Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

What if Love... - Kapitel 2

von Zelda-Angel

Mitte Oktober war das erste Quidditchspiel der Saison. Slytherin schlug Hufflepuff mit 190:30.
„Diese blöden Slytherins, müssen die eigentlich immer gewinnen? Langsam nervt’s. Die letzten vier Hauspokale haben sie auch geholt. Sieh bloß zu, dass Gryffindor sie beim nächsten Spiel schlägt, Leandra!“, regte Megan sich auf.
„Ich geb mein Bestes, reicht dir das?“
„Ja, wenn’s denn sein muss. Wenn die Riddle nicht hätten, wären sie letzter bei den Hauspunkten. Wieso ist der eigentlich nicht in Ravenclaw, wo er doch so gescheit ist?“
„Keine Ahnung. Irgendwas slytherinmäßiges muss er ja haben, sonst hätte der Sprechende Hut ihn nicht dahin gesteckt.“
„Allerdings benimmt er sich nicht so blöd wie die Slytherins“, warf Gaya ein.
„Vielleicht ist es genau das. Ich vermute, das nette, höfliche Getue ist nur Fassade“, glaubte Megan.
„Ja, vermutlich“, meinte Leandra nur. Sie dachte schon wieder an den vergangenen Abend. Was hatte Riddle nur im Mädchenklo im ersten Stock gewollt?
Sie beschloss, nachzusehen. Das Mädchenklo sah aus wie immer. Sie sah in jede Kabine, in jeden Winkel, unter den Waschbecken, konnte aber nichts finden. Blieb also nur eine Möglichkeit: Riddle weiter zu beobachten.

Am Montag setzte sich Tom in Zaubertränke mit einem selbstgefälligen Grinsen neben Leandra.
„Ihr solltet das Spiel gegen uns lieber absagen, damit ihr euch die Schmach erspart.“
Leandras grün-blaue Augen blitzten kampflustig. „Das könnte dir so passen. Niemals!“
„Tja, dann werdet ihr eben die größte Pleite in der Geschichte Hogwarts kassieren.“
„Hochmut kommt vor dem Fall“, meinte Leandra nur und Tom war erst mal still. Was allerdings daran lag, dass der Unterricht anfing.

Nach der letzten Stunde des Tages, Arithmantik, schlich Leandra wieder hinter Tom her. Wieder ging er ins Mädchenklo im ersten Stock. Was machte er bloß da drin? Leandra beschloss, morgen nach der letzten Stunde dorthin zu gehen und sich in einer Kabine einzuschließen.
Aber am nächsten Tag tauchte Tom nicht auf. Nach einer halben Stunde gab Leandra auf. Stattdessen ging sie in die Bibliothek und lieh sich einige Bücher über Tarnzauber aus. Auf ihrem Bett hinter zugezogenen Vorhängen fand sie dort den Desillusionierungszauber. Sie sprang auf, lief ins Bad und schloss sich ein. Dort versuchte sie sich erst an einer Haarbürste. Nach ein paar Versuchen klappte es. Dann war ein Handtuch fällig, danach richtete Leandra den Zauberstab auf sich. Sie konzentrierte sich, dann sagte sie den Zauberspruch. Sie hatte das Gefühl, dass ihr Wasser über den Kopf und den ganzen Körper hinablief, aber sie starrte nur fasziniert in den Spiegel. In Zeitlupe nahm ihr Körper die Farben ihrer Umgebung an. „Wow.“
Sie beschloss, ihre Freundinnen zu ärgern. Sie ging in den leeren Schlafsaal, zog die Vorhänge ihres Bettes auf und legte sich mit dem Buch zum Lesen hin. Genauer gesagt, suchte sie den Gegenzauber. Später kamen Megan und Gaya rein. Sie schienen Leandra nicht zu sehen. Als Leandra eine Seite umblätterte, hob Gaya verwirrt den Kopf. Sie starrte eine Weile auf das Buch und entdeckte dann Leandras Zauberstab.
„Megan? Seit wann lässt Leandra ihren Zauberstab rumliegen?“
„Keine Ahnung.“
„Ich glaube, das Buch hat sich gerade bewegt.“
Leandra musste sich den Mund zu halten, um nicht loszulachen.
„Das war sicher der Wind.“
„Wie denn, das Fenster ist zu!“
Jetzt sah auch Megan etwas verwirrt aus. Langsam ging sie auf Leandras Bett zu und wollte nach dem Buch langen, stieß dabei aber gegen etwas für sie unsichtbares. Irritiert stieß sie mehrmals nichtwissend in Leandras Seite. „Au, jetzt reicht’s aber!“
Megan und Gaya sprangen kreischend einen Satz zurück. Leandra schütterte sich aus vor Lachen.
„Ich bin’s doch!“ Sie setzte sich auf. „Könnt ihr mich wirklich nicht sehen?“
Megan und Gaya schauten jetzt etwas genauer hin.
„Doch, jetzt kann ich deine Augen sehen. Was hast du gemacht?“, fragte Gaya.
„Desillusionierungszauber“, sagte Leandra und murmelte den Gegenspruch. Sie spürte, wie irgendetwas von ihr weggesaugt wurde.
„Also, normal bist du mir lieber“, meinte Megan. Leandra lächelte in sich hinein. Jetzt würde sie rausfinden, was Riddle dauernd im Mädchenklo wollte.

