
von Bl00dyButterfly
„Alarmieren Sie sofort den Orden, erneuert die Bannkreise, informiert die Vertrauensschüler!“, wies Albus Dumbledore die Hauslehrer von Hogwarts in einer furiosen Hast an, wie man ihn sonst nie gesehen hatte.
Seine Augen spiegelten blinde Wut aber auch gleichzeitig tiefste Trauer wieder, als ob das Innerste dieses alten Mannes einen Kampf mit sich selbst führte, wohl um den richtigen Weg zu finden. Doch als sein Blick auf Harry fiel glühten diese kristallblauen Augen ihn förmlich an, ein Blick der Reue. „Es tut mir so Leid, Harry… Ich hätte es besser wissen müssen! Und nun das...“.
Harry wusste nicht zu antworten. Noch nie hatte Dumbledore so zermürbt dagestanden, noch nie hatte er den Schulleiter derartig unruhig erlebt, schließlich war er immer derjenige gewesen, der alles wieder in die richtigen Bahnen brachte, der immer so viel Verständnis für alles aufbrachte. Und nun stand er da, wie ein Kind, und wusste nicht weiter.
„Harry!“, Ron und Hermine kamen auf die kleine Gruppe in der Eingangshalle zu, besorgte Blicke wechselten von Harry zu Ginny, Umarmungen und Tränen würden diese Freundschaft wieder auffrischen, stärker zusammenschweißen.
„Harry, was ist passiert, ihr wart plötzlich verschwunden-„, doch Harry ließ Hermine keine Zeit ihre Erläuterungen auszuführen, denn ohne einen Blickaustausch oder auch nur ein Wort flüchtete er aus dieser bedrückenden Situation, hinauf in den Gryffindor Turm. Erst dort fiel ihm ein, dass er das Passwort gar nicht kannte und da es schon sehr spät war, war die Wahrscheinlichkeit, dass einer seiner Mitschüler aus dem Turm kam und ihn hineinließ sehr gering.
„Das Passwort ist >Hoffnung<“, flüsterte eine vertraute Stimme hinter ihm. Neville schien ebenfalls besorgt gewesen und hatte beschlossen hier auf Harrys Ankunft zu warten.
„Danke, Neville. Ich danke dir für all deine Hilfe… und vor allem deine Treue!“, erwiderte Harry monoton und mit einem murrigen „Wir sind doch nicht in einem Vergnügungspark!“ öffnete die fette Dame und Harry landete letztendlich auf seinem warmen, gemütlichen Bett. Jetzt war er wieder zu Hause.
Neben ihm schnarchten Dean und Seamus, Hedwig raschelte leise auf dem Sims, sie hatte ungeduldig auf ihn gewartet, wohl weil sie auch bemerkt hatte, dass etwas nicht stimmte.
„Hey Hedwig, danke, dass du immer noch zu mir hältst!“, flüsterte Harry ihr zu und verfiel dem Schlaf.
„Ich kriege dich! Harry Potter… DU BIST TOT!“, grüne Lichtblitze erhitzen Harrys Gesicht, unendlicher Schmerz fließt durch seinen Körper, doch bevor auch nur ein Fluch ihn noch erreichen kann, umhüllen ihn lange, rote Haare, grüne Augen blitzen ihm freundlich entgegen.
Lily Potter empfängt die Todesflüche mit offenen Armen. Um ihn zu schützen. Was war er doch für ein Versager, konnte er nicht mal seine Mutter schützen. War er so unfähig, schwach, warum sollte man ihn noch am Leben halten?
„GIB IHN MIR!“, schreit eine schrille Stimme, erfüllt die kalte, beißende Luft, doch die rothaarige Hexe weicht nicht einen Millimeter. Grüne Blitze, rote Tropfen berühren Harrys Wange, nass, träge.
„Nimm mich, doch verschone meinen Sohn!“, ruft Lily.
Ein Schrei erfüllte den kleinen Schlafraum, Stimmen und verwirrte Schritte ersetzten das Piepsen in Harrys Ohr. Er saß schweißgebadet in seinem Himmelbett in Hogwarts. Kein Voldemort. Aber auch leider keine Lily.
