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Fanfiction

Harry Potter und die verschmelzenden Seelen - Angriff der Todesser

von einstein90

So pünktlich zu Heilig Abend gibt es wieder ein neues Kapitel.
Ich wünsche euch mit diesem ein wunderschönes und besinnliches Weihnachtsfest, erholsame Feiertage, einen fleißigen Weihnachtsmann und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Mein Dank gilt meinen treuen Lesern und Kommischreibern. Ihr seit Spitze. Ohne euch würde ich vermutlich noch am Anfang meiner FF stehen. Danke für den Ansporn.

Und ihr wisst ja: Kritik, Lob und Anmerkungen...Ich freu mich auf eure Kommis.

Lg einstein

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

Ruhe. Ein Moment der Stille hüllte Jonathan ein, als er sich kurz an den Schreibtisch lehnte. Ein kurzer Augenblick der Einsamkeit.
Kein Geräusch.
Kein Laut.
Nur das Dröhnen seiner Gedanken und das Pochen seines Herzens. Er schloss die Augen und versuchte jeden Schlag mit seinem Körper zu spüren. Wie das Blut durch die Adern pulsierte. Stoß um Stoß.
Stickige Luft füllte seine Lungen bis in den letzten Winkel. Ruhig und gleichmäßig hob sich sein Brustkorb unter der schweren Ausrüstung. Seine Nasenflügel bebten bei jedem Zug. Jedes Ausatmen nahm ihm auch ein Teil der Anspannung. Muskeln lockerten sich. Gedanken strömten ruhiger. Schmerzen ließen nach.
Ruhe.

Heftig knallte die Tür, als der Zaubereiminister den Raum betrat. Er lehnte sich an die Tür, in der Hoffnung die Eindringlinge zurück zu halten. Vollkommen schockiert sah er, dass sich in diesem Raum bereits jemand aufhielt. Er war nicht allein. Ihm gegenüber stand ein Mann. Beide sahen sich erschrocken an. Keiner reagierte. Man sah beiden an, wie sich ihre Gedanken überschlugen. Schließlich schaffte es Rufus Scrimgeour als erstes seine Paralyse zu überwinden und zog seinen Zauberstab. Seine Gedanken lösten sich in Luft auf.
„Sectumsempra!“ brüllte der Zaubereiminister. Aus der Spitze des Zauberstabes schießt dem Unbekannten der gefährliche Strahl entgegen und trifft ihn direkt in die Brust, der ihn von den Beinen reißt. Der Fall, der von einem Schmerzensschrei begleitet wurde, dauerte nur einen Augenblick. Dann wälzte sich der Getroffene auf dem Boden, bis er regungslos liegen blieb.
Der Todesser würde nicht lange vermisst werden. Rufus wusste, dass er erst in seinem Büro sicher sein würde. Vorerst. Er riss die Tür auf ging so schnell es mit einem humpelnden Bein ging in Richtung seines Büros. Ein Auge immer darauf, nicht von Todessern entdeckt zu werden.

Ruhe. Stille. Stimmen.
Stimmen?
Stimmen!
Definitiv. Und sie wurden lauter. Jonathan löste sich aus seinen Gedanken. Sein Blick fiel auf die Tür. Es war ein Mann, der wohl direkt auf dieses Büro zusteuern musste. Schnell versuchte er sich in dem dunklen Raum umzusehen.
Der Türknauf wackelte.
Sein Herz pulsierte heftiger. Adrenalin schoss wieder durch seinen Körper. Seine Sinne schärften sich. Die Muskeln spannten sich an. Die Hand umklammerte den Pistolengriff. Er vernahm das deutliche Knacken des Türschlosses.

