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Fanfiction

Gute Mädchen kommen in den Himmel - Alte Freunde

von Lufix

10. Kapitel
Alte Freunde



Hermine stand in dem Hotelzimmer und sah auf die Straße.
Sie hoffte inständig, dass sich Mandy wirklich an ihrer Abmachung hielt und nicht zu dem Nest zurückkehren würde. Denn Draco besprach im Nebenzimmer gerade mit Oberst Below alles was sie wusste.
Es war ihr wirklich peinlich gewesen, dem Mann vom EHB wieder gegenüber zu stehen.
Immerhin hatte er ihr das Leben gerettet, nachdem sie auf einen wirklich, wirklich dummen Trick von Ischara hereingefallen war.
Sie hatte auf einen Sprachzauber verzichtet, wusste deshalb auch nicht, was Draco gerade mit ihm auf Russisch besprach. Es war ihr aber ziemlich egal. Viel wichtiger erschien ihr das, was sie mit Mandy danach zu besprechen hatte.
Dann ging die Tür des Nebenzimmers auf und Draco kam in Begleitung des Oberst aus dem Zimmer.
Er hatte ihr zur Begrüßung nur kurz zu genickt.
Auch jetzt nahm er sie höflich zur Kenntnis, richtete aber seine ganze Aufmerksamkeit auf Draco.
Es war nun mal ein Unterschied, ob man nun als Hunter, oder als Aurorin in diesem Bereich arbeitete.
Die Hunter lernten zu kämpfen und zu töten.
Sie lernte nur sich zu verteidigen.
Aber sie hatte auch nie mehr lernen wollen.
Die anderen Männer, die den Oberst begleitet hatten, verließen nun ebenfalls das Nebenzimmer.
„Oberst Below bittet mich ihn zu begleiten“, erklärte Draco und sah Hermine abwartend an.
Sie wurde bleich, aber es war ihr egal.
Vermutlich würde sie sich noch in zwanzig Jahren sorgen machen.
„Ist schon okay, ich werde in der Zwischenzeit mit Mandy sprechen“, versuchte Hermine mutiger zu klingen, als sie eigentlich war.
Es war jedes Mal zum kotzen, wenn Draco los zog, um zu kämpfen.
Bevor Draco zum VKS dazu gestoßen war, hatte es nur Auroren in ihrer Abteilung gegeben. Auroren und Ermittler. Keine Kämpfer. Wenn die Vampire nicht kooperieren wollten, hatte man sie auf die Abschussliste gesetzt und den Rest den Huntern überlassen. Ein paar Tage, manchmal auch Wochen später war dann eine Notiz in das Fach des zuständigen Ermittlers gelandet und hatte verkündet, dass alles erledigt war.
Jetzt war Draco in ihrer Abteilung und durfte sich selbst darum kümmern.
„Du darfst mir ruhig sagen, dass ich vorsichtig sein soll“, meinte Draco leise und kam auf sie zu.
Oberst Below öffnete die Tür des Hotelzimmers und knurrte seine Leute an.
Diszipliniert und geordnet verließen sie das Zimmer.
Noch ein Satz zu Draco, dann war auch er fort.
„Sie warten unten auf mich“, übersetzte Draco.
Hermine nickte geistesabwesend.
Dann holte sie tief Luft und sah ihm fest in die Augen.
„Du musst dir keine Sorgen machen. Ich komme da schon mit klar und sehr lange wird es vermutlich auch nicht dauern, wenn ihr das Nest auslöscht“, sagte sie ernst.
Aber anstatt ihr zu antworten, zog er sie in die Arme.
„Du darfst ruhig Angst um mich haben“, antwortete er.
Einen Moment wollte sie widersprechen, doch dann überlegte sie es sich anders, legte ihren Kopf auf seine Brust und umarmte ihn.
„Pass auf dich auf“, meinte sie.
Er nickte stumm.
Dann küsste er sie zum Abschied, schob sich ein neues Magazin in das Schulterhalfter, überprüfte noch einmal seine Waffe und verließ dann den Raum.
„Meine Güte, Hermine, er zieht nicht in den Krieg“, tadelte die Braunhaarige sich selbst.
Angst hatte sie trotzdem um ihn.
Eine Weile blieb sie noch im Hotelzimmer und ordnete ihre Gedanken.
