
von Arphelia
Endlich nach so langer Zeit ein neues Kapitel. Ich hoffe es gefällt euch und ihr mögt vielleicht auch mal wieder einen Kommentar schreiben.
@MagicMark
Danke für deinen Kommentar und jetzt musstest du doch etwas länger warten, aber ich hoffe das macht nichts.
Nun wünsche ich euch aber viel Spaß beim Lesen
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Das Quidditchfinale rückte jeden Tag näher. Da Harry den Feuerblitz hatte, war das Gryffindorteam nur noch mehr motiviert gegen Slytherin zu gewinnen. Oliver erzählte ihr jedes Mal nach dem Training, wie toll der Besen doch war und dass Slytherin keine Chance gegen sie haben würde. Aisling machte das nichts aus. Sie wusste, dass Quidditch für den Siebtklässler alles bedeutete.
Es war nun der zweite Morgen, seit sie im Krankenflügel war. Madame Pomfrey hatte sie aus Vorsicht zur Beobachtung hier gelassen. Aisling war schon während der vorherigen Tage ziemlich schnell langweilig geworden. Zum Glück kamen ihre Freundinnen nach dem Unterricht vorbei, um ihr die Hausaufgaben zu bringen. Noch etwas müde öffnete die Ravenclaw ihre Augen. Die Heilerin kam auf sie zu, um sie zu begutachten.
„Darf ich den Krankenflügel heute verlassen?“, fragte das Mädchen ungeduldig, während Madame Pomfrey ihren Arm untersuchte.
„Ja, dürfen Sie, Miss O’Brien, wenn Sie zumindest die nächsten Tage solch einen Unfug lassen.“
Die Ravenclaw nickte und ließ die Behandlung nun freudiger zu. Die Heilerin ließ von ihr ab und sah sie eindringlich an.
„Ich hoffe, ich sehe Sie hier nicht mehr so schnell. Machen Sie es gut.“
„Danke.“, murmelte Aisling, während sie sich anzog. Sie war froh die Schuluniform wieder tragen zu können und nicht ständig den Schlafanzug. Nachdem sie ihre zerzausten Haare notdürftig zusammengebunden hatte, verließ sie den Krankenflügel.
Im Ravenclawturm angekommen, war ihr erster Gang der Waschraum, denn sie hatte nicht mehr lange Zeit bevor der Unterricht beginnen würde und gegessen hatte sie auch noch nichts. Als sie vom Waschraum in den Schlafsaal ging um dort noch ihren Umhang anzuziehen, kamen Charleen und Heather herein. Sie strahlten über das ganze Gesicht, als sie Aisling erkannten.
„Da bist du also. Madame Pomfrey hat uns erzählt, dass du entlassen worden bist.“, meinte Heather freudig. Charleen nickte zustimmend und umarmte Aisling.
„Ja, ich war ja lange genug dort eingesperrt.“, meinte sie und die anderen zwei kicherten.
„Wir sollten uns beeilen, wenn du noch etwas essen möchtest.“ Die Ravenclaw nickte und folgte ihren zwei Freundinnen.
Aisling war ziemlich froh, dass sie den Krankenflügel nach so kurzer Zeit wieder verlassen konnte. Sie hätte nie gedacht, dass solch eine kleine Auseinandersetzung so weit führen konnte, da sie sich sonst nie mit anderen Schülern duelliert hatte. Offiziell war dies zwar verboten, doch es gab nicht viele Schüler, die sich daran hielten. Alicia hatte sie seit dem nicht mehr gesehen und sie erwartete auch nicht, dass das Mädchen plötzlich auf sie zukommen würde, um sich bei ihr zu entschuldigen. Wenn sie ehrlich war, interessierte sie das auch nicht mehr besonders. Oliver liebte sie und das war das wichtigste für sie. Jedes Mal, wenn sie an den Gryffindor dachte umfasste ein sanftes Lächeln ihre Lippen.
