
von Dr. S
Beim besten Willen konnte Regulus nicht verstehen, warum Potter so tat, als wäre er das flauschigste Unschuldslamm in ganz Hogwarts und Regulus hätte versucht ihn zu scheren.
Da stand er, in seiner imposanten Quidditch-Robe, und schenkte Regulus nicht einen klitzekleinen Blick. Jeden Spieler Slytherins musterte er mit einer extra großen Portion Spott in den Augen und Regulus war wie ein blinder Punkt.
Gut, Potter würde ihn schon noch ansehen müssen, sobald Slytherin seinen Hühnerhaufen in den Boden gestampft hatte. Die Gryffindors hatten sich für eine letzte Besprechung im Kreis aufgereiht, während Selwyn seine Mannschaft wie üblich stramm in einer Reihe stehen ließ.
Regulus‘ Platz war wie immer ganz hinten, weshalb er für eine ganze Weile der einzige war, der die näherkommenden Schritte bemerkte. Sirius eilte auf ihn zu. Regulus war ehrlich verwundert, vor allem, als sein Bruder ihn angrinste und bei ihm stehenblieb, anstatt gleich zu Potter zu rennen.
„Hey, Reggie!“ Sirius schaute kurz über Regulus‘ Kopf. Chambers lauschte sehr offensichtlich ihrem Gespräch, was Sirius langfristig gesehen aber nicht zu stören schien. „Schon nervös?“
Regulus schüttelte den Kopf.
Sirius grinste. „Ich wollt dir nur kurz viel Glück wünschen, Brüderchen“, sagte er und streckte die Arme aus, nur Zentimeter davon entfernt Regulus in seinen Käfig aus Armen zu sperren. Regulus verhinderte jede Umarmung indem er seinen Besen sehr auffällig vor seine Brust und damit zwischen sich und Sirius hielt. Sirius verdrehte amüsiert die Augen und beließ es bei einem Schulterklopfer. „Vater ist nicht da. Also, ich hab ihn nicht gesehen. Falls dich das interessiert.“
„Wieso sollte es?“ Regulus spürte die Enttäuschung erst, als er die Worte schon ausgesprochen hatte, schüttelte sie aber genauso schnell wieder ab. Dann hatte sein Vater es eben aufgegeben, Regulus von diesem schwachsinnigen Sport abzubringen. Dann würde er eben nie sehen, wie Regulus das erste Mal in seinem Leben der Beste in etwas werden würde. Was kümmerte es ihn? Es kümmerte ihn definitiv nicht.
Sirius schien vom Gegenteil überzeugt zu sein. Jedenfalls setzte er seinen vor Mitleid triefenden Blick auf. „Ich wette, dass er nur keine Zeit hatte“, sagte Sirius und drückte Regulus‘ Schulter, fügte dann etwas hinzu, das absolut keinen Sinn machte: „Mombasa. Du verstehst?“
Regulus zog nachdenklich die Augenbrauen zusammen, kam aber beim besten Willen nicht auf was immer Sirius ihm sagen wollte. Und bevor er nachfragen konnte, hatte Sirius sich mit einem Zwinkern auf die Gryffindor-Seite geschlagen, wo er sich mit Glückwunsch-Schulterklopfern zu Potter vorarbeitete.
Chambers tippte Regulus gegen die Schulter. „Mombasa?“
„Eine Stadt in Afrika“, sagte Regulus trocken, als wüsste er ganz genau, was Sirius ihm damit sagen wollte, und als ginge es Chambers einfach nichts an. Es funktionierte. Chambers drehte sich mit einem Schulterzucken wieder um.
Sirius ließ sich manchmal wirklich eigenartige Scherze einfallen, stellte Regulus einmal mehr fest, als er einen Gesprächsfetzen zwischen Potter und seinem besten Freund aufschnappte:
„Wie bereits gesagt: Mombasa.“
Chambers stellte sich in Regulus‘ Blickfeld, bevor er mehr als Potters verwirrten Gesichtsausdruck erkennen konnte.
„Was’n Mombasa für ein Codewort?“, wollte Chambers wissen.
