Forum | Chat | Galerie
 
Startseite | Favoriten
Harry Potter Xperts
Harry Potter Xperts
Startseite
Newsarchiv
Link us
Sitemap
Specials
Shop
Buch 7
Buch 6
Buch 5
Buch 4
Buch 3
Buch 2
Buch 1
Lexikon
Lustige Zitate
Gurkensalat
Hörbücher
Harry, A History
Steckbrief
Biographie
Werke
Erfolgsgeschichte
Interviews
Bilder
Harry Potter & Ich
JKRowling.com
Film 7, Teil 1 & 2
Film 6
Film 5
Film 4
Film 3
Film 2
Film 1
Schauspieler
Autogramme
Galerie
Musik
Videospiele
Downloads
Lesetipps
eBay-Auktionen
Webmaster
RSS-Feed
Geburtstage
Gewinnspiele
Twitter
Fanart
Fanfiction
User-CP
Quiz
Währungsrechner
Forum
F.A.Q.
Über uns
Geschichte
Impressum

Fanfiction

Von Verzweiflung und Trost - Teil 1: Zuflucht

von waterloo

Vielleicht begann alles in der Nacht, in der das Manor niederbrannte. Vielleicht hatte alles zu jenem Zeitpunkt auch schon längst begonnen.

~*~


Draco Malfoys Gesicht war tränenüberströmt. Träne für Träne rann über seine Wangen, folgte der Bahn der vorigen oder suchte sich einen neuen Weg. Die Flammen spiegelten sich in den Tränenschlieren und brachten sein Gesicht zum Glänzen.

Draco schenkte den Tränen keinerlei Beachtung und machte nicht einmal den Versuch, sie fortzuwischen. Vielleicht nahm er sie auch gar nicht wahr. Wie hypnotisiert starrte er in das Feuer.

Unaufhaltsam hatte es sich ausgebreitet, hatte Fensterscheiben zum Bersten gebracht und wütete erbarmungslos innerhalb der hellen Mauern, die inzwischen vom Ruß geschwärzt waren.

Fassungslos betrachtete Draco das, was einst sein Elternhaus gewesen war und nun einem Flammeninferno glich.

Er war hier aufgewachsen. Das Manor war sein Zuhause gewesen. Schon immer. Jeder Stein des Hauses war mit Erinnerungen behaftet.

Die Bibliothek war inzwischen sicherlich restlos zerstört. Allein der Gedanke an die für immer verbrannten Bücher und Pergamentrollen schmerzte Draco in der Seele. Sie waren unwiederbringlich verloren. Er dachte an all die Werke, die er nie geschafft hatte zu lesen, obwohl er es sich so oft vorgenommen hatte. Und er dachte an all die Werke, die er gelesen, die er geliebt hatte und die er nie wieder würde lesen können. Er glaubte sogar, den Geruch von Leder, Pergament und Staub in der Nase zu haben. Und als er kurz die Augen schloss, war es ihm, als führen seinen Fingerspitzen über die raue Oberfläche einer vergilbten Buchseite.

Funken stoben auf und erloschen in der dunklen Nacht. Draco sah auf zu dem Fenster seines Zimmers. Er sah sich in diesem Zimmer älter werden. Er hatte darin gelebt. Er hatte dort gelacht, geweint, sich gelangweilt. Dort hatte er das erste Mal heimlich Feuerwhisky probiert. An der Decke war ein Fleck gewesen, der einem feuerspeienden Drachen glich. Das hatte er als kleiner Junge bemerkt und seit dem sah er immer diesen Drachen, wenn er seine Decke betrachtete. Betrachtet hatte.

Dunkler Rauch stieg auf. Das Feuer zerfraß alles, was einmal Malfoy Manor gewesen war. Draco sah sich noch als kleinen Jungen durch die Gänge toben. Erinnerungen überschwemmten ihn.

Als der Dachstuhl brach und die brennenden Balken krachend niederstürzten, konnte Draco den Anblick nicht länger ertragen. Er kehrte dem brennenden Manor den Rücken zu - und disapparierte.

~*~


In einer von Straßenlaternen beschienen Straße in Muggellondon fassten seine Füße wieder festen Boden. Draco schwankte leicht. Doch er sah sich nicht um. Warum auch sich die Mühe machen, nachzuschauen, ob ihn jemand bemerkt hatte? Es war ihm scheißegal.

