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Fanfiction

Rumtreiber der nÀchsten Generation - Auf nach Hogwarts!

von Lav

***


Als Hugo und Lily sich dem roten Hogwarts Express nÀherten, verblassten die grauen Dampfwolken und der Himmel begann sich aufzulockern, sodass die warme Mittagssonne alles in ein angenehmes Licht tauchte.

WĂ€hrenddessen fĂŒhrten James und Albus eine hitzige Diskussion ĂŒber das neue Schuljahr. Man munkelte, dass Leonard Pascelly zum Schlulleiter ernannt wurde und somit Minerva McGonagall ablöste.

„Dann sorgt wenigstens mal jemand fĂŒr frischen Wind. Ich hĂ€tte nichts dagegen.”, posaunte James lautstark. Ihm war egal, was andere von ihm dachten. Er hatte das Rumtreibergrinsen seines Großvaters geerbt und mochte es im Mittelpunkt zu stehen.

Sein Bruder Albus stellte das komplette Gegenteil von ihm dar. Er artikulierte lieber mit Gesten statt Worten und meidete es jegliche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, verstand es jedoch trotzdem, seine Meinung zu vertreten und manchmal schien es, als wĂ€re er der Reifere, VernĂŒnftigere von ihnen.

„McGonagall bringt wenigstens die nötige Erfahrung mit sich. Pascelly ist viel zu jung. Und außerdem - ”

„Wie alt ist er ĂŒberhaupt?”, unterbrach James ihn.

„Höchstens 25. Scorpius behauptet sogar, er wohnt noch bei seinen Eltern. Nicht gerade das, was man sich unter einem Schulleiter vorstellt, wenn du mich fragst. Ich weiß ja nicht, wie du darĂŒber denkst, aber merkwĂŒrdig ist das Ganze schon.”, stellte Albus nun fest und spĂŒrte eine Hand auf seiner Schulter.

„Verstaut doch schonmal das GepĂ€ck fĂŒr eure Schwester. Wir mĂŒssen uns noch von Hugo und Lily verabschieden.”, bat Ginny ihre Söhne.

James wich ein paar Schritte zurĂŒck. Er und Albus hatten ihre Eltern zwar ausdrĂŒcklich darum gebeten, Umarmungen in der Öffentlichkeit zu unterbinden, aber er kannte seine Mutter und wusste, vor ihr war niemand sicher. Er zog Albus vorsichtig mit sich, sodass Ginny es nicht bemerkte und ehe sie sich versah, standen die Beiden am anderen Ende des Zuges und kĂŒmmerten sich um Lilys GepĂ€ck.

Sie zwinkerte ihnen noch einmal zu und war insgeheim stolz auf die jungen Wilden, die sie zur Welt gebracht hatte. Angst, bald nicht mehr die einzige Frau, in Albus' und James' Leben zu sein, hatte Ginny kaum. Auch wenn sie sich in den Sommerferien zu echten Herzensbrechern entwickelt hatten, so blieb das Interesse fĂŒr Quidditch vorerst grĂ¶ĂŸer und Zeit fĂŒr MĂ€dchen wĂ€re ja sowieso noch genug.

Rons Schwester atmete tief ein und bewegte sich wieder auf 'das goldene Trio' zu. Ein LĂ€cheln umspielte ihre Lippen, als sie ihren Erinnerungen nachging. Sie hatten soviel gemeinsam durchgestanden und mit jedem Jahr wuchs ihre Freundschaft.

Schon damals war ihr klar, Harry wĂŒrde sie noch um den Verstand bringen mit diesen unglaublich grĂŒnen Augen. Aus einem kleinen Schwarm entwickelte sich Liebe und nun waren sie eine richtige Familie. Ginny konnte ihr GlĂŒck kaum fassen.

Sie stolperte die letzten Meter und lauschte Hermines Worten.

„Denkt daran, es ist egal in welches Haus ihr kommt. FĂŒr uns zĂ€hlt nur, dass ihr euch wohlfĂŒhlt.”

Lily nickte heftig und schien deutlich nervöser als der junge Weasley, welcher zufrieden zu Albus grinste und seinen Rucksack ĂŒber die Schulter hievte.

Hugo fuhr sich durch die wild zerzausten Haare, sodass sie jetzt noch unordentlicher aussahen. Er liebte seinen roten Wuschelkopf und legte auch sonst relativ viel wert auf einen rebellischen Look.

„Habt ihr alles?”, fragte Harry.

