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Fanfiction

Augenblicke - 7.

von jujube58

„Du bist also Lily! Wir freuen uns ja so, dich endlich kennen zu lernen!“ In der Haustür standen eine große dunkelhaarige Frau und ein Mann mit blitzenden braunen Augen. Beide strahlten ihren Sohn und dessen Freundin an, umarmten sie und zogen sie dann ins Haus.
„Ich hab dir doch gesagt, dass sie dich lieben werden! War doch wirklich nicht so schlimm, dass man Angst haben musste, oder?“ James grinste, sodass Lily errötete und ihr Gesicht an seiner Schulter barg. „Nein, aber sie sind ja auch deine Eltern, dann müssen sie irgendwie schon nett sein. Sonst wärst du nicht so geworden.“ James lachte auf.

Die Party war gut gewesen. Sehr gut sogar. Lily und James verabschiedeten sich von ihren Freunden und machten sich auf den Rückweg zu James' Elternhaus. Die Nachtluft war angenehm kühl und tausend Sterne glitzerten am tiefschwarzen Himmel. Überall roch es nach Sommer.
Langsam spazierten sie den kleinen Waldweg entlang und unterhielten sich. Ein Käuzchen schrie auf, der Ruf brach urplötzlich ab. Im Gebüsch raschelte es. Erschrocken fasste Lily James' Schulter, ihre Augen waren geweitet. „Was war das? Jam-“
Weiter am sie nicht. Zwischen den Bäumen sprangen mehrere Gestalten hervor, die Gesichter maskiert, die Körper in lange schwarze Umhänge mit Kapuze gehüllt. Alle trugen sie einen Zauberstab, hinter den Masken glitzerten ihre Augen.
„Stupor!“ Ein roter Lichtblitz zischte durch die Dunkelheit. Ein Eichhörnchen huschte aufgeschreckt über den Weg.
Lily war wie erstarrt, doch James hatte die Situation erfasst. In einem Atemzug schon er seine rothaarige Freundin hinter sich, zückte den Zauberstab und konnte noch knapp einen Schutzzauber murmeln, von dem der gegnerische Fluch abprallte.
Auch Lily erwachte aus ihrer Starre, zog ihren Zauberstab und brachte sich in den Kampf ein. Doch die anderen waren in der Überzahl. Lily und James hatten so gut wie keine Chance. „Lily! Es sind Todesser! Versuch zu laufen, bring dich in Sicherheit!“ Aber dafür war es zu spät. Wie aus dem Nichts erschien eine weitere schwarzgekleidete Gestalt, größer als die anderen und aus ihren Augenschlitzen funkelte es rot. Doch diese Person trug keine Maske. Die Gesichtszüge waren entstellt, ähnelten mehr einer Schlange als einem Menschen. „James Potter! Du gibst dich mit Schlammblütern ab, wie ich sehe? Und versuchst auch noch sie zu beschützen?“ Die nüsternähnlichen Nasenflügel bebten. „Ich denke, dass die Welt von solchem Abschaum befreit werden sollte! Kein anständiger, reinblütiger Zauberer sollte sich mit solch einer Missgeburt abgeben müssen. Deswegen werde ich es dir erleichtern sie loszuwerden. Denn das willst du doch eigentlich auch, nicht wahr?“ Ein heiseres Lachen ertönte, das die Härchen auf den Armen sich aufstellen ließ. Der weißgesichtige Mann hob seinen Zauberstab. „Sie wird nicht sofort sterben müssen, James Potter. Sie wird leiden bis der Tod eine Erlösung sein wird! Crucio!“
James warf sich zwischen den Fluch und Lily, wehrte ihn so gut es ging ab. Doch die anderen waren ihm überlegen, sodass er einige Flüche einstecken musste. James fiel. Lily schrie laut auf und warf sich über ihn. Gerade, als der schlangenähnliche Mann sich ihr näherte, ploppte es mehrmals in der dunklen Nacht. Verschiedene Zauberer und Hexen erschienen, stellten sich vor Lily, die schluchzend versuchte James wieder zur Besinnung zu bringen.

