
von Selena
@Mik:
Also erstmal schade, dass du nach Kanada gehst. Natürlich hoffe ich, dass du Spaß hast und wünsche dir alles gute dort. Kanada ist bestimmt spannend. Du hast Recht, es ist ganz und gar nicht gut, dass sie gleich zu Tom rennt, wie sich am Anfang des Kapitels zeigt. Danke wegen des Banners, da freut sich die Macherin bestimmt.
@Ree:
Du hast ebenso recht. Es war falsch, es Tom zu erzählen, aber woher soll sie das nur wissen? Ich hoffe dieses Kapitel stimmt dich etwas netter mit Tom ;) Viel Spaß
@Sweetdark:
Du schon wieder! Respektier es doch einfach, dass sie sich gut verstehen :D
Vielen Dank für alles :)
@Selena-Riddle:
Vielen, vielen Dank. Du bist eine wunderbare Beta-Readerin und bemerkst einfach Sachen, auf die ich nie kommen würde ;)
So liebe Leser, viel Spaß mit dem neuen Kapitel. Endlich habe ich es mal wieder geschafft. :)
Tom warf wütend einen Stuhl gegen die Wand.
Er schrie sich die Seele aus dem Leib. Bisher war alles schiefgegangen.
Er hatte Draco leiden sehen wollen, stattdessen gab er ihm noch den Heilzauber, weil er vermutet hatte, dass Selina verletzt worden war. Er konnte es nicht ausstehen, wenn seine Todesser ihrer gerechten Strafe entgingen.
Dazu kam noch, dass Selina sich immer mehr Draco zuwandte.
Sie hatte seit Tagen nicht mehr geschrieben.
In dieser Sache war er selbstsüchtig. Er wollte, dass sein blonder Engel nur ihn ansah, nur mit ihm redete, nur ihm ihre Geheimnisse anvertraute.
„Verdammt!“, schrie er und noch ein Stuhl musste dran glauben.
Plötzlich spürte er eine Hand auf seiner Schulter. Selina! Angstvoll blickte sie ihn an.
Woher war sie plötzlich gekommen?
Sein Blick fiel auf das Amulett, welches sie fest umklammert hielt und seine Frage war beantwortet.
Es fiel ihm nur schwer, seine Mimik wieder unter Kontrolle zu bekommen, aber ein Blick in ihre Augen und ihr verängstigtes Gesicht genügte. Tom atmete einmal tief durch, bevor er sie wieder ansah.
„Selina.“ Er hatte Glück, seine Stimme war so sanft und liebend wie immer. Hoffentlich war sie noch nicht allzu lange da und hatte seinen Ausbruch nur noch am Ende mitbekommen.
„Was ist denn los?“ Wieder konnte er seine Finger nicht von ihren Haaren lassen. Seine Hand drehte sanft eine Locke von ihr. Er wusste um seine Wirkung auf Frauen und setzte sie auch manchmal gezielt ein, wie zum Beispiel hier.
Setzte sein anziehendes Lächeln auf und fing ihren Blick mit seinen grünen Augen ein.
Wer konnte da schon widerstehen? Das Mädchen, vor ihm, ganz sicher nicht und das wusste er auch.
Wie seine Beziehung zu Selina war, das wusste selbst er nicht. Als sie sein Tagebuch gefunden hatte, war ein neues Spiel angebrochen.
Er hatte sich ihre Sorgen angehört und gute Ratschläge gegeben. So hatte er nach und nach ihr Vertrauen gewonnen. Und dann war ihr erstes Treffen gekommen. Er hatte sie sich so nicht vorgestellt. Was er sah, besorgte ihn.
Selina war schwach, ein sensibles Mädchen, das sich nicht wehren konnte. Wie sie vor ihm gekniet hatte, ihr Gesicht blutig.
In Tom Riddle hatte sich der Beschützerinstinkt gemeldet. Er wollte nicht, dass sie weiter in Gefahr geriet, dazu wurde sie noch von seinen Leuten so zugerichtet.
An diesem Tag hatte er viele Todesser getötet, sie hatten alle für die Fehler einer kleinen Gruppe von Schülern büßen müssen. Natürlich hatte er ihnen das nicht erzählt.