Schließlich packte sie ihre Handtasche und ging nach draußen. Nachdem sie die Tür ordentlich abgeschlossen hatte, folgte sie dem Gang zum Aufzug und fuhr in die Hotellobby.
Zehn Minuten später und mit vier Zigarettenschachteln mehr trat sie schließlich auf die Straße und machte sich auf den Weg zum Hafen.
Sie hatten mit Mandy abgemacht, dass sie in der Rezeption eine Nachricht für die Beiden hinterlassen sollte, damit sie wussten, wo sie sie finden konnten.
Als Hermine dort endlich angekommen war, dauerte es nicht sehr lange, bis sie das schmuddelige Motel gefunden hatte, in dem Mandy sich einquartiert hatte.
„Guten Abend“, sagte Hermine höflich zu dem dicken Mann, der hinter dem Empfangsschalter stand.
Ein Grunzen sollte anscheinend signalisieren, dass er sie gehört hatte.
„Ich möchte zu Mandy Gibson. Können Sie mir bitte ihre Zimmernummer sagen?“, fragte die Aurorin.
„Nein“, erwiderte der Kerl nur.
Hermine unterdrückte ein unwilliges Schnauben.
„Ich bin mit Miss Gibson verabredet“, erklärte sie.
„Ich werde Ihnen die Zimmernummer trotzdem nicht geben. Wenn Sie dort hoch wollen, müssen Sie zahlen“, antwortete der Mann barsch.
Sie war kurz davor richtig auszupflippen. Für ein paar Treppenstufen sollte sie bezahlen? In dieser schmutzigen Baracke? Ganz bestimmt nicht! Aber sie musste sich beherrschen, um nicht gleich an die Decke zu gehen.
„Hören Sie... es ist wirklich wichtig. Ich bin in einer halben Stunde auch wieder weg“, bat Hermine ihn noch einmal.
Sie hatte eigentlich keine Lust ihn zu verhexen.
Aber er schüttelte nur den Kopf.
Schön, SCHÖN, er wollte es ja nicht anders.
Mit einem Wink ihres Zauberstabes starrte er sie mit glasigen Augen an.
„Ich bin Hannah Gibson. Mandy hat ein Doppelzimmer belegt“, veränderte sie seine Erinnerungen.
Plötzlich blinzelte er und starrte Hermine böse an.
„Sie sind allen Ernstes zu dumm, um sich Ihre Zimmernummer zu merken? „24“ und jetzt gehen Sie mir nicht länger auf die Nerven“, raunzte er sie an.
Hermine nickte nur grinsend und ging dann die dunkle, verklebte Treppe hinauf.
Unfassbar, dass er dafür wirklich Geld verlangt hatte...
„Mandy?“, fragte Hermine leise, während sie an die Tür des Zimmers 24 klopfte.
Die Tür wurde einen Schlitz auf gemacht.
Die wachsamen, toten Augen von Mandy sahen sie an.
Dann schloss sich die Tür wieder und sie zog sie ganz auf.
„Komm herein“, meinte sie leise.
Hermine kam der Aufforderung nach und sah sich neugierig in dem Zimmer um.
Unglaublich!
Hier hätte sie ganz bestimmt nicht übernachtet, aber der neugeborenen Vampirin schien das nichts auszumachen. Allerdings hatte die Aurorin schon öfters beobachten können, dass die Neugeborenen Körperhygiene und Sauberkeit im Allgemeinen für völlig überbewertet hielten.
Das Zimmer hatte vielleicht zwölf Quadratmeter.
In einer Ecke stand ein klappriges Bett mit einer fleckigen Bettdecke. Ein vergilbter Lampenschirm hing über der Nachttischlampe, die die einzige Lichtquelle war. Der Boden hatte auch schon einmal bessere Tage gesehen.Ein zerkratzter Schrank stand neben der Tür und ein winziges und schmutzigen Waschbecken stand ihm gegenüber.
„Wo ist die Toilette?“, fragte Hermine verdutzt.
„Gemeinschaftswaschraum. Auf dem Gang, wenn du recht hinunter gehst“, erklärte Mandy und setzte sich auf das Bett.
Hermine schüttelte sich innerlich.
