
von Nathania
Kapitel 11
Jane
Zwei Tage waren nun schon seit, dem Nachmittag in Hogsmeade vergangen an dem Lily alles über mich erfahren hatte.
Irgendwie war ich erleichtert, dass sie es jetzt wusste… es hatte gut getan ihr alles zu erzählen und es hatte sich richtig angefühlt.
Und außerdem hatte ich jetzt jemanden der mich wirklich verstand, denn das tat Lily und darüber war ich extrem froh.
Was so in den letzten zwei Tagen passiert war?
Tja, eigentlich nichts.
Irgendwie herrschte überall das große Schweigen.
Lily und Selene haben seit dem Zwischenfall in den drei Besen kein Wort mehr miteinander gewechselt, was ich übrigens extrem kindisch fand, aber leider konnte ich keine von beiden dazu bewegen das auch einzusehen….
Remus und ich hatten seitdem ebenfalls nicht mehr miteinander gesprochen, was wohl mehr daran lag, dass ich ihm erfolgreich aus dem Weg ging und immer vor ihm flüchtete, bevor er überhaupt die Chance hatte mich anzusprechen….
Und im Allgemeinen herrschte irgendwie eine sehr bedrückende Stimmung im ganzen Schloss, was wohl am ehesten daran lag, dass der Tagesprophet über einen Angriff der Todesser auf ein Muggel Shoppingcenter berichtet hatte, bei dem mehrere Muggel und auch ein paar Zauberer ums Leben kamen.
Alle waren geschockt über diese Nachricht gewesen.
Und allem Anschein nach schienen sich dir Gerüchte, die man in letzter Zeit über diesen wahnsinnigen Lord Voldemord hört, zu bewahrheiten.
Anscheinend machte er wirklich ernst…
Anscheinend standen wir kurz vor einem Krieg…
Also saßen Alice, Selene, Lily und ich, wie an den letzten zwei Tagen, auch heute morgen wieder schweigend am Gryffindortisch.
Ich ließ meinen Blick durch die Halle schweifen und hielt dabei nach Remus Ausschau, um zur Not schnell genug vor ihm fliehen zu können.
Ein paar Meter entfernt von uns sah ich dann die Rumtreiber sitzen.
Aber Remus war nicht bei ihnen… wahrscheinlich war er im Krankenflügel oder so, denn er sah gestern schon irgendwie krank aus.
Ich betrachtete Black, Potter und Pettigrew eine Weile und mir fiel auf, dass die drei auch nicht wirklich gesund aussahen… besonders Potter sah arg mitgenommen aus, da er ein paar Kratzer und Schrammen im Gesicht hatte.
Was da wohl los gewesen war?
Äh, Moment… warum dachte ich darüber nach?
Was interessieren mich diese Idioten?
Wahrscheinlich haben sie letzte Nacht ein bisschen zu viel gefeiert und wer weiß, vielleicht ist Potter ja besoffen in einen Dornenbusch gefallen oder so… hehe… ich mochte die Vorstellung irgendwie…. der einzige mit dem ich dabei Mitleid hätte, wäre der Dornenbusch… armer Dornenbusch…
„Jane?“, holte mich Selene plötzlich aus meinen Gedanken.
„Äh… ja?“, war meine äußerst intelligente Antwort.
„Könntest du mir bitte mal die Butter geben?“, fragte sie mich und deutete dabei auf die Butterdose, die direkt vor Lily stand, aber diese Tatsache schien von Selene erfolgreich ignoriert zu werden.
Oh, man… geht’s eigentlich noch kindischer?
„Wie wäre es wenn du das Lily fragen würdest?“
Sel ließ ein seufzen von sich hören „Lily redet nicht mehr mit mir.“
„Was übrigens wirklich albern ist.“, schaltete sich Alice ein.
„Die einzige die hier albern ist, ist Selene.“, meinte Lily daraufhin und hörte sich dabei an wie eine Fünfjährige in ihrer Trotzphase. „Sie redet doch nicht mit mir.“
„Was?!“ Selene schien irritiert „Du bist doch die jenige die auf mich sauer ist und nicht mit mir reden will.“
Lily schüttelte heftig mit dem Kopf „So ein quatsch. Ich sehe ein, dass ich wirklich überreagiert hatte und ich dachte du wärst deshalb noch so sauer auf mich, dass du nicht mit mir reden willst.“
„Wirklich?“, fragte Sel ungläubig „Ich dachte genau das Gegenteil.“
Oh, man…
Lily lächelte leicht „Also verzeihst du mir?“
„Natürlich.“, grinste Selene „Und verzeihst du mir?“
Jetzt grinste Lily ebenfalls „Natürlich.“
„Oh, man…“ diesmal hatte ich es laut ausgesprochen.
