
von Selena
@Severa: Vielen, vielen Dank, das du es auch weiter liest. Ist dir etwas aufgefallen? Vor einem Kapitel sagtest du, dass du Cho nicht magst und dann sagtest du Arme Cho.:D Ich hoffe dieses Cap ändert deine Meinung vielleicht noch zusätzlich.
Als ich diese Szene geschrieben habe, ließ ich das Lied The Rose von Leann Rimes laufen. Kann ich euch nuur empfehlen, es passt so gut.
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Ganz im Gegensatz zu Chos Stimmung schien heute die Sonne. Es sollte regnen, damit man ihre Tränen nicht sah, die jetzt, da sie vor Cedrics Sarg stand, ihr die Wangen hinunterliefen. Alle waren gekommen, die im Leben von Cedric einen Platz gehabt hatten. Das halbe Haus der Hufflepuffs, das gesamte Lehrerkollegium und natürlich sie. Mrs. Diggory trat nach vorne, ihre Hände umklammerten die weiße Rose in ihren Händen. „Vielen Dank, dass Sie alle gekommen sind. Cedric hätte sich sicherlich gefreut.“ Sie lächelte schwach, nur um sich im nächsten Moment geräuschvoll die Nase zu schnäuzen. „Ich habe keinen Text vorbereitet und ich möchte auch nicht erzählen, wie Cedric war oder was er getan hat. Ich möchte mich einfach nur von meinem Sohn verabschieden.“ Cho brauchte etwas, an dem sie sich festhalten konnte und bevor sie sich versah, hatte sie sich an dem Ärmel der Person neben ihr festgehalten. Sie umklammerte den schwarzen Saum, da sie am ganzen Körper zu zittern begann und kurz vor einem Nervenzusammenbruch stand.
„Es tut mir so leid, dass ich in den letzten Monaten so wenig Zeit für dich hatte, mein Junge.“ Nur undeutlich bekam Cho Mr. Diggorys Zusammenbruch vor dem Grab seines Sohnes mit. Ihr drohte alles vor den Augen zu verschwimmen und sie wollte sich schon umdrehen und verschwinden, als die Stimme der Person, die sie immer noch festhielt, dicht an sie herantrat und leise flüsterte:“ Reißen Sie sich zusammen.“ Cho fuhr erschrocken herum und sah ihrem Zaubertranklehrer direkt ins Gesicht. Er wirkte missmutig und launisch wie immer, aber er hatte ihre Hand nicht abgeschüttelt. Sie sah auf Snapes Arm, an dem sie sich inzwischen wirklich festgeklammert hatte und es musste ihm wirklich wehtun. Trotzdem hatte er kein Wort gesagt. Verlegen löste Cho ihren Griff und flüchtete sich zu den Hufflepuffs.
Einer nach dem anderen ging nun nach vorne und legte eine weiße Rose auf seinen Sarg. Cho sah sich um. Es war wirklich ein schöner Ort ausgesucht worden. Cedrics Heimatdorf besaß eine Klippe, die steil ins Meer mündete. Es herrschte ein kühler Wind, die Blumen blühten nur so, es wäre wirklich eine schöne Atmosphäre gewesen, würde hier nicht die Beerdigung ihrer großen Liebe stattfinden. Inzwischen waren alle vorne gewesen und standen nun ein wenig abseits, um der Familie ihr Beileid auszusprechen. Zögernd trat auch Cho näher an das Grab heran. Sie kniete sich vor den Sarg und versuchte ein leichtes Lächeln. „Hey.“ Sie legte die Rose vorsichtig auf das Holz, zog aber ihre Hand nicht zurück. Sie strich über den Sarg und stellte sich vor, es wäre Cedrics Wange. Nur für ihn war sie heute Morgen aufgestanden, hatte sich frischgemacht und versucht ohne Tränen hier zu erscheinen. Den letzten Vorsatz machte sie gerade zunichte, denn jetzt, wo sie hier war, konnte sie sich nicht mehr beherrschen. „Ich vermisse dich so sehr“, sagte sie leise und der letzte Brocken Beherrschung brach in sich zusammen. Sie fiel in sich zusammen, ihre Arme besitzergreifend um den Sarg gelegt.
