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Fanfiction

Gute Mädchen kommen in den Himmel - Abgründe sind tief

von Lufix

7. Kapitel
Abgründe sind tief


Es war eine total bescheuerte Idee gewesen, sich zu betrinken!
Hermine hatte höllische Kopfschmerzen, obwohl sie bereits drei Tabletten und anderthalb Liter Kaffee getrunken hatte.
Sie saß in ihrem Büro und versuchte eine zündende Idee zu finden.
Juri hatte es nicht geschafft William Peter aufzutreiben. Und würde es vermutlich auch nicht. Er war wie vom Erdboden verschwunden. Dafür hatte Juri herausgefunden, dass der Selbstmörder mit Drogen zu tun gehabt hatte. Vermutlich war William Peter der Deckname irgendeines Dealers.
Oder sie übersah etwas ziemlich offensichtliches und ihr Gehirn war durch den Alkohol noch immer so benebelt, dass es einfach nicht arbeiten wollte...
Sie warf einen Blick auf die Uhr.
Halb zehn.
Ihre neue Kollegin würde in ein paar Minuten da sein.
Hermine wusste, dass es albern von ihr war, aber sie wollte diese Frau nicht. Miss Bergmann konnte da nichts für, aber wenn Mannhauser sie ihr zur Seite stellte, dann konnte sie sie nur nicht mögen.
Oh, Mann! Ihr Kopf pochte.
Und das alles nur weil -
„Das ist das Büro von Miss Granger“, hörte sie Seamus vor der Tür.
Hermine stand auf.
Na, dann. Auf in den Kampf...
Die Tür ging auf und eine strahlende Frau betrat den Raum.
Hermine blieb die Spucke weg.
Die junge Frau hatte Modelmaße. Sie war fast einen Kopf größer, als Hermine. Sie hatte kurz geschnittenes, blondes Haar mit einigen hellbraunen Strähnen darin. Ihr Augen waren hellgrün und musterten sie intelligent von oben bis unten. Sie rümpfte die Nase, als ihr Blick auf den Aschenbecher fiel.
Klasse, vermutlich würde sie ihr gleich einen Vortrag darüber halten, wie schädlich Rauchen doch war...
„Guten Tag, Monika Bergmann, ich freue mich Sie kennen zu lernen“, begrüßte sie Hermine schließlich.
„Hermine Granger, freut mich“, presste sie hervor.
Einen Moment sahen die beiden Frauen sich schweigend an.
„So lange Draco noch in Chicago ist, können Sie gerne seinen Schreibtisch benutzen“, sagte Hermine und deutete auf den Tisch.
Monika schwebte zu dem Tisch hinüber und stellte ihre riesige Tasche darauf ab.
Sie trug ein enges dunkelblaues Kleid mit schwarzer Strumpfhose und Pumps. Es fehlte nur noch der Seidenschal um dem Hals und die Brille auf der Nase und sie hätte Hermines Bild einer Psychologin vollständig erfüllt.
„Möchten Sie einen Kaffee?“, fragte Hermine, weil ihr nichts besseres einfiel.
„Ja, lieben gerne. Mit Milch und Zucker“, meinte Monika und lächelte Hermine wohlwollend an.
Milch und Zucker?
Sie war hier nicht bei Starbucks.
Aber stattdessen griff sie nach einer Tasse und schenkte Monika einen Kaffee ein.
„Milch und Zucker habe ich nicht hier. Fragen Sie doch einfach mal Seamus“, erklärte Hermine.
Monika lächelte immer noch, während sie nickend durch die Tür ging und wenige Minuten später mit Milch und Zucker zurück kam.
„Sie wohnen hier in New York?“, fragte Frau Bergmann.
Ihr schien auch nicht mehr einzufallen.
„Natürlich, glauben Sie, ich fahre jeden Morgen hier hin?“, rutschte es Hermine heraus.
Das Gesicht der blonden Frau verrutschte ein wenig, doch dann hatte sie sich wieder gefangen und sie lächelte aufs neue strahlend breit.
„Und wie alt sind Sie?“, fragte sie weiter.
„Siebenundzwanzig“, erwiderte Hermine kurz angebunden.
Frau Bergmann musterte die Aurorin wachsam.
Hermine gab sich einen Ruck und versuchte es noch einmal.
