
von Nathania
Kapitel 5
Nach dem ich die Doppelstunde Geschichte der Zauberei und die darauf folgende Doppelstunde Zauberkunst überlebt hatte, musste ich jetzt noch Zaubertränke über mich ergehen lassen.
Im Gegensatz zu Geschichte, war Zauberkunst eigentlich relativ erträglich gewesen…. nicht gerade interessant, aber erträglich.
Inzwischen saß ich also in Zaubertränke.
„In der heutigen Stunde sollen Sie einen Schrumpftrank brauen.“, meinte Professor Slughorn zur Klasse.
Hinter mir konnte ich Lily flüstern hören: „ Oh den hatten wir schon mal in der dritten Klasse. Das wird einfach.“
Ich war mir ziemlich sicher, dass das bei mir nicht so einfach werden wĂĽrde.
Mein zweiter Namen ist nämlich Tollpatschigkeit…. okay, das war gelogen, mein zweiter Name ist Darla, aber das ändert nichts daran, dass ich die Tollpatschigkeit in Person bin und mir so was wie Zaubertränke brauen einfach nicht liegt.
„Ich werde euch jetzt in kleine zweier Gruppen einteilen.“, sagte Slughorn und fing an aufzuzählen „ Also… Miss Baker und Mr. Black… Miss Evans und Miss Jones… Mr. Pettigrew und Mr. Adams… Mr. Malfoy und Miss Black…. Mr. Potter und Mr. Snape….”
In dem Moment schaute ich zu Potter und sah wie er das Gesicht verzog, als er den Namen Snape hörte und sich dann extrem wieder willig auf einen Slytherin mit langen, schwarzen, fettig wirkenden Haaren und einer Hakennase zu bewegte.
Anscheinend konnte er ihn nicht ausstehen.
Hehe… hatte ich schon erwähnt, dass ich Schadenfreude liebe? Nein? Na dann hab ichs jetzt getan.
„ Sie sind Miss Grey, Richtig?“, holte mich Slughorn aus meinen Gedanken.
Ich nickte „ Ja, Sir.“
„Oh gut, gut. Sie werden heute mit Mr. Lupin zusammen arbeiten.“, meinte er und deutete auf einen braunhaarigen Jungen, der jetzt auf mich zukam.
„Hi ich bin Remus Lupin.“, begrüßte er mich freundlich.
„ Jane Grey“, erwiderte ich nur.
Irgendwo her kannte ich seinen Namen doch….
Ach ja, er war Mitglied in Blacks Kindergartenbande.
Toll, noch so einer… reicht es nicht, dass Black mir heute schon auf die Nerven gefallen war?
Ich ergab mich meinem Schicksal und schlug mein Zaubertrankbuch auf, um das Rezept nach zu lesen „ Hier steht wir brauchen Gänseblümchenwurzeln, Schrumpelfeigen, Rattenmilz, Raupen und Blutegelsaft.“
Lupin nickte „Ja. Wenn du willst kannst du schon mal die Gänseblümchenwurzeln kleinhacken.“
„Klar.“, meinte ich lustlos, schnappte mir die Wurzeln und fing an auf ihnen rum zu hacken.
Während ich dabei war die Wurzeln zu massakrieren, zerkleinerte Lupin die Schrumpelfeigen.
„Ähm… Jane?“, hörte ich irgendwann Lupins Stimme.
„Was den?“, fragte ich genervt, ohne von meinen Wurzeln aufzusehen.
„Sag mal, was haben dir den diese armen Wurzeln getan?“
Verwirrt sah ich an „ Was?“
Leicht grinsend deutete er auf das Gänseblümchenwurzelgematsche vor mir „ Na ja, du solltest sie eigentlich nur klein hacken und nicht zu Mus verarbeiten.“
„Im Buch steht, dass sie besonders fein gehackt werden sollen.“, erwiderte ich gereizt und deutete dann auf mein Gemansche „ Also wenn das nicht besonders fein ist.“
Lupin schüttelte mit dem Kopf „ Du hast sie getötet.“
„Dann mach es halt selbst, wenn du alles besser weißt, Lupin.“, fauchte ich ihn an. Eigentlich ließ ich mich nicht so schnell aus der Fassung bringen, aber ich war einfach nur noch genervt.