„Ich weiß es nicht“, sagte Regulus ehrlich, aber allem Anschein nach wollte Chambers ihm das nicht glauben. Mit einem abfälligen Schnauben drehte er Regulus den Rücken zu und tippte Travers auf die Schulter, wisperte ihm etwas ins Ohr, von dem Regulus nur ein Wort verstehen konnte: Mombasa.
Das eine Wort bahnte sich schneller den Weg durch die Slytherin’sche Reihe, als Sirius sich davon machen konnte. Dementsprechend viele Blicke bohrten sich in seinen Rücken und lösten merkwürdigerweise den paradoxen Drang aus zu grinsen. Regulus schüttelte fragend den Kopf in Sirius‘ Richtung, bekam statt der Aufmerksamkeit seines Bruders aber die komplette seiner ganzen Mannschaft.
Misstrauen und Skepsis war eine schmerzvolle Mischung, die Regulus noch nie von der Mannschaft serviert bekommen hatte. Nur Avery schien sich davon nicht beeinflussen zu lassen.
„Plant ihr ’nen Trip nach Indien in den Ferien?“, fragte er mit einem Grinsen, das ihm keine Sekunde später weggewischt wurde, als Selwyn ihm einen Schlag gegen den Hinterkopf gab.
„Afrika, du Idiot. Und jetzt konzentrier dich. Ihr alle solltet euch konzentrieren.“ Er winkte sie hinter sich her ins Stadion. Die Gryffindors hatten sich schon in Bewegung gesetzt. Deswegen schaute Potter wohl auch nicht zurück, obwohl Regulus überdeutlich in seinen Nacken starrte. Es musste spürbar sein. Potter merkte sonst immer so schnell, wenn Regulus seinen Blick suchte. Und dann bekam er ein Lächeln gratis dazu.
Nun, jedenfalls war das bis vor kurzem noch so gewesen…
Regulus fühlte sich schlecht und seine Schritte waren schwer. Er hatte gedacht, dass Potter nicht ernst meinen würde, was er gesagt hatte. Dass er verstehen würde, wie sehr Regulus dieses Misstrauen verletzt hatte. Aber Potter schien das ganz einfach abhaken zu können und strafte Regulus mit Desinteresse.
Regulus stieß sich in die Luft ab, hörte den tosenden Applause im Stadion aber gar nicht. Sein ganzer Körper fühlte sich vor Kummer wie mit Blei gefüllt an. Es war ein Wunder, dass er überhaupt in die Luft gekommen war.
Erst über den Torbögen stoppte er den Aufstieg und rieb sich mit beiden Händen übers Gesicht, ließ sich von einer warmen Sommerbrise über die Wangen streicheln. Er durfte jetzt nicht mehr an Potter denken. Das Spiel erforderte seine ganze Konzentration – er durfte sich nicht blamieren. Er musste diesen Schnatz heute fangen.
Regulus hielt nach der gegnerischen Sucherin Ausschau, während unter ihm das Spiel vorsichtig an Geschwindigkeit zunahm. Der Respekt zwischen den Mannschaften war fast greifbar, existierte auch bloß auf dem Spielfeld und war deshalb für alle ein ungewohntes Gefühl. Die Anspannung machte dem Spielfluss nur kurz zu schaffen.
Der Quaffel wurde geschickt zwischen Chambers und Travers hin und her gepasst, fand dann überraschend den Weg zu Rowle und hätte mit einem präzisen Tritt genau durch den mittleren Torring gehen sollen – wäre Gryffindors Hüter nicht im Weg gewesen. Er fing den Ball, als würde keine Kraft hinter dem Tritt stecken, und bevor der Jubel ausbrechen oder der Kommentator seine bedeutungslose Meinung Kund tun konnte, warf er den Quaffel zurück ins Feld.
Potter fing ihn. Regulus musste hinsehen. Es war einfach faszinierend, wie Potter sich den Quaffel unter den Arm klemmte und ohne mit der Wimper zu zucken unter beiden Klatschern durchtauchte, die Selwyn und Avery simultan auf ihn abfeuerten um den Angriff im Keim zu ersticken. Und bisher hatte Regulus nie jemanden gesehen, der Selwyn und Avery so leicht entkam.
