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Fanfiction

Harry Potter und die verschmelzenden Seelen - Ein fataler Fehler

von einstein90

So mal wieder was neues von mir. Danke an alle Kommischreiber.
Mal ein etwas traurigeres Chap. Ich hoffe dennoch es gefällt euch.
~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~

„Mein Lord.“ brüllte jemand, der vollkommen außer Atem in den Raum stürmte. Dieser war dunkel, kühl und genauso modrig wie der Rest des alten Hauses. Der alte morsche Holzboden knarkste, auch wenn sich niemand bewegte. Das heftige Auftreten des Mannes ließ die Holzbohlen so heftig knacken, dass man Angst haben musste, er würden jeden Augenblick einbrechen. Doch der Boden hielt stand.

„Mein Lord!“ brüllte er, als er vor einem großen Sessel erschöpft auf die Knie sank und nach Luft rang. Eine Wolke aus Staub wurde auf gewirbelt. Die kleinen Partikel spielten im Schein des Mondes, bis sie langsam zu Boden sanken.

„Was ist, Wurmschwanz? Willst du ewig so weiter reden, oder sagst du mir, warum du hier unangemeldet herein platzt?“ kam es verärgert von der Person, die in eben diesem Sessel saß.

„Verzeiht. Mein Lord. Gewiss. Ich glaube, ich weiß, was mit Dar und seiner Todessergruppe geschehen ist, Herr.“ unterwürfig verneigte er sich tief vor ihm. Ein Augenblick der Stille legte sich über sie.
Das schwache Mondlicht viel durch die verstaubten Fenster, seitlich auf den Zauberer im Sessel. Ein gruseliger Anblick. Die eine Hälfte lag im Schein, die andere in völliger Dunkelheit. Die blass-blaue Haut wirkte kalt und tot. Ein Paar rot leuchtende Augen fixierten Wurmschwanz. Knorrige Finger tippelten ungeduldig auf der Lehne und warfen ihren Schatten in den Staub auf dem Boden.

„Und?“ kam es nur noch verärgerter von Voldemort, der vergeblich darauf wartete, das Wurmschwanz von sich aus weiter redete. Etwas verwirrt starrte der Angesprochene kurz zu ihm auf, wich dem Blick aber sofort wieder aus.

„Sie sind tot, Herr. Ihre Leichen wurden in ein Leichenschauhaus der Muggel gebracht.“

„Was? Wie?“ Voldemort erhob sich zornig aus dem Sessel und ging auf seinen Diener zu. In seiner dürren, knochigen Hand hielt er seinen Zauberstab, dessen Spitze auf den vor ihn liegenden Wurmschwanz deutete.

„Muggel, Herr. Es waren Muggel.“ Wurmschwanz machte sich ganz klein. So, wie er es all die Jahre getan hat. Als Voldemorts erbärmlicher Diener.

Der dunkle Lord sagte nichts. Das Leuchten in seinen Augen intensivierte sich. Jeder Anwesende spürte den Zorn, der sich dahinter verbarg. Niemand wagte es zu atmen. Angewidert blickte er auf seinen Diener herab, der sich kurz darauf, vom Cruciatus getroffen, schmerzend auf dem Boden wand.

„Was fällt dir ein mir solche Nachrichten zu überbringen!“ brüllte er ihn an, „Geh mir aus den Augen.“ Sofort ließ der Schmerz nach. Wurmschwanz verneigte sich noch einmal so tief, dass er die Nasenspitze in der dicken Staubschicht vergrub, bevor er den Raum auf dem selben Weg verließ, wie er ihn betreten hatte. Aus einer Gruppe von Todessern, die das ganze beobachtet hatten, löste sich einer und ging Wurmschwanz mit wehendem Umhang hinterher. Mit einem kräftigen Satz zog er die Tür hinter sich zu und wirbelte dabei nur noch mehr Staub auf, als es sein Mantel ohnehin schon tat.
Der Flur war düsterer als der Raum. Kein Licht drang bis hier hin vor. Vermutlich war das auch gut so, denn so entging einem der widerwertige Anblick von schimmelndem Holz, toten Ratten und anderem Ungeziefer. Dafür schlug einem der stechende Geruch nur noch stärker auf den Magen.

„Wurmschwanz. Warte!“ befahl er ihm, als er ihn auf der knackenden Treppe einholte. Dieser stoppte sofort und drehte sich auf der Stufe um.

„Sag mir, gibt es Überlebende?“
Doch Wurmschwanz schüttelte nur mit dem Kopf.

„Elisa?“ Wieder schüttelte er den Kopf, woraufhin Lucius den Kopf hängen ließ.

„Wir fanden ihre Leiche tief im Wald in der Nähe von Hogwarts.“

„Hogwarts?“
Diesmal nickte Wurmschwanz.

„Was wollte meine Schwester dort?“

„Das weiß ich nicht.“

„Dann finde es heraus. Finde heraus, wer sie getötet hat.“ befahl Malfoy ihm.

„Ich diene nicht euch, sondern dem dunklen Lord.“

„Du tust, was ich sage, sonst wirst du ihm nie wieder dienen können!“ bedrohte er Wurmschwanz mit vorgehaltenem Zauberstab. Dieser brach sofort ein und unterwarf sich Malfoys Anordnung und setzte seinen Weg fort. Lucius ging zurück in den Raum.

