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Fanfiction

Vom Wert der Unschuld - Kontrollverlust

von waterloo

@Bella: Hab herzallerliebsten Dank für dein Review!
„Hummeln in Dray's Hintern“ xD Ja, in der Tat. Draco hat da einiges abzubauen ... Was er in diesem Kapitel zumindest ein bisschen versucht ...

Lieben Gruß, waterloo



Kontrollverlust




Draco stieß die Tür zu ihrem Zimmer auf. Tief atmete er durch. Endlich war er wieder Zuhause. Schnell trat er ein, schloss die Tür hinter sich und lehnte sich mit dem Rücken dagegen. Seinen Koffer hatte er achtlos fallen gelassen.

Die Freude, wieder da zu sein, wurde überschattet von einem dumpfen Gefühl der Enttäuschung. Zu gerne hätte er sich von Blaise in den Arm nehmen lassen. Auch, wenn er es sich nur ungern eingestand, hatte er irgendwie erwartet, Blaise in ihrem Zimmer sehnlichst auf seine Rückkehr wartend anzutreffen.

Schwer schluckend ließ Draco seinen Blick zu dem Wecker auf seinem Nachttisch wandern. Es war noch lange nicht Neun, vielleicht war Blaise noch in der Großen Halle oder in der Bibliothek.

Und auch, wenn er sich wünschte, dass Blaise da wäre, kehrte langsam etwas Ruhe in seinen Körper ein. Ja, in diesem Zimmer hatte er sich immer wohl gefühlt. Sein Blick wanderte über ihre Betten. Seins war ordentlich gemacht, doch hatte Blaise es als Ablage für seine Roben verwendet. Blaise eigenes Bett war zerwühlt und die Decke hing halb auf dem Boden.

Kleidung und ein Tagesprophet lagen auf dem Steinboden. Die Schlagzeile fiel Draco sofort ins Auge.

„Hinweise auf Angriff häufen sich“

Sein Magen zog sich zusammen. Schnell beugte er sich über den Artikel und überflog ihn mit zusammengezogenen Augenbrauen. Auf einmal war ihm verdammt kalt.

„Du-weißt-schon-wer“ ... „Todesser“ ... „Acht Tote“ ... „Anschlag in der Winkelgasse“ ... „Ministerium rechnet mit Angriff auf Hogwarts“

Aufgewühlt hastete Draco einige Male im Raum auf und ab, bevor er in dem Versuch, seinen Zorn zu entladen, kräftig auf den Schrank eintrat. Mit schmerzverzerrtem Gesicht und einem Aufjammern zog er seinen Fuß zurück.

Schwungvoll stieß er die Tür seines Kleiderschranks auf. Seine Bewegungen waren fahrig und seine Hände zitterten. Unachtsam durchwühlte er die Fächer. Dass dabei seine sorgsam zusammengelegte Kleidung zu Boden fiel, scherte ihn nicht im Geringsten. Hinter seinen Pullovern fand er schließlich, wonach er gesucht hatte. Erleichtert zog er die braune Flasche hervor und setzte sie an seine Lippen.

Als der Feuerwhiskey ihm die Kehle hinunter lief, verzog er vor Ekel das Gesicht. Es brannte höllisch und er musste gegen einen Würgreiz ankämpfen. Draco traten Tränen in die Augen. Hastig nahm er noch einen Schluck. Und noch einen. Wenn man nur schnell genug schluckte, war es gar nicht so schlimm.

Angewidert rümpfte Draco die Nase, als der beißende Geruch des Whiskeys begann, den Raum zu erfüllen. Mit der Flasche fest in der Hand begab er sich schnell ins Badezimmer. Blaise musste es ja nicht sofort riechen.

An Fliesen gelehnt zu sitzen war nicht sonderlich bequem, aber was machte das schon. Eine sanfte Betäubung hatte alles Gefühl aus seinem Körper verdrängt. Zur Probe ließ Draco seinen Kopf einige Male hart an die Wand hinter sich fallen. Keine Schmerzen, nur ein leichtes Gefühl der Benommenheit. Das war gut. Sehr gut. Und damit das auch so blieb, trank Draco weiter.

Irgendwann rebellierte sein Magen. Ein beißender Säuregeruch stieg ihm in Rachen und Nase. Der Versuch, dies mit einem kräftigen Schluck Feuerwhisky zu bekämpfen, scheiterte kläglich. Mit einem trockenen Aufschluchzen übergab Draco sich. Ein Schwall warmer Nässe übergoss seine Beine und das Engegefühl, das zuvor seinen Hals abgeschnürt hatte, verschwand.

Er war so müde. Das Ganze hatte so etwas unglaublich Erniedrigendes. Er musste sich nur kurz ausruhen, dann würde er hier schnell saubermachen und ins Bett gehen. Ja, der Plan war gut. Dracos Kopf sank an die kalten Fliesen. Ein Schluchzen kämpfte sich seine Kehle hoch.

Plötzlich waren da Hände. Sein Haar wurde ihm aus dem Gesicht gestrichen und er spürte, wie mit etwas Feuchtem sein Gesicht abgewischt wurde.

Nun war sowieso alles egal. Hemmungslos begann Draco zu weinen. Er ließ sich zur Seite wegkippen und rollte sich auf dem gekachelten Boden zusammen. Er weinte, weil er hier auf dem Boden lag und weil er betrunken war. Er weinte, weil er die Kontrolle verloren hatte.

Zwischen zwei Schluchzern bemerkte Draco eine Hand, die immer wieder sanft über seinen Nacken strich. War sie die ganze Zeit über da gewesen? Draco begann umso heftiger zu weinen.

Er wehrte sich nicht, weder als die Hände begannen, ihn zu entkleiden, noch als er von starken Armen hochgezogen und unter die Dusche geführt wurde.

Seine Beine trugen ihn kaum und Draco bekam panische Angst hinzufallen. Krampfhaft klammerte er sich an dem Arm fest, der um seine Hüfte geschlungen war.

„Blaise?“ Seine Stimme war nicht mehr, als ein hilfloses Murmeln.

„Ich bin ja da“, flüsterte Blaise an seinem Ohr.

Wieder begann Draco zu weinen. Er weinte, weil er Blaise solche Mühe machte. Er wollte doch nur, dass das alles vorbei war. Er wollte wieder klar denken können.

„Schh, alles wird gut“, wisperte Blaise ihm zu.

Seine Hände strichen immer wieder über Dracos Rücken. Draco beruhigte sich, nur noch gelegentlich gab er ein Wimmern von sich. Sanft wusch Blaise ihm die Haare und Draco lehnte sich in die Berührungen.

Danach begann Blaise, seinen Körper einzuseifen. Er verwendete sein eigenes Duschgel und ein schwaches Lächeln bildete sich auf Dracos Lippen, als er den zutiefst vertrauten Geruch erkannte. Das warme Wasser, das unablässig auf sie beide niederprasselte, war angenehm und Draco versuchte, etwas davon mit seinem Mund aufzufangen, um den scheußlichen Geschmack loszuwerden, bevor er seinen Kopf wieder matt an die Wand lehnte.

„Es tut mir leid. Es tut mir so leid“, flüsterte er wie ein Mantra immer wieder vor sich hin.


tbc ...


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