Lily machte sich die ganze Nacht lang Sorgen. James war ins Sankt Mungo Hospital für magische Krankheiten und Verletzungen eingeliefert worden, da er einige ernste Flüche abbekommen hatte. Sie hatte man wieder nach Hause, sprich zu Mr und Mrs Potter, geschickt.
Ungeduldig wartete sie darauf, dass der Wecker klingelte, damit sie aufstehen und so schnell wie möglich ins Krankenhaus kommen konnte.
Als es endlich so weit war, hielt James' Mutter sie auf, bevor sie durch die Tür schlüpfen konnte. „Lily! Willst du etwa ohne Frühstück zu ihm? Das geht doch nicht. Du siehst ohnehin völlig übernächtigt aus! Sag mir jetzt bitte nicht, dass du die ganze Nacht nicht geschlafen hast.“ Lily konnte nicht mehr. Die Sorge um James hatte ihr den Schlaf geraubt und die Fürsorglichkeit seiner Mutter erleichterte ihr die Situation nicht gerade. „Liebes, du brauchst doch nicht weinen! Er wird schon in Ordnung sein! James hat schon so manchen Unfall gehabt und hat es bisher immer gut überstanden.“ „E-e-es ist nur… w-w-weil er vers-s-sucht hat mich z-z…zu be-be-schützen. Sonst w-w-w-wäre ihm nichts passiert“, schluchzte Lily an Mrs Potters Schulter. Doch die strich ihr nur sanft über die Haare. „Mach dir keine Vorwürfe, Liebes! Er wollte es so, weil du ihm wichtig bist!“

Es war schrecklich ihn so zu sehen. Er sah klein aus in dem weißen Bett mit den gestärkten Laken. Am Kopf war eine Wunde, die bereits mit einer übel riechenden Tinktur versorgt worden war. Lily nahm vorsichtig seine Hand, die auf der Decke lag und strich ihm über das zerzauste Haar.
Langsam öffnete er die Augen. Als er Lily entdeckte trat ein Lächeln auf seine Lippen. Doch es wich fast augenblicklich einem besorgten Ausdruck. „Lily! Geht es dir gut?“ In ihren Augen sammelten sich wieder Tränen, sie konnte nicht anders. Er lag verletzt in seinem Krankenbett und die erste Frage, die er stellte, war, ob es ihr gut ging. „Lily! Was ist passiert? Haben sie dir etwa angetan?“ Sie schüttelte den Kopf, doch konnte nicht sprechen. James zog sie in seine Arme und wiegte sie leicht. Als die Tränen etwas versiegt waren, brachte Lily nur „Ich hab mir solche Sorgen gemacht! Ich hatte Angst um dich!“ hervor. James sah sie mit schmelzenden braunen Augen an. „Hab keine Angst, Süße! Ich lass dich so schnell nicht allein, da muss schon ein bisschen was anderes kommen als Voldemort mit seinen billigen Tricks mir ein schlechtes Gewissen einreden zu wollen. Ich liebe dich und daran wird nichts in der Welt etwas ändern!“

