
âWas hat Zabini dort unten vor?â, fragte Rosie, nachdem Albus Alarm geschlagen hatte.
âWoher soll ich das wissen, wenn nicht einmal du das weiĂtâ, Ă€tzte James. âWir könnten ihm ein ausziehbares Ohr ans BĂŒro hĂ€ngen, aber ich gehe jede Wette ein, dass erâs merkt.â
âFĂŒrchte ich auch. â He, Moment mal!â
Die Karte zeigte, dass Zabini an derselben Stelle stehen blieb. Er schien sich nach links und rechts zu bewegen, aber nicht weiterzukommen. âSieht aus, als ob er das Passwort nicht kenntâ, meinte James
âMuss nichts heiĂen. Die Auroren könnten ein neues gelegt haben, sodass derjenige, der den Gang prĂ€pariert hat, auch nichts mehr findetâ, widersprach Rosie.
âAuf jeden Fall mĂŒssen wir in nĂ€chster Zeit hin und wieder nachschauen, ob sich Zabini noch öfter dort unten herumtreibt. Zutrauen wĂŒrde ich ihm, dass er eine Schweinerei vorhatâ schlug nun wieder James vor. âIhn ausspionieren bringt nichts. Er wird uns finden.â
Sie blieben dabei, auch wenn es ihnen schwer fiel, sich zu gedulden.
âĂbrigens, bevor ichâs vergesseâ, flĂŒsterte Albus, nachdem er sich vergewissert hatte, dass sonst niemand zuhörte. âHier ist der Brief an Papa. Meinst du, den kann man so schicken?â
James las: Liebe Mama, lieber Papa,
mir geht es soweit ganz gut. Ich freue mich auf das Halloween-Fest. Ich soll zusammen mit einem DrittklĂ€ssler aus Slytherin Schwarzmagier spielen, die ein Schloss angreifen. Ich bin schon nervös und hoffe, ich kriege es einigermaĂen hin.
Im Unterricht komme ich ganz gut mit. In Verwandlungen habe ich sogar zehn Punkte fĂŒr Gryffindor geholt, weil ich als erster eine Maus zustande gebracht habe â sogar noch vor Rosie; zum ersten Mal seit anderthalb Jahren war ich besser als sie.
James nervt, wie ĂŒblich, aber meistens bin ich mit meinen Jahrgangskollegen zusammen und habe meine Ruhe. AuĂerdem hat James seit kurzem eine Freundin und daher weniger Zeit, mich zu Ă€rgern.
Wir haben uns ĂŒbrigens gewundert, weil vor ungefĂ€hr einer Woche Fremde in Hogwarts aufgetaucht sind. Ich glaube, mindestens zwei davon waren Auroren â ich habe die Gesichter schon mal gesehen, an die Namen kann ich mich aber nicht mehr erinnern.
Hast du wirklich Auroren nach Hogwarts geschickt? Ist irgend etwas Schlimmes hier passiert? Die Lehrer tun so, als ob nichts wĂ€re, aber es gibt schon ein paar GerĂŒchte, weil auch andere die Fremden gesehen haben. Rosie und James meinen, es ist nichts Schlimmes, weil sonst hĂ€tte Professor McGonagall etwas gesagt; ich bin mir aber nicht sicher.
Viele GrĂŒĂe, auch an Lily,
Euer Albus
âStreich den Satz mit der Freundin gefĂ€lligst durch!â, herrschte James seinen Bruder an. âMuss nicht sein, dass sie das sofort wissen.â
âKann ich schon machenâ, antwortete Albus ruhig. âAber abgesehen davon, glaubst du, das kann man so schreiben?â
James ĂŒberlegte kurz. âMir fĂ€llt auf jeden Fall nichts Besseres einâ, brummte er. Da erinnerte er sich plötzlich an Cathleens BefĂŒrchtungen. âSag mal, Rosie, wenn da unten in diesem Geheimgang Infos liegen, wie man Dementoren zĂŒchtet...?â
âWie kommst du auf Dementoren?â, fragten Albus und Rosie gleichzeitig.
