
von einstein90
So ich hoffe ihr musstet nicht zu lange warten^^
Dafür ist das Kapitel auch wesentlich länger geworden. Danke für die Kommis.
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Die ersten Wochen waren für alle Schüler ungewohnt. Der Unterricht war fordernd, dennoch machte es ihnen Spaß. Nicht selten nahmen sie aus den Stunden „Verteidigung gegen die dunklen Künste“ Blutergüsse und Prellungen mit, die dann teilweise von Madame Pomfrey behandelt werden mussten, oder sie fragten Ginny, Hermine oder Neville. Die Drei waren mit Abstand die Klassenbesten im Fach „Erste Hilfe“. Auch die Nachhilfestunden, die Harry anbot, waren gut besucht.
Harry lag früh am Morgen wach in seinem Bett. Draußen war es noch finster. Die Sonne würde erst in ein paar Stunden aufgehen. Ein heller Lichtblitz zuckte über den Himmel und erleuchtete den Schlafsaal der Jungen. Harry schloss die Augen und lauschte dem Regen, wie er in immer neuen Anstürmen gegen das Fenster prasselte. Ihm kam es vor als wenn er eine Melodie spielte, die im Zusammenspiel mit dem herbstlich pfeifendem Wind versuchte, ihm etwa mitzuteilen. Aber er konnte es nicht verstehen, so sehr er sich auch bemühte. Er öffnete die Augen und zündete die Kerze an, die auf seinem Nachttisch stand. Er richtete sich auf und rieb sich mit den Händen den letzten Schlaf aus den Augen. Harry ließ den Blick durch den Raum schweifen. Die Vorhänge der einzelnen Betten waren zugezogen. Nur das gleichmäßige atmen seiner Freunde zeigte ihm ihre Anwesenheit. Er stand auf und ging zu dem nah gelegenen Fenster und versuchte, etwas zu erkennen. Doch das Einzige was er sah, waren die dicken, schweren Regentropfen, die in Bahnen über das Fenster liefen. Wieder zuckte ein Blitz, gefolgt von einem Donnern über den Himmel. Harry setzte sich wieder auf sein Bett und griff nach seiner Halskette. Er sah auf den Anhänger und blickte auf eine breit lächelnde und glückliche Hermine. In den letzten Tagen wurden sie so sehr gefordert, dass sie beide nur wenig Zeit außerhalb vom Unterricht verbracht hatten, und wenn doch, dann waren immer Ron oder Ginny in der Nähe. Er wartete darauf, dass ihr Bild wieder auftauchte, als es von dem Bild seiner Eltern verdrängt wurde. Wie konnte es sein, dass er sich auf einmal so sehr von ihr angezogen fühlte? Vor einem Jahr war da noch nichts, zumindest nicht mehr als Freundschaft. Er dachte noch einmal an die Tage im Fuchsbau und an den ersten Abend ihrer Rückkehr nach Hogwarts. Sie hätten sich fast geküsst. Aber warum nur fast? Er wollte es in diesem Moment mehr als alles andere. 'Dieser blöde Auror' dachte sich Harry. Er stand noch einmal auf um aus dem Fenster hinaus zusehen. Ein Blitz zuckte am Himmel und Harry erschrak. Er blickte in ein blasses Gesicht mit roten Augen, welches ihn breit angrinste. Seine Narbe fing an zu brennen und er brach ohnmächtig zusammen.
Harry befand sich in einem schmalen, langen Raum, der nur spärlich ausgeleuchtet wurde. Am Ende dieses langen Ganges war eine angelehnte Tür. Dahinter lag ein hell erleuchteter Raum. Immer näher kam er der Tür. Er sah wie eine blasse, knochige Hand die Tür langsam auf schob. Harry blickte nun abwechselnd auf drei Personen im Raum. Rechts von der Tür stand der etwas rundliche Peter Pettigrew. Links von der Tür saß Bellatrix Lestrange in einem bequemen Sessel und beobachtete amüsiert den Eintretenden. Grade zu stand ein stark behaarter Mann mit dem Gesicht zum Fenster. Erst jetzt erkannte Harry, das sich auf dem Boden etwas längliches schlängelte. Es war Voldemorts Schlange Nagini, die sich um seine Füße schlängelte.
„Ah Greyback. Sieht man dich auch mal wieder.“ sprach Harry mit kalter verachtender Stimme.
„Voldi, du weißt warum ich hier bin. Also was gibt es?“ begann Fenrir hochnäsig.
Harry spürte, wie Wut über dessen Arroganz in ihm aufstieg. Am liebsten hätte er ihn mit einem Wink seines Zauberstabes ins Jenseits befördert. Doch er würde ihn noch brauchen, also sah er über diese Unverschämtheit hinweg.
