Seit Draco wieder zu hause war, wich Krummbein nicht mehr von seiner Seite. Gerade saßen Hermine und Draco im Wohnzimmer und musterten den Kasten, den Hermine von dem Unbekannten bekommen hatte. Krummbein saß zufrieden schnurrend auf Dracos Schoß, während der Blonder immer mal wieder über sein Fell strich.
„Warum hat man dir das geschickt? Das will nicht in meinen Kopf. Wirklich viel können wir damit doch nicht anfangen“, meinte er missmutig.
Es passte ihm gar nicht, wenn er keine Ahnung hatte.
Hermine zog ein letztes Mal an ihrer Zigarette und drückte sie dann im Aschenbecher aus.
„Weißt du, was mir durch den Kopf gegangen ist, als wir mit Mandy gesprochen haben?“, fragte sie ihn leise.
Draco lehnte sich frustriert im Sofa zurück.
„Nein, aber du wirst es mir bestimmt gleich sagen“, erwiderte er.
„Was ist, wenn mehr dahinter steckt, als Monika mir gesagt hat?“, schlug sie vor.
Draco sah sie skeptisch an.
„Drücke dich mal ein bisschen deutlicher aus“, forderte er entnervt.
Ja, er hatte kein Lust mehr.
Hermine zuckte mit den Schultern.
„Stelle dir doch mal vor, Monika hat ihn in Notwehr erschossen“, sagte sie leise.
„Und weiter?“
Hermine kam nicht dazu eine Antwort zu geben, denn genau in dem Moment klingelte ihr Handy.
„Ja?“
„Hermine, ich bin`s Seamus. Weißt du wo Monika ist?“, fragte er ihr ehemaliger Klassenkamerad aus dem Hörer.
„Monika? Sie wollte doch noch einmal mit Mandy sprechen. Sie müsste im Büro sein. Warum fragst du?“
„Weil sie zu einer Besprechung kommen sollte und nicht erschienen ist. Auf ihrem Handy ist sie auch nicht zu erreichen“, erklärte Seamus und die Beunruhigung war ihm deutlich anzuhören.
Sie hielt ihre Hand auf den Hörer und drehte sich zu Draco um.
„Weißt du, wo Monika ist?“, fragte sie langsam.
Draco schüttelte nur verständnislos den Kopf.
„Nein, warum?“
„Ich schau mal, ob ich sie auftreiben kann. Wenn ich sie in einer Stunde nicht erreicht habe, melde ich mich bei dir“, sagte Hermine zu Seamus und legte auf.
Einen Moment blickte sie auf ihr Handy, dann drehte sie sich zu Draco um.
„Monika ist verschwunden“, erklärte sie.
Dracos Blick huschte wieder zu den Bildern.
Er holte tief Luft.
„Okay, okay. Stelle dir mal folgendes vor. Du bist ein sehr alter Vampir. Um dich herum siehst du wie die Menschen immer gottloser werden und die Frauen nicht mehr daran denken, sich dem Mann unterzuordnen. Außerdem bist du der Meinung, dass du dich lange genug ruhig verhalten hast. Was würdest du tun?“, fragte er.
Hermine schwieg einen Moment.
„Ich sag dir, was du tun würdest. Du suchst dir Opfer aus die etwas in ihrer Vergangenheit getan haben, was du ganz und gar nicht dulden kannst. Also schickst du einen deiner Handlanger um sie zu entführen. Dann verwandelst du sie und setzt sie vollkommen unkontrolliert in Chicago aus, um dort für ein wenig Aufruhr zu sorgen. Dir ist natürlich klar, dass früher oder später die magische Strafverfolgung auf deine Nachkommen Aufmerksam wird. Aber genau das ist dein Ziel, weil du willst, dass deine Opfer von den Huntern vernichtet werden. Denn die Seelen, die sich in einem Vampirkörper befunden haben, kehren laut einer alten Legende nicht ins Jenseits zurück, sondern müssen bist zum jüngsten Tag auf der Erde wandeln. Ist doch eine gerechte Strafe, oder?“, referierte er energisch.
Inzwischen war er aufgestanden und lief vor Hermine im Kreis herum.
„Gut, dass passt alles zu dem was wir bis jetzt ermittelt haben. Aber was hat das mit Monika zu tun? Oder wie erklärst du den Autounfall?“, bohrte die Braunhaarige weiter.
Draco überlegte einen Moment.