Plötzlich hörte ich eine Stimme hinter mir: „ Siehst du Moony, es liegt nicht an mir. Sie ist ne Zicke.“
Ich drehte mich um und sah, dass es Black war, der zusammen mit Alice an dem Kessel, der hinter uns stand, arbeitete.
`Okay Jane, jetzt nur nicht ausrasten, denn das Letzte was du willst ist, dass hier gleich ein großer schwarzer Wolf steht´, sagte ich mir in Gedanken.
Ich atmete einmal tief durch und sah dann mit einem aufgesetzten Lächeln im Gesicht zu Black „Vielen dank. Da fühle ich mich aber jetzt wirklich geschmeichelt.“
„Gern geschehen.“, erwiderte er grinsend und konzentrierte sich dann wieder auf seinem Zaubertrank. Idiot.
Und auch ich wandte mich dann wieder meinem Gemansche zu.
Am Ende der Stunde hatten Lupin und ich, trotz weiteren kleinen Streitereien, weil er meinte, dass ich wieder irgendwas falsch gemacht hätte und ich das nicht einsehen wollte (wahrscheinlich hatte er recht. Wie gesagt, ich hab kein Talent für so was… aber zugeben wollte ichs trotzdem nicht.), einen recht passablen Schrumpftrank hinbekommen.
So schlimm wie Black oder Potter schien Lupin ĂĽbrigens gar nicht zu sein.
Jedenfalls machte er auf mich nicht so einen verdammt egozentrisch und arrogant Eindruck wie die Beiden und war mir deshalb auf jeden fall sympathischer als eine Acromantula.
Aber irgendwie hatte er auch etwas an sich, was ich nicht so recht einordnen konnte… ich hatte keinen blassen Schimmer wieso, aber irgendwie sagte mir mein Instinkt, dass ich mich besser von ihm fernhalten sollte.
Was, wenn ich drüber nachdachte, eigentlich kompletter Schwachsinn war, da er kein bisschen bedrohlich oder gefährlich wirkte.
Wahrscheinlich wollte mir da mein Verstand nur einen kleinen Streich spielen.
~*°*~
Jetzt hatte ich also auch Zaubertränke hinter mich gebracht und saß inzwischen in der Großen Halle beim Mittagessen.
Meine Laune war ĂĽbrigens auch wieder gestiegen, da ich mich gleich in die Bibliothek verziehen wĂĽrde.
„Lily, kannst du mir nach dem Essen zeigen wo die Bibliothek ist?“, fragte ich die Rothaarige, die mir gegenüber saß.
„Klar, gern.“, meinte sie nur und aß dann weiter.
Selene, die neben mir saß, sah mich verständnislos an „Du willst schon am ersten Schultag in die Bibliothek?“
„Ähm… ja.“, erwiderte ich zögernd. „Ich hab heute gemerkt, dass ich mit dem Schulstoff ganz schön hinterher hänge, deswegen sollte ich lieber jetzt schon anfangen zu lernen.“
Zum GlĂĽck fielen mir immer die richtigen Ausreden ein, wenn ich sie brauchte. In Wirklichkeit hang ich, soweit ich das bis jetzt beurteilen konnte, kein bisschen hinterher.
„Na dann, viel Spaß.“ grinste Alice, die neben Lily saß. Ah, sie mochte Schadenfreude also auch. Nettes Mädchen.
„ Du scheinst Sirius nicht wirklich zu mögen, oder.“, fragte sie dann plötzlich.
Ich sah sie verwirrt an „Sirius?“
„Sirius Black. Der Typ der dich vorhin eine Zicke genannt hat.“
Ach ja, ich hatte Blacks Vornamen irgendwie verdrängt…im verdrängen bin ich übrigens ziemlich gut.