„Fenrir, suchst du noch jemanden, mit dem du spielen kannst? Ich hätte da jemanden für dich, der zufällig eine enge Beziehung zu dem Potter Jungen unterhält. Es wäre für uns beide ein riesiger Gewinn. Und was du mit der Person machst ist mir vollkommen egal.“
„Um wen geht es?“
„Es geht um...“ Weiter konnte Harry nichts verstehen, denn es wurde wieder alles schwarz um ihn herum. Er spürte wie sein Hinterkopf anfing zu schmerzen. Die Sinne kehrten langsam wieder zu ihm zurück. Eine Stimme drang in seinen Kopf. Allerdings war sie anfänglich sehr unverständlich.
„Harry, wach auf...Harry, komm wieder zu dir...Harry!“ unsanft wurde ihm eine Ohrfeige verpasst, die ihn dazu Zwang die Augen auf zu machen. Er blickte in das erleichterte Gesicht einer verweinten Ginny. Sie hockte an seiner Seite, lächelte ihn an und schloss ihn in eine Umarmung. Harry musste noch ein paar mal blinzeln bevor er sich seiner Umgebung wieder ganz bewusst wurde.
„Ginny, was machst du hier? Hier im Schlafsaal der Jungen?“
„Harry, wir sind im Gemeinschaftsraum.“
Er sah sich um und war erstaunt. Wie ist er nur dorthin gekommen? Er war doch oben im Schlafsaal. 'Voldemort' schoss es ihm durch den Kopf. Könnte er was damit zu tun haben? Konnte er die Kontrolle über seinen Körper gehabt haben?
„Verdammt Ginny, hättest du mich nicht später wecken können. Nur eine verdammte Sekunde!“
Ginny war verwirrt. Sie hatte damit gerechnet, dass er ihr danken würde, aber nicht damit, dass er sie verfluchen würde. Ihre Augen füllten sich wieder mit Tränen.
„Tut mir Leid, es war nicht so gemeint. Das konntest du ja nicht wissen.“ wehmütig entschuldigte er sich bei ihr. Ihre Tränen begannen genauso schnell zu trocknen, wie sie zuvor gekommen waren. Harry rollte sich auf den Bauch um sich leichter wieder aufrichten zu können. Er schaute aus dem Fenster. Das Wetter war noch immer stürmisch und die Nacht noch immer präsent.
„Harry, was ist passiert?“ versuchte Ginny vorsichtig wieder seine Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Harry überlegte kurz.
„Es war Voldemort. Es ging um jemanden den ich kenne, allerdings hast du mich zurück geholt bevor ich den Namen erfahren konnte. Aber was machst du überhaupt hier unten?“ versuchte Harry das Thema zu wechseln, um sie nicht unnötig zu beunruhigen.
„Ich konnte nicht schlafen, da wollte ich mich noch ein bisschen an den Kamin setzen.“
Harry drehte sich nun zu ihr und sie musterte sein Gesicht. Von der Narbe ausgehend und über seine smaragdgrünen Augen wandernd, weiteten sich ihre Augen, als ihr Blick auf seinen Hals fiel.
„Warum trägst du nicht den Schnatz, den ich dir geschenkt habe? Und warum zögerst du eigentlich, mich zu fragen, ob ich dich auf den Ball begleite?“
Harry wusste nicht was er sagen sollte. Sie überrumpelte ihn mit der Frage. Er hatte gar nicht daran gedacht, dass sie das von ihm erwartete, aber genauso wenig konnte er ihr die Wahrheit sagen. Zumindest nicht, ohne ihr das Herz zu brechen. Stattdessen konnte er nur mit den Schultern zucken. Innerlich hoffte sie, dass er es irgendwann über sein Herz bringen könnte, sie zu fragen. Dabei beließ sie es aber auch. Sie umarmte ihn noch einmal, bevor sie sich wieder in den Mädchenschlafsaal zurückzog. Harry setzte sich auf das bequeme Sofa vor dem Kamin und beobachtete gedankenverloren das Spiel der züngelnden Flammen. Es vergingen ein paar Stunden bis Harry den letzten Gedanken verabschiedete. Das Wetter hatte sich etwas beruhigt. Der Tag brach allmählich an. Es wurde hell. Harry ging schnell in den Schlafsaal hinauf um sich seinen Schulumhang anzuziehen. Als er den Raum betrat waren seine Freunde bereits wach. Zusammen gingen sie hinunter in die große Halle, wo sie sich zu den Mädchen setzten. Ron begann sofort damit sich eine große Portion Pfannkuchen mit Sirup auf den Teller zu laden. Harry begrüßte erstmal die Freundinnen, wobei seine Augen Hermine fixierten, die ihn kurz anlächelte und darauf ihren Kopf schüchtern senkte. Er fand es amüsant, sie dabei zu beobachten. Er nahm sich einen Schokomuffin und biss herzhaft hinein.
„Hey Hermine, begleitest du mich auf den Ball?“ schmatzte Ron.
Hermine und Harry's Blicke trafen sich für einen Moment. Beiden war das Lächeln vergangen. Sie wandte ihre Augen schnell von ihm ab und schaute nun Ron an. Harry fragte sich, was sie ihm sagen würde.
„Äh...Ron...ich...äh...“ fing sie an zu stammeln.
„Hey, brauchst doch nicht gleich wegen mir sprachlos zu sein. Ich weiß doch, dass du mich willst.“ zwinkerte er ihr zu.
