
von *-*Lily*-*
Mit einem dumpfen Gefühl trat Petunia vor den Grabstein und blickte auf ihn hinunter.
Alle Leute waren schon gegangen und hatten ihr im Vorbeigehen leise Beileidswünsche zu gemurmelt oder ihr tröstend auf die Schulter geklopft, doch das hatte sie noch gar nicht so wirklich wahrgenommen.
Sie starrte einfach nur auf den Grabstein und merkte, wie die Buchstaben vor ihren Augen verschwammen und sie den Namen ihrer Schwester nur noch sehr undeutlich erkennen konnte.
Sie hatte sie gewarnt, sie hatte ihr gesagt, dass sie Vorsichtig sein soll und sich doch bitte, bitte bei ihr Verstecken würde auch wenn es Vernon missfallen würde.
Auch wenn Petunia diese Zauberei mehr als alles andere hasste und auch Lily dafür verabscheute dass sie sich damals für Hogwarts, für Zauberei und vor allen Dingen für diesen Snapejungen und am Ende für James Potter und gegen sie entschieden hatte, wollte Petunia niemals dass ihrer kleinen Schwester irgendetwas passiert, dass ihr jemand weh tun würde und doch hatte sie es zugelassen.
Wie oft hatte sie unter Tränen gebettelt, dass man Petunia sagte wo Lily sei und wieso sie sich verstecken musste, als es dann schon zu spät war. Nachdem Remus Lupin in ihr Haus gekommen war und sie nur seine Miene gesehen hatte, wusste sie es war passiert-Lily und James Potter sind ermordet worden. Petunia würde ihre Schwester niemals wiedersehen und nur weil sie versucht hat ihren Sohn zu beschützen.
Tränen liefen über ihre Wange und tropften auf den Strauß Lilien die sie in der Hand hielt
„Wieso?“ flüsterte sie leise und schaute auf den Grabstein hinab „Wieso hast du den falschen Vertraut, Lil? Ich habe dir so oft gesagt dass Freunde veränderlich sind, sie nicht immer gleich bleiben…“ ein schluchzen entfuhr ihr, als sie die Lilien auf das Grab legte.
„Auch wenn ich dir das zu oft gesagt habe, aber ich habe dich nicht gehasst…in keiner Sekunde wo ich das gesagt habe, habe ich das ernst gemeint Lily, nein wirklich nicht!“ Petunia wusste dass es zu spät für Entschuldigungen war. Lily würde keine einzige Entschuldigung jemals zu hören bekommen.
Petunia ließ sich auf ihre Knie sinken und spürte gar nicht wie erst nur ein paar Regentropfen den Weg auf die Erde fanden und es letztendlich in Strömen zu regnen begonnen hatte.
Sie streckte ihr Gesicht zum Himmel und lies ihre heißen und salzigen Tränen mit dem seltsam warmen Regen vermischen, in der Hoffnung dass der Regen ein Zeichen von ihrer toten und doch über alles geliebten Schwester ist.
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