Gute Mädchen kommen in den Himmel - Tot gelaubte leben länger
von Lufix
4. Kapitel
Tot geglaubte leben länger
Hermine wurde von einem Gewicht auf ihrer Hüfte geweckt.
Krummbein war auf das Bett gesprungen und hatte es sich auf ihrer Decke bequem gemacht. Zusammen gerollt lag der Kater da und sah sie aus großen, intelligenten Augen an. Hermine hatte das Gefühl, als könnte er ihre Gedanken lesen.
Dann schüttelte er den Kopf und sprang wieder auf.
Draco war seit zwei Tagen in Chicago.
Sie vermisste ihn schrecklich.
Auch Krummbein wollte, dass er wieder kam. Am ersten Tag hatte er seinen Fressnapf nicht angerührt, weil er darauf bestanden hatte, dass Draco ihn wie jeden Tag füllte. Aber dann hatte er schließlich doch Hunger bekommen und nach gegeben.
Schließlich quälte Hermine sich aus dem Bett und ging in die Küche. Mit einer Schüssel Cornflakes tappste sie wieder ins Schlafzimmer und machte sich über die Berge von Akten her.
Fünf Akten hatte Rouge ihre heraus gesucht, in denen es sich um verschwundene Leichen handelte.
Sie hatte beschlossen von zu hause aus zu arbeiten.
Auf Mannhauser hatte sie absolut keine Lust.
Die erste Akte war mit dem Datum 13. Juli 1953 beschriftet.
Wilson & Amman
ungelöst
13. Juli 1953
Massaker in einem Nachtclub. Zwölf Menschen getötet, drei werden vermisst. Sieben schwer verletzt.
Weder die Leichen, noch die Verletzten zeigen Anzeichen von Bisswunden. Allerdings behauptet eine der Verletzten felsenfest, dass ihre Begleitung tot war. Die Leiche ist nicht da.
15. Juli 1953
Die Verletzte hatte Recht. Heute ist eine vermissten Anzeige eingetroffen, die genau auf die Beschreibung passt. Also suchen wir nun nach einer verschwundenen Leiche.
Wilson hat die Überlebenden befragt. Alle sprechen von einer großen, blauhaarigen Frau. Anscheinend hat Ischara...
Hermine überflog den Rest nur.
Ischara war tot. Kaum möglich, dass sie hier wieder ihre Finger im Spiel hatte.
Nur am Ende bemerkte sie einen Namen, der sie stutzen ließ.
Bafello...
Hastig griff sie nach den anderen Berichten.
Ihre Finger flogen über die Zeilen, während sie versuchte, das gelesen aufzunehmen.
Bafello wird festgenommen....
Bafello war am besagten Tag bereits dort gewesen...
Bafello kannte das Opfer...
Bafello hatte den Flügel geschickt...
Hermine schloss die Augen.
Vor ihrem Geist erschien das Bild diese eindrucksvollen Gestalt.
Der Uralte hatte bereits zur Zeit Jesus gelebt. Eines Tages hatte er ihr einmal erzählt, dass er persönlich unter dem Kreuz gestanden hatte und ihn gesehen hatte.
Er war groß, aber nicht riesig.
Gepflegtes, dunkles Haar; Hermine war sich nie sicher, ob es nun schwarz, oder braun war, umrahmte sein zeitloses Gesicht. Sein Gesicht war breit, dabei nicht unangenehm und Hermine kam sich in seiner Gegenwart immer sehr winzig vor.
Ja, sie hatte ihn bereits getroffen.
Bafello gehörte in der Regel zu den gemäßigten Kräften der Uralten.
Mit Ischara hatte er sich nie gut verstanden.
Marcus war, ja, was eigentlich, sein Schüler gewesen?
Hermine hatte diese seltsame Beziehung der Männer nie verstanden.
Marcus hatte ungemeinen Respekt vor dem Uralten gehabt.
Und das nicht nur wegen seinem Alter...
Gedankenverloren schlug sie die Akte zu und starrte Krummbein an.
Der Kater schüttelte den Kopf.
„Ist ja schon gut“, murmelte sie. „Du brauchst mich gar nicht so anzugucken, ich werde ihn vorher anrufen.“
Sie schob die Müslischale und die Akten beiseite und stand auf.