„Schön Lucius, dass du uns mit deiner Anwesenheit beehrst.“ begann Voldemort zynisch, „Wie dem auch sei. Wieso erfahre ich erst jetzt, dass sich die Muggel in unsere Angelegenheiten einmischen?“ fuhr er, verärgert an die Todesser gerichtet, fort. Diese hüllten sich in Schweigen.
„Unfähiges Pack!“ sagte er eher zu sich selbst als zu die Anwesenden, „Nun gut. Die Muggel wollen also auch mitmachen. Dann wird ihnen noch teuer zu stehen kommen. Aber erstmal...Lucius!“
Malfoy reagierte sofort und trat, wie befohlen, vor den dunklen Lord.
„Es wird Zeit, das Zaubereiministerium zu übernehmen. Bereite alles vor.“
Lucius verbeugte sich, dankte dem Lord für die Aufgabe und verschwand.

„Snape!“
Wieder trat jemand aus der Gruppe der Todesser heraus. Dieser trug im Gegensatz zu den Anderen weder Knochenmaske noch den schwarzen Umhang.
„Snape. Ich will Hogwarts gut aufgehoben wissen. Wir verstehen uns?“
Severus nickte verstehend. Seine Augen trafen sich mit den Augen Voldemorts. Er hielt seinem Blick stand.
„Gut. Aber erst nachdem das Ministerium übernommen ist. Und wenn du deine Aufgabe gut machst, wirst du der neue Schuldirektor.“
„Danke, Mein dunkler Lord.“
Auch Snape verließ mit wehendem schwarzen Haar den Raum.

„Und ihr? Was steht ihr hier noch so untätig rum? Los, raus mit euch.“ befahl er im strengen aber ruhigen Ton den übrig Gebliebenen. „Und findet Greyback!“ rief er ihnen nach, bevor die Tür von außen geschlossen wurde. Endlich begann der Holzboden zu schweigen.

+ + + + + + + + + +

Es war noch dunkel, als Jonathan die Augen öffnete. Kurz warf er einen Blick zur Seite. Sechs Uhr. Zeit auf zustehen. Doch was sollte er so früh machen? Die Schüler hatten heute noch keinen Unterricht, also würden sie noch etwas länger schlafen als sonst. Frühstück gab es erst ab acht. Er stand auf und ging zum Fenster. Der Fußboden war kalt. Doch das machte ihm wenig aus. Noch fühlte er die Wärme des Bettes in sich. Er schob das Fenster langsam auf. Eiskalte Luft stieß ihm entgegen. Er war überrascht von der Kälte, sodass er sich kurz schüttelte. Der letzte Schlaf wich aus seinen müden Gliedern. Was sollte er nur solange machen? Einen Moment lang starrte er gedankenverloren aus dem Turmfenster auf das weitläufige Gelände. Schließlich fasste er einen Entschluss. Er zog sich seine Hose, das weiße Leinenhemd und seine Kampfstiefel an. Er drehte sich noch einmal kurz um, als er das Zimmer zur Tür verließ.
Der Gemeinschaftsraum war menschenleer. Nur das Knistern des Kaminfeuers erfüllte den Raum mit Leben. Kurz hielt er inne und beobachtete die züngelnden Flammen bei ihrem Spiel. 'Hier lässt es sich durchaus leben.' dachte er sich. Doch schließlich verließ er den Gryffindor-Gemeinschaftsraum durch das Portraitloch der fetten Dame. Langsam und ruhig schlenderte er durch die Gänge und die Treppen hinab, bis er am großen Eingangsportal stand. Ein letzter Blick auf seine Uhr und dann lief er los. Im gleichmäßigen Ausdauerlauf über das Hogwartsgelände. Tief sog er dabei die kalte Luft ein. Jede Zelle in ihm wurde wach. Jeder Muskel arbeitete. Schnell begann sein Körper sich zu erwärmen. Schweiß überzog seine Haut. Doch er lief immer weiter. Am Ufer des großen Sees, auf kleine Berge und über weite Felder. Immer das Schloss im Blick behaltend.

Die Zeit verging unaufhaltsam. Der Horizont wurde langsam hell. Das Zeichen für die Bewohner von Hogwarts. Das ruhige Schloss erwachte wieder zum Leben. Auch die ersten Schüler erwachten und starteten in den Tag. Einige weibliche damit, Jonathan verliebt zu beobachten, wie er im Winter mit einem dünnen Leinenhemd bekleidet über die verschneiten Ländereien von Hogwarts lief. Er selber bemerkte davon nichts. Und, sehr zur Begeisterung der Mädchen, entledigte er sich dem Hemd, nachdem er an einer Stelle des großen Sees mit einem großen Ast ein Loch in die Eisdecke gebrochen hat. Er zog sich die Schuhe aus und sprang schließlich mit freiem Oberkörper ins Wasser. Die Schülerinnen fing an zu kichern und zu träumen, aber die Gefühle wechselten in Angst und Panik, denn er tauchte nicht auf. Erst nach einer geschlagenen Minute war sein Kopf wieder über dem Wasser. Vorsichtig kletterte er aus dem Wasser und ließ sich auf das Eis fallen. Die Mädels waren sehr erleichtert und begannen wieder damit, begierig seinen Körper an zustarren.
Ein Lächeln hielt bei ihm Einzug. Ein unglaubliches Gefühl der Freiheit und Lebendigkeit überkam ihn, als er da lag. Doch schließlich stand er auf, zog sich seine Stiefel und das Leinenhemd wieder an und ging unter verliebten Blicken in Richtung des großen Portals.
Einige Auroren, die ihm auf dem Weg zum Gryffindorturm entgegen kamen, musterten ihn misstrauisch. Doch er beachtete sie nicht weiter. So ging er weiter, bis er vor dem Portrait der fetten Dame stand.