Bevor sie hier übernachten würde, würde sie eher noch auf einer Bank im Park übernachten, zu gedeckt mit einer doppelten Lage Zeitungspapier...
„Setze dich“, meinte Mandy und deutete auf das klapprige Bett.
Hermine musste sich wirklich überwinden, bevor sie sich auf das dreckige Ding setzen konnte.
Mandy folgte ihr leise.
Ihr Puls begann zu rasen und das bedeutete nichts Gutes.
Denn Mandys Instinkte hatten ihr schon lange gesagt, dass Beute im Zimmer war und nun stimulierten die Gerüche ihres Körpers Hermines Empfindungen. Wodurch Mandys Instinkte nur noch stärker reagierten.
„Du riechst so gut“, flüsterte sie und strich ihr eine Strähne aus dem Gesicht.
Ihre Augen glühten vor Hunger und ihre Fänge hatten sich sichtbar verlängert.
Scheiße, hatte sie sich schlecht unter Kontrolle.
Jeder Meistervampir hätte ihr eigentlich beibringen sollen, wie sie ihre Instinkte für den Anfang unter Kontrolle halten konnte.
Aber nein, er wollte sie jagen lassen.
Warum zum Teufel?
Um so unkontrollierter sie waren, um so eher würden sie auf der Abschussliste stehen. Was für einen Sinn machte das dann, wenn der Meistervampir sie verwandelte, sie aber nicht kontrollierte?
„Versuch dich zu entspannen, Mandy. Du willst mich gar nicht beißen“, sagte Hermine mit fester Stimme.
Sie hatte ein solches Gespräch schon sehr oft geführt und zur Not hatte sie immer noch ihren Zauberstab und ihre Waffe.
Mandy zog tief die Luft ein.
„Ich kann nicht“, stöhnte sie.
„Du musst mich nicht töten, um an mein Blut zu kommen“, meinte Hermine leise.
Mandys Brust hob und senkte sich rasch.
Sie war vollkommen angespannt. Alles in ihr schien danach zu verlangen, dass sie ihre Zähne in Hermines Kehle rammen konnte.
„Das willst du gar nicht“, wiederholte Hermine.
„Aber wie kann ich das stoppen?“, wimmerte Mandy.
Sie sprang zurück.
Es war offensichtlich, dass sie Hermine vom Kopf her zwar nicht beißen wollte, ihre Instinkte aber genau das von ihr verlangten. Und bisher hatte sie sich dermaßen, von diesen lenken lassen, dass sie jedes Opfer getötet hatte.
„Ich will nicht mehr morden“, stöhnte sie und rollte sich auf dem Boden zusammen.
Sie krallte ihre Hände um ihren Kopf.
Hermine blieb sitzen.
Wenn sie sich nur einen Millimeter bewegt hätte, wäre die Luft in Bewegung gekommen und keine Sekunde später wäre Mandy aufgesprungen, um sie zu beißen.
„Du musst deine Opfer nicht töten“, begann Hermine leise zu erzählen. „Außerdem ist nicht nur menschliches Blut eine Möglichkeit für dich, sich zu nähren.“
„Soll ich Tiere töten?“, fragte Mandy leise und es war ihr deutlich anzusehen, dass ihr das ganz und gar nicht behagte.
„Nein, du musst lernen, deinen Durst zu kontrollieren. Wenn du gelernt hast deinem Opfer nur ein wenig Blut zu entnehmen, wird dir niemand in der magischen Welt zu nahe treten. Es ist ein anerkannte Methoden, im Einverständnis des Opfers, diesem Blut zu entnehmen“, erklärte Hermine ruhig.
Mandy wurde einen Moment wieder ruhiger.
„Ich muss nicht einmal auf Blut verzichten?“, fragte sie leise.
„Nein, musst du nicht. In unserem Programm wird dir von Auroren, Huntern und auch von Vampiren, die mit uns zusammenarbeiten gezeigt, wie du ein kontrolliertes Leben führen kannst. Außerdem gibt es genug.... äh.... Leute, die sich liebend gerne von Vampiren beißen lassen“, redete Hermine weiter, als würde sie gerade ein Referat halten.
Aber das war wichtig, damit Mandy nicht auch noch durch ihre Stimme stimuliert wurde.
„Außerdem kannst du lernen, wie du die Bisse angenehmer machen kannst. Du kannst ein fast normales Leben führen. Und wenn du regelmäßig dein Bedürfnis nach Blut stillst, kannst du auch bald wieder unter normalen Menschen leben“, erklärte Hermine.
Mandy war inzwischen vollständig ruhig geworden.
Hermine bewegte sich langsam und koordiniert.
Sie griff in ihre Handtasche und holte eine Blutkonserve hervor.
Sie gehörte zu ihrer Standardausrüstung, wenn sie im Auftrag der VKS unterwegs war.
„Trink das, dort sind einige betäubende Mittel drin, die deinen Hunger für einige Zeit zähmen werden. Und bevor du fragst, nein, man kann sie nicht durchgängig nehmen, weil dein Körper zwar keinen Hunger mehr verspürt, du aber trotzdem die Nährstoffe brauchst, die sich in dem Blut deiner Opfer befindet“, erklärte sie mit betont gelassener Stimme.
So schnell wie Mandy nach der Konserve griff und hinein gebissen hatte, konnte Hermine gar nicht gucken. Innerhalb von Sekunden war der halbe Liter verschwunden.
Nun färbten sich Mandys Augen für einen Moment rot.
Hermine griff nach ihrer Waffe.
Wenn die Drogen nicht anschlugen, hatte sie ein ziemliches Problem. War der Hunger erst einmal ausgebrochen, mussten unkontrollierte Vampire so viel trinken, dass ihr Opfer schließlich ohne Blut im Körper war.
Aber sie konnte fühlen, wie ihre Angst langsam weniger wurde.
Also verloren Mandys Instinkte auch langsam die Macht über ihren Körper.
„Danke“, sagte sie noch, dann war sie weg und kippte um.
Das war eine der Nebenwirkungen, die dafür sorgten, dass das Mittel nicht allzu häufig genommen werden sollte. Man verlor nämlich zusätzlich zum Hunger auch das Bewusstsein.

„Mandy wird gerade von einer Mannschaft nach New York gebracht. Es ist alles glatt gegangen“, berichtete Hermine ernst, während Draco sich im Bad das Blut vom Körper wusch.
Er war nicht verletzt, es war nur das Blut seiner Gegner gewesen.
Ein Glück, Hermine war beinahe zusammengeklappt, als sie ihn gesehen hatte.
„Dann können wir heute Abend nach New York zurückkehren. Zwar hat sich das Nest in Chicago befunden, aber mal von Stella abgesehen, stammten alle Vampire aus New York. Ich glaube, dass der Meistervampir dort auch das nächste Mal zuschlagen wird“, sagte Draco.
„Wie kommst du darauf?“, fragte Hermine, während sie ihren Bericht über den Verlauf der Ermittlungen zu enden führte.
„Naja, Chicago wird von einem mächtigen Vampir kontrolliert. Er ist zwar kein Uralter, aber er hat einige sehr loyale Nachkommen. Er ist ein Nachkomme von Isis. Wenn sich hier ein neuer Meistervampir breit macht, würde das Krieg geben. Ich weiß nicht, ob das Nest vielleicht eine Vorbereitung zur Übernahme war. Aber noch wird er sich sicherlich im politisch neutralen New York aufhalten. Bafello und Ilias sitzen beide in New York. Bafello kümmert sich um seine Geschäfte und der Rest ist ihm herzlich egal, während Ilias dafür sorgt, dass keine neuen Meistervampire ein Nest gründen. Wenn unser Meistervampir zusätzlich noch seine Macht ausbauen will und eine ganze Kolonie kontrollieren will, muss er sich einen anderen Ort suchen. Du müsstest eigentlich wissen, dass Bafello und Ilias mehr oder weniger ein lockeres Bündnis gegründet haben. Wenn einer der Beiden in seinen Geschäften gestört wird, greift der Andere ein und andersherum. Dadurch sind beide abgesichert und praktisch unanfechtbar. Die Beiden sind in der Staaten auch die einzigen Vampire die trotz eines Mordes nicht auf der Abschussliste stehen, aus dem ganz einfachen Grund, dass die Vampire außer Kontrolle geraten würden, wenn einer von den Beiden tot wäre. Hätte sich einer der Beiden Ischaras Bündnis angeschlossen, hätten wir wirklich ein Problem gehabt“, hielt Draco ihr einen Vortrag.