Sie trafen sich im Eberkopf. Der Schankraum war mit gut 20 Hexen und Zauberern verschiedenen Alters besetzt. James, Lily, Sirius, Remus, Peter, Alice und Frank traten gemeinsam ein. Keiner von ihnen wusste, warum Professor Dumbledore sie hierher bestellt hatte, doch alle waren seiner Aufforderung gefolgt.
„Wir“, er machte eine ausladende Geste, „sind der Orden des Phoenix, eine Widerstandstruppe im Kampf gegen Lord Voldemort. Zwei von euch, Lily und James, haben bereits am eigenen Leibe erfahren, was es heißt, auf seiner Liste zu stehen. Wir haben euch ausgewählt, weil wir der Meinung sind, dass ihr alle die besten Vorraussetzungen habt, um unsere Gruppe zu verstärken. Das ist euch selbstverständlich freigestellt. Wir können verstehen, wenn ihr nicht möchtet, da ihr dadurch natürlich ein gewisses Risiko eingeht und Gefahr lauft, besonders in den Fokus Voldemorts und der Todesser zu gelangen. Eure Aufgabe wäre es, anderen Hexen und Zauberern zur Hilfe zu kommen, wenn sie angegriffen werden. Und ihr müsst an unseren Treffen teilnehmen.“ Bei seinen letzten Worten schmunzelte der Schulleiter vergnügt.
Lily sah James an. Er hatte sich schon mit Sirius, Remus, Peter und Frank verständigt. Für sie schien klar zu sein, dass es keine zweite Möglichkeit gab, als beizutreten. James nahm Lilys Hand: „Du musst nicht! Ich kann das verstehen, wenn du nicht möchtest.“ Doch Lily schüttelte nur den Kopf. Sie wollte helfen, wollte kämpfen und sich verteidigen. Sie hatte am eigenen Leib erfahren, was es heißt von Voldemort angegriffen zu werden.

Der Herbst zog ins Land und zog eine Spur aus buntem Laub, kalten Winden und roten Nasen hinter sich her. Lily und James unternahmen Hand in Hand einen Spaziergang in dem kleinen Wäldchen, das an den Nachbarort grenzte. Sie waren ausgelassen. Seit langer Zeit konnten sie mal wieder einfach zu zweit sein, ohne jeglichen Stress und die Sorgen so weit es ging hinter sich lassend.
Die Blätter wehten durch die Luft, drehten Pirouetten, schwebten sachte zu Boden. Lily blickte gen Himmel, breitete die Arme aus, nahm einen tiefen Atemzug und drehte sich glücklich auf der Stelle. Alles war perfekt, als James sie in den Arm nahm und mit ihr durch den farbenfrohen Blätterregen tanzte.
Als sie beide kaum noch Luft bekamen, setzten sie sich auf einen kleine grüne Bank und beobachteten das bunte Treiben am Himmel. „Lily?“ „Hm? Was ist?“ Eine wunderbare Schläfrigkeit hatte sie erfasst und sie wünschte sich nichts sehnlicher als ewig hier zu sitzen, die Blätter zu beobachten und einfach die Nähe zwischen sich und James zu genießen.
„Weißt du, ich habe mir überlegt, dass wir meine Eltern vielleicht nicht länger nerven sollten. Was hältst du davon, wenn wir uns unser eigenes Heim suchen. Nur für uns beide?“ Die Worte schienen gar nicht richtig zu ihr durchzudringen. Ganz allein mit James? Eine eigene Wohnung? Das waren Pläne, die man schmiedete, wenn man sich sicher war, dass man zusammen bleiben würde, Pläne, die eine gemeinsame Zukunft voraussetzten. Da stellte sich die Frage, ob sie das wirklich wollte, ob sie bereit war, ihr Leben mit James zu teilen.
Für Lily gab es auf diese Frage nur eine Antwort. „Hm, wenn du meinst, dass deine Eltern uns nicht mehr ertragen...“ Sie grinste keck.

Sirius war zu Besuch bei den Potters, sowie jeden Sonntagmittag. Lily staunte immer wieder, wie sehr Mrs Potter ihn wie einen Sohn behandelte. Für sie war er kein Gast oder Freund ihres Sohnes, für sie war er ein Mitglied der Familie, das helfen musste und wenn es Unsinn machte auch die Konsequenzen zu tragen hatte.
„Sirius! Sieh zu, dass du dich aus der Küche bewegst! Ich kann hier keine Topfgucker und Nascher gebrauchen! Geh hoch zu James und spiel Karten.“ Lachend scheuchte sie ihn mit dem Geschirrtuch hinaus. „Er ist unmöglich, immer isst er einem die Hälfte der Zutaten schon vorher weg. Und dabei ist er immer so unglaublich charmant, dass man ihn ja auch nicht wegschicken mag.“ Doch Mrs Potter sah nicht allzu betrübt aus. Lily konnte sie gut verstehen, immerhin kannte sie Sirius auch schon seit einigen Jahren. Und egal, wie sehr sie ihn am Anfang verabscheut hatte, seine Fähigkeit andere Leute, und besonders Lehrer, um den Finger zu wickeln, hatte sie immer schon etwas bewundert, selbst wenn sie es sich nie hatte eingestehen wollen.