Am nächsten Abend kam Megan mit einem verklärten Lächeln in den Schlafsaal.
„Was ist denn mit dir los?“, fragte Leandra.
Megan kicherte verlegen, ganz untypisch für sie. „Adrian hat mich gerade geküsst.“
„Was?!“, kreischten die anderen beiden.
„Wie war’s?“, fragte Gaya gespannt.
„Schön! Einfach nur schön!“
„Dann seid ihr jetzt richtig zusammen?“, fragte Leandra.
„Ich glaube schon.“
Megan drehte sich einmal im Kreis und ließ sich auf ihr Bett fallen.
„Die ist ganz weggetreten“, meinte Leandra.
„Lassen wir sie in Ruhe“, stimmte Gaya grinsend zu.

Jeden Tag nach letzten Stunde lauerte Leandra jetzt im Mädchenklo im ersten Stock. Aber Tom tauchte nicht auf.
Am Freitag fragte Megan beim Abendessen: „Sag mal, wo treibst du dich eigentlich die ganze Woche rum?“
„Wie meinst du das?“
„Na, nach der letzten Stunde“, ergänzte Gaya.
„Nirgends.“
„Du solltest lieber lernen“, meinte Gaya.
„Ja, ich weiß.“

Stattdessen schlich sich Leandra kurz vor der Sperrstunde nochmal ins Mädchenklo. Sie wartete... und wartete.... und – da ging die Tür auf.
Es war tatsächlich Tom Riddle, der hereinkam. Leandra, die mit dem Desillusionierungszauber getarnt hinter der Säule stand, beobachtete, wie Tom sich erst gründlich umschaute und wohl zu dem Schluss kam, dass er allein war. Er ging zu den Waschbecken und befühlte etwas an einem Wasserhahn. Dann hörte sie plötzlich ein unheimliches Zischen. Ihre Nackenhaare stellten sich auf es lief ihr eiskalt den Rücken hinunter. Aber es war eindeutig Tom gewesen, der dieses Geräusch gemacht hatte. Sie hatte seine Stimme herausgehört.
Plötzlich schoben sich die Waschbecken auseinander. Im Boden war ein ungefähr ein Meter breites Loch zum Vorschein gekommen und Tom Riddle sprang ohne zu Zögern hinein. Ungefähr fünf Sekunden später hörte Leandra unten ein leises Geräusch und dann schoben sich die Waschbecken zurück an ihren Platz.
Alles sah so aus, als wäre nichts gewesen. Leandra stand wie angewurzelt da und atmete heftig. Was war da gerade passiert? Woher wusste Riddle von diesem Loch? Und was befand sich dort unten? Mutig ging sie zu dem Waschbecken, wo Tom gestanden hatte und sah sich den Hahn an. An der Seite war eine kleine Schlange eingraviert. „Würgende Wasserspeier“, flüsterte sie vor sich hin, denn mit einem Schlag war ihr klar: Tom Riddle war ein Parselmund. Wer, um Merlins Willen, war er? Parselmünder waren schließlich sehr selten. Sie wollte sich gar nicht ausmalen, was Riddle wohl verbarg und beschloss, dass es klüger war, zu verschwinden.

