
von Zelda-Angel
So, noch schnell vor dem groĂźen Showdown Deutschland vs. Spanien das neue Kapi rein.
Danke fĂĽr die lieben Kommis! Viel SpaĂź mit dem neuen Kapi.
Kapitel 6
Die nächsten Wochen verhielt sich Tom ziemlich merkwürdig. Mal war er kalt und abweisend zu Leandra, dann wieder nett. Sie konnte sich überhaupt keinen Reim darauf machen.
Im März sah Leandra, wie Rubeus Hagrid ziemlich bedrückt über die Ländereien ging. Sie lief zu ihm.
„Was ist los, Rubeus?“
„Pringle hat mich erwischt, wie ich aus dem Verbotenen Wald gekommen bin.“
„Hast du wieder mit Trollen gerauft?“
„Mit den Jungs hier geht das ja schlecht, nich?“
„Ach Rubeus, was sollen wir bloß mit dir machen? Du weißt doch, dass es nicht erlaubt ist.“
„Aber es macht solch’n Spaß.“
Leandra seufzte. „Tu dir einen Gefallen und lass es, sonst schmeißen die dich am Ende noch raus.“
Eine Woche später hing eine Mitteilung am Schwarzen Brett, dass alle Fünftklässler in der kommenden Woche eine Berufsberatung besuchen mussten.
In Alte Runen fragte Tom, der in dieser Woche wieder richtig unfreundlich zu Leandra gewesen war, sie leise: „Raum der Wünsche? Heute Abend um sieben?“
Leandra hob skeptisch eine Braue. Aber dieses Hin und Her war sie inzwischen gewohnt. „Na gut“, stimmte sie zu.
Bei ihrem Treffen im Raum der WĂĽnsche war die Berufsberatung Thema Nr. 1.
„Was möchtest du eigentlich später mal machen?", fragte Leandra.
„Ich weiß es noch nicht so genau. Ich würde gerne andere magische Länder bereisen und viel lernen. Vielleicht kann ich später dann als Lehrer hierher zurückkommen."
„Du willst Lehrer werden?", fragte Leandra ungläubig.
„Wundert dich das?"
„Von deinem Können her gar nicht. Aber willst du dir das wirklich antun?"
„Wie meinst du das?"
„Lauter freche, nervige Kinder, die einem auf der Nase rumtanzen, Lehrer doof finden und heimlich Knallfrösche durch die Gegend werfen. Und hinter deinem Rücken werfen sie einem dann lauter Schimpfwörter an den Kopf. Ich meine, guck uns doch an. Wir waren in den ersten drei Jahren wirklich frech, der ganze Jahrgang. Willst du dir das wirklich zumuten?"
Tom sah sie einen Moment verdutzt an.
„Hm, daran hab ich ehrlich gesagt, nicht gedacht. Vielleicht sollte ich mir das nochmal überlegen."
„Ja, solltest du. Das schont die Nerven, glaub mir. Mir reicht schon meine kleine Schwester. Manchmal bin ich richtig froh, dass sie in Ravenclaw ist und ich meine Ruhe habe."
„Ihr mögt euch wohl nicht so besonders."
„Doch eigentlich schon. Aber sie kann einen echt nerven. Ich leih sie dir gern mal einen Tag aus – glaub mir, danach hast du für den Rest deines Lebens die Nase voll."
Tom begann zu lachen. „Jetzt übertreibst du aber."
„Nein, ich doch nicht."
„Hör ich da aber raus, dass du später keine Kinder haben willst?"
„Doch, doch. Das ist ja was anderes. Okay, wahrscheinlich nerven die mich auch, aber das sind ja meine Kinder."
„Das beruhigt mich jetzt aber. Ich habe für einen Moment gedacht, du bist doch zu anders als die anderen."
„Tom Riddle, willst du etwa Kinder mit mir?"
Tom starrte sie an.
Leandra begann zu lachen. „Das war ein Witz!" Sie kriegte sich gar nicht mehr ein vor Lachen.
„Du hättest dein Gesicht sehen sollen! Ich hab dich noch nie so schockiert gesehen!"
