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Fanfiction

Harry Potter und die verschmelzenden Seelen - (K)ein Weg zurück

von einstein90

Hey Leute. Mal wieder was neues von mir. Tut mir leid, dass ich euch habe warten lassen. ich bitte vielmals um Entschuldigung, auch für das düstere letzte Kapitel.
Besonderer Dank gilt Clariwanni und Balder89 für die Kommentare.
Und ich freue mich jetzt schon über alle eure unzähligen Kommis.

Liebe Grüße
euer Einstein

~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~ ~


Blaue Augen erfüllten seine Gedanken. Er hätte nie gedacht, dass er dabei solch einen Schmerz verspüren würde. Ja. Er konnte es nicht fassen. Er konnte es nicht glauben. Geschweige denn verkraften. Wie konnte das sein? Er musste sich erinnern. Er musste sich an die blauen Augen seiner Frau und seiner Tochter erinnern. Wie konnte das sein? Ein Lächeln. Einen Kuss. Eine Umarmung. Er konnte es nicht verstehen, dass das alles nur noch eine Erinnerung sein sollte, die womöglich bereits in ein paar Jahren zu verblassen droht.
'Nein! NEIN!' wies er sich innerlich zurecht. 'Wach auf! Wach aus diesem Alptraum auf!' Und wieder rollten die Tränen. Warum träumte er das alles nicht nur? Warum? Warum hatte er so schöne Träume, die nichts weiter waren als Träume? Weshalb konnte das jetzt nicht ein Alptraum sein?
Und wieder war er an dem Punkt angekommen, die Welt in Frage zu stellen. Seine Welt. Sein Leben. Konnte er einfach so weiter leben? Wollte er überhaupt?

Es klopfte an der Tür zu seinem Hotelzimmer. Doch Jonathan rührte sich nicht. Stattdessen starrte er weiter an die Decke über dem Bett. Wieder klopfte es. Diesmal energischer. Doch es war ihm egal. Nichts war mehr wichtig. Alles um ihn herum wirkte grau, kalt und trostlos. Nun wurde auf die Tür ein geprügelt. So stark, dass man glauben musste, die Tür würde jeden Augenblick mit einem lauten Knacken nachgeben. Langsam erhob sich Jonathan vom Bett. Mit jedem Klopfen an der Tür kam er ihr einen Schritt näher und umso mehr stieg seine Wut auf den Ruhestörer. Wuchtig riss er die Tür auf und holte aus, um die Person mit einem gezielten Schlag zu Boden zu schicken. Dennis reagierte rechtzeitig und wich der heran rauschenden Faust im letzten Moment aus. Im Gegenzug versetzte er Jonathan einen Schlag in die Nieren, sodass dieser nach hinten ins Hotelzimmer torkelte und zu Boden fiel. Dennis betrat den Raum und schloss die Tür hinter sich. Er beobachtete seinen Freund einen Moment, wie er da mit Schmerz verzerrtem Gesicht auf den Boden lag. 'Ob das der selbe Schmerz war, den sie verspürt haben? Das Letzte was sie fühlten?' Jonathan konnte sich nichts schmerzlicheres vorstellen, als der Gedanke, welche schrecklichen Schmerzen seine Frau und Tochter...seine Gedanken rissen ab. Dieser Verlust trat mit ganzer Wucht die Tür zu seinem Herzen auf. Er schien zu verbluten. Und mit jedem einzelnen Bluttropfen, den er fallen sah, tauchte vor ihm ein Bild aus der gemeinsamen Vergangenheit auf. Eines nach dem anderen. Unter unvorstellbaren Schmerzen und mit einer ungeheuren Wut schloss er seine verwundete Seele und kehrte in die Realität zurück.
Langsam ging Dennis zu ihm, wurde aber vollkommen überrascht, als Jonathan ihn mit einem gezielten Hieb die Füße weg riss und Dennis so neben ihm auf dem Boden fiel. Der Captain richtete sich schnell auf und wollte gerade zuschlagen, als Dennis ihn mit beiden Beinen von sich stieß. Er knallte heftig gegen einen Tisch, auf dem eine Lampe stand. Benommen saß er an der Wand inmitten von Scherben und Kabeln. Dennis richtete sich schnell auf. Jonathan bot ihm einen jämmerlichen Anblick. Dabei hatte er ihn doch nur eine gute halbe Stunde alleine gelassen, um seine Ausrüstung weg zu schaffen. Ein Haufen Elend saß dort an der Wand. Ein Mann, der alles verloren hatte. Ohne es verhindern zu können. In nur einer Nacht.
Dennis zog ihn am Kragen auf die Beine und schob ihn dann kraftvoll in Richtung des Bades, wo er ihn in die Dusche setzte und das Wasser auf drehte. Er hockte sich daneben und sah zu, wie das kalte Wasser seinen Kopf abkühlte. Jonathan fühlte sich elend. Alles in ihm rebellierte. Doch lenkte es ihn ein wenig ab. Nach zehn Minuten machte es für Dennis den Anschein, dass sein Freund wieder zu Vernunft gekommen ist.