Ein Korridor weiter tauchte plötzlich Dung, der Crup des Hausmeisters auf.
„Oh nein, Dung, hau ab!“
Aber das Jack-Russel-Terrier-ähnliche Tierwesen dachte gar nicht daran. Kurz darauf tauchte schon Apollyon Pringle, der Hausmeister auf.
„Erwischt!“
„Ich bin Vertrauensschülerin und auf Kontrollgang!“, antwortete Leandra pampig.
„Du bist doch die kleine Fawcett, oder?“
„Ja.“
Pringle fiel jetzt wohl gerade ein, dass Leandra eine Musterschülerin war und noch nie bei irgendetwas unerlaubtem erwischt worden war. Anscheinend glaubte er ihr die Sache mit dem Kontrollgang.
„Komm, Dung, wir gehen.“
Erst als die beiden um die Ecke verschwanden, atmete Leandra aus. Dann kam ihr wieder Riddle in den Sinn.
Völlig verwirrt trottete sie hinauf in den Gryffindorturm und schloss sich im Badezimmer ein. Sie hatte ein ganz mieses Gefühl bei der Sache. Was heckte Riddle da nur aus? Ihre Vision tauchte vor ihr auf:

Es waren flimmernde Bilder, alle zwei Sekunden ein neues. Ein glatzköpfiger Zauberer ohne Nase und mit stierenden roten Augen; ein mit grünen Steinen verziertes Medaillon; ein Baby mit einer blitzförmigen Narbe auf der Stirn; ein Tom Riddle, der ein seltsam maskenhaftes Gesicht mit wächsernen Zügen hatte und ungefähr Anfang dreißig war, als er sich mit Dumbledore unterhielt, der anscheinend nun Schulleiter war; eine Gruppe Zauberer mit Masken und schwarzen Umhängen, die in einem Zeltlager Panik verbreiteten; dann Kriegsbilder; Muggel und Zauberer, die von diesen maskierten Zauberern getötet wurden; dann wieder der böse Zauberer mit den roten Augen und als letztes Tom Riddle, wie sie ihn kannte.

Leandra öffnete die Augen. Sie war sich sicher, dass dieser schreckliche Zauberer mit den roten Augen Tom Riddle war. Das musste viele Jahre in der Zukunft sein und sie war erschrocken, was aus dem hübschen Jungen geworden war. Anscheinend hatte er einen Krieg unter Zauberern angezettelt, sich Anhänger beschafft und Muggel töten lassen. Was er bei Dumbledore wollte und wer das Baby mit der Narbe war, konnte sie nicht ausmachen, aber sie war sich sicher, dass diese Vision echt war. Sie hatte die Zukunft gesehen. Ich muss das verhindern,dachte sie. Leandra hatte zwar noch keine Ahnung, wie sie das anstellen sollte, aber sie würde alles tun, was sie konnte. Sie überlegte, ob sie Dumbledore davon erzählen sollte, fürchtete aber, dass er ihr nicht glauben würde. Sie brauchte Beweise.

Am Samstag sah sie, wie Rubeus Hagrid etwas geknickt aus Dumbledores Büro kam.
„Hallo, Rubeus.“
„Oh, hallo, Leandra.“
„Hast du mal wieder Ärger bekommen?”, fragte sie.
„Ach, Chimäras sind zutiefst missverstandene Geschöpfe. Die sind eigentlich ganz lieb. Aber war wohl keine gute Idee, das Junge unterm Bett großzuziehen.“
„Du hast ein Chimärajunges unterm Bett?“, wiederholte Leandra ungläubig.
„Jetzt nicht mehr.“
„Rubeus, ich versteh dich ja, aber diese Tierwesen kannst du doch nicht im Schlafsaal halten.“
„Dumbledore sagt das auch. Er sagt, es tut ihm leid, dass er mir Strafarbeiten verpassen muss, aber es sei nun mal gegen die Vorschriften.“
„Mal davon abgesehen ist es gefährlich für die anderen Jungs im Schlafsaal“, meinte Leandra. „Ja, ich weiß.“
Geknickt schlich der riesige Drittklässler davon. Leandra schüttelte den Kopf. Keiner schaffte es, Rubeus klar zu machen, dass Monster nun mal keine Haustiere waren.

