
von Zelda-Angel
Danke für die Kommis *freu*
Sorry, das Kapi ist etwas kurz, aber das nächste ist länger, das versprech ich euch schon mal! Viel Spaß beim Lesen!
Kapitel 3
Am nächsten Morgen erklärte Dumbledore den Gryffindors im Unterricht, was passiert war. Die meisten hatten dich Sache noch gar nicht mitbekommen.
„Wenn ihr etwas verdächtiges bemerkt, meldet ihr es unverzüglich.“
Man konnte Dumbledore ansehen, dass er zu anderen Maßnahmen gegriffen hätte.
„Anscheinend denkt Schulleiter Dippet auch, es handle sich um einen schlechten Scherz“, stellte Leandra fest.
„Aber es wäre mir wohler, wenn ihr nicht mehr ins Mädchenklo im ersten Stock geht.“
„Weil du da dieses Geräusch gehört hast?“
„Ja.“
Die Nachricht an der Wand war die nächsten Tage Gesprächsthema Nummer eins, aber Mitte der Woche wurde es durch Quidditch abgelöst. Am Samstag fand das Quiddichspiel Gryffindor gegen Ravenclaw statt. Das lenkte die Schüler von dem Angriff ab.
„Zeig’s ihnen, Leandra!“, sagte Megan beim Frühstück.
„Genau, wir müssen den Hauspokal holen und das klappt am besten, wenn man den Quidditch-Pokal gewinnt!“, pflichtete Gaya bei.
Bilius Weasley, der Captain, hielt in der Umkleide eine kleine Anfeuerungsrede, dann ging’s aufs Feld. Die Teams stellten sich auf und Bilius schüttelte dem Captain der Ravenclaws, Frank Jones, die Hand. Leandra bestieg ihren Komet 180. Der Schiedsrichter, damals noch kein Lehrer, sondern von der Quidditch-Liga gestellt, pfiff das Spiel an und vierzehn Besen stiegen in die Höhe. Alfie Weasley kommentierte das Spiel.
„Potter hat den Quaffel, aber schon fliegt ihm Rosana Cole in den Weg, er wirft den Quaffel zu Fawcett, die mit ihm auf und davon jagt. Aber da kommt Treiber Goldstein und versucht, sie zu blocken, sie wirft McDonald den Quaffel zu, mach ihn rein, Emily! Ja, sie trifft! 10:0 für Gryffindor!“
Es war eine hart umkämpfte Partie. Nach einer halben Stunde stand es bereits 130:110 für Gryffindor und der Schnatz war noch nirgends zu sehen. Cole Lovejoy als Hüter gab zwar sein Bestes, aber die Jäger von Ravenclaw waren verdammt gut. Zwar schoss auch Gryffindor weiter Tore, aber es war sehr knapp.
„Verdammt, Adrian, jetzt fang endlich diesen blöden Schnatz!“, rief Emily ihm im Vorbeifliegen zu.
„Würd ich ja, wenn er mal auftauchen würde!“
Zwanzig Minuten später war Leandra gerade mit dem Quaffel auf dem Weg zum Tor, als plötzlich etwas scharlachrotes an ihr vorbeisauste. Sie sah Adrian nach, der kurz darauf den Schnatz packte. Die Gryffindors jubelten. Das Spiel endete 330:170 für Gryffindor. Leandra flog jubelnd auf ihr Team zu und alle klopften Adrian die Schulter. Aufgrund der vielen Tore plus die 150 Punkte für den Schnatzfang lag Gryffindor jetzt an erster Stelle in der Tabelle. Im Gemeinschaftsraum gab es eine Riesenfete.
Aber trotzdem lag in den nächsten Tagen eine gewisse Anspannung in der Luft und die Schüler sahen immer wieder nervös über die Schulter, wenn sie in den Fluren unterwegs waren.
„Hat Dippet bei euch Slytherins rumgefragt?“, fragte Leandra Tom in Zaubertränke.
„Seltsamerweise nicht.“
„Was?“
„Anscheinend glaubt er wirklich, das ganze sei ein schlechter Scherz.“
„Ja, wirklich witzig. Es ist ja zum Totlachen, ein armes Tier umzubringen und alle Leute in Panik zu versetzen, haha.“
Irgendwie versuchte Leandra seit dem Vorfall, an Toms Menschlichkeit zu appellieren.
„Ich glaube nicht, dass es ein Scherz ist. Ich denke, die Sache ist ernst“, murmelte er.
