
von Selena
@Severa: Vielen Dank für dein nettes Kommentar.
Das dies ein eher ungewöhnliches Paar ist habe ich schon öfter zu hören bekommen, aber es gefällt mir einfach total gut mal etwas neues auszuprobieren:D Ich hoffe dir und den anderen gefällt das nächste Kapitel
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Grelles Licht drang durch ihre Lider hindurch und sie hörte, wie gedämpfte Stimmen miteinander sprachen. Geblendet schlug sie die Augen auf, musste sie aber gleich wieder schließen. Das einzige, was sie erkannt hatte waren ihre Freundinnen Juliana und Rachel. „Hey.“ Sagte sie leise und das Gespräch verstummte augenblicklich. Es war ein paar Sekunden still, dann spürte sie einen warmen Druck auf ihrer Hand. „Endlich bist du wach.“ Sagte Juliana und Cho merkte, wie ihre Stimme zwar erleichtert klang, aber leicht zitterte. Rachel ließ sich auf ihrem Bett nieder, berührte sie aber nicht, als habe sie Angst Cho zu nahe zu treten. Dabei war eine Umarmung genau das, was sie jetzt brauchte. „Es tut mir so leid. Cedric-„ Cho war sich trotz geschlossenen Augen sicher, dass ein warnender Blick von Rachel Juliana zum Verstummen gebracht hatte. Aber Cho hatte nicht vor wieder anfangen zu Weinen. Sie hatte ihre ganze Trauer, ihren Schmerz und ihre Wut gestern Abend herausgelassen. Jetzt fühlte sie sich nur noch leer und ausgelaugt. „Ist schon okay.“ Antwortete sie also beschwichtigend und ihr gelang sogar ein kleines, wenn auch falsches Lächeln. „Was ist denn gestern noch passiert?“ Cho erschrak selbst über den bewegungslosen kalten Klang in ihrer Stimme. Sie klang schon fast wie Snape. Plötzlich war sie froh, die Gesichter ihrer Freundinnen nicht sehen zu müssen.
„Sie haben ihn und Potter weggebracht. Er sagte irgendwie die ganze Zeit sowas von wegen Lord Voldemort sei zurück.“ Cho war mit einem Mal hellwach, riss die Augen auf und saß kerzengerade im Bett. Sie sah, dass sie im Krankenflügel lag und dass mehrere Karten und Besserungswünsche von ihren Schulkameraden auf ihrem Nachtisch lagen, aber das interessierte Cho nicht. „Lord Voldemort ist zurück?“Juliana lachte halb spöttisch halb nervös auf. „Du glaubst das doch nicht wirklich?“ Cho ließ sich wieder zurückfallen. Ihr schmerzender Körper begrüßte den weichen Untergrund, aber trotzdem verzog Cho schmerzhaft das Gesicht. „Was-?“ fragte sie keuchend und hielt sich die Seite, die unglaublich schmerzte. „Madame Pomfrey!“ rief Juliana panisch und sprang von ihrem Bett auf. Die Gerufene kam sehr schnell, sah kurz zu Cho und dann die zwei Mädchen streng an. „Ich sagte ihnen doch, dass sie Ruhe braucht.“ Damit schickte sie Juliana und Rachel weg und wandte sich ihrer Patientin zu. „Trinken sie das.“ Sie hielt ihr einen Becher hin, von dem Cho sehr wohl wusste, was drin war. „Traumloser Schlaf.“ Sie sah das Getränkt einen Moment an und schüttelte dann den Kopf. „Wenn nicht heute, dann werden sie später kommen.“ Cho wusste, dass Albträume unabwendbar waren. Solch ein Trank schob die Konfrontation nur hinaus. Sie lächelte schwach, während Madame Pomfrey zwar den Kopf schüttelte, aber das Getränk dennoch wegstellte. „Wenn noch etwas ist, dann rufen sie mich.“ Cho nickte nur und wartete, bis sie in ihrem Büro verschwunden war. Dann fiel ihr Blick auf die Besserungskarten. Ihre Hände zitterten, als sie eine von ihnen nahm.
Liebe Cho,
Wir können nur erahnen, wie schlimm es dir geht, denn du standest Cedric sehr nahe. Er erzählte uns immer so viel von dir und seine Augen strahlten bei diesen Erzählungen. Wir waren glücklich, wenn er glücklich war und das war er, mit dir. Wir sind dir unendlich dankbar, dass du ihm die letzten Monate beigestanden bist, die bestimmt nicht leicht für ihn waren, wegen unserer Trennung. Vielleicht, wenn du irgendwann einmal zu uns kommen möchtest, bist du herzlich willkommen. Wir könnten uns gegenseitig Erinnerungen erzählen, vielleicht würde es uns allen helfen. Natürlich bist du auch herzlich zu seiner Beerdigung eingeladen. Sie findet am Freitag statt und wir würden uns wirklich freuen.
