
Ron und Hermine beschlossen erst nochmal genauer im Gemeinschaftsraum und in den Schlafsälen nach Harry zu gucken. Doch Harry war nicht auf zu finden. Die beiden trafen auf Fred und George im Gemeinschaftsraum, auch ihnen ist Harry nicht begegnet. Ron ging in der Jungentoilette nachsehen, doch auch da war Harry nicht. Ron fand es allmählich ein wenig lächerlich überall nach Harry zu suchen, schließlich ist er ja noch nicht so lange weg und schon "groß genug". "Dann such ich eben alleine wenn du nicht willst", entgegnete ihm Hermine. "Ach Hermine bitte. Spätestens wenn Bettruhe ist kommt er wieder." "Ich such ihn auf jeden Fall jetzt.", und Hermine ging die Tür zum Gemeinschaftsraum hinaus. Ron schüttelte nur mit dem Kopf und setzte sich zu seinen beiden Brüdern.
Hermine wollte trotzdem noch einmal in der Großen Halle nachsehen, vielleicht war er ja jetzt dort und wartete auf sie und Ron. Doch auch bei zweimaligen durchlaufen war kein Harry in Sicht. Hermine fragte sich, wo sie den als nächstes nach Harry suchen sollte. Außen war es bereits dunkel und sie bezweifelte, dass Harry noch draußen war. Also machte sie sich auf den Weg zur Bücherei, in der Hoffnung das ihr Harry dort begegnete. Fehlanzeige. Sie durchquerte den siebten Stock, doch auch dort war Harry nicht zu finden, genauso im sechsten. Hermine beschloss wieder in den Gemeinschaftsraum zurück zu kehren, vielleicht war er ja schon längst wieder bei Ron. Doch Hermine wurde enttäuscht. Auch Ron sprang von seinem Sessel hoch als er sah, dass Hermine ohne Harry wiederkam. "Du hast ihn also nicht gefunden?" "Nein..." antwortet sie ihm ernüchternd. Allmählich machte sich auch Ron Sorgen, Harry hatte nur noch ein paar Minuten ehe alle in ihren Gemeinschafsräumen sein mussten. Doch die Minuten vergingen, aber kein Harry kam die Tür herein. Nun war Harry schon eine halbe Stunde überfällig, doch er kam einfach nicht. Hermine und Ron wurden immer nervöser. Es war nicht Harrys Art einfach wegzugehen, ohne den beiden ein Wort davon zu sagen. Es war bereits kurz vor Mitternacht, als nur noch Hermine und Ron im Gemeinschaftsraum übrig blieben, alle anderen Schüler waren nun in ihren Betten. Doch Harry war immer noch nicht da. Hermine lief aufgeregt im Raum hin und her. Ron blickte abwechselnd zur Tür und zum Feuer, dass im Kamin flackerte. Die Uhr schlug Null Uhr, Hermine blieb stehen "Das gibt es doch nicht. Wo zum Teufel bleibt Harry nur. Weiß er den nicht, dass wir uns voll die Sorgen machen?" "Hmm... ich weiß auch nicht. Bei Hagrid kann er ja auch nicht stecken, ich meine die Türen werden ja mittlerweile so verschlossen, dass nach Einbruch der Dunkelheit kein Herauskommen mehr möglich ist... Meinst du nicht, wir sollten vielleicht doch zur McGonagall gehn..?" Hermine starrte aus dem Fenster. Es fing heftig an zu regnen und zu donnern. "Ja, du hast recht Ron, lass uns zu McGonagall gehen." Beide wussten einfach keinen anderen weg, sie konnten nicht einfach tatenlos rumsitzen, während Harry einfach nicht wiederkam. Und so schlichen sich die beiden aus dem Gemeinschaftsraum in Richtung McGonagalls Büro. Dort angekommen klopfte Hermine vorsichtig an der Tür. Sie hatten Glück, McGonagall hatte anscheinend noch nicht geschlafen. "Miss Granger, Mister Weasley, haben sie auf die Uhr geschaut. Was machen sie hier, zu so später Stunde?" McGonagall runzte die Stirn. "Entschuldigen sie die späte Störung, aber... Harry, er... wir vermissen ihn seit ein paar Stunden.", sagte Hermine. "Was soll das heißen sie vermissen ihn?" "Nun ja Harry ist nicht wie abgemacht zum Abend essen in der Großen Halle erschienen und danach auch nicht im Gemeinschaftsraum oder so", warf Ron ein. Mc Gonagall runzelte wieder die Stirn. "Ist das den schon mal vorgekommen, dass Mister Potter sich außerhalb seines Bettes befand, wenn es eigentlich an der Zeit ist?" "Nun ja, um ehrlich zu sein nie ohne uns.", antwortete Hermine und Ron konnte nur mit großer Mühe sein lachen zurückhalten. "Hmm, na gut. Wenn ihnen Mister Potter doch noch begegnen sollte, können sie ihm sagen, dass es dafür eine Strafe geben wird. Sie beiden gehen jetzt zurück in ihren Schlafsaal. Ich werde Professor Snape und Mister Filch bescheid geben, dass sie das Schloss nach Mister Potter durchsuchen sollen. Den Rest klären wir morgen. Gute Nacht." Und McGonagall schloss ihre Tür. Zurück blieben Ron und Hermine, die sich fragten, ob sie gerade das Richtige getan haben...