„Alles okay?“ fragte er ihn. Sein gegenüber sagte nichts. Kurz trafen sich ihre Augen und Jonathan konnte sich zu einem Lächeln durchringen. Dennis drehte das Wasser zu, reichte ihm ein Handtuch und wartete im Anschluss auf der Couch, bis er sich was Trockenes angezogen hatte.

„Ohje. Das wird teuer.“ begann Jonathan, als sein Blick auf die Überreste der Lampe fielen.

„Ach mach dir nichts daraus. Das werden die schon übernehmen.“ lächelte ihn Dennis freundlich an. Ein leichtes Lachen kam Jonathan über die Lippen. Er setzte sich Dennis gegenüber in einen bequemen Sessel.

„Also. Was machst du hier?“ wollte er von seinem deutschen Freund wissen.

„Naja einer muss ja auf dich aufpassen. Außerdem konnten wir schon erste Erkenntnisse gewinnen.“

„Und?“

„Es waren wieder diese Todesser.“ Kaum hatte Dennis das Wort ausgesprochen, schon verfinsterte sich Jonathans Blick.

„Alles okay?“ Jonathan nickte stumm bevor sein Blick wieder die Wand entlang schweifte.

„Was ist los mit dir? Du hast dich verändert. Was ist passiert, als du verschwunden warst? Wo warst du überhaupt?“ wollte Dennis nun von ihm wissen.

„Glaube mir, dass würdest du mir nicht glauben, wenn ich es dir erzählen würde.“ versuchte er auszuweichen.

„Versuch es.“

„Später. Wenn die Zeit dazu gekommen ist. Aber im Moment will ich einfach nur meine Ruhe haben. Ich brauche jetzt Zeit für mich.“

Dennis sah in seinen Augen, dass er mit seinen Gedanken wieder bei seiner Frau und seiner Tochter war. Er stand auf, ging zu ihm hinüber und legte eine Hand auf seine Schulter. „Tut mir Leid.“ Dann ging er aus dem Hotelzimmer und ließ Jonathan mit seiner Trauer alleine.

Jonathan saß noch einen Moment im Sessel bevor er weg nickte. Sein Schlaf war unruhig und nicht tief. Krampfhaft klammerten sich seine Gedanken an jede Erinnerung, ob schön oder frustrierend. Und immer wieder sah er diese Grimasse, die ihn finster auslachte. Schließlich schreckte er aus dem Halbschlaf hoch. Sein Körper war verschwitzt, sein Herz raste und tief sog er die trockene, von der Heizung erwärmte Luft ein. Wut übermannte ihn. Blanker Hass ließ ihn eine waghalsige Entscheidung treffen. Doch das Risiko war ihm egal. Mit Freuden begrüßte er die Gefahr, die dieser Weg für ihn bereit hielt. Wo er doch jetzt nichts mehr zu verlieren hatte. Aber vorher musste er noch etwas erledigen. Und das würde ihm viel abverlangen.
Er griff zum Telefon und wählte eine Nummer. Ohne groß Zeit zu verlieren, forderte er von der Dame bei der Auskunft die notwendigen Maßnahmen um ihn zu verbinden. Es klingelte.

Schmerzen überkamen ihn, als er die vertraute Stimme vernahm. Wie kurze Stromstöße zuckte es durch seine Glieder. Sein Herz schien auszusetzen.

„Hallo?“ wiederholte die Person am anderen Ende noch einmal.

„Hallo.“ kam es niedergeschlagen von Jonathan.

„Wer ist da?“

„Ich bin's.“

„Wer?...Joe? Bist du das?“

„Ja.“

„Oh schön von dir zu hören. Wie geht es dir?“ fragte die Frauenstimme. Doch Jonathan antwortete nicht. „Wenn du meine Tochter sprechen willst, Jennifer ist nicht hier.“ fuhr sie nach seinem zögern fort. Sein Innerstes verkrampfte sich. Ein Kloß bildete sich in seinem Hals. Er dachte nach, aber er konnte einfach keinen sinnvollen Satz zu Stande bringen. 'Wie soll ich es ihnen nur sagen? Wie soll ich ihnen das nur erklären? Wie soll ich Amy und David beibringen, dass ihre Tochter und ihre Enkelin tot sind? Ermordet!'

„Joe, alles in Ordnung mit dir?“

„Amy. Es gibt etwas, was ich dir sagen muss.“ Tränen begannen ihm die Wange hinunter zu laufen, „Ist David da? Er muss es ebenso erfahren.“

„Ja, kleinen Moment...so du bist auf Lautsprecher.“

„Hi Jonathan. Schön von dir zu hören.“ begrüßte ihn Jennifer's Vater.

Jonathans Atem ging schwer und schnappend. Schluchzend bat er die beiden sich hinzusetzen. Und dann fing er an zu erzählen. Von seiner Aufgabe. In diesem Moment war ihm jedwede Geheimhaltung egal. Er redete. Von den Einsätzen, von seinem Verschwinden, wobei er den Teil mit Hogwarts und der Magie weg ließ. Er sprach von seiner Rückkehr und dem Einsatz, in dieser Nacht. Er brach kurz ab, als er zu dem eigentlichen Grund seines Anrufes kam. Tief atmete er durch, wobei ihm noch einmal die Bilder vor Augen kam. Jennifer's Eltern warteten geduldig, obwohl sie spürten, dass etwas geschehen sein muss. Etwas schlimmes. Schließlich erzählte er weiter. Jedes einzelne Wort bedeutete Schmerz. Sowohl für seine Schwiegereltern, als auch für ihn selbst.

„Nein! Sag, dass das nicht wahr ist! Nein!“ schrie Amy schluchzend in die Sprechmuschel. Immer wieder. Am liebsten wollte er ihr sagen, dass beide noch lebten, aber er konnte nicht. Sein Herz blutete. Und das würde so schnell nicht aufhören. Seine Seele wollte sterben, wenn sie nicht schon längst mit dem letzten Kuss gestorben wäre.
Er gab ihnen ein paar Minuten um es zu realisieren. Wohl auch um es selbst zu verstehen.

„Joe?“ meldete sich nun David schluchzend zu Wort, „was hast du vor?“

„Ich möchte euch um etwas bitten. Bitte organisiert die Beerdigung. Egal was es kostet. Bitte. Könnt ihr das machen?“
„Okay.“ war die schmerzliche Antwort. „Was ist mit dir?“

„Macht euch um mich keine Sorgen. Sagt mir Bescheid, wann die Bestattung ist. Ich werde da sein.“

„Du wirst doch jetzt nicht irgendwas dummes anstellen.“

„Mir wird nichts geschehen.“ Jonathan wollte gerade auflegen, als sich Jennifers Mutter mit schwacher Stimme meldete: „Pass auf dich auf, mein Junge. Und viel Glück.“

Mit dem Auflegen des Hörers beendete er das Gespräch. Kurz hielt er inne. Dieser unbändige Schmerz ließ einfach nicht nach. Mit ungeahnter Kraft warf er das Telefon gegen die Wand, wo es zerschellte, wie ein Schneeball. Er stand auf, ging zu dem großen Fenster und schaute hinaus in das verschneite London. Und nur wenige Minuten später stand er vor dem großen Eingang des Hotels und bestieg seinen Mietwagen. Zügig fuhr er geradewegs zu diesem unterirdischen Bunker. Alles war so wie immer: die modrige U-Bahn-Station, das Fahrstuhlgeräusch, das gleißend helle Licht im Gang. Nur Jonathan war nicht mehr der selbe. Der sonst immer so ruhige und besonnene Captain sammelte Schmerz und Wut in seiner Seele, die nach Rache strebte.
Ohne Umwege ging er in die Ausrüstungskammer, wo er auf einen erstaunten Zeugwart traf. Jonathan bat ihn, ihm bei einem kleinen Problem zu helfen, sodass er hinter seinem Tisch hervor kam und sich ihm näherte. Blitzschnell und vollkommen unerwartet griff ihn Jonathan an. Schnell legte Jonathan ihn einen Arm um den Hals und drückte zu. Sein Opfer wehrte sich noch einen Augenblick, bis seine Arme schlaff hinunter hingen. Vorsichtig legte der Captain den bewusstlosen Mann auf den Boden und überzeugte sich davon, dass er wirklich noch am Leben war. Dann sprang er schnell über die Theke und schnappte sich einen großen Rucksack und verschwand zwischen den Regalen. Er packte eine komplette Uniform ein, sowie wärmende Kleidung, Handschuhe, Kampfstiefel, Taschenlampen und passende Batterien, Funkgeräte und andere Gegenstände. Schließlich kam er bei der vergitterten Waffenkammer an. Mit einer Eisenstange brach er das Schloss auf und schob die Tür beiseite. Dann bediente er sich: Eine Gewehr und eine Pistole. Die Granaten und die Munition stopfte er in den Rucksack. Es war ausreichend, um einen kleinen Krieg zu führen. In Gedanken malte er sich schon aus, wie er die Mörder seiner Familie leiden lassen will.
Was für den Außenstehenden grausam und verachtenswert ist, wird seine Seele besänftigen und den Frieden finden lassen.
Schnell zog er eine Uniform an. Dazu Stiefel, Weste und Helm. Dann schnallte er sich den Rucksack auf den Rücken und hängte sich seine Waffe um. Damit stiefelte er aus der Kammer direkt auf den Fahrstuhl zu. Genau in diesem Moment kam Morrison aus dem Herrenklo und zog sich gerade den Reißverschluss zu, als er ihn bemerkte.

„Captain, was? Was soll das? Bringen sie die Ausrüstung umgehend wieder zurück!“ befahl er ihm und stellte sich demonstrativ zwischen Jonathan und den Fahrstuhl. Doch davon ließ er sich nicht aufhalten. Ohne Vorwarnung streckte McNeal den Colonel mit einem gezielten Schlag zu Boden. Ein lautes Knacken und der Offizier lag mit blutender und gebrochener Nase auf dem Gang.
Die Lifttüren schlossen sich wie immer mit einem Ping.

'Jetzt gibt es kein Zurück.'