Toms Mund verzog sich zu einem Grinsen. „Wirklich witzig.“
Als Leandra sich irgendwann wieder beruhigt hatte, sagte sie: „Tut mir leid, ich konnte einfach nicht widerstehen."
„Schon gut."
Leandra hörte langsam auf zu kichern.
„Aber um nochmal aufs Thema zurück zu kommen: Was willst du eigentlich später mal werden?", fragte Tom.
„Ich hab keine Ahnung. Wirklich nicht. Ich möchte so viel machen, aber das kriegt man nicht in einem Beruf unter. Aber ich mag magische Geschöpfe so gern, deswegen glaube ich, dass es in diese Richtung geht. Mal sehen."
„Hauptsache, die gefällt, was du tust."
„Genau, das ist das wichtigste."
Am Dienstagnachmittag Ende März waren Leandra, Gaya und Megan gerade auf dem zu Zauberkunst im ersten Stock, als aus dem nächsten Korridor ein entsetzlicher Schrei zu hören war.
„Was ist da los?", fragte Gaya.
„Los, hin!", sagte Leandra, die Schlimmes ahnte.
Im Korridor, genau unter der mit roter Farbe geschmierten Nachricht, stand Leandras kleine Schwester Lovisa und schrie wie am SpieĂź.
„Hey, Kleine, was ist los?" Leandra umarmte sie, dann sah sie, was los war. Mitchell Sangster, ein Mitschüler von Lovisa, lag versteinert auf dem Boden.
„Ich hol Dumbledore!", rief Megan und lief los.
Lovisa hatte inzwischen aufgehört zu schreien und weinte in Leandras Umhang. Leandra seufzte. Sie hatte gehofft, dass Tom Einsehen gehabt hatte und mit den Angriffen aufgehört hatte. Pustekuchen.
Dumbledore kam und brachte den steifen Körper in den Krankenflügel. Dann fragte er Lovisa, was passiert war.
"Ich w-w-weiß nicht. Wir sind einfach nur den Flur runter und auf einmal h-h-hat Mitch Richtung Fenster geschaut, dann sah er plötzlich total erschrocken aus und im nächsten Moment lag er auf dem B-Boden. Ich hab am Fenster aber nichts gesehen", schloss Lovisa immer noch von Schluchzern geschüttelt.
„Ist schon gut, Kleine", sagte Leandra und drückte sie.
„Danke, Miss Fawcett", sagte Dumbledore. „Madam Summers gibt Ihnen gleich etwas zur Beruhigung." Lovisa nickte und sah alle mit verheultem Gesicht an.
„Was für ein Monster ist das? Anscheinend verletzt es seine Opfer ja nicht, es berührt sie nicht einmal", überlegte Leandra abends im Schlafsaal mit Gaya und Megan. „Merlin, wenn ich dran denke, dass es genauso gut die Kleine hätte treffen können...!"
Gaya nahm Leandra in den Arm.
„Anscheinend muss allein der Anblick so schrecklich sein, dass die Opfer sofort versteinert werden", meinte Megan.
„Ich hab noch nie von so einem Tierwesen gehört", sagte Gaya.
„Die Lehrer scheinen auch keinen Plan zu haben, nicht mal Dumbledore. Und der weiß doch eigentlich alles."
„Anscheinend eben nur fast alles", ergänzte Megan.
Spät am Abend saß Leandra oben auf dem Astronomieturm. Warum hatte sie Riddle eigentlich nicht verpetzt? Sie hätte gleich zu Dumbledore gehen sollen, als er die Nachricht an die Wand geschmiert hatte. Aber sie konnte es nicht beweisen. Und Riddle würde behaupten, sie würde lügen und er sei überhaupt nicht im Mädchenklo gewesen. Dippet würde ihm glauben, nicht ihr.
Am nächsten Tag fand Tom Leandra in der Bibliothek.
„Ich hab von gestern gehört", sagte er.
„Lovisa ist völlig fertig. Madam Summers hat sie im Krankenflügel behalten."
Leandra schaffte es nicht, den vorwurfsvollen Unterton aus ihrer Stimme herauszuhalten.