Keine zehn Minuten später hatte sie das Bad bereits wieder verlassen. Sie nahm das dreckige Geschirr. Während sie es in der Küche abstellte, glitt ihr Blick über den glänzenden Stahl und blieb schließlich an ihrem Handy hängen.
„Auf in den Kampf“, sagte sie zu sich selbst.
Bevor Hermine ihren Freund an rief, zündete sie sich eine Zigarette an und machte es sich im Esszimmer bequem.
Draco würde von ihrer Idee auf keinem Fall begeistert sein.
„Hallo?“, meldete sich seine Stimme am anderen Ende.
„Hi, ich bin`s“, erklärte Hermine.
Draco schwieg einen Moment.
„Ist etwas passiert? Du rufst doch immer erst an, wenn du ins Bett gehst“, meinte er leise.
Wo war der vertraute Ton geblieben, den sie vor einer Woche noch gehört hatte?
Nachdem sie ins Büro zurück gekehrt waren, hatte sich sein Ton vollkommen verändert. Da war nicht mehr der Draco, der sie mit seinem süffisanten Grinsen an die Decke gehen ließ, der sie mit seinen küssen zum Schweigen brachte.
Da war nur noch eine kalte Mauer und sie hatte keine Ahnung wie sie diese überwinden sollte.
Zum Teufel!
Wer war Detlef Mannhauser? Wer war er, dass er Draco so verändern konnte?
„Ich habe mir die Akten angesehen“, erklärte sie.
„Und?“, fragte Draco tonlos.
Hermine spürte einen Stich im Herz.
Und gleichzeitig spürte sie die ungeheure Lust Draco anzuschreien.
„Ich werde zu Bafello gehen müssen“, antwortete sie.
„Tue das“, meinte der Blonde.
Hermine blieb die Luft weg.
Er wurde nicht einmal wütend?
„Was ist los mit dir?“, fauchte sie angriffslustig.
Einen Moment herrschte Schweigen am anderen Ende.
„Du brauchst dich überhaupt nicht aufzuregen“, sagte nun auch Draco ziemlich gereizt.
„Ach, ja? Es ist natürlich ganz normal, dass du mir nichts mehr erzählst. Ich wusste mehr von dir, als wir noch in Hogwarts waren“, schnaubte Hermine und zog an ihrer Zigarette.
Der Stummel leuchtete hell auf.
„Mach mir jetzt keine Vorwürfe. Ich habe hier ziemlich viel zu tun. Wenn du der Meinung bist, du musst zu Bafello, dann gehe dahin. Du lässt dich eh nicht von mir aufhalten.“
Mit diesen Worten beendete er das Gespräch.
Hermine starrte perplex den Hörer an.
Dann brach sie in Tränen aus.
Was war verdammt nochmal los mit ihm? Sie hatte ihm doch überhaupt nichts getan.
In den letzten Wochen hatte sie praktisch vergessen, wie er einmal gewesen war und nun war er wieder das arrogante Arschloch...
Sie wählte eine neue Nummer.
„Rouge? Hast du etwas Zeit für mich?“
„Ich würde ihm Freiraum lassen. Einen Malfoy kann man nicht einsperren“, erklärte die Französin leise und nahm einen Schluck von ihrem Latte Machiatto.
Hermine rührte missmutig in ihrem Bananeneisbecher herum.
Sie sollte ihn in Ruhe lassen?
Riskieren, dass er sich wieder ganz vor ihr verschloss?
Vielen Dank, da hatte sie wirklich keine Lust drauf.
„Du weißt doch nicht, was los ist. Vielleicht gibt es gute Gründe für sein Verhalten. Ich würde erst einmal abwarten“, sagte Rouge.
Es war ein offenes Geheimnis, dass Rouge Draco furchtbar ... äh.... nett fand, aber sie hatte Hermine versichert, dass ihre Freundschaft da nicht drunter zu leiden hatte.
„Aber ich kann doch nicht einfach zu gucken, wie er sich innerhalb von Tagen um 180° dreht und wieder zu dem Kühlschrank wird, den ich vor vier Monaten kennen gelernt habe“, erwiderte Hermine heftig.
Was hätte sie jetzt für ein Gespräch; selbst ein Kontinentalgespräch hätte sie bezahlt; mit Ginny gegeben. Sie konnte Draco nicht leiden. Sie hätte ihr damit gedroht ihn zu verprügeln, wenn er sich nicht anständig benehmen würde. Hermine fand, dass das eine hervorragende Idee gewesen wäre.
