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Fanfiction

Getting over his pride - Die Standpauke

von Chatterbox

„Hey Tatze! Was ist denn mit dir passiert? Hast du dich etwa schon wieder ohne mich geprügelt?“

Sirius grinste seinen besten Freund breit an.

„Glaub mir, der andere sieht schlimmer aus.“, erwiderte er, „und du weißt, dass ich mir nichts lieber wünsche als wie in alten Zeiten Seite an Seite mit dir zu kämpfen, aber der werte Herr hat ja nie Zeit.“

Hinter den lockeren, lässigen Worten steckte eine Verletzlichkeit, die Sirius Black niemals zugeben würde.
Aber natürlich verstand Krone den Wink hinter seinen Worten.

„Tut mir leid, Tatze, aber Lily zwingt mich Zaubertränke mit ihr zu brauen – sie meint, ich sei in diesem Fach absolut unbegabt.“, erwiderte James und warf seiner Freundin einen lächelnden und zugleich schrecklich verliebten Blick zu.

Doch Lily hatte im Moment keine Augen für ihn.
Als sie von ihrem Zaubertrank aufsah, galt ihr Blick nur Sirius.

„Sirius Black!“, sprach sie ihn in diesen schrecklich tadelnden Ton an – okay, das hörte sich gar nicht gut an.

Sie stand auf und kam mit schnellen Schritten auf ihn zu.
Sirius konnte nicht verstehen, was James an dieser Gangart graziös fand – sie war einfach nur bedrohlich!
Schmerzhaft doll drückte sie Sirius den Zeigefinger in die Brust.

„Was hast du mit dem armen Lukas getan? Er liegt im Krankenpfügel mit hundert gebrochenen Knochen!“

„Ehrlich? Nicht schlecht, Sirius!“, kam es aus der hinteren Ecke von James.

Sie grinsten sich an, doch als Lily ihrem Freund einen bitterbösen Blick zuwarf, machte sich dieser ganz klein und entschloss sich unterwürfig lieber kein Wort mehr zu sagen.

„Lily, er hat es verdient! Er hat meinen Stolz ernsthaft verletzt!“, verteidigte er sich wie ein Kind vor seiner Mutter, doch natürlich zog dieses Argument gar nicht bei der Rothaarigen.

„Deinen Stolz? Sirius, wann wirst du endlich einmal erwachsen? Man kann so etwas auch mit Worten regeln und muss sich nicht immer gleich schlagen!“

Empört sah der Black sie an.
Mit Worten? Das passte vielleicht zu ihr, ganz gewiss aber nicht zu ihm.
Männer regelten solche Angelegenheiten nun einmal nicht mit Worten, sondern mit Fäusten und Zauberstäben.

„Ich hoffe, du darfst lange Nachsitzen und lernst endlich einmal deine Lektion!“

Falls sie wirklich darauf hoffte, kannte sie ihn noch nicht gut genug.
Nachsitzen würde ihn nie im Leben dazu bringen sich zu ändern – nicht einmal James schaffte das, obwohl er es nerviger Weise seit einiger Zeit versuchte.
Alles nur wegen dem negativen Einfluss von Lily Evans!
Manchmal hasste er sie dafür beinahe.

„Lily, falls du es noch nicht bemerkt hast, hat er angefangen!“, verteidigte Sirius sich weiter.

Demonstrativ zeigte er auf seine rote Wange, die morgen ganz bestimmt blau sein würde.
Er würde deswegen morgen sehr schlecht gelaunt sein.
Er konnte am ganzen Körper blaue Flecken haben ohne dass es ihn störte, aber nicht im Gesicht!
Was sein Gesicht anging war er manchmal ein wenig eitel.

„Falls du jetzt Mitleid willst Sirius: Vergiss es! Lukas ist um einiges schlimmer dran! Mensch Sirius, Lukas ist so ein lieber Mensch, ich kann mir nicht vorstellen, dass er jemanden wehtun könnte!“

Vorwurfsvoll sah Sirius Lily an und zeigte erneut auf seine Wange, die ein überdeutlicher Beweis für das Gegenteil war.

„Wer ist dieser Lukas?“, mischte sich nun Krone wieder ein.