Dann brach es aus ihr heraus: „Dieses Mistvieh hat beinahe meine Schwester umgebracht. Ich meine, sie ist eine Nervensäge und alles, aber ich hab sie doch lieb, verdammt!"
Leandras Stimme zitterte und Tränen glitzerten in ihren Augen. Tom sah sie mit einem undefinierbaren Gesichtsausdruck an, dann setzte er sich neben sie und drückte kurz ihre Hand. Als ob er sich entschuldigen wollte, schoss es Leandra durch den Kopf. „Geht's?", fragte Tom und ließ ihre Hand wieder los. Leandra nickte. „Muss ja."
Es ging auf Ostern zu und die Fünftklässler brachen unter ihren Bergen an Hausaufgaben, Zusatzaufgaben und Stoffwiederholungen schier zusammen.
Toms Verhalten gegenüber Leandra war genauso wechselhaft wie das Aprilwetter. Mal war er abweisend zu ihr und dann bot er ihr plötzlich an, ihr beim Lernen oder beim Zaubern zu helfen, was sie dann im Raum der Wünsche taten.
Leandra vermutete, dass er sie irgendwie mochte und gleichzeitig versuchte, sich davon abzuhalten, sie zu mögen. Falls das irgendwie einen Sinn ergab.
An den beiden Samstagen nach Ostern kam eine willkommene Abwechslung: Die letzten Quidditch-Spiele der Saison. Zuerst spielte Slytherin gegen Ravenclaw. Ravenclaw verlor ganz knapp mit 150:160.
Am Samstag danach stieg dann das letzte Quidditchspiel für Gryffindor gegen Hufflepuff. Auch wenn Hufflepuff alles gab, die Jäger von Gryffindor waren ihnen einfach überlegen. Auch Adrian hatte einen guten Tag und das Spiel war nach nur 15 Minuten vorbei – Endstand: 210:30 für Gryffindor. Damit gewann Gryffindor den Quidditch-Pokal und es wurde lautstark gefeiert. Alle freuten sich, dass Slytherin es dieses Jahr nicht geschafft hatte. Die Party im Gemeinschaftsraum ging bis tief in die Nacht – bis irgendwann Dumbledore auftauchte und die Party mit einem Schmunzeln auflöste.
Die ZAGs rückten immer näher und hinter dem Rücken der Lehrer brach ein Handel mit allen möglichen Glücksbringern und Leistungsputschmitteln aus.
„Als ob der Mist etwas helfen würde", meinte Leandra zu Tom, während sie beobachteten, wie ein paar Schüler bei Bilius Weasley ein paar "Aufbau-Bonbons" kauften.
„Einbildung ist eben auch eine Bildung", meinte Tom.
„Eigentlich müssten wir ihnen das ganze Zeug abnehmen, wir sind Vertrauensschüler", meinte Leandra.
„Tun wir aber nicht."
„Warum eigentlich?"
„Weil wir sonst bei allen unten durch sind."
„Stimmt."
Dann brach die ZAG-Woche an. Die meisten Schwierigkeiten hatte Leandra in Geschichte und Arithmantik und sie glaubte, in Zauberkunst, Verwandlung und Verteidigung so gut abgeschnitten zu haben, dass es vielleicht sogar zu einem O reichen könnte.
Tom würde natürlich in allen Fächern ein Ohnesgleichen erhalten, das war Leandra klar.
Da die Prüfungen vorbei waren, war kein Unterricht mehr. Fünft- und Siebtklässler faulenzten, während alle anderen Schüler ihre Jahresabschlussprüfungen schrieben.
Seit der ganze Lernstress vorbei war, war Tom wieder um einiges netter zu Leandra. Sie schĂĽttelte den Kopf. Er war wirklich merkwĂĽrdig.
Tom und Leandra unternahmen an einem schönen Tag einen Riesenspaziergang ums ganze Gelände, während die anderen Schüler am See rumhingen.
„Wie geht’s deiner Schwester?“, fragte Tom.