An diesem Morgen war das Quidditchfinale. Die ganze Schule war in Auffuhr und jegliches Haus, bis auf die Slytherins selbst, hoffte, dass Gryffindors gewinnen würden. Die letzten Jahre hatte immer Slytherin den Pokal gewonnen und nun hofften alle Gryffindors, Ravenclaws und Hufflepuffs, dass Gryffindor diese Ära beenden würde. Aisling saß mit ihren drei Feundinnen am Ravenclawtisch und schaute immer wieder rüber zu Oliver, der ebenfalls dabei war zu frühstücken, wenn man das Herumstochern auf einem Toast mit Marmelade frühstücken nennen konnte. Am liebsten würde Aisling zu ihm herübergehen, doch sie wusste, dass er vor Quidditchspielen immer seine Ruhe wollte, deswegen blieb sie am Tisch sitzen und aß ihr Müsli, während sie den Gryffindor unentwegt beobachtete.
Nach und nach machten sich erst die Quidditchteams und dann die restlichen Schüler auf den Weg zum Quidditchfeld. Aisling konnte sich nicht vorstellen, dass heute auch nur ein einziger dieses Spiel nicht anschauen würde. Sie war sehr aufgeregt und noch mehr, nachdem Oliver die Große Halle schon seit einigen Minuten verlassen hatte.
„Nun kommt schon, beeilt euch.“, murrte sie die drei anderen Mädchen an, die darauf nur kicherten.
„Du willst doch sowieso nur nochmal zu Oliver.“, bemerkte Heather mit einem erneuten Kichern. Aisling antwortete darauf nichts, sondern trank ihren Becher aus und stand auf.
„Ich geh schon mal vor, ihr könnt ja nach kommen.“
„Bis dann.“, meinte Charleen und winkte ihr fröhlich.
Mit schnellen Schritten machte die Ravenclaw sich auf den Weg zum Quidditchfeld. Dabei überholte sie einige andere Schüler, die ebenfalls dort hin unterwegs waren. Ihr Ziel waren tatsächlich die Umkleiden, um Oliver noch einmal Glück zu wünschen.
Nach einiger Zeit dort endlich angekommen lief sie zögernd auf die Tür zu und klopfte leise. Fred steckte seinen Kopf hinaus und musterte sie. „Willst wohl zu Oliver?“, fragte er amüsiert. Das Mädchen nickte nur.
„Hey Oliver, Besuch für dich.“ Aisling hörte wie ein Gemurmel durch die Umkleide ging und kurz darauf Oliver hervor kam. Er trat aus der Türe und schloss diese hinter sich. Ein Lächeln umfasste seine Lippen, als er seine Freundin erblickte.
„Ich möchte dir alles Gute wünschen. Ihr schafft das!“, sprach Aisling lächelnd. Der Gryffindor umarmte sie und gab ihr einen Kuss.
„Bis später.“, verabschiedete sich die Ravenclaw und machte sich auf zu den Tribünen, um noch einen guten Platz erhaschen zu können.
Der Lärm und das Hochgefühl waren kaum zu beschreiben. Gryffindor hatte das Quidditchspiel tatsächlich gewonnen. Kaum einer der Schüler konnte noch ruhig bleiben. Das einzige Haus, dass sich darüber nicht freute, waren die Slytherins. Aisling jubelte mit. Sie freute sich sehr, dass Oliver in seinem letzten Schuljahr den Sieg für seine Mannschaft bekam.
Die Spieler waren längst wieder in ihren Umkleiden und zogen sich dort um. So langsam machten sich die Schüler auch auf den Weg ins Schloss zurück. Die Ravenclaw war sich sicher, dass im Gemeinschaftsraum der Gryffindors eine große Party abgehalten würde und das Quidditchteam dort natürlich der Höhepunkt war. In diesem Moment war sie ein wenig traurig, nicht in Gryffindor zu sein, denn dann könnte sie mit Oliver zusammen feiern, doch so hatte dieser wahrscheinlich nicht mal Zeit für sie.
Mit einem etwas traurigen Gemüt folgte sie dem Schülerstrom ins Schloss zurück. Doch sie hatte nicht lange Zeit um ihren traurigen Gedanken nach zu hängen, denn ihre Freundinnen munterten sie schnell wieder auf. Eigentlich hatten sie auch nicht lange Zeit zu feiern, denn alle Schüler mussten für die Abschlussprüfungen lernen. Besonders bei der Abschlussklasse ging es bei den Prüfungen nun um alles. Aisling war eine gute Schülerin, doch trotzdem hatte sie Angst die Prüfungen zu versauen. Das einzige Fach, vor dem sie keine Angst hatte war Pflege Magischer Geschöpfe, denn das lag ihr einfach.
Die Freundinnen kamen im Ravenclawgemeinschaftsraum an, wo der Sieg der Gryffindor gefeiert wurde. An den Wänden hingen Girlanden und von der Decke fiel gezaubertes Konfetti. Die Schüler, die bereits vom Quidditchfeld gekommen waren, jubelten ununterbrochen. Da war die Niederlage gegen die Gryffindors längst vergessen. Aisling setzte sich neben Charleen auf einen Stuhl an der Seite des Gemeinschaftsraumes. Sie sehnte sich nach Oliver und da war ihr im Moment nicht besonders nach Feiern zu mute. Michelle und Heather hatten sich währenddessen zu den feierenden Schülern gesellt.
„Bist du immer noch wegen Oliver traurig?“, fragte Charleen und sah sie besorgt an. Die Ravenclaw nickte zustimmend.
Aisling sah zu ihrer Freundin. „Ich würde einfach so gerne mit ihm feiern, verstehst du?“ Die dunkelhaarige nickte und lächelte leicht.
„Das wirst du noch können, da bin ich mir sicher. Vielleicht ist er ja schon auf der Suche nach dir.“ Beide Mädchen kicherten leicht.
„Nun komm, lass uns zu den anderen gehen.“, schlug Charleen vor. Ihre Freundin nickte, sie standen auf und begaben sich zur jubelnden Menge in der Mitte des Gemeinschaftsraumes. Inzwischen war die Meute schon größer geworden, da immer mehr und mehr rein kamen. Aisling dachte schmunzelnd, dass der Rabe momentan sicher viel zu tun hatte.
„Da bist du ja.“, begrüßte Heather die beiden Neuankömmlinge.
„Ich geh mal ein bisschen raus.“. meinte Aisling.
„Deinen traurigen Gedanken nachhängen?“, fragte Heather und verschränkte ihre Arme vor der Brust. Diese löste sie aber ziemlich schnell wieder und hielt Aisling am Handgelenk. „Bleib doch bitte da. Mach dich nicht so fertig deswegen.“
„Nein ich möchte nur etwas frische Luft schnappen.“
„Wenn du meinst.“
Das blonde Mädchen schien tatsächlich etwas beleidigt, doch das kümmerte die Ravenclaw im Moment nicht. Sie wollte ihre Ruhe haben und so verließ sie, sich aus dem Griff reißend, den Gemeinschaftsraum. Dabei musste sie sich jedoch an den hineindrängenden Schülern vorbeidrücken. Das Mädchen war froh, als sie den 7. Stock hinter sich gelassen hatte, denn dort befand sich noch zusätzlich der Eingang zum Gryffindorgemeinschaftsraum. Doch wo sollte sie nun hin? Seufzend lehnte sie sich an die kalte Steinwand des 6. Stocks und schloss kurz die Augen.
„Hey Aisling…“
Die Ravenclaw öffnete ihre Augen und schreckte leicht zusammen, als sie erkannte, wer dort neben ihr stand und sie begrüßt hatte. Es war Alicia Spinnet, die sie erwartungsvoll ansah. Würde Aisling nicht an der Wand stehen, so wäre sie noch ein paar Schritte nach hinten gewichen, jedoch sicher nicht aus Angst, sondern aus Wut. Sie verschränkte ihre Arme schützend vor der Brust, was gleichzeitig auch eine beruhigende Geste für sie selbst war, damit sie nicht sofort zum Zauberstab griff.
„Was willst du?“ Wenn Aisling ehrlich war, hatte sie genug von der Gryffindor. Stets war sie ihr freundlich und verständnisvoll entgegen gekommen, doch nach der Aktion mit dem Stuporzauber, hatte sie den Bogen eindeutig überspannt. Sie musterte das dunkelhäutige Mädchen und bemerkte, dass es ihr ziemlich unwohl war. Diese Tatsache rief bei ihr jedoch kein Mitleid hervor.