Noch immer wacklig auf den Beinen ging Draco langsam auf eine der Haustüren zu und stieg die zwei Steinstufen hoch. Dicht stand er vor der hölzernen Tür, von der der Lack abblätterte und starrte sie einfach an. Dann wandte er sich den Klingelschildern zu.

Vorsichtig fuhr er mit seinem Finger über das höchsthängenste der Schilder. „Zabini“ stand dort in schiefer Handschrift.

Blaise lebte hier schon länger unter Muggeln in einer kleinen Zweizimmerwohnung, weit weg von der magischen Welt, weit weg vom Krieg.

Draco brachte es nicht über sich, den Klingelknopf zu drücken. Mit Sicherheit würde er Blaise wecken. Das wollte er nicht.

Erschöpft ließ sich Draco auf die Fußmatte sinken und lehnte seinen Kopf an die Tür. Er war müde. Er wollte schlafen.

Kurz besann er sich, dann drückte er schnell auf Blaise' Klingelknopf, bevor er es sich wieder anders überlegen konnte. Matt lehnte er sich wieder an die Tür.

„Ja?“, kam da Blaise' Stimme, zu einem Knarren verzogen, aus dem knackenden Lautsprecher an der Tür.

„Blaise?“, fragte Draco zittrig. Er erschrak über den Klang seiner eigenen Stimme. Es war nicht mehr als ein ersticktes Krächzen.

„Draco!“, kam es ihm aus der Gegensprechanlage entgegen und Draco wusste nicht, ob es eine Feststellung oder eine Frage gewesen war.

„Blaise“, murmelte er erneut.

„Komm hoch!“ Die Tür summte.

Fast hätte Draco es nicht geschafft, die Tür aufzudrücken, es war, als hätte sein Körper sämtliche Kraft verloren.

Die folgenden Minuten nahm Draco wie im Traum war. Wie in Trance taumelte er die Treppen hoch. Stufe um Stufe. Plötzlich war Blaise da im Treppenhaus. Kam ihm entgegen geeilt. Nur in Shorts bekleidet. Er bewegte seinen Mund. Draco sah ihn an. Blaise blickte ihn fragend an und Draco blickte zurück. Er bewegte seinen Mund wieder, kam dichter an Draco heran. Er packte Draco bei den Schultern, schüttelte ihn.

Blaise nahm Draco am Handgelenk und zog ihn die restlichen Treppen hoch, zerrte ihn in seine Wohnung und schloss die Tür.

Draco stand mit dem Rücken zur Tür, Blaise stand vor ihm. Wieder griff Blaise nach seinen Schultern. Draco sah ihn an. Er sah anders aus als sonst. Beunruhigt. Aufgeregt.

Wieder bewegten sich Blaise' Lippen. Draco wurde geschüttelt. Heftiger als zuvor.

„Draco!“

Blaise ließ seine Schultern los und umfasste sein Gesicht.

„Draco!“

Draco blinzelte. Auf einmal machten die Bewegungen von Blaise' Lippen Sinn.

„Draco?“, fragte Blaise erneut, dieses Mal mit sanfterer Stimme.

„Blaise?“, wimmerte Draco.

„Draco.“ Noch immer hielt Blaise Dracos Gesicht in seinen Händen. „Was ist passiert?“, fragte er eindringlich.

Draco öffnete den Mund: „Da...“ Seine Stimme versagte. Er versuchte es noch einmal. „Das Manor“, stammelte er, „es brennt.“

„Bist du okay?“ Blaise hatte ihn nicht losgelassen.

Draco schloss die Augen und deutete ein Kopfschütteln an.

Blaise seufzte leise. „Natürlich“, murmelte er.

„Draco, bist du verletzt?“, fragte er dann sanft.

Wieder schüttelte Draco den Kopf. Erst da ließ Blaise ihn los. Zitternd atmete Draco aus.

„Komm mit.“ Blaise griff seine Hand, diesmal ohne jeden Druck und führt Draco in sein Wohnzimmer, wo er ihn sacht auf die Couch drückte. Draco folgte widerstandslos.