„Ron, was fällt dir ein? Wie kommst du darauf, dass ich dich will.“ schrie sie ihn verärgert an. Viele der Anwesenden drehten sich zu ihr um. Hermine stand wütend auf und wollte gerade die Große Halle verlassen, als sie sich noch einmal umdrehte: „Außerdem wurde ich bereits gefragt und ich habe Ja gesagt!“
Mit wehendem Haar und stolz erhobenem Haupt verließ sie das Frühstück. Ron verging der Appetit. Er stocherte nur noch in seinem Essen herum. Harry spürte, wie Ginny immer wieder zu ihm sah und er spürte ihre Hoffnung. Er hielt es nicht mehr länger an dem Tisch aus. Er schluckte den letzten Bissen herunter und stand auf. Aus dem Augenwinkel sah er Ginny's Enttäuschung.
Harry begab sich auf direktem Wege zum Krankenflügel. Mit schnellen Schritten lief er die Treppen hinauf, an deren Ende er sich Hermine gegenüber sah, die vor der Eingangstür des Unterrichtsraumes verärgert auf und ab ging. Er hörte, wie sie Ron immer noch verfluchte. Langsam ging er auf sie zu, bis er schließlich gut einen Meter vor ihr zum stehen kam. Sie bemerkte ihn und blieb daraufhin stehen. Ihre Blicke trafen sich, ein Moment der Stille trat ein. Harry verzog seinen Mund zu einem leichten Lächeln, woraufhin sie laut los lachen musste und auch Harry stimmte mit ein.
„Oh man tat das gut.“ gab Hermine zu.
„Ich weiß. Manchmal kann Ron ziemlich eingebildet sein.“ flüsterte er ihr verstehend zu.
Er öffnete die schwere hölzerne Tür und ließ Hermine als erstes eintreten. Sie setzten sich zusammen auf einer Bank und unterhielten sich über den anstehenden Unterricht. Nach und nach füllte sich der Klassenraum. Auch die anderen Schüler unterhielten sich über verschiedene Themen, die Harry aber nicht interessierte. Stattdessen konzentrierte er sich voll und ganz auf die Unterhaltung mit Hermine. Madame Pomfrey trat ein und die Stimmen verstummten. Der Unterricht begann. Die großmütterlich wirkende Krankenschwester wies die Schüler an, in kleinen Gruppen die gelernten Zaubersprüche zu üben. Die Stunde gingen schnell vorbei. Hermine, Ginny und Neville konnten ihre ausgezeichneten Fähigkeiten wieder einmal unter Beweis stellen. Ron hingegen bereitete Harry aufgrund seiner Tollpatschigkeit einige Schmerzen, das von den beiden Mädchen mit einem breiten grinsen quittiert wurde. Madame Pomfrey gab den Schülern noch ein paar lobende Worte mit auf den Weg, bevor sie die Stunde beendete. Es folgte nun der Unterricht bei Lupin und anschließend hatten sie noch eine Doppelstunde Zaubertränke bei Professor Slughorn. Hermine zog sich anschließend in die Bücherei zurück. Ginny verschwand im Gemeinschaftsraum, Ron traf sich mit Seamus und Dean. Harry verließ das Schloss und machte einen Spaziergang am großen See. Es wehte ein frischer Wind über das Schlossgelände. Die Baumkronen des Verbotenen Waldes präsentierten sich in allerlei Farben. Der Geruch von nassem Gras durchströmte ihn und er fühlte sich befreit. Mit den Händen in den Taschen und den Umhang bis oben hin geschlossen, lief er am Ufer des Sees entlang und versuchte seine Gedanken zu ordnen.
Hermine betrat die große Bibliothek. Sie lief die hohen Regale ab, auf der Suche nach einem Platz, wo sie ungestört lernen konnte. Schließlich ließ sie sich auf einem Stuhl nieder, legte ihre Tasche auf den Tisch und begann damit, in ihrem Rucksack nach ein paar Büchern zu suchen. Sie hielt kurz inne, als sie einen ihr unbekannten Brief fand. Neugierig öffnete sie ihn und begann zu lesen:
Hand in Hand,
gemeinsam
nie einsam
vertrauen
auf die Liebe bauen.
Hand in Hand,
mit Treue
nichts bereue
verstehen
zusammen gehen.
Hand in Hand
viel lachen,
1000 Sachen machen
mit Verständnis
überwinden jedes Hindernis.
Hand in Hand
der Zukunft entgegen
auf allen Wegen
auch mal Streit
zur Versöhnung bereit.
Hand in Hand
alles erzählen,
keine Lügen wählen
offen für einander sein
über Stock und Stein.
Hand in Hand
an einander denken
Liebe schenken
Zärtlichkeit geben
Arm in Arm leben.
Hand in Hand mit Dir.