âWas Lucy im September erzĂ€hlt hat, klingt so, hast du selber gesagt, Rosie. Und â im âBlitzerâ steht...â
âSag bloĂ, deine Holde liest diesen Schund?!â, lĂ€sterte Rosie. âDann mach dir schon mal Gedanken, wie du ihr beibringst, wie die Welt wirklich ist. Im Blitzer stand auch schon, dass das gelbe Schnarchflughorn in England aufgetaucht ist. Ich verstehe nicht, wie ein halbwegs intelligenter Mensch....â
âAlso: Was hĂ€ltst du davon, dass da unten was ĂŒber Dementorenzucht steht?â, unterbrach James sie.
âNichts. Dementorenzucht ist kein Geheimwissen, leider. Jeder halbwegs intelligente Schwarzmagier kann das, soviel ich weiĂ. Aber ich kann kurz mal nachschauen.â
âDie Bibliothek hat schon zuâ, stellte Albus fest. Rosie lief jedoch nicht dorthin, sondern in ihren Schlafraum und kam mit einem Exemplar von âKurze Geschichte der Schwarzen Magieâ zurĂŒck. NatĂŒrlich besaĂ Rosie als Tochter einer der Hauptautorinnen dieses Lexikon privat.
ââDementor, Vorkommen, Gefahren, Gegenzauberââ, las sie halblaut. ââHier: Entstehung: âDie kĂŒnstliche Herstellung von D. ist möglich, jedoch ein langwieriger Prozess, bei dem viele schwarzmagische Zutaten und ZaubersprĂŒche notwendig sind. In den meisten bekannten FĂ€llen sind D. dadurch entstanden, dass andere D., die genĂŒgend Seelen als Nahrung erhalten haben, sich teilen, was man gewöhnlich âBrĂŒtenâ nennt.â â Hm, nichts Genaues.â
âGlaubst du, deine Mutter weiĂ mehr?â, fragte Albus.
âBin ich mir sogar sicher. BloĂ: Eher erzĂ€hlt euer Vater euch seine EinsatzplĂ€ne fĂŒr das nĂ€chste Jahr komplett als dass meine Mutter mir nur irgend etwas ĂŒber Dinge verrĂ€t, die sie fĂŒr Schwarze Magie hĂ€lt.â
âAlso mĂŒssen wir was rauskriegen.â
âOder wir gehen erst einmal davon aus, dass es kein Geheimwissen ist.â
In der Nacht musste Rosie jedoch ihre Meinung geĂ€ndert haben, denn sie bat am nĂ€chsten Morgen James und Sean, sich bei Hagrid eine Unterschrift fĂŒr die verbotene Abteilung der Bibliothek zu besorgen: âIch hab herausgefunden, dass es ein Buch mit dem Titel âWie Dementoren zu erzeugen seienâ gibt; das steht aber natĂŒrlich in der verbotenen Abteilung.â
âUnd wie kommst du auf Hagrid?â, fragte Sean.
âWeil ihr beide bei ihm sowieso einen Stein im Brett habt â und weil ich glaube, dass er wenige Fragen stellt. Bei Tante Penelope können wirâs jedenfalls vergessen, bei Brown auch und bei Zabini sowieso â bleibt höchstens noch Neville.â
Da die DrittklÀssler ohnehin an diesem Tag Pflege magischer Geschöpfe hatten, trat James nach der Stunde an Hagrid heran und bat ihn um eine Unterschrift.
âWas? Dementoren? Lasst da bloĂ die Finger davon!â, brummte der.
âSind die so gefĂ€hrlich, dass sogar Sie Angst davor haben? GefĂ€hrlicher als Drachen?â, fragte Sean.
âGar kein Vergleich. Drachen haben Seelen, wie `n Mensch und wie jedes andere Tier auch. Mit Drachen kann man mit `n bisschen Ăbung umgehen, wie du, James, ja von deinem Onkel weiĂt â okay, vielleicht mit `n bisschen mehr Ăbung als bei anderen Tieren. Dementoren aber werden von Schwarzmagiern hergestellt. Hab`n ĂŒberhaupt nichts mit Menschen und Tieren gemeinsam.â
âDas ist es jaâ, begann James ehrlich. âWir glauben, dass jemand Dementoren zĂŒchtet â und dazu geheimes Wissen verwendet. â Bitte, sei so nett, mir zuliebe!â
âAber ich sag dir eins: Wenn du irgendwas in die Richtung versuchst, hab ich nix damit zu tun, klar?â â James nickte.