„ Ach, wie kommst du den darauf? Der ist doch so ein netter Bursche.“, meinte ich gespielt ernst.
„ Ah, übersetzt heißt das also, dass du ihn nicht ausstehen kannst?“
„Du hast es erfasst.“
Jetzt grinste Lily Alice an „Das Mädchen hat halt Geschmack.“ Dann sah sie zu mir „Jane, du wirst mir immer sympathischer.“
~*°*~
Ich stand in der Bibliothek, zu der mich Lily vor ein paar Minuten gebracht hatte, vor dem Regal, in dem die BĂĽcher ĂĽber Gestaltwandlung waren, und suchte nach einem passenden Buch, das mir vielleicht weiter helfen konnte.
Die Bibliothek war wirklich so riesig wie ich sie mir vorgestellt hatte.
Bis zur Decke gingen die Regale, die mit BĂĽchern regelrecht vollgestopft waren.
Nacheinander ging ich die Buchtitel durch: `Die Metamorphosen der Metamorphmagi´ damit konnte ich jetzt nicht wirklich etwas anfangen… `Veelas und das Geheimnis ihres Vogel-Problems´ Ähm… nein…. `Nützliche Verwandlungszauber´ auch nicht…. `Alles über Therianthropie´ was um Himmels Willen soll den Therianthropie sein?
Mein Interesse an diesem Buch war geweckt und ich entschied mich dazu es aus dem Regal zu nehmen und es mir genauer anzusehen.
Ich setzte mich an einen der vielen Tische die hier in der Bibliothek standen und fing an zu lesen:
` Therianthropie (von altgriechischem therion „wildes Tier“ und anthropos „Mensch“) bezeichnet die Verwandlung (so genannte Theriomorphose) eines Menschen in ein Tier oder in ein Wesen, das sowohl menschliche als auch tierische Eigenschaften besitzt´*
Ah, jetzt wusste ich also schon mal was Therianthropie bedeutet.
Die instinktive Entscheidung mir dieses Buch genauer anzusehen war also gar nicht so schlecht gewesen.
Mhh… die Verwandlung eines Menschen in ein Tier oder Wesen, das sowohl menschliche als auch tierische Eigenschaften besitzt… traf das bei mir zu?
Eigentlich ja schon, denn in meiner Wolfsgestalt hatte ich ja noch mein menschliches Bewusstsein.
Ich konzentrierte mich wieder auf das Buch:
`Eine der Formen der Therianthropie ist der Totemismus. Totemismus bezeichnet man die geistige und auch meist seelische Verbindung mit einem Tier, die man durch Meditation und dem richtigen Zauber erreichen kann. Wenn man diesen Vorgang nicht vollständig unter Kontrolle hat, kann der seltene Fall eintreten, dass die Verbindung zu stark wird, was dazu führt, dass die Seele des Menschen und die des Tiers vollständig miteinander verschmelzen und eins werden. Diese Wesen bezeichnet man dann als Animateraptus (vom lateinischem anima „Seele“ und interaptus „miteinander verbunden“). Ein Animateraptus nimmt meistens die Gestalt des Tieres an. Wieso das so ist, ist noch nicht klar (Weitere Informationen finden man in dem Buch “Animateraptus – Mensch oder Monster“ von Amanda Hoppenkirchens)
Ich las mir den Abschnitt zweimal durch, um in richtig verstehen zu können.
Totemismus war also das was diese eigenartigen Schamanen praktizieren.
Irgendwie war das ein bisschen gruselig.
Besonders diese Animateraptus Sache…. und weiter hilft es mir auch nicht wirklich.
Seufzend sah ich auf meine Armbanduhr.
Ich saĂź jetzt schon fast zwei Stunden lang in dieser Bibliothek und, auĂźer das ich jetzt wusste was Therianthropie, Totemismus und Animateraptus ist, hatte ich nicht sehr viel erreicht.