P.S. Komme um 19 Uhr in das Bad der Vertrauensschüler
Hermine war überrascht. Wo kam dieser Brief her? Wer hat ihn geschrieben? Es stand kein Name darunter und auch die Handschrift war ihr fremd. Die einzige Möglichkeit herauszufinden, wer ihr diesen Brief zugesteckt hatte, wäre es, um 19 Uhr im Bad der Vertrauensschüler zu erscheinen. Sie faltete den Brief wieder zusammen und legte ihn in ihr Buch über alte Runen. Sie verbrachte einige Stunden in der Bücherei, ohne aber effektiv gelernt zu haben. Immer wieder dachte sie an den geheimnisvollen Brief und mit jeder verstrichenen Minute wurde ihre Anspannung größer. Es war 17 Uhr, als sie es ganz aufgab, weiteres Wissen in ihren Kopf zu stopfen. Sie rieb sich den verspannten Nacken, packte ihre Sachen zusammen und machte sich auf in den Gemeinschaftsraum.
Sie passierte das Porträt der Fetten Dame und wollte gerade in den Mädchenschlafsaal hinauf, als sie zusammen schreckte. Ginny, die sie zuvor gar nicht bemerkt hatte, meldete sich zu Wort.
„Hermine, kannst du mir bei den Hausaufgaben für „Alte Runen“ helfen?“
„Natürlich, ich bringe nur noch schnell meine Sachen nach oben.“ nickte Hermine ihr zu.
Hermine nahm das dicke Buch über alte Runen aus ihrer Tasche und legte es auf den Tisch. Die restlichen Sachen brachte sie hinauf in den Schlafsaal. Ginny nahm das Buch, setzte sich auf einen Sessel und schlug es auf. Dabei fiel ihr der Brief entgegen. Sie öffnete ihn und las ihn durch. Hermine hatte einen Freund? Und es ist nicht Ron, denn er hätte es ihr gesagt, wenn er ein Date mit Hermine hatte. Sie würde aber schon herausfinden mit wem sie sich treffen würde. Als sie hörte, wie jemand die Treppe hinunter kam, legte sie den Brief so schnell sie konnte zusammen gefaltet wieder in das Buch. Hermine schöpfte keinen Verdacht, als sie wieder den Gemeinschaftsraum betrat. Sie setzten sich zusammen auf das Sofa am Kamin. Hermine nahm ihr Buch und versuchte unauffällig den Brief in ihrem Umhang zu verstecken und Ginny tat so, als wenn sie es nicht sehen würde. Beide hockten sie über Ginny's Aufsatz, doch hatten sie ganz andere Dinge im Kopf. Aber verbargen sie es voreinander.
Es war kurz vor 19 Uhr, als Ginny die Feder weglegte. Beide sahen sich verspannt an, ihre Rücken schmerzten, dennoch lächelten sie sich an.
„Das reicht erstmal. Es ist Zeit für das Abendessen, kommst du mit?“ Ginny wusste die Antwort bereits, wollte sie aber damit nur in Sicherheit wiegen.
„Äh nein, ich muss noch was erledigen.“ versuchte Hermine sich zu verteidigen.
„Ah ok. Na gut, wir sehen uns.“ sagte Ginny, erhob sich, streckte sich ausgiebig und verließ dann den Gryffindorturm. Hermine atmete tief durch. Auch sie streckte sich noch einmal, in der Hoffnung, ein paar Verspannungen zu lösen. Auch sie verließ den Gemeinschaftsraum, allerdings nicht um zum Abendessen in der großen Halle zu gehen. Sie schlich durch die zahlreichen Gänge von Hogwarts und nutzte hier und da einen Geheimgang. Immer wieder vergewisserte sie sich, dass ihr niemand folgte. Noch zwei Treppen trennten sie zum Bad, jetzt nur noch eine. Nur noch diesen Gang entlang. Sie hielt vor der massiven hölzernen Tür inne. Sollte sie es wirklich tun? Könnte es vielleicht eine Falle sein? Doch die Neugier und der Nervenkitzel trieben sie hinein.
Hunderte Kerzen erleuchteten den großen Raum. Rosenblätter lagen verstreut auf dem Boden. Ein einziges Lichtermeer tat sich vor ihr auf. Die vielen kleinen Flammen tanzten rhythmisch unter jedem kleinen Windhauch. Langsam schritt sie einen schmalen Pfad entlang, der nicht von Kerzen eingenommen wurde. Die sanften Klänge einer Harfe erfüllten den Raum. Sie hatte erst wenige Meter geschafft, da schwebte ihr ein Stück Pergament entgegen, welches sie mit der Hand auffing:
Ziehe deine Schuhe aus und lass dich von der Wärme des Bodens durchströmen.
