Vom Wert der Unschuld - Ein längst fälliges Gespräch
von waterloo
A./N.:
Entschuldigt bitte die Verspätung, ich hatte am Freitag nicht die Möglichkeit zu posten.
Und wann es weitergeht, kann ich leider auch nicht so genau sagen, da erst meine Beta und dann ich im Urlaub sind ... Es tut mir Leid, dass ich da jetzt keine verlässlichen Aussagen machen kann. Bitte habt gegebenenfalls etwas Geduld. Die Geschichte ist ja bereits geschrieben und muss nur noch überarbeitet werden, es geht also mit Sicherheit bald weiter.
Ich versuche, euch nicht zu lange warten zu lassen!
(Mit Glück könnte das nächste Kap am Donnerstag kommen.)
Ganz lieben Dank an Bella für das Review und an Cho17, die hoffentlich gerade einen tollen Urlaub hat!
Ich wünsche euch allen schöne Ferien!
Ein längst fälliges Gespräch
Blaise blickte Draco fest in die Augen.
„Wir sollten reden.“
Ergeben nickte Draco. Blaise saß auf seinem Bett und kurz überlegte Draco, ob er sich dazu setzen sollte. Doch diesen Gedanken verwarf er schnell wieder. Körperkontakt und Gespräche passten nicht zusammen. Und so ließ Draco sich auf seinem eigenen Bett nieder und wartete darauf, dass Blaise zu sprechen begann. Lange musste er nicht warten.
„Was sollte das gestern?“, forderte Blaise zu wissen und blickte Draco erbarmungslos in die Augen.
Draco spürte die Enttäuschung in sich aufwallen. Er hatte nicht erwartet, dass Blaise ihn sich dafür würde rechtfertigen lassen. Er fühlte, wie ihm die Hitze ins Gesicht stieg und war sich sicher, dass die roten Flecken auf seinen Wangen Blaise genau dies verrieten.
Doch Draco war sich bewusst, das Blaise eine Antwort verdiente, wenn er sie forderte.
„Ich - ich ...“ Draco räusperte sich und setzte neu an: „Ich konnte nicht schlafen und ich war einsam“, sagte er schnell, so dass Blaise ihn wohl kaum verstehen konnte. „Aber du hast gesagt, es sei okay ...“, begehrte er auf, als Blaise ihn unterbrach.
„Das war auch okay.“ Blaise fuhr sich durch die Haare. „Ich meinte das davor.“
„Oh“, war das einzige, was Draco herausbrachte. Und dann gleich noch mal „Oh“, als ihm bewusst wurde, was Blaise stattdessen meinte. Unangenehm berührt widmete Draco seine volle Aufmerksamkeit dem Zipfel seiner Decke, an dem er sich unbewusst festgehalten hatte und nun seine Fingerspitzen immer wieder über den Stoff fahren ließ.
„Draco“, ermahnte Blaise ihn leise.
Draco holte tief Luft: „Da hatte ich wohl einen Aussetzer“, flüstere er leise.
„Du hast in letzter Zeit reichlich viele Aussetzer“, stellte Blaise trocken fest, doch Draco wusste, dass Blaise nicht scherzen wollte.
Draco konnte den Drang nicht unterdrücken, aufzustehen. Schnell wisperte Blaise einige Worte und Draco hörte, wie die Tür sich verschloss. Er hatte nicht vorgehabt, weg zu laufen und doch musste er sich eingestehen, dass er es Blaise kaum verübeln konnte, ihn hier einzuschließen. Aber dennoch ...
Verunsichert starrte er Blaise an. Dann begann er unruhig im Raum auf und ab zu tigern. Dieses Zimmer war kleiner als das im Manor und somit waren seine Bahnen kürzer. Draco war sich nur zu bewusst, dass Blaise' Augen ihm folgten.
Er wusste, dass ihr Gespräch noch lange nicht beendet war, doch Blaise machte keine Anstalten, das Wort zu ergreifen und so lief Draco einfach weiter. Es gab Dinge, die gesagt werden mussten, doch er hatte keine Ahnung, wo er anfangen sollte.
Überrascht sah Draco auf, als er mit einem Mal direkt vor Blaise stand. Er blieb ruckartig stehen und konnte so gerade verhindern, in Blaise hinein zu laufen, der sich ihm in den Weg gestellt hatte.
„Draco, bitte sprich mit mir“, forderte Blaise sanft und wollte seine Hand an Dracos Wange legen. Draco wich erschrocken einen Schritt zurück und sah, wie Blaise seine Hand langsam wieder sinken ließ. Dann drehte Blaise sich um und setzte sich wieder auf sein Bett. Draco folgte diesem Beispiel.
„Was ist los, Draco?“
Draco schnappte nach Luft: „Was los ist? Was los ist?!“, keifte er hysterisch und hörte, wie seine Stimme sich überschlug.
„Da draußen herrscht Krieg!“, brüllte er heraus. Außer Atem blickte er Blaise an.
„Da draußen herrscht Krieg“, wiederholte er nun leise, „und egal, was ich mache, es wird das Falsche sein.“
Draco sank in sich zusammen, dann suchte sein Blick ängstlich den von Blaise.
