
von Arphelia
Nach einiger Zeit endlich wieder ein neues Kapitel. Ich hoffe es gefällt euch. Viel Spaß beim Lesen.
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Kapitel 7
Die Tage vergingen und Aisling wähnte sich als den glücklichsten Menschen der ganzen Schule. Die Beziehung mit Oliver klappte gut und Alicia hatte sie dabei schon fast vergessen. Seit sie diese in der Mädchentoilette das letzte Mal aufgefunden hatte, hatte sie diese nicht mehr gesehen. Ob dies nun ein gutes oder ein schlechtes Zeichen war, wusste sie nicht. Sie hoffte nur, dass sich das Mädchen das mit Oliver aus dem Kopf geschlagen hatte.
Der Winter verschwand immer mehr und Aisling freute sich, an einem angenehm milden Nachmittag über die Ländereien, ohne ihren Winterumhang spazieren zu können. Sie war alleine, obwohl sie gerne mit ihren Freundinnen geredet hätte, doch diese hatte sie nirgenswo aufgefunden. Denn mit den neuen Vorschriften sollte sie eigentlich nicht alleine zum Unterricht, zu Pflege Magischer Geschöpfe, gehen, doch in diesem Moment war es ihr zu blöd gewesen zu warten. So war sie also alleine losgegangen. Die Dementorenwachen, die überall auf dem Schulgelände postiert waren, versuchte sie soweit es ging zu umgehen, denn sie hatte keine Lust auf das unwohle Gefühl in deren Nähe. Aisling lief weiter und hing ihren Gedanken an Oliver nach, bis ihr plötzlich Alicia entgegen kam. Die Ravenclaw wollte so schnell wie möglich weitergehen, doch die Dunkelhäutige stellte sich ihr in den Weg.
„Sag mal findest du das eigentlich lustig?" Alicia sah sie voller Wut an. Doch kaum hatte diese geendet, kamen auch noch zwei andere Gryffindors, die sich neben sie stellten. Es waren Katie Bell und Angelina Johnson, von denen sie ebenfalls mit finsterem Blick gemustert wurde. Aisling musste nicht lange überlegen um zu ahnen, warum sie sich den Zorn der drei Mädchen eingezogen hatte und genau in diesem Moment verfluchte sie ihre Freundinnen, dass diese immer so schreckliche Tratschtanten sein mussten. Die Siebtklässlerin hob beschwichtigend ihre Arme und sah entschuldigend zu den drei Mädchen.
„Ich weiß warum du sauer bist, aber du kannst mir glauben, das war nicht meine Absicht. Ich muss jetzt zum Unterricht.", versuchte sie sich zu erklären, doch sie befürchtete, dass es die Wut nicht minderte. Erneut versuchte sie an den drei Mädchen vorbeizukommen, doch diese bildeten einen undurchdringlichen Halbkreis um sie.
„Keine Absicht...die ganze Schule redet schon darüber.", sagte Alicia sauer.
„Was Oliver wohl darüber denkt, dass seine kleine Freundin nichts besseres zu tun hat als Lügen herum zu erzählen..." Angelina sah sie herausfordernd an.
„Ich hab nicht...", fing die Ravenclaw verzweifelt an, doch sie wurde durch Katie unterbrochen.
„Wer weiß was sie mit Oliver gemacht hat, dass er sie freiwillig küsst?!" Die drei Mädchen lachten und Aisling wurde so langsam wütend. Sie wollte doch nur erklären, was passiert war und sie hörten ihr nicht zu. Erneut wollte sie zu einem Versuch ansetzen, doch eine der drei Freundinnen war schneller.
„Vielleicht ein Liebestrank...", warf Angelina breit grinsend ein.
Das war eindeutig zu viel. Nun wurde es Aisling zu bunt. Mit funkelnden Augen wandte sie sich Alicia zu.
„Mich liebt er Alicia... im Gegensatz zu dir! Und inzwischen weiß ich auch wieso.", schrie die Siebtklässlerin fast schon und es brachte ihr Genugtuung, wie die Gryffindor sie erschrocken und gleichzeitig gekränkt ansah.
„Du miese... du hast doch keine Ahnung…", knurrte Alicia und hatte ihren Zauberstab schneller auf die Ravenclaw gerichtet als sie schauen konnte.
