
von Selena
@sweetdark:
Ich danke dir vielmals für die tolle Idee, die du mir geliefert hast. Ohne dich wäre meine kleine Schreibblockade in dieser Geschichte bestimmt noch länger geworden :D Deshalb widme ich dieses Chap besonders dir und bin unglaublich froh, dass ich dich habe. Viel Spaß mit dem neuen Teil und hilf mir auch weiterhin.
@Lisa_:
Du überschüttest mich immer mit Fragen :D Und ich darf dir natürlich nicht antworten, weil es spannend bleiben soll. Ich kann dir nur verraten, dass Tom Riddle durchaus mehr empfinden kann als Schmerz und Hass. Und das er dir symphatisch wird, höre ich natürlich immer gerne :D
@Ree:
Hey, du schreibst auch mal wieder. Find ich toll von dir, besonders da ich nach wie vor ein großer Fan deiner FFs bin. Apropos, wann kommt denn der nächste Teil von dem Vampire Diaries/ Harry Potter Crossover?
@selena_riddle:
Danke, dass du mir auch noch mal klar gemacht hast, wie lange ich dafür gebraucht habe :D Du wars tmal wieder wunderbar und ich erwische mich so langsam dabei, wie ich deine markierten Fehler einfach verbessere, ohne nachzugucken ob sie auch wirklich stimmen :) Du machst einen tollen Job<3
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Zwei Tage später saß Selina mit rot umrandeten Augen im Unterricht und fixierte immer wieder das Tagebuch, welches aufgeschlagen vor ihr lag.
Tom hatte sich seit ihrem Kuss nicht mehr gemeldet und langsam machte sie sich Sorgen.
Aber sie wurde auch wütend. Was konnte das nur heißen? Entweder er hatte es so abscheulich gefunden, dass er sie unbedingt loswerden wollte oder er war verwirrt und wusste nicht, wie er reagieren sollte.
Sie zerbrach sich immer wieder den Kopf darüber, wurde aber einfach nicht schlau aus ihm.
Er hatte sie doch geküsst und er hatte gelacht.
Er hatte dieses Lächeln im Gesicht gehabt, welches sie so sehr an ihm liebte.
Es war ein Lächeln, bei dem alle Dunkelheit in den Hintergrund rückte.
Ein ehrliches Lächeln, ein Lächeln einzig und alleine für sie. Sie vermisste seine Anwesenheit, seinen Geruch und seine unglaublich charmante Art, auch wenn es nur zwei Tage waren.
Es kam ihr wie eine Ewigkeit vor und sie wollte ihn unbedingt wiedersehen.
Aber war es nicht üblich, dass der Junge sich meldete? Überhaupt, sie kannte ihn nur aus diesem Tagebuch. War er ein Mensch? So viele Fragen und Selina wusste auf keine eine Antwort.
„Miss Lockwood, folgen Sie noch meinem Unterricht?“
Selina sah alarmiert auf und blickte in das eher amüsierte Gesicht von Professor Flitwick.
Sie lächelte ihn kurz verlegen an und nickte.
Das schüchterne Mädchen funktionierte immer wieder bei ihm. Er wandte sich ab und Selina hatte wieder ihre Ruhe. Als sie ihren Blick noch einmal im Klassenzimmer herum schweifen ließ, sah sie in zwei unergründliche Augen. Draco. Sie hatte seit seinem Zusammenbruch nicht mehr mit ihm geredet.
Sie versuchte ein kleines Lächeln und wollte sich abwenden, aber etwas in Dracos Blick hielt sie fest.
Er lächelte nicht zurück oder ähnliches, aber in seinen Augen leuchtete so etwas wie…Sorge auf.
Selina war sich sicher, dass sie es sich nicht einbildete. Verwirrt wandte sie den Blick ab, spürte aber seinen noch immer auf ihr. Nervös strich sie eine Haarsträhne hinter das Ohr und sah dann nach vorne, um sich endlich auf den Unterricht zu konzentrieren.
Zwei Minuten später stupste sie der Junge neben ihr an. Überrascht sah sie ihn an, da er sonst eigentlich nicht mit ihr redete. Wortlos reichte er ihr einen kleinen Zettel.
Selina runzelte die Stirn und las ihn:
Nach der Stunde in der Bibliothek, Draco
Sie sah sich nicht um, es hätte zu viel Aufmerksamkeit erregt. Stattdessen lächelte sie nur leise vor sich hin und konnte das Ende der Stunde kaum abwarten.
Sie hatte danach aus und Draco wohl auch. Selina verließ den Raum relativ zügig und machte sich auf den Weg in die Bibliothek.
Dort angekommen erkannte sie erstmal niemanden und konnte auch Draco nicht sehen.
