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Fanfiction

Harry Potter und die verschmelzenden Seelen - Weihnachtsstimmung

von einstein90

So wieder mal ein neues Kapitel von mir für euch. Ich hoffe es gefällt euch, wenn ja schreibt mir ein Kommi und wenn nicht, dann geizt nicht mit Kritik^^

Danke Forrest für den Kommi.

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

Jonathan fuhr mit seinem Mietwagen durch die verschneiten Straßen Londons. Er dachte an die vielen Menschen, die zu Hause waren und zusammen mit ihren Familien ein besinnliches Weihnachtsfest verbrachten. Und genau das war der Grund für seinen tiefen seelischen Schmerz. Er sollte jetzt in Florida sein, bei seiner Frau und seiner kleinen Tochter. Er wollte in ihre strahlenden Augen blicken, wenn Madison ihre Geschenke auspackte. Er wollte den Weihnachtsbraten zubereiten. Er wollte den Weihnachtsbaum aufstellen und schmücken. Er wollte zusammen mit ihnen im Wohnzimmer sitzen und einen gemütlichen Abend verbringen. Er wollte, aber er konnte nicht. Er durfte nicht. Stattdessen fuhr er durch die von den Laternen erleuchteten Straßenschluchten der englischen Hauptstadt auf dem Weg zu dieser bestimmten U-Bahnstation. Warum hatte er sich bloß darauf eingelassen? Das hatte er nicht. Niemand hat ihn gefragt, ob er nach London gehen wollte, um bei einer Spezialeinheit von einem zum nächsten Fehlschlag zu stolpern. Man hatte es ihm befohlen, wie man es mit einem gemeinen Soldaten tun würde. Doch die Jahre seines Lebens, die er seinem Land diente, waren in diesem Moment vergessen. Jedes Mal begab er sich und seine Männer in Lebensgefahr und wofür? Sicherlich, es war sein Job. Es war das, was er seit seiner Kindheit wollte. Aber wollte er das immer noch? Jetzt wo er eine traumhafte Frau und eine wunderschöne Tochter hatte. Eine Familie, bei der er jetzt sein sollte. Heute, am Heiligen Abend. Immer wieder redete er sich ein, dass es der letzte sei. Der letzte Einsatz, bevor er zu ihnen zurück kehren würde. Aber er konnte einfach nicht aufhören. Er konnte es nicht. Alles, was er in seinem Leben bisher erreicht hatte, was sein ganzes Leben ausmachte, all dies repräsentierte seine Uniform. Mit 17 ist er eingetreten. Mit 18 kam er das erste Mal nach Afghanistan, wo er sich mehrfach beweisen konnte. Schnell stieg er in der Hierarchie zu einem angesehenen Lieutenant auf. Mit 23 kam er zu den Rangern. Die Ausbildung war hart, nahezu unmenschlich, aber er hatte sie überstanden. Dann kam der Irak-Krieg, in dem er sich zum Captain hoch arbeitete, bevor er nach London versetzt wurde. Mit 26 Jahren hatte er soviel gesehen. Leid, Grausamkeit und Tod. Sein ganzes Leben hatte er nichts anderes getan. Was sollte er machen, wenn er kein Soldat mehr wäre. Er hat sich daran gewöhnt, wie sein ganzer Körper von Adrenalin durchströmt wurde, wenn er in einem Gefecht war und jemanden erschoss. Er schüttelte sich vor Entsetzen. Nie hatte er darüber nach gedacht. Für ihn ist es eine Selbstverständlichkeit geworden, andere zu töten. Was musste nur seine Tochter von ihm denken? Seine Frau? Er war ein Mörder, ein Auftragskiller, der von seinem Land legitimiert wurde, Fremde in einem fernen Land zu erschießen. Er erschrak sich bei dem Gedanken. Das konnte er nicht gut heißen. Das wollte er auch nicht. Aber dieser Einsatz bei dieser Task Force Raven war notwendig. Die Anzahl der Anschläge ging bereits in die Hunderte. Es verging fast kein Tag mehr, ohne das nichts passierte. Selbst die Menschen hier in London, die tagsüber in den Straßen zu sehen waren, sahen besorgt aus. Und wenn Jonathan einer der wenigen war, die in der Lage sind, Menschen vor Schaden zu bewahren, so werde er alles in seiner Macht stehende tun um das auch zu erreichen. Allerdings ist das schwer, wenn man nur mangelhafte Quellen hat. Nach ganzen 17 Einsätzen ohne Erfolg. Ob es diesmal wieder einen Fehlschlag geben würde? 'Es spielt keine Rolle was du denkst' rief er sich innerlich zur Ordnung, 'Sei auf alles vorbereitet.'