„Ich habe den Eindruck, er muss gerade etwas wirklich unangenehmes verarbeiten. Und nach dem, was du mir erzählt hast, habe ich das dumpfe Gefühl, dass es etwas mit Dracos Vergangenheit zu tun hat. Und über diese redet er nun einmal nicht mit dir. Vielleicht hat er Angst, dass du diese Seite von ihm nicht akzeptierst“, redete Rouge weiter.
Sie erinnerte Hermine immer noch an eine Eule.
Unscheinbar, verwirrt, strubbelig. Eine kleinere und liebenswertere Ausgabe von Professor Trelawney.
Aber die Braunhaarige hatte sie wirklich gern. Die kleine Archivaren war zwar verwirrt und ein wenig seltsam, doch sie hatte ein Herz aus Gold und hatte ein ungemeines Gespür dafür, wenn ihr Gesprächspartner über dieses, oder jenes Thema nicht weiter sprechen wollte.
„Aber er ist erst wieder so, seit Mannhauser angekommen ist. So als hätte er etwas in ihm wach gerüttelt“, erklärte Hermine
„Vielleicht hat Mannhauser ja auch etwas mit Dracos Vergangenheit zu tun“, schlug Rouge vor.
Die Aurorin schwieg und betrachtete die gefrorene Sahne.
Um das herauszufinden, hätte sie Draco fragen müssen. Und damit waren sie wieder am Anfang. Er erzählte ihr nichts.
„Lass ihn erst einmal in Ruhe, Hermine. Um so mehr du ihn löcherst, um so mehr wird er sich wohl möglich verschließen“, prophezeite Rouge.
Hermine nickte.
„Ich hoffe du hast Recht“, meinte sie leise.
Den Rest des Nachmittags tauschten sie den neusten Tratsch und Klatsch aus, bis Hermine sich schließlich verabschiedete. Sie musste noch einkaufen und Krummbein wurde immer ungemütlich, wenn er nicht rechtzeitig sein Abendbrot bekam.
Sie küsst ihre Freundin auf die Wange und machte sich dann auf den Weg zum Parkplatz.
Und wieder musste sie an Draco denken.
Sie hatte einen gemeinsamen Wagen. Draco hatte ihr nämlich einen Schlüssel für sein Auto gegeben. Sie hatten eine gemeinsame Wohnung und sogar eine gemeinsame Vergangenheit. Der Blonde hatte sogar vorgeschlagen, dass sie neben ihren eigenen Konto noch ein gemeinsames einrichteten. Wegen Strom und so weiter.
Sie waren fast schon ein normales Paar gewesen – fast, denn jetzt kam sie sich wieder wie eine Fremde vor.
„Passen Sie doch auf!“, fauchte plötzlich eine wütende Stimme.
Hermine drehte sich verwirrt um.
Vor ihr stand eine kleine, rundliche Frau.
Auf dem Arm trug sie ein kleines Mädchen und ein vielleicht sechs Jahre alter Junge klammerte sich an ihren Arm.
„Entschuldigung?“, meinte Hermine verwirrt.
Was hatte sie denn getan?
„Können Sie nicht gucken? Sie hätten beinahe meine Tochter umgelaufen“, meinte die Frau.
„Tut mir Leid. Ich habe sie nicht gesehen“, erwiderte Hermine und wollte dem Mädchen die Hand geben.
Die Frau machte einen Satz zurück.
„Fassen Sie mein Kind nicht an“, knurrte sie.
Was sollte das denn jetzt?
Sie wollte sich entschuldigen und sie nicht entführen.
„Beruhigen Sie sich. Ich wollte mich entschuldigen“, fauchte nun auch Hermine.
Das ging ihr wirklich zu weit.
Die Frau tat ja gerade so, als hätte sie ihre Kinder lebensgefährlich verletzt.
„Machen Sie das nächste Mal die Augen auf, wenn Sie durch die Straßen gehen“, zischte sie.
„Und Sie passen sich das nächste Mal auf, dass ihre Kinder nicht im Weg herum stehen. Das ist Verletzung der Aufsichtspflicht“, erwiderte Hermine wütend und drehte sich um.
Mit dieser dummen Kuh musste sie sich nicht abgeben.
Musste Krummbein heute Abend eben noch einmal was anderes essen. Jetzt hatte sie wirklich keine Lust mehr einkaufen zu gehen.