Harry blickte sich in dem Raum genauer um, allmählich gewöhnten sich seine Augen an die Dunkelheit. Schock. Er war gar nicht alleine, es saßen noch vier andere Gefangene hier drinnen fest. Alle sahen sehr schlecht aus und einer von ihnen fast bis auf die Knochen abgemagert. Zwei Männer trugen nur noch Kleiderfetzen am Körper, bestimmt waren sie schon eine lange Zeit hier eingesperrt. Harry ging ein paar Schritte weiter in den Raum, um die anderen besser sehen zu können, doch er erkannte keinen. "Was ist mit euch passiert? Wieso werdet ihr hier festgehalten?", wollte Harry wissen. "Ach Junge, wenn wir das nur wüssten. Setz dich doch erst mal. Heute passiert hier sowieso nichts mehr. Abendessen hast du leider schon verpasst und einen Weg nach draußen gibt es nicht...", sagte ein alter Mann zu Harry, der am schlechtesten von allen aussah. Harry wusste gar nicht was er sagen sollte, und vor allem was er hier den überhaupt mache. Wieso hat ihn Voldemort nicht gleich kalt gemacht? Wieso wird er hier mit den anderen Menschen festgehalten? Und vor allem, was ist mit Ron und Hermine? Harry setzte sich. Er umschlug seine Beine mit seinen Händen und starrte aus dem mini Fenster, dass dem Raum wenigstens ein bisschen Licht spendete. Er wollte nachdenken, wollte das ihm etwas einfällt wie er aus dieser unglaublichen Situation wieder rauskommt. "Ich bin Jo, Joel May, und wer bist du, Junge?", fragte der andere Mann, Harry. "Ich, ich bin...", Harry überlegte kurz ob er sich einen anderen Namen ausdenken sollte, hielt es aber dann doch für schwachsinnig. "Ich heiße Harry Potter." "Wie, der Harry Potter?" "Ja, genau der Harry..." "Oh jeh, jetzt ist alles aus.", sagte eine der Frauen zu ihm. Jo sah in nur mit riesigen Augen an, der alte Mann sah aus, als glaube er nicht ganz, dass er mit Harry Potter in einem Raum eingesperrt sei. "Aber es muss doch einen Weg nach außen geben" Harry stand auf und durchsuchte den Raum. "Harry, den gibt es nicht. Wir haben alles Mögliche schon probiert, nur ohne Zauberstab geht gar nichts. Und wenn wir versuchen zu fliehen, dann sind wir gleich tot..." antworte ihm Jo und schaute traurig zu Boden. "Setzt dich wieder hin, Junge" sagte die Frau zu Harry und lächelte ihn kurz an. "Ich bin Übrigens Anna und das daneben ist meine kleine Schwester Emma, den einen kennst du ja mittlerweile, Jo, und der letzte im Bunde ist Gary. Meine Schwester und ich sind erst sein 15 Tagen hier..." "Gary seit drei Monaten und ich seit ungefähr fünf Wochen, so genau weiß man das hier unten aber gar nicht", sagte Jo traurig. Harry fiel auf, dass in einer Ecke eine Art Vorhang hing. "Was ist dahinter?", fragte er. "Dahinter ist die Toilette", antwortete ihm Emma. Harry ekelte sich schon jetzt bei dem Gedanken, irgendwann dort hin zu müssen. "Jo du sagtest, wenn wir fliehen würden sind wir tot. Gibt es denn überhaupt dazu eine Möglichkeit?" wollte Harry sofort wissen. "Ja, wir bekommen dreimal täglich eine Scheibe Brot und ein Glas Wasser, jeder von uns. So könnte man theoretisch schon rauskommen. Doch... Alan, er... er hat es versucht und wurde auf der Stelle von den Todessern umgebracht. Es gibt also keine Möglichkeit zur Flucht..." "Wie haben sie dich eigentlich aufgegriffen?", fragte Emma neugierig. "Ich weiß das mag jetzt ein wenig seltsam klingen, aber ich hatte eine Vision, in dem meine beiden besten Freunde von Voldemort und seinen Todessern gefoltert wurden. Ich wollte sie retten. Doch anstatt dort auf jemanden zu treffen, wo es passiert sein sollte, war niemand. Aber auf einmal standen zwei Todesser hinter mir, ich konnte nichts machen. Ich hatte meinen Zauberstab fallen gelassen... Und schon war ich hier. Ich dachte, Voldemort würde mich sofort töten, doch nein, er steckte mich hier rein." Harry trat mit seinem Fuß gegen die Wand. "Ich hab keine Ahnung was mit Hermine und Ron passiert ist, ob sie überhaupt noch am Leben sind..." Harry setzte sich wieder auf den kalten Boden, er war völlig verzweifelt. "Das tut mir leid" sagte Emma sofort. "Unser Vater, also von Anna und mir, ist sehr Wohlhabend, ich glaube deshalb werden wir hier festgehalten... aber so genau weiß das hier niemand." Harry blickte sich um und sah, dass die beiden Männer und Anna kurz davor waren einzuschlafen. Harry konnte gar nicht an Schlaf denken. Es muss doch einfach eine Lösung geben, hier wieder raus zu kommen. Er muss Ron und Hermine finden. Aber was, wenn er für immer hier eingesperrt sein sollte? Würde irgendjemand hier nach Harry suchen? Er grübelte noch lange nach, doch irgendwann musste auch Harry nachgeben und schlief ein.
Ps: Danke euch fürs weiterlesen. Ich fliege am Sa für eine Woche nach Ägypten JUHU!^^ wenn ich es schaffe, dann lade ich am Sa noch ein Kapitel hoch, aufs nächste müsst ihr dann aber leider bis zum 13 juni warten. danke dafür :) schönes verlängertes wochende, falls ihr eins haben solltet. =)
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