„ Ich vermisse dein Lachen und deine aufmunternden Worte, wenn ich traurig war. Oh Cedric, wo bist du?“ fragte sie ihn schluchzend und kümmerte sich nicht darum, ob jemand sie sah. Ihre Stimme brach und sie umarmte sich selbst, um ein wenig Fassung zurückzubekommen. Aber allein der Gedanke daran, dass Cedric bald unter der kalten Erde liegen würde und sie ihn nie wieder sehen würde, ließ sie zittern. Sie atmete ein paar Mal tief durch. Sie hörte auf zu zittern, ihr Körper entspannte sich, aber die Tränen blieben. „Wo bist du?“ fragte sie diesmal gefasster und richtete ihre schokoladenbraunen Augen wieder auf den Sarg. Sie berührte sanft die Blätter ihrer Rose.
„Ich werde dich nicht vergessen. Egal, was die anderen sagen.“
Sie hörte Cedrics Stimme in ihrem Kopf, sah seine wunderschönen Augen, die unverschämt blitzten. Cho schloss die Augen, ihre Tränen tropften auf den Boden.
Sie und Cedric saßen mit ihren Freunden im Gemeinschaftsraum der Hufflepuffs. Es war draußen schon dunkel geworden, das Feuer prasselte fröhlich im Kamin. Alle hatten es sich in Sesseln gemütlich gemacht, Cho hatte sich mit Cedric auf die Couch gequetscht. Sie hatte sich an ihn geschmiegt, er die Arme um sie gelegt. Es war eine lustige Runde. Seit Cho und Cedric zusammenwaren, hatten sie sich nach und nach gebildet. Leute aus allen vier Häusern, sogar ein paar Slytherins saßen hier. Gerade erzählte Juliana über den neulichen Patzer von Rubeus Hagrid und Cedric lachte laut und herzlich auf. Automatisch lächelte auch Cho, aber nicht wegen Juliana, sondern wegen Cedric. Er hatte die Fähigkeit,jeden in seinen Bann zu nehmen, keiner konnte ihm widerstehen. Juliana stand plötzlich auf und schaltete das Radio ein. Fragend sahen wir sie an, als sie auch schon zu tanzen anfing. Begeistert standen alle auf und wirbelten mit Juliana durch den Raum. Es war nur noch ein Farbenmeer aus grün-silber, rot-gold, grau-blau und gelb zu sehen. Auch Cedric löste sich von Cho, um dem Spaß beizuwohnen. Cho saß kopfschüttelnd am Rande und wollte sich schon ein Buch schnappen, als Cedric vor ihr stand. Er streckte ihr die Hand hin und lächelte unwiderstehlich. „Tanz mit mir.“ Cho sah ihn überrascht an, schüttelte den Kopf, aber Cedric ergriff ihre Hand und zog sie hoch. Und plötzlich sah sie nicht mehr zu, sondern war mitten im Geschehen. Ihre schwarzen Haare wehten nur so, aber Cho kümmerte sich nicht um ihre Frisur. Sie nahm Hannah Abbott bei den Händen und sprang mit ihr in der Gegend herum. Es war ihr egal,wie viele Menschen zusahen, als sie immer wieder herumwirbelte, die Kissen von den Sesseln nahm und damit auf die überraschten Tänzer einschlug. Es dauerte nicht lange, bis eine Kissenschlacht entstand. Lachend zerstörte sie ein Kissen nach dem anderen und ließ die Federn nur so fliegen. Cedric hatte sich inzwischen außer Reichweite gerettet und beobachte lächelnd seine Freundin, wie sie Spaß hatte. „Ich liebe dich.“ Sagte er leise und erwiderte ihr Lächeln, als Cho sich voller Federn in den Haaren zu ihm umdrehte und ihn zu sich winkte.
Abende wie diesen würde es nie wieder geben. Sie würde nie wieder solchen Spaß mit ihm haben. Cedric hatte sie aus der Dunkelheit in das Licht gezogen. Dank ihm waren die letzten Monate die besten in ihrem Leben gewesen. Sie hatte neue Freunde gefunden, sie wurde auf dem Gang erkannt, sie verbrachte eine so schöne Zeit. Und das alles hatte sie nur Cedric zu verdanken. „Ich werde dich nie vergessen!“, sagte Cho diesmal kräftiger und lauter. Sie strich zum letzten Mal über den Sarg, dann löste sich ihr Griff und somit auch ihre Verbindung zu Cedric. Aber er war immer noch in ihrem Herzen.
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