„Harry, was ist los?“, fragte Ron aufgeregt. Doch Harry wollte gar nicht antworten. Seine Narbe brannte so heftig, er hätte sich übergeben können. „Harry, Harry!“, doch Harry antwortete nicht. Seine Stimme war zu erschöpft, sein Blut zu kalt, seine Seele zu verletzt.
Den ganzen nächsten Morgen mied Harry den Kontakt zu seinen Freunden, erschien nicht einmal zum Frühstück. Auch als Ginny in den Schlafraum trat und ihn bat doch endlich mit nach unten auf die Ländereien zu kommen, ignorierte er sie und tat als ob er schliefe. In der Tat hatte Professor McGonagall ihm die Freiheit gelassen, diesen einen Tag auszuruhen, denn sie konnte sich denken, dass dieses Erlebnis, was auch immer geschehen war, nicht einfach zu verarbeiten wäre. Auch Ginny hatte diese Erlaubnis bekommen, jedoch schien sie keinen Grund darin zu sehen den Unterricht nicht zu besuchen.
Am späten Nachmittag schließlich geschah das Ungewöhnlichste seit Harrys Ankunft in Hogwarts: Albus Dumbledore persönlich betrat den Jungenschlafsaal und setzte sich neben Harry aufs Bett.
„Harry, es tut mir so Leid was passiert ist… ab jetzt werden die Sicherheitsvorkehrungen verschärft, damit so etwas nie wieder geschieht! Nun… der wirkliche Grund warum ich hier bin ist aber eigentlich ein anderer…“
Wenigstens einer, der nicht so scheinheilig tut, dachte Harry.
„Ich wollte dich eigentlich fragen, Harry“, fuhr Dumbledore fort, „ob du mir immer noch die Ehre erweisen willst und allen Schülern dieser Schule die Möglichkeit gibst an deinen Talenten und Erfahrungen teilzuhaben. Ich werde dich nicht dazu zwingen, doch stand ich nun gestern Abend nicht besonders gut dar, als ich selbst nicht wusste, wie ich mich zu diesem Thema deinen Mitschülern gegenüber äußern sollte. Harry, bist du immer noch bereit Dumbledores Armee wieder aufleben zu lassen?“
Diese Frage war so voll von Hoffnung und Vertrauen, dass Harry nicht anders konnte als sich auf die andere Seite zu drehen und dem Schulleiter direkt in seine strahlend blauen Augen zu sehen. Selbst darin erkannte er nur Zuversicht und Treue. So konnte er nun mal nicht widerstehen und dem weißbärtigen lächelnd zuzunicken.
Ein Lächeln der Freude war die Antwort darauf und Dumbledore verließ den Raum mit einem munteren „der Zauberkunstraum steht dir ab nun wann immer du willst zur Verfügung“.
Harry brauchte ein paar Minuten bis er begriff, dass dieser Mann ihm mehr zutraute, als er es selbst tun würde. Eigentlich munterte ihn diese Bilanz etwas auf und so gelang es ihm tatsächlich sein Bett schwunghaft zu verlassen und sich auf den Weg in die Große Halle zu machen, denn sicher würde es bald Abendessen geben und wenn Harry es sich so recht überlegte, rebellierte sein Magen schon seit Stunden gegen diese Hungerphase.
Die erste Woche flog an Harry vorbei und kaum eine Unterrichtsstunde nahm er wirklich wahr.
Sein Stundenplan war außergewöhnlich offen und viele freie Stunden gaben ihm die Möglichkeit vor der Menge zu flüchten, die ihn immer und immer wieder über sein Befinden ausfragte. Das Merkwürdige bisher war nur gewesen, dass alle drei Stunden Zaubertränke in dieser Woche nicht stattgefunden hatten und, zu allem Überfluss, Snape nun stattdessen Verteidigung gegen die dunklen Künste unterrichtete.
Doch er triezte Harry nicht wie erwartet bis aufs Blut, ganz im Gegenteil dazu behandelte er ihn recht freundlich und die Menge murmelte schon über Gehirnwäschen oder sogar Pädophilie.