„Und sie? Kommen Sie von hier? Bergmann hört sich ja nicht sonderlich Englisch oder Amerikanisch an“, fragte sie und täuschte Interesse vor.
„Ich bin dreiunddreißig und mein Vater war Schweizer. Daher der Name. Ich bin in Lorain, das liegt in Ohio, geboren“, begann sie bereitwillig zu erzählen.
Da würde doch wohl kein zweistündiger Vortrag drauf folgen, oder?
Hätte sie besser nicht gefragt.
„Nun, Miss Granger, was halten Sie davon, wenn wir uns jetzt erst einmal das „Du“ anbieten? Ich finde es ist immer leichter mit einander, wenn man sich duzt. Im Übrigen werden dann auch augenscheinliche... äh... Unannehmlichkeiten schneller überbrückt“, erklärte Frau Psychologin.
Wenn sie das glaubte.
„Ich bin Hermine“, erklärte die Braunhaarige trocken und zündete sich wieder eine Zigarette an.
„Monika. Würdest du mir vielleicht die Ergebnisse geben, die du und Draco bist jetzt zusammen getragen haben? Dann kann ich da endlich einen Blick drauf werfen. Ich habe natürlich schon einen Überblick über den Fall, aber die Berichte lesen, wird mir sicherlich helfen“, meinte sie mit ihrem besten Barbielächeln.
Hermine riss sich zusammen.
Es war albern, was sie hier abzog.
Das wusste sie ganz genau, aber sie konnte irgendwie nicht anders.
„Einen Moment“, bat Hermine und verließ das Büro.
Sie sammelte von allen anderen Stellen die Mappen und Berichte wieder ein. Juri und Mike belegten nun das Büro, dass Hermine und Draco sich vorher geteilt hatten. Erinnerungen kamen hoch. Ischaras Fall...
Plötzlich durchzuckte sie ein Geistesblitz.
„Juri, kannst du die Sachen hier zu Monika bringen? Sie sitzt in meinem Büro und wartet auf die Akten. Ich muss ganz dringend etwa überprüfen“, fragte sie ihn atemlos und wartete nicht einmal eine Antwort ab.
Sie drückte ihm einfach den riesigen Berg in die Arme und stürmte dann ins Archiv.
„Huch, Hermine, was machst du hier?“, fragte Rouge perplex und fiel beinahe von ihrer Leiter.
„Ich brauche das Register von allen verzeichneten Vampire, die sich in unserer unmittelbaren Umgebung befinden“, erklärte sie.
Ungeduldig klopfte sie mit ihren Fingern auf Rouges Schreibtisch, während sie wartete.
„Hier. Brauchst du sonst etwas?“, fragte die Braunhaarige und musterte Hermine abwartend.
„Das weiß ich nicht genau. Ich bleibe einen Moment hier“, erwiderte sie und setzte sich an einen der Schreibtische, die sich im Archiv befanden.
Hastig blätterte sie zum Buchstaben „I“.
Die Liste war nicht besonders lang.
Vielleicht war das eingeritzte „I“ ein Zeichen.
Und vielleicht...
Es war eine Fehlanzeige.
Vier Vampire waren eingetragen und Hermine kannte sie alle. Vier Vampire, die beim VKS bekannt waren und die sich an die Regeln hielten.
Wäre ja auch zu schön gewesen...
Warum war sie jetzt auf die Idee gekommen? Um Monika zusagen, dass sie ihre Hilfe doch nicht brauchte?
Hermine wusste, dass das stimmte, aber sie hätte es niemals, niemals zugegeben!
Frustriert gab sie Rouge die Akte zurück und schlürfte zurück in ihre Büro.
Monika trug jetzt wirklich eine Brille.
„Wo warst du denn jetzt?“, fragte sie freundlich und hob den Kopf.
„Ich musste nur kurz etwas überprüfen“, erwiderte sie und setzte sich an ihren Schreibtisch.
Die Blonde musterte sie einen Moment, dann schloss sie die Akten.
„Ihr hättet die Akten schon viel früher von einem Analytiker prüfen lassen sollen. Ich habe ein Muster gefunden“, berichtete Monika.
So schnell ging das?
Hermine kam sich selten dämlich vor.
„So? Und was hast du entdeckt?“, fragte sie unbeabsichtigt angriffslustig.
Monikas Lächeln geriet ins Wanken.