„Das heißt also zurück nach hause. Wir müssen im Übrigen sowieso Mandy dazu befragen, was sie über ihren Tod noch weiß. Vielleicht hat sie irgendetwas gemacht, was sie in das Muster unseres Täter fallen lässt. Wenn da so ist, wissen wir außerdem, dass Monikas Theorie wirklich stimmt“, fasste Hermine ihren momentanen Stand zusammen.
Es klopfte und Draco ging zur Tür.
Oberst Below stand davor.
Er überreichte dem Blonden einen dicken Umschlag, nickte ihm noch einmal zu und drehte sich dann um.
„Was ist das?“, fragte Hermine verwirrt.
Draco antwortete nicht, sondern öffnete den Umschlag und hielt ihn ihr unter die Nase.
Irgendwelche Formulare und ein Bündel Geldscheine lagen darin.
„Vermutlich die Auftragsbestätigung, oder? Warum wirst du auch bezahlt?“, meinte sie.
Die Hunterbrigaden wurden von staatlichen Einrichtungen des jeweiligen Landes bezahlt.
„Ich war beteiligt, obwohl ich nicht mehr zum EHB gehören. Also werde ich mit einer Provision bezahlt“, antwortete er.
„Wo ist dann das Kopfgeld abgeblieben, dass auf Ischara angesetzt war?“, fragte Hermine verwundert.
Draco verdrehte die Augen.
„Hermine, stellst du dich gerade dumm? Ischaras Tod war Teil der Ermittlungen, also ging das Geld ans VKS. Wir haben unser übliches Honorar und die Entschädigungen für die Verletzungen bekommen. Das Vampirnest hatte nur inoffiziell etwas mit den Ermittlungen zu tun, denn den Täter haben wir immer noch nicht erwischt. Also ist auf das Nest ein übliches Kopfgeld ausgesetzt worden, dass sich irgendeine Huntereinheit, die sich damit befasst, kassieren kann. Ich war beteiligt, also kriege ich auch einen Anteil“, fasste er ungeduldig zusammen.
Hermine wurde rot und verzichtete darauf, etwas zu erwidern.
Stattdessen warf sie einen Blick auf die Uhr.
„Mandy müsste inzwischen aufgewacht sein. Lass uns zurück apparieren und sie befragen“, schlug sie vor.
Draco packte rasch seine Habseligkeiten ein und dann waren sie auch schon bereit.
„Ich hoffe wir laufen nicht sofort Mannhauser über den Weg. Es reicht, wenn er heute Abend die Berichte liest“, murmelte sie noch.
Dann standen sie auch schon im Apparierbereich der VKS.
Hermine und Draco hätten selbstverständlich jeden Morgen ins Büro apparieren können. Aber dann hätten sie entweder von ihrer Wohnung direkt apparieren müssen; was Draco auf gar keinen Fall wollte, weil sich eine Apparationssperre über seiner Wohnung befand, oder erst einen Ort aufsuchen müssen, von dem sie unbeobachtet zur Arbeit hätten apparieren können.
Da fuhren sie lieber mit einem Auto...
„Ich bringe die Berichte schnell zu Seamus, während du schon einmal in unser Büro gehst. Ich möchte Monika dabei haben, wenn wir mit Mandy sprechen“, schlug Hermine vor, wartete aber keine Antwort ab.
Stattdessen schnappte sie sich einfach die Akten und marschierte zum Empfangsschalter.
„Was machst du denn hier, Herm? Ich dachte du bist in Chicago“, fragte Seamus verwundert.
Hermine nickte.
„War ich auch, bis vor zehn Minuten. Das sind die Akten zum Fall, was sich in Chicago ergeben hat. Wir haben die Frauen gefunden, mussten sie aber eliminieren lassen. Das EHB war bereits da und hat alles sauber gemacht“, berichtete Hermine ruhig.
Seamus nickte.
„Den Antrag hatte ich bereits hier gehabt, um das Nest auf die Liste zu setzen. Die Überführung von Mandy Gibson in die Aufklärungsabteilung ist bereits geschehen. Braucht ihr sonst noch irgendetwas?“, fragte er geschäftig.
„Wir müssen noch mit Mandy sprechen. Es kann nicht mehr lange dauern, dann haben wir den Mistkerl“, erklärte Hermine.