Jonathan stellte seinen Wagen an der Straße gut 100m vor der U-Bahnstation ab. Die restlichen Meter wollte er zu Fuß überbrücken. Er stieg aus seinem Fahrzeug. Die Kälte war unerbittlich. Sofort kroch sie ihm unter die Kleidung und bereitete ihm eine Gänsehaut. Er zog seinen Mantel noch enger um seinen Körper. Sein Atem bildete einen dichten Nebel vor seinem Gesicht, der sich sofort wieder legte. Bei jedem Schritt sank er wenige Zentimeter in den frisch gefallenen Schnee ein. Jeder Meter war anstrengend. Es lief sich darauf wie auf einem Sandstrand. Er blickte sich noch einmal um, bevor er die stillgelegte Rolltreppe hinab stieg. Er betrat den grünlich schimmernden Untergrund. Jeder Schritt hallte in dem dunklen Gewölbe, jeder Tropfen Wasser, der zu Boden fiel, wurde vielfach verstärkt. Immer tiefer drang er in die U-Bahnstation ein, bis er den Fahrstuhl erreichte. Er drückte auf den Knopf und blickte hinauf in die getarnte Kamera. Stumm öffnete sich die Schiebetür zum Lift und Jonathan trat hinein.

„Hey John, frohe Weihnachten.“ begrüßte ihn Dennis sarkastisch und klopfte ihm kräftig auf den Rücken. Der Flur war mit ein paar Girlanden verziert. Ein kleiner grüner Plastikweihnachtsbaum stand in der Ecke. Eigentlich war ihm nicht zum Lachen zu mute, dennoch brachte ihn der Anblick vom Lieutenant mit seiner Weihnachtsmütze zum schmunzeln. Ihm wurde ein halb gefüllter Becher gereicht. Dem Geruch nach handelte es sich um Glühwein, den er aber dankend ablehnte.

„Ja, frohes Fest.“ Er rollte mit den Augen.

„Lieutenant. Captain. Kommen sie?“ Major Oliviera nickte in den Besprechungsraum. Die beiden setzten sich in Bewegung. „Major.“ nickte Jonathan der jungen Frau im vorbeigehen zu. Sie betraten den Raum und gesellten sich zu ihren Kameraden. Die Entwicklung der Männer war erstaunlich. Vor wenigen Monaten hatten sie sich zum ersten mal gesehen, doch in der wenigen Zeit, die sie zusammen trainierten und auf Einsätzen waren, bildete sich unter ihnen eine enge Freundschaft. Es formte sich ein Team, welches sich allerdings noch nicht beweisen konnte. Aber die simulierten Szenarien, die sie übten, verbreiteten Zuversicht bei den beiden leitenden Offizieren. Jonathan und Dennis begaben sich zu ihren Kameraden, die nicht mehr nach ihren Nationalitäten getrennt im Besprechungsraum saßen. Viele von ihnen glaubten an ein Déjà-vu als die beiden Colonels in den Raum traten, so wie sie es auch die 17-male zuvor getan hatten. Und ohne ein Wort knipste Major Oliviera das Licht aus. Und Sawyer begann mit der Missionsbesprechung:

„Guten Abend, meine Herren. Fangen wie gleich an.“ Auf der großen Leinwand tauchte eine Satellitenkarte auf, in die immer mehr hinein gezoomt wurde, bis sie schließlich eine kleine Insel zeigte. „Wir haben Informationen erhalten“ und mit einem Blick zu Jonathan fügte er hinzu, „die auch von mehreren Quellen bestätigt wurden, dass sich in einem Waldgebiet, genauer gesagt in Marks Corner westlich von Newport auf der Isle of Wright vor der Südküste Englands hochrangige Vertreter der 'Phantome' treffen werden.“ Jonathan musste bei der Bezeichnung schmunzeln, die eine Anspielung auf die vielen Fehlschläge war, wo sie nicht einem dieser Terrorgruppe begegnet waren. Sawyer zeigte auf die Leinwand, wo ein roter Punkt den Einsatzort markierte. „Infrarotbilder zeigen eine Wärmequelle in diesem Gebiet an, welche zweifelsfrei als eine Art Blockhütte, die am Rand einer etwa 50 Meter im Durchmesser großen Lichtung liegt, identifiziert werden konnte. Es gibt einen östlichen Zufahrtsweg.
Da Einheimische das Haus als leer stehend bezeichnen, vermuten wir, dass es sich dabei um ein Versteck der Organisation handelt. Jedoch konnten keine Bewegungen in dem Bereich festgestellt werden. Unsere Informanten konnten uns leider keinen genauen Zeitpunkt nennen, daher müssen sie sich darauf einstellen, sich länger dort draußen auf zu halten. Ziehen sie sich also warm an.“ Sawyer trat beiseite und Colonel Morrison übernahm die taktischen Einzelheiten.

„Sie werden von „November One“ und „Two“ bis auf eineinhalb Kilometer an das Einsatzgebiet heran gebracht. Die Landezone befindet sich hier.“ ein weiterer roter Punkt leuchtete auf. „Dort ist eine Lichtung, die aber zu klein zum Landen ist. Daher werden sie sich abseilen müssen. Die Black Hawks gehen an dieser Position in 'Stand-by' und können dann bei Bedarf Unterstützung leisten. Sie werden sich dann im geschlossenen Verband bis auf etwa 200 Meter dem Zielobjekt annähern, bevor sie sich aufteilen und an den folgenden Punkten in Stellung gehen. Alpha bezieht Position direkt gegenüber vom Haus auf der anderen Seite der Lichtung. Bravo verschanzt sich direkt am Haus. Sie sind dafür zuständig, bei einem Zugriff das Haus zu sichern. Charlie legt sich hier auf die lauer, direkt gegenüber der Zufahrt.“ ein dritter Punkt leuchtete am westlichen Teil der Lichtung auf, „und Delta geht zwischen den Positionen von Alpha und Charlie in Deckung. Echo sichert den Rückraum, damit ihnen niemand in den Rücken fällt. Ja Captain?“ Jonathan ließ seinen Arm wieder auf den Tisch sinken.

„Bei allem Respekt Colonel, aber diese Taktik weist doch ein paar Schwächen auf.“

„Ach und welche, Captain?“ Morrison betonte das letzte Wort besonders abwertend, doch auch Jonathan konnte schlagfertig antworten und betonte den Dienstgrad des Offiziers besonders: „Nun, Colonel, erstens besteht ein klarer Fluchtweg nach Osten und zweitens würden sich Alpha und Bravo in einem Feuerwechsel direkt gegenüber stehen, das heißt es ist mit Eigenbeschuss zu rechnen. Wenn wir die Position von Alpha um etwa 25 Meter nach Osten verlagern ist dem vorgebeugt. Und Echo bezieht hinter Alpha Stellung und wenn die dann auftauchen, verlegt sich die Position von Echo an den südöstlichen Rand der Lichtung. Dort versperren sie die Zufahrt und halten sich bereit, um eventuelle Flüchtlinge abzufangen.“ Morrison sah aus, als wenn ihm gleich der Kragen platzte, doch bevor es zum erwarteten Wutausbruch kam, mischte sich Sawyer ein. „Captain, wir haben den Plan mehrfach analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass er so ausgeführt wird, wie wir das geplant haben. Haben sie das verstanden?“ „Sir.“ nickte Jonathan. „Gut das wir das geklärt hätten. Also dann, Ausrüstung aufnehmen und in 15 Minuten Marschbereitschaft herstellen. Ach ja bevor ich es vergesse: Frohe Weihnachten.“ beendete Sawyer die Besprechung, die mit allgemeinem Gemurmel quittiert wurde. Die Männer gingen in die Ausrüstungskammer und bereiteten sich vor.

„Hey, lass die doch labern. Vermutlich wird heute auch nicht viel passieren, außer das wir uns da draußen den Arsch ab frieren.“ Jonathan lächelte über die freundschaftliche Geste von Dennis, aber dennoch hatte er tief im inneren ein ungutes Gefühl, was er sich aber nicht anmerken ließ, um die heitere Stimmung unter den Männern nicht zu trüben. Die Soldaten zogen ihre Uniformen an, hängten sich ihre Waffen um und kontrollierten noch mal alles. McNeal verließ zusammen mit seinem Kumpel Dennis als letztes die Ausrüstungskammer, wurde aber von Colonel Morrison zurück gehalten.

„Captain, untergraben sie noch einmal meine Autorität, dann werden sie ihres Lebens nicht mehr froh.“ warnte ihn der Colonel mit gehobenem Finger. Jonathan hielt dem bohrenden Blick stand.

„Sir, ist das eine Drohung?“ gab er lässig zurück.

„Passen sie auf, McNeal. Treiben sie es nicht zu weit.“

„Sir.“ Jonathan löste sich aus der Situation und bestieg den Fahrstuhl, wo Dennis auf ihn wartete.


Dichtes Schneetreiben hatte eingesetzt. In der Ferne hörten sie die Sirene eines Krankenwagens. Die Spuren, die Jonathan auf dem Weg ins SOC im Schnee hinterließ, waren bereits verschwunden. Stattdessen gab es nun unzählige neue Spuren. Spuren von Kampfstiefeln, die direkt an die Straße führten, wo fünf schwarze Vans mit laufenden Motoren standen. Jonathan stieg in das vorderste Fahrzeug, Dennis in das dahinter. Der Konvoi setzte sich in Bewegung. Dicke Schneeflocken fielen vom Himmel herab. Wie bei strömendem Regen trafen die weißen Kristalle auf die Windschutzscheibe, wo sie schmolzen und unzählige Wassertropfen zurück ließen. Die Scheibenwischer, in ihrem sich immer wiederholenden Rhythmus des auf und ab, gewährten einen freien Blick auf die Straße vor ihnen. Die Fahrzeuge bahnten sich ihren Weg durch die Straßen der Metropole zum Flughafen, den sie nach ein paar Minuten erreichten.

Aber es waren keine Hubschrauber zu sehen. Stattdessen befanden sich dort zwei dichte Wolken aus Pulverschnee. Nur das Dröhnen der Motoren zeugte von ihrer Anwesenheit. Die Männer stiegen aus ihren Fahrzeugen. Für Außenstehende musste es ein bizarrer Anblick gewesen sein, als die schwarz gekleideten, bis an die Zähne bewaffneten Männer einer nach dem anderen in diesen Wolken verschwanden. Jonathan stieg als letzter in den nachtschwarzen Hubschrauber. Er klopfte mit der Faust gegen das blanke Metall um die Aufmerksamkeit des Piloten auf sich zu lenken. Dieser drehte den Kopf zu ihm und sah, wie der Captain den erhobenen Zeigefinger schwenkte und ihm somit signalisierte, dass er starten konnte. Es war majestätisch, wie die beiden Hubschrauber aus dem Schneenebel heraus kamen und sich in den mit Wolken behangenen Himmel empor hoben.

Eisiger Wind pfiff durch die Kabine. Die Männer waren still, aber nicht weil sie nichts zu erzählen hatten, sondern weil der Motor jegliche Kommunikation unmöglich machte. Jonathan saß an der Kabinentür. Den Reißverschluss seiner Uniform bis unter sein Kinn zu gezogen und mit verschränkten Armen. Sein Blick schweifte über das Gebiet, welches sie gerade überflogen. Obwohl es tiefschwarze Nacht war, der Schnee erhellte die Landschaft. Er öffnete eine seiner Brusttaschen und holte dort ein kleines Foto heraus. Ein Foto welches ihn zusammen mit seiner Frau und seiner Tochter zeigte. Es war alt. Es war aus einer besseren Zeit, die lange zurück lag.

Nachdem er aus Afghanistan wieder kam heiratete er seine langjährige Schulfreundin Jennifer, bekam mit ihr noch im selben Jahr Madison. Es war die glücklichste Zeit seines Lebens, aber dann. Dann starb sein Vater. Er zog sich zurück. Tat Dinge, die die Beiden nicht verdient hatten. Dafür hasste er sich. Er hasste sich dafür, dass er sich freiwillig für den Irak meldete, als Jennifer ihren Bruder verloren hatte. Er hasste sich dafür, dass er viele von Madison's Geburtstagen verpasst hatte. Er hasste sich dafür, dass er ihnen soviel abverlangte. Doch es war bereits geschehen. Das konnte er nicht mehr rückgängig machen, aber nun verlangte er von sich selbst, das wieder gut zu machen. Auch wenn das heißen würde, den Dienst zu quittieren und Zivilist zu werden. Dafür waren sie ihm einfach viel zu wichtig.

Er schaute auf das Bild und sah seine Liebsten lächelnd. Das ließ auch ihn lächeln. Er küsste das Foto und steckte es zurück in die Brusttasche.

Nachdem sich die Hubschrauber eine knappe Stunde durch den eisigen Wind gekämpft hatten, erreichten sie die Küste der Insel. Die beiden Black Hawks schalteten die blinkenden Positionslichter aus und sanken auf eine Höhe von etwa 30 Metern. Unter sich sah Jonathan, wie sie über kleine Bäume und Büsche hinweg flogen. Es waren nur noch zwei Minuten, bis sie die Lichtung erreichten und sich abseilen mussten. Spürbar verringerte sich die Geschwindigkeit des Hubschraubers. Der Pilot zog die Nase der Maschine vorsichtig hoch. Sie erreichten die Waldgrenze. Nur noch eine Minute signalisierte der Co-Pilot. Jonathan wies seine Männer an, nochmal die Ausrüstung zu kontrollieren und sich auf den Ausstieg vor zubereiten. Sie wurden immer langsamer und langsamer, bis sie über der Lichtung schwebten. Der zweite Black Hawk näherte sich ihnen, bis auch dieser zum Stillstand kam. Links und Rechts wurden dicke Seile aus den Hubschraubern gestoßen. Sofort begannen die Männer damit, an diesen Seilen hinunter zu rutschen. Einer nach dem anderen. Unten angekommen, verteilten sie sich im Gelände und sicherten die Absetzzone. Jonathan war der Letzte, der festen Boden berührte. Der lose Schnee um ihn herum wurde durch den Druck der Rotoren aufgewirbelt. Er beobachtete wie die Hubschrauber abdrehten und wie sie beim überfliegen der verschneiten Nadelbäume die Baumkronen zur Seite drückten und kleine Schneelawinen zu Boden fielen ließen.

