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Fanfiction

Augenblicke - 3.

von jujube58

Tut mir wirklich Leid, dass es so lange gedauert hat! Vielen, vielen lieben Dank für die ermutigenden Kommentare. Ich habe mich wirklich sehr gefreut!
Hier kommt das neue Kapitel und ich versprech auch, dass es mit dem nächsten nicht so lange dauern wird :)
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Die dampfende Lok. Der überfüllte Bahnsteig. Lautes Stimmengewirr. Lily war wieder zu Hause. Sie war wieder in ihrer Welt. Der Sommer war schön gewesen, doch hatte er sich irgendwie falsch angefühlt. Etwas fehlte. Und das war nicht nur Petunia.

Zusammen mit Alice und Rose saß Lily in der Großen Halle. Heute waren sie das erste Mal schon als ?alte Schüler' dabei. Lily beobachtete fasziniert wie der Hut sein Lied sang und lächelte über die Nervosität der neuen Erstklässler. „Ob wir wohl auch so verängstigt ausgesehen haben, als wir da vorne standen?“, rätselte Alice. „Ich bestimmt nicht! Ich wusste ja schon immer, wo ich hingehöre. Nach Gryffindor, wo noch Mut und Tapferkeit regieren!“ Grinsend hatte sich James Potter in das Gespräch der Mädchen eingemischt, die ihn nur mit hochgezogenen Augenbrauen ansahen.

Baden im See. Die brennende Septembersonne genießen. Mit ihren Freundinnen lag Lily am Ufer des Sees unter einem großen alten Baum. Sie lachten und redeten.

Schule. Langeweile. Hausaufgaben. Eintönige Tagesabläufe. Eine verschlafene, müde Lily am Frühstückstisch. Plötzlich ein buntes Feuerwerk in der großen Halle. Wunderschöne rote Knallfrösche, die Linien in die Luft zeichneten. Doch eine fiel hinunter. Näherte sich Lily immer mehr. Mit schreckensweiten Augen saß sie da, unfähig sich zu bewegen. Der Knallfrosch fiel. Fiel. Streifte ihre Haare. Sie fingen Feuer.
„Jetzt sieht ihr Kopf nicht nur so aus als würde er in Flammen stehen, jetzt tut er's wirklich!“ Lachende Gesichter, eine schreiende Alice. Dann Schwarz.

Schmerzen, Albträume aus ihrer Kindheit und Erinnerungen. Ihr Kopf war voll, er würde bald bersten. Tränenspuren auf ihren Wangen. Ein kühler Becher an ihren Lippen. Eine ätzende Flüssigkeit, die stark nach Holunder schmeckte, in ihrem Mund. Und dann wieder Leere. Ein angenehmes Nichts. Ein Kopf voller Watte.

Grelles gelb-weißes Licht. Eine seltsame Decke unter ihren Fingern. Jemand, der eine kühle Hand auf ihre Stirn legte. Blinzeln. Das besorgte Gesicht ihrer Freundin Rose über sich, das sich in ein freudiges Lächeln verwandelte, als sie ihre Freundin aufwachen sah.

Kopfschmerzen und Lustlosigkeit plagten Lily noch wochenlang. Dank des Streiches der Rumtreiber, wie James, Sirius, Remus und ihr Anhängsel Peter sich nannten, hatte sie drei Wochen Schule verpasst, da sie mit Verbrennungen im Krankenflügel lag.
Remus hatte sie sofort besucht, nachdem sie aufgewacht war. Sie hatte sich gefreut ihn zu sehen. Die anderen drei mussten von Professor McGonagall gezwungen werden sich zu entschuldigen.

Severus und Lily liefen durch die Gänge des Schlosses. Sie unterhielten sich, sie waren beste Freunde. Von allen Seiten wurden sie schief angesehen, ein Slytherin und eine Gryffindor, die sich nicht bekämpften, das war in Hogwarts ein schier unmögliches Bild.
„Lily Evans, willst du dich nicht lieber mit jemand anderem abgeben als diesem Schleibeutel Schniefelus?“ Entsetzt drehte sie den Kopf: Sirius und James. Severus war dunkelrot angelaufen, er hob den Zauberstab, setzte zu einem Fluch an, doch Lily schnitt ihm das Wort ab: „Mit wem denn? Etwa mit euch, die ihr Spaß daran habt andere Leute durch eure Scherze zu verletzen? Und außerdem, er heißt nicht Schniefelus!“ Zornig funkelten ihre grünen Augen die lachenden Mitschüler an.