Mit verbleibenden Grüßen Amos und Algebra Diggory
Chos Tränen, von denen sie eigentlich gedacht hatte, dass sie verschwunden wären, kamen wieder hoch. Die Karte fiel ihr aus den Händen und auf den Boden. Sie hatte gemerkt, wie viel Mühe es den Diggorys gefallen war diesen Brief zu schreiben. Sie hatten bestimmt genug mit der Beerdigung und ihrer Trauer zu tun, aber trotzdem dachten sie an sie. Die beiden hatten Recht und sie würde sie mit Sicherheit eines Tages besuchen kommen, wenn sie so weit war, aber jetzt war nicht einmal im Traum daran zu denken. Erst jetzt bemerkte sie, wie ein Foto aus der Karte herausgefallen war. Sie bückte sich hinunter und hob es auf.
Cho schlug eine Hand vor den Mund um einen Schrei zu ersticken. Sie hatte gar nicht gewusst, dass solch ein Foto existierte, sie hatte keine Kamera gesehen. Auf der Rückseite stand ein kleiner Text. Es war Cedrics Schrift. Atemlos begann Cho zu lesen.
Mein kleiner süßer Mond und ich an dem glücklichsten Tag in meinem Leben. Weil ich mit ihr getanzt habe.
Das Foto flog durch das Zimmer und landete sanft auf dem Boden. Cho vergrub ihr Gesicht in dem Kissen und begann zu schluchzen. Sie hatte stark sein wollen, aber dieses Bild, wo er so lebendig wirkte und seine wunderschöne Schrift hatten sie alle Vorsätze vergessen lassen. Da war ein Platz in ihrem Herzen, der nun leer war und nichts konnte ihn füllen, nein im Gegenteil, das Loch wurde immer größer. Sie biss in das Kissen hinein und grub ihre Fingernägel in die Haut, um irgendeinen Schmerz zu spüren. Da flog die Tür zum Krankenflügel auf. Cho hatte keine Zeit mehr die Tränen wegzuwischen oder sich schlafend zu stellen, als auch schon Severus Snape in der Tür stand. Einen Moment lang trafen sich die geröteten braunen Augen mit den kalten Schwarzen. Dann wandte Snape seinen Blick ab und Cho fand es plötzlich sehr interessant auf ihre Hände zu schauen. Sie hörte, wie Schritte sich näherten und ihm nächsten Moment lag in ihren Händen das Foto von ihr und Cedric. Verblüfft sah sie zu Snape hinauf, der aber darauf nicht reagierte. „Ich soll ihnen von Dumbeldore sagen, dass sie die Möglichkeit haben für ein paar Tage zu ihrer Familie nach Hause zu fahren, um zur Ruhe zu kommen.“ Cho nickte höflich, aber im Inneren schlug sie seinen Vorschlag schon ab. Ihre Familie würde ihr zwar helfen wollen, aber Mum und Dad mussten nun einmal arbeiten und so wäre sie den ganzen Tag alleine. Eine Vorstellung die Cho in der jetzigen Situation Angst machte. Zwar würde sie hier alles an Cedric erinnern, aber sie hätte lauter Schüler um sich und ihre besten Freundinnen. „Danke Professor. Für gestern.“ Sie wechselte das Thema, war sie Snape aber doch ziemlich dankbar. Es war zwar seine Pflicht gewesen, aber sie war froh von jemand gefunden worden zu sein, dem es egal war ob sie weinte oder nicht.
Snape nickte nur und verschwand dann. Mehr hatte sie nicht erwartet, eigentlich sogar eher eine fiese Bemerkung wegen ihres Weinens, aber vielleicht war ihr Zustand schon so, dass sogar Snape Respekt hatte. Chos Blick fiel wieder auf den Becher mit dem Trank und sie griff danach. Wenigstens heute Nacht wollte sie jetzt doch Ruhe und Frieden. Sie würde noch mit genug Albträumen z kämpfen haben, aber wenigstens für Cedrics morgige Beerdigung wollte sie halbwegs passabel aussehen, Also setzte sie den Becher an die Lippen und trank. Sekunden später fiel ihr Kopf zur Seite und sie schlief.
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