„Du brauchst mich gar nicht so aggressiv an zumachen. Ich will dir deinen Platz nicht streitig machen“, erklärte sie ruhig.
Hermine knurrte etwas unverständliches.
„Das... hat nichts direkt mit dir zu tun. Tut mir Leid. Es ist einfach nur, dass...“
Wie sollte sie ihr das erklären?
„Dass du dir plötzlich so unfähig vor kommst und Mannhauser dich unter Druck setzt?“, schlug Monika vor.
Woher wusste sie das?
„Du brauchst mich gar nicht so an zugucken. Du bist für mich ein offenes Buch“, erwiderte sie und nahm einen Schluck aus ihrer Tasse.
Hermine schloss die Augen und holte tief Luft.
„Was hast du herausgefunden?“, fragte sie gepresst.
Die Analytikerin sah sie noch einen Moment an.
Dann glitt ihr Blick zu den Akten.
„Alle Opfer haben einen Fehltritt in ihrer Vergangenheit begangen. Storms hat die Ehe gebrochen. Das Mädchen Gina hat ihre Eltern belogen und betrogen. Mandy Wine, die den Angriff auf den Spielplatz verübt hat, hatte einen Affäre mit dem Mann ihrer Schwester. Ich bin mir sicher, dass das Opfer in Chicago ebenfalls etwas ähnliches begangen hat“, erklärte sie.
Hermine überlegte einen Moment.
„Aber es hat doch jeder Dreck am Stecken. Meinst du wirklich, dass das ein Muster ist?“, hackte sie nach.
Monika nickte.
„Hermine, du musst dir überlegen, dass das nicht irgendwelche... Kleinigkeiten sind. Die Frauen haben schwerwiegende, moralische Fehler begangen“, erwiderte sie.
Hermine schwieg eine Weile.
Sie zündete sich eine Zigarette an.
Monika verzog das Gesicht, sagte aber nichts.
„Heißt das, wir haben ein Täterprofil?“, fragte sie schließlich.
Die Andere nickte überzeugt.
„Wir suchen jemanden, der anscheinend ganz entschieden gegen moralische Vergehen ist.“

Hermine beschäftigte das Gespräch immer noch, als sie nach hause fuhr. Sie hatte keine Ahnung, wie ihr das weiterhelfen sollte. Okay, sie wusste jetzt vermutlich, warum der Täter gerade diese Opfer ausgesucht hatte, aber sie hatte keine Ahnung, wer der Täter war.
Sie hatte mit Monika noch lange darüber gesprochen, wie ihnen dieses Ergebnis helfen sollte.
Juri und Mike waren später ebenfalls dazu gestoßen.
Schließlich hatte Mike vorgeschlagen, dass sie noch einmal die gesamten Informationen über die Opfer überprüfen sollten. Vielleicht kämen sie dann auf eine Spur, wenn sie genau wussten, wo nach sie suchen sollten.
Kopfschüttelnd schloss sie die Tür hinter sich.
Langsam ging sie in die Küche und schmiss die Kaffeemaschine an.
Normalerweise kamen Draco und sie zusammen nach hause, oder einer der Beiden war bereits da gewesen. Die leere Wohnung erdrückte sie.
Am schlimmsten war es abends, wenn sie im Bett lag. Alleine.
Ob Draco sie auch vermisste?
Unglaublich, wie wenig sie eigentlich über ihn wusste.
Thomas hatte ihr damals grob erzählt, was ungefähr passiert war.
Dann Dracos Reaktion auf Mannhauser und der Tatsache, dass er sich fast gänzlich vor ihr verschlossen hatte. Was dachte er denn, wie sie reagieren würde?
Ihr war klar, dass er nicht Mister Saubermann war.
Mit seiner Vergangenheit konnte man das gar nicht sein.
Und sie würde bestimmt nicht schreiend fortlaufen.
Sie hatte auch Dinge getan, auf die sie nicht stolz war!
Plötzlich klingelte das Telefon.
Hermines Herz setzte einen Schlag aus.
Sie stürmte ins Wohnzimmer und hob den Hörer ab.
„Draco?“
„Nein, nicht ganz“, ertönte Ginnys Stimme aus dem Telefon.
Mein Gott, war das jetzt peinlich.
„Wie geht`s dir?“, fragte Hermine, um ganz schnell das Thema zu wechseln.
