
von Bl00dyButterfly
Kalte Schnee-durchzogene Winde veranlassten alle Bewohner Hogwarts’ sich in Aufenthaltsräumen des Schlosses zusammenzudrängen und so wurde es ziemlich eng und ungemütlich, kein Gespräch war mehr privat und viele Erstklässler fielen den Weasley Scherzartikeln zum Opfer, die jetzt, bei lang anhaltender Langeweile, wieder Hochsaison hatten.
Harry wurde von Stunde zu Stunde nervöser, da große Menschenansammlungen eine natürliche Angst für ihn geworden war – seinem Ruhm sei Dank, und so zog er sich so oft wie möglich in die Schlafgemächer zurück, wo er ohne Bestimmung die Karte des Rumtreibers studierte oder in seinem Buch, das er von Hermine zum Geburtstag bekommen hatte, las.
„Meditation ist das A und O der Energiekonzentration; der Magische konzentriere sich auf seinen Herzschlag, auf seine Atmung, auf seinen inneren Energiefluss.“
Harrys Energie schien sich in letzter Zeit einfach zu verflüchtigen, seine Laune war auch nicht mehr die beste, trotz dem recht guten Verhältnis zu Hermine, die im Moment die Einzige war, die überhaupt mit ihn redete.
Er fühlte sich in letzter Zeit von allen verlassen, selbst McGonagall mied den Kontakt, als hätte sie ihm nichts mehr zu sagen, seine gesamte Gefühlswelt fühlte sich an wie von den draußen umherwirbelnden Eiskristallen umhüllt.
Als die eisigen Flocken an diesem Abend britzelnd gegen die Fenster schlugen jedoch würde Harry nicht so einfach auf seinem Bett hinter den Vorhängen verschwinden können, denn als er den Raum betrat fielen ihm seine Bücher aus der Hand – er war nicht mehr allein.
Ein Schluchzen zerriss die Stille und das Poltern der BĂĽcher lieĂź Ron herumwirbeln, seine Augen waren rot und geschwollen, sein Blick war voller Ăśberraschung.
Zeit und Raum schienen eingefroren als Ron sich wie in Zeitlupe vom Bett erhob und auf den Schwarzhaarigen zu ging; sein Atem kribbelte auf Harrys Haut als er ihm nur Zentimeter entfernt gegenĂĽberstand.
„Du… du wirst niemandem was davon sagen“, flüsterte er und diese eiskalten Augen ließen Angst durchblitzen.
„Und was hielte mich davon ab“, zischte Harry zurück, „du machst ja auch vor keiner Abfälligkeit Halt!“
Ron sah ihn eine Weile an, die Stille und die Spannung zwischen den Zauberern war kaum zu ertragen und endlich warf sich der Rothaarige aufs Bett.
Harry tat es ihm gleich und kaum versuchte er sich auszuruhen, da vernahm er ein Murmeln, das fast wie ein Geständnis klang: „Ich wünschte all das wäre nie passiert, ich wünschte Hermine wär wieder bei mir und du wärst wieder so wie früher…“, dann schlief er schnarchend ein.
Ja, dachte Harry, das wĂĽnschte ich mir auch, und er schlief ebenfalls ein.
„Hey Potter“, schnarrte es in seinem Ohr und Harry sprang wie von der Tarantel gestochen hoch; seine Träume waren alles andere als erholend gewesen.
Ron saß neben ihm und starrte ihn mit erhabenen Blick an: „McGonnagal sucht dich, hast du das vergessen?! Sie sagte irgendwas von Lavellis und der neuen Lehrerin…“
Harry sprintete zum Lehrerzimmer und noch bevor er keuchend anklopfen konnte wurde die Tür aufgerissen und Snape schritt an ihm vorbei, doch nicht ohne einen selbstgefälligen Blick.
„Potter, was haben sie Miss Lavellis erzählt?“, fragte Lestupido sachlich aber drängend. Harry war verwirrt und das schien auch sein Blick auszusagen, denn die junge Frau ergänzte ihre Frage: „Was haben Sie ihr über den Orden erzählt?“
„Ich habe mit ihr nie über irgendetwas geredet, meistens waren es sehr kurze Augenblicke, in denen ich überhaupt mit ihr Kontakt hatte-„, Professor McGonagall räusperte sich energisch.
„Wie kommt es dann“, begann diese, „dass Miss Lavellis mich ansprach und fragte was der Orden des Phönix nun gegen den Unaussprechlichen tun würde?!“
Harrys Herz bekam einen Stich, als würde ein Dolch hindurchgestoßen: „Ich habe ihr sicherlich nichts erzählt, fragen sie doch Ron, der hatte ein sehr inniges Gespräch mit ihr-„, „Es reicht, Potter, diese ewigen Anschuldigungen müssen ein Ende haben!“
Harry sah sie fassungslos an und Professor Lestupido bedeutete ihm gehen zu können.