„Guten Morgen Hermine, guten Morgen Harry.“ begrüßte er etwas überrascht das Pärchen, das etwas zitternd die Treppe hinunter kam. Harry lächelte kurz, bevor er die frierende Hermine noch fester an sich drückte.

„Was habt ihr denn die ganze Nacht gemacht? Oh, ich glaube das will ich lieber doch nicht wissen.“ schmunzelte Jonathan sie an.
„Die gleiche Frage könnten wir dir auch stellen.“ gab Harry zurück und deutete auf seine nasse Hose, „Ich weiß nur, dass wir jetzt erstmal schön heiß duschen gehen.“

„Ohja das werde ich auch machen. Und danach gemeinsam frühstücken.“

Harry nickte nur und ging mit Hermine in den Gemeinschaftsraum, gefolgt von Jonathan. Dort trennten sich ihre Wege. Hermine ging in das Bad der Mädchen, während Harry in das der Jungen ging. Jonathan hatte das Glück, dass an seinem Zimmer gleich ein eigenes Bad anschloss.

'Heiß' dachte sich Hermine, als sie mit ihrer Hand die Wassertemperatur erfühlte. Nur langsam konnte sie sich ihrer Kleidung entledigen, denn sie fror bis auf die Knochen. Aber erst seitdem sie aufgewacht ist. Die ganze Nacht über war es angenehm warm. Sogar heiß. Von Harry ging eine ungeheure Wärme aus. Sie hatte sich ganz fest an ihn gedrückt, um alles zu spüren. Wie lange waren sie überhaupt wach? Keine Ahnung. Minutenlang küssten sie sich Leidenschaftlich. Heiß und Fordernd, aber auch Sinnlich und Sanft.
Kurz schweiften ihre Gedanken ab. Sie konnte es noch nicht fassen. Harry und sie waren ein Paar. All die Jahre hatte sie sich nichts mehr gewünscht. Und jetzt war es real. Ihre erste gemeinsame Nacht.
Eng umschlungen saßen sie noch Stunden oben auf dem Astronomieturm. Er lehnte mit dem Rücken an der Wand. Sie lehnte sich an ihn. Ihr Kopf auf seiner Brust. Er umfasste sie. Hielt sie fest. Und küsste sie sanft auf Stirn, Nase und Lippen. Sie kuschelten sich fest aneinander. Spendeten sich Wärme, Geborgenheit und Schutz in dieser kalten, klaren Nacht. Bis sie schließlich gemeinsam einschliefen.

'Heiß' dachte sich Hermine bei einer erneuten Kontrolle, nachdem ihre gesamte Kleidung auf dem Boden verstreut war. Langsam stieg sie in die Duschkabine. Das Wasser prasselte auf ihren zitternden Körper und massierte sanft ihre Haut, bevor es an ihr hinab lief. Jeder Zentimeter ihres Körpers rebellierte. Sie schloss die Augen und genoss es, wie die Sinnlichkeit ihrer Haut wieder erwachte.
Wie das Wasser ihren Nacken und Schulter belebte.
Wie es auf der Innenseite ihre Arme kitzelte.
Wie es ihren Rücken entspannte.
Wie es ihren wohl geformten Busen umspielte.
In Streifen lief das Wasser über ihren flachen Bauch. Über ihre Scham und die glatten Beine hinab. Lediglich ihre Füße begannen zu kribbeln. Aber selbst das genoss sie. Die Wärme kehrte zurück in ihren Körper, der seidig im Licht der Badezimmerbeleuchtung glänzte. Sie vergaß die Zeit. Sie vergaß alles. Außer Harry. Der sie zum glücklichsten Menschen machte. So stand sie da. Viele Minuten, in denen sie sich vom heißen Wasser verwöhnen ließ.
Als sie schließlich den Wasserhahn zudrehte und die Kabine verließ, war es bereits zehn nach acht. Sie wusste nicht, dass Harry und Jonathan bereits eine Weile warteten. Sie nahm sich ihr Handtuch und ging zum Spiegel, wo sie sich und ihren Körper eine Zeit lang betrachtete. Als sie mit ihren Augen die Konturen ihres Körpers entlang fuhr fühlte sie sich Wohl. Und weiblicher. Sie gestand sich selber ein, dass sie sich zu einer attraktiven Frau entwickelt hat, ganz so wie Harry es ihr immer erzählt hat. Sanft begann sie ihre feuchte Haut mit dem Handtuch ab zutupfen und genoss jeden Augenblick, wo der weiche Stoff sie berührte. Dennoch: Nichts ging über Harry's warme Haut auf der ihren.
Mit frischen Sachen bekleidet ging sie hinunter in den Gemeinschaftsraum.
„Ah, da bist du ja.“ lächelte Harry sie breit an. Hermine schaute kurz auf die Uhr.
„Upps. 'tschuldigung. Ich wollte euch nicht warten lassen, aber es war gerade so schön warm.“

„Macht doch nichts.“ gab Harry zurück und gab ihr einen zärtlichen Kuss. Jonathan schmunzelte. Erlebte er doch genau die selbe Situation vorm Abschlussball der Highschool.
Jennifer! Es viel ihm wie Tomaten von den Augen. Er hatte sie ganz vergessen. Seine Liebsten mussten sich riesige Sorgen machen. Hatte er sie doch seit drei Tagen nicht mehr angerufen.