Sie beschloss zu warten und nahm sich ein Buch. Sie ließ sich auf einen der gemütlichen Sessel fallen und hatte sofort das Gefühl wieder im Raum der Wünsche zu sein, ebenfalls auf einem Sessel sitzend und lesend. Mit dem Unterschied, dass Tom bei ihr gewesen war.
Bevor sie wieder nachdenken konnte, nahm ihr jemand von hinten das Buch weg. Empört sah sie sich um und entdeckte Draco, der sich lässig über sie gebeugt hatte und nun den Buchdeckel las.
„Wie man Liebestränke kocht, wirklich?“
Er betrachtete sie mit einem amüsierten Lächeln und Selina fragte sich sofort, warum er das nicht öfters benutzte.
Es hatte bestimmt eine gute Wirkung auf Frauen.
„Ich musste mir eben die Zeit vertreiben.“, erwiderte sie schon beinahe trotzig und nahm das Buch wieder an sich. Dracos Lächeln verschwand und er betrachtete sie wieder mit seinem nachdenklichen Blick.
„Was ist?“, fragte Selina unsicher nach und vermutete schon, dass sie irgendetwas im Gesicht hatte.
Der Slytherin schien plötzlich um eine Antwort verlegen und brach den Blickkontakt erstmal ab.
In eine andere Richtung sagte er leise:
„Danke nochmal für deine Hilfe, wegen…“
Selina bemühte sich nicht zu lächeln bei diesem hilflosen Versuch sich zu bedanken.
„Immer wieder gerne.“, erwiderte sie möglichst normal. Draco zuckte zusammen.
„Ich hoffe nicht.“ Selina sah ihn nachdenklich an und es herrschte Stille. Nach einer Weile fragte sie vorsichtig, bedacht nicht einen wunden Punkt zu treffen:
„Was ist denn passiert?“
Wieder herrschte lange Stille und diesmal war es Selina, die den Blickkontakt beendete.
Sie war sich plötzlich nicht mehr sicher, ob sie die Antwort hören wollte. Und sie hatte natürlich einen wunden Punkt getroffen. Wie sollte es anders sein?
Keiner von ihnen wollte etwas sagen, also sahen sie zum Fenster hinaus und schwiegen.
Selina sah, dass Draco seine Hände zu Fäusten geballt hatte. Automatisch streckte sie eine Hand aus und legte sie auf seine. Aber sie war nicht auf seine Reaktion gefasst gewesen.
Er riss seine Hand weg und sah sie erschrocken an.
Selina war ein Stück zurückgewichen und sah den Slytherin nun peinlich berührt an.
„Tut mir…“ Draco schüttelte leicht den Kopf und diesmal war er es, der nach ihrer Hand griff und sie fest in seine nahm. Selina wurde nicht schlau aus ihm.
Einer geheimnisvoller, als der andere.
Sie verkniff sich trotzdem jeden Kommentar und ließ ihre Hand in Dracos. Mit der anderen schlug sie wieder ihr Buch auf und wollte anfangen zu lesen, da fiel ihr noch etwas ein. „Warum die Bibliothek?“, fragte sie neugierig.
Draco drehte sich um und schenkte ihr ein Lächeln.
„Welchen Ort meiden die Slytherins am meisten? Richtig, die Bibliothek.“ Gegen ihren Willen huschte auch Selina ein Lächeln über das Gesicht und sie vertiefte sich in das Buch. Stunden vergingen und Draco ließ sie immer noch nicht los. Selina wollte sich ihm auch nicht entziehen und blieb deshalb, auch wenn sie immer häufiger die Augen schloss. Irgendwann kippte sie, ohne es zu merken, zur Seite und war eingeschlafen.
Draco war bei dem Geräusch herumgefahren und sah nun lächelnd auf die schlafende Selina.
Im Schlaf sah sie noch viel unschuldiger aus, als sonst. Dieses zerbrechliche Mädchen hatte es nicht verdient, von seinem Haus verprügelt zu werden. Als er sie damals vor seinen Kumpels gerettet hatte, war ihm das zum ersten Mal aufgefallen. Er war geschockt gewesen, wie hart sie zugeschlagen hatten. Denn egal was Draco tat und was er war, ein Mädchen überhaupt nur zu schlagen war für ihn widerlich.
Aber das…
Er hatte gar nicht anders gekonnt, sie hatte seinen Beschützerinstinkt geweckt und seitdem hatte er sich nie lange von ihr fern halten können.
Seine Freunde hatte er angewiesen, sie in Ruhe zu lassen. Zwar waren sie misstrauisch geworden, weil er keine Begründung nannte, aber es war ihm egal.
Überhaupt war seit der Bestrafung durch Voldemort und seinem Zusammenbruch sein Leben in den Hintergrund gerückt. Er sah Selina plötzlich auch in einem ganz anderen Licht. Sie hatte ihm wahrscheinlich das Leben gerettet oder zumindestens schlimme Narben verhindert.
