopfte an der Tür. Mr. Weasley öffnete sie und ließ Lupin zusammen mit Tonks eintreten. Sofort vielen die Blicke der Anwesenden auf den Babybauch von Nymphadora.
„Harry, schön das du wieder unter den Lebenden weilst. Molly hat uns sofort benachrichtigt als du wieder zu dir gekommen bist. Wie geht es dir?“ erkundigte sich Lupin um zugleich von seiner schwangeren Frau abzulenken.
„Ganz gut. Aber was ist eigentlich passiert? Ich kann mich nur noch daran erinnern, dass ich vom Besen gefallen bin und dann bin ich hier wieder auf gewacht.“
Die beiden Gäste ließen sich auf zwei herbei gezauberte Stühle nieder. Lupin nahm einen kräftigen Schluck aus dem Glas, welches ihm von Molly angeboten wurde.
„Voldemort und seine Schergen haben uns von hinten angegriffen. Gorden wurde sofort getötet und wir haben die Formation aufgelöst. Da haben wir dich aus den Augen verloren. Naja wie dem auch sei. Ich versuchte meinen Verfolgern durch die Wolken zu entkommen. Irgendwann war ich unter der Wolkendecke und hinter mir waren immer noch zwei Todesser. Ich entschied mich dafür ihnen entgegenzutreten, also habe ich gewendet und habe angehalten. Als sie nur noch gut 50 Meter von mir entfernt waren, bist du aus der Wolkendecke hervor geschossen und bist auf einen der beiden Todesser geknallt. Dieser ist von seinem Besen gefallen. Der andere war so überrascht von deinem plötzlichen auftauchen, das ich ich ihn schnell schocken konnte. Ich bin dir dann natürlich gleich hinterher geflogen. Ich konnte dich knapp vor dem Aufschlag einfangen. Die anderen Beiden hatten nicht ganz so viel Glück.“ erzählte Lupin.
„Dann verdanke ich dir mein Leben. Und was ist mit den anderen?“
Lupin schaute ihn an und Harry merkte, dass nun etwas folgen würde, was er gar nicht wissen wollte.
„Madeye hat es nicht geschafft. Er wurde von Voldemort persönlich getötet.“
Sofort fühlte sich Harry elend. Wieder ist ein Freund gestorben. Wegen ihm. Ginny wollte ihn trösten, aber er entzog sich ihrer Umarmung, sehr zu ihrem Erstaunen. Er erhob sich still von seinem Stuhl und zog sich in das Wohnzimmer zurück. Ginny standen Tränen in den Augen. Sie spürte Mitleid mit ihm aber auch Wut auf Remus, der ihm das gesagt hatte. Die schönen Momente, die sie mit Harry zuvor verbracht hatte, waren vergessen. Sie selbst zog sich in ihr eigenes Zimmer zurück. Ron verschwand ebenfalls in sein Zimmer. Hermine saß nun allein mit den anderen Erwachsenen in der Küche.
„Willst du nicht mal nach Harry sehen? Wir müssen jetzt noch was wichtiges besprechen.“ Hermine nickte Mr. Weasley zu und schlüpfte leise durch die Wohnzimmertür.
Harry saß zusammen gekauert am Sofa und schluchzte leise. Sie fühlte sich so hilflos. Sie wusste nicht was sie tun sollte, denn schließlich hatte sie ihn noch nie so erlebt. Harry zeigte Schwäche. Etwas, was er zuvor noch nie getan hatte. Da wurde ihr zum ersten mal klar, was er eigentlich in den letzten Jahren geleistet und ertragen hatte. Sein Leben war geprägt von Schmerz und Verlust und dennoch hatte er sich nie beklagt. Er hat immer mutig ein Schritt nach dem anderen gemacht und hat nie aufgegeben, weil es alle von ihm erwarteten. Für die Hoffnung aller hat er sein Leben geopfert.
Hermine ließ sich vorsichtig neben ihm auf den Boden sinken. Sie hörte seine unregelmäßigen Atemzüge und sah wie sein ganzer Körper zitterte. Egal was sie gesagt hätte, es wären die falschen Worte gewesen. Sonst wusste sie auf alles eine Antwort, doch hier war es ihr nicht möglich, logisch zu denken. Sie konnte jetzt nur eines tun. Sie musste ihm zeigen, dass er nicht allein ist. Langsam legte sie einen Arm um Harry's Schulter und zog ihn vorsichtig zu sich heran. Er wehrte sich nicht dagegen. Er legte seinen Kopf auf ihre Schulter, schloss die Augen und lauschte dem Knistern des Kaminfeuers. Hermine strich ihm beruhigend mit der Hand über den Kopf. Sie spürte, wie er sich langsam entspannte und seine Atmung regelmäßiger wurde. Er schlief ein und sie blieb bei ihm.
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