„Hey, alles okay mit dir?“ Hermine holte ihn aus seinen Gedanken.

„Äh ja. Alles ok. Lasst uns essen gehen.“

Gemeinsam gingen sie hinunter. Fast schon selbstverständlich ging Jonathan den richtigen Weg, so als wenn er nie woanders gelebt hätte. Einige Mädchen von Ravenclaw kamen an ihnen vorbei. Jonathan spürte ihre Blicke und hörte ihr verliebtes Kichern. Und auch andere Mädchen reagierten so. Doch er ignorierte es vorerst.
Schließlich betraten sie die große Halle. Harry und Hermine gingen auf den Gryffindortisch zu, während Jonathan zu dem einzigen eingedeckten Platz am Slytherintisch aufbrach. Er setzte sich gerade hin, als Hermine und Harry zu ihm kamen. Mitsamt ihren Tellern, Bechern und Besteck.
„Herzlich Willkommen am Tisch der Einsamkeit.“ begrüßte er die Beiden.

„Was?“

„Nichts.“

„Dürfen wir uns dazu setzen?“ fragte Harry.

„Natürlich. Gerne.“
Und schon begannen sie zu essen. Zwei Hufflepuffmädchen gingen langsam und vorsichtig auf den Tisch zu. Allerdings war ihr Kichern schon lange vorher zu hören.
„Hi.“ kam es kurz und knapp von beidem im Chor, als sie hinter ihm waren. Jonathan drehte sich um und sofort begannen die Beiden lachend davon zu stürmen wie kleine Kinder. Er musste schmunzeln und schüttelte kurz den Kopf.
„Eine seltsame Schule ist das hier.“

„Ach die sind alle nur hoffnungslos in dich verknallt.“ bemerkte Hermine beiläufig, was ihm einen kurzen Hustenanfall bescherte.

„Naja du bist ein junger attraktiver Mann. Und ein Novum hier auf Hogwarts.“ sagte Hermine, die über seine Reaktion etwas überrascht war. Jonathan klopfte sich kurz auf die Brust.
„Tja da muss ich sie wohl alle enttäuschen. Ich bin verheiratet und habe eine Tochter.“

„Du bist verheiratet? Du bist doch noch so jung. Und wo ist der Ring?“ wollte Hermine wissen.

„Ja das bin ich. Für eine Hochzeit kann man nicht wirklich zu jung sein. Ich kenne meine Frau schon seit der Schule. Wir waren damals schon zusammen. Und wenn du das Gefühl hast, den richtigen Menschen getroffen zu haben. Den Menschen mit dem du alles Teilen willst, selbst dein Leben. Ohne Bedingungen. Und er genau das selbe fühlt. Dann treffen sich zwei Wege und verbinden sich zu einem großen Pfad.“
Harry und Hermine blickten sich bei seinen Worten tief in die Augen.
„Ich habe diesen Menschen gefunden. Und habe dann einfach gefragt. Und sie hat ''Ja'' gesagt. Ich erinnere mich noch genau an die Hochzeit. Sie war traumhaft. Und die Hochzeit natürlich auch.“

„Aber du trägst keinen Ring.“

„Das ist der Nachteil meines Berufes. Ein Soldat darf bei einem Einsatz keinen Ehering tragen.“

„Warum nicht?“ empörte sich Hermine.

„Nun ja, man will dem Feind kein Druckmittel in die Hand legen. Es dient dem Schutz der Familie und des Soldaten selbst, wenn er gefangen genommen wird.“

Dabei beließen sie es auch erstmal. Sie beendeten das gemeinsame Frühstück und trafen schließlich vor der großen Halle auf die drei Freunde: Ginny, Neville und Luna. Gemeinsam verabredeten sie sich zum Lernen in der Bibliothek. Sehr zum Leidwesen von Jonathan, der nun nicht wirklich lernen musste. Aber er würde sich gerne mal in der Bibliothek umsehen.
Gesagt. Getan.
Eine halbe Stunde später saßen sie etwas verstreut in dem großen Saal, der voll von meterhohen, bis oben hin gefüllten Bücherregalen war. Jonathan schlenderte durch die Gänge. Seine Augen fuhren die unzähligen Bücherrücken ab. Schließlich fand er ein ziemlich dickes Buch, was er sich unter den Arm klemmte. Sein Platz wählte er so, dass er Hermine und Harry im Blick hatte. Er schlug den dicken Wälzer auf und überflog das Inhaltsverzeichnis. Kurz schaute er zu dem Pärchen auf. Hermine versuchte krampfhaft zu lernen, doch Harry der neben ihr saß hatte wohl selbst keine Lust dazu. Stattdessen lenkte er Hermine ab, indem er sie immer wieder mit spontanen Küssen überfiel. Einmal zog sie ihn in einen leidenschaftlichen Kuss, bevor sie sich wieder ihrem Buch widmete, in der Hoffnung jetzt etwas Ruhe zu haben. Doch Harry blieb am Ball und ließ ihr nicht wirklich eine Chance. Beide waren sichtlich amüsiert. Es war eine süße Szenerie. Mit einem traumhaften Pärchen. Ob Jennifer und er damals genauso waren? Wer weiß das schon? Lächelnd wollte er sich gerade wieder auf das Buch konzentrieren, als er schon wieder dieses Kichern wahrnahm, wie es langsam näher kam. Er schätzte den Abstand ein. Drei Meter. Zwei Meter. Ein Meter. Ruckartig drehte er sich um und sah die selben zwei Mädchen, wie in der großen Halle. Und diesmal jagte er ihnen einen riesigen Schrecken ein. Mit aufgerissenen Augen und nach Luft schnappend standen sie stocksteif da, bevor sie lachend das Weite suchten.
'Eine seltsame Schule ist das hier.' lachte er in sich hinein und begann zu lesen.