Das wird wohl doch schwieriger werden als ich gedacht hatte.
Ich beschloss für heute erstmal aufzuhören und steckte das Buch über Therianthropie in meine Tasche.
Vielleicht steht ja doch noch was Hilfreiches drin.
Es heiĂźt ja immer, dass man die Hoffnung zu letzt stirbt.
Als ich mich dann auf den Weg zum Gemeinschaftsraum machte wollte, merkte ich schnell, dass ich keinen blassen Schimmer hatte wo ich lang musste.
Ich hatte mir zwar, als Lily mich zur Bibliothek gebracht hatte, den Weg einigermaßen merken können, aber das Problem war, dass wir da von der Großen Halle aus kamen und ich keine Ahnung hatte wie ich wieder zu dem Porträt von der fetten Tante in dem hässlichen, rosa Kleid kommen sollte.
Okay, es war erst fünf Uhr und andauernd liefen Schüler an mir vorbei, die ich nach dem Weg fragen könnte, aber ich hatte einfach zu viel Stolz dazu.
Nach Hilfe fragen wäre wohl das letzte was ich tun würde.
Also lief ich jetzt planlos in diesem riesigem Schloss herum, in dem für mich alle Gänge und Flure gleich aussahen, und versuchte erstmal dieses große Treppenhaus mit den coolen Treppen, die die Richtung ändern konnten, zu finden.
Irgendwann (nach gefühlten zehn Stunden… ) hatte ich es dann wirklich geschafft das Treppenhaus zu finden, doch das machte meine Situation auch nicht gerade besser, denn die zahlreichen Treppen und Stöcke verwirrten mich nur umso mehr.
Super, was hatte ich mal wieder für ein Glück….
„ Hast du dich verlaufen?“, frage plötzlich eine Stimme hinter mir.
Ich ahnte böses, als ich mich zu der Person umdrehte, die mich soeben angesprochen hatte und mein Gefühl enttäuschte mich auch nicht, denn vor mir stand jetzt ein breit grinsender James Potter.
Der Tag wurde ja immer besser….
„Nein. Wie kommst du darauf?“, erwiderte ich.
Wie gesagt, ich war einfach zu Stolz.
„ Na ja, du stehst hier schon seit ungefähr zehn Minuten rum und scheinst wohl zu überlegen wo du langen sollst.“
„Hast du mich etwa beobachtet?“
„ Eher unbewusst. Hab mich da hinten mit einem Kumpel unterhalten und dich gesehen.“, meinte er und schien die Situation wohl äußerst amüsant zu finden.
Toll, das war’s dann wohl mit meinem Stolz…
Aber einen letzten Rettungsversuch konnte ich noch ausprobieren:„ Vielleicht sehe ich mir nur einfach nur gern die Treppen an und bin fasziniert von ihnen.“
„Wenn du meinst. Aber ich kann dir auch gerne den Weg zeigen.“ entgegnete er und hatte dabei immer noch sein unverschämtes Grinsen im Gesicht.
Okay, jetzt hatte ich zwei Optionen zur Auswahl: Entweder ich tat so als hätte ich den totalen durchblick und bräuchte keine Hilfe, um dann weiter hier planlos rum zu irren, oder ich schluckte meinen Stolz mal runter und nahm Potters Angebot an.
Ich musste mich wohl oder ĂĽbel fĂĽr Option zwei entscheiden.
Mein Stolz war doch eh schon fast verloren….
Also ließ ich mich zu einem, etwas patzig klingenden „Gut.“ herab.
Jetzt schien Potter ein wenig verwirrt „ Wie?“
Anscheinend schien er nicht damit gerechnet zu haben, dass ich zugebe mich verlaufen zu haben.
Ich seufzte genervt auf „Zeig mir einfach den Weg zum Gemeinschaftsraum.“
„Hast dich also doch verlaufen.“, stellte er triumphierend fest.