Lily und James lagen im Bett. Der Mond schien durch die leichten Vorhänge und erhellte den Raum, der James' Kinderzimmer gewesen war.
Beide hatten die Augen noch geöffnet, lagen Arm in Arm da, die Köpfe einander zugewandt. „Hast du dir eigentlich schon überlegt, was in Zukunft sein wird?“, fragte Lily leise. James sah sie liebevoll an. „Natürlich, ich habe mir immer Gedanken gemacht, wie meine Zukunft aussehen wir, seit ich dich kenne.“ „Spinner! Nein, ich meine, was wird, wenn wir unser eigenes Zuhause haben, was wird mit Voldemort?“ James lächelte und stupste ihre Nasenspitze. „Wir werden irgendwo ein hübsches Häuschen oder ein schöne Wohnung finden, dort einziehen und unser Leben leben. Und gegen Voldemort werden wir kämpfen, zusammen mit den anderen vom Orden. Er wird nicht ewig Angst und Schrecken verbreiten, irgendwann werden wir ihn kriegen und dann werden wir beiden glücklich bis ans Ende unserer Tage leben.“ Seine Worte hatten ihr ein kleines Lächeln auf die Lippen gezaubert. „Willst du Kinder haben?“ James nickte: „An irgendjemanden muss ich mein gutes Aussehen und meinen unglaublichen Charakter ja weitergeben.“ „Hey, das war ernst gemeint!“ „Ja, ich möchte gerne Kinder haben. Ich möchte sehen, wie sie aufwachsen, ihren ersten Schritt bewundern, ihr erstes Wort hören, ihre dunkelroten Haare im Wind flattern sehen, wenn sie das erste Mal auf einem Besen fliegen und ihnen abends eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen, bis ihre grünen Mandelaugen zufallen. Und was ist mit dir?“ „Nein.“ James sah sie verwundert an. „Ich möchte viel lieber versuchen ihre schwarzen Zaushaare morgens irgendwie glatt zu kämmen und in ihren haselnussbraunen Augen dieses Lächeln sehen, wenn sie wieder ein Stück der großen, weiten Welt begreifen und verstehen.“
Glücklich kuschelten James und Lily sich aneinander, ließen sich die vorherigen Worte noch einmal durch den Kopf gehen. „Weißt du, ich glaube, dass sollten wir schon hinkriegen. Meinst du nicht auch?“ Lilys geflüsterte Worte zauberten ein Lächeln auf James' Gesicht, das sie bis in ihre Träume mitnahm.

„Es ist wichtig, dass ihr einen Patronus heraufbeschwören könnt! Wir im Orden haben nämlich eine ganz eigene Methode der Nachrichtenübermittlung gefunden. Jeder Zauberer, jede Hexe hat einen ganz persönlichen Patronus, der seine oder ihre schützende Kraft darstellt. Meiner beispielsweise ist ein Phoenix. Wenn also bei euch zu Hause ein Phoenix auftauchen sollte, der zu sprechen beginnt, wisst ihr, dass eure Hilfe gebraucht wird. Dann habe ich euch gerufen. Sollte ein Fuchs auftauchen, so kommt der Ruf von Daedalus Diggle. Von daher ist es wichtig, dass ihr die Patroni der einzelnen Mitglieder kennt und auch selber in der Lage seid, einen heraufzubeschwören. Es ist eure Chance Hilfe zu bekommen.“
Lily sah James an. Ein Patronus, das hatte sie noch nie gemacht. Doch Dumbledore sah die neuen Ordensmitglieder beruhigend an. „Ich denke, Alice und Frank werden das bereits in ihrer Aurorenausbildung gelernt haben, wie man eine Patronus heraufbeschwört, für euch ist nur noch wichtig, wie ihr sie zum Überbringer eurer Botschaften macht. Das zeige ich euch später. Jetzt erst einmal, wie man einen Patronus erzeugt.“
Der Schulleiter erklärte und Lily durchforstete ihren Kopf nach einer glücklichen Erinnerung. Sie sah James an und sofort fiel ihr ein Moment ein: ihr erster Kuss. Sie versuchte sich das Gefühl der Freiheit und Leichtigkeit zu erinnern, das Glück und die innere Wärme, die sie durchströmt hatten. Dann sprach sie die Worte: „Expecto Patronum!“ Aus ihrer Zauberstabspitze entsprang eine große, silbern schimmernde Hirschkuh.

