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Fanfiction

Lily und James - ihre Geschichte - RumtreibernÀchte und Foulspiele

von Sternengreifer

-8-

RumtreibernÀchte und Foulspiele








*




~ Remus ~



Kurz vor acht klopfte ich, wie immer einmal im Monat, an die TĂŒr des KrankenflĂŒgels. Madam Pomfrey öffnete, ebenfalls wie immer, zĂŒgig die TĂŒr.
“Ah Remus mein Lieber. Wie fĂŒhlst du dich?”, fragte sie besorgt nach. Sie war mit den Leiden eines Werwolfes, auch vor seiner Verwandlung, natĂŒrlich bestens vertraut und war die einzige Person außer Dumbledore, die von meinem Gebrechen wusste. GeschĂ€ftig wuselte sie um mich herum und tastete mit dem Zauberstab meine Knochen ab. Schon jetzt schmerzte es mich ein wenig, wie Gliederschmerzen nach einem schweren Fieber. Als sie merkte, wie ich zusammenzuckte, schaute sie mich mitleidig an.
“Bald hast du es hinter dir.”
Ich wusste, dass sie damit die Verwandlung fĂŒr diesen Monat meinte, aber hinter mir wĂŒrde ich es nie haben. Mein ganzes Leben lang wĂŒrde ich mich allmonatlich in einen mordlustigen Wolf verwandeln. Eine Gefahr fĂŒr jeden, eine Bestie, ein Vorurteil, was mir jetzt und in meinem zukĂŒnftigen Leben ein riesiger Stein auf meinem Weg sein wĂŒrde. Dennoch ließ ich mir diese bitteren Gedanken nicht anmerken und lĂ€chelte sie höfflich an.
“Sie haben Recht.”
Freundlich nickte sie. Madam Pomfrey war zwar ansonsten eher die geschĂ€ftige, etwas barsche Krankenschwester, aber fĂŒr mich war sie eine Art Bezugsperson hier in Hogwarts, jemand, der ĂŒber mich Bescheid wusste, mich unterstĂŒtzte und sich um mich kĂŒmmerte, anders, als meine drei besten Freunde, die draußen am Waldrand unter dem Tarnumhang verborgen auf mich warteten und mir auf ihre Weise Beistand leisten wollten.
“Ich gebe Alciber noch seinen StĂ€rkungstrank, dann können wir losgehen.”
Sie deutete auf ein dunkelbraunes, dampfendes GebrĂ€u in ihrer Hand und eilte zĂŒgig zu einem der mit VorhĂ€ngen versehenen Betten.
Den Weg ĂŒber die LĂ€ndereien legten wir schweigend zurĂŒck, erst als wir an der peitschenden Weide ankamen, Madam Pomfrey mit Hilfe von “Wingardium Leviosa” den Knoten berĂŒhrte und ich dabei war, in dem moosbewachsenen steinernen Tunnel zu verschwinden, machte sie wieder von ihrer Stimme Gebrauch.
“Ich hoffe, du hast trotz allem keine zu großen Schmerzen. Morgen um sechs bin ich wieder hier.”
Und mit einem letzten mitleidigen Blick drehte sie sich um und verschwand in Richtung Schloss.
Ich beeilte mich, durch den Tunnel zu kommen, wobei meine Knochen schrecklich schmerzten, da in nicht einmal einer halben Stunde der Mond aufgehen wĂŒrde.
In der heulenden HĂŒtte angekommen verkroch ich mich in die hinterste Ecke und versuchte, die stĂ€rker werdenden Schmerzen zu ignorieren. “Bald hört es auf, bald kommen auch die anderen
”, versuchte ich mich selbst zu beruhigen.
Ich schrie auf. Mein Kopf zog sich in die LĂ€nge, ich versuchte den Brechreiz zu unterdrĂŒcken. Meine Knochen wuchsen und drohten gleichzeitig zu zerbersten. ‘Denk an deine Freunde!‘ , ein schwacher Versuch, die Fassung zu wahren.
Der Staub löste sich von den alten, stark beschĂ€digten Möbeln, als ich brĂŒllte. Ein unmenschliches, ohrenbetĂ€ubendes BrĂŒllen, das man selbst in den Straßen von Hogsmeade hören konnte. Spitze Krallen bohrten sich unertrĂ€glich schmerzhaft ihren Weg durch meine HĂ€nde und FĂŒĂŸe, Fell spross aus meinem ganzen Körper, ĂŒberzog mein Gesicht, meine Augen sahen alles unnatĂŒrlich scharf, meine Nase nahm tausend GerĂŒche war. Meine Gliedmaßen streckten sich zu langen, behaarten Beinen mit vier riesigen Pranken aus, ein GefĂŒhl, als wĂŒrde ich auf einer Streckbank liegen. Mein menschliches Denken setzte aus. Ich heulte. Die Verwandlung war vollendet. Der Wolf in mir war zum Leben erweckt.