Eine Zeit lang fuhr er kreuz und quer durch die Stadt. Ohne bestimmtes Ziel. Einfach nur weiter und weiter, bis die Lampe an der Tankanzeige aufleuchtete. Er hielt am Straßenrand, stieg aus und lehnte sich an die Tür. Tief sog er die kühle Luft ein. Schneeflocken rieselten auf ihn nieder. Feine Kristalle verfingen sich in seinen kurzen Haaren. Ein paar Minuten atmete er tief durch und versuchte, seine Gedanken zu beruhigen. Langsam kroch die Kälte unter seiner Kleidung, doch ihm war es egal. Ein Blick auf das Foto wärmte ihn. Sanft strich er mit dem Zeigefinger über das Bild. Er küsste es, bevor er es wieder weg steckte und noch einmal den Plan durchging. 'Welcher Plan? Rein und raus. Und letzteres nach Möglichkeit lebendig. Oder doch tot? Das würde vieles einfacher machen.' Kurz überlegte er. 'Dann wäre alles umsonst. Das könnte ich mir nie verzeihen.' Stumme Tränen kamen in ihm hoch, aber er unterdrückte den Schmerz. Was er nun vor hatte, würde seine volle Konzentration erfordern. Kurz schoss ihm der Textabschnitt in den Kopf, den er in einem der Bücher auf Hogwarts gelesen hatte.
Ein letzter tiefer Atemzug und er stieg wieder in den laufenden Wagen. Diesmal war sein Weg direkt. Genau auf sein Ziel fixiert steuerte er durch die Straßenschluchten.

Nach wenigen Kilometern stellte er das Auto am Straßenrand ab. Endgültig. Er stieg aus, holte den Rucksack und seine Waffe von der Rückbank und schloss den Wagen zu. Er vergewisserte sich, dass keine Passanten in der Nähe waren. An der Hausecke hielt er inne und spähte in die Straße, die sich dahinter befand. Er verbarg sich dabei so gut es ging im Schatten eines hochgewachsenen Strauchs. Kurz verschaffte er sich einen Überblick. 'Zehn, elf, 13 Polizisten, davon fünf mit Maschinenpistolen. Drei Streifenwagen. Und fast alle Ecken werden restlos ausgeleuchtet. Das wird ein Spaß.' Fünf Minuten lang beobachtete er die patrouillierenden Cops, dann überlegte er sich den Weg, wie er am unauffälligsten voran kommen würde. Sein Herz begann kräftiger zu schlagen. Das Blut pulsierte. Schweiß trat ihm auf die Stirn. Sein Körper glühte regelrecht.
Vorsichtig kam er hinter dem Busch hervor und schlich zügig zum nächsten. Dann vergewisserte er sich, dass man seine Anwesenheit noch nicht bemerkt hatte, bevor er weiter schlich. Diesmal verbarg er sich in einer dunklen Ecke. So kam er voran. Langsam aber stetig. Es waren nur noch gut sieben Meter bis zu der entscheidenden Tür. Nummer Zehn. Allerdings lag dazwischen noch eine gut einsehbare Treppe zu einem anderen Hauseingang. Er schaute sich um und wollte gerade ansetzen, um das Geländer zum Aufgang zu überspringen, als die Tür plötzlich aufging. Hastig brach er ab und lehnte sich ganz eng an die Ziegelmauer, die die Treppe begrenzte. Er machte sich ganz klein. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Sein Körper wurde von Adrenalin überschwemmt. Seine Atmung war tief und schnell. Sein Körper zitterte. Alles in ihm spannte sich an. Der Griff um seine Waffe versteifte sich. Er zwang sich zur Ruhe. 'Hat er mich gesehen? Oder nicht?' Er tat nichts. Nicht einmal atmen. Er spürte jede Ader, die vom pulsierenden Blut durchströmt wurde. Alle Sinne fokussierten sich auf diesen Moment. Seine Ohren hörten Schritte. Und jeder einzelne brachte sein Herz einem Stillstand immer näher. Sie wurden lauter, um darauf zu verstummen. Dann vernahm er zwei männliche Stimmen, die einen Dialog führten. Und wieder Schritte im gleichen, rhythmischen Klangspiel, welches immer leiser wurde und schließlich gänzlich verschwand. Die beiden Polizisten waren weg. Irgendwo auf Patrouille. Jonathans Herz schlug wieder langsamer. Seine Atmung wurde ebenfalls ruhiger. Der Griff um seine Waffe lockerte sich. Einen Moment lang verharrte er noch neben den Stufen. Ein kurzer Blick und dann überwand er schleunigst die Treppe und lief schnellstmöglich zu der schwarzen Tür, die mit zwei goldenen Ziffern beschlagen war. Schnell holte er ein kleines Etui und zog zwei kleine Werkzeuge heraus, die er im Schloss versenkte. Nach einem bisschen stochern, sprang die Tür auf. Schnell verstaute er die Dietriche in einer Westentasche und schlüpfte ins Haus. Unentdeckt.