Die Tür gab endlich nach. Rechtzeitig. Aber jetzt sitzt er mehr oder weniger in der Falle. Wieder warf Rufus die Tür zu und lehnte sich an sie.
'Nur einen kurzen Augenblick.' Doch eine lauter Knall, hämisches Gelächter und panische Schreie ließen ihn nicht zur Ruhe kommen. Stattdessen begann er damit die Tür mit ein paar Zaubersprüchen zu verbarrikadieren. Er überlegte kurz, ob sich da etwas in seinem Augenwinkel bewegt hatte, verwarf den Gedanken aber wieder, als es kräftig an der Tür schepperte. Scrimgeour zuckte zusammen.

Jonathan hatte es gerade noch rechtzeitig hinter einen großen Schrank geschafft, als die Person vollkommen panisch den Raum betrat und ein paar Zaubersprüche in Richtung der Tür murmelte. Die bunten Lichter aus der Spitze des Zauberstabes erhellten kurzzeitig den Raum, sodass er einen kurzen Blick auf das Gesicht des Mannes werfen konnte.
Dunkelblonde Frisur, die von einzelnen grauen Streifen durchzogen wurde und ein markantes Gesicht, das von ein paar Narben gezeichnet war. Ein Gesicht, dass ein kämpferisches Wesen und viel Erfahrung versprühte. Und seine Augen? Pure Angst spiegelte sich in ihnen. Todesangst.

Jonathan beobachtete den Mann. Wie er von der Tür zurückwich, als auf der anderen Seite eine laute Explosion zu hören war. Wie er aus lauter Verzweiflung zum Schreibtisch ging und voller Wut die Aktenstapel und Dokumente hinunter schmiss, sodass diese sich kreuz und quer über dem Boden um ihn herum verteilten.
Heftig atmend und vollkommen mit den Nerven am Ende ließ er sich in den bequemen Sessel fallen. Den Zauberstab legte er auf den Schreibtisch, die Spitze auf die Tür gerichtet. Weitere heftige Explosionen an der Tür klangen so, als wenn gleich das Gebäude zusammenbrechen würde. Immer wieder und wieder knallte irgendwas heftig dagegen. Jonathan zog leise seine Pistole aus dem Holster und schraubte einen Schalldämpfer darauf. Allerdings war das ziemlich schwierig, da seine Deckung nicht allzu dick war und man jede kleine Bewegung von ihm sofort gesehen hätte. Doch schließlich schaffte er es mit großer Mühe. Und genau im richtigen Augenblick, denn genau in diesem Moment zersplitterte die Tür. Tausende Splitter flogen durch den Raum und durchbohrten alles, was nicht härter als Holz war. Der Minister konnte gerade noch rechtzeitig nach seinem Zauberstab greifen und sich somit ein unsichtbares Schild herauf beschwören, was ihn vor Verletzungen schützte. Auch Jonathan hatte Glück. Die Splitter, die in seine Richtung flogen, blieben im Schrank stecken.

„Expelliarmus!“ rief der erste Eindringling. Sofort wurde dem Minister der Zauberstab aus der Hand gerissen und landete bei dem Todesser. Die zwei Anderen, die hinter ihm eintraten, lachten gellend auf.

„Na alter Mann? Es ist Zeit für dich zu gehen.“ sprach der Erste ruhig und selbstsicher. „Willst du es kommen sehen?“ Doch der Minister sagte nichts. Stattdessen schaute er dem Todesser tief in die Augen.

„Hm, keine Antwort ist auch eine Antwort. Und weil du dich weigerst, mit uns zu kooperieren, werden wir es auch besonders langsam und qualvoll gestalten.“ Wieder lachten seine Begleiter auf.
Doch der Blick des Mannes in seinem Sessel blieb unverändert.

„Man sollte wissen, wann man verloren hat. Niemand wird erfahren, dass du um dein Leben gebettelt hast, Rufus.“ gab der linke Todesser lässig von sich. „Du kannst auch schreien, wenn du das möchtest.“ Doch der Blick von Scrimgeour blieb unverändert.