*


~ Sirius ~


“So Leute, los geht’s”, meinte Krone mit einem Blick zu dem Mond, der rund und groß am Himmel hing. Obwohl er immer noch traurig und wĂŒtend wegen der Sache mit Grant und Evans war, ließ er es sich nicht anmerken und zeigte seine LoyalitĂ€t Moony gegenĂŒber. Wir alle stellten unsere BedĂŒrfnisse fĂŒr Remus einmal im Monat weit hinter die seinen. Und wir taten es gerne.
Freudige Erwartung durchströmte mich wie ein kĂŒhler Schauer, als ich an die bevorstehende Nacht dachte.
Meiner Meinung nach waren wir erst zu richtigen Rumtreibern geworden, nachdem wir es geschafft hatten, Animagi zu werden und unserem Freund Monat fĂŒr Monat seine BĂŒrde erleichterten und mit ihm die Gegend durchstreiften.
Wenn wir ĂŒber die LĂ€ndereien zogen, verband uns mehr als nur eine tiefe Freundschaft, da war mehr, als ‘nur’ ein starkes magisches Band. FĂŒr meine Freunde, fĂŒr jeden einzelnen von ihnen, wĂŒrde ich sterben, weil ich wusste, dass sie es auch fĂŒr mich tun wĂŒrden.
James, Peter und ich schwangen unsere ZauberstĂ€be und drehten uns kurz, wie beim Apparieren auf der Stelle, allerdings mit dem Unterschied, dass wir nicht im Nichts verschwanden, aufgezogen von Raum und Zeit, sondern dass vor mir auf einmal anstelle eines großen, schwarzhaarigen und eines kleinem, leicht untersetzten Jungen mit blassblondem Haar, ein prachtvoller kastanienbrauner Hirsch und eine kleine, graubraune Ratte standen.
Ich selbst, ein tiefschwarzer, zotteliger Riesenköter, wie Krone mich freundlicher Weise nannte, schubste den Hirsch spielerisch mit meiner Tatze an.
Krone ließ ein Schnauben hören, Ă€hnlich dem eines Thestrals und zwinkerte Wurmschwanz zu, der sich nach diesem Zeichen eilig davonmachte, um sich zwischen den umherschlagenden Ästen der peitschenden Weide durchzuwinden und nun den hellen Knoten an ihrem Stamm berĂŒhrte.
Graziös schritt Krone als erstes zwischen den gespenstisch stillen Ästen hindurch, bĂŒckte sich und verschwand in dem dunklen, kleinen Tunnel. Energisch folgte ich ihm, und hinter mir hörte ich trippelnde Schritte, die zu Wurmschwanz’ Gestalt gehörten.
Als wir endlich den von Moony kurz und klein gehackten Raum betraten, wurden wir von einem freudig mit dem Schwanz wedelnden Wolf begrĂŒĂŸt. In solchen Momenten war es schwer, sich Remus als mordlustigen, grausamen Werwolf vorzustellen, aber im Gegensatz zu uns wurde er ganz und gar von seinen tierischen Instinkten geleitetet, deshalb konnte er fĂŒr Menschen so gefĂ€hrlich werden. Im Ernstfall könnten Krone und ich Moony zwar bĂ€ndigen, aber sein Geheimnis wĂ€re aufgeflogen und wir wĂŒrden als nicht registrierte Animagi der Schule verwiesen.
Doch gerade dieses Risiko machte es noch prickelnder, vor allem fĂŒr Krone und mich. Remus hatte oft ein schlechtes Gewissen, wĂŒrde aber niemals auf diese NĂ€chte verzichten wollen, auch wenn er es nicht zugab.
Heute Nacht wĂŒrden wir mal wieder einen Streifzug durch den verbotenen Wald unternehmen, der immer noch Geheimnise vor uns barg, die nur darauf warteten, entdeckt zu werden. Vielleicht fanden wir ja sogar noch etwas, was es wert war, auf der Karte des Rumtreibers verewigt zu werden, aber die Chancen waren gering, es war so gut wie alles schon von uns entdeckt worden.
Gemeinsam mit Moony bahnten wir uns den Weg nach draußen und verschwanden nach zahlreichen Gezanke in den verbotenen Wald.