„Es ist einfach wunderschön, James!“ Lily konnte kaum noch atmen, so begeistert war sie von dem kleinen Häuschen, das sie besichtigt hatten. Es war einfach perfekt. Es stand in einem kleinen Dorf namens Godric's Hollow, der Ort, in dem der berühmte Godric Gryffindor gelebt hatte. Es war ruhig hier, ein Platz, an dem Muggel und Magier friedlich zusammenlebten. Das Haus selber stand am Rande der Ansiedlung, der Garten grenzte an einen kleinen Wald.
Auch James lächelte zufrieden. Lily war sich sicher: Dies sollte der Ort sein, an dem sie mit James leben wollte, das Haus, durch dessen Räume später das Lachen ihrer Kinder schallen sollte, und der Garten, in dem sie, wenn sie alt waren, sitzen und ihren Enkelkindern beim Spielen zusehen konnten.

Durch das Häuschen in Godric's Hollow schallten Gelächter und ein lauter Warnruf. Doch es war zu spät. Mitten in ihrem Wohnzimmer standen Lily und James, die Pinsel noch in der Hand, die Kleider von Farbspritzern übersät. Kichernd hatte Lily ihn verfolgt und versucht ihm einen Punkt auf die Nasenspitze zu setzen. Doch dabei hatte James die Leiter übersehen, die mitten im Raum stand und Remus' Warnschrei war zu spät gekommen. Nun lagen Lily und James nebeneinander in einem See orangegelber Farbe und wussten nicht, ob sie lachen oder weinen sollten. In der Tür stand Sirius. Für ihn gab es keine Alternative - er lachte. Mit einer Hand musste er sich am Rahmen festhalten, um nicht hinzufallen. Auch Remus hatte nur kurz die Augen verdreht und stimmte dann in das Gelächter seines Freundes mit ein.
Die beiden sahen aber auch zu komisch aus! Lilys Haare hatten sich aufgefächert und waren nun verklebt und von einem seltsamen Farbton. James konnte gar nichts mehr erkennen, da seine Brillengläser komplett beschmiert waren.
Lily setzte sich auf, stöhnte als sie sich im Raum umsah. Es war klar gewesen, nie im Leben hätte sie sich darauf einlassen sollen mit James, Sirius, Remus und Peter das Haus nach Muggelart zu streichen. Es hatte nur schief gehen können!
Doch dann erblickte sie James, der scheinbar völlig k.o. war. Sie konnte nicht anders, sie musste sich Sirius, Remus und Peter, der soeben wieder erschienen war, anschließen.
James schien wieder wahrzunehmen, was um ihn herum geschah, wirkte aber trotzdem noch etwas verwirrt. Mit den Finger versuchte er seine Brille wieder durchsichtig zu machen Sein Gesichtsausdruck war einfach faszinierend, sodass die anderen vier gar nicht mehr anders konnten, als laut aufzulachen, wobei Sirius sich auf den Boden sinken ließ, da seine Knie endgültig nachgaben.