„Zeig mir einfach den Weg.“
„Ist ja gut. Komm mit.“
Wieder willig folgte ich Potter.
Dass ich wie ein hilfloses, kleines Hündchen Potter hinterher trotten musste, fand ich irgendwie ein bisschen demütigend… aber was sollte ich bitte sonst machen?
Ich hatte keine Lust noch Stundenlang in diesem Schloss rum zu irren.
Nachdem ich eine weile hinter im her getrottet war, sagte Potter plötzlich: „Das mit der Acromantula fand ich übrigens sehr amüsant.“
„Was?“, fragte ich verwirrt und schloss zu ihm auf.
„Ich hab den Zettel, den du und Sirius in GdZ geschrieben haben gelesen.“, grinste er.
Ach so… deshalb hatte er also in der Stunde so laut gelacht.
„Tja, ich hab halt ein Talent für so was.“
„Scheins so.“
Auf einmal blieb er stehen.
„Was ist?“ fragte ich.
„Wenn ich dir jetzt ein Geheimnis zeige, versprichst du mir dann es für dich zu behalten?“ seine Stimme klang ernst.
„Klar.“, erwiderte ich irritiert.
Was sollte das den bitte fĂĽr ein Geheimnis sein, das er einer eigentlich Wildfremden zeigen wollte?
„Okay.“, meinte er, schaute, ob uns irgendwer beobachtete, drehe sich um und streichelte jetzt über das Fell einer Katze, die auf dem Porträt, das sich vor ihm befand, abgebildet war.
Ookaayy…. war der Typ jetzt völlig durch geknallt?
Streichelt ne porträtierte Katze und hält das auch noch für geheim… hatte der Kerl vielleicht irgendeine psychische Störung?
Ich sollte schnellstens das St. Mungo informieren, damit die ihn da mal untersuchen können… Der arme Junge….
Vielleicht hatte sein unausstehliches Verhalten ja was mit seinen psychischen Störungen zu tun? ….dann hatte Black wahrscheinlich die Selbe Krankheit….
„Jane?“, holte mich Potters Stimme aus meinen Überlegungen.
Ich schien mich wohl irgendwie ein wenig reingesteigert zu haben, denn ich hatte gar nicht gemerkt, dass das Porträt mit der Katze inzwischen aufgeschwungen war und den Blick auf einen dunklen Gang frei gab.
Er hatte als doch keine psychischen Störungen… na ja, jedenfalls nicht wirklich.
Ungläubig sah ich in den Gang, der sich vor mir aufgetan hatte „Was ist das?“
Potter grinste „ Nach was sieht es den aus? Das ist ein Geheimgang.“
„Aha.“, meinte ich nur.
Ich fragte gar nicht erst woher er den Gang kannte.
Es war mir egal.
„Aber denk dran, du hast versprochen niemandem zu verraten das er existiert.“, erinnerte er mich.
Ich nickte und er ging voran.
Im Gang, der eher ein Tunnel war, zog Potter seinen Zauberstab und lieĂź ihn aufleuchten.
Ich tat es ihm gleich, denn hier drin war es stocke finster.
Als wie nach einer Weile am anderem Ende des Ganges raus kamen, stellte ich fest, dass wir jetzt nur noch ein paar Meter von dem Porträt mit der fetten Tante in dem hässlichen rosa Kleid waren.
Okay, diesen Geheimgang sollte ich mir vielleicht merken.
Und ich sollte mir auch einen anderen Namen für das Porträt ausdenken…
Ich meine `fette Tante mit hässlichem, rosa Kleid´ ist irgendwie ziemlich lang….
Wie wär’s mit Schweinchen?
Ja, das passte doch….
Ab jetzt nenn ich das Porträt also nur noch Schweinchen.
„Kommst du?“, holte mich Potter schon wieder aus meinen Gedanken „ Du kannst auch gern im Geheimgang bleiben, aber ich glaube nicht, dass es da drin auf Dauer bequem ist.“
Murrend kletterte ich raus und ging mit Potter auf Schweinchen zu.