Doch das alles war Harry zur Abwechslung mal ziemlich egal. Alleine streifte er über die Ländereien, ging erst zum Essen, wenn all seine Freunde schon fertig waren und studierte in der Bibliothek tausende von Büchern, ohne wirklich etwas Bestimmtes zu suchen.
Am Samstag dieser Woche beschloss er alle Schüler in der Großen Halle zu versammeln und eine Abfrage über das Interesse an der DA durchzuführen.
„Kurz und Knapp gesagt werde ich euch alle Zauber und Flüche beibringen, die ihr wirklich benötigt um im Ernstfall gegen Todesser zu überleben. Eurer Klassenstufe entsprechend werde ich natürlich nicht jedem sofort alles beibringen können, aber das ist wohl das geringste Problem. Nach dieser Wahl habt ihr die Möglichkeit jeden Samstag zu einer bestimmten Zeit, die ich aushängen lasse, in den Zauberkunstraum zu kommen und zu lernen. Ich betone, dass es keine Pflicht ist und zu Hause dürft ihr lediglich sagen, dass ihr an einer Art AG für Nachhilfe teilnehmt. Ist das soweit klar?“, ein zustimmendes Raunen ging durch die Halle und aufgeregte Erstklässler und wissbegierige Siebtklässler nahmen den Kampf um das Mitgliedsblatt in der Mitte der Halle auf.
Das Pochen in Harrys Narbe und das Zittern in seinen Beinen versuchte er zu ignorieren, obwohl er wusste, dass es Angst war, die ihn erfasste.
Angst wegen seinem möglichen Versagen, Angst so viele Menschen um sich haben zu müssen, Angst vor Voldemorts nächster Attacke.
Auch die folgende Woche schwebte Harry mehr durch den Unterricht, als dass er seine Umgebung wirklich wahrnahm.
Erst am Freitag war es eine Stunde, die ihn aufwachen ließ. Ein neuer Lehrer für Zaubertränke stellte sich vor; besser gesagt eine Lehrerin. Mrs Lestupido war eine hoch gewachsene, schwarzhaarige junge Frau und selbst auf dem ersten Blick wirkte sie wie das genaue Gegenteil von Severus Snape.
„Zuerst will ich euch klar machen“, begann sie ihre Einführung, „dass ich keinesfalls dumme Abschreiberei von Zutaten und eintöniges Brauen von Tränken zulasse. Ab jetzt werdet ihr lernen, wie interessant und einfach das Zubereiten von wirklich wichtigen Gebräuen ist. Heute bitte ich euch diesen Fragebogen“ (und schon tauchte mit einem Schwung des Zauberstabs auf jedem Tisch ein Blatt auf) „auszufüllen, damit ich genau weiß worauf ich mich vorbereiten muss! Fangt an!“
Fragen wie „Was ist deine Lieblingsfarbe“ oder „Welche magische Pflanze fasziniert dich am meisten“ schienen sehr ungewöhnlich für Zaubertrankunterricht aber kein einziger Schüler, bis auf Draco Malfoy, der schon begann irgendeinen schwachen Punkt an ihrer neuen Lehrerin zu finden, beschwerte sich oder macht auch nur Anstalten ins Dösen zu verfallen.
Wie Harry nach dieser Stunde schnell feststellen musste, würde Professor Lestupido nicht nur als Zaubertrankdozent wichtig für ihn werden.
Am Samstagmorgen hatte Harry die Erstklässler als ersten Kurs festgelegt und war nicht erstaunt als drei ganze Häuser vor ihm standen. Wenige Slytherins hatten in den Zauberkunstraum gesehen, verschwanden bei Draco Malfoys Blick aber sofort in ihrem Gemeinschaftsraum.
Nach nur wenigen Minuten wurde Harry klar, dass es sehr schwer werden würde Erstklässler zu Experten der Zauberkraft zu machen, legten sie schon das halbe Klassenzimmer in Schutt und Asche als er ihnen seinen Markenzauber Expelliarmus beibringen wollte und sie in Gruppen proben ließ.
Die Zweitklässler, welche zu Harrys Erleichterung schon eine Stunde später und auch in kaum kleinerer Menge dran waren, hielten sich in der Hinsicht schon etwas besser.