Tag und Nacht werkelten sie an dem Häuschen in Godric's Hollow herum, aber es wollte und wollte nicht fertig werden. Lily hatte den Verdacht, dass irgendwie absichtlich immer etwas schief lief. Vor allem schienen James und seine Freunde nie richtig zu arbeiten, sobald sie ihnen den Rücken zudrehte. Doch sobald sie versuchte die vier zur Rede zu stellen, stritten sie alles ab. „Tja, dann werden wir Weihnachten wohl nicht hier verbringen können. Egal, deine Mum wird sich sicherlich freuen, wenn wir kommen!“, seufzte Lily ergeben, nachdem wieder einmal ein Wasserrohr aus unerfindlichen Gründen geplatzt war.
James, Sirius, Remus und Peter standen da wie begossene Pudel - und zwar im wahrsten Sinne des Wortes - mit einem überdimensionierten Schraubenschlüssel in der Hand. Täglich bereute Lily ihre Zustimmung zu dem Plan, das Haus ohne Magie wieder in einen bewohnbaren Zustand zu versetzen, um keine Aufmerksamkeit zu erregen. Mit den chaotischen Rumtreibern schien das fast unmöglich.

Weihnachten. Schnee fiel leise über England. In der Dämmerung liefen zwei Gestalten, in warme Umhänge gehüllt, Hand in Hand auf das Anwesen der Familie Potter zu. Schneeflocken verfingen sich in ihren Haaren, sodass sie aussahen wie die Kronen der Schneekönigin.
Im Haus umfing sie Wärme und ausgelassene Fröhlichkeit. Ihnen wurden die Mäntel abgenommen, im Wohnzimmer erstrahlte bereits der große Weihnachtsbaum in seinem gesamten Glanz. „Willkommen zu Hause!“, sagte Mrs Potter. Und Lily fühlte, dass sie angekommen war. Nach so langer Zeit der Suche, war sie endgültig und vollständig zu Hause bei ihrer Familie angekommen.

Ein silbern schimmernder Phoenix tauchte im Zimmer auf, gerade, als James und Lily sich bettfertig machten. „Kommt nach Albeyville. Fünf Muggel sind in Lebensgefahr!“
Verängstigt suchte Lily James' Blick. Auch er sah etwas unsicher aus, doch in seinen Augen blitzten auch die Abenteuerlust und der Wille zu helfen. Es war ihr erster Einsatz. Schon so oft hatten sie darüber diskutiert und fast darauf gewartet. Jetzt war es soweit.
Der Kampf war erfolglos. Als sie eintrafen, duellierten sich einige Ordensmitglieder bereits mit einer Gruppe Todesser. Die Muggelfamilie hatte keine Chance. Die Anhänger Voldemorts waren übermächtig und schonten niemanden.
Lily saß der Schock immer noch in den Gliedern. So schnell würde sie nicht den Ausdruck purer Angst in den Augen des kleinen Mädchens vergessen, das schon so früh den Tod erfahren hatte.

„Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Lily!“ Mit verquollenen Augen sah sie in das Gesicht des liebsten Menschen auf der Welt. Es war ein kalter, dämmriger Januarmorgen und Lily wünschte sich nichts sehnlicher als sich noch einmal zusammen mit James in die Decken zu kuscheln.
„Komm, steh auf! Ich weiß, es ist noch früh, aber Mum und Dad wollen dir unbedingt noch gratulieren, bevor sie zur Arbeit müssen. Und außerdem habe ich eine Überraschung für dich!“ Liebevoll küsste James sie auf die Nasenspitze und zog ihr dann die Decke weg. Etwas murrend ergab Lily sich ihrem Schicksal und schwang die Beine aus dem Bett.
„Lily! Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!“ Mrs Potter zog die noch etwas verschlafene Lily in ihre Arme und drückte ihr einen Kuss auf die Wange. „Wir sehen uns vor heute Abend leider nicht mehr, es ist viel zu viel zu tun im Moment. Aber genieß deinen Tag, Liebes!“ Und schon war sie disappariert.
Auch Mr Potter umarmte Lily herzlich, bevor er seiner Frau folgte, um zur Arbeit zu kommen.
Als es draußen langsam dunkel wurde, nahm James Lilys Hand. Sie hatten einen schönen Tag auf dem Sofa verbracht und eigentlich war Lily schon wieder schläfrig genug, um sich ins Bett zu kuscheln, doch sie folgte James und zog sich einen Mantel an. Dann ließ sie sich bereitwillig die Augen verbinden. „Wo geht es denn hin? Komm, sag schon.“ „Das wirst du ja gleich sehen, Süße!“ Sie konnte das Grinsen auf seinen Lippen hören.
Sie apparierten. Es war ein ungewohntes Gefühl, nicht zu wissen, wohin man verschwand, sondern der Person neben sich voll und ganz vertrauen zu müssen, dass sie einen sicher leitete.
Eine Tür fiel ging auf, sie traten über die Schwelle. „Überraschung!“ Lily zuckte zusammen ob der plötzlichen Lautstärke. Ihr wurde die Binde von den Augen genommen und im gleichen Moment wurde ihr die Sicht gleich wieder von einer langen braunen Haarmähne geraubt. „Lily! Alles Gute zum Geburtstag! Ich bin ja so froh dich zu sehen und euer Haus ist so wunderschön!“ Die Worte sprudelten geradezu aus Rose heraus, und Lily musste erst einmal Luft holen. Verwundert sah sie sich um. Sie stand in der Diele. In ihrer Diele. Links führte eine kleine Holztreppe nach oben, rechts ging die Tür zum Wohnzimmer ab, die weit offen stand. Sie mochte ihren Augen kaum trauen. Alles war fertig, alles war perfekt eingerichtet, genau so, wie sie und James es geplant hatten. Und dazwischen waren Leute versammelt.
Mit leuchtendem Blick wandte sie sich James zu, der breit grinste und sich mit der Hand durchs Haar fuhr. „Es ist wunderschön! Aber wie habt ihr das nur geschafft?“ „Tja, liebste Lily, Krone ist ein besserer Heimwerker, als man glauben mag! Und die ganzen Rohrbrüche und Unfälle waren natürlich nicht ganz unbeabsichtigt… Herzlichen Glückwunsch übrigens!“ Sirius griente sie verschmitzt an, nahm dann ihre Hand und zog sie ins Wohnzimmer, wo schon die anderen Gäste darauf warteten dem Geburtstagskind zu gratulieren.
Spät in der Nacht, als alle gegangen waren, lagen James und Lily zum ersten Mal in ihrem eigenen Bett in ihrem eigenen Haus. „Dankschön, James! Es war wunderschön und die beste Überraschung ist, jetzt hier mit dir liegen zu können!“ Langsam rückte Lily näher an ihn heran und küsste ihn lange.

Der Frühling kam. In ihrem Garten pflanzte Lily Blumen an. Nach einigen Regenschauern und schönen Sonnentagen, sprossen sie und verwandelten die zuvor kargen Beete in ein buntes Blütenmeer.
Zusammen hatten sie eine entzückende grüne Bank ausgesucht, die am Ende des kleinen Weges stand. Abends saßen sie oft darauf und bewunderten den Sonnenuntergang und die Vögel am Himmel.
„Lily?“ Sie blickte auf, sah in die haselnussbraunen Augen James'. „Was ist?“, wollte sie neugierig wissen. „Weißt du, ich habe gedacht… Ich liebe dich, willst du mich heiraten?“ Er schaute sie an, in seinen Augen lag ein Ausdruck von tiefempfundener Liebe, dahinter nur ein Hauch der Unsicherheit. Lily begann zu strahlen, konnte nicht sprechen vor Glück. Die nahm seine Hand in ihre, drückte sie ganz fest und lächelte einfach nur.

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Lange hat es mal wieder gedauert, aber ich hoffe, ihr könnt mir noch einmal verzeihen und das neue Kapitel gefällt euch. :)


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Schon als mir zum ersten Mal klar wurde, dass Bücher von Menschen geschrieben werden und nicht einfach so auf Bäumen wachsen, stand für mich fest, dass ich genau das machen wollte.
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