„Warum?“
„Ganz einfach. Es gibt genug Idioten, in jedem Jahr. Die Legende von der Kammer gibt es seit Jahrhunderten, aber noch nie hat sich jemand damit einen Scherz erlaubt.“
„Klingt plausibel. Hast du eigentlich keine Angst?“
„Vor Slytherins Monster? Nein, warum? Es heißt doch, dass es nur Muggelstämmige angreift, oder?“
„Woher will dieses Vieh wissen, wer muggelstämmig ist und wer nicht? Tragen wir alle ein Schild um den Hals, wo draufsteht: Reinblüter, Halbblüter, Muggelstämmig?“
„Natürlich nicht. Ich weiß es ja auch nicht.“
Oh doch, und wie du das weißt, Tom Riddle, dachte Leandra grimmig.
Leandra beobachtete Tom weiterhin. Immer wieder schlich er sich zum Mädchenklo, aber das Monster sah sie nicht und es gab auch keinen weiteren Vorfall.
Eine Woche später schlich Leandra sich wieder ins Mädchenklo, um Riddle aufzulauern. Sie öffnete die Tür und bekam einen Riesenschreck. Auf dem Boden lag Alicia Troy, eine Erstklässlerin auf Hufflepuff. Sie hatte einen Ausdruck des Entsetzens auf dem Gesicht und lag seltsam steif da. Leandra kniete sich neben ihr auf den Boden und rüttelte ihren Arm, aber er bewegte sich keinen Millimeter. Sie musste Hilfe holen. „Expecto Patronum!“ Ihr Patronus, ein silbern schimmerndes Pferd, tauchte auf. Leandra schickte ihn mit einer Nachricht zu Dumbledore und keine fünf Minuten später stand ihr Hauslehrer vor ihr.
„Ich hab sie so aufgefunden, Sir.“
Leandra machte Dumbledore Platz, der den steifen Körper des Mädchens kritisch beäugte.
„Sie wurde versteinert“, sagte er schließlich.
„Versteinert?“
„Aber wie, kann ich nicht sagen. Ich bringe Miss Troy in den Krankenflügel. Kommen Sie mit, Miss Fawcett.“
„Ich hoffe, dass Dippet das Ganze jetzt nicht mehr für einen Scherz hält!“, sagte Leandra bitter, nachdem Dumbledore Alicia auf ein Bett hatte schweben lassen. „Das hätte verhindert werden können, sogar müssen!“
„Ich weiß. Aber wir können ihr helfen. Professor Aubrey konnte im Sommer Alraunen züchten. Wenn sie reif sind, können wir Miss Troy mit einem Alraunensaft wiederbeleben.“
„Wie lange dauert es, bis dieser Alraunentrank fertig ist?“
„Der Trank geht schnell, aber bis die Alraunen reif sind, dauert es wahrscheinlich bis nächstes Frühjahr.“
„So lange?!”
„Ja, leider“, antworte Madam Summers. Dumbledore wandte sich an Leandra.
„Gehen Sie jetzt. Ich bitte Sie, Miss Fawcett, vorerst Stillschweigen über diese Sache zu bewahren.“
„Ja, Sir.“
Bedrückt schlich Leandra durch die Gänge des Schlosses. Irgendwo liefen ihr Megan und Adrian händchenhaltend und kichernd über den Weg, aber Leandra konnte sich kein Lächeln abringen. Wie war das Mädchen versteinert worden? Ich muss in die Bibliothek, dachte sie und rannte los.
Sie suchte Bücher über Zauber heraus, die jemanden versteinern konnten, aber nirgendwo wurde diese Versteinerung so dargestellt, wie die Erstklässlerin ausgesehen hatte. Leandra seufzte. Wenn dort unten wirklich ein Monster hauste, war es sicher in keinem Buch über magische Geschöpfe aufgeführt. Vor allem nicht, wenn es wirklich schon seit fast tausend Jahren dort unten hauste. Bestimmt war es eine gänzlich unbekannte Art, die noch kein Mensch zu Gesicht bekommen hatte.
„Für welches Fach ist das denn?“
Leandra schreckte hoch und blickte geradewegs in die dunklen Augen von Tom Riddle. Leandra überlegte kurz. Es hätte keinen Sinn, ihn anzulügen, spätestens morgen wusste es ohnehin die ganze Schule.
„Ein Mädchen ist versteinert worden. Vermutlich von dem Monster.“
„Versteinert?“
„Ja, aber Dumbledore konnte nicht sagen, wie. Jetzt bin ich hier am Suchen, aber ich glaube nicht, dass ich irgendwas finde.“ Leandra seufzte. „Ich versteh das nicht.“
„Was verstehst du nicht?“, fragte Tom und setzte sich auf die Tischkante. Leandra sah zu ihm hoch.
„Wie man so etwas tun kann. Das ist grausam. Und es ist total sinnlos.“
„Sinnlos?“
„Natürlich. Das einzige, was man davon hat, sind trauernde Familien und Freunde, Panik in der Schule und jeder verdächtigt jeden. Und was für einen Sinn macht es, Hexen und Zauberer töten zu wollen, nur weil ihre Eltern Muggel sind? Das interessiert doch kein Mensch, sie können doch zaubern. Außerdem: Die meisten Zauberer haben ohnehin gemischtes Blut. Wenn wir keine Muggel geheiratet hätten, wären wir ausgestorben.“
Tom öffnete den Mund, schloss ihn jedoch wieder, ohne etwas zu sagen.
