
von Selena
Also erstmal:
Vielen Dank an alle, die mir geholfen haben, eine Entscheidung über diese FanFiction zu treffen.
Ich habe eine Entscheidung getroffen, mit der ich sehr glücklich bin. Natürlich werde ich sie euch nicht verraten, aber seid euch sicher, es wird schön und spannend.
Ich wüsste wirklich nicht, was ich ohne euch getan hätte.
Das Ende wird wahrscheinlich in 3 oder vier Kapiteln eintreten, ich hab mir darüber noch nicht so viele Gedanken gemacht. Also genießt es, so lange es geht.
@Carly_Snape:
Vielen, vielen Dank für deine Meinung. Ich hab sie berücksichtigt und hoffe, dass du mit dem späteren Ende zufrieden bist. Und natürlich hoffe ich, dass dir dieses gefällt, wenn auch keine Snape Cho Momente vorkommen.
@SasiSnape:
Ich bin so erleichtert, dass du die dritte Möglichkeit gar nicht in Betracht ziehst. Ich mochte sie nämlich auch überhaupt nicht. Viel Spaß mit dem neuen Kapitel und auch dir, vielen, vielen Dank
@Mik:
Du bist einfach unglaublich. Du hast meine Gedanken wirklich super zusammengefasst und ich freue mich total zu hören, dass du auf jeden Fall weiterliest, egal was passiert. Ich bin wirklich froh, solche Leser zu haben. Viel Spaß in Kanada, ich wünsch dir wundervolle Erfahrungen.
Wie sie ins Bett gekommen war, das wusste Cho am nächsten Morgen auch nicht mehr. Überhaupt hatte sie nach ihrem Gespräch nichts mehr von dem Abend in Erinnerung. Das beunruhigte sie zwar ein bisschen, aber sie hatte ganz sicher nicht vor, Snape zu fragen.
So vergingen die letzten Tage und Wochen der verbliebenen Ferien. Cho liebte die ruhigen Mittage, die sie meistens in der leeren Bibliothek verbrachte, ebenso sehr, wie das Teetrinken mit Hagrid.
Jeden Tag um drei Uhr erwartete er sie mit einer dampfenden Tasse Tee und einem offenen Ohr.
Es tat ihr wirklich gut.
Sie erzählte ihm nicht alles, das war auch gar nicht nötig.
Er verstand es auch so und wusste, wie er sie einigermaßen fröhlich stimmen konnte. Die Tage wurden langsam dunkler, aber Cho strahlte heller als davor.
Auch wenn sie noch lange nicht davon sprechen konnte, dass es ihr gut ging. Sie hatte nachts noch immer Albträume und sah Cedric immer wieder vor sich, aber es war besser geworden. Und jedes Mal, wenn sie in eine depressive Phase fiel, war da meistens Hagrid.
Und manchmal überraschenderweise sogar Snape.
Er schien ein Gespür dafür zu entwickeln, wann es ihr schlecht ging und beschäftigte sie dann die ganze Zeit mit sinnlosen Dingen, damit sie nicht an Cedric denken musste. Einen Beweis für diese Seite der Menschlichkeit an ihm hatte sie allerdings nicht, vielleicht bildete sie sich das auch nur ein.
Trotzdem, es war okay, zu mindestens für den Moment. Denn sie hatte keinesfalls vergessen, welches Versprechen sie sich selbst gegeben hatte.
Sie wollte seinen Mörder finden und dafür musste sie mit dem einzigen Zeugen dringend reden.
Harry Potter.
Nur er kannte die Wahrheit über das, was in dieser Nacht auf dem Friedhof passiert war.
Cho wusste, dass er sagte, dass es Voldemort war, aber das wollte sie nicht glauben.
Das war einfach unmöglich. Deshalb wollte sie ihn alleine danach fragen. Sie wusste nicht warum, aber sie hatte im Gefühl, dass er sie nicht anlügen würde.
So sah Cho zwar erfreut aber auch aufgeregt der Ankunft der Schüler entgegen. Sie war mit Hagrid zum Bahnsteig gekommen, wo nun auch die ersten Schüler ausstiegen.
Cho sah viele glückliche Gesichter.
Bei dem Anblick schnürte sich ihr Hals zu.
Sie erinnerte sich an ihr letztes Jahr, wo derselbe Ausdruck auf ihrem Gesicht gewesen war. Hoffnung, Glück und Freude. Aber das hatte auch einen guten Grund gehabt.
Der Mensch an ihrer Seite hatte ihr all diese Gefühle gegeben und sie mit ihr geteilt.
Sie hatte gewusst, dass es immer etwas gab, auf das sie sich freuen konnte. Ein weiteres Jahr mit ihm, etwas das sie nie wieder haben würde.
Nie wieder würde er aus dem Zug steigen, mit seinem umwerfenden Lächeln und sie begrüßen.
Nie wieder würde sie sich so auf Hogwarts freuen wie im letzten Jahr.
Niemals.
Sie hatte nicht gemerkt, wann die Tränen zu fließen begonnen hatten. Sie hatte auch nicht gemerkt, wie sich ihr zwei Gestalten genähert hatten, die jetzt fest die Arme um sie schlangen.
Cho lachte und weinte gleichzeitig, als sie endlich wieder ihre beiden Freundinnen im Arm halten konnte. Sie hatten ihr so gefehlt.
„Rachel! Juliane!“ Sie drückte sie fest an sich und verbarg ihr Gesicht in den Haaren der blonden Juliane.
So konnte sie die besorgten Blicke, die sich die beiden zuwarfen, nicht sehen. Sie war einfach nur erleichtert, dass die beiden endlich da waren.