„Lass dich nicht provozieren Alicia!", rief Katie und ging auf ihre Freundin zu, um sie zu stoppen, doch sie war zu langsam. Aisling hörte Alicia nur noch Stupor rufen, dann wurde alles dunkel um sie herum.
Aisling schlug ihre Augen auf. Sie sah sich um und fand sich im Krankenflügel wieder. Dunkelheit strömte durch die Fenster hinein und der Raum mit den ganzen Betten wurde nur durch Lampen an der Wand erhellt. Im ersten Moment wusste sie nicht, wie sie hierher gekommen war und warum sie hier war, doch dann fiel ihr der Streit mit Alicia und ihren Freundinnen wieder ein. Seufzend sah sie an sich herunter und erkannte, dass ihr rechter Arm in einen Verband gepackt war. An mehr, als an den Stupor Zauber von Alicia, konnte sie sich nicht errinnern.
Madame Pomfrey kam aus ihrem BĂĽro gewackelt und sah sich um. Aisling war die einzige Kranke, die zu dieser Zeit im Bett lag. Die Heilerin kam auf sie zu und musterte sie.
„Was macht ihr nur immer…“, murmelte sie mehr zu sich selbst als zu der Ravenclaw, während sie den Verband am Arm untersuchte und sich dann dem Mädchen zuwandte.
„Sie haben einen gebrochenen Arm, den ich aber schon längst wieder geheilt habe und einige tiefe Schürfwunden. Die drei Mädchen, die sie hergebracht haben, wussten anscheinend nicht, was mit Ihnen passiert ist. Sie meinten, sie hätten Sie nur gefunden.“, sprach die ältere Frau und sah sie mit fragendem Blick an, der keine Ausflüchte zuließ.
„Ich… ich war auf den Ländereien, auf dem Weg zum Unterricht und bin dort ausgerutscht und hingefallen.“, log Aisling in der Hoffnung die Heilerin würde es nicht bemerken.
„Ausgerutscht… Sie können froh sein, Miss O’Brien, dass die Mädchen sie hierher gebracht haben, ansonsten hätten sie sich noch eine schlimme Unterkühlung einholen können.“ Madame Pomfrey schenkte ihr eine seltsam aussehende Flüssigkeit ein und deutete ihr, diese zu trinken, danach verschwand sie wieder in ihrem Büro.
Aisling wandte sich dem kleinen Tisch neben ihrem Bett zu, auf dem der Becher stand und nahm die FlĂĽssigkeit zu sich, worauf ihr wohlig warm wurde. Sie konnte den Becher gerade noch hinstellen, bevor die MĂĽdigkeit sie umhĂĽllte und sie in einen tiefen, traumlosen Schlaf fiel.
Als die Ravenclaw das nächste Mal ihre Augen öffnete, erkannte sie jemanden neben sich sitzen. Blinzelnd versuchte sie ihre Umgebung schärfer erkennen zu können und entdeckte, dass Oliver es war, der an der Bettkante saß und sie besorgt ansah. Ein Lächeln umfasste ihre Lippen, als sich ihre Augen trafen.
„Aisling… du bist wach. Wie fühlst du dich?“, fragte der Gryffindor besorgt. Er nahm ihre Hand und legte diese in seine. Sanft streichelte er mit seiner anderen Hand über ihren Handrücken.
„Ich bin noch ein bisschen müde… und mein Arm tut weh.“, klagte sie, doch dann lächelte sie wieder. „Es ist schön, dass du hier bist.“
Tatsächlich freute sie sich sehr über den Besuch ihres Freundes. Trotzdem fühlte sie sich ohnmächtig nur im Krankenflügel liegen zu können. Sie wusste, dass Alicia sie mit Stupor bewusstlos gezaubert hatte, doch sie war sich nicht sicher, ob sie dies Oliver erzählen sollte. Ob er ihr wohl glauben würde? Sie war sich nicht sicher, denn die Mädchen aus seinem Team hatten Einfluss auf ihn, das wusste sie. Immerhin war er mit ihnen auch gut befreundet. Am liebsten würde sie selbst zu der Gryffindor gehen und sie zur Rede stellen, doch da musste sie wohl warten.
„Was ist denn passiert?“ Oliver sah sie immer noch besorgt an.
Das Mädchen seufzte. Was sollte sie ihm nur sagen? Dass sie sich mit Alicia gestritten und diese provoziert hatte? Sie ging davon aus, dass er nicht mal wusste, was die Gryffindor wirklich für ihn empfand.