Blaise setzte sich neben ihn und strich ihm sacht über den Arm. „Ich bin gleich wieder da, Draco.“ Blaise stand wieder auf.

Draco nickte stumm, was hätte er auch sonst sagen sollen, und schloss seine Augen. Er war von einer Schwäche ergriffen, die er noch nie verspürt hatte. Er fühlte, wie Blaise eine Wolldecke über ihm ausbreitete, öffnete seine Augen aber nicht.

„Bin gleich wieder da“, wisperte Blaise ihm zu, dann hörte Draco die sich entfernenden Schritte.

„Draco?“ Irgendwann kam Blaise zurück. Er trug inzwischen eine Sweatshirtjacke und hielt zwei dampfende Becher in der Hand. Den lilafarbenen reichte er an Draco weiter, den schwarzen behielt er.

Draco nippte an dem heißen Kakao. Zuerst tat ihm das Schlucken weh, doch die Wärme tat gut. Sie hatte etwas Tröstendes.

Blaise zog Draco näher an sich, so dass Draco sich an ihn lehnen konnte. Draco nahm das Angebot gerne entgegen und schmiegte sich an seinen Freund. Blaise' Wärme war tröstender als die des Kakaos.

„Hier.“ Blaise reichte ihm ein Taschentuch. Unkoordiniert fuhr Draco sich damit über das Gesicht und schnäuzte sich anschließend. „Noch eins“, murmelte er. Blaise reichte ihm ein weiteres.

Stumm saßen sie beieinander. Als der Kakao leer war, nahm Blaise ihm den Becher aus der Hand und stellte ihn auf den Fußboden.

„Ich bin schrecklich gefühlsduselig“, entschuldigte sich Draco, als er glaubte, seine Stimme wiedergefunden zu haben. Doch er stellte fest, dass sie noch immer schrecklich rau klang.

„Schht, Draco“, machte Blaise und begann, mit ruhigen Bewegungen über Dracos Rücken zu streicheln.

„Weißt du“, fuhr Draco fort, „das Manor war mein Zuhause. Ich bin dort aufgewachsen.“

„Ich weiß.“

Draco legte seinen Kopf an Blaise' Schulter und sah stumm in die Leere. Er fühlte sich auch irgendwie leer. Und das nicht nur, weil er keine Tränen mehr hatte.

~*~


Draco schlief die ganze Nacht nicht. Er versuchte es auch nicht. Er saß einfach stumm auf Blaise' Sofa. Blaise blieb die ganze Nacht über bei ihm. Auch er schlief nicht mehr.

Irgendwann war es wieder Tag und der Raum war sonnenlichtdurchflutet. Draco hob seinen Kopf von Blaise' Schulter. Sein Nacken schmerzte furchtbar, doch um nichts in der Welt hätte er irgendwie anders sitzen wollen.

~*~


Irgendwann ging der Tag wieder zuende und es schien selbstverständlich, dass Draco blieb. Sie sprachen nicht darüber, doch wo hätte Draco auch anders hingekonnt? Blaise bezog die Couch mit einem Bettlaken und als Draco sich schlafen legte, saß Blaise noch eine Weile an seinem Bett.

Er strich Draco zärtlich eine Haarsträhne zurück und lächelte ihn an. „Gute Nacht, Draco.“

„Nacht, Blaise.“

Blaise erhob sich, knipste das Licht aus und wollte die Tür zuziehen, da hielt Draco ihn zurück. „Kannst du das Licht bitte anlassen?“

Blaise musterte ihn kurz und Draco schien unter diesem Blick kleiner zu werden. Er schlug die Augen nieder und spürte, wie ihm die Röte die Wange hoch kroch, da antwortete Blaise: „Klar.“

Das Licht begann wieder zu brennen. „Schlaf gut, Draco.“

Dann klackte die Tür ins Schloss und Draco war alleine.

Er lag auf dem Rücken und starrte die Decke an. Auch Blaise' Decke hatte Flecken, doch in keinem konnte er einen feuerspeienden Drachen erkennen.

Draco war dankbar, dass Blaise in seiner Wohnung Muggellicht hatte. So sehr er früher das behagliche Prasseln von Kaminfeuer und das sanfte Licht von Kerzenflammen gemocht hatte, allein bei dem Gedanken an offenes Feuer drehte sich ihm der Magen um.