„Och man. Du verdirbst uns den ganzen Spaß. Naja dann muss es eben ohne gehen.“ empörte sich der Dritte und zielte mit dem Zauberstab auf den alten Mann. „Crucio!“ Wie vom Blitz getroffen zuckte der Minister und krümmte sich vor Schmerzen. Der Schrei blieb jedoch aus, was die Wut der Drei noch mehr entfachte. Jonathan hielt das nicht lange aus. Er musste was machen. Er trat leise aus seiner Deckung heraus und schob sich an der Wand entlang Richtung Tür. Die Pistole war die ganze Zeit auf den Todesser gerichtet, der ihm am nächsten stand.
Am Türrahmen angekommen warf er kurz einen Blick auf den verrauchten Flur. Schreie, aber niemand war zusehen. Er schaute wieder zu den Todessern, die immer noch damit beschäftigt waren, Scrimgeour zu foltern.
Er trat genau hinter sie.

Legte auf den Linken an.

Und drückte ab.

Ein Knall in der Lautstärke eines knackenden Astes ertönte. Der Todesser brach sofort tot zusammen. Ehe die beiden Anderen reagieren konnten, zog Jonathan die Waffe herum und schoss dem Rechten Todesser in den Nacken, der ebenfalls leblos und ohne Verzögerungen zu Boden sackte. Der letzte Todesser wirbelte herum, wurde aber gleich von einem heftigen Schlag zu Boden geschickt.
Nach einem kurzen Augenblick der Benommenheit versuchte er sich aufzurichten, doch der Captain stand bereits über ihm.
Kurz trafen sich ihre Blicke. Der Todesser sah sein Spiegelbild in den Augen seines Angreifers, die leer und emotionslos waren. Jonathan war wie in Trance.

Blaue Augen. Leuchtend blaue Augen. Die, die er über alles geliebt hatte. Und jetzt immer noch liebt. Aber nie wieder sehen würde. Genommen von diesen Zauberen in ihren schwarzen Umhängen und ihren grotesken Masken.

Der Todesser, der weiterhin versuchte, sich aus seiner Lage zu befreien, blickte kurz auf.

Zwei kurze Blitze.

Der Anblick seiner toten Frau und Tochter ließ ihn jegliches Gefühl verlieren. Nur noch der Muskel im Zeigefinger zuckte.
Zwei Mal.
Tropfen spritzten ihm ins Gesicht.
Warmes Blut.
Begleitet von einem Übel erregendem Geräusch von zerquetschtem Obst.

Ein Hauch von Zufriedenheit breitete sich in ihm aus, als der zappelnde Todesser mit dem Kopf dumpf auf dem Teppich aufschlug und mit offenen Augen ins Leere blickte. Nun nicht mehr zappelnd.
Jonathans Gewissen war stumm.

Der Minister war schockiert. Dabei war es nebensächlich, dass Jonathan ihm gänzlich unbekannt war. Viel schlimmer fand er den Gesichtsausdruck des Mannes, als er dem am Boden liegenden Todesser zwei Mal in den Kopf geschossen hatte. Seine Augen wirkten
gleichgültig.
Rachsüchtig.
Aber auf jeden Fall zeigten sie keine Reue.
Ob er der nächste wäre?

Jonathan wischte sich mit dem Ärmel übers Gesicht und verschmierte dabei das Blut. Er befasste sich nicht länger mit der Leiche und zielte stattdessen auf den verängstigten Minister.

„Wo bin ich hier gelandet?“ fragte Jonathan fordernd.

„Im-m Zau-zaubereiministerium.“ stotterte Scrimgeour.

„Wer bist du?“

„I-Ich bin nur e-ein Ministeriumsangestellter.“ gab er ängstlich zurück.

Jonathan durchschaute seine Lüge: „Versuchs nochmal! Wer bist du?“
Keine Antwort. Jonathan riss allmählich der Geduldsfaden. Sein Blutrausch war noch nicht vorbei. Lediglich seine Vernunft hinderte ihn am schießen. Der Minister sah in seine Augen und spürte die Entschlossenheit, die sein gegenüber ausstrahlte, was ihn noch mehr einschüchterte.