„Ich hab euch vermisst“, ließ die Schwarzhaarige verlauten, nachdem sie sich endlich gelöst hatten.
„Wir dich auch“, erwiderten sie wie immer gleichzeitig.
Das gewohnte Grinsen wurde getauscht und Cho hatte das Gefühl,wieder zuhause zu sein.
Da sah sie plötzlich einen schwarzen Haarschopf in der Menge. Natürlich hätte es auch jeder andere Junge sein können, aber die Narbe auf seiner Stirn machte eine Verwechslung unmöglich.
„Harry!“ Cho kämpfte sich durch die vielen Schüler und kam schlitternd vor ihm zum stehen. Ausnahmsweise war er einmal ohne seine beiden Freunde, umso besser. Harry schien bei ihrem Anblick ehrlich betroffen zu sein.
Zum ersten Mal kam ihr der Gedanke, dass es ihm vielleicht auch schlecht ging, wegen Cedrics Tod.
Dass sie nicht die einzige war, die litt.
„Hey“, sagte sie leise und lächelte ihn an, damit er sah, dass sie ihm nicht irgendwie böse war.
Es schien zu funktionieren. Jedenfalls entspannte er sich und erwiderte das Lächeln.
„Hey,Cho. Schöne Ferien gehabt?“ Cho brauchte gar nicht ihre Augenbraue hochzuziehen, Harry bemerkte seinen Fehler ziemlich schnell selbst.
„Tut mir leid, ich meinte..“ Er wurde rot und stammelte nur noch unverständliches Zeug. Sie ergriff kurzerhand seine Hand und zog ihn zu einer der Kutschen.
„Komm schon, sonst sind wir noch die letzten.“
Sie half ihm herein und setzte sich. Es herrschte Stille.
„Harry?“ Cho fragte völlig unauffällig, aber an seinem Gesichtsausdruck merkte sie, dass er wusste, was sie ihn fragen wollte. Und er wich nicht aus. Das war eine Eigenschaft, die sie an Harry wirklich sehr schätzte. Er stellte sich den unangenehmen Dingen und drückte sich nicht davor. Selbst jetzt nicht.
„Du willst wissen, was auf dem Friedhof passiert ist, nicht wahr? Warum solltest du dich sonst zu mir setzen?“ Sie erkannte kurze Verbitterung und wünschte sich, dass dies hier nicht nötig wäre. Sie wusste um seine Gefühle für sie, die sie aber nicht erwidern konnte. Sie würde immer Cedric lieben, immer. Aber es tat ihr weh, Harry abzuweisen, denn sie mochte ihn sehr.
„Ja, das will ich“, sagte sie mit fester Stimme, aber einem gleichzeitig laut pochendem Herzen.
Harry sah sie kummervoll an.
„Du wirst mir nicht glauben.“ Sie beugte sich lächelnd vor. „Doch, das denke ich schon. Vieles klingt unglaublich, aber es ist trotzdem wahr, Harry. Glaub mir, man kann mich nicht mit viel schocken.“
Gegen seinen Willen musste der Schwarzhaarige lächeln.
Er wurde jedoch gleich darauf wieder ernst.
„Du willst das wirklich hören, oder?“ Sie nickte und Harry begann zu erzählen.
Er erzählte alles, jede kleinste Einzelheit, weil er wusste, wie bedeutend es war. Lange berichtete er von Cedrics Gesichtsausdruck, als er wusste, dass das Turnier gewonnen war. Weniger berichtete er jedoch über seinen Tod und das, was danach passierte.
Irgendwann war Chos Hand in seine gewandert und sie hatte immer fester gedrückt.
Einerseits, um ihm zu versichern, dass sie da war, andererseits, um ihn zu zwingen, weiterzureden.
Am Ende seiner Erzählung schwiegen beide.
Cho hatte den Kopf gesenkt und als sie ihn wieder hob, waren ihre Augen voller Tränen.
„Es war wirklich Voldemort?“, fragte sie leise und traf seine grünen Augen. Sie hoffte so sehr auf einen Wiederspruch von ihm, aber man konnte nur die Hoffnungslosigkeit sehen, welche sich in seinen Augen wiederspiegelte.
Doch Cho reagierte nicht wie sie es sonst getan hätte. Sie brach nicht in Tränen aus oder ließ sich wieder fallen.
Stattdessen wischte sie sich die nassen Tränenspuren von den Wangen und brachte sogar ein Lächeln zustande. „Danke,Harry. Ich schätze es sehr, dass du es mir erzählt hast.“ Sie zog ihre Hand aus seiner und wollte die Kutsche verlassen, die inzwischen stehen geblieben war.
Aber dann drehte sie sich doch noch einmal herum und umarmte den Auserwählten. Sie war in die Knie gegangen und hatte die Augen geschlossen. Zum ersten Mal seit Cedrics Tod war sie fähig Trost zu spenden und nicht nur welchen zu bekommen. Sie spürte, wie Harrys Körper zu zucken begann, also löste sie sich wieder von ihm. Die grünen Augen trafen auf die ihren und sie lächelte zuversichtlich.
„Wenn du mich irgendwann einmal brauchst, werde ich da sein.“ Sie gab ihm einen schnellen Kuss auf die Wange und sprang dann aus der Kutsche.
Es war eine klare Nacht, man konnte den Mond sehen. Automatisch überzog ein Lächeln Chos Gesicht.
Sie schulterte ihre Tasche und lief los. Es war immer noch ihr Lächeln zu sehen, aber noch etwas anderes. Entschlossenheit.
Entschlossenheit den Mörder ihres Freundes zu finden. Entschlossenheit, diese ganze Sache zu Ende zu bringen und endlich Frieden zu finden.
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