„Sie hat immer noch jede Nacht Alpträume. Ich hoffe, dass sie die Prüfungen einigermaßen schafft.“
„Das tut mir leid.“ Und wie es dir leid tut, du elender Lügner!, dachte sie. Leandra war kurz davor, ihm zu sagen, dass sie alles wusste, aber sie konnte sich gerade noch beherrschen.
„Mein Dad macht Dippet jetzt ganz schön Druck. Schickt ihm inzwischen jeden Tag eine Eule mit einem Heuler, dass er komplett unfähig ist und so weiter. Ich hab Dad noch nie so wütend erlebt.“
„Ich kann verstehen, dass er aufgebracht ist. Aber es ist heftig, Dippet vorzuwerfen, er sei unfähig. Immerhin hat keiner eine Ahnung was los ist. Das Ministerium hat ja inzwischen auch schon ein paar Mal seine Leute vorbeigeschickt und die konnten auch nichts rausfinden.“
„Ja, ich weiß. Er hat eben Angst um Lovisa und mich, ist doch klar.“
Sie schwiegen eine Weile.
„Was machst du in den Ferien?“, fragte Leandra.
„Nichts.“
„Was soll das heißen, nichts?“
„Ich muss in den Ferien in das Waisenhaus für Muggel zurück. Ich lebe seit meiner Geburt dort. Und unter Muggeln kann ich nichts machen.“
„Im Sommer ist die Quidditch-Weltmeisterschaft in Irland drüben.“
„Ich hab kein Geld für die Karten.“
Irgendwie tat er Leandra leid. Vielleicht wäre er ganz anders geworden, wenn er eine Familie gehabt hätte.
„Komm mich doch in den Ferien besuchen.“
Im nächsten Moment hätte Leandra sich am liebsten auf die Zunge gebissen. Was hatte sie da eben gesagt?!
Tom sah sie fragend an und sie redete weiter, ohne dass sie es wollte. Es war, als hätte sich ihre Stimme selbstständig gemacht.
„Wir können zusammen hingehen – also mein Dad, du und ich. Mum und Lovisa haben’s nicht so mit Quidditch. Dad kriegt immer Freikarten, er ist mit dem Chef für die Abteilung Magischer Spiele und Sportarten zur Schule gegangen und sie sind befreundet.“
„Du lädst mich in den Ferien zu dir nach Hause ein? Und zur Quidditch-Weltmeisterschaft?“, wiederholte Tom erstaunt.
„Ja. Also, was sagst du?“ Leandra hatte keine Ahnung, warum sie das tat.
„Das wäre schon toll“, sagte Tom noch etwas zögernd.
„Also abgemacht. Dad kriegt immer Karten fürs Finale. Das ist am 11. August. Wie wär’s, wenn wir dich am 9. August abholen, dann zeig ich dir alles und dann geht’s zum Finale. Und danach kannst du gerne noch bleiben, so lange du willst, Mum liebt es, wenn sie jemanden betütteln kann. Du hättest sogar dein eigenes Zimmer. Also, es ist das Gästezimmer, aber so lange du da bist, ist es deins. Du kannst von mir aus auch Bilder aufhängen oder die Wandfarbe verändern oder sonst was.“
„Das klingt wirklich gut. Und deine Eltern haben wirklich nichts dagegen?“
„Quatsch, die freuen sich. Aber ich muss dich vorwarnen: Meine Familie ist komplett irre.“ Sie lachte.
„Gut zu wissen“, meinte Tom, dann nahm er plötzlich ihre Hand. „Danke.“
„Gern geschehen.“
Tom lächelte kurz und drückte ihre Hand, dann ließ er sie wieder los.
„Wo wohnst du eigentlich?“, wollte er dann wissen.
„In der Nähe von Newmarket.“
„Das ist ja gar nicht so weit von London.“
„Ja, genau. Ich schick dir in den Ferien noch eine Eule, wann genau wir dich holen und so weiter. Aber darfst du überhaupt da weg?“
„Das geht schon in Ordnung.“
„Okay.“
Munter plaudernd setzten sie ihren Spaziergang fort.