Ich sah kurz Alice, die fassungslos mit dem Kopf schüttelte „Seht ihr, genau das passiert, wenn man sich nicht ausspricht.“
Ich stimmte ihr nickend zu.
~*°*~
Tja, Lily und Selene waren jetzt also, nach ihrer äußerst peinlichen `ich-rede-nicht-mit-dir-weil-ich-denke-dass-du-nicht-mit-mir-reden-willst-Aktion´, wieder ein Herz und eine Seele und saßen wohl nun vergnügt in Alte Runen, während ich hier mit Alice zwei Stunden in der Hölle sitzen musste.
Die `Hölle´ war die Doppelstunde Wahrsagen, in der ich mich gerade befand, denn Wahrsagen war zu meinem Hassfach mutiert, nachdem ich diesen fiesen Zusammenbruch gehabt hatte, als die gute Rebecca gemeint hatte mich unbedingt mal besuche zu müssen.
Seitdem behandelte mich Thompson nämlich eigenartig.
Sie sah fast in jeder Stunde voraus, dass mir etwas sehr Schlimmes zustoßen wird.
Sehr beruhigend, oder?
„Hallo, liebe Klasse.“, begrüßte uns Professor Thompson mit ihrer schrillen Stimme, als endlich alle auf ihren Plätzen saßen „Da wir mit Lesen aus Teeblättern nun abgeschlossen haben, werden wir heute mit einem neuen Thema beginnen. Der Traumdeutung.“
Ein raunen ging durch die Klasse.
Das Thema war anscheinend beliebt.
Toll. Ich konnte gern drauf verzichten, aber na ja, dann werde ich mir halt einfach irgendwas ausdenken, denn von meinen echten Träumen werde ich auf keinen Fall jemandem hier was erzählen.
Doch die Professorin nahm mir mit ihren nächsten Worten leider die Hoffnung irgendeinen Mist erzählen zu können.
„Da mir in den letzten Jahren aufgefallen ist, dass einige Schüler gern mal irgendwas Erfinden, werden wir dieses Jahr einen Zauber benutzen.“, fuhr die Professorin fort und diesmal ging ein noch lauteres Raunen durch die Klasse „Dazu werde ich euch immer zu zweit einteilen und dann könnt ihr euch mit diesem Zauber den letzten Traum des jeweils anderen ansehen. Und keine Sorge, denn mit dem Zauber spricht man gleichzeitig einen Bann aus, der verhindert, dass man irgendjemandem von dem Traum des anderen erzählen kann. So bleibt also alles hier schön unter vier Augen. Ich möchte dann im nach hinein nur eure Aufzeichnung über verschiedene Traum Elemente und deren Bedeutung sehen. Und mit demjenigen mit dem ich euch jetzt einteile werdet ihr dann ab heute jede Stunde zusammen die Traumdeutung machen. Also…“ Professor Thompson zog ein Blatt Pergament hervor und begann die Partner vorzulesen.
Super…
Das bedeutet, dass irgendeiner dieser Vollpfosten, die sich mit mir in diesem Raum befanden, meine Alpträume sehen wird.
Ich hoffte inständig, dass Alice mein Partner werden würde, da sie die einzige Person hier war die ich mochte und der ich auch ansatzweise vertraute.
Aber mit dem was dann kam, hatte ich nicht gerechnet.
„ …Mr. Black und Miss Grey….“, hörte ich die Professorin vorlesen.
WAS?!
NEIN!
Das war nur ein schlechter Scherz, oder?!
Ich sollte nicht wirklich mit diesem Widerling zusammenarbeiten, oder?! ODER?!
Ein Blick zu Alice bestätigte mir die schreckliche Wahrheit, denn sie sah mich extrem mitleidig an.
Na, klasse… Black der Egozentriker wird also meine Alpträume zu sehen bekommen…
Und schon vernahm ich seine Stimme neben mir: „ Na Grey, ab jetzt wirst du wohl nicht mehr abstreiten können, dass du von mir träumst.“
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