Die Eifersucht in seiner Stimmer war kaum zu überhören.
Wenn Lily nicht aufpasste, würde Lukas bald noch einmal sein Fett weg bekommen, denn wenn sie Krone Anlass dazu gab, würde dieser Lukas unmissverständlich klar machen, dass Lily Evans seine Freundin war und er sie nicht einmal falsch ansehen durfte.
Gönnen würde Sirius es diesem Idioten.
Seiner Meinung nach hatte er noch weitaus schlimmeres verdient als ein paar Tage im Krankenpflügel.
Obwohl er seine Rache gehabt hatte, war er immer noch leicht angeknackst wegen des Vorfalls.
Er hatte das Gefühl, dass seit Krone mit Lily zusammen war – bald war es ein halbes Jahr – die Rumtreiber an Respekt verloren hatten und nicht mehr wirklich ernst genommen wurden. Früher hätte es zu mindestens niemand gewagt Sirius ein Mädchen wegzunehmen und mitten ins Gesicht zu schlagen – und früher hatten sie deutlich mehr Streiche gespielt.
Doch seit Lily Krone für sich beanspruchte, hatten sie keinen einzigen Streich mehr gespielt.
Natürlich freute sich Sirius für James – immerhin war er schon so lange Lily hinterher gelaufen, dass ihre Zusage zu einem Date eines Tages wie ein Wunder war -, aber er vermisste seinen alten besten Freund, der im Übrigen auch viel mehr Zeit für ihn gehabt hatte.

„Niemand Besonderes, James. Wag es ja nicht wieder diese Eifersuchtsnummer abzuziehen, du weißt, dass ich das hasse.“, erwiderte Lily.

Sie sah ihren Freund aus funkelnd smaragdgrünen Augen an.
Man konnte den Blick nicht unbedingt als sanft bezeichnen, sondern viel eher bedrohend, doch Krone lächelte sie an mit diesem Lächeln, das von einem Ohr bis zum anderen ging. Das Sprichwort verliebt bis über beide Ohren traf auf ihn wahrhaftig zu.
Lange konnte Lily ihren drohenden Blick aber auch nicht standhalten, denn schon bald ließ sie sich von James Lächeln anstecken.

„Versprichst du es mir?“, versuchte sie es nun noch einmal sanfter.

Sie setzte sich wieder neben James auf das Sofa – allen Anschein nach war sie also fertig damit Sirius hoffnungslos zu belehren -und strich ihm sanft über die Wange.
Gut, das musste er sich nun wirklich nicht antun.
Vor allem nicht, weil er seine männlichen Bedürfnisse heute leider nicht hatte stillen können.

„Ich verzieh mich dann mal.“, verabschiedete Sirius sich von dem Liebespaar.

Er ging, ohne noch einmal zurückzusehen.
Er wusste, dass James ohnehin nicht einmal mehr einen Blick für seinen besten Freund übrig hatte, wenn Lily ihm schöne Augen machte.

Ja, verdammt, er war eifersüchtig auf Lily Evans – und er wünschte sich allzu oft sie würde einfach wieder Krone wie früher ignorieren.

Damals war alles besser gewesen.
Da hatte sein bester Freund noch ein offenes Ohr und eine Schulter zum anlehnen für ihn gehabt.
Aber seit er mit Lily zusammen war, hingen die beiden wie Kletten aneinander.
Gut, Zärtlichkeiten tauschten sie merkwürdiger Weise nur selten aus – Sirius vermutete, dass es Lily einfach peinlich war in der Öffentlichkeit -, aber sie lernten immerzu zusammen oder redeten.
Lily hatte es sich zur Aufgabe gemacht James Zensuren zu verbessern, damit sein Traum Auror zu werden wahr werden konnte.
Gut, das war wirklich reizend von ihr, aber sie übertrieb maßlos.
James würde es auch ohne ein „Ohnegleichen“ in jedem Fach zum Auror schaffen – genau wie Sirius es ohne schaffen würde.

Ziellos schlenderte im Schloss herum. Er wusste nicht, wohin er gehen sollte – auf jeden Fall nicht zurück in den Gemeinschaftsraum.
Ihm war nicht danach zumute mit Lily und James in einem Raum zu sein.
Man kam sich immerzu vor wie das dritte Rad am Wagen und Sirius Black war niemand, der gerne das dritte Rad am Wagen war.
Er ließ es sich auch nur seines besten Freundes wegen gefallen – jeden anderen hätte er dafür schon längst verprügelt.
Allerdings würde es auch niemand anderes wagen. Zu mindestens glaubte Sirius das.
Während er durch das Schloss schlenderte, fasste er den Entschluss in den Verbotenen Wald zu gehen.
Wie der Name schon sagte war es zwar verboten, aber dort würde er gewiss seine Ruhe haben und vielleicht würde er einem Einhorn begegnen.
Ohne Krone würde es zwar nur halb soviel Spaß bringen, aber das war sowieso bei allen Dingen der Fall – abgesehen vom Sex natürlich.