Am Montag erwischte Leandra sich, wie sie Tom immer wieder anstarrte und sich fragte, was wohl passieren würde, dass er ein so schrecklicher Zauberer werden würde.
Tom merkte das natürlich und fragte nach der Arithmantikstunde, der letzten Stunde des Tages: „Was ist?“
„Nichts, warum?“
„Meinst du, ich merk das nicht, wenn du mich anstarrst?“
„Ähm... entschuldige.“
Hastig packte Leandra ihre Bücher ein und verzog sich. Toll, jetzt denkt er bestimmt, ich wär in ihn verknallt, dachte sie. Die nächsten zwei Tage versuchte Leandra, ihn zu ignorieren.

In der Nacht sah sie im Traum Rot. Alles war rot. Als ob sie durch eine rote Brille sehen würde. Irgendwann wachte sie auf. Wieder eine Vision? Oder einfach nur ein fieser Traum?

Dann war Halloween. Die Stimmung war gut, alle freuten sich auf das Festessen und die Geistershow am Abend in der Großen Halle.
Fröhlich plaudernd saßen die Schüler am Abend beim Festessen. Leandra sah kurz zu den Slytherins hinüber. Tom unterhielt sich mit Avery. Sie wandte sich wieder ihren Freundinnen zu und kurz darauf begann die Show der Geister. Es wurde viel gelacht und die Schüler klatschten begeistert, als die Darbietung zu Ende war. Dann gab es Nachtisch.
Leandra fiel auf, das Riddle nicht mehr am Slytherintisch saß. War natürlich eine gute Idee, sich ins Mädchenklo zu schleichen, während alle in der Großen Halle sind, dachte sie. Kaum war sie mit Essen fertig, stand sie auf.
„Wo willst du hin?“, fragten Megan und Gaya wie aus einem Mund.
„Muss aufs Klo.“

In der Eingangshalle verpasste Leandra sich wieder den Desillusionierungszauber und hastete dann hoch in den ersten Stock. An der Ecke zum Flur, wo sich die Toiletten befanden, blieb sie stehen und lauschte. Sie glaubte, wieder dieses Zischen zu hören, aber es war anders als neulich. Als ob es eine andere Stimme wäre, eine höhere. Sie hörte ein schleifendes Geräusch, als ob etwas über den Boden kroch. Aber es entfernte sich in die andere Richtung und nach einer Weile war es still. Ganz langsam linste Leandra um die Ecke. Der Flur lag wie ausgestorben da. Ganz langsam schlich Leandra an der Wand entlang bis zum Klo. Niemand war drin und das Klo sah aus wie immer. Leandra schlich weiter den Flur hinunter. Dann erstarrte sie. An der Ecke war mit scharlachroter Farbe eine Botschaft an die Wand geschmiert worden:

DIE KAMMER DES SCHRECKENS WURDE GEÖFFNET.
FEINDE DES ERBEN, NEHMT EUCH IN ACHT!

Dann war das also doch kein Traum letzte Nacht. Deswegen hatte sie alles in Rot gesehen. Es hatte diese Schmiererei hier symbolisiert. Plötzlich sah Leandra, was an dem Fackelhalter neben der Botschaft hing und ihr wurde schlecht. Es war Dung, der Crup des Hausmeisters. Langsam ging sie ihn. Ob er tot war? Zitternd stand sie da und wusste nicht, was sie tun sollte. Was war die Kammer des Schreckens? Und welcher Erbe?

„Leandra?“
Die Gryffindor erschrak so heftig, dass sie einen Satz zur Seite machte. Sie blickte nach rechts. Aus dem dortigen Flur kam ihr Tom Riddle entgegen.
„Was ist los? Du bist ganz weiß im Gesicht.“
Leandra schluckte, dann deutete sie auf die Wand. Tom stellte sich neben sie und las die Botschaft. Dann sah auch er den Crup an der Fackel. Er packte sie am Handgelenk.
„Komm mit. Es ist besser, wenn uns hier niemand sieht.“