Hagrid nahm eine Feder in seine gewaltige Pranke und unterschrieb den Schein. James und Sean gingen sofort damit zur Bibliothek und bekamen auch das gesuchte Buch, wenn Madam Pince auch mindestens ebenso wenig begeistert war wie Hagrid.
Neugierig, wie er war, begann James sofort zu lesen. Das Englisch, in dem das Buch geschrieben war, war altertĂŒmlich, sodass er manchmal Schwierigkeiten hatte, doch die Anweisung war eindeutig: âEin Dementorn mit menschlicher Magie zu erzeugen ist nur in einer ganz und gar mondlosen Nacht möglich. Die Seele eines Menschen oder Thiers, so in selbiger Nacht verschieden, gleich ob durch Krankheit oder von Gewalt, wird aus dem Leibe beschworen mit den Worten âAnima, exi, anima mutate, anima, dele!â Zuglaich erzeuget man einen Nebel, wie solcher weiter unten beschrieben, welchen man mit der den Leib verlassenden Seelen mit einem wortlosen Zauber in Verbindung bringe, dergestalt, daĂ ein Kreis mit dem Stab durch den Nebel und rund um die entweichende Seelen gezogen wird. Hierbei darf der Zauberstab nicht ein Sekund von jener Seelen gelassen werden, ansonst der Zauber nicht gelingt.
Die mit dem Nebel verbundene Seele muĂ die folgenden vierzehn Tag, das ist exact bis zum Vollen Monde, in ein Dunklen Kammern aufgehoben werden, so kein Tageslicht hĂ€tt. Ăberhaupt kein Licht darf an die Seele kommen, damit sie reife, also daĂ ein voll und gutes Dementor erzeugt werden könne.â
âLangwierige Geschichteâ, kommentierte Sean.
âVielsaft-Trank herstellen dauert lĂ€nger. Kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass das Geheimwissen ist. Höchstens kennt noch jemand eine schnellere Methodeâ, widersprach James.
Als sie mit Rosie darĂŒber sprachen, sah sich diese in der Meinung bestĂ€tigt, dass die Herstellung von Dementoren kein Geheimwissen sei. Sie widersprach auch Jamesâ Vermutung, dass es dem Schwarzmagier um Schnelligkeit gegangen wĂ€re: âWenn das so wĂ€re, dann wĂ€ren mehr Dementoren unterwegs und es stĂŒnde nicht nur im Blitzerâ, meinte sie. âDie Dementoren, wenn es sie gibt, und der Geheimgang haben nichts miteinander zu tun.â
Einen Tag vor Halloween erhielt Albus die Antwort von seinem Vater. Harry Potter bestĂ€tigte, dass er Auroren nach Hogwarts geschickt habe. Er erwĂ€hnte auch, dass diese die geheime Kammer, die im Vorjahr gefunden worden war, zu untersuchen hĂ€tten, aber noch nicht fĂŒndig geworden seien. Der Brief schloss mit der Mahnung, auf keinen Fall eigenmĂ€chtig zu versuchen, die Kammer zu betreten, âwas du bitte auch James ausrichtestâ.
James lachte nur ĂŒber die Warnung seines Vaters, wĂ€hrend Rosie und Albus etwas enttĂ€uscht waren, nicht mehr zu erfahren.
Das fĂŒr Halloween geplante TheaterstĂŒck beschĂ€ftigte am Vortag natĂŒrlich Albus â aber auch James, da Cathleen die Rolle der Schlossherrin, der Tochter eines MuggelfĂŒrsten, die im entscheidenden Moment ihre eigenen magischen FĂ€higkeiten entdecken sollte, spielte.