„Das fragst du am besten Alicia.“, murrte sie.
„Alicia? Wieso Alicia.“ Der Braunhaarige sah sie verwirrt an. „Was hat Alicia damit zu tun?“
Aisling seufzte. Sie konnte es ihm nicht erzählen. Alicia würde nur noch mehr sauer auf sie sein. Unruhig knetete sie ihre Hände und zögerte einige Zeit, bis sie sich entschloss ihm zu antworten.
„Bitte… rede mit ihr selbst. Ich möchte, dass sie dir alles erzählt.“
Der Gryffindor seufzte. Er merkte, dass er aus ihr wohl nichts rausbekam. Zwar konnte er sich nicht vorstellen was das alles mit Alicia zu tun hatte, doch er nahm sich vor sie zu fragen.
Oliver beugte sich vor um ihr einen Kuss zu geben. Sie erwiderte ihn und lächelte ihn an, nachdem sie sich wieder voneinander gelöst hatten.
„Ich bin froh dich zu haben.“, murmelte Aisling noch immer etwas müde und umschloss seine Hand mit ihren. Er erwiderte ihr Lächeln und stand dann auf.
„Wann darfst du den Krankenflügel wieder verlassen?“
Die Ravenclaw zuckte mit den Schultern.
„Ich weiß es nicht.“
„Ok, ich muss los, wir haben heute Training. Ich besuch dich heute Abend noch mal.“
Aisling nickte und lächelte. Er hauchte ihr noch einen Kuss auf die Wange und verschwand dann durch die Tür.
Während Oliver mit den Weasley Zwillingen zusammen zum Quidditchfeld ging, kreisten seine Gedanken. Die zwei Weasleys redeten fast ununterbrochen, doch ihm war im Moment nicht nach Späßen zu Mute. Er fragte sich die ganze Zeit, was das mit Alicia zu tun hatte und überlegte sich, ob er sie vor oder nach dem Training darauf ansprechen sollte. Der Gryffindor hielt es für eine bessere Idee, das Mädchen nach dem Training darauf anzusprechen.
Das Training war erfolgreich verlaufen und nun wartete Oliver mit Abstand vor den Mädchenumkleiden, um dort Alicia abzufangen. Diese kam tatsächlich kurz darauf mit Katie und Angelina heraus. Im ersten Moment schien diese ihren Augen kaum zu trauen, doch dann schien sie kurz danach etwas sauer zu werden. Er versuchte sich von ihren Gefühlsregungen nicht beeinflussen zu lassen.
„Alicia, kann ich kurz mit dir reden?“
Das schwarzhaarige Mädchen nickte, verabschiedete sich von den zwei anderen und ging dann mit Oliver ein paar Schritte in Richtung des Feldes. Als sie dort angekommen waren, sah er sie mit ernster Miene an.
„Was gibt’s?“, fragte Alicia, nachdem sie stehen geblieben waren.
„Aisling wollte mir nicht erzählen, was mit ihr passiert war, sie meinte ich sollte dich fragen. Von Madame Pomfrey habe ich erfahren, dass ihr sie gebracht habt. Was ist also passiert?“
Alicia schien ĂĽber die Worte, die er gesprochen hatte ziemlich ĂĽberrascht zu sein.
„Sie hat… dir nicht erzählt was passiert war?“
Oliver schĂĽttelte den Kopf, sah sie aber weiter fordernd an.
„Oliver… ich muss dir etwas sagen.“ Nervös spielte sie eine Weile an ihren Haaren herum, bis sie mit der Sprache rausrückte. „Ich war eifersüchtig auf sie… weil… nun weil ich dich ebenfalls sehr gerne mag. Das hat sie schon vor ein paar Tagen herausgefunden und wohl herumerzählt. Da war ich so sauer dass… nun dass mir ein Stupor Zauber rausgerutscht ist.“ Die Gryffindor starrte zu Boden, da sie es nicht wagte, ihm in die Augen zu sehen.
„Du hast was…? Aisling würde nie so etwas rumerzählen. Das ist nicht ihre Art. Das war sicher jemand anderes.“, brüllte er völlig außer sich.
„Wäre es nicht kurz vor dem Finale…“ Oliver vollendete den Satz nicht, sondern wandte sich von ihr ab und verließ mit schnellen Schritten das Feld.
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