„Was wirst du tun?“, fragte Draco.
Blaise schien den Fußboden auf einmal sehr interessant zu finden. Draco blickte ihn unruhig an. Doch dann sah Blaise auf und sagte mit überraschend fester Stimme: „Ich werde kämpfen.“
Blaise suchte keinen Blickkontakt, als er weitersprach.
„Hogwarts ist der sicherste Ort von allen. Aber alle vermuten, dass der Dunkle Lord versucht, Hogwarts einzunehmen. Aber bis dahin ... Für den Notfall stehen Portschlüssel zur Verfügung.“
Blaise strich sich durchs Haar, bevor er fortfuhr: „Den älteren Schülern ist es erlaubt zu kämpfen. Einige wurden von Potter speziell ausgebildet, aber wir können alle genug, um helfen zu können.“
Draco wusste, dass „Helfen“ in diesem Fall so viel hieß, wie Todesser niederzustrecken. Es verursachte ein beklemmendes Gefühl, zu wissen, dass Blaise bereit war, Menschen zu verletzen, wenn nicht sogar zu töten. Und der entschlossene Ausdruck in Blaise' Gesicht ließ Draco keine Sekunde daran zweifeln, dass Blaise seinen Zauberstab auf jeden mit einer weißen Maske richten würde. Ein flüchtiger Blick in Blaise' Augen verschaffte Draco die Sicherheit, dass Blaise sich dessen ebenso bewusst war.
„Mein Vater wird dort sein“, murmelte Draco, „unter einer weißen Maske. Wie kannst du wissen, dass du nicht auf ihn zielst?“
„Das kann ich nicht wissen“, antwortete Blaise. „Aber selbst, wenn ich es wüsste, es würde keinen Unterschied machen.“
Bei diesen Worten zuckte Draco zusammen, doch er war sich sicher, dass Blaise die Wahrheit gesagt hatte, so unangenehm diese auch war. Blaise hatte seine Entscheidung getroffen.
„Und wie kannst du wissen, dass du nicht auf mich zielst, wenn ich unter einer weißen Maske dort sein werde?“, frage er und traute sich nicht, Blaise bei diesen Worten anzusehen.
„Auch das kann ich nicht“, sagte Blaise langsam. „Solltest du unter einer weißen Maske dort sein - “, fügte er hinzu.
Außer Stande etwas zu sagen, starrte er Blaise an. Ja, Blaise hatte seine Entscheidung getroffen. Und auch, wenn diese Entscheidung einschloss, dass Blaise in Kauf nahm, eventuell - oder sogar bestimmt - jemanden zu töten, kam Draco nicht umhin, Blaise dafür zu bewundern, dass dieser überhaupt eine Entscheidung getroffen hatte.
„Du wirst kämpfen“, echote Draco. „Und was soll ich tun?“, fragte er dann und versuchte, den verzweifelten Tonfall seiner Stimme zu unterdrücken.
Von Blaise kam ein freudloses Lachen. Doch bevor Draco ihn deswegen anfahren konnte, war Blaise' Gesicht so ernst wie zuvor. Und Draco konnte nicht umhin, den traurigen Ausdruck in Blaise' Augen zu bemerken.
„Bitte, Blaise.“ Diesmal versuchte Draco gar nicht erst, das Flehen zu überspielen.
„Draco“, sagte Blaise ernst, „ich kann dir nicht sagen, was du tun sollst.“
„Doch“, wiedersprach Draco bittend.
„Nein, Draco“, schüttelte Blaise den Kopf. „Das musst du selbst wissen.“
„Aber ich weiß es nicht!“, rief Draco aus und schlug sich die Hände vors Gesicht. Er weinte nicht, nicht richtig zumindest. Alles, was er Zustande brachte, war ein heiseres Schluchzen, doch Tränen wollten keine fließen.
„Draco“, wisperte Blaise, der nun zu Dracos Füßen auf dem Boden kniete. Zögernd sah er seinen besten Freund an.
„Darf ich dich anfassen?“, fragte er bittend.
Ohne zu antworten, ließ Draco sich ebenfalls auf den Boden rutschen. Er landete leicht verunglückt auf Blaise' Schoß und vergrub sogleich seinen Kopf an Blaise' Schulter. Er spürte, wie Blaise ein wenig zurück rutschte und ihn mit sich zog, so dass Blaise sich an sein Bett anlehnen konnte. Dann schob sich ein Arm um seine Taille und eine Hand begann sanft mit den Strähnen in seinem Nacken zu spielen. Blaise war die einzige Person, der er erlaubte, seine Haare anzufassen. Und eigentlich war Blaise auch allgemein die einzige Person, die ihn anfassen durfte. Meistens zumindest.
Tbc ...
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Mike ist Engländer, ein sehr englischer Engländer. Jeden Tag trug er seine Anzugweste, was mir gut gefällt – man erlebt es heute kaum mehr, dass jemand Westen trägt. Er hat ein unglaubliches Charisma und flößt uns großen Respekt ein. Doch er verinnerlicht den britischen Humor total und kann sich bestens in die Internats-Teenager hineinversetzen.
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