âDie Nott kocht, weil sie nicht die Hauptrolle bekommen hat. Als sie ihr angeboten haben, eine Dienerin zu spielen, war sie beleidigt und wollte nicht. â James, ich habâ Angst, sie lĂ€sst sich was ganz Fieses einfallen â dabei gibt es sowieso schon so viel, was schief gehen kann. Ich wette, mir fĂ€llt der Zauberstab aus der Hand, wenn ich ihn auf der BĂŒhne zum ersten Mal halten darf.â
âGanz bestimmt nicht. Du kannst es â hab ich beschlossen. Und was die Nott betrifft: Meinst du, sie kann euch wĂ€hrend des StĂŒckes verzaubern, ohne dass es jemand merkt? Ich weiĂ, dass sie nicht dumm ist, aber ungesagte oder stablose Zauber kann sie bestimmt nicht.â
âWer weiĂ? Vielleicht zaubert sie vorher eins der Bretter kaputt und wir stĂŒrzen â oder sie schleicht sich hinter die BĂŒhne, schluckt Vielsaft-Trank und sabotiert, wĂ€hrend wir denken, sie ist jemand, der mitspielt â oder Finch-Fletchley oder Weasley.â
âKomm! Weasley oder Finch-Fletchley lassen sich nicht von einer ZweitklĂ€sslerin auĂer Gefecht setzen. Das glaub ich nicht, dass die Nott das schafft.â â Er verschwieg ihr lieber, dass Mary-Sue, da sie ja einen Tarnumhang besaĂ, nicht auf Vielsaft-Trank oder Ă€hnliche Hilfsmittel angewiesen war, um unbemerkt hinter die BĂŒhne zu kommen.
Um Cathleen und sich selbst abzulenken, fragte er sie anschlieĂend ihren Text ab, den sie natĂŒrlich perfekt konnte â selbst den Monolog, in dem die Prinzessin bemerkte, dass eine Vase auf einem Beistelltisch plötzlich schwebte und so ihre magischen FĂ€higkeiten erkannte.
âIch brauche die Karteâ, dachte er sich und nahm am Abend von Halloween die Karte des Rumtreibers und seinen Zauberstab mit.
Nach dem reichlichen Abendessen mussten die SchĂŒler die groĂe Halle verlassen. Als sie wieder eintreten durften, waren die Tische weggezaubert und anstelle des Lehrertischs war eine groĂe BĂŒhne aufgebaut.
Das StĂŒck begann. Kurz nachdem Cyrus Bryce, der Slytherin, der gemeinsam mit Albus die Bösewichte im StĂŒck verkörperte, die BĂŒhne betrat, aktivierte James leise die Karte und wurde tatsĂ€chlich fĂŒndig: Mary-Sue stand am Rand der BĂŒhne! Er schwitzte, wĂ€hrend er sich ĂŒberlegte, wie er unauffĂ€llig verhindern konnte, dass Mary-Sue eingriff.
Da kam schon die erste Szene mit Cathleen, die gemeinsam mit einer SiebtklÀsslerin, die ihre Muggel-Mutter spielte, ihren ersten Auftritt hatte.
Es folgte ein lang gezogener Schrei eines Geistes, der Mutter und Tochter auf, aber auch einige SchĂŒlerinnen vor der BĂŒhne erschreckte. James jubelte: Nun hatte er Zeit zum Handeln.
WĂ€hrend auf der BĂŒhne Cathleen laut: âFrau Mutter, was ist das? Mir scheint gar, ein magisches Wesen in unserem Schlossâ, rief, stand James auf, zog seinen Zauberstab und zielte auf Mary-Sue, die an ihrem Platz stehen geblieben war: âPetrificus Totalus!â.
Er hatte getroffen. Dabei fiel zwar die Karte des Rumtreibers zu Boden und ein Licht war zu sehen, doch es gelang ihm, die Karte wieder aufzuheben und scheinbar kĂŒmmerte sich kein Lehrer um den Zauber.
DafĂŒr wurden Cathleen und ihre BĂŒhnenmutter nervös und verhaspelten sich, doch zu ihrem GlĂŒck war der Souffleur auf dem Posten.
Kurz darauf flackerte nochmals ein Zauberstab auf und Albus trat auf die BĂŒhne. Ein WĂ€chter warf einen Speer nach ihm, der kurz vor ihm abbog und ihn weit verfehlte.
Albus lachte, als ob er James einen gelungenen Streich gespielt hĂ€tte. âWie ihr seht, MuggelfĂŒrstin, vermögen eure MĂ€nner mich nicht zu verletzen. Doch ich, der groĂe und böse Zauberer Valdimer, will mich gnĂ€dig zeigen und gebe euch drei Tage Zeit, das Schloss zu verlassen. AuĂerdem verlange ich eure Tochter.â
âTöte mich, du Grausamer, du Gewissensloser, doch lass mein Kind leben!â, rief die âFĂŒrstinâ.