„Der Autounfall war nur Mittel zum Zweck, wie du ja bereits herausgefunden hast. Der Fahrer hat doch ausgesagt, dass er nicht mehr in der Lage war zu lenken, oder so etwas ähnliches nicht? Für mich hört sich das eindeutig nach einem Vampirbann an. Die Reifenspuren sprechen auch dafür“, kombinierte Draco.
Das hörte sich wirklich logisch an.
„Aber was hat Monika damit zu tun?“
Draco lief weiter Kreise.
Hermine verzichtete darauf ihre Frage nach fünf Minuten zu wiederholen. Er würde nur wütend werden, wenn sie ihn jetzt stören würde.
„Stelle dir vor, dass du weißt, dass das VKS auf deine Taten aufmerksam geworden ist. Genauso wie du es wolltest. Aber du hast deinen Plan noch nicht beendet. Es fehlt noch das ultimative Opfer. Da stellst du fest, dass eine der Ermittlerinnen in ihrer Vergangenheit ihren Freund erschossen hat und alles als Unfall getarnt hat. Wäre das nicht die perfekte Tat?“, fragte er und blieb stehen.
Hermine wurde blass.
Er glaubte doch wohl nicht wirklich...
„Aber du hast keine Beweise dafür, dass Monika ihren Freund damals erschossen hat. Und wir können sie jetzt bestimmt nicht mehr fragen“, wandte sie leise ein.
Dann klingelte ihr Handy ein weiteres Mal und verhinderte, dass sie weiter diskutieren konnten.
„Hallo?“
„Hermine? Ich bin`s Juri. Ihr müsst sofort ins Hauptquartier kommen. Monika ist entführt worden“, japste der Slawe atemlos in die Leitung.
„Wir sind sofort da“, versicherte sie unruhig und legte auf.
Draco sah sie verwirrt an.
„Jetzt haben wir die Bestätigung. Monika ist entführt worden.“
Das Chaos im Büro war unglaublich. Überall lief irgendwer herum und war der Meinung, dass er wichtig war. Mannhauser brüllte ständig irgendwelche Leute an, die daraufhin los stürmten und seine Befehle ausführten.
„Wo für bezahle ich Sie eigentlich? Wo waren Sie verdammt noch mal?“, knurrte er Hermine und Draco an.
„Wir -“, setzte Hermine an, aber Draco schnitt ihr das Wort ab.
„Was ist passiert?“, fragte er um Beherrschung bemüht.
Mannhauser drehte sich um und ging in seine Büro.
Die Beiden tauschten einen Blick und folgten ihm dann.
In seinem Büro griff er nach einem Brief und reichte ihn Draco.
„Sehen Sie sich das an“, forderte er.
Es ist nun so weit. Ich werde für meine Taten büßen. Versuchen Sie nicht mich zu finden. Es ist zu spät. Bis Sie mich gefunden haben, werde ich bereits verwandelt sein.
Monika
„Dieser Brief ist vor einer halben Stunde hier angekommen. Haben Sie irgendeine Erklärung dafür?“, fragte Mannhauser.
Draco hob langsam den Kopf.
„Wir gehen davon aus, dass Monika in ihrer Vergangenheit jemanden getötet hat. Wie Miss Bergmann bereits erklärt hatte, sucht der Täter sich Opfer aus, die in ihrer Vergangenheit eine unmoralische Tat begangen haben. Er will, dass wir sie vernichten, damit ihre Seele zur Strafe nicht ins Jenseits eintritt“, erklärte er ruhig.
Mannhauser blinzelte einen Moment.
Damit hatte er anscheinend nicht gerechnet.
„Wissen Sie inzwischen wer der Täter ist?“, fragte er.
Die Beiden schüttelten den Kopf.
„Aber ich weiß, wie wir Monika finden können“, sagte Hermine leise.
„Wie bitte?“, fragten Draco und Mannhauser gleichzeitig.
„Der Täter wird sie sicherlich nicht erst nach Chicago bringen. Er wird sie hier verwandeln. Und sein Angriff in Chicago hat keine Früchte getragen. Vielleicht versucht er jetzt doch Bafellos oder Ilias` Richtbarkeitsanspruch anzugreifen. Außerdem hat die Erfahrung gezeigt, dass Vampire ihre Opfer fast immer an den gleichen Stellen verwandelt. Er weiß nicht, dass Mandy sich unserem Programm angeschlossen hat. Vielleicht erinnert sie sich noch, wo sie verwandelt wurde“, antwortete Hermine langsam.
Mannhauser fackelte nicht lange.
„Mister Malfoy, Sie werden sich noch einmal mit dieser Vampirin unterhalten. Miss Granger, Sie haben bereits mit Bafello gesprochen. Alarmieren Sie ihn unverzüglich. Wir können hier keinen Krieg gebrauchen“, befahl er.