„Mir geht`s gut. Ich bin zwar dauermüde, weil unser kleiner Racker partout nachts nicht schlafen will. Aber ansonsten geht es mir eigentlich blendend“, erzählte sie glücklich.
Hermine schüttelte den Kopf.
Was für eine Ironie, dass James Sirius Potter ausgerechnet Draco Malfoy sein Leben verdankte. Vermutlich hatte Harry das immer noch nicht verkraftet.
„Warum hast du denn so sehnsüchtig einen Anruf von unserem Eisprinzen erwartet?“, fragte Ginny belustigt und Hermine konnte praktisch sehen, wie Ginny unschuldig ihre Fingernägel begutachtete.
Am besten war es einen Teil der Wahrheit zu sagen.
„Weil er gerade in Chicago ist und sich um einen Fall kümmert. Ich habe seit zwei Tagen nichts von ihm gehört und in unserem Job kann man ja nie wissen“, erklärte sie lächelnd.
Das konnte man sogar glauben.
„Und das liegt nicht zufällig daran, dass du ihn schrecklich vermisst?“, fragte Ginny direkt.
Hermine hielt die Luft an.
„Willst du auf etwas bestimmtes hinaus?“, fragte sie und stellte sich absichtlich dumm.
Ginny schnaubte am anderen Ende der Leitung.
„Sag mal, für wie doof hältst du mich eigentlich? Harry oder Ron kannst du vielleicht mit so einer Antwort zufrieden stellen, aber mich ganz bestimmt nicht. Ich will jetzt endlich alles wissen! Wie lange seid ihr schon zusammen, wie ist er im Bett und kommt ihr uns zu Weihnachten besuchen?“, forderte Ginny resolut.
Ähhh...
Hermine war einen Moment überfordert.
„Und du hast auch nichts dagegen einzuwenden, dass es Draco ist?“, meinte sie vorsichtig.
„Herrgott, Hermine, Draco hat meinem Kind das Leben gerettet. Glaubst du wirklich, ich würde jetzt noch darauf herumreiten, dass wir in unserer Schulzeit nicht gerade Busenfreunde waren?“, schnaubte sie.
„Also... ähh kannst du die Fragen noch mal wiederholen?“, fragte Hermine überfordert.
„Erzähl mir erst mal, ob die Gerüchte aus unserer Schulzeit stimmen“, forderte Ginny.
„Was denn für Gerüchte?“, fragte Hermine verdutzt.
Die Rothaarige seufzte theatralisch am anderen Ende.
„Sag mal, Hermine, wofür hast du eigentlich die ganzen Ohnegleichen bekommen? DIE Gerüchte: Er wäre nicht ohne Grund der Eisprinz von Slytherin gewesen. Ist er wirklich so ein Hengst im Bett?“
Hermine blinzelte und wurde rot.
„Naja, da ich bis jetzt noch nicht viele Vergleichsmöglichkeiten hatte, würde ich sagen.... also... naja“
Was zum Teufel sollte sie denn jetzt antworten?
„Naja, wenn man Ron als Vergleich hat, ist vermutlich jeder göttlich, was?“, meinte Ginny lachend.
Hermine war ihr dankbar für diese Möglichkeit und stimmte lachend zu.
Wenn Draco das wüsste, er würde ihr den Hals umdrehen!
„Wollt ihr uns zu Weihnachten besuchen kommen?“, fragte Ginny schließlich.
Die Braunhaarige schwieg einen Moment.
„Wir sind über Weihnachten bereits eingeladen. Aber ihr könntet doch über Silvester zu uns kommen, oder?“, schlug sie vor.
„Silvester geht nicht, dass feiern wir doch immer mit alle Mann bei meinen Eltern. Wo seid ihr Weihnachten denn?“, wollte Ginny wissen.
„Ob du`s glaubst, oder nicht. Ich feiere Weihnachten mit Pansy und Blaise“, erwiderte sie.
„Dann seid ihr doch in England. Frag Draco doch, ob ihr nicht zu Besuch vorbeikommen wollt“, bat sie Hermine begeistert.
„Kein Protest, dass ich das nicht machen kann?“, sagte Hermine leise.
„Warum? Du bist mit Draco Malfoy zusammen, ja und? Pansy und Blaise sind seine Freunde. Vermutlich wirst du noch ein paar andere Schulkameraden wiedersehen. Ich glaube sowieso, dass ein großer Teil von ihnen nur durch ihre Eltern so waren“, erklärte Ginny.