Leandra war viel zu geschockt, um etwas zu sagen. Tom zog sie ein Stockwerk höher in ein leeres Klassenzimmer und setzte sie auf einen Stuhl.
„Alles in Ordnung?“, fragte er schließlich.
Leandra gewann ihre Stimme zurück. „Ob alles in Ordnung ist? Du hast die Botschaft an der Wand doch gesehen! Wie soll da alles in Ordnung sein?!“
„Ich meine mit dir! Du bist ganz blass.“
„Das ist nur der Schreck. Aber was machen wir jetzt?“
„Eigentlich sollten wir das melden. Allerdings müssten wir dann erklären, was wir um diese Zeit dort zu suchen hatten, wo noch alle beim Festessen waren. Was hattest du dort eigentlich zu suchen?“
„Ich musste aufs Klo, das ist alles. Und du?“
„Ich war gerade in der Eingangshalle, als ich von oben etwas gehört habe. Also bin ich hochgelaufen und hab dich gefunden. Es wäre besser, wir sagen nichts und warten, bis es ein Lehrer sieht. Bestimmt ist das erst morgen der Fall.“
„Ich weiß nicht... ich würde lieber zu Dumbledore gehen. Du weißt, dass er absolut fair ist und niemanden vorverurteilt. Wenn du nicht mit reingezogen werden willst, erwähne ich nicht, dass du dabei warst.“
Tom sah sie verblüfft an. „Du würdest lügen?“
„Das ist ja nicht direkt gelogen, oder? Ich erwähne nur nicht alles.“
„Gut, dann begleite ich dich noch zu Dumbledores Büro.“
Sie gingen los.

„Weißt du, was das ist? Die Kammer des Schreckens?“, fragte Leandra.
„In der Geschichte Hogwarts ist sie als Legende erwähnt. Angeblich soll Salazar Slytherin eine geheime Kammer in das Schloss eingebaut haben, die erst geöffnet werden kann, wenn sein eigener wahrer Erbe zur Schule kommt.“
„Tja, das scheint zu ihm zu passen, was?“
„Was willst du damit sagen?“
„Jeder weiß, dass Salazar Slytherin am Ende total daneben war. Völlig verrückt, heißt es.“
Toms Gesicht nahm plötzlich eine puterrote Farbe an. „Du solltest aufpassen, was du zu einem Slytherin über seinen Gründer sagst“, knurrte er.
„Aber so steht es doch überall geschrieben.“
„Schreiben kann man viel“, schnaubte Tom.
Leandra merkte, dass er wirklich wütend war und fragte schnell weiter: „Und was soll in der Kammer sein?“
„Es heißt, es sei ein Monster.“
„Na wunderbar. Und dieses Monster rennt jetzt frei in der Schule rum. Was sollen wir jetzt machen? Und überhaupt: Wenn die Kammer wirklich offen ist, dann muss der Erbe in deinem Haus sein, Tom. Es kann nur ein Slytherin sein. Würdest du es irgendjemandem zutrauen?“
„Das ist schwierig. Ich glaube, dass jeder Mensch zwei Seiten hat. Es könnte also jeder sein. Ich werde die Augen offen halten.“
„Wieso hat Slytherin diese Kammer eigentlich eingebaut?“
„Es gab Streit mit den anderen Gründern. Slytherin wollte die Schüler strenger auslesen. Er war der Ansicht, dass es nur Kindern aus magischen Familien, also den Reinblütern, zustehen sollte, Zauberei zu studieren. Er meinte, Kinder mit Muggeleltern seien nicht vertrauenswürdig. Es gab einen heftigen Streit zwischen Gryffindor und Slytherin und Slytherin verließ die Schule.“
„Das ist also der Grund für die ständige Rivalität zwischen den Gryffindors und den Slytherins“, sagte Leandra. „Ich wusste nicht, dass Slytherin den ganzen Reinblüterwahn angefangen hat.“
„Der Legende zufolge hat Slytherin, bevor er die Schule verließ, ohne Wissen der anderen Gründer die Kammer des Schreckens eingebaut. Der Erbe soll die Kammer entsiegeln, den Schrecken im Inneren entfesseln und mit seiner Hilfe die Schule von all jenen säubern, die es nicht wert seien, Zauberei zu studieren.“
„Muggelkinder.“ Leandra starrte auf den Boden, während sie gingen. „Warum hat das tausend Jahre gedauert?“
„Kann ich dir nicht sagen.“
Leandra schwieg. Sie war sich sicher, dass Tom der Erbe Slytherins war. Worauf natürlich kein Mensch kommen würde. Doch nicht der kluge, hübsche Musterschüler Tom Riddle.
„Leandra? Wo willst du hin?“ Leandra sah auf. Sie war geradewegs an Dumbledores Büro vorbeigelaufen, weil sie so in Gedanken war. Schnell drehte sie um.
„Wie gesagt, ich hab dich nirgendwo gesehen“, meinte Leandra.
„Wir sehen uns dann“, meinte Tom und ging davon.