Es war erstaunlich wir schnell Seamus alles nötigen Dinge erledigt hatte. Bei dem Chaos auf seinem Schreibtisch wäre Hermine eher von zwei Tagen ausgegangen. Aber sie kannte ihn gut genug, um zu wissen, dass er gute Arbeit leistete.
Fünf Minuten später hatte sie alle Formulare und lief zu ihrem Büro.
Sie schob die Tür auf.
Draco und Monika sahen sich mit bösen Blicken über den Schreibtisch hinweg an.
„Warum hast du ihr meinem Schreibtisch gegeben?“, fragte Draco wütend.
Hermines Augenbrauen schossen in die Höhe.
„Wie bitte?“, fragte sie verdattert.
„Er wollte mich gerade aus eurem Büro schmeißen“, berichtete Monika steif.
„Du hast nicht gesagt, dass sie in unserem Büro ist“, knurrte Draco.
„Du hättest mir auch Bescheid sagen könne, dass er heute wieder kommt. Dann hätte ich einen dritten Schreibtisch organisiert“, sagte Monika lauter.
„Wer hat überhaupt angeordnet, dass sie bei uns bleibt?“, fragte Draco noch lauter.
„RUHE!“, brüllte Hermine wütend und machte die Tür zu. „Alle beide, ihr seid ja wie im Kindergarten.“
Draco blinzelte einen Moment, während Monika beschämt auf ihre Kaffeetasse starrte.
„Monika du bekommst einen neuen Schreibtisch hier im Büro. So lange wir noch an dem Fall sind, wirst du dir ein Büro mit uns teilen“, ordnete sie an.
Monika wollte schon aufspringen, aber Hermine hob die Hand.
„Jetzt nicht, dass können wir nachher machen. Wir müssen in die Aufklärungsabteilung und eine Vampirin befragen, wobei wir deine Hilfe gut gebrauchen können“, fügte sie hinzu.
Draco stürmte wütend aus dem Raum, während Monika ihr einen dankbaren Blick zu warf und ihr dann folgte.
Die Aufklärungsabteilung lag im hintersten Teil des Gebäudes und war strickt von dem üblichen Betrieb des VKS getrennt. Einige ausgebildete Auroren, Heiler, Hunter und auch einige Vampire trainierten hier den Neugeborene, oder bekehrten Vampiren die nötige Disziplin an, um unter den Menschen zu leben. Außerdem lernten sie Methoden ihren Durst so weit zu kontrollieren, dass sie nicht sofort jeden angriffen.
Deswegen dauerte es auch eine Viertelstunde, bis sie die große, weiße Tür endlich erreicht hatten. Auch hier gab es einen Empfangsschalter, denn niemand durfte mal gerade so hinein spazieren.
Die Hexe, der Hermine die Formulare gegeben hatte, überprüfte rasch alles, dann klingelte sie und wenig später führte ein Vampir sie in einen Besprechungsraum.
Er war hell und freundlich. Eine Kaffeemaschine stand in der einen Ecke, ein Zimmerpflanze in der anderen und ein witziger Kunstdruck verschönerte die kahle Wand.
Ja, im Prinzip war das ganze ein Therapiezentrum.
Der Vampir lächelte sie freundlich an.
„Ich werde anwesend sein, um einzugreifen, sollte Mandy ihre Beherrschung verlieren. Machen Sie es sich schon einmal bequem, ich werde sie holen“, erklärte er lächelnd und ließ die Drei alleine.
Monika setzte sich sofort an den achteckigen Tisch, der in der Mitte stand, während Hermine sich an der Kaffeemaschine zu schaffen machte und Draco sich an die Wand lehnte.
Wenig später wurde Mandy von dem lächelnden Vampir in den Raum geführt.
Sie trug einen viel zu großen Pullover und eine einfache Jeanshose. Aber sie sah viel besser aus, als vorher, der Schmutz war weg und auch ihr gehetzter Blick war verschwunden.
„Hermine“, meinte sie zurückhaltend und nickte der Aurorin zu.
Einen Moment glühten Mandys Augen durstig auf, doch der Vampir drückte ihre Schulter, schob sie auf einen Stuhl und sah ihr dann fest in die Augen.
