Von Verzweiflung und Trost - Teil 4: Epilog - Nichts ist für immer
von waterloo
@Raia: Hallo du, ganz lieben Dank für dein Review. Ich bin ehrlich schwer beeindruck. Und es freut mich sehr, dass dir diese Geschichten so gut gefallen.
Und es ist schön, dass mir geglückt ist, was ich im letzten Kapitel versucht hab. Routine zu beschreiben, fällt schwer, weil einem schnell alles langweilig vorkommt. Dabei sagt Routine unendlich viel aus. Schön, dass du findest, dass ich das gut zu Papier gebracht hab.
Und mach dir keine Sorgen, ich mag geschädigte Charaktere auch. Ich hab mich auch schon gefragt, ob das eigentlich so gesund ist ...
Kaputte Charaktere sind auf alle Fälle interessant und H/C ist vermutlich nicht ohne Grund so populär. :) Noch mal lieben Dank!
@Summersky: Lieben Dank auch an dich. Schön, dass du es magst. Natürlich hast du Recht, in dieser Geschichte leidet Draco wohl mehr als Blaise. Allerdings schreibe ich Dracos POV, er kann nicht in Blaise hineinsehen. Und ich glaube, dass Blaise die Rolle, die er hat, auch braucht. Nicht nur das Gefühl gehalten zu werden ist wichtig, ebenso das Gefühl einem anderen Halt zu geben.
Und hier ist der Epilog, ich hoffe, er gefällt dir, trotz der „krassen“ Überschrift ;)
Lieben Gruß, waterloo
@Bella: Hallo Bella, lieben Dank für dein Review. „Bittersüß“ ist ein schönes Wort. Ich glaube es ist das, wie ich versuche meine Draco-Blaise-Geschichten sein zu lassen. Im Leben ist eben nicht alles süß, ganz im Gegenteil, das ist es in den seltensten Fällen und dann auch nicht in „Reinform“ und schon gar nicht auf Dauer ... Aber ich mag Lichtblicke, anders wären Geschichten ja auch nicht zu ertragen :)
Und ja, ich mag auch mit Draco rumheulen ...
Liebe Grüße!
Teil 4:
Epilog: Nichts ist für immer
Es war ein regnerischer Abend, als Draco eine Erkenntnis kam. Sie waren bereits im Bett, Dracos Kopf ruhte auf Blaise' Brust und der Regen prasselte gegen das Dachfenster.
Es war der Abend, an dem Draco feststellte, dass die Dinge gut geworden waren. Er war zwar kein besonders fröhlicher Mensch, aber vielleicht musste man gar nicht fröhlich sein, um glücklich zu werden.
Vielleicht reichte es ja aus, ein Zuhause zu haben. Die Außenseite von einem Bett zu haben, das für zwei Menschen eventuell etwas zu schmal war. Einen lilafarbenen Becher zu haben, der im Küchenschrank ganz vorn direkt neben einem schwarzen stand. Und er hatte Blaise. Das war das Wichtigste. Er war nicht allein. Blaise war bei ihm.
Draco schmiegte sich noch etwas näher an den warmen Körper neben ihm und seufzte zufrieden.
„Kann es so nicht für immer bleiben?“, fragte er hoffnungsvoll.
„Nein.“
Blaise' Antwort ließ Draco erschrocken auffahren.
Blaise fasste ihn bei der Schulter und zog ihn wieder zu sich herunter, wo er Dracos Kopf sacht an seine Schulter drückte. Dann begann er, mit seinen Fingerspitzen durch Dracos Haar zu fahren.
„Nichts ist für immer, Draco“, erklärte er dann mit ruhiger Stimme. „Die meisten Dinge enden früher oder später.“
Draco ahnte zwar, dass Blaise vermutlich auf irgendeine Art und Weise Recht hatte, aber er konnte diese Antwort unmöglich gelten lassen.
Er machte sich los und blickte auf Blaise hinab, der noch immer in den Kissen lag und ihn ruhig ansah.
„Aber wir können doch für immer zusammen bleiben?“
Draco konnte die Verzweiflung in seiner Stimme selbst hören.