„Ru-Rufus Scrimgeour. D-Der Zaubereiminister.“

„Ah. So kommen wir weiter. Jetzt erklären sie mir, was hier gerade passiert!“
Jonathan schaute dem völlig überforderten Mann an, der einfach keinen Ton heraus bekam.
„Also dass das jetzt gerade kein gemütliches Picknick war, das weiß ich selbst. Also was machen Todesser hier im Ministerium?“

„Sie wissen von den Todessern? W-Woher? Wer sind sie überhaupt?“

„Sie würden mich vermutlich als Muggel bezeichnen.“ Scrimgeour machte große Augen. Allein die Vorstellung, dass ein Muggel sich ins Ministerium verirren könnte, wäre vollkommen absurd. Jonathan, der den Blick nicht von ihm abwendete, schien seine Gedanken zu lesen.

„Ich habe mich nicht verirrt. Ich wollte hier her.“ bemerkte er lässig, was sein gegenüber nur noch mehr verwirrte. Der Captain konnte ein leichtes Schmunzeln nicht zurück halten.
„Hören sie jetzt genau zu. Ich will keine weitere Zeit mit ihnen verschwenden.“ Rufus hüstelte. Er war es nicht gewohnt, dass so mit ihm geredet wurde. Und schon gar nicht von einem Muggel. „Ich habe noch eine offene Rechnung mit diesen Todessern. Also sagen sie mir einfach das, was ich wissen will und wir haben keine Probleme.“

Der Minister nickte unweigerlich, da Jonathan immer noch die Waffe auf ihn richtete.

„Also was machen die Todesser hier?“

„D-Die w-w-wollen mich t-töten!“

„Sie sind der Zaubereiminister? Dann stehen sie unweigerlich auf deren schwarzen Liste.“

„Helfen Sie mir! Denn mit mir fällt die Zaubererwelt!“ forderte der Minister.

„Das Amt ist wichtig, nicht der Mann der es inne hat. Und solange sie das nicht verstehen, sind sie dieses Amtes nicht wert.“ belehrte Jonathan ihn.

„Was erlauben sie sich. Ich bin Rufus Scrimgeour. Träger des Merlin-Ordens 1.Klasse. Zaub...“

„...bla bla bla. Halten sie die Klappe!“ , unterbrach ihn Jonathan, „Was wollen diese Todesser?“

„Habe ich doch schon gesagt! Sie wollen mich umbringen!“

„Ey. Wenn du so weiter machst, werde ich das für die übernehmen.“ Drohend wackelte er mit seiner Waffe vor des Ministers Nase herum, was ihn sichtlich einschüchterte.
Sein kurzes aufbäumen wurde vom Captain schon im Keim erstickt.
Widerwillig fing der Minister an zu erzählen:
„Die magischen Fähigkeiten zeigten sich vor langer Zeit unter den Muggeln. Man munkelt, dass es angeblich göttlichen Ursprungs sei, aber das ist doch eher unwahrscheinlich. Jedenfalls habe ich eine eigenständige Abteilung ins Leben gerufen, die sich um die Abstammung...“

„Zurück zum Thema!“

„Oh, ja. Natürlich. Also die magisch Begabten schlossen sich zu Gemeinden zusammen. Über die Jahrzehnte wurde ihr genetisches Material vollständig von denen Nicht-magischer gereinigt. Es waren die ersten reinblütigen Zauberer geboren. Dieser Zustand hielt mehrere Jahrhunderte an, bis man sich doch der Liebe hingab. Muggel und Zauberer paarten sich. Aus den Beziehungen gingen Hybride hervor. Halb Mensch, halb Magier. Das wurde natürlich immer weiter getrieben, sodass sogar die Kinder zweier Muggel durchaus magische Fähigkeiten besaßen. Sie werden umgangssprachlich auch Schlammblüter genannt. Was machen sie?“ unterbrach Rufus, da Jonathan anfing, zwei Todessern die dunklen Mäntel auszuziehen und ihre leblosen Körper in eine dunkle Ecke des Büros schleifte.
„Ich habe keine Lust mich hier ewig aufzuhalten. Aber reden sie weiter. Ich höre zu.“