Nach zehn Minuten beendete Hermine das Gespräch.
Es war eben verdammt teuer, da konnte man nicht stundenlang telefonieren.
Hermine hatte Ginny das Versprechen abgenommen, dass sie es Harry schonend beibringen würde.
Das Ginny so reagieren würde, hatte sie wirklich nicht gedacht.
Sie ging zurück in die Küche und nahm sich einen Kaffee.
Dann setzte sie sich an den Tisch, zündete sich eine Zigarette an und begann zu arbeiten.
Sie hatte sich bereit erklärt, Storms Akte noch einmal durch zugehen.
Bereits nach drei Seiten wusste Hermine, dass sie allein mit der Akte nicht weiter käme. Sie musste noch einmal mit den Leuten sprechen, die die Frau gekannt hatten und nicht in Ergebnissen suchen, die zu nichts geführt hatten.
Dann klingelte ihr Handy.
Dracos Nummer blinkte auf dem Display.
„Hi“, sagte sie vorsichtig.
Sie konnte ja nicht wissen, ob Draco sich wieder eingeigelt hatte, oder ob er wirklich mit ihr sprechen wollte.
„Nur ein „Hi“? Dann kann ich ja wieder auflegen“, ertönte seine dunkle Stimme am anderen Ende.
Hermine wurde sofort warm.
„Tut mir Leid. Ich wusste ja nicht, ob du wieder normal bist“, erklärte sie direkt.
Daraufhin herrschte einen Moment schweigen am anderen Ende.
„Nein, mir sollte es Leid tun“, sagte er plötzlich sehr leise und ruhig. „Weißt du, Hermine, ich bin es nicht gewohnt, dass sich jemand dafür interessiert, wie es mir geht. Außerdem habe ich sehr lange Zeit keinem Menschen so sehr vertraut, dass ich ihm etwas über mich erzählt habe.“
Hermine schweig.
Sie wusste nicht, was sie darauf antworten sollte.
„Außerdem hat man mir eingebläut, dass es Schwäche ist, jemand anderem von seinen Gefühlen zu erzählen“, fügte er noch hinzu.
Er brauchte gar nicht ausführen, wer mit „jemand“ gemeint war. Natürlich war sein Vater gemeint. Sein Vater, der immer noch in Askaban saß...
„Wie weit bist du mit der Sache in Chicago? Wann kommst du wieder?“, fragte sie leise.
„Ich glaube nicht, dass ich so schnell wieder kommen. Die Frau ist kurz vor einer Aufführung vergiftet worden. Also hat man eiskalt die Ersatzsängerin singen lassen. Am Ende der Aufführung war die Leiche verschwunden. Der Unterschied ist nur, dass die Primadonna keine Leute in der Oper angegriffen hat“, erklärte er ihr.
„Weißt du, ob die Sängerin irgendetwas dummes in ihrer Vergangenheit gemacht hat?“, fragte Hermine angespannt.
„Man hat mir gesagt, dass die Frau angeblich mit nicht ganz sauberen Mitteln an ihre Rolle gekommen ist. Warum fragst du?“, wollte er wissen.
Sie seufzte.
Jetzt musste sie es ihm wohl endlich erzählen.
„Mannhauser hat es fertig gebracht, dass das Ministerium an meinen Fähigkeiten zweifelt und deswegen habe ich eine Psychoanalytikerin an die Seite bekommen. Wir haben jetzt ein Täterprofil. Der Typ sucht sich nur Frauen aus, die in ihrer Vergangenheit moralisch verwerfliche Dinge getan haben. Wenn das Opfer also wirklich durch unlautere Methoden an ihre Rolle gekommen ist, dann würde das zu unserem Täter passen und wir wissen, dass die beiden Morde zusammenhängen“, erklärte Hermine.
„Ich werde diesen Mistkerl eines Tages -“
„Vergiss es, die Frau ist in Ordnung. Vielleicht haben wir Glück und Mannhauser wird bald wieder versetzt“, versuchte sie ihn zu beschwichtigen.
„Er macht das mit Absicht. Wenn ich mich alleine um den Fall kümmern würde, hätte er das nicht getan“, beharrte Draco.
Die Braunhaarige seufzte.