„Passwort?“ wollte Schweinchen wissen.
„quietschender Zauberstab“, antwortete Potter und ließ mir dann gentlemanlike den Vortritt.
„Wow. Du hast ja doch Manieren. Wer hätte das gedacht?“, meinte ich erstaunt, während ich durch das Porträtloch kletterte.
„Da siehst du mal wie sehr du dich in mir täuschst.“, erwiderte er, als er ebenfalls durch das Porträtloch geklettert war.
Ich schüttelte mit den Kopf „Ich glaube nicht, dass ich mich in dir täusche.“
„Und wieso, wenn ich fragen darf?“
„Weil ich von mir selbst behaupten wurde, dass ich Menschen ganz gut einschätzen kann.“
„Ach glaubst du? Und wie schätzt du mich ein?“
„Ich halte dich für verdammt egozentrisch und arrogant.“
„Ach ja?!“
„Ja.“
Wir hatten erst gar nicht gemerkt, dass wir etwas lauter geworden waren, aber jetzt merkte ich wie wir angestarrt wurden.
Im Gemeinschaftsraum befanden sich nämlich, außer mir und Potter, noch rund zwanzig andere Schüler, die uns wie gesagt anstarrten.
Ach super.
„Du wolltest es wissen. Jetzt weißt du es.“, meinte ich noch leise zu Potter und ging dann zu Selene und Lily, die ich soeben entdeckt hatte.
Die Beiden saĂźen an einem der Tische und spielten wohl gerade Zauberschach.
„Was war das den gerade?“, wollte Selene wissen, als ich mich auf den Stuhl neben ihr fallen ließ.
„Potter.“, meinte ich in dem Selben Ton wie Lily heute Morgen.
Ich ärgerte mich immer noch darüber, dass ich ihm gegenüber zugeben musste, dass ich mich verlaufen hatte.
„ Ah, Schach matt!“, rief Lily plötzlich „Ich hab dich schon wieder geschlagen, Sel.“
Selene grinste „Gegen dich kann man ja auch nur verlieren.“
„Wo warst du eigentlich so lange?“, fragte mich die Rothaarige.
Ich seufzte „ Hatte mich verlaufen und musste mir dann von Potter helfen lassen.“
„Oh… “, erwiderte sie nur.
„ Ja Oh. Das war wohl eins der demütigsten Erlebnisse meines Lebens.“, meinte ich „ Wo ist eigentlich Alice?“ erst jetzt fiel mir auf, dass sie fehlte.
„Die ist bei ihrem Freund.“, klärte mich Selene auf „Frank Longbottom heißt er und ist ein Hufflepuff.“
„Aha.“, erwiderte ich „Ist doch schön für sie.“
Lily und Selene nickten.
„Willst du mit mir Zauberschach spielen?“, fragte mich Lily auf einmal grinsend „ Sel hab ich jetzt schon oft genug geschlagen.“
„Ähm… klar.“
Nachdem ich ein Spiel und Lily vier gewonnen hatte, hatte ich keine Lust mehr auf Zauberschach.
Gegen ein Genie wie Lily zu spielen war irgendwie echt entmutigend …
Selene hatte, während Lily und ich Zauberschach gespielt hatten, eine Modezeitschrift raus geholt und blätterte darin rum.
„Toll… ich brauche einen würdigen Gegner.“, meinte Lily, nachdem ich ihr offenbart hatte, dass ich keine Lust mehr hatte zu spielen.
„Wie wär’s wenn du gegen dich selbst spielst?“, schlug ich ihr grinsend vor „ Ich wette mit dir, dass selbst du dich nicht schlagen kannst.“
Die Rothaarige rollte mit den Augen „ Wow. Warum bin ich da nicht selbst drauf gekommen? Geniale Idee. Wirklich, Jane.“
„War ja nur ein Vorschlag.“
„Wie wär’s mit Remus.“, schlug Selene vor, ohne von ihre Zeitschrift auf zu sehen.