„Okay. Also. Schon damals gab es Familien, die streng an der Reinblütigkeit ihrer Linie festhielten. Durch die zunehmende Vermischung von Muggeln und Magiern fühlten sich diese Familien in ihrer Existenz bedroht, sodass sich diese zusammen schlossen und sich das Ziel gesetzt haben, die Reinblütigkeit der magischen Welt wieder herzustellen. Die Mehrzahl durch radikale Methoden. Diese Extremisten, wie sie sie vermutlich bezeichnen würden, nennen sich selbst die Todesser. Bislang fehlte ihnen eine zentrale Führung. Doch diese Rolle wurde von einem Mann vor gut 18 Jahren eingenommen. Voldemort alias Tom Riddle. Und mit dem Ministerium haben sie den vollen Zugang zu den Akten aller englischen Magier und ihren Blutstatus. Und mit der Kontrolle der staatlichen Organe die entsprechende Legitimation gegen diese Blutsverräter vorzugehen. Wenn das Ministerium fällt, dann gibt es keine Hoffnung mehr.“

Jonathan wirft ihm gerade einen schwarzen Mantel zu, den Scrimgeour etwas perplex fängt.
„Es gibt Hoffnung. Es gibt da einen Jungen.“

Kurz überlegte Rufus. „Sie kennen Harry Potter? Woher?“ erstaunte er sich.

„Das erzähle ich ihnen unterwegs, aber ziehen sie erst Mal den Mantel an! Wir werden hier verschwinden.“ Jonathan warf sich den schwarzen Umhang über. Sein Kopf verbarg er im Schatten der Kapuze, die er sich tief ins Gesicht zog. Der Zaubereiminister tat es ihm gleich. Vorsichtig, aber unauffällig verließen sie das Büro und traten durch die zertrümmerte Tür auf den Flur.

An der Decke schwebten dicke Rauchschwaden. Der Geruch von brennenden Möbeln und Papier durchzog die Luft in feinen Streifen, fast so wie eine dezentes Parfum. Flackerndes Licht erhellte die Türrahmen und den edlen Axminsterteppich, der vor den angrenzenden Räumen lag. Schreie und Gelächter durchzogen die Stille auf dem Flur.
Ohne groß auf sich aufmerksam zu machen, gingen sie den Flur entlang, vorbei an offenen Türen und Unmengen an Blättern, die aus irgendwelchen Akten stammen mussten. Teilweise brannten sie noch, andere waren nur angesengt, und wieder andere lagen einfach nur da. Niemand würde auch nur einen Blick an sie verschwenden. Die Informationen, mit denen sie beschrieben waren, werden für immer verloren sein. Die oftmals lange Arbeit, die mit der Erfassung und der Archivierung dieser Dokumente verbunden war, ist in nur wenigen Augenblicken für immer vernichtet worden.
Doch das war egal. Im Moment mussten die beiden Pseudo-Todesser einzig und alleine um ihre heimliche Flucht bangen.

„Hogwarts.“ begann Jonathan, nachdem sie einen langen Gang hinter sich gelassen hatten und in einen kleineren, dunkleren Seitengang ausgewichen sind.

„Was?“

„Ich habe Harry auf Hogwarts kennen gelernt.“

„Aber wie sind sie nach Hogwarts gekommen?“ wollte nun der Minister interessiert von dem Captain wissen. Jonathan überlegte kurz, ob er von der TFR erzählen sollte. Ihm war klar, dass man in dieser Welt höchstwahrscheinlich schon über diese Muggeleinheit Bescheid wusste oder es zumindest nicht mehr lange dauern würde, bis es soweit sei. Also fing er an zu erzählen, unterbrach aber seine Ausführungen, wenn ihnen einzelne Todesser oder ganze Gruppen über den Weg liefen.