*


~ James ~


Es gab genau vier Dinge in meinem Leben, die es erst zu dem machten, was es war.
Das erste war ohne Zweifel Lily Evans, die zwar einem Anderen gehörte, aber der immer noch ein riesiger Teil meines Herzens gehörte.
Das Zweite war Quidditch, mein Sport, mein Talent. Ich liebte das GefĂŒhl von Freiheit, wann immer ich auf einem Besen saß und durch die Gegend flog.
Das dritte waren meine drei besten Freunde. Sirius, Peter und Remus genossen mein vollstes Vertrauen, fĂŒr jeden von ihnen wĂŒrde ich meine Hand ins Feuer legen.
Das vierte war eng mit dem dritten verbunden, ein Geheimnis, das uns wie ein magisches Band umschlang und zu einer Einheit machte. Jede Vollmondnacht war unsere Nacht, RumtreibernÀchte, wie Peter sie liebevoll getauft hatte.
Das unbeschwerte GefĂŒhl, als wĂŒrde ich alle Probleme in meiner Menschengestalt zurĂŒcklassen, war einfach unbeschreiblich. Jeder Atemzug als Hirsch war die pure Freiheit und Lebensfreude. In diesen Augenblicken gab es keinen Voldemort und keine Todesser, keine Inferi, die wild mordend durch die Welt zogen, keinen Marc Grant, es gab nichts außer meinen Freunden und mir. Das einzige, was mich dennoch fortwĂ€hrend in meinem Herzen begleitete war meine Liebe zu Lily, sonst ließ ich mich von meinen tierischen Instinkten leiten und genoss den Frieden, der uns alle vier verband.
So auch heute Nacht. Kaum, da ich den vertrauten morschusartigen Geruch des Verbotenen Waldes wahrnahm, waren alle Sorgen und Probleme Schnee von Gestern. Sirius sah mich herausfordernd an. Verwegen nickte ich und versuchte ein LĂ€cheln, was sich als Hirsch merkwĂŒrdig fremd anfĂŒhlte.
Wir beide machten uns startbereit, und nach drei Sekunden rannten wir zeitgleich los, also Sirius rannte, ich galoppierte. Ein wilder Slalomlauf um die immer höher und dichter werdenden BĂ€ume. Unbeschreiblich. Nach einer Weile hatte ich die FĂŒhrung ĂŒbernommen, da tauchte ein ausgelassen knurrender, großer grauer Wolf an meiner linken Seite auf, der mich mit Leichtigkeit ĂŒberholte.
Ich schnaubte und legte noch einen Zahn zu. Ich konnte das Ziel, einen umgefallenen Baum, schon sehen und klebte dicht hinter Moony. Rechts von mir holte auch Sirius langsam auf. Fast zeitgleich erreichten wir den Baum. Erst auf den letzten Metern fiel mir auf, dass da schon jemand saß.
Die kleine graue Ratte schaute triumphierend zu uns hoch. Wurmschwanz’ Piepsen hörte sich an wie “Gewonnen!”
Ich sah Tatzes unglĂ€ubigen Blick aus den großen grauen Hundeaugen, die im krassen Kontrast zu seinem rabenschwarzen Fell standen, die aber danach schelmisch glitzerten.
Wir wussten alle, was das bedeutete:
REVANCHE !!!
Und so verging eine weitere Rumtreibernacht, die wir fĂŒr ewig in unseren Erinnerungen bewahren wollten.