âIhr habt drei Tage, wie ich gesagt. Versucht nicht, Valdimer zu tĂ€uschen. Euer Schloss ist von einem Bannkreis umgeben, den nur ich und mein Freund Slidarin zu brechen vermögenâ, drohte Albus-Valdimer.
Szenenwechsel: âPrinzessinâ Cathleen bot sich ihrer Mutter als Opfer an, die Mutter lehnte es ab, die Mutter verlieĂ den Raum und rief einen Boten, um den FĂŒrsten zu verstĂ€ndigen, der sich im Krieg befand.
Nun folgte Cathleens Monolog. âIch möchte sterben, dass meine Mutter leben kann â doch wer mag sagen, ob dieser Mann sein Wort hĂ€lt. Ach, könnt ich doch helfen, verstĂŒndâ ich mich auf Magie wie er, nimmer wolltâ ich aufgeben. Doch was kann ich tun? Diese Vase auf ihn werfen, dem des braven Edgars Speer nicht schaden konnte?â
Die Vase erhob sich in die Luft. Einmal, zweimal.
âWie ist mir? Habe ich eine Macht, die ich nicht gekannt?â, rief Cathleen.
Alle, vor allem die muggelstĂ€mmigen Zuschauer, hielten den Atem an, als Cathleen alias Prinzessin Clarice ihre magischen FĂ€higkeiten erkannte. FĂŒr viele war es ein vertrautes Erlebnis, wenn auch kaum jemand in Lebensgefahr gewesen war.
Clarice-Cathleen konnte nun auch mit einem Geist (der Grauen Dame) Kontakt aufnehmen. Die Graue Dame verlieĂ das âSchlossâ, da auf sie der Bannkreis nicht wirkte, und informierte einen alten Hexenmeister (George Spencer), der den Bannkreis brechen und gemeinsam mit Clarice-Cathleen und der Grauen Dame die Bösen besiegen konnte.
Auch wenn das Ende nicht gerade originell war, klatschten die meisten Beifall. James applaudierte besonders laut, als sich Cathleen verbeugte.
Als sich die anderen schon auf den anschlieĂenden Maskenball vorbereiteten, wartete James vor dem Umkleideraum der Schauspieler, aus dem ihm, noch vor Cathleen, Albus entgegen kam.
âSuper gespielt, BrĂŒderchen. Man merkt richtig, wie böse du werden kannst.â
âDanke! â Du hĂ€ttest dafĂŒr nicht spielen mĂŒssen, ich weiĂ!â, gab Albus zurĂŒck und lief zu einigen Jungen aus seinem Jahrgang, darunter, wie James ĂŒberrascht feststellte, Scorpius Malfoy.
Noch mehrere andere kamen heraus, ehe James endlich fand, wonach er gesucht hatte. âDu warst Super! lobte er Cathleen zwischen zwei KĂŒssen.â
âOh Mann! Ich bin so froh, dass es vorbei ist! â Vor allem, als plötzlich dieser grelle Fluch kam. Ich hab gedacht, der ist echt. WĂŒrde mich interessieren, wie den dein Bruder oder Bryce hingekriegt haben.â
âDu meinst den, bevor Albus oder Valdimer euch bedroht hat? â Das war keiner von beiden. Das war ich â und zwar auf die Nott.â
âWas hatte die vor?â
âWahrscheinlich etwas ganz Fieses. Sie ist auf die BĂŒhne gestiegen.â
âEcht? Hab ich das ĂŒbersehen oder kann sie sich unsichtbar machen?â, schrie Cathleen laut.
âNicht mehr lange, glaub ich!â Dieser Kommentar kam von Rosie, die unbemerkt hergekommen war. âShunpike hat beim UmrĂ€umen gemerkt, dass da jemand steht und Zabini hat auf gut GlĂŒck ein paar Mal âAccio Tarnmantel!â gerufen. Beim dritten Mal hatte er ihn und hat ihn gleich einkassiert. Die Nott sitzt jetzt wohl in seinem BĂŒro. â Super gemacht ĂŒbrigens, James!â
âHast du mich gesehen?â
âSoweit war ich nicht weg von dir. AuĂerdem kann ich mir den Rest denken. Eine unsichtbare Person kann nur jemand aufstöbern, der entweder magische Augen hat â hat soviel ich weiĂ niemand hier â oder eben die...â â âSchhh!â unterbrach James. Es gab Geheimnisse, die nicht einmal Cathleen erfahren sollte.