„Mich entschuldigen.“, murmelte Alicia.
„Entschuldigen? Das fällt dir aber früh ein.“ So leicht würde sie es der Gryffindor sicher nicht machen.
„Oliver hat es mir erzählt… ich, es war einfach eine Überreaktion. Es tut mir wirklich leid. Er bedeutet mir sehr viel…“
„Mir auch, aber ich kann nichts dafür, wenn er dich nicht so mag, wie du es gerne hättest.“ Aisling machte eine kurze Pause, dann stieß sie sich mit den Händen von der Wand ab, ließ Alicia hinter sich und lief in Richtung des Treppenhauses. Diese holte sie jedoch ein und stellte sich vor sie, sodass die Ravenclaw stehen bleiben musste.
„Ich möchte nicht mit dir reden, verstehst du?! Lass mich in Ruhe!“
„Das kann ich verstehen, aber ich möchte gerne, dass du mir verzeihst.“
Aisling seufzte lange und versuchte damit ihrer Wut Platz zu verschaffen. Auf der einen Seite war sie so sauer, dass sie dem Mädchen gar nicht verzeihen wollte, doch auf der anderen Seite war sie sehr gutmütig und konnte kaum anders. Sie war sich sicher, dass sie schon genug unter der Rüge von Oliver gelitten hatte. Langsam nickte sie.
„Also gut, ich verzeihe dir. Aber halt dich in Zukunft von Oliver fern. Ich bin mit ihm zusammen.“ Ohne auf eine Antwort der Gryffindor zu warten, ging sie an ihr vorbei in Richtung des Schulhofes. Sie wollte nun wirklich ein bisschen frische Luft schnappen.
Aisling hatte es sich auf einer der Treppenstufen, die zum Bootshaus hinab führten, gemütlich gemacht. Ihre Arme hatte sie um ihre Beine geschlungen und den Kopf auf die Knie gelegt. So beobachtete sie die untergehende Sonne – alleine. Gerne hätte sie ihn mit Oliver zusammen angesehen, aber dieser war feiern und so langsam hatte sie sich auch mit diesem Gedanken angefreundet, so dass es ihr nicht mehr so viel ausmachte draußen alleine herumzusitzen. Die Sonne neigte sich immer mehr dem Horizont und färbte den Himmel in warme Rot- und Orangetöne.
Plötzlich hörte die Ravenclaw, wie sich jemand neben sie setzte. Mit der Hoffnung, dass es nicht Alicia war, blickte sie zur Seite und erkannte zu ihrer Überraschung Oliver neben sich sitzend und sie anlächelnd. Im ersten Moment wusste sie gar nicht, was sie sagen sollte und so erwiderte sie einfach sein charmantes Lächeln.
„Oliver, was machst du hier?“
„Ich dachte du freust dich, wenn ich mich zu dir geselle.“
Aisling lachte und schmiegte sich an ihren Freund. Er legte seinen Arm um sie und schmunzelte erneut. „Natürlich freue ich mich.“, murmelte das Mädchen und war froh, dass er nicht mehr sah, wie sich ihre Wangen erröteten. „Aber feiert ihr nicht im Gemeinschaftsraum?“
„Doch, aber ich habe mich abgeseilt um dich zu suchen. Zum Glück habe ich ein Mädchen aus deinem Schlafsaal getroffen… Michelle hieß sie. Sie hat mir erzählt, dass du raus wolltest und so habe ich dich gefunden.“, erzählte Oliver und streichelte ihr sanft über den Rücken. Aisling lächelte nur und schloss ihre Augen. Manchmal fragte sie sich, ob sie Telepathie wirklich beherrschte.
„Ich wollte dir noch gratulieren zum Sieg. Du wirst es nicht glauben, selbst im Gemeinschaftsraum der Ravenclaws wird euer Sieg gefeiert. Ich bin mir sicher, die Slytherins ärgern sich gerade zu Tode.“
Beide lachten und Aisling schlang ihren rechten Arm um seinen Oberkörper. Es war ein lauer Sommerabend und trotzdem war sie froh, sich an ihm wärmen zu können. Dies, so war sie sich sicher, war der wunderschönste Abend in ihrem Leben.
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