Ich schwöre feierlich, ich bin ein Tunichtgut!




*


~ Lily ~



LÀchelnd hauchte mir Marc eine Kuss auf die Wange, verzog aber danach etwas Àrgerlich das Gesicht und deutete auf meinen Gryffindorschal.
“Was soll das? Wieso bist du fĂŒr Gryffindor?”, motzte er.
“Weil das mein Haus ist, Marc!”, gab ich ebenso ungehalten zurĂŒck.
“Und ich bin dein Freund und zufĂ€llig KapitĂ€n der Ravenclaws, falls du dich erinnerst!”, wieder verzog er wĂŒtend das Gesicht.
“Tja Marc, dann hoffe ich, du kommst trotzdem damit klar, dass ich zu meinem Haus stehe.”, sagte ich kĂŒhl.
“Ja aber
”, verzweifelt suchte er nach einem Gegenargument.
“Was aber?”, meine Augenbrauen wanderten immer höher meine Stirn hoch.
“Ach egal
 wir sehen uns”, beleidigt verschwand er in Richtung Ravenclawtisch. KopfschĂŒttelnd und mit zehn Kilo Wut im Bauch sah ich ihm nach und setzte mich schließlich zu Alice, die Frank, dem HĂŒter der Gryffindors Mut zusprach.
“Und ich dachte immer, Ravenclaws wĂ€ren klug”, murmelte ich vor mich hin. Wegen solcher Nichtigkeiten lagen Marc und ich uns in letzter Zeit immer hĂ€ufiger in den Haaren. Er war es wohl nicht gewohnt, von einer Frau mal Kontra zu bekommen, die ich ihm gab. Langsam fing ich auch an, meine Beziehung mit ihm anzuzweifeln, da er wohl besser aussah, als sein Charakter war.
Ein schlechter Verlierer war er auch. Er hatte einen furchtbaren Hass auf die Gryffindormanschaft, die ihn bis jetzt in jedem Spiel geschlagen hatte, aber dass er jetzt mich dazu nötigte, fĂŒr sein Haus zu sein, ging einfach zu weit.
“Weißt du, wer den Kommentar macht?”, fragte ich Alice, um mich auf andere Gedanken zu bringen.
“Ähmm
 ich glaub einer der Treiber von den Huffelpuffs
 hab ich gehört. Aber wer genau, weiß ich nicht.”
“Ludo Bagman”, antwortete Sirius vom anderen Ende des Tisches her, an dem er und der Rest vom Gryffindorteam saßen und er, Peter und Remus die einzigen waren, die irgendetwas aßen, da sie kein Quidditch spielten.
“Wer?”, hakte Frank jetzt nach.
“Ludo Bagman, so ein großer, blonder Huffelpuff, stechend blaue Augen, ein bisschen einfĂ€ltig, aber eigentlich ganz nett, der beste Treiber, den die Huffelpuffs je hatten. Ist in unserem Jahrgang.”, erklĂ€rte Sirius.
“Ich hab gehört, der hĂ€tte jetzt schon ein Angebot bei den Wimbourne Wasps bekommen!”, meldete sich Arnold Peaks, der Sucher der Mannschaft, zu Wort.