Wie ein Pfeil schoss Potter davon, ließ kaum Tackles zu und wenn, dann wich er ihnen aus, als wären sie überhaupt nicht ernst gemeint. Und dann, kurz vor den gegnerischen Torringen, als sich drei Jäger an seine Fersen geheftet hatten und der Hüter ihn genauestens im Auge hatte, ließ Potter den Quaffel fallen.
Was zuerst wie ein absoluter Anfängerfehler aussah, stellte sich im nächsten Moment als brillantes taktisches Manöver heraus.
Ein anderer Jäger hatte nur darauf gewartet, schnappte sich jetzt den Quaffel und schoss ihn an Yaxley vorbei ins Tor.
Jubel brach aus, während in den Gesichtern der Slytherins die Blamage rote Flecken hinterließ. Wie getretene Hunde flogen sie zurück in die Mitte. Regulus fing Selwyns Blick auf, der ihm eindeutig sagte, dass er sich mit dem Schnatz besser beeilte. Nach einem letzten Blick in Potters Richtung sammelte Regulus seine Konzentration und fixierte sich auf seine eigentliche Aufgabe.
Gegenüber von ihm flog die gegnerische Sucherin ihre Runden. Regulus hatte ihren Namen vergessen. Von Bedeutung war er allerdings auch nicht. Was ihn an ihr störte waren die goldenen Haarklammern, die im Licht der hochstehenden Sonne glitzerten, wie der Schnatz es eigentlich tun sollte. Sicherlich Absicht.
Unter ihm fiel ein Tor nach dem anderen. Und alle Treffer gingen durch die falschen Ringe. Potter schien den Quaffel nur in die Finger bekommen zu müssen um gleich darauf ein Tor zu schießen oder nur vorzulegen. Noch dazu lenkte die Figur, die er auf dem Besen machte, Regulus viel zu sehr ab. Und mit jedem Treffer wuchs der Druck…
Regulus scannte seine Umgebung Quadratmeter für Quadratmeter – erfolglos. Ihm wurde schlagartig wieder bewusst, was für ein dämlicher Sport Quidditch war. Alles hing einzig und allein vom Sucher ab. Und seine Nerven mussten gerade vollkommen ohne Rückhalt von seiner Mannschaft versuchen nicht zu reißen. Wie lange er das durchhalten würde, wusste er nicht…
Regulus flog los. Die Klatscher gehörten fast ununterbrochen der Slytherin’schen Mannschaft, auch wenn das natürlich nicht viele Vorteile brachte. Die kaum zu überwindende Abwehr mochte es zwei gegnerischen Jägern schwer machen, aber Potter war einfach ein beneidenswerter Flieger. Nicht alle Angriffe ließen ihn kalt, trotzdem wurde keiner zu einer wirklichen Gefahr. Er blockte, wich aus und konterte wie ein Profi.
Einen kurzen Moment lang wünschte Regulus sich, er könne sein Talent auch so elegant demonstrieren… Dann schüttelte er den Kopf und zog seinen Besen herum. Die Schüler jubelten, als Regulus über die Tribüne hinweg flog – zumindest bis er den Slytherin-Block hinter sich gelassen hatte, dann begrüßten ihn die üblichen Buhrufe. Die störten ihn nicht. Dafür aber die Farben des Hauses Gryffindor. Das Gold irritierte ihn leicht und sollte der Schnatz sich tatsächlich irgendwo in dem rot-goldenen Meer an Fahnen verstecken, dann wäre diese Suche eine aussichtslose.
Regulus hörte ein auffälliges Summen hinter sich, schaute über die Schulter und direkt in das Gesicht seiner Gegnerin. Ganz und gar nicht beschämt von der Tatsache, dass sie ihm gefolgt und dabei auch noch erwischt worden war, flog sie jetzt tatsächlich an seine Seite. Der Kommentator ließ ein aufreizendes Pfeifen durchs Stadion hallen, das mit Gelächter quittiert wurde.
„Verschwinde“, zischte Regulus aus dem Mundwinkel.
„Das ist nur Taktik“, antwortete sie süßlich. „Bilde dir nichts darauf ein.“
Mit einem Schnauben verstärkte Regulus seinen Griff um den Besen, riss den Stiel zurück und damit den Besen so plötzlich herum, dass seine Gegnerin einfach weiterflog, während er so schnell der Besen konnte auf die andere Seite des Feldes flog. Zwischen den Torstangen des Gryffindor’schen Hüters verlangsamte er und sah sich um.