Dann wurde Mannhauser von draußen gerufen und er eilte aus dem Büro.
„Also, worauf warten wir noch?“, fragte Hermine ungeduldig.
Draco starrte sie immer noch an.
„Was?“, meinte sie verunsichert.
Sein Blick hieß nichts Gutes.
„Pass auf dich auf. Ich verstehe zwar nicht, wie du Bafello dazu bringst, dir zu helfen. Aber tue mir den Gefallen und passe auf dich auf“, bat er sie leise.
Hermine nickte.
Dann gab Draco er ihr einen Kuss und stürmte aus dem Raum.
Die Braunhaarige sah ihm einen Moment hinterher.
Schließlich verließ auch sie Mannhausers Büro und lief zu der winzigen Eulerei des VKS. Schnell war eine Warnung geschrieben. Mit gemischten Gefühlen sah sie dem kleinen Waldkauz hinterher. Würde der Vampir wirklich einen Krieg provozieren? Das war nicht nur ein Problem für das Geheimhaltungsabkommen der Internationalen Zauberervereinigung, sondern würde vor allem vielen unschuldigen Menschen das Leben kosten.
Sie mussten ihn aufhalten.
Vielleicht würde Bafello sich nicht so leicht darauf einlassen, aber Ilias hatte noch nie viel vom VKS gehalten. Er würde ihnen sicherlich nicht vertrauen.
„Scheiße“, murmelte sie nervös.
Es dauerte eine halbe Stunde, dann kam Draco endlich zurück.
Hermine stand in ihrem Büro und starrte den Stadtplan von New York an. Vielleicht würden ihr die Tatorte etwas über den Aufenhaltsort des Vampirs verraten. Aber wirklich viel kam dabei nicht heraus. Er hatte ja auch nicht alle Opfer sofort getötet. Er hatte nur Mandy getötet. Die Anderen waren gebissen worden und dann durch einen Unfall, oder wie das Mädchen durch die Geburt gestorben.
„Was machst du da?“, fragte Draco leise.
Hermine drehte sich um.
Sie musterte ihn zurückhalten.
Er war wieder ernst und trug seine Maske der Arroganz, um seine wahren Gefühle zu verheimlichen. Warum konnte er nicht immer so sein, wie er war, wenn sie alleine waren.
„Ich habe keine Ahnung. Vielleicht hätten die Tatorte oder Todesstellen etwas über den Aufenthaltsort des Vampirs verdeutlicht“, murmelte sie als Erklärung.
Draco verschränkte die Arme.
„Mandy ist zwar hier gebissen worden und hat auch sein Blut getrunken, aber aufgewacht ist sie in Chicago in der Lagerhalle. Sie konnte uns nicht helfen. Vermutlich hat er alle seine Opfer in diesem dubiosen Wagen verwandelt“, knurrte er.
Hermine antwortete nicht, sondern sah ihn nur wachsam an.
Was ging ihm durch den Kopf?
„Verdammt noch mal, uns läuft die Zeit weg“, zischte er plötzlich. „Wieso noch mal, haben wir keine Möglichkeit ihn zu fassen?“
Plötzlich erschien Juri in der Tür.
„Ah, Malfoy, auch wieder im Lande?“
Draco würdigte ihm keine Antwort.
„Hast du etwas für uns?“, fragte Hermine stattdessen.
Der Slawe nickte.
Auch ihm stand die Sorge ins Gesicht geschrieben.
„Wir haben ein Indiz. Die Nachbarn von Monika sind verhört worden und wir haben erfahren, dass Monika zu einem Date wollte. Und jetzt rate mal, wie der Kerl heißt“, meinte er.
„Meine Güte, die Zeit läuft uns davon. Sag uns, was du weißt. Umso eher können wir Monika finden“, herrschte Draco ihn an.
Oh, da kam wieder der Slytherin durch.
Hermine wusste das Draco Juri eigentlich für vollkommen unfähig hielt.
„Sie wollte sich mit einem William treffen“, erklärte er.
Einen Moment sagte niemand ein Wort.
„Und weiter?“, fragte Draco angepisst.
„William Peter hieß doch der Typ mit dem sich unser Selbstmörder getroffen hatte. Den wir für einen Drogendealer gehalten haben und den man nicht finden konnte“, sagte Hermine leise.
„William hieß auch einer der Garderobieren in der Oper“, ergänzte Draco leise.