Die nächsten Tage zogen sich dahin.
Draco meldete sich nur spät abends und dann mit mieser Laune, Mannhauser machte ihr das Leben schwer und sie hatte von Bafello immer noch keine Antwort erhalten.
Gerade saß sie in ihrem Büro und blätterte noch einmal in den Akten herum.
Eine Zigarette lag im Aschenbecher und qualmte vor sich hin.
Die Kaffeemaschine arbeitete auf Hochtouren.
„Hey, Mine“, meldete sich auf einmal eine Stimme von der Tür.
Seamus stand dort und sah sie lächelnd an.
„Hey, komm herein. Willst du `nen Kaffee?“, fragte Hermine und stand auf.
Der ehemalige Gryffindor kam zögernd in den Raum.
„Bekommst du Milch in deinen Kaffee?“, fragte Hermine lächelnd.
„Nur Zucke. Danke“, erwiderte Seamus.
Während Hermine die Tasse füllte, herrschte Schweigen.
Als sie ihm dann das hässliche Porzellan reichte, stellte sie fest, dass er zitterte.
„Ist etwas passiert?“, fragte sie besorgt.
Seamus schluckte, erwiderte aber erst einmal nichts.
Die Braunhaarige wartete geduldig.
Er wäre nicht zu ihr gekommen, wenn er nichts hätte sagen wollen.
„Ich habe ein wenig in Mannhausers Vergangenheit... recherchiert“, begann er schließlich.
„Recherchiert?“, wiederholte Hermine spöttisch. „Da kannst du richtig Ärger für kriegen.“
Seamus zuckte die Schultern.
„War mir egal. Aber du glaubst mir eh nicht, wenn ich dir sage, was er gemacht hat“, meinte er leise.
Hermine zog irritiert die Augenbrauen nach oben.
Sie angelte nach ihrer Handtasche und sah ihn auffordernd an.
„Komm, ich habe noch keine Mittagspause gehabt. Lass uns in die Kantine gehen“, schlug sie vor.
Seamus stellte die halbvolle Tasse auf den Schreibtisch und hielt ihr dann die Tür auf.
Sie strich sich ihre Bluse glatt und folgte ihm dann. Ihr gelber Schal machte das langweilige Weiß den Stoffes ein wenig interessanter.
Seit Draco in Chicago war, waren ihr die Klamotten wieder etwas unwichtiger geworden. Der Blonde hätte ihr für das Outfit sicher einen Stylisten auf den Hals gehetzt.
Sie marschierten durch die große Eingangshalle.
Aus Mannhausers Büro war lautes Geschrei zu hören. Inzwischen war es an der Tagesordnung, dass jemand zu ihm zitiert wurde. Meistens schrie er den oder diejenige eine halbe Stunde an, bis er dann endlich heiser war und eine Verwarnung aussprach.
„Wer ist heute dran?“, fragte Hermine trocken. „Das ist unglaublich. Er ist ja fast so mies wie Snape, nur das er lauter ist.“
„Keine Ahnung“, murmelte Seamus als Antwort.
Das war jetzt wirklich seltsam.
Eigentlich hätte Seamus jetzt laut über Snape und Mannhauser herziehen müssen. Wenn er das nicht tat, dann musst wirklich etwas schlimmes passiert sein.
Als sie endlich die Kantine erreicht hatten, holten sie sich schnell etwas zu essen und suchten sich dann einen Tisch in einer Ecke. Man konnte ja nicht wissen, ob Mannhauser nicht auf die Idee gekommen war, seine Untergebenen ausspionieren zu lassen.
„Also, schieß` los!“, forderte Hermine ihren Freund schließlich auf.
„Mannhauser kommt aus einer reinblütigen Familie aus Hamburg. Du weißt, dass die Reinblüter in Hamburg und Berlin immer noch fest im Sattel sitzen und dass sich da nicht viel geändert hat. Auch nicht nach Voldemorts Tod...“, begann Seamus.
Hermine zog die Augenbrauen nach oben.
Damit hatte sie jetzt nicht gerechnet...
„Wusstest du, dass Voldemort auch in anderen Ländern Unterstützung hatte? Gerade in Deutschland, Spanien und in der Türkei bekam er viel Zuspruch von den konservativen Kräften der magischen Gesellschaft. Vermutlich hätte Voldemort, wenn er in England siegreich gewesen wäre, in Deutschland weiter gemacht“, erklärte Seamus.