„Verschwinde, Black“, pampte man ihn an, als er seelenruhig in einer Spirale die Torstangen umflog.
Regulus bemerkte, dass er den Hüter scheinbar nervös machte, zumindest aus dem Konzept brachte, und schüttelte deswegen den Kopf. „Kein Foul. Ich suche nur den Schnatz“, sagte er, flog eine Schleife und verharrte direkt hinter den Stangen. Immer, wenn er hinter einen anderen Ring flog, wechselte der Hüter direkt vor ihn, als wolle er ihm die Sicht blockieren.
Regulus nutzte das aus und wechselte seine Position gerade als Travers den Quaffel in die Hände bekam. Genau als der Hüter den Ring wechselte schoss Travers und traf.
Zu schade nur, dass Gryffindor trotzdem noch mit siebzig Punkten vorne lag…
„Hey!“ Travers schoss auf ihn zu und riss ihn fast vom Besen, als er ihn umarmen musste. „Klasse, Kleiner! Von wegen Mombasa, ne?“
Regulus schüttelte nur ahnungslos den Kopf und war froh, als Travers ihm wieder genug Platz zum Atmen ließ. Er bedeutete dem Jäger zu verschwinden, schaute dabei in Richtung der Mitte des Stadions und fing so das erste Mal seit bestimmt zwei Wochen Potters Blick auf. Es war das Glas der Brille, das aufblitzte, aber Potters Augen taten dasselbe metaphorisch vor Wut.
Wut auf das Tor, auf Regulus‘ Einfluss darauf oder – Regulus folgte Potters Blick, als Travers zurück in die Mitte flog – auf den Torschützen, der Regulus umarmt hatte? War das Eifersucht?
Als Travers einen Moment später fast vom Besen fiel, weil Potter ihn heftig tackelte, war Regulus sich dessen ziemlich sicher.
Um sein Lächeln zu verbergen wandte Regulus sich ab. Potter war eifersüchtig. Das bedeutete, dass Regulus ihm doch nicht so egal war, wie angenommen.
Ihm war leichter zu Mute, als er seine Suche fortsetzte. Der Schnatz blieb verschollen und Gryffindors Sucherin heftete sich wieder an seine Fersen, aber das änderte nichts an seiner Stimmung. Das Gefühl zu fliegen war auf einmal schöner, ging einfach leichter, als würde es irgendwie mit seiner Laune zusammenhängen.
Vielleicht tat es das ja auch…
Regulus sah den Schnatz auf der anderen Seite des Feldes, ganz unten bei den Torstangen flattern. Das Problem war nur, dass Gryffindors Sucherin gerade eine viel kürzere Strecke zu fliegen hätte, und wenn sie sehen würde, dass Regulus jetzt etwas entdeckt hatte, dann würde sie definitiv zuerst beim Schnatz sein. Er würde ihr nicht in die Finger spielen.
Es lief gerade besser für seine Mannschaft. Das eine Tor hatte ihnen die nötige Motivation gegeben, die sie brauchten, um schließlich den Anschluss zu erzielen. Regulus kämpfte dadurch zwar mit weniger Druck, aber der Sieg hing immer noch von ihm ab. Und der Schnatz flog immer noch um die Slytherin’schen Torstangen herum, unbemerkt von Gryffindors Sucherin. Regulus versuchte nicht zu auffällig dort hinzusehen, damit das auch so blieb.
Und als ihr Blick sich dem Schnatz näherte, lenkte Regulus die Aufmerksamkeit kurzerhand auf sich, indem er mitten durch den Gryffindor’schen Angriff flog und ihn so hinterhältig sabotierte. Der Jäger erschreckte sich so dermaßen, dass er nicht nur den Quaffel in gegnerische Hände fallen ließ, sondern bei seiner Vollbremsung auch noch rückwärts vom Besen fiel.
Regulus hob entschuldigend die Hände in Madam Hoochs Richtung, bedeutete ihr, er habe nur etwas gesehen. Von der Gryffindor’schen Tribüne aus kamen grölende Proteste und Buhrufe. Regulus fand das auf bizarre Weise wunderbar amüsant. Es hatte schon seine Vorteile, wenn man der wichtigste Spieler auf dem Feld war.