Die Stunden vergingen. Ab und zu holte er sich ein neues Buch und nutzte die Gelegenheit um immer wieder kurz zu den Beiden zu schauen, aber auch Neville und Ginny waren mehr miteinander beschäftigt als mit lernen. Allerdings waren sie doch etwas zurückhaltender als Harry und Hermine, aber nicht minder verliebt. Luna war von seinem Platz aus nicht zu sehen. Er blätterte durch die vielen Seiten und las kurze Abschnitte, bevor er weiter blätterte und das Buch wieder zur Seite legte. Schließlich hielt er kurz inne. Er suchte etwas in seiner Hosentasche. 'Ja, es ist noch da.' dachte er erleichtert, als er das Papier zu fassen bekam, raus holte und es sich ansah.

„Ist das deine Familie?“ überraschte ihn Hermine, die anscheinend auch gerade ein neues Buch holen wollte. Doch sie ließ von ihrem Vorhaben ab und setzte sich zu Jonathan.

„Ja, meine Frau Jennifer und meine Tochter Madison.“

„Sie sind beide wunderschön.“

„Danke. Aber deswegen muss ich auch mit euch sprechen. Wenn du und Harry einen Moment Zeit habt.“ Jonathans Augen waren weiter auf das Foto gerichtet.

„Aber natürlich.“ sofort winkte Hermine ihren Liebsten zu sich herüber. Der Captain wartete, bis er sich dazu gesetzt hatte.
„Ihr lebt in einer wunderbaren Welt. Meine Tochter wäre vollkommen aus dem Haus, wenn sie davon erfahren würde. Allerdings ist mein Platz bei meiner Familie. Nicht hier in eurer magischen Welt. Außerdem warten auf mich ein paar Pflichten, die ich zu erfüllen habe.“

„Das können wir gut verstehen.“ begann Harry. „Auf jeden Fall werden wir dich vermissen.“

„Ich werde euch auch vermissen. Ich werde jetzt meine Sachen aus dem Büro der Direktorin holen und dann aufbrechen. Ich weiß zwar noch nicht wie ich nach London komme, aber das wird sich dann schon ergeben.“

„Vielleicht können wir dir helfen. Ich werde gleich mal zu Tonks gehen und fragen.“ überlegte Hermine. Eilig schritt sie aus der Bibliothek. Jonathan stand auf und ging zusammen mit Harry zum Büro der Schuldirektorin.

„Was wollen sie denn schon wieder?“ fuhr ihn Professor McGonagall an, als er das Büro betrat.

„Ich wollte nur meine Sachen holen. Ich werde sie verlassen und nach London zurück kehren.“

„Ah. Sind sie endlich zur Besinnung gekommen. Schön.“ Minerva erhob sich aus ihrem Sessel und ging zur Tür. Jonathan schnappte sich schnell die Reste seiner Weste, seine Waffe und den Helm und verließ das Büro. McGonagall hielt ihm lächelnd die Tür auf und folgte ihm.

„Ich kenne den Weg zum Ausgang.“ bemerkte Jonathan.

„Das weiß ich. Ich will nur sichergehen, dass sie das Gelände auch wirklich verlassen.“

Vor der großen Halle hat sich inzwischen eine kleine Menge versammelt. Sie alle hatten wohl die Neuigkeit vernommen, dass der Fremde sie verlassen würde. Unter ihnen auch die beiden Mädchen, die etwas betrübt zu Boden schauten. Jonathan ging auf die fünf Freunde zu, die etwas abseits standen. Zuerst verabschiedete er sich von Luna, anschließend Neville und Ginny. Er flüsterte den Beiden noch etwas ins Ohr, bevor er sich Harry und Hermine zu wand.

„Danke.“ flüsterte Hermine, als er sie umarmte. Auch Harry bedankte sich. Doch bevor er sich weg drehte, hielt ihn Hermine noch zurück.

„Warte. Ich habe da noch was für dich.“ Sie reichte ihm ein kleine goldene Münze. „Ein Andenken. Dass du uns nicht vergisst.“ ermahnte sie ihn mütterlich.

„Danke. Aber das werde ich nicht.“

Winkend verabschiedeten sie Jonathan. Lediglich Minerva stand mit verschränkten Armen da. Begleitet von Tonks ging er zur magischen Barriere.

„Ich werde sie nach London bringen.“ begann Tonks, als sie außer Hörweite von McGonagall waren.

„Oh, danke. Und wie, wenn ich fragen darf?“

„Apparieren.“ sagte Nymphadora mit einem Lächeln auf den Lippen.

„Ich habe davon gelesen...“

„...und sie werden es höchstwahrscheinlich nicht mögen.“ beendete sie seinen Satz.

„Ich lass mich überraschen.“

„Keine Sorge. Sie werden überrascht sein. Darf ich um ihre Hand bitten?“ Er ergriff die ihm angebotene Hand und kaum hatte er sie berührt, schon löste sich alles um ihn herum auf. Ihm wurde schlecht. Er hatte das schon einmal mit gemacht. Unfreiwillig. Wie sein ganzer Körper durch einen dünnen Schlauch gezogen wurde. Wie sich alles um ihn herum gedreht hatte. Bis er mit beiden Füßen auf den festen Boden aufschlug und hinfiel.
Er war wieder in London.

„Naja an der Landung müssen wir noch üben.“ gluckste Tonks vergnügt. „Naja gut, ich werde dann mal wieder. Man sieht sich.“ verabschiedete sie sich schließlich und verschwand mit einem leisen Plopp. Jonathan richtete sich auf, orientierte sich kurz, musste sich aber dann doch erst übergeben. Tief atmete er durch. Sofort kroch ihm dabei der Stadtgeruch in die Nase. Er war so viel anders als der auf dem Schloss. Unangenehmer.
Er erholte sich von den Strapazen der Reise und ging schließlich in die Richtung der U-Bahn-Station.

Der Abend war inzwischen hereingebrochen und eisiger Wind zog durch die Straßen Londons. Es kam ihm so vor, als wenn die Wege nie enden wollten. Immer länger schienen sie zu werden, je weiter er ging. Die Kälte kroch unter seinem Hemd und langsam begann er zu frösteln. Doch zielstrebig ging er weiter, Schritt für Schritt, durch den zentimeterdicken Schnee, der gleichmäßig den Weg bedeckte. Er wusste, dass es nicht mehr weit ist, denn die Gebäude, die die Straße säumten, kamen ihm bekannt vor. Hinter der nächsten Ecke würde er die U-Bahn-Station sehen können. Er beschleunigte seine Schritte. Er bog um die Ecke und ging weiter. Die Treppen hinab in den spärlich beleuchteten Schacht. Bedauerlicherweise musste er feststellen, dass sich an dessen Erscheinung nichts geändert hatte. Er ging geradewegs auf den Fahrstuhl zu. Ein kurzer Blick in die Kamera und die Tür schob sich auf. Er trat hinein, drückte auf den Knopf und wartete bis der Lift wieder zum stehen kam.
Colonel Morrison machte große Augen, als er Jonathan in das SOC kommen sah.

„McNeal! Was? Wie? Wo?“

„Es ist auch schön sie zu sehen, Sir.“

„Wo verdammt waren sie? Was ist passiert?“ Wollte der Colonel wissen, doch Jonathan wich aus:
„Hier und da. Wohl eher mehr da als hier.“

„Was soll das heißen?“

„Das, was es nun mal heißt. Bitte fragen Sie nicht weiter nach.“

„Captain, muss ich mir um ihre Einsatzfähigkeit Gedanken machen? Sie verschwinden spurlos von einem Einsatz und tauchen dann einfach so wieder auf, als wenn nichts geschehen wäre.“

„Sir, ich bin hier, ich bin fit, ich bin gesund. Mir geht es gut und ich bin bereit meine Pflicht zu erfüllen.“ sagte Jonathan nun etwas gereizt, da er keinen Nerv für solche Diskussionen hatte. Morrison schaute ihn prüfend an. Man sah ihm an, wie es innerlich in ihm arbeitete.

„Also schön, Captain. Das Team ist gerade ausgerückt, um einen Anschlag zu untersuchen.“

„Wo, Sir?“

„Hier in London. Ein Bus wurde angegriffen. Ich werde einen Wagen rufen, der sie dahin bringen wird. Also machen sie sich fertig.“ Damit trennten sich ihre Wege vorübergehend. Der Colonel verschwand in der Zentrale und Jonathan ging in die Ausrüstungskammer, wo er von einem überraschten Gerätewart begrüßt wurde. Dieser war sogar noch verwirrter, als der Captain die Überreste seiner Weste auf den Tisch legte. Doch ein kurzer Blick und er wusste, dass es besser wäre, nicht weiter nach zu fragen. Also verschwand er kurz zwischen den Regalen und kehrte nach ein paar Minuten zurück. In der Hand hielt er eine neues Hemd, eine neue Weste und noch ein paar weitere Gegenstände, die von McNeal dankbar übernommen wurden. Schnell zog er sich um. Dann ging er noch einmal an die Theke und legte seine geleerten Magazine auf den Tisch und nahm dafür drei volle, die er in den Taschen verstaute. Er setzte sich seinen Helm auf und war gerade auf den Weg zum Fahrstuhl, als der Colonel aus dem Raum kam und in beruhigendem Ton anfing zu reden:

„Captain. Es wäre wahrscheinlich besser, wenn sie jetzt nicht raus fahren.“

„Sir?“

„Glauben sie mir. Sie sollten hier bleiben.“

„Sir, ich will meine Kameraden unterstützen.“ Und kaum hatte er das gesagt, schoben sich auch schon die Fahrstuhltüren zu. 'Was sollte das denn jetzt?' fragte er sich den ganzen Weg über bis zum Einsatzort. Doch machte er sich darüber keine weiteren Gedanken, als der Jeep in die Straße ein bog. Blitzende Blaulichter von Polizei und Krankenwagen sowie eine Vielzahl von Schaulustigen versammelten sich um einen roten Doppeldeckerbus, über dessen Stelle am Himmel dieses ominöse Zeichen war. Ein Totenkopf, aus dessen Mund sich eine Schlange wand. Zwei Polizisten schafften eine schmale Gasse, sodass das Fahrzeug an den Passanten vorbei kam. Jonathan stieg aus und verschaffte sich einen kurzen Überblick. Er sah Dennis, der noch mit zwei weiteren Soldaten sprach. Von einem der beiden wurde er auf Jonathans Anwesenheit hingewiesen. Der junge Lieutenant gab noch ein paar Anweisungen, bevor er auf den Captain zuging und ihn verwundert begrüßte.