Er bemerkte das zierliche Mädchen nicht, dass mit schwer beladenen Büchern ebenso unaufmerksam den Gang entlang ging wie Sirius, weshalb es geschah, dass er aus Versehen gegen sie stieß.
Wäre er mit den Gedanken nicht woanders gewesen, wäre das natürlich nicht passiert.
Das Mädchen fiel auf den Boden, während Sirius es geschickt schaffte auf den Füßen zu bleiben.
Eine weitere Blamage hätte ihm jetzt auch noch gefehlt.

„Entschuldigung“, vernahm er die leise Stimme des Mädchens.

Abschätzend sah er auf sie herab.
Warum entschuldigte sie sich, wenn es doch eigentlich seine Schuld war?
Ratlos zuckte er mit den Schultern und bückte sich, um dem Mädchen dabei zu helfen die vielen Bücher einzusammeln.
Eigentlich war das nicht seine Art, aber das Mädchen machte einen so hilflosen Eindruck, dass er gar nicht anders konnte als ihr zu helfen.

„Ich lebe ja noch“, erwiderte Sirius grinsend – trotz seiner schlechten Laune entlockte ihm dieses Mädchen doch tatsächlich ein Grinsen.

Wie jedes Mädchen, musterte er auch dieses genau.
Sie hatte eine zierliche Statur. Ihre Oberweite war für seinen Geschmack zu klein und ihre Hüfte zu wenig ausgeprägt.
Aber als sie ihn schüchtern anlächelte, war er überwältigt von ihrem hübschen Gesicht.
Mit den großen rehbraunen Augen, der zarten Haut, den geschwungenen Lippen und den feinen, braunen, schulterlangen Haar weckte sie in ihm sofort den Beschützerinstinkt.
Sie schien viel zu zart für diese Welt.

„Dankeschön“, nuschelte sie und senkte den Blick.

Er nahm wahr, wie sie sich etwas zu sehr an ihre Bücher klammerte und seinem Blick allen Anschein nach auswich, während seiner an ihr klebte.

„Immer wieder gerne.“ Er zeigte sein schönstes Grinsen und hoffte sie dadurch dazu bewegen zu können, ihn noch einmal in die Augen zu sehen.

Tatsächlich hob sie noch einmal kurz den Kopf für einen scheuen Blick und ein kurzes, schüchternes Lächeln, dann verschwand sie mit leisen, langsamen Schritten.
Sirius konnte gar nicht anders als ihr noch einmal nachzusehen und ihren schönen Rücken zu bewundern.
Ihr Lächeln hatte sich wie Feuer in seine Gedanken eingebrannt und er konnte sich nicht erklären, was gerade in ihm vorging.
Es war, als würde sein gesamter Körper unter Strom stehen.
War es das, wovon Krone immer geredet hatte – Zuneigung, Liebe?

Nein, niemals. Ein Sirius Black verliebte sich in Niemanden.
Er brauchte im Gegensatz zu Krone keine Lily, die ihm Moralpredigten hielt und ihn das wichtigste auf der Welt vergessen ließ: Freundschaft.
Nein, er würde ganz gewiss nicht ein verliebter Trottel wie James werden.

Entschlossen setzte er seinen Weg fort und verscheuchte jeden Gedanken an das Mädchen mit den rehbraunen Augen.
Als er am Verbotenen Wald angekommen war, nahm er seine Animagusgestalt an und streifte als schwarzer Hund durch die Bäume.
Selbst als es langsam dämmerte dachte er nicht einmal daran zum Schloss zurückzukehren. Er sehnte sich nicht nach den einengenden Räumen, während er durch den weiten Wald streifen und das Gefühl der Freiheit genießen konnte.


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Sie ist eindeutig der Wolf im Schafspelz, also überhaupt nicht so 'pink', wie sie aussieht.
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