Dracos Augen huschten im Zimmer umher. Er wusste, dass er hätte schlafen müssen. Doch er wusste auch, dass er seine Augen nicht würde zumachen können.

Doch es wurde immer schwerer, sie offen zu halten. Er war erschöpft und er war müde. Er war mit seinen Kräften am Ende. Seine Augen brannten schrecklich und irgendwann konnte Draco nicht verhindern, dass sie ihm zufielen und er einschlief.

Als er wieder erwachte, zunächst orientierungslos und mit heftigem Herzklopfen, wusste er nicht, wo er war. Doch die Erkenntnis kam schnell und mit ihr die Gewissheit, dass Blaise im Nebenzimmer lag. Langsam klang das Herzklopfen ab, nur um mit einem Schlag wieder heftiger zu sein als zuvor. Denn Draco kam ein entsetzlicher Gedanke. Was, wenn Blaise nicht mehr da war? Wenn etwas passiert war? Oder wenn Blaise fortgegangen war und ihn zurückgelassen hatte?

Quälende Zweifel machten sich in Draco breit, ob Blaise wirklich hinter der Wand lag, die er nun verzweifelt anstarrte.

Er musste es wissen. Draco schlug die Decke zurück und stand auf. Barfuss schlich er zu der Zimmertür und öffnete sie weit, damit auch der Flur erhellt wurde. Auch im Flur knipste er dann das Licht an und schlich dann weiter zu Blaise' Zimmertür.

Langsam, ganz langsam, drückte Draco die Klinke herunter und schob die Tür Millimeter für Millimeter auf. Seine Atmung hatte sich beschleunigt.

Zunächst fiel nur ein schmaler Lichtkegel in Blaise' Zimmer und Draco konnte nichts erkennen. Er drückte die Tür noch etwas weiter auf und schob sich in den Raum.

Dort an der Wand stand Blaise' Bett. Draco erschrak, als er sah, dass Blaise wach war, sich auf seine Ellenbogen gestützt hatte und ihm entgegen sah. Andererseits empfand er bei Blaise' Anblick große Erleichterung. Langsam ließ Draco die Luft aus seinen Lungen entweichen.

Draco stand mitten im Raum und wusste nicht, was er tun oder sagen sollte. Ich wollte nur sichergehen, dass du noch da bist? Wohl kaum. Ich wollte eigentlich ins Bad und habe mich in der Tür geirrt? Das war lächerlich.

Und so blieb Draco einfach still stehen und sah Blaise an. Der Blick in Blaise' Augen ging ihm unter die Haut, so viel Sorge lag darin. Fast war es Draco unangenehm.

„Komm her, Draco“, sagte Blaise mit weicher Stimme und hob seine Decke an. Draco nickte stumm und krabbelte rasch neben seinen Freund. Eng drückte er sich an Blaise' Körper, der diese trostspendende Wärme ausstrahle.

Blaise schloss beide Arme um ihn und Draco hielt sich daran fest. „Du musst schlafen, Draco“, wisperte Blaise und wieder nickte Draco nur.

Er schloss seine Augen und konzentrierte sich noch einmal auf Blaise' Anwesenheit, seine Körperwärme und auf seine Arme, die ihn sicher festhielten. Dann schlief er ein.

~*~


Wenn Du Lob, Anmerkungen, Kritik etc. über dieses Kapitel loswerden möchtest, kannst Du einen Kommentar verfassen.

Zurück zur Übersicht - Weiter zum nächsten Kapitel

Top-News
Suche
Updates
Samstag, 01.07.
Neue FF von SarahGranger
Freitag, 02.06.
Neue FF von Laurien87
Mittwoch, 24.05.
Neue FF von Lily Potter
Zitat
Ich will mehr wie jeder andere, dass Joanne K. Rowling mit meiner Luna zufrieden ist, denn es ist ihr Charakter. Ich hatte schon einen Albtraum davon, auf der After-Show-Party zu sein, Jo zu treffen und sie schüttelt nur ihren Kopf und schaut traurig. Das ist mein Irrwicht. Aber bis jetzt hat sie sich mir gegenüber positiv verhalten, also bin ich optimistisch.
Evanna Lynch