Aber er konnte nicht umhin es selbst zuzugeben. Selina bedeutete ihm etwas, er war sich nur noch nicht sicher, was es genau war.
Ihre Lippen auf seiner Stirn hatten etwas ausgelöst. Verwirrung einerseits, aber besonders ein komisches Gefühl in seinem Magen, welches er noch nie erlebt hatte.
Das einzige was er wusste war, dass er dieses Gefühl wieder erleben wollte. Noch wehrte er sich gegen die Versuchung, aber sie machte es ihm nicht gerade leicht.
Eine lange Zeit sagten die beiden nichts, Selina erholte sich erstmal von dem eben gesehenen.
Sie hatten sich zu mindestens schon mal gesetzt. Tom strich mit dem Daumen sanft über ihre Wange.
„Sieh mich an. Bitte.“ Sie tat wie geheißen. Ein fragender Blick begegnete ihr. Tom war wirklich ratlos.
„Ich war ein wenig wütend, Süße. Das hat nichts mit dir zu tun.“, versicherte er Selina, die bei seinem Kosenamen sofort weich wurde.
„Ist schon okay“, brachte sie hervor.
Erleichtert nahm Tom seine Hand weg. Warum musste jedes ihrer Treffen nur so wahnsinnig verwirrend anfangen?
Er ließ sich natürlich nichts anmerken, sondern griff nach Selinas Hand. Sie wusste, wohin es gehen würde und ließ sich bereitwillig hochziehen.
Doch Tom schlug nicht den Weg zum Raum der Wünsche ein, er ging nach draußen. Ein angenehmer Wind wehte und wieder war niemand zu sehen. Es überraschte ihn nicht.
„Wie gefällt es dir hier?“
Sprachlos blickte Selina auf die weiten Wiesen. Sie waren kunterbunt und der Wind ließ es so aussehen, als wäre hier weit mehr Leben als man dachte.
Ein Lächeln glitt über Toms Gesicht, als er Selinas Reaktion beobachtete. Wenn auch nur für einen Moment.
„Wenn ich dein Gesicht so betrachte, findest du es wunderbar.“ Sie verdrehte nur die Augen in seine Richtung, bevor sie sich jauchzend in das Blumenmeer warf.
Tom hielt sich lieber zurück und beobachtete sie. Nur ab und zu sah man den blonden Schopf zwischen all den Blumen hervorlugen und als Selina schließlich zu ihm zurückkehrte, war ihr Gesicht knallrot, sie hatte tausende Blumen im Haar und grinste ihn verlegen an.
„Tut mir Leid. Kindlicher Anfall.“ Tom fand es nicht schlimm, besonders da sie selbst noch mit Dreck im Gesicht wunderschön aussah.
„Jetzt bist du aber dran.“ Und bevor sich Tom wehren konnte, hatte sie ihn schon in die Blumen geschubst. Einen kurzen Moment war er gelähmt, aber dann schon wieder bereit für seine Rache. Selina schrie auf, als die Hand voll Schlamm auf ihre Wange traf. Tom grinste sie triumphierend vom Boden an.
Die Blondine ließ das nicht lange auf sich sitzen und stürzte sich mit wildem Geschrei auf ihn. Kurze Zeit später rollten die beiden durchs Gras.
Es interessierte keinen mehr, das die Klamotten dreckig waren, sie blendeten das völlig aus. Tom konzentrierte sich auf Selinas Lachen und sie sah ihn unverwandt an, selbst als noch eine Hand Schlamm in ihrem Gesicht landete.
„Du Mistkerl!“, schrie sie laut und brachte ihn mal wieder zu Fall. Sofort sprang sie hinterher und setzte sich rittlings auf ihn. Nun lächelte sie triumphierend, denn Tom hatte keine Chance mehr sich aufzurichten.
Selina kam mit einer Ladung Schlamm seinem Gesicht gefährlich nahe. Tom drehte den Kopf weg und kniff die Augen fest zusammen, nur auf den Aufklatsch wartend. Aber Selina legte den Schlamm wieder beiseite und drehte seinen Kopf wieder zu sich.