“Jaah, hab ich auch gehört, ist auch ganz gut fĂŒr ihn, versteht mich nicht falsch, der ist ein wahnsinnig guter Quidditchspieler, aber das ist auch sein einziges Talent, war in meinem ZaubertrĂ€nkekurs, ich hab noch nie jemanden gesehen, der es geschafft hat, seinen Kessel so dermaßen oft zum Schmelzen zu bringen-”, meinte Kathy Frobisher, eine JĂ€gerin des Teams. “- und das in einer Unterrichtsstunde. Ich kann Sluggis Schreie heute noch hören.”, meinte sie vertrĂ€umt.
“Warum spielt ihr eigentlich heute gegen die Ravenclaws? Das erste Spiel der Saison ist doch normalerweise gegen die Slytherins.”, fragte Alice jetzt nach.
Mir waren noch zahlreiche Foulspiele sehr gut in Erinnerung. Gryffindors und Slytherins hassten sich schon aus reinem Prinzip.
“Hast du schon mal raus geguckt, Alice? Es stĂŒrmt und gießt draußen wie aus Kesseln! Ihr KapitĂ€n hat sich den Arm ‘gebrochen’!”, meinte James etwas wĂŒtend und deutete auf die verzauberte Decke, an der dicke Gewitterwolken zu sehen waren. Die AnfĂŒhrungszeichen waren fast schon greifbar.
“Jaah, die feigen SĂ€cke versuchen immer die Sache zu ihren Gunsten zu wenden.”, fĂŒgte Sirius verbittert hinzu. “ Nen haufen listiger Schlangen haben sie da in Slytherin
”
Auf diese Bemerkung hin schwiegen erstmal alle grimmig.
“Aber wir machen die trotzdem platt, genau wie die Ravenclaws!”, brĂŒllte Frank und fing sich vom Gryffindortisch Jubel und von zwei Ravenclaws, die soeben an ihrem Tisch vorbeigingen, böse Blicke ein.
Als sich das Team nach weitern fĂŒnf Minuten von seinen PlĂ€tzen erhob, und in Richtung Quidditchfeld verschwand, setzte sich auch nach und nach die restliche große Halle in Bewegung. Wir alle freuten uns auf ein hartes, spannendes Spiel.
Am Eingangsportal fing mich noch mal Marc ab. Ich wollte schon weiterlaufen und ihn einfach nicht beachten, da packte er mich schon sanft am arm.
“Hey es tut mir leid, wollen wir nicht mehr darĂŒber sprechen.”, meinte er und drĂŒckte mir einen Kuss auf den Mund. Seufzend gab ich nach. Normalerweise hĂ€tte ich eigentlich kontra geben mĂŒssen, aber 
 naja ich stand halt auf ihn, da verzieh man so einiges. Als wir uns voneinander lösten, verschwand er mit einem letzten LĂ€cheln in Richtung der Umkleidekabinen und ich ging weiter auf die TribĂŒnen zu und setzte mich zu Alice in die Gryffindorfanmeile.