Leandra klopfte. „Herein.“
Sie öffnete die Tür. Dumbledore saß an seinem Schreibtisch und kontrollierte Hausaufgaben. Fawkes, der Phönix, saß auf seiner Stange und schlief.
„Miss Fawcett. Setzen Sie sich.“
„Sir, unten im ersten Stock... da wurde eine Nachricht an die Wand geschmiert.“
Dumbledore reckte sich. „Was für eine Nachricht?“
„Sie lautet: Die Kammer des Schreckens wurde geöffnet. Feinde des Erben nehmt euch in Acht“, zitierte Leandra.
Dumbledore stand auf. „Bringen Sie mich dorthin!“

Im Stechschritt gingen die beiden in den ersten Stock, der verlassen da lag.
„Da“, sagte Leandra und deutete auf die Wand. „Und da drüben hängt der Crup des Hausmeisters, Sir. Ist er tot?“
Dumbledore nahm Dung vom Fackelhalter. „Ich fürchte ja. Aber sagen Sie mir doch, Miss Fawcett. Was haben Sie überhaupt hier gemacht?“
„Ich war dort hinten auf der Toilette. Als ich rauskam, hab ich ein Geräusch gehört und bin dem nachgegangen. Dann hab das hier so vorgefunden. Ich hab noch nachgeschaut, aber ich hab niemanden gesehen.“
Dumbledore strich sich nachdenklich durch den Bart.
„Was passiert jetzt, Sir? Was soll das sein, Kammer des Schreckens? Und was für ein Erbe?“
„Das werde ich euch morgen im Unterricht schildern. Sie gehen jetzt sofort in Ihren Schlafsaal, Miss Fawcett. Ich muss den anderen Lehrern und dem Direktor sprechen.“
„Ja, Sir. Gute Nacht.“ Leandra machte, dass sie fortkam.

Oben im Schlafsaal wurde sie schon ungeduldig erwartet: „Wo warst du denn?“
Megan und Gaya sahen sie verärgert an.
„Ich muss euch was erzählen.“
Leandra erzählte ihnen die Geschichte genauso, wie sie sie eben Dumbledore erzählt hatte.
„Kammer des Schreckens?“, fragte Megan.
„Warte, da klingelt’s bei mir.“
Gaya sprang auf und holte ein dickes, in Leder gebundenes Buch aus ihrem Koffer.
„Die Geschichte Hogwarts“, sagte sie und schlug es auf. Hastig blätterte sie, bis sie das Kapitel gefunden hatte. Sie lasen es gemeinsam durch.
„Das heißt, das Monster stürzt sich auf alle Muggelkinder?“, fragte Gaya und Leandra nickte traurig. Die beiden sahen Megan an, denn Megan kam aus einer Muggelfamilie.
„Du gehst nirgendwo mehr allein hin!“, bestimmte Gaya. „Wir gehen immer zusammen überall hin!“
„Meint ihr nicht, dass ihr übertreibt? Vielleicht erlaubt sich da einfach jemand ein Scherz, jemand, der dieses Kapitel gelesen hat. Und der tote Crup – der war bei den Schülern verhasst genug. Wahrscheinlich hatte einfach jemand die Nase voll von ihm.“
Leandra und Gaya sahen sich an.
„Das könnte natürlich sein“, meinte Gaya langsam. „Aber das wäre ein ziemlich schlechter Scherz, oder?“


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Ich schreibe über Gut und Böse und habe die Verantwortung, das ordentlich zu machen. So einfach ist es nicht, - das Gute gewinnt nicht immer.
Joanne K. Rowling