„Ich habe mich da nicht so genau beschäftigt. Namen kann ich dir nicht nennen, aber ich habe davon gewusst“, erwiderte Hermine.
Seamus rührte in seiner Erbsensuppe herum.
Ein bitterer Zug erschien um seinen Lippen.
„Die Lestrange haben verwandte in Hamburg. Rodolphus Cousin mütterlicherseits hat eine Deutsche geheiratet. Jedenfalls hat Voldemort auch von dort Unterstützung bekommen. Und jetzt darfst du dreimal raten, wer zu dieser Gruppierung gehörte“, meinte er leise.
Hermine spürte die Anspannung, die Seamus ausstrahlte.
„Er war Todesser?“, fragte sie skeptisch.
Er schüttelte den Kopf.
„Das weiß ich nicht genau. Jedenfalls hat er zwischen Voldemort und den Vampiren vermittelt“, antwortete er.
Was Dracos Abneigung erklärte.
Sicherlich war Mannhauser mit Lucius bekannt gewesen. Draco wusste bestimmt nicht, ob er wirklich Todesser war. Aber er wusste, dass er eine ähnliche Gesinnung hatte wie sein Vater. Naja, das war bei ihrem ersten Treffen ja deutlich geworden...
„Und jetzt?“, fragte Hermine leise. „Es gibt einige unentdeckte Voldemort Anhänger, die aber nie das Dunkle Mal getragen haben. Wenn er die Schlange nicht hat, können wir ihm gar nichts.“
„Ich wollte dich nur warnen. Man kann ja nicht wissen, auf was für Ideen dieser Psychopath kommt. Und das er dich nicht mag, weil du Mugglestämmig bist, war ja allzu deutlich“, antwortete Seamus.
Hermine nickte.
Da hatte er wohl Recht.
Die nächsten fünf Minuten hing jeder seinen Gedanken nach.
Sollte Mannhauser wirklich eine Gefahr für sie darstellen?
Er war sicherlich nicht so dumm und würde sie offen angreifen. Man musste nur „Lang lebe, Voldemort!“ rufen und man saß fünf Jahre in Askaban. Naja, vielleicht nicht ganz so schlimm. Aber das beschrieb die Situation doch ganz gut. Kingsley war so clever gewesen und hatte die magische Gemeinschaft zur Zusammenarbeit aufgefordert. Nicht nur in England, sondern international sollte Voldemorts rassistisches Gedankengut bekämpft werden.
„Was hat Draco eigentlich zu der ganzen Sache gesagt?“, fragte Seamus.
Hermine verschüttete fast ihr Getränk.
Musste er sie nun danach fragen?
„Draco sagt überhaupt nichts. Er spricht ja nicht mit mir. Jedenfalls nicht darüber“, erklärte sie wütend.
„Ich würde dir das vielleicht auch nicht erzählen“, sagte der ehemalige Gryffindor vorsichtig.
Hermine riss den Kopf in die Höhe.
Seamus ergriff Partei für DRACO?
„Was soll das denn heißen?“, fragte sie giftig.
„Er hat sicherlich einige Dinge getan, auf die er nicht stolz ist und du bist ja nicht gerade dafür bekannt, entspannt mit diesem Thema umzugehen. Und du willst bestimmt nicht wissen, was er sich die letzten zehn Jahr anhören musste. In der magischen Gesellschaft hat er erst wieder richtigen Respekt erhalten, als er bei der Brigade in Moskau war. Und es gibt auch jetzt noch genug Leute, die den Namen Malfoy mit Lucius verbinden und der sitzt bekanntermaßen in Askaban“, erklärte Seamus.
Hermine schwieg einen Moment.
„Aber ich bin seine Freundin. Da kann er doch wohl mit mir reden! Was denkt er denn von mir?“, knurrte sie.
Er zuckte nur mit den Schultern.
„Ich glaube nicht, dass du da jetzt gerade eine Antwort drauf haben willst“, meinte er.
Vielen Dank...
Das war ja wieder aufbauend!
Jetzt fehlte nur noch, dass Mannhauser das Dunkle Mal auf dem Arm hatte!
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Samstag, 01.07.
Freitag, 02.06.
Mittwoch, 24.05.
Ich habe keine Ahnung, wieviele Bücher ich schon signiert habe, aber es müssten mittlerweile zehntausend sein.
Joanne K. Rowling