„Hey, John. Wo kommst du denn auf einmal her?“

„Erzähl ich dir später. Was haben wir hier?“

„Ein Anschlag auf diesen Bus. Es gab keine Überlebenden.“

„Okay. Wo ist der Rest des Teams?“ er näherte sich langsam dem Tatort.

„Weißt du es nicht? Bei dem Einsatz haben nur Acht, mit dir, Neun überlebt.“

Jonathan sah ihn ungläubig an, doch in Dennis Augen erkannte er, dass er die Wahrheit sprach.

„Oh mein Gott. Wie konnte das passieren?“

„Ich weiß es nicht. Als meine Gruppe angegriffen wurde, brach das Chaos aus. Und es ging alles sehr schnell. Und am Ende konnten wir nur noch ihre Leichen bergen. Ja und du bist spurlos verschwunden. Aber was machst du hier? Hat Morrison dir nicht gesagt, dass es besser wäre nicht her zu kommen?“

„Was ist denn mit euch los? Es geht mir gut und ich bin voll einsatzfähig.“

„Das sehe ich.“ Jonathan wollte sich gerade an ihm vorbei schieben, als Dennis ihn am Arm packte und zurück hielt.

„Sag mal, was soll das denn jetzt?“ fragte er ihn erbost.

„Tut mir Leid, aber es ist besser, wenn du wieder gehst. Glaub mir.“
Ein lautes Knacken ließ ihn kurz den gedanklichen Faden verlieren. Er schaute zum Ort, von dem das Geräusch kam. Er sah, wie Rodriguez und Yazaki eine Leiche bargen und dabei auf einige herumliegende Trümmer traten. Sein Blick fiel auf die Trage und der darauf liegende, verdeckte Körper. Die Person war sehr klein. Vermutlich ein Kind. Lange blonde Haare schauten heraus. Ein Mädchen. Eine zierliche kleine Hand ragte über den Rand der Trage hinaus. Und dann blieb sein Blick an dem Stofftier hängen, welches auf dem Tuch lag, was die Leiche verbarg.
Seine Gedanken überschlugen sich. 'Konnte es sein? Nein, das konnte nicht sein! Es durfte nicht!'
Von Panik erfasst ging er vorsichtig auf die Leiche zu.

„Tu das nicht? Jonathan. Ich bitte dich.“ Doch Dennis drang nicht bis zu ihm durch. Der Captain ging immer weiter. Seine Augen füllten sich mit Tränen. 'Nein, das kann nicht wahr sein! Das darf nicht wahr sein.' Die beiden Soldaten stellten die Trage auf dem Asphalt ab. Erst jetzt bemerkten sie, wie sich Jonathan näherte. Sie wollten ihn gerade zurück halten, als Dennis ihnen signalisierte, ihn gewähren zu lassen. Mitleidig sahen sie ihren Freund an. Wie er vollkommen ruhig auf die Knie ging. Seine Bewegungen waren zittrig. Langsam berührte er das Kuscheltier. Mit seinem linken Zeigefinger fuhr er über die Konturen. 'Nein! Nein! Das kann nur ein böser Traum sein.' Er hob das Kuscheltier auf und starrte es eine Weile an, bevor er es sanft beiseite legte. Sein Blick wanderte zum Tuch. Wollte er das überhaupt? Wollte er dem Mädchen in die Augen blicken? Früher oder später musste er es. Da führte kein Weg dran vorbei. Langsam und zitternd fasste er nach der Ecke der Decke. Kurz hielt er inne. Und dann schlug er sie beiseite. Sofort fing seine Welt an zu zerbrechen. 'Warum? Warum? Sie hat doch niemandem was getan.' Alles schien in Zeitlupe abzulaufen. Langsam nahm er den leblosen Körper in den Arm und wiegte ihn gleichmäßig. Die Augen starr auf das verschwitzte und mit Ruß verschmierte Gesicht des Mädchens gerichtet. Die Tränen übermannten ihn. Still trauerte er. Nur sein Schluchzen war zu vernehmen. Inzwischen haben auch die anderen Männer der TFR ihre Arbeiten eingestellt und sich hinter Jonathan versammelt. Ihn allen stand die Trauer ins Gesicht geschrieben. Sie spürten seinen Schmerz. Niemand wagte es etwas zu sagen. Es war vollkommen still, bis auf knipsende Kameras und zuckende Blitzlichter. Die Presse zeigte keinen Respekt vor der Situation. Dennis flüsterte Rodriguez und Yazaki etwas zu, woraufhin sie sich leise entfernten und zu den Reportern hinüber gingen.
Immer noch leicht hin und her wiegend hielt Jonathan das Mädchen fest. Sanft strich er ihr ein paar goldene Strähnen aus dem Gesicht. Liebevoll berührte er ihre kalte Wange. 'NEIN! NEIN! WARUM SIE? WARUM MADISON!' schrie es innerlich in ihm.

Abseits brach ein kleiner Tumult unter den Fotografen aus. Anscheinend baten die beiden Soldaten sie, etwas näher heran zu treten. Total versessen auf ein Interview versammelten sie sich um Rodriguez. Jedoch vergeblich. Stattdessen bedrohten die Beiden sie mit vorgehaltenen Waffen und baten sie, ihre Kameras freiwillig ab zugeben oder sie würden ihnen gewaltsam genommen werden. Niemand legte sich mit Ihnen an und gaben schließlich meckernd und Zähne knirschend ihre Kameras ab. Einige suchten Hilfe bei daneben stehenden Polizisten, doch die unterstützten die Aktion. Die Aufregung legte sich und es wurde wieder leise am Tatort.