Sie zog vorsichtig ihre Schuhe aus und streifte die knie-hohen Strümpfe elegant von ihren Beinen und Füßen. Der steinerne Boden war angenehm warm, nicht so wie in den anderen Räumlichkeiten des Schlosses, die ihre Füße taub vor Kälte werden ließ. Nein, hier spürte sie, wie jedes bisschen Wärme in ihre Füße drang, wie jeder Zentimeter zu neuem Leben erwachte. Sie genoss es, es erregte sie und sie konnte einen leisen Seufzer nicht verhindern. Sie spürte nun die raue Oberfläche der Steine unter ihren Füßen. Mit geschlossenen Augen ließ sie sich von jeder Empfindung, die ihre Füße lieferten, durchströmen. Mit weichen Schritten setzte sie ihren Weg fort, immer weiter den schmalen Gang entlang. Immer wieder kitzelten vereinzelte Rosenblütenblätter die Haut. Jede Schritt war sinnlicher als der davor. Sie ließ den Eingangsbereich hinter sich und kam nun in ein großes Gewölbe. Das große Becken vor ihr war bis zur Kante mit heißem, dampfendem Wasser gefüllt. Auf dem Wasser schwammen ebenfalls unzählige Kerzen und Rosenblätter. Ein anderer Teil der Wasserfläche war mit Schaum bedeckt, der sich in kleinen Hügeln auf türmte. Hermine spürte die Hitze, die vom Wasser ausging. Sie nahm den Duft von Rosen in sich auf und sie bemerkte, wie sich jeder rebellierende Muskel entspannte. Wieder flog ein Pergamentfetzen auf sie zu:
Willst du die Hitze des Wassers spüren, dann zieh das an.
Hermine blickte vor sich auf den Boden und sah dort einen weißen Bikini liegen. Sie setzte ein Knie auf den Boden und griff langsam nach der Badekleidung. Ein kurzes Zischen vom Becken lies sie wieder aufschauen. Eine dichte Dampfwolke löste sich von der Wasseroberfläche und glitt langsam auf sie zu, bis sie komplett von ihr eingehüllt wurde. Der Dampf bildete einen Sichtschutz, sodass sie sich ungestört umziehen konnte. Ein Kleidungsstück nach dem anderen streifte sie von ihrem jungen, attraktiven Körper. Es war ihr keineswegs unangenehm. Der heiße Dampf ließ kleine Tropfen auf ihrer Haut entstehen. Ein Wechselspiel von heißem Dampf und kühlen Tröpfchen belebte ihre Sinne. Die abgestreiften Kleidungsstücke ließ sie achtlos zu Boden gleiten. Stattdessen begann sie damit, sich den Bikini anzuziehen, der sich automatisch ihrer Körperform anpasste und so ihre körperlichen Reize vielfach verstärkte. Der seidige Stoff streichelte ihre weiche Haut. Ihr Körper befand sich zwischen Erregung und Entspannung, etwas, was sie so zuvor noch nie erlebt hatte. Der Dampf lichtete sich und ein kleiner Windhauch vertrieb ihn endgültig. Hermine musste sich kurz schütteln und sie bekam eine Gänsehaut, die sich aber schnell wieder legte. In dem neuen Outfit war sie atemberaubend. Ihr athletischer Körper bewegte sich graziös an den Rand des Beckens. Sie streckte den rechten Fuß durch, sodass sie die Zehen ins Wasser tauchen konnte und so die Wassertemperatur erfühlte. Nach einem kurzen Moment des Wartens senkte sie ihren ganzen Fuß hinein. Immer weiter versank ihr Körper im heißen Wasser, erst ihre langen Beine, ihr Unterleib, ihr Bauch und schließlich ihr Oberkörper. Nur ihr Kopf schaute noch heraus. Ihre Haut schmerzte einen Moment unter der Hitze, doch er gewöhnte sich schnell daran. Es war sogar angenehm, wie bei jeder kleinen Bewegung das Wasser über ihre Haut strömte. Wieder kam ihr ein kleiner Seufzer über die Lippen. Es wirkte alles wie ein Traum. Anders konnte sie sich das nicht erklären. Sie schloss wieder die Augen. Ihr Kopf leerte sich. Ein Gedanke blieb hängen:
'Ich bekomme von dir
ich erhalte für dich
ich lebe in dir
ich liebe durch dich...'
Schon wieder ein Gedicht. Aber wo kam es her? Wieso kam es ihr gerade jetzt in den Sinn? Auf einmal tauchte vor ihr ein Kopf aus dem Wasser. Sie erschrak, fing sich aber schnell wieder, als sie in zwei smaragdgrüne Augen blickte.
„...ich verschenke mich an dich.“ sprach er ruhig und liebevoll.
Sie konnte nicht glauben was da gerade passierte. Hatte er das wirklich gerade gesagt? Doch zu ihrem erstaunen vergrößerte er den Abstand.