Hugo schaute erwartungsvoll zu Ron. Dieser kramte einige Sekunden in seiner Hosentasche und kniete sich schließlich vor seinen Sohn.

„Okay Hugo, hör gut zu. In diesem KĂ€stchen befindet sich ein Ring.”, erklĂ€rte er.

„Ein Ring? Sorry Dad, aber ich versteh nicht recht. Ich meine, was soll ich mit einem Ring?”, Hugo war sichtlich verwirrt. Sein Vater hatte ihm zwar ein Geschenk versprochen, mit einem SchmuckstĂŒck rechnete er jedoch nicht.

Ron las tiefe EnttĂ€uschung in seinem Gesicht und blieb fĂŒr einen Augenblick stumm. Hugo wartete geduldig, in der Hoffnung eine Antwort zu bekommen.

„Das ist nicht irgendein Ring.”, versicherte Ron, „Das Ganze ist eine Art Familientradition. Dein Urgroßvater hatte ihn, dein Großvater, Charlie, Bill... wir alle, mit Ausnahme von Ginny.”

Bei den letzten Worten funkelte Ginny ihren Bruder böse an.

„Wie auch immer”, fuhr er fort, „dieser Ring hat magische FĂ€higkeiten. Was er genau bezweckt, hat bisher nur einer herausgefunden.”

LĂ€chelnd öffnete Ron die Schachtel und ĂŒbergab die Kette, an welcher der Klunker baumelte, seinem Sohn. Hugo hatte noch so viele Fragen, wusste jedoch nicht recht, wie er anfangen sollte und entschied sich dann fĂŒr die offensichtlichste.

„Und was kann er nun?”

„Das musst du schon ganz allein herausfinden.”

Hugo begutachtete das ErbstĂŒck noch eine Weile, bis er es sich schließlich um den Hals hĂ€ngte und unter seinem Pullover versteckte. Er spĂŒrte, dass es gar nicht kalt an der Stelle war.

Plötzlich meldete sich Lily zu Wort: „Wir mĂŒssen in den Zug. Alle anderen steigen auch schon ein.”

„Richtig. Ich kann einfach nicht fassen, wie schnell die Zeit vergeht. Jetzt geht sogar unsere Kleine nach Hogwarts.”

Am Ende nuschelte Ginny nur noch, sodass außer Harry niemand sie hörte.

Der Angesprochene ließ einen Seufzer verlauten und nahm seine Tochter in den Arm.
„Sei schön brav und halte dich an deine BrĂŒder, wenn du Fragen hast. Wir schreiben dir”

Ginny gab ihr einen zÀrtlichen Kuss auf die Wange.

Hugo beobachtete das Szenario, nachdem er von seinen Eltern fast zu Tode geknuddelt wurde. Er hasste diese ÜberfĂ€lle.

Als auch Lily bereit war, schlengelten sich die beiden Rotschöpfe durch die Menge und verschwanden allmÀhlich in der Menge von ErstklÀsslern.

Endlich im Zug angekommen, suchten die beiden sich ein Abteil. Es schien, als wÀren bereits alle belegt. Also entschieden sie sich neben ein MÀdchen ihres Alters Platz zu nehmen.

Hugo musterte sie genau. Sie hatte lange dunkle Harre und eisblaue Augen. Ihre Haut war blass.
„Wie heißt du?”, kam es von ihm, fordender als gewollt. Selbst Lily erschauderte bei seinen Worten.

„Alicia.”, antwortete sie schlicht.

Eine unangenehme Stille breitete sich aus.

Lily rĂ€usperte sich und versuchte ein GesprĂ€ch aufzubauen. Sie fĂŒhlte sich unwohl und wollte retten, was zu retten war.

„Ich bin Lily und das ist mein Cousin Hugo. Bist du auch so aufgeregt? Meine BrĂŒder haben mir zwar schon viel ĂŒber Hogwarts berichtet, dennoch muss ich gestehen, etwas Angst habe ich schon.”

Die Braunhaarige lÀchelte sie an, schwieg jedoch weiterhin.

Hugo konnte nicht still sitzen. Irgendetwas reizte ihn an Alicia. Er wusste jedoch nicht, wo diese merkwĂŒrdige Spannung einzuordnen war.

„Du bist ein Weasley, oder?”, fragte Alicia plötzlich.

„Ja.”, bestĂ€tigte Hugo.

„Unsere Eltern haben sich gehasst.”, erzĂ€hlte sie sachlich.

Das erklÀrte Einiges.


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Meike Bruhns, Berliner Zeitung