*


~ James ~


Motiviert schaute ich meine Mannschaft an. Jedem einzelnen blickte ich ein paar Sekunden in die Augen. Ich wollte, dass wir gewannen. Wir mussten gewinnen. Nur so konnte ich es diesem schmierigen Bundimun (Anm: ist ein Tierwesen, was so stark stinkt, dass es ganze HĂ€user zum einstĂŒrzen bringt^^ ) von einem Marc Grant heimzahlen.
“Wir. Schaffen. Das. Wir mĂŒssen das schaffen! Ihr seid eine gute, fĂ€hige Mannschaft. Spielt als Team zusammen und haut den Ravenclaws so richtig in die Fres-
Ihr wisst, was ich sagen will. Da es ziemlich stark regnet, wĂŒrde ich sagen, legen wir alle den Impervius auf uns, dann haben wir trotzdem freie Sicht. Frank, denk dran, du musst die linke Seite besser schĂŒtzen, das ist einer deiner Schwachpunkte. Und ansonsten: Gebt alle euer bestes!”
Wir legten alle einmal kurz unsere HĂ€nde aufeinander, danach murmelten sieben Stimmen unisono : “Impervius” und dann ging es auch schon nach draußen, wo wir schon nach wenigen Sekunden bis auf die Knochen durchnĂ€sst waren.
“KapitĂ€ne, gebt euch die Hand!”, ertönte Madame Hoochs strenge Stimme uns zum Empfang entgegen. Ich schritt mit einer mordlustigen Miene auf Grant, diesen elenden Erkling (Anm: Tier, welches kleine Kinder anlockt um sie dann zu verschlingen =) ) zu und dieser versuchte mit ebenso bösem Gesichtsausdruck meine Hand zu zerquetschen, was ihm, im Gegensatz zu mir, da ich wenigstens Muskeln besaß, nicht gelang und einen kurzen Moment ein schmerzvoller Ausdruck ĂŒber sein Gesicht zitterte. Als ich anfing zu schmunzeln, zischte er mir wĂŒtend zu: “Du hast vielleicht den stĂ€rkeren HĂ€ndedruck, aber die bessere Freundin hab ich.” Es wischte mir zwar das Grinsen vom Gesicht, doch gleichzeitig hatte ich die Chance noch ein wenig fester zuzudrĂŒcken.
“Spieler besteigt eure Besen. Ich will ein gutes, faires Spiel sehen, ist das klar? Achtung, fertig und LOS!”, schrie sie und ließ die BĂ€lle frei, wĂ€hrend wir uns vom Boden abstießen. Alle Augen waren zunĂ€chst auf den kleinen goldenen Schnatz gerichtet, der aber sofort im Regen verschwand.
“Und es geht los!”, hörte ich eine vergnĂŒgt Stimme sagen, wĂ€hrend Kathy mir den Quaffel zupasste.
“Gryffindor im Quaffelbesitz; Frobisher passt zu Potter und Potter zu Thomas Bell, Aua das hat weh getan, Bell bekommt den Klatscher ab, exzellenter Schlag von Ravenclaw - Treiber Austen, Grant im Ballbesitz, er fliegt auf Longbottom zu, zielt nach links UUUUUUUND --- Longbottom hĂ€lt das Teil!” Jubel von der Gryffindor-TribĂŒne und Buhrrufe von den Ravenclaws ließen das Stadium erzittern.
Ich hielt Frank einen Daumen hoch, wÀhrend Thomas sich wieder den Quaffel schnappte, ihn dann Kathy zupasste und diese dann zu mir. Verfolgt von den beiden Treibern flog ich so schnell ich konnte auf die Torstangen der Ravenclaws zu, zielte und --
“Zehn zu Null fĂŒr GRYFFINDOR”, brĂŒllte Ludo, und ein riesiger Jubel seitens der Gryffindors brach aus."Potter macht ihn rein!"