Auch sie sollten heute erst einmal Entwaffnen lernen, denn wie Harry sich noch gut an seine letzte Begegnung erinnern konnte, hatte dieser Zauber ihm das Leben gerettet.
Stunde für Stunde verging, von Expelliarmus über Stupor und Expecto Patronum bemerkte Harry langsam, dass er wohl doch nicht nur Glück im Unglück gehabt hatte, denn so schnell wie er die schwierigsten Flüche erlernt hatte, geschah dies bei kaum einem anderen Schüler selbst unter den Siebtklässlern auch nur annähernd so gut, aber sie hatten ja noch viel Zeit…
Schon während der Stunde in seinem eigenen Jahrgang war ihm neben Luna, die wieder von merkwürdigen Entdeckungen ihres Vater erzählte, anstatt ihre Verteidigung aufzubessern, ein Mädchen aufgefallen, das nicht von dieser Schule zu stammen schien, jedenfalls hatte noch nie jemand sie gesehen… konnte man etwa wie auf Muggelschulen an Hogwarts auch Klassen überspringen, oder war sie gar sitzen geblieben?
Ihr schwarzes, seidenes Haar schwang um sie, als sie ihre Drehung zur Abwehr vollführte, woraufhin sie auf alle Viere fiel.
Dean, mit der sie geübt hatte, eilte zur ihr um zu helfen, jedoch wehrte das seltsame Mädchen ihn ab und stand auf, um es noch einmal zu versuchen.
„Denkst du sie kommt von einer anderen Schule oder hat erst jetzt bemerkt, dass sie zaubern kann?“, fragte Ron heiter.
„Nein, Ron! Es gab noch nie einen Fall, bei dem ein Zauberer seine Fähigkeiten weit nach seinem elften Geburtstag entdeckte, außer, Moment wo war das…. In Geschichte von Hogwarts erwähnten sie eine Hexe namens Gundolina Gerkel 1688, die eine Prüfung über viele Monate machen musste, da sie erst mit sechzehn als wirkliche Hexe erkannt wurde… wäre wohl auch sehr unangenehm mit sechzehn in der ersten Klasse zu sein…“, erwiderte Hermine besserwisserisch und wie gewohnt so schnell, dass Ron und Harry nur die Schultern zucken konnten, wie ein Mensch so viele Informationen in so kurzer Zeit mitteilen kann.
„Egal wer sie ist, Ginny scheint sich gut mit ihr zu verstehen“, fuhr sie mit einem Blick auf die Ländereien fort.
Nach der letzten Stunde mit den Siebtklässlern waren die drei durchs Schloss gewandert und im schimmernden Abendrot in der großen Halle angelangt.
Harry drehte seinen Kopf so schnell in die Richtung, in die Hermine schaute, dass sein Nackenwirbel knackte und er sich vor Schmerzen jenen hielt.
Tatsächlich saßen Ginny und das geheimnisvolle Mädchen mitten auf der Wiese der unendlichen Ländereien von Hogwarts, ihre Körper angeleuchtet von der untergehenden Sonne schienen fast schwarz und von der anderen Seite golden rosa.
Harry schlenderte fixiert auf die Zwei zu, ignorierte die Proteste von Ron, welcher lieber zum Abendessen wollte („ich verhungere wegen deiner Flirterei doch bald!“) und hatte mit wenigen Schritten, gefolgt von seinen treuesten Freunden, die Distanz überwunden, stand nun neben Ginny, welche ihm entgegenblinzelte.
„Hey Harry, du siehst fertig aus!“, begrüßte sie ihn. „Kann sein…“, war dessen Antwort.
„Übrigens das hier ist Kira Lavellis, von der Rosewaldt Academy in Kanada, kannst du dir das vorstellen?“, „Ja ja…“
Ginnys Lächeln war verschwunden und sie starrte den Schwarzhaarigen, der mit gesengtem Blick und den Händen in seinen Hosentaschen vor ihr stand, besorgt an.
Kira begutachtete den Kraken, welcher sich in den letzten Sonnenstrahlen aalte, verträumt, schien von der Konversation nichts mitzubekommen.
Ginny stand auf und umarmte Harry mit einem solchen Schwung, dass dieser sie vor Schreck von sich schubste.