„Ich wette, dass mindestens die Hälfte aller Slytherins ebenfalls gemischtes Blut hat, was natürlich niemand von euch zugeben würde“, setzte Leandra noch eins drauf.
„Du solltest bedenken, mit wem du sprichst“, sagte Tom sanft und Leandra lief ein Schauer über den Rücken. Sanft und gefährlich zugleich klang das, aber jetzt legte sie richtig los:
„Ihr Slytherins vertragt auch gar nichts, oder? Große Töne spucken könnt ihr alle, aber einen Schlag unter die Gürtellinie und schon fangt ihr an zu flennen! Das ist echt erbärmlich!“
Leandra stand auf und stürmte davon. Das hatte gut getan!
Am Abend stand Dumbledore im Gemeinschaftsraum der Gryffindors und teilte mit, dass sich die Schüler nur noch mindestens zu zweit in den Fluren aufhalten durften. Alleingänge waren ab sofort verboten. „Toll, kann man nicht mal in Ruhe aufs Klo“, murrte jemand, als Dumbledore weg war.
Es gab inzwischen einen Ansturm auf die Fahrkarten für den Hogwarts-Express, denn alle wollten über Weihnachten nach Hause. Leandra blieb da, es war das ZAG-Jahr und sie hatte dank Riddle nicht so viel gelernt, wie sie sollte, weil sie ständig auf Detektiv-Arbeit war. Sie wusste, dass Riddle auch da blieb, war aber überzeugt, dass in den Ferien nichts passieren würde, weil ohnehin kaum jemand da war.
„Warum fährst du nicht nach Hause? Hast du keine Angst vor dem Monster?“, fragte Megan.
„Ich brauch keine zu haben. Ich hab zwar über einen Urgroßvater auch Muggelblut, aber ich glaub, das zählt schon nicht mehr. Außerdem muss ich lernen. Aber fahrt ihr nur nach Hause und macht euch keine Sorgen um mich. Ich werde hauptsächlich in der Bibliothek rumhängen.“
Zwei Tage vor Weihnachten begannen die Ferien und Leandra verabschiedete sich von Megan und Gaya.
„Frohe Weihnachten, ihr beiden. Wir sehen uns dann in zwei Wochen.“
„Dir auch, Leandra. Bis bald!“
Es war eine gespenstische Stille im Schloss, als Leandra mit ihrer Schultasche zur Bibliothek ging. Sie musste jetzt wirklich lernen. Am Nachmittag tauchte Riddle kurz in der Bibliothek auf, zeigte der Bibliothekarin ein Stück Pergament und ging dann in die Verbotene Abteilung hinüber.
Leandra beobachtete, wie er mit einem großen in schwarzem Leder gebundenen Buch namens Geheimnisse der- weiter konnte Leandra nicht lesen und sie verschanzte sich schnell wieder hinter ihrem Buch.
Tom schien sie nicht bemerkt zu haben. Madam Pince knüllte das Pergamentstück zusammen und warf es in den Papierkorb, dann verschwand sie hinten in der Abteilung für Geschichte. Leandra richtete den Zauberstab auf den Papierkorb: „Accio Pergament“, flüsterte sie und schon kam der zusammengeknüllte Pergamentball in ihre Hand geflogen. Gespannt faltete Leandra es auseinander.
„Geheimnisse der dunkelsten Kunst“, las sie. Volltreffer! Schnell stopfte sie das Pergament in ihre Tasche. Das bestätigte ihre Vision. Tom Riddle, der Musterschüler, vertiefte sich in den Dunklen Künsten. Natürlich war auch das wieder kein Beweis für Dippet, denn Riddle würde behaupten, das Buch nur zur Hintergrundlektüre ausgeliehen zu haben. Leandra grübelte. Tom Riddle würde ein sehr gefährlicher Zauberer werden – wenn die Vision wirklich wahr war und die Zukunft zeigte. Sie war sich sicher, dass er auf dem besten Weg dazu war – er hatte schließlich die Kammer des Schreckens geöffnet und war der Erbe Slytherins, dessen war sie sich ganz sicher.
Sie musste verhindern, dass Tom böse wurde. Wenn sie nicht wollte, dass die Zukunft so werden würde, wie ihre Vision sie zeigte, musste sie Tom daran hindern, böse zu werden. Obwohl er das schon war, sonst hätte er die Kammer nicht geöffnet. Aber vielleicht war es noch nicht zu spät. Die Frage war nur, wie sie das anstellen sollte.
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