Unruhig sah er in Blaise' Gesicht und suchte dort nach einer Antwort. Aber da war nichts. Draco spürte die Verzweiflung in sich übermächtig werden. Blaise brauchte doch nur „ja“ zu sagen oder zu nicken. Aber er tat es nicht.
Stattdessen setzte nun auch er sich auf, sodass er auf einer Augenhöhe mit Draco war.
„Hör mal, Draco“, begann er, doch Draco wollte nicht hören.
Er sprang aus dem Bett und verließ fluchtartig das Zimmer. Kopflos lief er im Flur zweimal auf und ab, bevor er schließlich in der Küche verschwand.
Ihm schien der passende Moment für einen Kakao zu sein.
Inzwischen konnte er genau so gut Kakao kochen wie Blaise. Er zog einen Topf aus dem Schrank und drehte den Gasherd auf. Dann die Milch in den Topf und den Topf auf die Flamme. Nicht zu heiß. Draco griff sich einen Schneebesen und rührte die Milch beim Erwärmen um. Dann das Kakaopulver und den Zucker in die schon warme Milch, damit es sich besser auflöste. Etwas mehr Zucker als Kakaopulver. Wieder rührte Draco um. Wenn er schnell genug rührte, konnte er den Grund des Topfes sehen. Die beiden Becher aus dem Schrank. Den schwarzen und den lilafarbenen. Der Kakao war heiß. Gas abdrehen.
Draco rührte ein letztes Mal um, dann griff er die beiden Henkel des Topfes und wandte sich den beiden Bechern zu.
Da sah er Blaise im Türrahmen stehen, ruhig wie immer, die Arme verschränkt, wie er ihn beobachtete. Draco hatte ihn nicht bemerkt und erschrak nun furchtbar.
Der Topf entglitt ihm und der heiße Kakao ergoss sich über seine Hand.
Vor Schmerz schrie er auf und umklammerte sein Handgelenk.
Er sah Blaise ruhigen Schrittes auf ihn zukommen. Blaise fasste ihn bei den Schultern und schob ihn zum Waschbecken. Dann griff er stumm nach Dracos Handgelenk und hielt die verbrannte Hand unter kaltes Wasser. Dort hielt er sie fest. Solange, bis Draco glaubte, seine Hand nicht mehr spüren zu können. Der Schmerz war weg. Oder zumindest betäubt.
Draco bemerkte, dass Blaise seine Hand ebenso lange unter das eiskalte Wasser gehalten hatte wie er selbst, doch er kam nicht dazu, weiter darüber nachzudenken. Blaise schob ihn nun von der Pfütze am Boden weg.
Draco saß auf der Fensterbank und saß dabei zu, wie Blaise die Kakaopfütze aufwischte. Er fühlte sich wie ein kleines Kind.
Als der Boden sauber war und die Küche wieder aussah wie zuvor, blieb Blaise in der Tür stehen und sah ihn an. Draco rutschte von der Fensterbank herunter.
Noch immer hatten sie kein Wort miteinander gewechselt.
Draco erwiderte Blaise' Blick.
„Ich möchte aber, dass wir für immer zusammen bleiben.“
Seine Stimme war ruhig und nicht länger von Verzweiflung verzerrt.
Blaise lächelte ihn liebevoll an und streckte ihm seine Hand entgegen.
„Komm wieder ins Bett, Draco.“
~Ende~
A./N.: Ich hoffe, dieses Ende hat euch gefallen ... Über Reviews freue ich mich sehr. Und wenn ihr konstruktive Kritik für mich habt, nur her damit, anders kann ich mich schließlich nicht verbessern ;)
An dieser Stelle auch noch mal ganz lieben Dank an Raia, Bella und SummerSky, die diese Geschichte begleitet haben, eure Reviews sind wundervoll. Ein weiterer Dank geht an meine Beta Cho17.
Auf Wiederlesen und einen lieben Gruß an euch!
waterloo
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Beziehungskomödien aufzubauen und die entsprechenden Dialoge zu schreiben kann Joanne K. Rowling so gut wie Woody Allen. Im vierten und fünften Band ist das schön zu beobachten, wenn es die ersten Eifersüchteleien zwischen den Freunden gibt.
Klaus Fritz