Alice, Lily und Rose standen zu dritt um eine kolumbianische Springknolle, deren Schote sie abernten sollten. Lily und Rose hielten sich dezent im Hintergrund und ließen Alice die Arbeit tun, da sie in Kräuterkunde am Besten war.
Durch das gläserne Dach fielen die Stahlen der Sonne, die sich ein letztes Mal gegen den unaufhörlich nahenden Winter aufbäumte und noch einmal mit aller Kraft in ihren Nacken brannte. Lily hob das Gesicht zur Decke, um es sich wärmen zu lassen. Sie war ganz in Gedanken, als sie einen lauten Aufschrei neben sich hörte. Sie konnte ein Lachen nicht unterdrücken, ebenso wie der Rest der Klasse. Es sah einfach zu witzig aus, wie Sirius Black mit einer Springknolle auf dem Kopf schreiend durch die Gegend lief und versuchte sie aus seinen Haaren zu entfernen, wo sie sich verheddert hatte.

„Remus ist schon wieder im Krankenflügel, das ist doch nicht normal, oder?“ Besorgte Blicke tauschten die drei Freundinnen untereinander aus. „Stimmt, es ist schon auffällig, vor allem, weil es wirklich auf den Punkt genau immer die gleiche Zeitspanne ist, die er verschwindet. Da kann doch etwas nicht in Ordnung sein.“ Nachdenklich blickte Lily vor sich hin. „Vielleicht hängt seine Krankheit ja irgendwie mit der Zeit zusammen?!“

Weihnachtsferien. Lily verabschiedete sich lächelnd von ihren Freundinnen, blickte noch einmal auf das eingeschneite Hogwarts zurück und betrat den Zug. Sie freute sich, Weihnachten war immer etwas Besonderes, etwas Schönes für sie gewesen. Zwar würde sie Petunia wieder sehen müssen, doch für eine Woche würde die sich wohl zusammenreißen können. Allein ihren Eltern zu Liebe.
Der Weihnachtsbaum strahlte und funkelte im Licht der Kerzen, die auf den Zweigen verteilt waren. Unter ihm türmten sich die Geschenke auf, hübsch verpackt und mit bunten Schleifen verziert. Nachdem sie die üblichen Weihnachtsliederkassetten eingelegt hatten, begann die Bescherung.
Von ihren Eltern erhielt Lily eine neue Uhr und ein Buch mit Gedichten, von ihrer Schwester hingegen kam nichts.
Weinend lag Lily im Bett an diesem Abend. Was war geschehen zwischen Petunia und ihr? Wieso konnte die Schwester nicht einfach akzeptieren, dass Lily jetzt wo anders zur Schule ging, wo sie zwar ungewöhnliche Dinge lernte, aber trotzdem ganz normal Hausaufgaben machen musste und Tests schreiben? Wie hatte ihre Freundschaft aus Kindheitstagen so leicht und unbemerkt zerbrechen können?

Die Prüfungen näherten sich. Die Sonne brannte immer heißer vom strahlend blauen Himmel und die Schüler lernten immer mehr. Für die Zweitklässler kam noch eine zusätzliche Aufgabe; sie mussten ihre Zusatzfächer für das nächste Schuljahr wählen. „Ich mochte Zahlen schon immer gerne, ich werde auf jeden Fall Arithmantik machen und Alte Runen. Hm, Muggelkunde ist wahrscheinlich etwas überflüssig für mich, das kann ich ja alles so.“ Lily stimmte in das Lachen ihrer Freundinnen mit ein.

Ein weiterer schmerzhafter Abschied am Bahnsteig. Lily wollte nicht gehen, nicht für zwei Monate wieder in eine andere Wirklichkeit zurück, nicht mit ihrer Schwester, die sie nicht akzeptieren wollte, unter einem Dach leben müssen. „Du schaffst das Lily! Und du musst mich auf jeden Fall besuchen kommen in diesem Sommer!“ Fest drückte Rose ihre rothaarige Freundin an sich.


Flirrende Mittagshitze in den Straßen. Ein dunkel gekleideter Junge und ein rothaariges Mädchen spazieren durch die Gegend. „Sev, Tuney ist die ganze Zeit fies zu mir! Und in der Schule gibt es auch so viele, die mich beschimpfen! Ich bin ein Schlammblut in Hogwarts und ein Freak zu Hause!“ „Du bist super Lily! Du bist eine Hexe, die in die magische Welt gehört und nirgendwo anders hin!“ Ein Lächeln stahl sich auf die schmalen Lippen des Jungen.

