
von Mica
Dieses ziemlich Snapelastige Kapitel widme ich Sev Snape. *grins*
WĂĽrde mich ĂĽber weitere Reviews freuen. Von dir... und dir.... Und von DIR erst!
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Es war nun schon zwei Wochen her, seit Harry gefangen genommen wurde. Meistens wurde Snape zu ihm heruntergeschickt, um ihm etwas zu Essen zu bringen, doch manchmal kamen auch andere Todesser. Ein paar erkannte Harry von früheren Begegnungen, zum Beispiel der gigantische blonde Todesser, der am Turm anwesend war als Dumbledore gestorben war. Harry wurde seit dem zweiten Tag im Kerker nicht wieder gefoltert. Offenbar hatten sich die Todesser Snapes Worte zu Herzen genommen und beschlossen, dass es nicht gut für sie selbst wäre, wenn sie Harry so weit schwächen würden, dass er sterben könnte. Heute kam Snape wie üblich mit einer Schüssel Haferschleim in den Keller. Erwartungsvoll klammerte sich Harry an die Gitterstäbe, und als er das Essen gereicht bekam, schlang er es schnell hinunter. Er war merklich dünner geworden.
“Ich denke, ich muss dir etwas erklären”,sagte Snape leise. Harry schaute ihn an, schaufelte sich aber weiter Haferschleim in den Mund.
“Ich weiß nicht, ob es tatsächlich stimmt. Es geht das Gerücht um, dass Black den Avada Kedavra von Bellatrix überlebt hat.”
Harry hörte auf zu essen und sagte:”Ja, ich weiß. Er ist ihm Grimmauldplatz.”
Für einen Moment sah Snape erstaunt aus, doch dann gewann er seine Fassung wieder.
“Und wisst ihr auch, wie er überlebt hat?”
Harry schüttelte den Kopf. Hatte Snape etwa eine Erklärung?
“Als der dunkle Lord es herausfand, musste Bellatrix leiden... Doch wenn man jemanden mit dem Avada Kedavra umbringen will, muss man es wirklich wollen. Es scheint, als hätte Bellatrix ein wenig gezögert, als sie Black töten sollte.”
“Aber - die beiden haben sich gehasst!”,sagte Harry erstaunt.
“Ich denke, du hasst Mr. Malfoy. Du würdest ihn sicher trotzdem nicht umbringen wollen.”,zischte Snape.
Da musste ihm Harry recht geben, und er begann wieder zu essen. Es herrschte Stille zwischen den beiden, bis Harry mit ganz leiser Stimme fragte:”Wann holen sie mich hier raus?”
Für einen Moment glaubte er, einen Funken Mitleid in Snapes Gesicht zu sehen. Doch es konnte auch Einbildung gewesen sein.
“Wir müssen warten, bis sich die richtige Gelegenheit ergibt”,sagte er mit fester Stimme.
“Ich warte schon seit zwei Wochen in diesem Loch! Ich weiß nicht wie es Ron, Hermine, Sirius oder den anderen geht! Ich weiß nicht, was in der Welt vor sich geht! Ich würde es noch nicht einmal mitbekommen, wenn der dunkle Lord tot wäre! Ich will-”
“Halt die Klappe, Potter!”,blaffte Snape. Harry verstummte sofort. “Wir sind alle ungeduldig. Es geht nicht nur dir so, Potter. Du denkst so, als wärst du der einzige auf der Welt, du bist ja der berühmte Harry Potter!”
Erschrocken darüber, dass Snape in seine alten Verhaltensmuster zurückgefallen war, klappte Harry der Mund auf. Doch als Snape weitersprach, klang seine Stimme wieder ganz ruhig.
“Der dunkle Lord hat sich uns gestern gezeigt. Und er hat uns seine Pläne erklärt. Uns, den Todessern, den er am meisten vertraut. Ich will, dass du, wenn du frei bist, alles, was ich dir jetzt erzählen werde, an den Orden des Phönix weitergibst. Der dunkle Lord hat natürlich mitbekommen, dass du und Dumbledore seinem Geheimnis auf die Schliche gekommen sind und seine Horcruxe zerstört haben. Kurz bevor du Nargini getötet hast, hat er einen achten Horcrux geschaffen. Ich weiß nicht, was es ist. Mehr als das weiß ich nicht. Aber ich kann dir sagen, dass er vorhat, den Orden des Phönix zu überfallen.”
“Aber das hat er doch schon oft versucht”,sagte Harry.
“Er plant einen Großangriff. Er will so viele Leute töten wie möglich.”
“Wann will er es tun?”,fragte Harry ängstlich.