Auf der anschlieĂenden Party hatten sie viel SpaĂ, auch wenn Cathleen nicht gerade begeistert von Jamesâ TaktgefĂŒhl beim Blues war. McGonagall hatte auch, nachdem die Musik aufhörte, einige MĂŒhe, die SchĂŒler zum Verlassen der GroĂen Halle zu bewegen.
James verabschiedete sich mit einem Kuss von Cathleen.
Im Gryffindor-Gemeinschaftsraum fragte er sicherheitshalber noch Rosie, ob sie glaubte, dass ein Lehrer ihn gesehen hatte. âWer gezaubert hat, wohl kaum. Zabini wird sich aber seinen Teil denken und die Nott â obwohl: Sie kann kaum jemand verpetzen. Aber wenn Zabini zwei und zwei zusammenzĂ€hlt, dann wird er auf einen von uns beiden kommen. Wir mĂŒssen uns ĂŒbrigens eine gute Geschichte ausdenken, wie du die Nott bemerkt hast.â
In der Nacht fiel James jedoch nichts mehr ein und in den folgenden Tagen fragte Professor Zabini nicht nach. Da niemand wusste, ob er Legilementik beherrschte, versuchten Rosie, James und die anderen, die von Jamesâ Zauber gegen Mary-Sue wussten, im ZaubertrĂ€nkeunterricht nicht an den Vorfall zu denken.
Dagegen gab McGonagall bekannt, dass Auroren in der Schule gewesen waren. âEs geht darum, dass möglicherweise geheime Botschaften in einem Raum unterhalb des Slytherinkerkers versteckt sind. Sicheres weiĂ niemand. Da aber Gefahr besteht, dass auch Schwarzmagier hinter den Informationen her sind, bleibt der Raum fĂŒr Sie alle â sie schaute erst in Jamesâ Richtung und danach, wie es James vorkam, zu Mary-Sue und ihrer Clique â verboten.â
Eine gute Woche nach Halloween fand das nĂ€chste Quidditch-Spiel zwischen Slytherin und Hufflepuff statt. Beide Mannschaften hatten einige Positionen neu besetzt. Am AuffĂ€lligsten bei Slytherin war Scorpius Malfoy, mit Abstand der JĂŒngste in der Mannschaft.
Entweder hatte Mr. Malfoy Wort gehalten und die gesamte Mannschaft mit neuen Besen versorgt oder jemand anderes hatte das nötige Geld, denn die Slytherins flogen deutlich schneller als die Hufflepuffs und entwischten ihnen oft. Auch gelang es ihnen mehrmals, die an sich gelungenen Kombinationen der Gelben zu stören. Dennoch war das Spiel, vor allem dank des erstklassigen Adrian Banks als HĂŒter der Hufflepuffs, ausgeglichen. Bei den Hufflepuffs war Cathleens Ă€lterer Bruder Simon der gefĂ€hrlichste JĂ€ger, doch auch Julia Mannering hatte mehrere Erfolge. Bei den Slytherins landete Lennart Neal allein zehn Treffer.
Julia wurde einmal von einem Klatscher von Colin Nott gestreift und blutete, spielte aber weiter und landete anschlieĂend zwei Treffer kurz hintereinander. Letztlich musste ihr Hauslehrer Adrian, der seit diesem Jahr KapitĂ€n war, ermahnen, eine Unterbrechung zu beantragen, die er nutzen konnte, um Julias Wunde zu verarzten.
Scorpius konnte seinen schnellen Besen aber dennoch nutzen, als er und seine Gegnerin Romina Leonowens beinahe gleichzeitig den Schnatz sahen. Beide gaben alles, doch der junge Slytherin war zur EnttĂ€uschung der anderen HĂ€user geringfĂŒgig schneller. Slytherin hatte so mit 270:200 gewonnen und James fand sich wieder einmal in der Rolle des Trösters fĂŒr Cathleen.
Das Quidditchspiel war jedoch schnell vergessen, da der magische Rundfunk am Abend eine Dementorenwarnung fĂŒr Wales, Cornwall und Teile der Midlands meldete.
âDas ist nicht mehr der Blitzerâ, sagte James zu Sean. âDas muss man ernst nehmen.â
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