Leider hatte er durch sein kleines Manöver den Schnatz aus den Augen verloren. Positiv betrachtet war Gryffindors Sucherin jetzt aber nicht mehr näher an dem goldenen Ball dran und Regulus konnte seelenruhig seine Lieblingsposition hoch oben über allen anderen Spielern einnehmen.
Während er Ausschau hielt wagte er es allerdings nicht in Potters Richtung zu sehen. Zweifellos würde Potter ihm das von eben übel nehmen, besonders weil es Slytherin in Führung gebracht hatte. Selwyn und Avery erledigten ihre Aufgabe gut und hielten Potter inzwischen erfolgreicher vom Quaffel fern, was die Gefahr eines Angriffs erheblich dezimierte. Und je länger das so ging, desto frustrierter wurde Potter. Er flog aggressiver und sein Gesicht glühte vor Zorn.
Regulus wollte Potter nicht so sehen, aber als er den Schnatz entdeckte, da wurde ihm bewusst, dass er Potter definitiv nicht glücklich machte, wenn er den Schnatz jetzt fing. Und diese Erkenntnis und die damit einhergehende Angst, dass Potter vielleicht nie wieder ein Wort mit ihm reden würde, ließen ihn den einen Augenblick zögern, den Gryffindors Sucherin jetzt als Vorsprung hatte.
Regulus schoss ihr nach, quer übers Feld, zwischen seinen eigenen Spielern hindurch. Der Angriff, den er so ruinierte, war ihm komplett egal. Wenn er jetzt den Schnatz entkommen ließ, dann hätten sie sowieso verloren.
Glücklicherweise war der Besen, den er von Sirius bekommen hatte, der Neuste vom Neuesten. Er beschleunigte in Windeseile auf Höchstgeschwindigkeit, holte die Sucherin ein und raste an ihr vorbei. Der Schnatz sauste diagonal in Richtung Boden davon.
Regulus verlor ein wenig an Geschwindigkeit, als er seinen Besen sinken ließ. Eine Schulter streifte ihn und plötzlich hatte er jemanden neben sich, lieferte sich das erste Mal in seiner fast beendeten Quidditch-Karriere ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Gegen ein Mädchen. Regulus hatte sich diverse Hinweise von Selwyn geben lassen müssen, wie man den gegnerischen Sucher abdrängte, ihn zu Fall brachte und einfach vom Schnatz fernhielt, aber irgendetwas in ihm sträubte sich dagegen seinen Ellenbogen in die Seite eines Mädchens zu rammen.
Seine Gegnerin hatte solche Beklemmungen nicht. Und ihr Ellenbogen war spitz. Regulus keuchte auf, als er direkt zwischen seine Rippen traf. Es brachte ihn nicht aus dem Gleichgewicht, nicht beim ersten Mal, aber beim zweiten Mal fing sein Besen zu schlackern an. Regulus musste den Stiel mit beiden Händen festhalten. Aber der Schnatz war nur eine Armlänge entfernt…
Er streckte die Hand aus. Sein Arm war länger als der seiner Gegnerin. Er konnte die Flügel des Schnatzes an den Fingerspitzen fühlen, spürte wie der Sieg zum Greifen nahe war, und dann war da dieser schwarze Schatten, gefolgt von einem heftigen Schmerz, als der Klatscher seinen Arm traf.
Regulus verlor den Halt über seinen ohnehin schon außer Kontrolle geratenen Besen und knallte die letzten vier Meter auf den Boden.
Schwärze. Für einen Moment lang war alles einfach nur schwarz. Dann kam der Schmerz zurück und wurde durch das Sonnenlicht vergrößert, als Regulus die Augen öffnete. Trotzdem tat nichts so weh, wie den Schnatz in den Händen von jemand anderem zu sehen.
Keine zwei Meter von ihm entfernt landete Gryffindors Sucherin und präsentierte dem tosenden Publikum den Schnatz.
Regulus war fassungslos. Absolut fassungslos. Er ließ den Kopf zurück auf den Boden knallen und verabschiedete sich von der einzigen Sache, in der er jemals gut gewesen war.
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