“Zu der Zeit wirst du hier wieder draußen sein”,versicherte Snape ihm. Das beruhigte Harry ein wenig.
“Darf ich sie etwas fragen?”,fragte Harry nach einer Weile der Stille. Snape schaute ihn an.
“Wie haben sie überlebt?”
“Was überlebt?”,fragte Snape.
“Narginis Biss. Sie sind verblutet. Ich habe gesehen, wie sie gestorben sind!”
“Hast du es gesehen? Oder hast du nur gedacht, was du gesehen hast? Der Schein kann trügen.” Mit diesen Worten ließ er den nachdenklichen Harry stehen. Was hatte Snape mit diesen Worten gemeint? Aber jetzt gab es wichtigere Fragen. Wie wollte Snape ihn hier herausholen und vor allem, was war der achte Horcrux? Harry setzte sich in eine Ecke und dachte noch einmal über die Reise in letzten Jahr nach. Was hatten sie als Horcrux in betracht gezogen? Etwas von Ravenclaw. Das war das Diadem gewesen. Etwas von Hufflepuff war der Becher. Etwas von Slytherin? Das konnte man noch in Betracht ziehen... Doch was? Harry hatte diese Gedanken satt, und er beschloss, fürs erste nicht mehr darüber nachzudenken. Scho bald fielen ihm die Augen zu.
Geweckt wurde er durch einen lauten Knall. Kaum hatte Harry die Augen aufgeschlagen, wurde er am Arm gepackt und weggeschliffen. Was war los? Verzweifelt versuchte Harry, in der Dunkelheit etwas zu sehen, doch das einzige was er ausmachen konnte waren viele verschiedene, hetzende Füße und erhobene Zauberstäbe. Derjenige, der Harry am Arm gepackt hatte, ruckte ihm nach oben, sodass er endlich aufstand. Ihm blieb nichts anderes übrig, als hinterher zu tappen und darauf zu hoffen, dass es nicht Voldemort war, der ihn mit sich mit schliff. Er vermutete, dass er das Treppenlabyrinth hinaufgeführt wurde, und nach einigen endlosen Minuten wurde vor ihm ein Tor geöffnet, und das erste Mal seit Wochen schlug ihm die wunderbare frische Luft entgegen. Harry hatte nicht viel Zeit, dies zu genießen, denn schon wurde er weitergezogen, dieses Mal in die Nacht hinaus. Durch den Vollmond, der viel Licht spendete, konnte er sehen, dass jemand mit einem tiefschwarzen Umhang vor ihm lief, hinter ihm waren viele andere Todesser und rannten grölend hinter ihm her. Im nächsten Moment spürte er wieder den Schwindel und die leichte Benommenheit, die er immer nach dem Apparieren spürte. Und dann, ganz plötzlich, war alles ganz ruhig. Harry sah sich um. Er hockte auf dem Boden auf dem bekannten Platz vor dem Grimmauldplatz. Und neben ihm auf dem Boden lag Snape, mit einer Todessermaske getarnt. Er hatte ihn tatsächlich gerettet, unter dem Einsatz seines Lebens. Ob er sich jetzt je wieder bei den anderen Todessern blicken lassen konnte?
“Professor...”,sagte Harry.
“Komm”,sagte er, stand auf und ging auf den Grimmauldplatz Nr 12 und Nr 13 zu. Kurz davor blieb er stehen und schob Harry vor sich.
“Ich denke es ist besser, wenn sie dich zuerst sehen”,sagte er.
Und wieder erblickte Harry das Haus, dass sich zwischen die beiden anderen Häuser schob und sie wegdrückte, als wären sie aus Pappe. Die Muggel, die in den Häusern wohnten, merkten nichts. Harry trat vor und klopfte langsam mit seiner schmalen Hand an die Tür. Das Klicken vieler Schlösser war zu hören, dann ein Rasseln, dann wieder ein Klicken. Snape atmete hörbar auf. Auch Harry war aufgeregt. Wie würden seine Freunde reagieren wenn sie ihn, und dazu noch Snape sehen würden? Die Tür wurde nur langsam geöffnet. Harry hatte nur kurz Zeit, sich das herzförmige Gesicht und die pinken Haare anzusehen, denn im nächsten Moment lag Tonks in seinen Armen und schrie vor Freude in sein Ohr. Alamiert kamen Dädalus Diggel, Professor McGonagoll, Hestia Jones und schließlich auch Sirius, Ron und Hermine aufgelaufen. Sie alle kreischten gleichzeitung auf und fielen Harry um die Arme. Snape schienen sie dabei gar nicht zu bemerken und Harry hatte das Gefühl, dass ihm das nur Recht war.
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