Ein leiser Gesang erfüllte die Nacht. Selbst die Passanten vernahmen ihn. Es war Jonathan, der vorsichtig den leblosen Körper seiner geliebten Tochter zurück auf die Trage legte. Sanft sang er. So wie er es früher schon getan hat, wenn er sie ins Bett brachte. Sanft sang er ihr Lieblingslied.

„Schlaf, mein Engel. Papa wird bald zu dir kommen.“ Er nahm ihr Kuscheltier und legte es ihr in den Arm. Tränen strömten seine Wangen hinab. Er deckte sie wieder zu. Bis zum Hals. Ein letzter Blick. Langsam beugte er sich über sie und gab ihr einen liebevollen Kuss auf die Stirn. Ein schmerzhafter Abschiedskuss, der sein Herz bluten ließ. Schließlich verschwand ihr kindliches Gesicht unter der Decke. Eine Hand legte sich auf seine Schulter und strich mitleidig darüber.

„Wo ist sie?“ fragte Jonathan ruhig und kühl.

„Sie ist noch im Bus.“ sprach Dennis leise.

Der Captain erhob sich. Und ohne weitere Umwege ging er auf die Überreste des Fahrzeugs zu. Gefolgt von seinem Team. Langsam kletterte er durch ein zerborstenes Fenster. Im inneren des Busses war es düster. Der Geruch von verbranntem Fleisch drang in seine Nase, aber das war ihm gleichgültig. Er nahm seine Taschenlampe und begann zu suchen. Langsam tastete er sich vor. Er schaute in jeder Ecke. Hinter jeder Sitzreihe. Bis er schließlich ihren Kopf sah. Ihr Körper war verschüttet. Eine Blutlache trat unter den Trümmern hervor. Er hockte sich neben sie hin und sein Blick verschwamm. Wieder überkam ihn die Trauer. Er musste blinzeln um wieder klar sehen zu können. Er wischte sich kurz die Tränen aus dem Gesicht.

„Geht es Madison gut?“ hörte er ihre schwache Stimme. Sie lebte. Noch. Mit ihren Augen sah sie ihn an. Jonathan nickte lächelnd.

„Du warst schon immer ein schlechter Lügner.“ lächelte sie ihn an. „Ich liebe dich.“ hauchte sie ihm mit ihrem letzten Atemzug entgegen. Ihr Körper erschlaffte, den Blick starr nach oben gerichtet. Das war zu viel für ihn. Er musste seinen Schmerz heraus lassen. Er schrie. Aus vollem Hals.
Jeder Anwesende hörte diesen langen, unmenschlichen Schrei des Verlustes. Einige weinten. Andere nahmen stumm Anteil. Dennis schloss schmerzhaft die Augen und wandte sich ab. Dieser Mark-erschütternde Schrei ließ ihn selbst fast zusammen brechen. Dann wurde es laut im Bus. Mit aller Gewalt rüttelte und schob Jonathan an den Trümmern, die sich nur wenig bewegen ließen. Verzweifelt versuchte er sie zu befreien. Doch gelang es ihm nicht. Schließlich war es Rodriguez, der in den Bus stieg und mit anfasste. Gemeinsam schoben sie die Sitzbank von ihrem leblosen Körper. Jonathan hob sie hoch. Er sagte nichts. Kein Dank. Aber Rodriguez erwartete auch keinen Dank. Es war selbstverständlich. Er konnte sich nicht im entferntesten Vorstellen, wie es dem Captain ging.
Jonathan trug seine tote Frau aus dem Bus. Vorbei an vielen kleinen Blechtrümmern, Glasscherben und anderen geborgenen Leichen. Ihr Arm hing schlaff herunter. Von den Fingern tropfte Blut. Die Jacke war rot getränkt vom wertvollen Lebenssaft. Ihre Haare waren verklebt.
Vorsichtig legte er sie ganz nah neben die Trage seiner Tochter. Er nahm ihre Hand und die seiner Tochter und verschränkte sie ineinander. Dann sah er seiner Frau noch einmal in die Augen, die ihren Glanz und ihre Wärme verloren hatten. Sein Herz schien zu explodieren. In tausend Teile. Diesen Anblick wird er niemals wieder vergessen können. Er brannte sich in sein Gehirn. Der Himmel begann, feine Schneeflocken zu weinen. Er gewährte ihr einen letzten Blick, bevor er ihre Augen für immer schloss. Ihren Körper verdeckte er mit einer Decke, die ihm von Yazaki gereicht wurde. Bevor er ihr Gesicht zudeckte, gab er ihr einen allerletzten Kuss auf die noch warmen Lippen und ein Versprechen: „Wir werden uns wieder sehen. Ich liebe euch.“ Er stand auf und rührte sich nicht. Die Tränen vielen, ebenso wie der Schnee es tat. Sein Blick war starr auf die beiden Leichentücher gerichtet.

„Komm. Lass uns gehen.“ drängte ihn Dennis sanft in Richtung eines Jeeps. Jonathan wehrte sich nicht. Sein Geist war weit entfernt. Sein Körper nur noch eine lebendige Hülle.

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so das wars^^
Keine Angst Jonathan wird natürlich zurückkehren...schon bald.
Und jetzt zückt die Federn für Kritik, Lob, Ideen...
Liebe Grüße


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