Mandy versuchte sich zu beruhigen.
„Ist schon okay, Paul. Ich glaube, ich schaffe das“, murmelte sie leise.
„Draco kennst du ja schon. Das ist Monika Bergmann. Sie gehört auch zu unserem Team“, erklärte Hermine freundlich.
Sie stellte Monika eine Tasse Kaffee mit Milch und Zucker vor die Nase, drückte dem immer noch schmollenden Draco mit einem vielsagenden Blick eine andere Tasse in die Hand und sah Mandy und Paul dann fragend an.
Paul bejahte dankend, aber Mandy lehnte ab.
Hermine konnte sehen, wie sie ihre gesamte Beherrschung brauchte, um sie nicht anzugreifen.
Im Park war sie noch so ruhig gewesen, aber da hatte sie auch nicht konsequent versucht die Beiden NICHT anzugreifen.
„Wir würden gerne mit dir über deine Verwandlung sprechen“, erklärte Hermine.
Mandy nickte langsam.
„Was wollt ihr wissen?“, fragte sie.
Draco stieß sich von der Wand ab und setzte sich neben Monika.
Der Hunger erschien wieder auf Mandys Gesicht.
Paul fasste sie wieder an der Schulter.
„Erzählen Sie uns einfach, an was Sie sich erinnern können. Wie sah er aus, wo ist es passiert, hat er Gründe genannt, warum gerade Sie?“, fragte Monika sanft nach.
Die Vampirin schloss einen Moment die Augen, dann waren ihre Augen wieder blau.
„Ich weiß nicht, wie er aussieht. Er hat einen Komplizen, oder Untertan. Ich war auf dem Weg nach hause, als ich hinterrücks überfallen würde. Ich kam erst wieder in einem Auto zu mir, konnte aber nichts erkennen wo ich war. Man hatte mir meine Augen verbunden. Meine Hals und Nacken war aufgerissen, von dem Biss seines Untergebenen. Aber er hat mit mir gesprochen. Eine sanfte, eindrucksvolle Stimme. Ich hätte ihm stundenlang zuhören können“, erzählte sie langsam.
Draco und Hermine tauschten einen Blick.
Konnte der Vampir etwas schon mit seiner Stimme bannen?
Dann hätten sie ein wirkliches Problem...
„Was hat er zu Ihnen gesagt?“, fragte Monika weiter.
„Ich wäre böse. Ich hätte gegen Gott und seine Gesetze verstoßen. Deswegen hat er mich auch nicht gebissen, sondern mir nur die Brust aufgeritzt. Dann hat er einen winzigen Tropfen meines Blutes getrunken und mir dann sein Blut zu trinken gegeben. Er wollte mich nicht beißen, weil ich durch meine Sünden unrein sei und er sich nicht beschmutzen wollen. Dann hat er gesagt, dass ich bald meine gerechte Strafe bekommen würde“, murmelte Mandy leise.
Die Drei tauschten einen Blick.
„Stimmt das denn?“, fragte Hermina taktlos.
Mandys Augen füllten sich mit Tränen und dann tauchte wieder der Hunger auf.
„Ich wollte meiner Schwester den Mann ausspannen. Ich habe Rhett schon während meiner High School Zeit geliebt und sie wusste es. Aber anstatt auf mich Rücksicht zu nehmen, heiratet sie ihn am Ende sogar!“, fauchte sie plötzlich aufgebracht.
„Mandy, wir haben doch schon darüber gesprochen. Lass dich nicht von deinen Gefühlen überwältigen“, sagte Paul ruhig, aber bestimmt.
Der Hunger zeichnete sich immer deutlicher in Mandys Gesicht ab.
Draco warf Hermine einen warnenden Blick zu.
Gerade wollte sie vorsichtig aufspringen, als plötzlich mehrere Dinge gleichzeitig passierten.
Mandy sprang über den Tisch auf Monika zu, weil sie ihr am nächsten saß. Hermine riss Monika zurück, Draco hielt der Neugeborene seine Waffe an den Kopf und Paul hatte Mandy mit festem Griff gepackt.
„Ich glaube, das war genug für heute, Mandy“, sagte Paul trocken.


Ich hoffe euch hat das Kapitel gefallen=)
Über Kommentare würde ich mich freuen
LG
Lufix


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