„Was hast du denn? War das auf dem Feld etwa… nicht ernst gemeint? Willst du nicht, dass ich dich umarme?“
Ginnys Augen füllten sich mit Tränen und urplötzlich schlossen sich Rons Arme um die Schultern seiner kleinen Schwester.
„Vielleicht solltest du Ginny lieber in Ruhe lassen. Deine frustrierte und wechselhafte Art tut ihr gar nicht gut!“, fauchte er seinen besten Freund an. Harry blickte auf, seine grünen, matten Augen trafen auf ein Feuerrot. War es bloß die Sonne oder funkelten die Augen des Jungen wirklich so hasserfüllt? Harry wich einen Schritt zurück, doch eher er sich abwenden konnte, begann Ron wieder auf ihn einzupreschen: „Was fiel dir eigentlich ein so mit meiner Schwester zu spielen? Für wen hältst du dich eigentlich? So toll bis du gar nicht Harry Potter! Nur deine Narbe und deine mutigen Eltern haben dich zu dem gemacht, was du jetzt bist! Ohne unsere Hilfe hättest du erst gar nicht dein erstes Jahr hier überlebt –„Ron, bitte-„, begann Hermine zu schlichten, doch Ron ignorierte sie.
„Du kannst doch kaum mehr als alle anderen hier, dein Name macht dich zu dem was du jetzt bist! Aber wenn du immer noch so von dir überzeugt bist, bitte, dann geh doch zu deinem Lord und vernichte ihn, so wie Dumbledore es dir doch zutraut! Vernichte ihn, oh ach so großer Held!“
„RONALD JETZT MACH MAL HALBLANG!“, schrie Hermine in an. Tränen funkelten nun auch in ihren Augen, doch weniger aus Angst oder Trauer, viel mehr aus Enttäuschung. „Ich dachte du wärst sein Freund! Ich dachte, du wärest wirklich so treu, so intelligent, wie ich dich in all den Jahren kennen gelernt habe!“. Diese Worte veranlassten Ron seine Schwester los zu lassen und sich Hermine in Entrüstung entgegenzustellen: „Willst du damit sagen“, begann er im zischenden Ton der erschreckenderweise einer Schlange glich, „dass ich dumm bin? Willst du damit sagen, ich wäre schlecht?“, Hermine schüttelte bei seinem Blick ängstlich den Kopf, öffnete den Mund, doch Ron kam ihr zuvor, schrie sie aus vollem Leibe an: „IST DER ACH SO TOLLE POTTER DIR ETWA LIEBER? NA LOS, GEH ZU DEINEM HELD, LASS DICH DOCH VON IHM FLACHLEGEN, DAMIT DU WAS TOLLES ZU ERZÄHLEN HAST! DANN BIST DU AUCH ENDLICH BERÜHMT!“, doch das war endgültig zu viel gewesen, denn Hermine hatte ihm so eine Ohrfeige verpasst, dass Ron zu Boden ging und mit markerschütterndem Schluchzen war sie ins Schloss gerannt.
Harry hatte von all dem nichts mehr mitbekommen, seine Gedanken waren ganz wo anders. Er war wirklich niemals besonders gewesen. Wenn er es so recht bedachte, hatte er immer Hilfe gehabt, was war denn nun sein eigener Verdienst gewesen? Nichts…. Sirius hatte Unrecht!
Mit abwesendem Geiste schritt Harry in die Dunkelheit, sein Ziel war das Nichts, jenes, was irgendwo dort auf ihn wartete, vorbei an Hagrids Hütte, durch die dichten Äste des Verbotenen Waldes.
Selbst Ginnys verzweifelte Schreie nach ihm klangen nur sehr dumpf an sein Ohr, mehr klang es für ihn nun wie der sterbende Phönix, damals in Dumbledores Büro.
Dumbledore… der Mann, dem er so lange vertraut hatte… der Mann, den er eigentlich gar nicht kannte…
Doch wen kannte er nun schon wirklich, wem konnte er überhaupt trauen? Nur die Dunkelheit um ihn herum entfernte seine bedrückenden Gedanken, hüllten ihn in sanften Schlaf…
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