Was auch immer hier vorging alles schien sich gegen ihn verschworen zu haben, Harry lief den kalten Gang entlang, ahnungslos wo seine FĂĽĂźe ihn hinfĂĽhren wĂĽrden.
Seine Flucht endete jäh als ein markerschütternder Schrei die Stille durchbrach; Harry versuchte den Ursprung ausfindig zu machen und lief angespannt um eine Ecke, was er aber dort erblickte ließ ihn trotz allem einen kribbelnden Schauer über den Rücken laufen.
Malfoy traktierte die junge Kira mit dem Cruciatus-Fluch und sein Blick zeigte blanken Hass, seine Zähne waren gefletscht als wollte er sie in der Luft zerreissen und Kira schie von Schmerz gequält, ein Türknallen war zu hören und Harry sprintete auf den Blonden zu.
Er durfte jetzt keine Zeit verlieren, entweder Malfoy würde es so weit bringen, dass Kira wie Nevilles Eltern endete oder ein Lehrer oder Schüler würde vorher auftauchen und das wäre Malfoys Ende.
„MALFOY HÖR AUF“, er riss die Zauberstabhand des Rivalen herunter und Kira fiel schluchzend zu Boden und Stille trat wieder ein.
„Was störst du mich Potter, diese Schlampe hat es verdient“, raunzte Malfoy, seine Stimme zitterte immer noch vor Wut und der Raum zwischen den jungen Männern schien zu glühen.
„Du hast keinen Grund sie zu quälen, ich wüsste nicht, dass sie Gefallen an jemandem wie dir gefunden hätte“, zischte Harry und Malfoy lachte unerwartet hell auf, „Nein“, flüsterte er, „von mir will sie tatsächlich nichts, aber ich habe gesehen wie sie wieder hinter dir herschlich. Sie will dir Böses kapierst du?! Sie ist es die alles zwischen uns zerstört!“
Harry wusste nichts darauf zu erwiedern, ein dumpfer Schmerz in seiner Magengrube ließ alles vor seinen Augen flackern: Wie konnte Malfoy so tun als wäre er mit allem einverstanden gewesen… oder war er das tatsächlich?!
Ein Seufzen ließ ihn aus seinen Gedanken fahren und nur langsam begriff Harry, dass Professor McGonagall an ihm vorbei zu Kira gerauscht war: „Malfoy, Potter, was ist hier los?!“
Sie sah entsetzt zu dem Mädchen, das immer noch vor Schmerz und Schock keuchend am Boden lag, ihre Augen waren starr und schienen ins Nichts zu blicken.
„ANTWORTEN SIE MIR!“, schrie die Verwandlungslehrerin nun die zwei Zauberer an und Malfoy schrak zurück: „Wir haben sie so gefunden Professor“, begann Harry, „ich hab sie schreien hören und als ich um die Ecke bog sah ich Malfoy aus der anderen Richtung her kommen und Kira, die reglos da lag.“
Einen kurzen Augenblick glaubte er Unglauben in ihren Augen flackern zu sehen, aber das LĂĽgen hatte er nun so lange geĂĽbt, dass sein Ausdruck ihn mit Sicherheit nicht verraten wĂĽrde.
„Haben sie Zwei irgendwen weglaufen sehen?“, drängte sie nun; anscheinend glaubte sie die Story, doch Malfoy schüttelte den Kopf.
Ein jäher Luftzug unterbrach Harrys Gedanken und er blickte hinter sich, wo er einen rauschenden Banner erkannte. McGonagall ging raschen Schrittes darauf zu und schob ihn zur Seite, um einen recht engen Geheimgang freizulegen.
„Nun“, begann sie atemlos, „wenn es einen Angreifer gab konnte er hierdurch sicherlich schnell entkommen…“, sie fuhr energisch herum, sodass Malfoy verschreckt einen Meter zurück sprang, „Sie, Malfoy, werden Miss Lavellis unverzüglich in den Krankenflügel bringen“, und der Junge tat wie ihm geheißen, Zauberte das Mädchen mit wehendem Haar in die Luft und verschwand langsam mit ihr aus den Blicken der Verbliebenen.
„Und Sie Mr. Potter… warum sind sie nur immer in der Nähe wenn etwas passiert?“, Harry konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
„Ich denke Professor“, begann er mit auffällig ruhiger Stimme, „ich bin ein Magnet für das Böse“, und sein Blick funkelte mit einem Mal so als ob er das Wort verbildlichen wollte.
Die Lehrerin verschwand irritiert zu ihrem BĂĽro und Harry blieb allein zurĂĽck, sein dunkles Haar wehte im Luftzug des neuen Ganges und er blickte in die Ferne.
Vielleicht hat Malfoy recht, dachte er, vielleicht ist diese Kira wirklich alles Schuld… aber sie ist mit Sicherheit nicht die Ursache dieser Mächte…
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