„Weiß jemand, ob Tyron Bexter, der Mann mit dem sich Regina Storms treffen wollte zufällig einen -“
„Es gab einen William, der kurz nach Storms Tod gekündigt hat“, antwortete Mike, der gerade in der Tür erschienen war.
Die Vier sahen sich einen Moment an.
„Warum ist das bis jetzt noch niemanden aufgefallen?“, knurrte Draco und warf einen vorwurfsvollen Blick in die Runde.
Wäre es vorher aufgefallen, wenn Draco nicht in Chicago gewesen wäre?
„Hat irgendjemand eine Idee, wie man diesen William auftreiben kann?“, fragte er mit verschränkten Armen.
Oh, auf seinem Gesicht stand deutlich der Vorwurf, dass sie alle unfähig waren.
„Nein, dass ist ja das Problem. Wir wissen zwar, dass es ihn gibt, aber wir haben keine Möglichkeit, um ihn zu fassen. Er scheint ein Phantom zu sein“, erwiderte Juri, dem die Kränkung im Gesicht stand.
„Okay, alle in den Konferenzraum. Wir werden uns jetzt einmal ansehen, wo unsere Opfer mit diesem William in Berührung kamen. Trommelt alle zusammen, die auch nur eine Kleinigkeit zu diesem Fall dazu beitragen können“, befahl Draco und stürmte mit großen Schritten aus dem Raum.
An der Tür drehte er sich noch einmal um.
„Es kann doch nicht sein, dass das niemandem aufgefallen ist“, fauchte er.
Hermine fühlte sich alleine angesprochen.
Hatte sie ihn enttäuscht?
Sie musste sich die Frage stellen, warum sie es nicht gesehen hatte. War sie viel zu sehr mit ihren Problemen mit Draco beschäftigt gewesen, dass sie das nicht gesehen hatte? Oder hatte sie zu sehr gehofft, dass Bafello ihr helfen würde?
„So ein Mist“, flüsterte sie und sammelte alle Unterlagen ein, die sie finden konnte.
Sie und Draco waren seit zwei Tagen wieder zusammen und sie hatte ihn enttäuscht. Was hatte er ganz am Anfang auf ihre Frage geantwortet, warum man gerade sie beide mit diesem Fall betraut wurden? Weil sie in allem, was sie tat, brillant war.
Das hatte sie ja fantastisch bewiesen...
Zehn Minuten später befanden sich zwei Teams, Terri die Pathologin, Rouge und sogar Mannhauser im Konferenzraum. Vermutlich lag es an Dracos natürlicher Slytherinautorität, dass alle seinem Ruf gefolgt waren.
„Ich will, dass Sie mir alle sämtliche Informationen zu der Person William geben, die Ihnen bekannt sind“, forderte er kurz angebunden.
Es war erstaunlich.
Ohne irgendetwas in Frage zu stellen, dass er nun das Ruder an sich gerissen hatte, trug jeder seinen Teil dazu bei und antworteten ihm brav.
Rasch erschien auf der magischen Leinwand eine lange Liste mit Fakten, die Hermine zum Teil nicht bekannt waren. Woran lag das?
Weil alle der Meinung waren, sie würde alles unter Kontrolle haben?
Oder weil sie einfach nicht gesehen hatte, dass diese Dinge zusammenhingen?
„Welche Informationen haben Sie über die Opfer, Todesuhrsachen, Fundorte bzw. die Orte, an denen die Leichen verschwunden sind?“
Insgesamt dauerte die Konferenz ungefähr eine Stunde.
Es war unendlich viel Zeit, wenn man daran dachte, wie lange Monika schon verschwunden war.
Aber am Ende hatten sie tatsächlich einige Anhaltspunkte, mit denen sie Monika sogar finden konnten.
Mannhauser trat vor und baute sich vor den Anwesenden auf.
„Nun meine Damen und Herren. Hier sehen Sie wie man wirklich mit einem solchen Fall umzugehen haben. Mister Malfoy hat innerhalb von einer Stunde mehr Dinge herausgefunden, als Sie in den letzten zwei Wochen“, knurrte er.
Kam es Hermine nur so vor, oder sah er sie öfter als alle anderen an?
Betretendes Schweigen schlug ihm entgegen.
„Worauf warten Sie noch?“, fragte Mannhauser böse.
Draco hatte mehrere Muster im Verhalten des Vampirs gefunden.
Nun sprangen die Teams eilig auf, um sich zwei der Orte, an denen Monika sein könnte aufzusuchen. Hermine und Draco würden sich den Dritten vor nehmen.