Auch am Einsatzort rieselte der Schnee, allerdings war es Windstill. Jonathan holte ein kleines Gerät aus seiner Hosentasche und hielt es einige Sekunden in die Luft. -15 Grad Celsius zeigte es an. Er schüttelte nur kurz mit dem Kopf und steckte das elektrische Thermometer wieder ein.

„Papa Bär, hier Alpha. Wir sind an der Absetzzone. Over.“

„Verstanden, Alpha. Fahren sie fort. Over.“

Jonathan verschaffte sich mit einem Pfeifen Aufmerksamkeit und führte mit seiner ganzen Hand eine Kreisbewegung in der Luft aus. Das Zeichen für die anderen, ihm zu Folgen. Sie verschwanden im Wald.


Die Finger waren taub. Die Füße waren taub. Jede Bewegung schmerzte. Die Augenlider wurden schwer. Der Atem war ruhig. Wenigstens schneite es nicht mehr.
Jonathan lehnte an einem umgefallenem Baum, mittlerweile seit zwei Stunden. Sie hatten sich kaum bewegt. Einige versuchten sich mit Taschenwärmern zu behelfen und durch Bewegungen warm zu halten. Jonathan hingegen lag nur da. Sein Körper hatte schon längst aufgehört, sich durch zittern zu wärmen. Seine Augen schlossen sich. Rodriguez, der direkt neben ihm hockte, rüttelte ihn kräftig wach und nickte in die Richtung der Lichtung. Er rieb sich noch einmal kurz die Augen, bevor er einen Blick über den Baumstamm warf. Sofort war er hellwach, als er dort eine große Menschenmenge erblickte.

„Alpha an alle: Auf eure Positionen. Wir haben Kontakte. Over.“

Sein Herz begann zu rasen. Das Gefühl kehrte wieder in seine Gliedmaßen zurück. Sofort brachte er seine Waffe in Anschlag und zielte auf den ihm am nächsten stehenden Unbekannten. Das restliche Team tat das selbe und wählten verschiedene Ziele aus. Jonathan erkannte eine Bewegung am Haus, die ihm offenbarte, dass das Bravo-Team sich ebenfalls auf einen Angriff vorbereitete. Die anderen Teams meldeten sich per Funk Einsatzbereit. Jonathan hingegen wartete ab, da die etwa vier Dutzend Menschen sie noch nicht bemerkt hatten. Stattdessen stellte er sich die Frage, wo diese auf einmal her kamen? Rodriguez meinte, sie wären von einem auf den nächsten Moment aufgetaucht.

Unter den Todessern herrschte eine gewisse Feierlaune. Viele begannen zu reden, einige lachten. Einer dieser Männer löste sich von der anderen und war auf dem Weg hinters Haus. Jonathan flüsterte einen Befehl in sein Funkgerät und beobachtete die sich entfernende Person. Diese blieb etwa vier Meter neben dem Haus stehen, um sich zu erleichtern. Jonathan sah, wie sich Dennis aus dem Schatten des Hauses löste und sich von hinten an das Ziel heran schlich. Mit schnellen Bewegungen legte er ihm einen Arm um den Hals und drückte mit der anderen Hand den Mund zu. Er zog den sich wehrenden Mann hinters Haus. Leider bekam auch einer der Todesser das mit und schlug Alarm. Drei von ihnen lösten sich in Luft auf. Und kurz darauf leuchteten hinter dem Haus grüne und rote Lichtblitze auf, gefolgt von Schreien und dem lauten Knallen von Handfeuerwaffen. Die anderen Todesser gerieten in Aufruhr.

„Bravo, hier Alpha. Kommen. Over“

Keine Antwort.

„Bravo, hier Alpha. Meldet euch!“

Keine Antwort.