Und seine Aufgabe war es jetzt, auf sie aufzupassen.
So war ihm nicht unbemerkt geblieben, wie unglücklich sie eigentlich gewesen war in den letzten beiden Tagen.
Er sah sie nur noch herumgrübeln und vermisste ihr erfrischendes Lächeln.
Es war nicht schwierig gewesen, sich einen Überblick über Selinas Leben zu verschaffen.
Sie hatte nicht viele, oder sogar fast keine Freunde in Hogwarts, sie ging nach Ravenclaw, war ein Halbblut und ihr Vater war so etwas Ähnliches wie ein Autor.
Und sie schrieb sehr viel.
Egal ob er sie im Unterricht sah, in der Bibliothek oder am See, immer hatte sie eine Feder und ein Buch dabei. Manchmal lachte sie ganz unvermittelt, so als würde sie sich mit jemandem unterhalten.
Draco stand auf und ihre Hand glitt aus seiner. Er nahm ihr das Buch aus den erschlafften Händen und stellte es in das Regal zurück. Dann sah er unschlüssig auf die Ravenclaw Schülerin. In diesem Moment bog Madam Pince um die Ecke. Bevor sie loszetern konnte, legte Draco schnell einen Finger auf die Lippen und deutete auf die schlafende Selina. „Ich bringe sie hier raus.“, flüsterte er leise.
Madam Pince musterte ihn kurz und schien abzuschätzen, ob er vertrauenswürdig war.
Dann nickte sie und ging weiter. Draco legte einen Arm unter Selinas Nacken und einen unter ihre Beine.
Dann hob er sie hoch und schaffte es auch noch ihre Tasche mitzunehmen.
Sacht drückte er ihren Kopf an seine Brust, damit er nicht schlaff herunterbaumelte und lief mit ihr aus der Bibliothek. Unschlüssig stand Draco nun auf dem Gang und wusste nicht wohin.
Er kannte das Ravenclaw Passwort nicht und das Porträt würde ihn bestimmt nicht hereinlassen. Doch in den Slytherin Gemeinschaftsraum konnte er auch schlecht und Gryffindor würde ihn nicht mal ausreden lassen.
Blieb nur noch Hufflepuff. Draco war froh, als er endlich vor dem Porträt stand und das Passwort sagen konnte.
Er wusste es von ein paar Freunden aus dem Haus, auch wenn man es von Draco vielleicht nicht erwarten würde.
Das Porträt schwang auf und die Gespräche drinnen verstummten. Draco stieg durch und warf ein charmantes Lächeln in die Runde.
„Ist hier noch Platz für ein paar mehr?“
Nach einem kurzen Schweigen rief Ernie:
„Klar, kommt rein.“
Erleichtert ließ Draco Selina auf einen der Sessel gleiten und sah sich dann um. Es war nur noch ein kleiner Trupp hier unten, der Rest schlief schon.
„Könnten wir eventuell heute hierbleiben? Ich weiß nicht wo sonst…“
Bevor er zu Ende reden konnte, klopfte ihm ein kleiner Hufflepuff auf die Schulter.
„Mach es dir bequem.“ Und eine Sekunde später holte noch jemand eine Decke für Selina und breitete sie über ihr aus. Draco lächelte erleichtert.
Das war das tolle an dem Haus Hufflepuff. Sie waren sozusagen neutral, also ließen die Slytherins sie größtenteils in Ruhe und andersrum war es genauso.
Es hieß aber auch, dass sie einen verwirrten Slytherins mitten in der Nacht ohne Murren aufnahmen, der auch noch ein schlafendes Ravenclaw Mädchen bei sich trug.
Er setzte sich ohne zu zögern zu der kleinen Gruppe und wurde sofort in ihre Unterhaltung einbezogen.
Er erkannte Cho Chang, eigentlich ebenfalls aus Ravenclaw. Anscheinend hatte sie selbst nach Cedrics Tod noch Freunde in Hufflepuff. Das war wieder typisch für dieses Haus.
Sie nahmen wirklich jeden in ihre Mitte, egal was er getan hatte. Von den Slytherins wusste es vielleicht niemand, aber Draco war schon ein paar Mal hierhergekommen.
Nach einer Weile löste sich die Gruppe auf und irgendwann ging auch der letzte ins Bett.
Sie hatten Draco und Selina genügend Decken dagelassen. Die meisten überließ er Selina, die nur noch manchmal durch eine Bewegung klar machte, dass sie noch am Leben war. Draco bettete sie noch mal auf eines der Sofas um und legte sich dann schließlich auch auf eines.
Er schloss die Augen und ließ sich langsam in die Dunkelheit herabsinken.
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