„Gute Idee, Sel.“, meinte Lily „ Siehst du Jane, das ist ein guter Vorschlag.“
Ich grinste sie an „ Ja, ja Lily. Ich hab’s inzwischen kapiert.“
Lily sah sich jetzt suchend im Gemeinschaftsraum um und entdeckte Lupin, der mit seinen Kindergartenbanden-Kumpels am Kaminfeuer saĂź und in einem Buch las.
„Remus!“, rief sie ihn.
Lupin blickte von seinem Buch auf und sah sie fragend an.
„Komm mal her!“
Er zögerte einen Moment, legte dann aber sein Buch bei Seite und kam zu unserem Tisch rüber.
„Was ist denn?“, fragte er Lily.
„Hast du Lust mit mir Zauberschach zu spielen?“ fragte sie grinsend „ Selene und Jane sind einfach zu schlecht. Ich brauch einen würdigen Gegner.“
„Hey!“, meinte ich gespielt schockiert „ Einmal hab ich dich geschlagen.“
„Das war reines Glück.“
„Na und? Zählt trotzdem.“
„Ändert aber nichts daran, dass du schlecht Schach spielst.“
„Ja, ja. Hast ja recht.“, gab ich mich schließlich geschlagen.
„Also?“, wandte sich Lily nun wieder an Lupin.
„Gern.“, meinte er und setzte sich auf den Stuhl gegenüber von Lily und neben mir stand.
Und schon war es wieder da.
Diese eigenartige GefĂĽhl, dass ich abstand zu ihm halten sollte.
Spielte mir mein Verstand etwa schon wieder einen Streich?
Ist das möglich?
Denn wieder konnte ich ĂĽberhaupt nichts bedrohlich Wirkendes an ihm feststellen.
Was zum Henker war das den nur?
Wahrscheinlich bildete ich mir das wirklich nur ein…. Aber wieso?
Ich fand darauf keine Antwort, also versuchte ich das Gefühl einfach zu verdrängen.
Nachdem ich Lily und Lupin eine Weile zugeschaut hatte, schaute ich auf meine Uhr und merkte das es schon ziemlich spät geworden war also entschied ich mich dazu ins Bett zu gehen.
„Ich glaub ich geh jetzt in mein Bett.“, meinte ich gähnend.
Selene nickte „Ich auch.“
Fragend sahen wir Lily an.
„Ich komm nach, wenn ich das Spiel hier gewonnen hab.“
„Okay.“, meinte Selene „ Gute Nach Lily, Nacht Remus“
Ein synchrones „Nacht Selene“ kam von den Beiden zurück.
„Gute Nacht Lily.“, wünschte ich ihr ebenfalls, sah dann zu Lupin und zögerte einen Moment „ Nacht Lu- äh… Remus.“
Er blickte vom Schachbrett auf und sah mich an.
Irgendwie wirkte er ein bisschen irritiert.
Was denn?
Ich hatte mich gerade dazu entschlossen ihn Remus zu nennen.
Schließlich nannte er mich ja auch Jane und nicht `Grey´.
Okay, das tat Potter auch, aber bei dem ist das irgendwie noch mal was anderes… den konnte ich nämlich kein bisschen ausstehen.
Anscheinend schien Remus aber ziemlich irritiert davon zu sein, dass ich seinen Vornamen benutzte. Vielleicht lag das daran, das ihn heute Morgen so angefaucht hatte….
„Nacht Jane.“, kam es von Lily zurück.
„Nacht Jane.“, kam es dann auch von Remus, der sich wohl wieder gefasst hatte „ Schlaf gut.“
Na ja, das ich gut schlafen werde bezweifele ich doch stark, aber es war nett gemeint….
--------------
* = Auszug aus wikipedia.de
Alles was dort ĂĽber Totemismus steht ist frei erfunden.
Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.
Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel