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Fanfiction

Gute Mädchen kommen in den Himmel - Freundschaften wollen gepflegt werden

von Lufix

5. Kapitel
Freundschaften wollen gepflegt werden


„Was denken Sie eigentlich, was wer Sie sind?“, brüllte Hermine mit hochrotem Kopf.
Dieses Mal war sie dran gewesen.
Sie und Mannhauser standen seinem Büro und schrien sich seit einer geschlagenen Viertelstunde an.
„Wir kümmern uns um den Fall. Wenn es anscheinend so einfach ist, dann können Sie ja gerne die Arbeit übernehmen und ich fahre in den Urlaub!“, schrie sie außer sich.
„Sie bringen nicht die Resultate, die Sie laut ihren Zeugnissen bringen müssten. Angeblich sind Sie die beste Ermittlerin in dieser Firma. Und das Einzige, was Sie bis jetzt zustande gebracht haben, ist die Tatsache, dass Bafello in die anderen Fälle verwickelt war! Keine Täter, keine Spuren! Glauben Sie, Sie haben ewig Zeit?“, donnerte Mannhauser genauso wütend zurück.
Hermine spürte wie der Drang, ihm einen Cruciatus auf den Hals zu hetzen, immer größer wurde.
Dass Draco in Chicago war und schon einige wichtige Dinge herausgefunden hatte, dass sie alle Spuren, die es gab, bereits überprüft hatten, aber nichts wichtiges gefunden hatte und das Hermine sich sogar mit einem Uralten treffen wollte, schien nicht zu zählen.
„Ich weiß überhaupt nicht, wie Sie einen exzellenten Abschluss in Hogwarts gemacht haben wollen. Meiner Meinung nach haben Sie keinerlei Begabung. Gehen Sie besser putzen!“, brüllte er.
„DAS MUSS ICH MIR NICHT GEFALLEN LASSEN, MISTER MANNHAUSER!!! ICH KÖNNTE SIE JEDERZEIT MIT LINKS AN DIE WAND ZAUBERN!!!!!!!!!!!!!!!!“
Mannhausers ohnehin schon rotes Gesicht wurde lila.
Hermine bebte vor Wut.
„Noch einen Satz und Sie dürfen Ihre Sachen packen“, zischte Mannhauser leise und bedrohlich.
Sie verschränkte die Arme und starrte ihn hochnäsig an.
„Sie werden mich nicht feuern. Mit meinen Qualifikationen können Sie mich nicht feuern“, behauptete sie.
„Das werden wir ja noch sehen“, drohte er.
„Allerdings“, fauchte Hermine, drehte sich um und knallte die Tür hinter sich zu.
Draußen stand die Hälfte des VKS versammelt und spendete ihr begeistert Beifall.
„Wenn ihr noch ein wenig lauter gebrüllt hättet, hätten die Schallzauber nicht mehr gewirkt“, meinte Seamus spöttisch.
„Dieser...“
Hermine benutzte ein Wort, beidem Seamus nur ein entsetztes „Hermine!“ entfuhr.
„Ist doch wahr!“, knurrte sie und stapfte in ihr Büro.
Ihre Hände zitterten, so wütend war sie.
Sie zündete sich eine Zigarette an und griff nach ihrer Tasse Kaffee, den sie vor zwanzig Minuten hatte stehen lassen. Er war eiskalt, aber das war ihr egal.
Es dauerte keine drei Minuten und sie zündete sich bereits eine weitere Kippe an.
Dieser Kerl war unglaublich!
Sie konnte sich nur noch einmal wiederholen: Was glaubte er eigentlich, wer er war???
Oh, sie würde ihm beweisen, dass sie diesen Fall lösen könnte und zwar so gut, dass er danach seine Sachen packen konnte...
Wo war sie vorhin stehen geblieben?
Storms hatte also ihrem Mann erzählt, sie würde zu einer Fortbildung fahren, während sie eigentlich vorgehabt hatte ihren Steuerberaterliebhaber zu besuchen. Auf dem Weg zu ihm, war sie von einem Auto überfahren worden und noch am Unfallort gestorben. Man hatte im Krankenhaus versucht, sie wieder zu beleben, allerdings ohne Erfolg.
Und da war eben das Problem.
Es hatte überhaupt keinen Sinn im Krankenhaus nach Spuren zu suchen.
Sie musste in Storms vorherigen Kontakten nachforschen.
Hermine war sich ziemlich sicher, dass das Opfer vorher gebissen worden war.
Es gab immer zwei Möglichkeiten einen Vampir zu erschaffen.
Man musste das Opfer entweder beißen, aussaugen und diesem dann Vampirblut zu trinken geben, um ihn zu verwandeln. Oder man biss das Opfer nur, saugte es aber nicht aus. Dann kam die Verwandlung langsam... oder wurde durch den körperlichen Tod hervorgerufen.
Auf die Idee hätte sie auch einmal vorher kommen können.
Die Kippe war schon wieder am Filter angekommen.
„Hermine, es schadet deinen strapazierten Stimmbändern, wenn du eine Zigarette nach der andere rauchst“, ertönte plötzlich Juris Stimme.
„Es sorgt aber dafür, dass ich nicht in Mannhausers Büro stürme und danach die nächsten zehn Jahre in Askaban sitze“, erwiderte sie bissig.
Der Slawe schüttelte lächelnd den Kopf und schloss dann die Tür hinter sich.
Hermine stöhnte innerlich.
Auf seine billigen Anmachversuche hatte sie jetzt wirklich keine Lust.
„Hör mal, Juri ich-“
Er hob beschwichtigend die Hände.
„Keine Angst, ich komm dir nicht zu nahe. Ich wollte mich nur einmal erkunden, wie es dir geht. Du siehst seit Tagen aus, als wärst du krank“, meinte er ruhig.
Wie sollte es ihr schon gehen?
Mannhauser war ein Arschloch und Draco sprach nicht mit ihr. Natürlich ging es ihr blendend!
„Ist bei dir und Draco alles in Ordnung?“, fragte er vorsichtig.
„Juri, ich habe dir schon vor Jahren gesagt, dass aus uns nichts wird. Als ich mit Marcus zusammen war, war das so und jetzt mit Draco ist es nicht anders. Hör auf damit“, fauchte sie.
Die nächste Zigarette glimmte schon.
„Brauchst du Hilfe?“, fragte er, als hätte er ihre Abfuhr nicht gehört.
„Ich will mir den Unfallort von Storms angucken“, erklärte sie Schicksalsergeben.
Sie würde ihn heute nicht mehr los werden.
Also saßen sie zehn Minuten später in Dracos Auto und fuhren zur besagten Kreuzung.
„Wie geht`s Malfoy?“, fragte Juri unschuldig.
Hermine umklammerte mit aller Macht das Lenkrad. Ansonsten hätten sich ihre Hände um Juris Hals geschlossen.
„Was willst du, Juri? Erwartest du ehrlich von mir, dass ich mit dir jetzt meine Beziehung durchspreche? Ich liebe Draco und das wird sich auch nicht ändern, wenn wir uns einmal nicht so gut verstehen“, knurrte sie wütend.
„Habe ich keine Chance?“, fragte er schnurrend.
Hatte er es nicht begriffen?
„Nein, du hast keine Chance“, fauchte sie.
„Es würde mich trotzdem interessieren, wie es ihm geht“, erwiderte er.
„Es geht ihm gut. Es ist wohl sehr schwierig, die Leute sind nicht sehr kooperative“, erklärte sie um Beherrschung bemüht.
„Wann kommt er wieder?“, wollte Juri wissen.
„Wenn er weiß, was in der Oper passiert“, antwortete sie.
Hermine setzte den Blinker und bog rechts ab.
Fünf Minuten später fuhr sie in eine Parkbucht. Mit einem heftigen Ruck zog sie die Handbremse fest und drehte sich zu ihm um.
„Wenn du das Thema nicht fallen lässt, dann werde ich dich unverzüglich ins Büro zurückfahren und das hier alleine machen. Also, halt die Klappe“, drohte sie ihm.
„Dass du aber auch immer so allergisch drauf reagieren musst, Herm. Ich habe dir gar nichts getan. Ich wollte nur nett sein“, brummte Juri in seinen imaginären Bart.
Wer`s glaubt, wird selig...
Hermine sah sich neugierig um.
Die Kreuzung war frei, mit zwei großen Zebrastreifen. Eine Ampelschaltung sorgte dafür, dass niemand von einem Auto überfahren wurde.
Irgendetwas irritierte Hermine.
Ihr Unterbewusstsein hatte etwas registriert, was sie selbst noch nicht bemerkt hatte. Etwas, was eigentlich offensichtlich sein musste...
„Das Auto kam von dort und Storms lief hier über die Straße“, murmelte sie und drehte sich einmal um die eigene Achse.
„Hier sind noch jede Menge Splitter und Metallteile“, sagte Juri und beugte sich auf den Boden.
Die Braunhaarige reagierte nicht darauf.
Stattdessen ging sie zu dem Zebrastreifen hinüber.
Auf dem Boden war nichts zu erkennen. Vermutlich hatte man Blut und den größten Schaden des Unfalls längst entfernt. Sie hockte sich hin und fuhr mit ihren Fingern über den Boden. Die Reifenspuren waren noch zu erkennen.
Ein Wagen hupte, als er an ihr vorbei fuhr.
Natürlich, sie störte ja den Straßenverkehr.
Schnell ließ sie ihren Zauberstab herum fliegen und die gesamte Kreuzung, samt Umleitung und Absperrung war für den Rest des Vormittags nicht mehr begehbar.
In Gedanken versunken starrte sie auf den Boden.
„Juri, komm mal her“, rief sie plötzlich.
Der Hunter war mit zwei Schritten bei ihr.
„Was ist?“, meinte er neugierig.
„Sag mir doch einmal, was du hier siehst“, forderte sie ihn auf.
Er starrte sie verdutzt an.
Es musste sicherlich seltsam aussehen, wie sie da so auf dem Boden hockte, ihren Blick auf die Straße geheftet.
„Das sind Reifenspuren“, meinte er irritiert.
„Und sonst fällt dir nichts auf?“, fragte Hermine und hob den Kopf.
Juri zuckte die Schultern.
„Nein, was soll daran auffällig sein. Es war eine Vollbremsung. Natürlich sind da Reifenspuren“, meinte er.
Die Braunhaarige senkte wieder den Kopf. Dann stand sie plötzlich auf und stellte sich mitten auf den Zebrastreifen.
„Stelle dich mal an die Stelle, an dem die Spuren beginnen“, forderte sie ihn auf.
Juris Gesicht sah aus, wie ein riesengroßes Fragezeichen, er machte aber brav das, worum sie ihn gebeten hatte.
„Siehst du mich?“, fragte sie jetzt.
„Klar und deutlich. Es müsste schon ein Lastwagen dazwischen fahren, damit ich dich nicht sehe“, erklärte er.
Hermine nickte, als hätte sich etwas bestätigt.
„Und wie sehen die Reifenspuren jetzt aus?“, fragte sie ihn.
„Sie beschreiben einen Bogen direkt auf... dich... zu“, murmelte er verdutzt.
„Hast du schon mal gebogene Reifenspuren gesehen?“, meinte Hermine.
Juri schüttelte perplex den Kopf.
Auf das Gesicht der Braunhaarigen huschte ein Lächeln.
„Würdest du mir den Gefallen tun und den Fahrer des Unfallwagens ausfindig machen?“

Als Hermine an diesem Abend nach hause kam, hatte sie ausnahmsweise einmal gute Laune. Sie war Mannhauser nicht mehr über den Weg gelaufen und sie hatte endlich eine neue Spur.
Krummbein begrüßte sie mit einem aufgeregten „Miau“ und schlich um ihre Beine herum.
„Na, was ist denn mit dir los?“, fragte Hermine.
Sie lief an ihm vorbei ins Wohnzimmer und legte ihre Tasche auf den Esszimmertisch.
Krummbein sprang mit einem Satz auf den Tisch.
Seine klugen Augen sahen sie abwartend an.
„Ist irgendetwas passiert?“, meinte Hermine verdutzt und strich ihm über das Fell.
Der Kater gab ein Schnurren von sich.
Dann stand er auf und lief zu der Holzschale, die sich auf dem Tisch befand.
Auffordernd starrte er die Aurorin an.
Hermines Blick blieb an dem Umschlag hängen, der neben der Schale lag.
Er war aus wertvollem, schweren Papier und in einer geschwungenen, edlen, alten Handschrift war ihr Name geschrieben.
Hermine streckte die Hand aus und hob den Umschlag auf.
Ein Wasserzeichen war eingraviert.
Ihr Herz begann aufgeregt zu pochen.

Sehr geehrte Miss Granger,

ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir an diesem Abend Gesellschaft leisten. Darf ich Sie also zu einem Essen im Chardonné einladen?
Heute Abend, neunzehn Uhr.

B

Das musste eine Einladung von Bafello sein!
„Er war hier, nicht wahr?“, sagte Hermine zu Krummbein.
Der Kater miaute zustimmend.
Ihr Blick huschte zur Uhr.
Halb sechs, sie hatte also noch eine Stunde um sich fertig zu machen.
Mit einem Uralten konnte man nicht in Arbeitsklamotten essen gehen. Und ins Chardonné konnte man so erst recht nicht gehen.
Hermines Handy klingelte und holte sie aus ihren Gedanken.
Dracos Nummer blinkte auf dem Display.
„Hallo?“, begrüßte sie ihn zögernd.
„Hi“, sagte Draco nur.
Unangenehmes Schweigen tönte aus der Leitung.
„Wie geht`s dir?“, fragte Hermine schließlich und riss sich zusammen.
„Geht so, viel Stress. Und bei dir?“, fragte Draco leise.
Geht so?
Das war alles?
„Ist okay. Ich habe mir heute mal die Unfallstelle angesehen. Storms scheint eher überfahren worden zu sein. Die Bremsspuren beschreiben einen Bogen, so als hätte der Fahrer versucht zu bremsen und gleichzeitig aber genau auf die Frau zu gesteuert“, erklärte Hermine.
Draco sagte nichts.
„Und du?“, fragte sie, weil sie die Stille nicht aushielt.
„Die Opernsängerin ist vergiftet worden“, erklärte er kurz angebunden.
Sie spürte, wie ihr die Tränen in die Augen stiegen.
Was war los, zum Teufel?
„Draco, was ist los?“, sprach sie ihre Frage schließlich aus.
Der Blonde sagte einen Moment nichts.
„Hallo? Bist du noch dran?“, fragte Hermine mit angehaltener Luft.
„Was? Ja, ich bin noch dran. Hör mal, ich habe hier noch einiges zu tun. Ich melde mich morgen noch mal, okay?“
Und ohne ihre Antwort abzuwarten legte er auf.
Hermine war zum heulen zu mute.
Wieso konnte er nicht mit ihr reden?
„Was soll das?“, fragte sie in die Stille des Wohnzimmers.
Krummbein gab nur ein seltsames Miauen von sich und sprang dann vom Tisch.
Er war ihr auch keine große Hilfe.
Verwirrt und mit den Nerven am Ende ging Hermine ins Schlafzimmer und öffnete ihren Kleiderschrank.
Sie nahm ein knielanges, schwarzes Coktailkleid heraus.
Es war Schulterfrei und hatte eine dezente Schleife an der Seite. Es war perfekt.
Eigentlich hatte sie sich diese Kleid dafür gekauft, wenn sie einmal mit Draco auf eine Party hätte gehen müssen. Getragen hatte sie es noch nie...
Nach einer halben Stunde und einem Nervenzusammenbruch bezüglich ihrer Haare später, nahm sie ihren langen Mantel mit dem Pelzbesatz von der Garderobe und griff nach den Autoschlüsseln.
„Ich habe keine Ahnung, wann ich wieder da bin. Willst du nach draußen?“, fragte Hermine Krummbein.
Der Kater schnurrte zustimmend und tigerte vor dem Fenster zur Terrasse auf und ab.
Hermine ließ ihn schnell hinaus.
Als sie die Wohnungstür öffnete, hätte sie fast einen Herzinfarkt bekommen.
Vor ihr stand ein großer Mann in dunklem Anzug und mit Sonnenbrille a lá Men in Black.
„Seine Lordschaft hat darauf bestanden Sie abzuholen“, erklärte er ihr.
Wie machte Bafello das nur?
Er hätte nicht wissen können, dass sie in diesem Moment die Wohnung verlassen wollte.
Schicksalsergeben legte sie den Autoschlüssel zurück auf den Beistelltisch im Flur und schloss dann die Tür ab.
„Darf ich, Mademoiselle?“, fragte der Mann und reichte ihr seinen Arm.
Hermine kam sich vor wie im achtzehnten Jahrhundert.
Fehlte nur noch, dass Bafello draußen eine Kutsche hatte vorfahren lassen.
Aber nein, es war nur eine verdammte Limosine...
Ihr Begleiter öffnete ihr die Tür und ließ sie einsteigen.
„Ah, Hermine, es ist immer wieder ein fantastischer Anblick dich zu sehen“, begrüßte sie eine tiefe, eindrucksvolle Stimme.
Die Braunhaarige bekam eine Gänsehaut.
Bafello war ein uralter Vampir.
Haha, er gehörte schließlich auch zu den Uralten...
Aber selbst für Vampire war er außergewöhnlich alt.
Ischara hatte zweitausend Jahre auf dem Buckel gehabt.
Bafello war mindestens doppelt so alt.
Behauptete man zumindestens. Hermine war sich jedoch sicher, dass Bafello sehr gut schauspielern konnte. Vielleicht war er auch nur zweihundert Jahre alt, hatte es aber geschafft allen weiß zu machen, dass er unglaublich alt und unglaublich wichtig war.
Und er war steinreich.
Im Gegensatz zu vielen anderen Vampiren hatte er sich mit den Menschen arrangiert und machte mit ihnen Geschäfte.
Wie er an sein Blut kam, wusste Hermine nicht, aber sie konnte sich denken, dass es genug willige Frauen gab, die gerne Sex und Blutsaugen kombinierten.
Der Vampir hatte dichtes, dunkel Haar, dass er im Stil der sechziger Jahre trug. Aber bei ihm sah das nicht bescheuert, sondern phänomenal aus.
Er trug einen dunkelblauen Anzug und lächelte sie freundlich an.
Hermine war immer erstaunt, wie dunkel seine Augen waren.
„Bafello, du wirst dich nie ändern“, erwiderte Hermine leise und setzte sich in den Sitz ihm gegenüber.
„Ich hoffe Jaques war sehr zuvorkommend“, erkundete sich der Vampir leise.
„Tadellos“, erwiderte Hermine mit einem unsicheren Lächeln.
Sie mochte ihn, aber sie hatte auch tierische Angst vor ihm.
„Ich war erstaunt zu hören, dass Ischara ein sehr unangenehmes Ende gefunden hat. Hätte nicht gedacht, dass sie so unklug wäre, dich zu unterschätzen“, sagte er lächelnd.
„Ich hatte Hilfe“, erwiderte sie vorsichtig.
Sie konnte nicht genau einschätzen, wie er auf diese Neuigkeit reagierte.
Zwar waren die Vampire Einzelgänger und hatte nicht viel für einander übrig, aber den Tod einer Uralten nahm niemand so leicht auf die Schultern.
„Ich denke, nur ein wenig“, sagte er leise.
Sein Lächeln wurde breiter und entblößte seine langen Eckzähne.
„Du siehst fabelhaft aus, aber ich habe den Eindruck, du gehst nicht oft genug unter die Leute. Mister Malfoy sollte sich schämen, dass er sich nicht öfter mit einer so wunderschönen Frau blicken lässt“, sagte er.
Hermines Herz raste.
Und sie wusste, dass Bafello es genau hörte.
„Wir haben beide viel zu tun. Da gibt es nicht die Möglichkeit oft auszugehen“, erklärte sie.
Er seufzte bestürzt.
„Das ist eine Schande“, entgegnete er.
Plötzlich wurde sein Lächeln noch breiter.
„Aber deshalb führe ich dich heute Abend aus. Ich bin im übrigen wirklich gespannt, was du von mir wissen willst. Mit den Mordfällen habe ich nichts zu tun“, erklärte er.
Seine Augen nahmen einen raubtierhaften Blick an.
Er wollte wissen, wie sie nun reagierte.
„Ich bin mir sicher, dass du mir helfen kannst. Ansonsten werde ich einfach den Abend genießen“, erklärte Hermine.
Ihr Lächeln war ein wenig unsicher.
Schließlich hielt die Limosine und Jaques öffnete die Tür.
Bafello trat heraus und hielt ihr die Hand hin.
Seine Finger waren lang und kalt. Die Nägel waren, wie für einen Vampir typisch, spitz wie eine Nadel und seltsam schimmernd.
Sie spürte genau, welche Stärke unter der Haut brodelte.
Das Chardonné war ein Edelrestaurant und unglaublich teuer.
Ein Kellner nahm ihnen am Eingang ihre Jacken ab und führte sie dann zu einem Tisch in der Mitte des Raumes.
Hermine war verwundert.
Normalerweise mieden es die Vampire Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, aber Bafello tickte da irgendwie anders. Er liebte es! Sämtliche Blicke lagen auf ihnen und sein Lächeln wurde immer breiter.
Sanfte Musik spielte im Hintergrund.
Eigentlich hatte die Atmosphäre etwas von einem Date.
Was es für Hermine nicht war, aber darauf sollte sie den Vampir besser nicht hinweisen.
„Was möchtest du trinken?“, fragte er galant, nachdem sie sich gesetzt hatten.
„Rotwein. Aber du solltest ihn auswählen, ich habe da keine Ahnung von“, erklärte sie zurückhaltend.
Der Restaurantleiter persönlich kam an ihren Tisch, um sie zu bedienen.
„Ah, Mister Aurispa, es ist eine Freude sie wieder einmal hier begrüßen zu dürfen.“
Er überschlug sich bald vor Höflichkeit.
Es dauerte keine zehn Minuten, dann hatten sie bereits ihre Bestellung und eine Flasche Wein.
Hermine hatte das dumpfe Gefühl, dass gerade jemand sehr lange auf sein Essen warten musste.
„Iss, es schmeckt fantastisch“, erklärte Bafello.
„Aurispa ist nicht dein richtiger Name, oder?“, fragte Hermine leise und schnitt sich ein kleines Stück ihres Rindfleisch ab.
„Oh, nein! Es ist einfacher, wenn man sich ein ausgefallenes Pseudonym ausdenkt. Du wärst doch sicherlich enttäuscht, wenn ich einfach nur als John Miller bekannt wäre, oder?“, fragte er lächelnd.
Hermine überlegte einen Moment.
„Ich würde dir vor allem nicht glauben“, entgegnete sie schließlich.
„So? Und warum nicht?“, fragte er.
Er griff mit seiner eleganten Hand nach seinem Glas und trank einen Schluck.
„Es passt nicht zu dir“, erwiderte Hermine, ließ den Kopf aber gesenkt.
Sie konnte ihm nicht in die Augen sehen.
Es war einfach unheimlich, denn alles spiegelte sich darin. In diesen dunklen Seen schien kein Leben zu sein. Nun ja, Bafello war schließlich tot.
„Was sagt dir der Name Regina Storms?“, fragte Hermine schließlich.
Bafello verzog das Gesicht.
„Na, na, du wirst doch diesen wunderbaren Abend nicht durch deine Ermittlungen ruinieren. Wir essen gemeinsam und nachher führe ich dich auf die Tanzfläche, damit alle mich um meine Begleitung beneiden können. Der Rest kann warten“, erklärte er, während seine Augen für einen winzigen Moment dunkelrot wurden.
Hermine fügte sich.
Es hatte keinen Zweck, wenn er nicht wollte.
„Was wird Draco wohl dazu sagen, wenn er wüsste, dass du mit mir essen bist“, sinnierte Bafello nachdenklich.
„Er weiß es“, erwiderte Hermine kurz angebunden.
Ihre Hand verkrampfte sich um das Besteck.
Sie musste sich regelrecht zwingen, damit sich ihre Finger von dem Silber lösten.
„So? Und er hatte nichts einzuwenden?“, fragte Bafello mit einem berechnenden Ton in der Stimme.
„Nein, er ist in Chicago“, antwortete Hermine und sah ihn fest in die Augen, während sie einen Schluck trank.
„In Chicago? Was hat ihn denn dorthin verschlagen?“, fragte Bafello.
Hermine konnte nicht einordnen, ob das nun geheucheltes Interesse war, oder nicht.
„Ermittlungen“, meinte Hermine kurz angebunden.
„So, so und dann lässt er seine hübsche Geliebte einfach so alleine in New York?“, fragte er und zog die Augenbrauen nach oben.
Er schien auf etwas zu warten.
Die Braunhaarige verzichtete jedoch darauf etwas zu erwidern und spießte stattdessen eine Rosmarinkartoffel auf.
„Willst du damit irgendetwas andeuten?“, fragte Hermine vorsichtig.
Bafello trug wieder sein Raubtierlächeln.
„Es könnte jemand auf die Idee kommen dich abzulenken“, meinte er.
Seine linke Augenbraue zuckte einen winzigen Moment, so als müsste er irgendeine andere Gefühlsregung unterdrücken.
„Schmeckt es dir nicht?“, fragte er unschuldig.
Hermine hatte ihn einen Moment einfach nur angestarrt.
Sie räusperte sich unsicher und schnitt sich noch ein weiteres Stück Fleisch ab.
„Tanz mit mir!“, forderte er sie plötzlich auf und hielt ihr seine Hand hin.
Hermine hatte das dumpfe Gefühl, dass ihn das Argument, dass das Essen kalt werden würde, nicht überzeugen würde.
Also stand sie auf und reichte ihm die Hand.
„Schade um das gute Fleisch“, meinte sie leise.
„Wir können das gerne noch einmal wiederholen, wenn du das gute Essen bedauerst“, erwiderte er charmant, aber mit einem verhaltenen Lächeln. „Ich hoffe du kannst Tango tanzen.“
„Ein wenig“, meinte sie leise.
Sie hatte in ihrer Zeit in Rumänien einiges gelernt, dazu zählte auch tanzen.
Er nahm ihre Hand und sie begannen zu tanzen.
Und das hieß wirklich tanzen.
Nicht ein wenig über die Tanzfläche schubsen, sondern wirklich tanzen.
Die anderen Gäste machten ihnen ehrfürchtig Platz.
Ironischerweise lief im Hintergrund gerade der Assasin`s Tango. Perfekt, um mit einem Vampir zu tanzen.
Er führte sie in eine Drehung und zwang sie dann sich nach hinten zu beugen.
„Hat es eigentlich einen besonderen Grund, dass du einen freien Hals hast?“, fragte er mit einem drohenden und zugleich verführerischen Unterton.
Hermine unterdrückte ein Schaudern, als er mit seinen kalten Fingern über ihr Dekolleté strich und sie dann wieder in die Senkrechte holte.
„Nein“, erwiderte sie nur.
„Hermine, du musst schon ein wenig unterhaltsamer sein. Du bist eine so gebildete Frau“, schnurrte er an ihr Ohr und drehte sie in die andere Richtung.
Sie ließ ihn nicht aus den Augen.
„Willst du dich mit mir über Politik unterhalten?“, fragte sie verkrampft und versuchte nicht zu unsicher zu wirken.
Er machte ihr einfach nur Angst.
Sie wusste schließlich genau, dass sich unter der Oberfläche des Gentleman etwas ganz anderes verbarg.
„Erzähl mir doch mal, wie sich mein kleines Geschenk so macht“, sagte er leise.
Wieder zwang er sie in die Wagerechte.
Seine Hand glitt an ihrem Bein entlang und holte sie dann schnell zurück.
„Du weißt, dass Ischara durch deine Waffe gestorben ist“, sagte sie, während er mit ihr drei Schritte nach hinten schwebte.
„Natürlich, diese Schlampe hatte nichts anderes verdient“, versicherte er ihr mit einem charmanten Lächeln.
Seine Augen hatten wieder dunkelrot aufgeleuchtet.
„Hast du etwas mit den Morden zu tun?“, frage sie ihn jetzt frei heraus.
Sie hatte keine Lust mehr auf dieses Spiel.
„Nein“, erklärte er. „Aber wenn ich wüsste wer es ist, würde ich es dir sagen.“
Hermine ließ ihn los.
„Dann danke ich dir für den schönen Abend“, sagte sie, gab ihm einen Kuss auf die Wange und drehte sich um.
Sie ließ ihn auf der Tanzfläche stehen und verließ das Restaurant.
„Das war nicht unser letztes Treffen“, rief er ihr noch hinterher.


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