Dieser hielt es nur für einen Trick und ließ auch weiterhin die Augen geschlossen. Amüsiert wischte ihm Selina den getrockneten Schlamm von der Wange. Selbst seine Unterlippe war voll davon. Mit ihrem Daumen strich sie darüber, bemüht ihm nicht weh zu tun.
Dabei bemerkte sie nicht, dass Tom die Augen aufgeschlagen hatte.
Plötzlich hielt eine Hand ihren Arm fest.
Sie sah Tom überrascht an. Dieser zog sie nur zu sich heran. Selina wehrte sich nicht, selbst als ihre Lippen nur noch Millimeter voneinander entfernt waren. Sie bemühte sich ruhig zu atmen, was angesichts seiner Augen ausgeschlossen war. Es war ihr unmöglich sich von seinem Blick zu lösen.
„Tom...“, flüsterte sie leise und versuchte sich aus seinem Griff zu befreien. Aber er ließ sie nicht los.
Tom wusste nicht, was ihn in diesem Moment zu seiner Handlung antrieb. Er sah nur noch Selina, nichts anderes. Seine Welt war voll von ihr.
Ihr Lachen hallte in seinen Ohren, ihre Augen blicken ihn unschuldig an und ihr Geruch umschwebte ihn. Er konnte nicht mehr widerstehen.
Selina spürte seinen Atem auf ihren Lippen.
Er ging ebenso hektisch wie ihrer. Sie wusste nicht mehr, wer den ersten Schritt tat. Aber plötzlich lagen ihre Lippen aufeinander. Das erste, was sie schmeckte war Schlamm. Aber dann spürte sie Tom.
Selina stützte ihre Hände auf dem Boden ab, um nicht völlig auf ihm zu liegen. Tom dagegen vergrub eine Hand in ihrem weichen Haar. Sekundenlang war es still, bis auf die keuchenden Geräusche der beiden.
Es schien, als ob mit ihrem Kuss die Welt stehengeblieben wäre.
Tatsächlich entschied sich in diesem Moment ziemlich viel. Nicht das das die beiden gewusst hätten, nein, sie waren völlig ahnungslos.
Selina spürte seine Hände auf ihrer Taille. Es war unbeschreiblich, seine Lippen auf ihre zu fühlen.
Sie waren nicht nur wunderbar weich, sondern schmeckten auch nach ihm. Ihr erster Kuss hätte nicht besser sein können. Romantisch, voller Gefühl und wunderschön.
Nur langsam löste sich Selina von ihm.
Als sie die Augen aufschlug, sah er sie schon wieder so intensiv an. Dieses Mal versank sie wirklich in den grünen Augen. Keiner von ihnen wusste etwas zu sagen.
Verlegen ging Selina von ihm herunter. Sie zupfte an ihrer Kleidung herum, während Tom sich den Dreck von der Kleidung klopfte.
„Ich sollte gehen“, murmelte Selina. Sie griff nach dem Amulett um ihren Hals und Tom hielt sie nicht zurück. Gerade als sie die Augen schloss und den Spruch murmelte, spürte sie einen kurzen Hauch auf ihren Lippen.
Verwirrt öffnete sie die Augen, aber da war sie schon wieder in ihrem Zimmer.
Einen kurzen Augenblick stand sie fassungslos da, dann stieß sie ein kleines Fiepen hervor. Ungläubig legte sie ihre Finger an die Lippen.
Es war wirklich geschehen, sie träumte es nicht. Und nach einer weiteren Sekunde des Begreifens, kreischte sie los.
Es war niemand im Schlafsaal, der sie hören konnte und selbst wenn hätte sie es trotzdem gemacht. Es war einfach zu unglaublich.
Toms Beine gaben nach, er sank zu Boden.
Wie Selina fasste er sich an die Lippen. Was gerade geschehen war, war nicht geplant gewesen, ganz und gar nicht. Was ihn besonders beschäftigte:
Er hatte den Kuss begonnen, nicht Selina. Er hatte seine Lippen zuerst auf ihre gelegt.
Was geschah hier nur?
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