„Sie sind einer von denen?“

„Sie wissen also schon davon?“

„Natürlich. Ich war eigentlich dagegen, aber der Muggelminister bestand darauf, selber aktiv zu werden, da zunehmend Muggel zum Ziel der Todesser geworden sind. Also haben wir uns auf eine Zusammenarbeit geeinigt. Wir sollten entsprechende Informationen liefern.“

„Also kamen die Informationen von ihnen und ihrem Ministerium?“ Jonathan erinnerte sich an diesen einen Einsatz, der ihn unfreiwillig in diese Welt katapultierte. Er kam nicht ohnehin ein gewisses Maß an Wut in ihm zu spüren. Das Blut fing an in ihm zu kochen.

„Ähm, ja. Aus unserer Aurorenabteilung.“

„Es ist nämlich so, dass bei unserem ersten Einsatz, wo wir auf Todesser getroffen sind, eine gewisse Fehleinschätzung des Gefahrenpotentials dieser Gruppe aufgedeckt wurde.“

„Dafür können wir nichts. Das ist dann ihre Schuld, wenn sie ihren Gegner falsch eingeschätzt haben.“ verteidigte sich Scrimgeour.

Jonathans Ärger schaukelte sich auf. Seine Blut begann nun in einem Sturm zu tosen. Wellen des Zorns brachen sich an seiner Vernunft und ließen ihn in seinen klaren Gedanken wanken.

„Zwei Drittel meiner Einheit sind von diesem Einsatz nicht wieder nach Hause gekehrt! Ich wurde in ihre Welt gerissen! Das wäre nicht passiert, wenn sie uns mit vernünftigen Informationen versorgt hätten!“ Er musste sich stark zusammen reißen, um seine Wut nicht lautstark dem Todesser ins Gesicht zu brüllen, der sich auf sie zu bewegte. Ein Moment der Ruhe kehrte ein. Nur die wehenden Umhänge rauschten durch die kühle Luft, begleitet von einem Luftzug, der bis tief unter die Kapuze vordrang und sanft über die angespannte Gesichtshaut des Captains strömte. Das aufgewühlte Wesen kühlte sich ein wenig ab, die Gedanken beruhigten sich langsam. Der Todesser schob sich an den beiden vorbei und ging weiter seines Weges, ohne den Beiden noch weitere Beachtung zukommen zu lassen. Auch sie setzten ihren Weg fort, der Minister führte.

„Ich schwöre ihnen, dass der zuständige Auror ihren Offizieren alle Informationen hat zukommen lassen. Ich selbst habe die Dokumente eingesehen und ihre Freigabe erlaubt. Sie enthielten die wichtigsten Informationen, die wir über die Todesser haben.“

„Also haben Morrison und Sawyer die Männer auf dem Gewissen. Wenn ich denen noch einmal über den Weg laufen sollte, dann...“

„Wie bitte?“ fragte Rufus.

„Ach nichts.“ warf Jonathan ein, der sich bei zu lautem Denken ertappt fühlte, „aber dennoch waren sie unzuverlässig. Bevor es zu diesem Zwischenfall kam, haben wir unzählige Einsätze in den Sand gesetzt, weil sie auf falschen Informationen beruhten.“

„Nun ja. Dieser Kampf findet nun Mal in der magischen Welt statt. Und wir regeln unsere Angelegenheiten lieber selbst. Wir wollen niemanden, der uns dazwischen pfuscht und unsere Arbeit zu Nichte macht. Nichts gegen sie, aber wir halten die Muggel für unfähig ihre Geschäfte zu erledigen, geschweige denn unsere Angelegenheiten.“

„Das kann ich nach vollziehen. Aber warum der Sinneswandel?“ wollte Jonathan wissen.

„Politik.“ Der Captain nickte merklich unter der Kapuze. Er wusste, dass dieses eine Wort keiner weiteren Erklärung bedurfte. Ein so zwielichtiges Geschäft, welches er schon vor Jahren versucht hatte zu verstehen, aber letztendlich doch aufgegeben hatte.