„Hast du Hunger?“
Sie blickte ein wenig verwirrt, aber Harry schenkte ihr ein sanftes Lächeln. Er griff hinter die große Säule mit den vielen Wasserhähnen. Er holte ein schwimmendes Tablett hervor. Darauf waren zwei leere Teller mit Besteck, zwei Gläser und eine Vase mit einer einzelnen Rose darin. Langsam näherte er sich ihr wieder. Hermine war immer noch von der Situation überwältigt. Harry schaute ihr tief in die Augen. Es wirkte beruhigend auf sie. Die Teller füllten sich. Er hob etwas mit seiner Gabel auf und reichte es Hermine herüber. Sie sah ihm tief in die Augen und öffnete den Mund. Ein Geschmacksfeuerwerk kam über sie. Sie tat das selbe und fütterte ihn. Immer wieder sahen sie sich tief in die Augen und immer wieder verloren sie sich darin. Das Verlangen nach gegenseitiger Zärtlichkeit wurde immer größer. Harry hielt es fast nicht mehr aus. Er schob das Tablett langsam zurück hinter die Säule. Hermine wartete auf ihn, aber er kam nicht. Sie wollte gerade nach ihm rufen, als sich zwei kräftige Hände um ihren Hüfte legten und sie ohne Vorwarnung aus dem Wasser katapultierte. Sie wurde vollkommen überrascht, ihr Lachen verstummte, als sie komplett im Wasser verschwand. Auch Harry musste lachen. Hermine's Kopf tauchte wieder vor ihm auf. Er strich ihr mit der Hand eine Strähne aus dem Gesicht und er sah sich einer wunderschönen jungen Frau gegenüber, die ihn sinnlich anlächelte. Sie spürte, wie sich seine Hände anschließend auf ihren Rücken legten. Seine kräftigen Arme schmiegten sich an ihrer Taille. Ihre Erregung ließ sie nahezu explodieren. Immer näher kamen sich ihre Körper. Beide spürten sie die Hitze, die vom jeweiligen anderen ausging. Mit sanftem Druck dirigierte er sie zum Beckenrand. Seine Hände wanderten zu ihrer Taille. Ihre Atmung beschleunigte sich, das Herz schlug ihr bis zum Hals. Nach wenigen Augenblicken spürte sie den warmen Marmor des Beckenrandes an ihrem Rücken. Harry hob sie ganz langsam aus dem Wasser und setzte sie auf den Beckenrand. Sein Blick wanderte über ihren perfekten Körper. Die feuchte Haut reflektierte das flackernde Licht der vielen Kerzen. Auf ihrem flachen Bauch liefen Tropfen hinab. Immer weiter wanderte sein Blick nach oben. Über ihren makellosen Busen, ihren eleganten Hals, bis er ihr schließlich in ihre Haselnussbraunen Augen blickte. Immer näher kam er ihr, seine Hände geleiteten über ihre feucht warme Haut wieder zu ihrem Rücken. Ihre Erregung stieg ins unermessliche, ihre Beine schlangen sich um seinen Oberkörper. Wieder lächelte Harry sie sinnlich an. Es machte sie schwach. Mit seinem kräftigen Armen zog er sie zu sich heran, immer näher und näher. Sie spürte seinen Herzschlag auf ihrem Bauch. Langsam hob er sie vom Beckenrand hoch und ging zwei Schritte rückwärts. Hermine hatte ihn immer noch mit ihren Beinen umschlossen. Harry grinste sie kurz an und sie wusste was passieren würde. Sie konnte gerade noch rechtzeitig Luft holen, bevor sich Harry nach hinten fallen ließ und mit ihr zusammen ins Wasser tauchte. Er löste sich aus ihrer Umklammerung, drehte sich ein paarmal im Kreis und blickte ihr schließlich in die Augen. Für wenige Momente schien die Zeit still zu stehen, bevor sie gemeinsam zum Luft holen auftauchten. Beide mussten sie lachen. Wieder merkte sie, wie seine Hände ihren Rücken erkundeten. Wieder näherte er sich ihr an, bis sich beide Oberkörper eng aneinander schmiegten. So nah hatte sie ihn noch nie bei sich gespürt, aber immer von dem Tag geträumt, an dem es passieren würde. Sie legte ihre Arme auf seine männlichen Schultern und verschränkte sie hinter seinem Kopf. Langsam zog er sie zu sich heran. Immer näher kamen sich ihre Gesichter, ihre Augen fixierten sich gegenseitig. Nur noch wenige Zentimeter trennten sie.
„Ich liebe dich.“ flüsterte er, was ihr einen wohligen Schauer über den Rücken trieb.
„Und ich verschenke mich an dich.“ hauchte sie ihm sinnlich zurück. Beide lächelten sich an und unter dem sanften Druck Harry's kamen sich ihre Gesichter immer näher. Sie schlossen die Augen...
„Harry? Hermine? Was?“ Harry und Hermine wichen voneinander zurück. Beide sahen sie aus dem Becken und sahen eine ungläubig blickende Ginny. Die Harfe verstummte. Die Atmosphäre war zum zerreißen gespannt. Es kam also vor als würden sie sich minutenlang ansehen. Ginny's Augen füllten sich mit Tränen. Hermine wollte gerade etwas sagen, als sie sich auf der Stelle umdrehte und schluchzend aus dem Bad der Vertrauensschüler hinaus rannte. Die beiden sahen wir nach, jegliche Romantik war verflogen.
„Ich denke, es ist besser wenn ich jetzt gehe.“ Löste sich Hermine von ihm und verließ das Becken. Harry nickte zustimmend. So hatte er sich den Abend nicht vorgestellt.