Doch Jonathan konnte keinen weiteren Funkspruch absetzen, denn einer der Todesser sah ihn und schleuderte sogleich einen Todesfluch auf ihn. Der verfehlte ihn nur knapp und schlug direkt neben ihm ein. Jonathan jedoch zielte besser. Sein Schuss traf den Todesser und riss ihn von den Beinen. Auch die anderen Soldaten eröffneten das Feuer. Wie ein Blitzgewitter brach es über die erschrockenen Menschen herein, die sich aber mit aller Macht und jeder Menge Flüche zur Wehr setzten. Ein Feuerwerk brach auf der Lichtung aus. Die Todesser fielen wie die Fliegen, aber auch einige Soldaten erwischte es. Adrenalin schoss durch den Körper des Captains. Alles begann sich in Zeitlupe ab zuspielen. Jonathan blickte durch seine Visier. Der rote Punkt befand sich auf einem Todesser. Sein Finger krümmte sich. Er spürte den ersten Rückstoß der Waffe in seiner Schulter. Und dann den Zweiten. Den Dritten. Durch das Objektiv sah er, wie das Ziel zu Boden fiel. Heißer Pulverdampf stieg ihm in die Nase. Seine Augen schlossen und öffneten sich. Eine leichte Bewegung und es tauchte ein neues Ziel auf. Wieder drückte er ab. Wieder fiel ein Körper leblos zu Boden. Nach nicht einmal 15 Sekunden verstummten die Waffen. Schmerzensschreie erfüllten die Lichtung. Einer der verletzten Todesser versuchte weg zu laufen. Jonathan nahm die Verfolgung auf und rannte hinter her. Er kam dem Humpelnden immer näher. Sein Herz schlug kräftig gegen seine Rippen. Der Verfolgte blieb stehen und drehte sich zu ihm um. Zwei Meter trennten die Beiden, die Jonathan mit einem Hechtsprung überwand. Rodriguez, der wenige Sekunden später an der Stelle auftauchte, sah niemanden mehr. Jonathan war weg.


„Lieutenant, was zum Teufel ist da draußen geschehen?“ forderte Colonel Morrison die Antwort von Dennis ein, als die acht Überlebenden im Hauptquartier eintrafen. Doch für ein Verhör hatte er jetzt keine Nerven: „Das sage ich ihnen, wenn ich es weiß.“ Er ließ den verdutzten Offizier im Flur stehen.



Jennifer kam zusammen mit Madison von einem weihnachtlichen Gottesdienst zurück nach Hause. Sie hob die Post auf und sah sie durch. Sofort viel ihr ein Brief auf, der aus London kam. Sie riss ihn auf und begann zu lesen.



Sehr geehrte Mrs. McNeal,

sie kennen mich nicht, aber ich kenne ihren Mann. Ich diene zusammen mit Jonathan in London. Zwischen uns hat sich eine gute Freundschaft entwickelt, was es mir umso schwerer macht, was ich Ihnen zu sagen habe. Mit Bedauern muss ich Ihnen mitteilen, dass Ihr Mann und mein Freund, seit dem letzten Einsatz am 24. Dezember vermisst wird.

Ich schwöre Ihnen, dass ich alles in meiner Macht stehende tun werde, um Ihren Ehemann zu finden und ihn wohlbehalten zu Ihnen und Ihrer Tochter zurück bringen werde. Ich bitte sie mir zu vertrauen.

Dennis Weber


Tränen liefen über Jennifers Wange. Sie lass den Brief noch einmal durch, doch der Inhalt war immer noch genau so, wenn nicht sogar noch schmerzhafter. Ihr Herz fühlte sich eingeengt, die Atmung beschleunigte sich und Schweiß trat auf ihre Stirn. Madison betrat das Zimmer und ging mit unschuldigem Blick auf ihre Mutter zu, die sich auf einen Stuhl fallen gelassen hatte.

„Mami, alles okay?“ Jennifer schreckte auf und wischte sich schnell die Tränen aus dem Gesicht.

„Ja Schatz. Alles okay.“ sie hob ihre Tochter auf den Schoß und umarmte sie, „Alles okay.“


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