Der Flur war dunkel. Jonathans Augen mussten sich erstmal an die neue Umgebung gewöhnen. Jedoch entging ihm der rot leuchtende Punkt nicht, der sich in der gegenüber liegenden Ecke der Decke befand. 'Scheiße! Jetzt aber schnell. Wo ist dieses verdammte Büro?' Kaum hatte er den Gedanken zu Ende geführt, schon ging das Licht im Flur an und ein ohrenbetäubender Alarm heulte auf. Sofort erwachte das ganze Haus. Stimmen und Befehle hallten durch die Etagen. Unsicherheit und Angst lag in der Luft. Jonathan nahm die Beine in die Hand und rannte los. Dabei schaute er sich jede Tür genau an. Doch alle sahen gleich aus. Er lief weiter. Vor ihm trat gerade ein Mann mit schwarzem Anzug auf den Gang. Jonathans Blick hingegen viel auf den Gegenstand, den diese Person in der Hand hielt. Eine Pistole. Jedoch war dieser zu überrascht vom Captain, dass ihm keine Zeit zum reagieren blieb. Schnell überwand McNeal die zwei Meter und schlug den Leibwächter mit der Schulterstütze seines Gewehrs nieder. Jonathan hielt sich nicht lange bei dem Bewusstlosen auf. Er rannte weiter. Immer wieder traf er auf vereinzelte Männer, die neben Anzug und Krawatte auch Handfeuerwaffen besaßen. Sie alle schickte er ins Reich der Träume. Ob mit einem gezielten Faustschlag oder einem Hieb seiner Waffe war letztlich egal. Sie alle würden mit heftigen Kopfschmerzen aufwachen. Schließlich erblickte Jonathan eine Tür, die sich von den anderen unterschied. Nicht von dem Dekor oder durch besondere Verzierungen. Wohl eher dahin gehend, dass an ihr ein goldenes Schild mit der schwarzen Aufschrift „Premierminister – Büro“ angebracht war. Hinter ihm wurden Stimmen laut.