Er betrat vorsichtig den Gemeinschaftsraum, aber seine Sorge wegen einer Konfrontation mit Ginny blieb unbegründet. Er zog sich schnell in den Schlafsaal zurück und legte sich auf sein Bett. Seine Gedanken hielten ihn wach. Einerseits war er froh, Hermine gegenüber offen gewesen zu sein, andererseits hatte er damit auch Ginny's Herz gebrochen. Der Abend fing so gut an, aber er endete in einer Katastrophe. Warum muss Ginny auch so neugierig sein?
Harry stand erst auf, als seine Freunde den Schlafsaal verlassen hatten. Er ging durch den Gemeinschaftsraum, wo ein paar Schüler über ihren Aufgaben saßen. Sie bemerkten ihn gar nicht. Er setzte seinen Weg zur großen Halle fort. Alle saßen sie an ihrem Stammtisch, außer Ginny. Harry freute sich innerlich, dass er Ginny nicht unter die Augen treten musste. Also setzte er sich zu ihnen und Hermine direkt gegenüber. Harry lächelte sie an und er merkte, wie sie sich zwingen musste zurück zu lächeln. Es fühlte sich wie eine Bestrafung an, aber er wusste einfach nicht was er falsch gemacht hätte. Immer wieder ging er alles in Gedanken noch einmal Stück für Stück durch, aber er kam immer zu dem selben Schluss: Ihn treffe keine Schuld. Oder?
„Harry?“ eine junge Schülerin trat von hinten an ihn heran.
„Weißt du wo Ginny ist? Sie ist seit gestern verschwunden.“
„Was?“ reagierte er erstaunt. Auch die anderen hörten nun aufmerksam zu. „Okay, danke. Ich werde sie suchen.“ Das Mädchen nickte und begab sich wieder zu ihrem Platz am Gryffindortisch. Harry überlegte sich, wo er anfangen sollte zu suchen.
„Harry, nimm die Karte des Rumtreibers.“ warf Ron ein. Harry sah ihn an und ohne ein weiteres Wort zu verlieren, sprang er auf und rannte den gesamten Weg zu seinem Schlafplatz hinauf. Vollkommen außer Atem und mit schmerzenden Beinen holte er die Karte aus seinem Koffer und tippte sie kurz an. Sofort zeichneten sich die Schemen von Hogwarts ab. Harry begann damit die Karte ab zu suchen, aber vergeblich. Ginny's Punkt war nicht darauf zu sehen. Er faltete die Karte zusammen und ging wieder hinunter in den Gemeinschaftsraum, wo ihm seine Freunde auch schon entgegen kamen.
„Und? Wo ist sie?“ wollte Neville wissen.
„Auf jeden Fall nicht im Schloss. Wir müssen sie suchen.“ Er wandte sich Hermine zu: „Ich möchte, dass du Professor McGonagall, Lupin und Tonks Bescheid sagst. Und wir fangen mit der Suche an.“
Hermine verschwand aus dem Gemeinschaftsraum.
„Wir werden mit der Suche im Verbotenen Wald anfangen!“
„Aber Harry, das liegt außerhalb von den Schutzzaubern.“
„Ich weiß Neville, aber genau da würde ich hingehen, wenn ich alleine sein will und verletzt worden wäre. Also los.“ Harry ignorierte den schiefen Blick von Ron.
Die Freunde begaben sich gemeinsam zum großen Eingangsportal, wodurch sie auf das Schlossgelände kamen. Geradewegs gingen sie auf Hagrid's Hütte zu, die sich am Rand des Verbotenen Waldes befand. Harry klopfte kräftig an die Tür. Nichts geschah. Er klopfte noch einmal. Wieder nichts. Er drehte sich zu seinen Freunden um.
„Dean, Seamus. Ihr geht von hier aus nach Osten und durchsucht den Wald bis nach Hogsmeade. Neville und Luna, ihr geht nach Westen bis zur heulenden Hütte. Ron und ich werden den Wald nach Süden durchkämmen. Verstanden?“
Die Schüler verschwanden im Wald. Immer tiefer drangen sie hinein und immer unheimlicher wurde die Umgebung. Alle liefen sie mit gezückten Zauberstäben und immer wieder riefen sie nach Ginny. Doch sie erhielten nur schaurige Stille als Antwort. Harry hoffte inständig, dass ihr nichts zugestoßen ist. Dass sie nicht hier irgendwo im Wald lag und verletzt oder sogar schon...Er verwarf den Gedanken. Nein, ihr geht es gut und sie werden sie finden. Sie mussten. Jede weitere Minute drangen sie immer tiefer in den Wald vor, aber noch immer kein Lebenszeichen von ihr. Nach einer guten halben Stunde jedoch vernahmen sie eine Bewegung im Unterholz. Sie näherten sich der Quelle langsam, als plötzlich eine Gruppe von Zentauren zwischen den Bäumen hervor sprang und die Beiden umzingelte. Sie richteten Pfeile auf sie. Ron und Harry standen Rücken an Rücken und drehten sich langsam, um alle Pferde-ähnlichen Gestalten im Blick zu haben. Nichts geschah. Die Zentauren verharrten in ihren Positionen. Einer von ihnen begann zu sprechen:
„Was macht ihr hier in unserem Revier? Allein dafür könnten wir euch schon töten.“
„Wir sind auf der Suche nach einer jungen Schülerin, die aus Hogwarts verschwand. Sie ist etwa einen Kopf kleiner als ich und hat rotes schulterlanges...“ fing Harry an, wurde aber von dem Zentaur unterbrochen.