„Willkommen zurück, liebe Schülerinnen und Schüler! Nach diesen wunderbaren Ferien wollen wir nun hübsch brav wieder zum Unterricht gehen und uns die Köpfe füllen lassen! Ich bin kein Freund langer Worte, deshalb sage ich nur: Guten Appetit!“

„Lily?“ Lily schreckte von ihren Hausaufgaben hoch, als sie eine Stimme hinter sich hörte. „Kannst du mir vielleicht mit dem Zaubertränkeaufsatz helfen? Ich komme einfach nicht weiter!“ Sie lächelte Remus an. „Klar, wollen wir uns in die Bibliothek setzen?“
Der Aufsatz war längst fertig und noch immer saßen die beiden Gryffindors in der Bibliothek. Ab und zu schlich Madam Pince, die Bibliothekarin, hinter ihnen her, doch sonst war es menschenleer.

Langsam stieg das rothaarige Mädchen die Treppen zum Nordturm hinauf. Sie war in Gedanken, dachte über alles nach, was sie in den letzten Tagen erfahren und erlebt hatte. Leise stieß sie die Tür zum Turm auf, trat hinaus auf die Plattform und setzte sich auf zwischen die Zinnen. Über ihr leuchtete der Sternenhimmel und aus dem Verbotenen Wald stieg irgendwo eine Rauchsäule auf. Sie genoss die Stille und die Friedlichkeit der Nacht.

Die Blätter färbten sich wieder bunt und Rose und Alice hatten Lily gezwungen mit ihnen nach draußen zu gehen, um die letzten warmen Tage noch zu genießen. Sich unterhaltend liefen sie durch die Blätterhaufen. Rose wirbelte die bunte Farbenpracht mit ihren Füßen auf, sodass sie ihren Freundinnen ins Gesicht flogen. Alice war genervt bückte sich und warf eine Handvoll abgefallener Blätter nach Rose. Die ließ sich das natürlich nicht gefallen und bewarf auch Alice und Lily. Lachend tobten die drei Mädchen durch das Herbstlaub, bewarfen sich damit und rollten darin herum. Nach einiger Zeit kamen sie erschöpft, aber mit glänzenden Augen, unter einem Baum zum Liegen.

Drei Jungen im Zauberkunstkorridor, gleißende Lichtblitze, der Geruch nach versengtem Haar. Severus, James Potter und Sirius Black, die sich mitten auf dem Flur duellierten. Lily schrie laut auf. „Hört auf! Sofort!“ Severus drehte sich um, blickte in ihr Gesicht. „Potter hat angefangen.“ „Wie könnt ihr nur? Zu zweit gegen einen! Das ist total feige!“

Früh morgens wachte Lily auf. Irgendwie war sie aufgeregt, aber wieso? Dann fiel es ihr wieder ein: Hogsmeade! Als Drittklässlerin durfte sie jetzt auch endlich in das Zaubererdorf, worauf sie sich schon seit langem gefreut hatte.
In den kleinen verwinkelten Gassen Hogsmeades mit seinen aneinander gedrängten Häuschen tummelte sich fast die gesamte Schülerschaft Hogwarts'. Alice, Rose und Lily versuchten auf ihrem Weg durch die Geschäfte sich möglichst nicht aus den Augen zu verlieren. Nach einiger Zeit, vor allem mit Bonbontüten aus dem Honigtopf bepackt, drängten sich die Mädchen in den örtlichen Pup, der Drei Besen hieß. Aus einer Ecke ganz hinten winkte ihnen die mülleimerdeckelgroße Hand Hagrids. Mit drei Flachen Butterbier kämpften sie sich zu ihm durch. Neben ihm saßen die vier Rumtreiber und unterhielten sich mit ihm. Lily verdrehte nur genervt die Augen, doch ihre Freundinnen beachteten es nicht und setzten sich dazu. Lily blieb nur noch der Stuhl zwischen James und Remus; so weit wie es möglich war rückte sie auf Remus zu. James' Gesichtsausdruck bemerkte sie nicht, während sie freudig mit ihrem Freund plauderte.