Nach unendlich vielen Gängen, so schien es dem Captain, erreichten sie den Rand der großen Eingangshalle des Ministeriums. Sie hielten hinter einer mit dunklen emerinfarbigen Fliesen gestalteten Wand. Ruhig beobachteten sie das Treiben. Gnome, Halbriesen und andere Wesen, die Jonathan nur aus Märchenbüchern kannte. Doch der größte Teil waren Magier, die man vom Kleidungsstil her nicht von normalen Muggeln unterscheiden hätte können. Aber aus der Masse stachen die Todesser mit ihren schwarzen Mänteln, den spitzen Kapuzen und den grotesken Masken deutlich hervor. Und aus allen Ecken strömten weitere Magier in die Eingangshalle. Es schien so, dass die Schwarzmagier die Ministeriumsmitarbeiter wie Vieh zusammen trieben. Die Menge wurde zunehmend panisch. Und mit ihnen ihre Bewacher, die sich abwechselnd unruhige Blicke zuwarfen.

„Was haben sie vor? Wollen sie den allen gegenüber treten? Das ist Selbstmord!“ wollte Scrimgeour wissen.

„Hey, ganz ruhig. Ich muss zu den Kaminen, um nach Hogwarts zu kommen! Ich muss McGonagall informieren, dass das Ministerium gefallen ist. Wenn die sich mir in den Weg stellen, dann ist das deren eigene Schuld!“

„Warum haben sie das nicht gleich gesagt? Hogwarts erreichen sie einzig über meinen Kamin.“

Jonathan stöhnte auf. Am liebsten hätte er den Zaubereiminister eine rein gehauen.
Doch plötzlich wurde er von einem lauten Knall aus seinen Gedanken gerissen. Die Panik, die sich unter den Zusammengetriebenen sammelte, brach nun über ihre Bewacher herein. Vollkommen fluchtartig setzte sich die Menschenmenge in alle Richtungen gleichzeitig in Bewegung. Die Todesser wurden schier überrannt. Aus verschiedenen Bereichen des Ministeriums eilten andere dunkle Gestalten ihnen zu Hilfe.
Sofort begann die Unterstützung eine Vielzahl von Zaubersprüchen in die Menge zu feuern. Manche waren tödlich, aber die Mehrzahl lähmte, verstümmelte oder schockte. Mit großer Mühe konnten sie die Menschen wieder zusammen treiben.
Auch Scrimgeour hatte große Mühe. Mühe damit, Jonathan zurück zu halten. Denn er wollte dem Massaker ein Ende bereiten.

„Tun sie das nicht! Sie müssen an Hogwarts denken! Sie helfen keinem, wenn sie jetzt daraus gehen und sterben!“ Ihre Augen trafen sich. Jonathan ließ von seinem Vorhaben ab und ließ sich von Rufus in den dunklen Gang zerren. Die Schreie und die in der Luft liegende Panik ließen sie in der Großen Halle zurück.
Sie gingen den selben Weg wieder zurück. Gang um Gang. Meter um Meter.
Sie bogen gerade auf den Flur, an dessen Ende das Büro lag. Ihr Ausgangspunkt. Sie kamen der zerstörten Tür immer näher. Und näher.

„Hey, was ist mit dir los?“ gellte ihnen eine autoritäre Stimme hinterher. Sofort blieben Jonathan und Rufus stehen und drehten sich langsam um. Ein Mann mit schneeweißem Haar und wehendem schwarzen Umhang trat an sie heran und beäugte dabei den etwas kleineren Scrimgeour. Jedoch erkannte er ihn nicht, da er sein Gesicht, ebenso wie Jonathan tief im Schatten der Kapuze verbarg.
Der Captain spürte die Unsicherheit seines Begleiters.