WĂ€hrenddessen flog Grant auf mich zu und rammte mich brutal. WĂŒtend starrte ich ihn an. Madam Hooch hatte es gerade nicht bemerkt, da sie einen Spieler der Ravenclaws anschrie, der seinen GefĂŒhlen Luft gemacht hatte und einen Klatscher ziellos durch die Gegend gefeuert hatte, der unglĂŒcklicherweise sie selbst getroffen hatte. Wir bekamen einen Strafschuss, der allerdings gehalten wurde.
Nach vier weiteren Toren von unserer Seite und drei von Seite der Ravenclaws wurde das Spiel allmĂ€hlich immer hĂ€rter. Die Ravenclaws, die verbissen um den Sieg kĂ€mpften, waren gute Gegner und uns in etwa ebenbĂŒrtig.
Grant benahm sich einfach unmöglich, er rammte mich bei jeder Gelegenheit, wenn Madam Hooch gerade mit einem anderen Foul beschÀftigt war, und so gut wie niemand es mitbekam.
Auch ich kĂ€mpfte immer verbissener, versuchte ihn zu ignorieren, aber als er mich einmal fast vom Besen rammte, riss mein Geduldsfaden endgĂŒltig. Mit voller Wucht schlug ich ihm den Quaffel gegen den Kopf und Madame Hooch spuckte fast Galle, als sie Ravenclaw drei StrafstĂ¶ĂŸe zusprach, von denen sie zwei rein bekamen. "So ein Foul habe ich noch nie in meinem Leben gesehen, Potter, ich warne Sie", schrie sie mir zu. Grant feixte. Fast schĂ€umend vor Wut verfehlte ich einen Wurf, und als Grant mich noch einmal rammte, rammte ich zurĂŒck, was Madame Hooch jedoch wieder sah. Erneuter Freistoß fĂŒr Ravenclaw, aber Grant verschoss ihn. Das Spiel wurde noch hĂ€rter und alle hofften, das bald jemand den Schnatz fing, als plötzlich Bagmans Stimme ĂŒber das Feld hallte: “Und Peaks hat den Schnatz entdeckt!” Kurze Zeit spĂ€ter sah man, wie die verschwommene Gestalt unser Suchers Arnold im Sturzflug nach unten sauste, gefolgt von dem Sucher der Ravenclaws. Das Spiel schien nicht mehr weiter zu gehen, wir alle starrten gebannt auf die beiden Spieler, die sich ein Kopf an Kopf Rennen leisteten.
Gerade war der Ravenclaw - Sucher in FĂŒhrung, er streckte die Hand aus doch dann ---
“Arnold Peaks fĂ€ngt den Schnatz, das Spiel endet mit 230 zu 80 fĂŒr GRYFFINDOR!!!” Das Stadium jubelte augenblicklich los.
Arnold riss triumphierend die Hand hoch. Man konnte noch gerade eben den goldenen Schnatz erkennen, der schwach in seiner Hand flatterte. Wir alle flogen zu Boden und versuchten alle, soviel wie möglich von Arnold zu umarmen. Auch die geplÀtteten Ravenclaws kamen auf uns zu, die meisten gratulierten uns fair zum Sieg, bis auf Grant.
“Da hat euch euer Sucher ja gerade noch so den Hals gerettet, was Potter?”, zischte er gehĂ€ssig, fast keiner bekam es mit.
“Naja, schade, dass Lily dir nicht gratulieren wird”, meinte er, als immer noch keine Reaktion meinerseits kam.
“Weißt du, sie ist nĂ€mlich meine Freundin, falls es dir noch nicht aufgefallen ist
”
Ich weiß nicht mehr so genau, wann die anderen bemerkten, dass ich mich auf Grant gestĂŒrzt hatte, ich weiß nur noch, dass mich irgendwann Sirius gemeinsam mit Frank von ihm heruntergezerrt hatte, und wie Madame Hooch uns beiden eine Strafarbeit aufhalste, die ich aber grimmig ĂŒber mich ergehen ließ.
Viel schlimmer war, dass Lily nach dem Spiel auf mich zukam, mit zornesrotem Gesicht.