„Das weiß ich auch, aber ich kann es doch nicht ändern. Also muss ich das Beste daraus machen. Er ist zwar ein Arschloch, aber er hat noch nichts getan, wofür ich ihn anzeigen könnte“, erwiderte sie.
„Hast du `ne Ahnung...“, murmelte Draco.
Konnte sie ihn jetzt danach fragen, oder würde er wieder abblocken?
„Du weißt viel mehr über ihn, oder?“, meinte sie vorsichtig.
„Ja, tue ich. Aber das sind keine Dinge, die man am Telefon besprechen sollte. Gibt es sonst irgendetwas, was du mir noch erzählen musst?“, fragte er.
Das hieß so viel wie: Ich will da jetzt nicht drüber reden.
Sie akzeptierte es.
Naja, es blieb ihr ja auch nichts anderes übrig.
„Ginny, hat gefragt, ob wir über Weihnachten kommen wollen. Wenn wir sowieso in England sind, würde das doch gut passen“, sagte sie beiläufig.
„Und sie hat auch nichts dagegen, dass ich komme? Und sie hat sich auch nicht gefragt, warum du mich mit bringen willst?“, fragte er verdattert.
Jetzt hatte sie ihn doch auf dem kalten Fuß erwischt.
„Sie hat mir gesagt, dass wir mit unseren schwachen Ausreden vielleicht Harry, oder Ron hereinlegen können, aber sie ganz bestimmt nicht“, antwortete Hermine. „Außerdem hat sie sich schon längst gedacht, dass wir uns nicht nur die Wohnung teilen.“
„Was hat sie sonst dazu gesagt?“, fragte Draco neugierig.
Mein Gott, er interessierte sich wirklich dafür, was Ginny Weasley dazu sagte, dass er mit ihr zusammen war. Hatte sie irgendetwas verpasst?
Verlegen fummelte Hermine an ihren Haaren herum.
„Naja... also, Ginny... ääähhh“, stotterte sie herum.
Hermine konnte in Dracos Stimme, das riesige Grinsen hören.
„Also wollte sie wissen, wie ich im Bett bin. Und was hast du geantwortet?“, fragte er anzüglich.
„Ich habe da gar nichts zu gesagt. Ich habe nur herum gestottert. Aber sag mal, warum weiß ich eigentlich nichts von den Gerüchten aus unserer Schulzeit? Wie hat sich Ginny noch mal ausgedrückt? Ach ja! Ist er wirklich so ein Hengst?“, fauchte sie peinlich berührt.
Einen Moment herrschte Schweigen am anderen Ende.
Und dann brach Draco in schallendes Gelächter aus.
„Das hat sie nicht wirklich gesagt“, meinte er.
„Doch hat sie“, antwortete Hermine schmollend.
„Tja, jetzt weißt du wenigstens, was ich für ein Image hatte. Kannst dir ja mal überlegen, ob das der Wahrheit entspricht, oder nicht. Und von mir aus können wir Potter auch besuchen fahren“, erklärte er.
„Ich kann die Frage leider nicht beantworten. Du bist schon so lange weg, da habe ich deine Fähigkeiten ganz vergessen. Also, so toll kannst du auch nicht sein“, meinte Hermine spitz.
„Pass bloß auf! Ich bin schneller wieder da, als du denkst“, versprach er ihr.
„Ich will`s hoffen“, meinte sie nur.
Dann legten sie auf.
Hermine wusste, dass sie ziemlich bescheuert war, aber sie konnte einfach nichts gegen das fette Grinsen auf ihrem Gesicht machen.


Fortsetzung folgt...

Über Kommentare würde ich mich freuen
lg
Lufix


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Zwischen Harry, Ron und Hermine gibt es Unterschiede, zum Beispiel im Vokabular. Ron ist der britische "lad", etwas bildungsfern, wie wir hier sagen würden, jedenfalls der Welt der Theorie und Metaphysik nicht sonderlich zugetan. Sein Vokabular ist etwas gröber und eingeschränkter als das Hermines, die mehr die Intellektuelle ist und sehr elaboriert sprechen kann, jedenfalls wenn sie in Laune ist. Harry liegt dazwischen, mit Sympathien für Ron, wenn es darum geht, vermeintlich hochgestochenes Gerede zu verulken. Aber keiner spricht wirklich lax oder fehlerhaft.
Klaus Fritz