„Ach die alte Sekretärin vom Minister sträubte sich gegen unsere Anweisungen. Sie hat ihm vor das Schienbein getreten. Aber wir haben sie dann schnell ruhig stellen können. Sie wird keinem mehr Probleme bereiten.“ log Jonathan selbstsicher.
Malfoy lachte gellend auf und klopft Rufus auf die Schulter.
„Ach ja, habt ihr den Minister selbst gesehen? Der ist nämlich spurlos verschwunden.“

„Nein, aber wir sagen Bescheid, wenn sich das ändern sollte.“

„Sehr gut. Dann macht weiter!“

Jonathan und Rufus nickten ihm zu und drehten sich um. Langsam gehen sie weiter auf das Büro zu. Sie haben schon fast den Türrahmen erreicht, als ein bunter Lichtstrahl Scrimgeour im Rücken trifft. Sofort begann er vor Schmerzen zu schreien und brach auf den Boden zusammen. Jonathan kniete sich zu ihm um ihn zu stützen.

„Glaubt ihr, ihr könnt mich verarschen?“ rief Lucius verächtlich.

Jonathan sah, wie Malfoy seinen Zauberstab auf ihn richtete. Mit einer geschmeidigen Bewegung drehte er sich ihm zu und warf den Mantel dabei so über seine Schulter, dass seine rechte Hand mit der Pistole darin zum Vorschein kam. Bevor Lucius auch noch die Möglichkeit hatte einen Zauberspruch auszusprechen, zielte McNeal auch schon auf seinen Gegner. Vollkommen überrascht riss Lucius die Augen auf. Jonathan feuerte. Der Pistolenschlitten glitt zurück. Heißer Dampf umhüllte die Mündung des Schalldämpfers, wie auch das Projektil, welches genau auf sein Ziel zuflog. Die Hülse sprang aus der Waffe und viel fast wie in Zeitlupe zu Boden. Und das Geschoss traf. Tödlich. Aber nicht Malfoy. Ein anderer Todesser musste von den Geräuschen aufgeschreckt worden sein. Er kam genau in dem Moment aus einem der Büros, als Jonathan den Abzug betätigte. So trat er nun auf den Flur genau zwischen Malfoy und den Captain.
Getroffen von der Kugel wurde er von den Beinen gerissen. Sein lebloser Körper schlug dumpf auf dem Flur auf. Bevor Jonathan einen zweiten Schuss abgeben konnte sprang Lucius in ein Büro in Deckung. Jonathan stand auf und zog den verwundeten und immer noch schreienden Zaubereiminister in sein Büro.

„Sehen sie mich an!“ forderte er den schwer nach Luft ringendem Scrimgeour auf. „Wo ist das Flohpulver?“ wollte Jonathan wissen.
Rufus Stimme war schwach. Blut füllte seinen Mund. Kaum Luft bekommend deutete er mit aller letzter Kraft auf eine Schale mit glitzerndem Inhalt. Dann fiel sein Arm zu Boden. Immer noch in die selbe Richtung zeigend. Blut lief ihm aus den Mundwinkeln, über die Wangen. Hinab in einem gleichmäßigen Rinnsal und tränkte den edlen Teppich. Weit aufgerissene Augen voller Leere starrten Jonathan an. Schnell fuhr er mit seiner Hand über das Gesicht des gefallenen Ministers und schloss damit seine Augen.
Er ging noch einmal zum Türrahmen und erschoss den einzelnen Todesser, der mit Kampfgeschrei auf das Büro zustürmte. Jonathan sah das schneeweiße Haar von Malfoy und eines der eisblauen Augen, wie es um eine Ecke hervor schaute. Ohne groß zu zielen schoss er zweimal in seine Richtung, sodass das Gesicht des Todessers wieder hinter der Deckung verschwand.
Dann wand sich Jonathan dem Kamin zu. Schleunigst überwand er die drei Meter und griff in die Schale mit dem seltsam glitzerndem Pulver. Genau das Selbe wie im Büro des britischen Premierministers.
Er warf es in den Kamin, stellte sich in die Asche und sagte deutlich: „Hogwarts! Büro des Schulleiters!“ und ehe er sich versah, war er von züngelnden grünen Flammen umgeben und das war der Auftakt zu einer weiteren Reise.


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