„Ruhe! Es ist mir egal was ihr hier treibt. Verschwindet von hier oder ich kann für eure Sicherheit nicht mehr garantieren. Sofort!“
„Ich werde hier nicht weggehen, solange ich sie nicht gefunden habe!“ gab Harry energisch von sich. Die Zentauren spannten ihr Bögen. Plötzlich sprang etwas in die Mitte zu den beiden Freunden und umkreiste sie. Es war Firenze, ein befreundeter Zentaure von Hagrid.
„Senkt eure Waffen! Diese Kinder stehen unter meinem Schutz.“ Die Anderen zögerten, senkten dann aber doch ihre Waffen. Der Anführer der Gruppe schnaubte Firenze verächtlich an, bevor er seinen Kameraden anwies ihm zu folgen. Sie verschwanden.
„Harry, was machst du hier so tief im Verbotenen Wald?“
„Wir sind auf der Suche nach Ginny. Sie ist verschwunden.“
„Hier war sie nicht. Und nun verschwindet von hier. Geht zurück ins Schloss, wo ihr sicher seid!“ Er verschwand zwischen den vielen Bäumen.
Luna und Neville waren ebenfalls eine geschlagene halbe Stunde unterwegs, als um sie herum plötzlich alles eisig wurde. Der Boden gefror und feine Eiskristalle bildeten sich auf den Wurzeln. Sie spürten, wie alles Glück um sie herum verschwand. Schritt für Schritt näherten sie sich einer Lichtung und mit jedem Schritt wurde es kälter und dunkler. Schwarze Gestalten flogen über der freien Fläche, und immer wieder tauchte eine hinab bis ganz nah über den Boden, verharrte dort und stieg dann wieder auf. Dementoren kreisten über etwas, wie Geier über einem Kadaver. Sie erreichten den Rand der Lichtung, als sie erkannten, worauf sie sich stürzten. Dort lag ein lebloser Körper. Es war Ginny. Ohne zu zögern hob Neville seinen Zauberstab:
„Expectum Patronus“ brüllte er aus vollem Halse.
Aus der Spitze seines Zauberstabes brach gleißendes Licht hervor. Es formte sich der Körper eines Falken, der sofort auf die Dementoren zu schoss und sie von dem Körper ihrer Freundin vertrieb. Die Beiden rannten zu ihrem Körper und untersuchten sie kurz. Luna beschwor ebenfalls ihren Patronus herauf, ein kleiner flinker Hase hielt die Dementoren in schach. Neville nahm Ginny vorsichtig auf den Arm und zusammen mit Luna rannten sie den Weg zurück, den sie gekommen waren, die Dementoren ihnen dicht auf den Fersen. Harry und Ron trafen sich mit Seamus und Dean nahe Hagrids Hütte. Sie berichteten einander vom Ergebnis ihrer Suche, als sie Luna's lauten Schrei aus dem Wald vernahmen. Sofort drehten sie sich um und sahen, wie sie zwischen den Bäumen auftauchten, gefolgt von einer ganzen Schar von Dementoren. Es waren noch gut hundert Meter bis zum rettenden Schild, allerdings würden die Dementoren sie vorher einholen. Harry verließ sofort den Bereich des Schutzzaubers und rannte ihnen entgegen, stoppte aber auf halber Strecke. Er konzentrierte sich auf den glücklichsten Moment seines Lebens und beschwor seinen Patronus herauf. Das Licht, was von der weißen Hirschkuh ausging, war heller als jemals zuvor. Die Schüler mussten die Augen zusammen kneifen, damit sie überhaupt noch etwas sahen. Wie ein Blitz schoss er auf die Dementoren zu und hielt sie für einen kurzen Moment zurück, bevor er, sehr zur Überraschung aller Anwesenden, verpuffte. Die Verfolger schlossen wieder auf, aber der Patronus hatte ihnen genug Zeit verschafft, damit sie die magische Barriere überwinden konnten. Die Dementoren prallten vom Schutzzauber ab. Harry besann sich wieder und kniete sich sofort an die Seite von Ginny. Er nahm ihren Kopf vorsichtig in beide Hände und hob ihn langsam an. Ihr lebloser Anblick trieb ihm die Tränen in die Augen. Hermine, gefolgt von ein paar Lehrern und Schülern traten eiligst an die Gruppe heran. Madame Pomfrey bahnte sich ihren Weg durch die Menge und begutachtete Ginny.
„Mister Longbottem, wären sie so freundlich Miss Weasley in den Krankenflügel zu bringen.“ Neville tat, wie ihm von der Krankenschwester aufgetragen wurde.
„Mister Potter, sie und ihre Freunde sofort in mein Büro!“ befahl ihnen McGonagall. Die schaulustige Menge löste sich auf.
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