“Was sollte das, Potter?”, knurrte sie mich an. NatĂŒrlich hatte niemand mitbekommen, dass Grant mich provoziert hatte, das feige Ars******** hatte sich ja dezent im Hintergrund gehalten und nur dann zugeschlagen, wenn gerade niemand hinsah.
“Zuerst foulst du ihn die ganze Zeit wĂ€hrend des Spieles und dann schlĂ€gst du ihn zusammen? Das ist wirklich feige, Potter, von einem Gryffindor wĂŒrde ich mehr erwarten.”
Das brachte das Fass zum ĂŒberlaufen.
“KANN SICH DEIN FEINER FREUND NICHT SELBST VOR MIR RECHTFERTIGEN ODER WARUM SCHICKT ER DICH SONST HIER HIN???”
“VIELLEICHT WEIL ER MIT EINEM BLAUEN AUGE UND EINER AUFGEPLAZTEN LIPPE IM KRANKENFLÜGEL LIEGT???”, schrie sie ebenso laut zurĂŒck.
"DER TYP SOLL SICH MAL NICHT SO ANSTELLEN; DA HAB ICH SCHON VIEL SCHLIMMERES ERLEBT ALS EIN BLAUES AUGE UND EINE AUFGEPLATZE LIPPE!", brĂŒllte ich und dachte an die zahlreichen Quidditchverletzungen, die gebrochenen Arme und Beine, geschweige denn die Narben an meinem ganzen Körper, die Moony mir zugefĂŒgt hatte, als er einmal die Beherrschung als Wolf verlor.
“Warum bist du ĂŒberhaupt so wĂŒtend auf ihn?”, fragte sie etwas ruhiger.
GequĂ€lt schaute ich sie an. Einen Moment sah ich Mitleid ĂŒber ihr Gesicht flackern, doch als ich nicht antwortete drehte sie sich um und ging.
Traurig und wĂŒtend starrte ich ihr nach, bis ich mich ebenfalls auf den Weg zurĂŒck zum Schloss machte.
Vor dem Portraitloch stand Sue. Sie schien auf etwas bestimmtes zu warten. Als sie mich bemerkte, hellte sich ihr Gesicht auf.
“Hey James, du bist wirklich fabelhaft geflogen!”, begrĂŒĂŸte sie mich und warf die roten Haare ĂŒber ihre Schulter. Warum war sie nur so unkompliziert? Warum konnte sie nicht Lily sein?
“Danke”, sagte ich schlicht. Sie warf mir einen glĂŒhenden Blick zu. Mit den Gedanken bei Lily und Grant beugte ich mich zu ihr hinab, schlang meine Arme um Sue und kĂŒsste sie. Es ließ mich vollkommen kalt, bis ich die Augen schloss und mir vorstellte, Lily hier in den Armen zu halten, die meinen Kuss ebenso leidenschaftlich erwiderte. Als ich mich von ihr löste, musste ich seufzen. Die RealitĂ€t sah anders aus. Sie war nicht Lily, sie war Sue, aber ich wĂŒrde immer nur Lily lieben.




***************************************************


Na los, sag doch auch mal was dazu!

Ps: Im Laufe der Geschichte wird auch ein Kapitel zum Teil aus Peters Sicht geschrieben =) ihr dĂŒrft gespannt sein ^^


PPs: hier sind die Mitglieder der beiden Quidditchteams, wens interessiert:

Gryffindor :

James Potter -JÀger und MannschaftskapitÀn 7. Klasse
Frank Longbottom - HĂŒter 7. Klasse
Kathy Frobisher - JĂ€gerin 7. Klasse
Thomas Bell - JĂ€ger 6. Klasse
Arnold Peaks -Sucher 3. Klasse
Jimmy Robins -Treiber 4. Klasse
Leanne Towler -Treiberin 5. Klasse



Ravenclaw:

Marc Grant - JÀger und MannschaftskapitÀn 7. Klasse
Lewis Austen - Treiber 5. Klasse
Marcus Carmichael - JĂ€ger 7. Klasse
Mandy Davies -JĂ€gerin 6. Klasse
Anthony Boot - Sucher 5. Klasse
Michael Thomson - Treiber 4.Klasse
Simon Quirke -HĂŒter 3. Klasse


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