„Du musst aber mitkommen, Lily! Immerhin spielt Gryffindor gegen Slytherin! Das Spiel ist wirklich wichtig!“ „Nein! Ich möchte es mir nicht ansehen. Ich will einfach nur hier bleiben und meine Hausaufgaben machen!“ „Lily, komm…!“ „NEIN! Quidditch interessiert mich nicht mehr, lasst mich damit in Frieden!“

Die Posteulen flogen in die Große Halle. Vor Lily landete eine große graue Schleiereule, die einen Tagespropheten im Schnabel trug. Auf der ersten Seite war eine riesige Überschrift in giftgrünen Lettern abgedruckt: Er, dessen Name nicht genannt werden darf verbreitet wieder Angst und Schrecken - Shirleys tot aufgefunden“
Alice warf einen Blick auf die Titelseite und ihre Augen weiteten sich erschreckt. Auch Rose reagierte ähnlich, was Lily nicht verstehen konnte. Klar, es war schrecklich, dass Menschen gestorben waren, aber wer war Er, dessen Name nicht genannt werden darf?
Ihre Freundinnen starrten Lily entsetzt und mit großen Augen an, als sie danach fragte. „Stimmt, du kannst es nicht wissen, die Muggel kriegen es ja so nicht mit. Er… er ist der schwärzeste Magier aller Zeiten. Die letzten 2 Jahre hat man nicht viel von ihm mitbekommen, aber jetzt hat er wieder zugeschlagen. Er will das Zaubererblut rein halten. Er ist gegen Muggelstämmige und Halbblüter. Für ihn sind sie nichts wert. Er will sie alle umbringen.“

Ziellos streifte Lily durch die Korridore Hogwarts'. Sie bog um eine Ecke und konnte in dem wie ausgestorbenen daliegenden Gang den Hausmeister erkennen, der scheinbar sehr, sehr schlechter Laune war. Auch er erblickte sie und kam mit funkelnden Augen auf sie zu. Lily schloss die Augen und wünschte sich mit aller Kraft einen Ort, an den sie verschwinden konnte. Als sie die Augen wieder öffnete, sah sie sich einer Tür gegenüber, die zuvor garantiert noch nicht da gewesen war. Lily blickte einmal über die Schulter, sah den näher kommenden Hausmeister, entschied sich in Sekundenbruchteilen und schlüpfte durch die Tür vor sich. Sie stand in einem kleinen Raum, in dem ein gemütliches Kaminfeuer brannte vor dem ein Sessel stand. Die Wände waren mit deckenhohen Bücherregalen bedeckt. Lily schüttelte nur den Kopf, betrachtete dann den Inhalt der Regale genauer und griff sich ein interessantes ?uch über die Anwendung von Espenblatt in der praktischen Zaubertrankbrauerei.

„Zum Geburtstag viel Glück, zum Geburtstag viel Glück, zum Geburtstag liebe Lily, zum Geburtstag viel Glück!“ Verschlafen öffnete Lily die Augen. Vor ihr standen ihre grinsenden Freundinnen, die einen riesigen Geburtstagskuchen in den Händen hielten. „Alles Gute zum Geburtstag, Lily!“, kreischte Rose und fiel ihr um den Hals. Auch Alice gratulierte und reichte der immer noch etwas verwirrt aussehenden Lily ein kleines in smaragdgrünes Papier eingeschlagenes Päckchen. Lily wickelte es aus, es war ein Schmuckkästchen. Als sie den Deckel hob, blickte sie auf ein kleines silbernes Armband, an dem verschiedene kleine Anhänger baumelten - ein Buch, ein Besen, ein kleines ?L' und ein buntes Herbstblatt.

Die Tage wurden wieder länger und Lily verspürte immer mehr den Drang ihre Zeit draußen auf den weitläufigen Ländereien Hogwarts' zu verbringen. Eines Abends, als Alice und Rose noch mit einem Zaubertränkeaufsatz beschäftigt waren, schlich sie sich aus dem Gemeinschaftsraum hinaus zum Quidditchfeld. Mit einem gemurmelten Zauberspruch öffnete sie das Schloss vom Besenschrank und schnappte sich einen Besen. Es war ein seltsames Gefühl nach langer Zeit wieder einen Besen in der Hand zu halten, doch Lily hatte keine Angst. Noch immer erinnerte sie sich an das Gefühl des Fliegens. Sie schwang ein Bein über den Besenstiel, stieß sich vom Boden ab und sie flog wieder! Wieder spürte sie dieses unglaubliche Freiheitsgefühl durch ihren Körper strömen. Sie fühlte sich leicht und unverwundbar, während sie dort flog. Ihre roten Haare flatterten im Wind, aus ihrem Mund kam ein lautes, befreites Lachen.

Ein Sommer voller Lachen und Glück im Garten von Roses Elternhaus. Die drei Freundinnen hatten sich getroffen und verbrachten ihre Tage mit Sonnenbaden, Schwimmen und vor allem viel Gekicher. Eine Zeit voll unbändiger Freude, aber immer wieder überschattet von den Geschehnissen in der übrigen Zaubererwelt.