„Halt! Stehen bleiben!“

Doch Jonathan rannte weiter. Mit einem lauten Knacken gab das Schloss nach und die Tür flog auf, die der Captain mit vollem Körpereinsatz aufbrach und dahinter gleich auf einen weichen Teppich landete. Er hörte, wie eine Vielzahl von Männern den Gang entlang gerannt kamen. Er stand schnell auf und blickte den Flur hinauf, als ihm schon die ersten Geschosse um die Ohren flogen. Schnell sprang er zur Seite und warf die Tür zu und verbarrikadierte sie mit einer Kommode. Kugeln durchschlugen das dünne Holz und bohrten sich in die gegenüber liegende Wand. Jonathan schob noch einen Schrank davor und ruhte sich dann kurz aus, als die Pistolen auf dem Gang verstummten. Stattdessen stemmte sich ein Körper unter großer Kraftanstrengung gegen die Tür. Mit nur geringem Erfolg. Die Möbel bewegten sich kaum von der Stelle. 'Hätte nicht gedacht, dass man so leicht in die Downing Street 10 kommt. Die sollten das Sicherheitskonzept nochmal überdenken.' scherzte er, bevor ein weiterer kräftiger Stoß an der Tür ihn wieder in das hier und jetzt zurück holte. Schnell blickte er sich um und fand das, was er zu finden erhofft hatte. Einen Kamin. Der einzige Kamin. Von hier aus sollte er über das Flohnetzwerk in das Zaubereiministerium gelangen. 'Flohpulver. Flohpulver.' Er durchsuchte die vielen kleinen Dosen und Schälchen, die über dem Kamin standen, doch die waren leer. 'Bitte lass das jetzt nicht wahr sein.' flehte er. Jonathan schaute sich um. Dann trat er an den Schreibtisch und begann damit die Fächer zu durchsuchen. Aber hier fand er nur Stifte, Papier und anderen Bürobedarf. Eine Schublade jedoch konnte er nicht durchsuchen, das sie verschlossen war. Aber er hatte auch nicht mehr viel Zeit, um das Schloss mit dem Dietrich zu öffnen. Die Tür war schon ein kleines Bisschen geöffnet. Also nahm er seine Pistole und zerstörte mit einem Schuss den Schließmechanismus. Er riss die Schublade aus dem Schreibtisch und durchsuchte sie. Doch er fand keine Dose. Nur Dokumente, die ihn nun gar nicht interessierten. Es knallte zwei mal. Jonathan warf sich sofort hinter dem Schreibtisch in Deckung, um nicht von den zwei Projektilen getroffen zu werden, die über dem Kamin einschlugen. Erst da sah er es. Unter dem Schreibtisch. Ein kleiner unscheinbarer Behälter. Er nahm ihn und öffnete ihn vorsichtig. Darin enthalten war ein seltsam schimmerndes Pulver. 'Das muss es sein.' dachte er sich. Inzwischen hatten die Wachen die Tür noch weiter auf gestemmt. Jetzt passte fast schon ein Mann hindurch. Jonathan zog seine Pistole und zielte sorgsam dicht neben den Türrahmen. Er wollte niemanden ernsthaft verletzen. Als drückte er ab und traf nur die Wand. „Deckung.“ riefen ein paar Leute auf dem Gang. 'Das würde sie einen Moment aufhalten.' wusste Jonathan und ging ohne Zeit zu verlieren zum Kamin. Zum Glück war er aus. Er stellte sich mitten in die Asche und nahm etwas Flohpulver in die Hand. 'Deutlich den Zielort sagen.' zitierte er. Dann warf er das Flohpulver in die Asche und sagte laut und deutlich. „Büro des Zaubereiministers.“ Doch nichts geschah. Panik machte sich in ihm breit. Er nahm noch eine Priese und warf sie wieder in die Asche. „Zaubereiministerium. Büro des Zaubereiministers.“ Wieder geschah nichts. Er verzweifelte langsam. Adrenalin durchströmte seine Gefäße. Schweiß trat ihm auf die Stirn, seine Hände fingen an zu zittern. 'Das konnte doch hier nicht enden!'
Er verstreute schließlich das gesamte Pulver. „BÜRO DES ZAUBEREIMINISTERS!“ rief er laut und deutlich. Doch wieder nichts. Stattdessen sah er, wie sich ein Mann mit Waffe durch den schmalen Spalt der Tür beugte. Wie er auf ihn zielte. Vor seinem geistigen Auge sah er bereits die Kugel, die mit Überschallgeschwindigkeit auf ihn zu raste.

Doch urplötzlich wurde ihm der Boden unter den Füßen weggerissen und grüne Flamme umgaben ihn. Und schon im nächsten Moment landete er auf einem Fußboden. Er rollte aus dem Kamin über den Teppich und prallte schließlich gegen einen massiven Schreibtisch. Auch wenn die Reise an sich schneller und angenehmer war, als apparieren, so bekam er dennoch keine vernünftige Landung hin. Stattdessen rieb er sich die schmerzende Stelle am Hinterkopf. Er richtete sich auf und sah sich um. Dieser Raum war anders. Es war zwar auch ein Büro, aber hier war es wenige ordentlich. Eine Vielzahl von seltsamen Geräten füllten den Raum. Welche, die so ähnlich aussahen, wie die in Professor McGonagalls Räumlichkeiten. Er nahm an, dass er im Büro des Zaubereiministers gelandet sei, ganz so wie er es wollte.


Der Raum war dunkel und verlassen. Jonathan stand auf und klopfte sich die Asche aus der Kleidung. Dann blickte er sich um.


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