Leandra verstand sich selbst nicht. Tom ließ ein Monster auf die Schüler los und sie lud ihn in den Ferien zu sich nach Hause ein. Wahrscheinlich, weil er ihr trotz allem leid tat. Weil sie versuchte, ihn besser werden zu lassen. Vielleicht war er gar nicht böse, sondern nur verbittert.
Zwei Tage später, es war der 13. Juni, traf Leandra sich mit Tom am frühen Abend im Pokalzimmer. Er hatte anscheinend, bevor sie kam, die ganzen Auszeichnungen nach irgendeinem Namen abgesucht.
„Hast du inzwischen etwas über deine Eltern herausgefunden?“, fragte Leandra.
„Ja, hab ich.“
„Und?“
Tom wollte gerade antworten, als plötzlich eine Lautsprecherdurchsage durch die Schule hallte: „Sämtliche Schüler begeben sich sofort in ihre Gemeinschaftsräume! Die Lehrer treffen sich im Lehrerzimmer. Unverzüglich bitte!“
Leandra starrte Tom an. Wie kann er – er ist doch hier! Ist er etwa doch nicht der Erbe Slytherins?, dachte sie verwirrt.
„Nicht schon wieder“, sagte sie.
„Tja, wir sehen uns dann wohl erst morgen. Bis dann!“
„Bis morgen!“
Später im Gemeinschaftsraum erzählte Dumbledore, dass es einen erneuten Angriff gegeben habe. Aber das Opfer wurde nicht versteinert.
„Das Mädchen wurde tot aufgefunden.“ Entsetztes Keuchen und ratlose Blicke bei den Gryffindors.
„Wer?“, fragte Victoria, die Schulsprecherin.
„Myrte Adams aus Ravenclaw.“
„Die Kleine mit der Brille und den beiden Zöpfen“, flüsterte Gaya Megan und Leandra zu.
„Niemand verlässt nach 18 Uhr den Gemeinschaftsraum. Kein Schüler geht ohne Begleitung eines Lehrers auf die Toilette. Die Klassen werden in Zukunft immer von einem Lehrer von einem Klassenzimmer in das andere begleitet. Wer sich nicht an diese Regeln hält, muss mit schweren Strafen rechnen. Es ist zu eurer eigenen Sicherheit“, sagte Dumbledore und wandte sich zum Gehen.
Leandra stand auf und ging zu ihm. „Sir? Wo wurde Myrte gefunden?“
„In der Mädchentoilette im ersten Stock.“
„Und wann?“
„Vor etwa dreißig Minuten, aber sie lag wohl schon seit Stunden dort. Warum?“
„Nur so.“
Dumbledore sah sie mit durchdringendem Blick an. „Wollen Sie mir vielleicht etwas erzählen, Miss Fawcett?“
„Nein, Sir.“
Dumbledore sah sie nochmal kritisch an, dann seufzte er und verlieĂź den Gemeinschaftsraum.
Leandra rechnete. Wenn Myrte schon länger dort gelegen hatte, hieß das... das hieß, dass Tom nur kurz vor ihrem Treffen vorhin einen Menschen umgebracht hatte! Leandra ließ sich mit zitternden Knien in den nächsten Sessel sinken.
Sie war geschockt. Er hatte ein Mädchen getötet und sich danach mit ihr getroffen, als sei nichts gewesen. Er war wie immer. Der Tod des Mädchens war ihm gleichgültig.
Sie musste mit ihm reden. Aber was würde passieren, wenn sie es tat? Würde er sie ebenfalls töten, um sie zum Schweigen zu bringen? Würde er sie foltern, bis sie schwor, nichts zu sagen? Oder vielleicht auf den Unbrechbaren Schwur bestehen? Ihr Gedächtnis manipulieren? Oder würde er alles abstreiten? Oder noch unwahrscheinlicher: Alles zugeben, ihr erklären, wie es dazu kommen konnte und sie bitten, niemanden etwas zu sagen?
Da waren wieder die tausend Gesichter des Tom Riddle. Leandra konnte absolut nicht einschätzen, wie er reagieren würde, sollte sie ihn darauf ansprechen.
In dieser Nacht tat sie kein Auge zu.
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