Lily traf Severus in der Eingangshalle, um mit ihm nach Hogsmeade zu gehen. Von allen Seiten ernteten sie schiefe Blicke. Auch Alice und Rose konnten Lilys Freundschaft zu dem Slytherin nicht verstehen, doch Lily beharrte darauf, dass Severus ein netter Junge und vor allem ein guter Freund sei.

„Miss Evans, am Abend gebe ich eine kleine Gesellschaft und ich würde mich freuen, wenn sie auch kommen würden! Ihre Variation der Schluckauflösung war wirklich brillant und auf äußerst hohem Niveau!“ Gutmütig lächelte sie der, einem Walross unglaublich ähnlich sehende, Zaubertranklehrer Professor Slughorn seine Schülerin an. Diese blickte nur verdutzt auf und nickte freundlich. „Natürlich Professor. Ich komme gerne!“ Von der Seite erntete sie einen belustigten Blick ihrer Freundin Alice: „Sieht so aus, als würdest du jetzt auch dem Slug-Club angehören!“

Fliegen. Der blutrot untergehenden Sonne entgegen. Immer höher und höher, gen Horizont.

Ein neuer Bericht über die Taten von Ihm, dessen Name nicht genannt werden darf. Fünf Menschen, darunter auch Kinder waren in einem Haus tot aufgefunden worden. Offensichtlich ermordet. Getötet durch den Todesfluch.
Auf dem Korridor rempelte Nott, ein stämmiger Viertklässler aus Slytherin Lily an. „Du wirst auch irgendwann dran sein, Schlammblut!“

Mit Alice und Rose streifte Lily durchs Schloss. Die Sonne schien durch eins der hohen Fenster im Korridor. Die drei Mädchen alberten herum und ließen sich über die letzte Stunde Zaubereigeschichte aus. In einer Nische setzten sie sich auf den Boden, direkt neben eine Statue von einer alten einäugigen Hexe. Rose zog ihren Zauberstab, um ihren Freundinnen einen Zauberspruch zu zeigen, den sie in der neuesten Ausgabe der YoungWitch, einem Magazin für junge Hexen gefunden hatte. Mit großer Geste schwang sie ihren Zauberstab, kam dabei gegen den Hexenbuckel, der sich auf einmal öffnete. Wie gebannt starrten die Mädchen auf das Loch in der Statue. In Lilys Augen funkelte es. „Das ist bestimmt einer von diesen Geheimgängen! In einer Geschichte von Hogwarts steht was davon drin! Sie vermuten, dass es mehrer gibt, wissen aber nicht wo und wie viele!“ Aufgeregt schaute Rose ihre Freundin an. „Dann müssen wir gucken, wo er hinführt! Wir müssen einfach! Ach guck nicht so, Lizzy! Das ist doch nicht schlimm! Es ist Freitagnachmittag. Wir haben noch drei Stunden bis zum Abendessen und außerdem schulden wir es der Schülerschaft, dass wir jede Möglichkeit eventuell aus dem Schloss zu kommen untersuchen!“
Rose wagte sich als erste in den Hexenbuckel. Den entzündeten Zauberstab erhoben schlüpfte sie hinein und war kurz darauf nicht mehr zu sehen. Alice folgte ihr zögernd, dann kam Lily. Schon nach ein, zwei Schritten verlor sie den Halt und rutschte eine beachtliche Strecke auf einer Rutschbahn hinunter. Abrupt kam die Rutschpartie zu einem Ende und Lily fand sich in einem Erdgang wieder, in dem Rose und Alice bereits auf sei warteten. Schweigend folgten die Mädchen dem Weg, eine halbe Stunde liefen sie etwa, dann standen sie jäh vor einer Wand. Oben in der Decke des Ganges war eine Falltür zu erkennen.
Durch die Falltür und plötzlich befanden sie sich in einem Kellergewölbe, dass über und über mit Süßigkeiten aller Art vollgestellt war. „Ich glaube, wir sind unter dem Honigtopf!“, flüsterte Alice ehrfürchtig.


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Wer gebeten wird, in einem Harry-Potter-Film mitzumachen, würde niemals ablehnen. Und mir hat die Rolle Spaß gemacht. Bellatrix’ Persönlichkeit ist offenbar ernsthaft gestört. Sie findet es richtig toll, besonders böse zu sein. Wahrscheinlich ist sie in Lord Voldemort verliebt; immerhin hat sie für ihn 14 Jahre im Gefängnis gesessen. Jetzt ist sie wieder draußen und noch fanatischer als je zuvor.
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