
von Nathania
Kapitel 2
Womit hab ich das verdient?
Das frage ich mich andauernd.
Ich sitze vor einem prasselnden Kaminfeuer, auf einem hässlichen rosa Sofa, in einem Raum, in dem sich Haufenweise Rüstungen, Gemälde, Pokale und Staturen befanden, und warte schon seit geschlagenen zwei Stunden, dass jemand meinen Namen aufruft.
Dann soll ich nämlich, durch die hölzerne Tür, die sich hinter mir befandet, in die Große Halle gehen, wo schon alle Schüler dieser dämlichen Schule saßen, und in eines dieser dämlichen Häuser eingeteilt werden.
Das wird ein Spaß.
Wenn ich bis dahin in diesem Zimmer nicht schon verrottet bin.
Dass ich mich überhaupt in dieser Situation befinde, ist die alleinige Schuld von Chris, meinem zwei Jahre älterem Bruder, und Diana, meiner Tante. Sie glauben es sei das Beste für mich.
Unser Dad starb noch vor meiner Geburt und seit auch meine Mum vor sechs Jahren starb, leben ich und Chris bei unserer Tante.
Und bis vor drei Jahren ging das auch gut.
Diana ist Lehrerin in einer kleine Privatschule für Hexen und Zauberer, auf die Chris und ich gingen, und es gab keinerlei Probleme zwischen uns dreien.
Bis zu dem Tag an dem sich alles änderte.
//Flashback//
Ich saß vor unserem Haus, las ein Buch und genoss gerade die letzten Sonnenstrahlen des Tages, als ich plötzlich das Gefühl hatte beobachtet zu werden.. Ich blickte von meinem Buch auf und erschrak, denn vor mir stand ein blasser schwarzhaariger Mann, der mich aus eigenartigen roten Augen ansah.
Plötzlich sah ich wieder dieses Bild vor mir, das mich schon so lange nicht los ließ: meine Mutter lag tot auf dem Boden und neben ihr stand ein Mann mit roten Augen.
Er war es.
Ich war mir sicher.
Er war der Dämon der meiner Mutter umgebracht hatte.
„Hallo Jane.“, vernahm ich seine eiskalte Stimme „Weißt du ich dachte ich komm dich mal besuchen. Wir konnten uns bei unserer letzten Begegnung gar nicht richtig unterhalten, da ich mit deiner Mutter beschäftigt war.“
Er ließ einen Energieball auf seiner Hand erscheinen.
Mit so einem hatte er auch meine Mutter damals getötet.
Plötzlich spürte ich etwas in mir.
Es fühlte sich so an als würde mein Innerstes anfangen zu brennen.
Ich fing an zu zittern, während das Feuer in mir weiter tobte.
Ich war so wütend, wollte Rache, wollte ihn tot sehen.
Nein, ich wollte ihn nicht nur tot sehen, ich wollte ihn selbst töten.
„Was zum-“, setzte der rotäugige Dämon verwirrt an, doch es war schon zu spät den in diesem Moment brach das Feuer, das in mir tobte aus.
Plötzlich stand vor dem verwirrten Dämon ein großer schwarzer Wolf, der auf ihn zu hechtete und ihn in Stücke zerriss.
//Flashback//
Wenn ich daran zurück denke läuft es mir immer noch kalt den Rücken runter, obwohl es schon drei Jahre her ist.
An diesem Tag fand ich heraus, dass da etwas in mir schlummert.
Seit diesem Tag wusste ich, dass ich eine art Lykanthrop bin, ein art Wolfsmensch.
Was ich auch weiß ist, dass ich kein klassischer Wolfsmensch bin, also kein Werwolf, denn ich kann mich unabhängig vom Mond verwandeln und kann mich in meiner Wolfsgestalt vollkommen kontrollieren. Na ja… es sei den man macht mich wütend, dann kann es sein, dass ich, so wie vor drei Jahren, die Kontrolle verliere. Aber eigentlich hab ich das inzwischen gut im Griff. Am Anfang war es schwer, doch mit der Zeit lernte ich wie ich mein inneres Feuer, das die Verwandlung auslöste, kontrollieren kann.
An dem Tag an dem ich den Dämon tötete und entdeckte was ich bin und was ich kann, änderte sich mein ganzes Leben.
Nachts habe ich seitdem Albträume. Albträume von Schlachten vergangenen Epochen, schrecklich aussehenden Wesen oder anderen grausamen Dingen.
Sie wirken unglaublich real.
Tagsüber überkommen mich manchmal eine Reihe schnell aufeinanderfolgender Bilder.
Meistens sehe ich dann Unfälle von Menschen oder wie jemand ermordet wird.
Ich habe keine Ahnung was das alles zu bedeuten hat.
Ich wünschte nur es würde endlich aufhören. Das ich ein Wolfsmensch bin, damit komm ich inzwischen klar, aber diese Bilder die ich nachts und auch Tagsüber manchmal sehe, die bringen mich noch um den Verstand.
Ich hab mich dadurch stark verändert.
Bin verschlossener geworden und lasse niemanden mehr an mich ran.
Mein Bruder mein ich wäre kaltherzig.
Der hat leicht reden… soll er doch mal das sehen was ich sehe, dann kann er mitreden.
Aber das ist unter anderem auch ein Grund wieso sie mich auf diese Schule schicken und wieso ich jetzt auf diesem hässlichen rosa Sofa sitze. Chris und Diana hofften, dass ich dadurch, dass ständige Menschen in meinem alter um mich rum sind, wieder anfange wie eine normales 16 jähriges Mädchen zu leben.
Doch das werde ich wohl nie können.
Ein weiterer Grund ist, dass ich in dieser Schule ständig unter Beobachtung stehe.
Sie wollen es zwar nicht zugeben, doch ich weiß, dass Diana und Chris manchmal angst vor mir haben, denn durch meine Wolfsinstinkte, die ich auch noch habe, wenn ich ein Mensch bin, kann ich es riechen. Ich glaube sie fühlen sich sicherer, wenn ich unter der Beobachtung von den Lehrern hier stehe.
Ich selbst habe der ganzen Sache nur aus einem bestimmten Grund zugestimmt:
Diese Schule besaß eine riesige Bibliothek.
Es hieß, dass dort über jedes erdenkliche Thema Bücher standen und ich hoffe, dass ich da etwas darüber finde, wieso ich immer wieder diese Bilder sehe und diese Albträume habe.
Vielleicht finde ich dort Antworten.
Plötzlich holte mich die Stimme einer Frau aus meinen Gedanken: „ Grey, Jane Darla.“
Ah. Das war mein Stichwort.
Sie lassen mich also doch nicht hier verrotten.
Ich stand von dem hässlichen rosa Sofa auf und ging durch die hölzerne Tür in dir Große Halle.
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