Schließlich waren die Beide mit Mannhauser alleine im Konferenzraum.
Dieser drehte sich zu Draco um.
„Sie wollen es nicht wahr haben. Aber wie Sie sehen, ist Miss Granger keine große Hilfe gewesen. Sie sollten sich wirklich überlegen, ob Sie noch länger unter ihrem schädlichen Einfluss stehen wollen“, sagte er und warf Hermine einen gehässigen Blick zu.
„Das reicht, Mister Mannhauser. Sie nehmen sich eindeutig zu viel heraus. Ich weiß besser als jeder andere, was Hermine kann und was nicht“, erwiderte Draco bedrohlich. „Sie sollten sich überlegen, ob Sie hier richtig aufgehoben sind.“
War das eine Drohung?
Verdammt noch mal, Hermine wollte wissen, was Draco über diesen Mistkerl wusste.
Das Gespräch mit Seamus schoss ihr wieder in den Kopf.
Hatte sie jemals Mannhauser mit umgekrempelten Ärmeln gesehen?
Nein, aber es war schließlich November. Wer machte das da schon?
Mannhauser sah Draco eine Ewigkeit an.
„Es ist wirklich enttäuschend, was aus Ihnen geworden ist“, sagte er, dann verließ auch er den Raum.
„Draco, was -“
„Hermine, das geht dich nichts an“, herrschte er sie an.
„Aber -“
„Nein, ich würde dich mit meinem Wissen in Gefahr bringen und deshalb werde ich dir nichts sagen. Also tue mir den Gefallen und frag mich nicht noch mal“, knurrte er und ging zur Tür.
Mit einem heftigen Ruck, wollte er sie auf reißen, aber da flog sie auch schon von alleine auf.
Seamus stand mit Respekt und Angst im Gesicht davor und sah die Beiden an.
„Könntet ihr vielleicht kurz einmal kommen? Es ist dringend“, murmelte er eingeschüchtert.
Draco und Hermine tauschten einen Blick.
„Was ist denn... jetzt... wie...“
Draco wurde von Wort zu Wort leiser.
Mit einem Kribbeln im Bauch schob Hermine sich an ihm vorbei und sah hinaus in die Eingangshalle.
Ein hochgewachsener Mann stand dort. Er trug einen langen, schwarzen Umhang und eine blasierte Miene. Sein Haar war Schulter lang. Ob es nun grau oder weiß war, konnte Hermine beim besten Willen nicht sagen. Was sie auf jeden Fall wusste, war die Tatsache, dass seine Augen praktisch weiß waren, nur die Pupille war rot. Sein Haut war eben so fahl und damit wusste Hermine genau, wer ihr da gegenüber stand.
„Ilias, welch eine Ehre Sie hier begrüßen zu dürfen“, sagte Hermine respektvoll.
Das Kribbeln verließ ihren Bauch und übertrug sich nun auf ihre gesamte Haut.
Der Uralte sah sie einen Augenblick an und der Hunger stand ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. Aber dann richteten sich seine toten Augen auf Draco und der Ausdruck verstand.
„Nun Hermine, Bafello hat mich benachrichtigt, dass anscheinend einer meiner Zöglinge sich nicht mehr an die Regeln hält. Dann habe ich gehört, dass eine eurer Mitarbeiterinnen entführt wurde. Ich glaube, es ist an der Zeit, dass ich mich selbst um Ruhe in meiner Kolonie kümmere“, erklärte Ilias lächelnd.
Spitze Eckzähne wurden sichtbar.
Während Bafello sich die größte Mühe gab, menschlich zu wirken, verwendete Ilias nicht eine Sekunde daran. Er war so sehr Vampir, wie Draco ein Slytherin war.
„Wissen Sie schon lange, was hier passiert?“, fragte dieser leise.
Ilias wandte die Augen nicht von Hermine ab.
Der Hunger war verschwunden, aber Hermine war sich sicher, dass Ilias einfach nur ein fantastischer Schauspieler war.
„Ja, Draco, ich wusste es schon lange. Eigentlich will ich mich immer selbst um meine Angelegenheiten kümmern. Aber ich wollte sehen, wie viel du gelernt hast, seit unserer letzten Begegnung. Diesmal hast du mich wirklich enttäuscht.“
Ich hoffe euch hat das Kapitel gefallen=)
Über Kommentare würde ich mich wie immer freuen
LG
Lufix
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Schon als mir zum ersten Mal klar wurde, dass Bücher von Menschen geschrieben werden und nicht einfach so auf Bäumen wachsen, stand für mich fest, dass ich genau das machen wollte.